Markus Breitenberger
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Zöliakie

Was ist das ?

Die Zöliakie bzw. einheimische Sprue ist eine Autoimmunerkrankung. Es entsteht eine toxisch-allergische Schädigung der Dünndarmschleimhaut aufgrund einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Eiweissbestandteilen verschiederner Getreidearten (Gliadin aus Weizen und Roggen, Hordein aus Gerste, Avenin aus Hafer).

Ständige Entzündungen führen zu einer Zerstörung der Zotten (unzählige fadenförmige Ausstülpungen der Dünndarmschleimhaut zur Aufnahme der Nährstoffe in das Blut). Der Dünndarm kann damit seine Funktion als Verdauungs- und Resorptionsorgan nicht mehr ausreichend wahrnehmen, so dass viele Nährstoffe, insbesondere Nahrungsfette und fettlösliche Vitamine nur noch eingeschränkt aufgenommen werden können. Eine erhöhte Fettausscheidung im Stuhl ist die Folge. Ferner ist die Aktivität der zuckerspaltenden Enzyme an der Dünndarmschleimhaut beeinträchtigt. Daraus resultiert häufig eine sekundäre Milchzuckerunverträglichkeit. Nahrungsrückstände im Darm werden von den dort lebenden Bakterien unter Bildung von Gasen, Säuren und anderen Abbauprodukten verstoffwechselt.

Es kann zu beschleunigten Darmbewegungen, Blähungen und Durchfällen kommen. Auch wenn der Mechanismus der Krankheit noch nicht hinreichend geklärt ist, ist bekannt, dass sich ein konsequentes Einhalten der Diät lohnt. Meist gehen die Beschwerden nach 2-3 Wochen deutlich zurück, zum Teil sind sie sogar völlig verschwunden. Bei manchen Personen ist trotz anhaltender Beschwerde keine Schleimhautschädigung sichtbar. Auch hier hat sich bestätigt, dass sich eine glutenfreie Kost sehr positiv auswirken kann. In diesen Fällen spricht man nicht von Zöliakie oder Sprue (Zöliakie in Erwachsenenalter), sondern von einer Sensibilisierung (Empfindlichkeit) gegenüber Gluten.

Was kann ich tun ?

Oberstes Gebot ist das konsequente Meiden von glutenhaltigen Getreidearten, um die Darmschleimhaut nicht zu reizen. Auch Nährstoffe, die durch die Reizung der Darmschleimhaut sekundär nicht vertragen werden (v.a. Fett und Milchzucker) sollen 6-8 Monate gemieden werden, bis sich die Schleimhaut beruhigt hat. Die Nahrung sollte leicht verdaulich sein, bis sich die Darmschleimhaut erholt hat.

Später kann schrittweise zu einer ballaststoffreichen, vollwertigen, jedoch glutenfreien Nahrung übergegangen werden.

Die wichtigsten Ernährungsregeln
  1. kein Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste) auch Kleie, panierte Gerichte, Kaffeeersatz, Malz- und Getreidekaffee, Bier, Likör „glutenfrei“ wird auf Lebensmitteln mit einer durchgekreuzten Ähre gekennzeichet
  2. Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen statt Getreidekeine konventionellen Fertigprodukte
  3. ggf. fett- und lactosearm
  4. Joghurt mit lebenden Kulturen
  5. naturbelassene, nicht komplex zusammengesetzte Nahrungsmittel
  6. garantiert glutenfreie Lebensmittel (Kennzeichnung beachten)
Gefahren lauern auch bei:
  • Aromen und Würzmischungen
  • Lebensmittel mit der Zutat „Stärke“
  • Lebensmittel mit der Zutat „Pflanzeneiweisserzeugnis“
  • Wurstwaren
  • Fischerzeugnisse und –Konserven (Gluten in der Sosse)
  • Milcherzeugnisse mit Bindemittel, z.B. Schmelzkäse
  • light-Produkte (Zucker oder Fett durch durch glutenhaltige Ersatzstoffe ersetzt)
  • Roquefort-Käse (Edelschimmel auf Brot gezüchtet)
  • Fertiggerichte und –Produkte. Konserven, Süssigkeiten, Instantprodukte
  • Lebensmittel aus anderen EU-Staaten

Falls fettige Stühle ausgeschieden werden, kann der Darm auch nicht genügend Calcium aufnehmen, daher ist auf calciumreiche, oxalatarme Ernährung zu achten:

  • einige Mineralwässer Wildbergquelle, St. Margaretenquelle, Elisabethquelle…
  • Sesam, Amaranth, Leinsaat, Haselnüsse, Feigen
  • Sojaprodukte, Kichererbsen, weisse Bohnen
  • Garten und –Brunnenkresse, Grünkohl, Fenchel, Broccoli, Porree, Sellerie
Selbsthilfegruppen

Deutsche Zöliakiegesellschaft, Stuttgart www.dzg-online.de

Zöliakie-Selbsthilfegruppe München www.zoeliakie-suedbayern.de

Informationen im Web:

Weitere Informationen und News zur Zöliakie erhalten Sie auf Curado.de