Markus Breitenberger
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Schwangerschaftssprechstunde

Wir leben heute in einer Zeit in der die naturwissenschaftliche Seite der Medizin
unglaubliche Fortschritte macht.
Fragen können heute z.B. in der Genforschung geklärt werden, die noch vor Jahren
naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unzugänglich waren.
Wir sind beeindruckt von den neuesten Erkenntnissen und den Vorteilen die sie uns z.T. in
der medizinischen Diagnostik bringen.
Fortschritt hat aber auch immer seine Nachteile, nochzumal wenn er mit einer nie
dagewesenen Geschwindigkeit Einzug hält.
Ein wesentlicher Nachteil des Fortschritts, den man tagtäglich in der Praxis zu spüren
bekommt, ist die Angst und die Unsicherheit, die entsteht, wenn man sich z.B. in der
medizinischen Diagnostik auf Gebiete vorwagt, die den Einzelnen in seiner ethischen und
psychologischen Entscheidungskraft überfordern und alleinlassen.
Die Erkenntnisse der heutigen Wissenschaft beziehen sich nur auf das Mess- und
Wägbare, auf den substantiellen Bereich des Menschen.
Wir bekommen dadurch nur mehr Einblick in die körperliche Gestalt des Mensch-Seins
und Untersuchungen berücksichtigen nur diesen Teil des Menschen.
Wir wissen aber, dass der Mensch nicht nur aus seiner körperlichen Gestalt besteht und
Krankheiten nicht hier entstehen, sondern sich hier nur abbilden, um auf ein gestörtes
Gesamtgefüge hinzuweisen.
Wir müssen jeden Menschen wieder verstehen lernen als ein einmaliges, sehr komplexes
v.a. aber sehr individuelles Geschöpf.
Das Krankheitsverständnis sollte dieser Annahme Rechnung tragen.
Es gibt nicht den Menschen – nicht die Krankheit – nicht die Prophylaxe oder Therapie.
Krankheit muss wieder als eine sinnvolle Not–Wendigkeit im Leben verstanden werden,
d.h. ein Prozess, der schlimmere Not abwenden kann.
Leben ist ein labiles Gleichgewicht, das aber durch die moderne Naturwissenschaft zur
Stabilität gezüchtigt werden soll. Stabilität wird aber bei lebenden Organismen nur durch
den Tod erreicht.
Dieser fehlgeleitete Vorsatz der Medizin verwundert nicht, wenn man berücksichtigt, dass
Erkenntnisse über das Leben immer noch v.a. im statistischen, d.h. statischen
Laborversuch oder an toter Materie gewonnen werden.

Hinter all den ungeheuren Anstrengungen der modernen Wissenschaft steht das uralte
Dilemma des Menschen: einerseits das Wissen um die Sterblichkeit seit der Zeugung und
andererseits die heimliche Sehnsucht nach Ewigkeit.
Dieser Unsicherheit und der daraus resultierenden Angst sollte nicht nur mit
wissenschaftlichem Forscherdrang begegnet werden.
Jeder von uns sollte sich vor allem mit diesem Thema (Angst, Tod…) auseinandersetzen,
bevor eine ganzheitliche Antwort auf die Fragen, die zum Lesen dieser Informationsschrift
motiviert haben, zu finden ist.
Umso schwieriger wird die Entscheidung, wenn es um das Wohl unserer Liebsten, der
Kinder geht.
Diese sind ja auch Ausdruck eines unbewussten Drang nach Unsterblichkeit, der jeder
Zeugung zueigen ist.
Routine-Anwendung von vorgeburtlichen Untersuchungen, Arzneimittel in der
Schwangerschaft und frühen Kindheit scheinen heute das einzige Mittel gegen die Angst
vor möglichen Krankheiten zu sein.
Diese Maßnahmen werden von Medizinern heute weitgehend empfohlen.
Umso zwanghafter und kompromissloser, je größer die eigene Unsicherheit, oder der
eingeengte Blickwinkel ist.
Beschränkt wird die Sichtweise durch Reduzierung des Menschen auf ein rein stoffliches
Gebilde. Krankheit ist hier nur ein statistischer Mangel– oder Überschuß– Zustand.
Diese angenommenen substantiellen Entgleisungen sollen dann durch substantielle
Medikamente ausgeglichen werden (allopathisches „contraria-Prinzip“).
Wir dürfen hierbei nicht vergessen, dass jedes Medikament z.T. unvorhersehbare Risiken
in sich birgt, auch wenn es heute als noch so harmlos deklariert wird.
In Deutschland sind im Moment nur etwa die Hälfte der etwa 45.000 auf dem Markt
erhältlichen Medikamente zugelassen.
Derzeit sind 7.600 Medikamente im Umlauf, die nicht hinreichend auf Qualität,
Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft sind.
Zwischen 1985 und 1997 sind 308 neue Wirkstoffe zugelassen worden; nur 46% bedeuten
nach offizieller Bewertung einen therapeutischen Fortschritt.
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 25.000 Menschen durch falsche
Medikamentenverordnung und Einnahme.

Etwa 300.000 kommen mit unerwünschten Nebenwirkungen jährlich ins Krankenhaus.
(1) (lt. Bundesverband der Verbraucherzentralen).

Für weitere Informationen downloaden Sie bitte das PDF SchwangersSchwangerschaft.pdf