Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Zecken & Borreliose

Lyme-Borreliose ist neben der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine der gesundheitlich besonders bedrohlichen Folgen von Zeckenbissen. Wissenschaftler um den Veterinär-Bakteriologen Professor Reinhard Straubinger von der Ludwig-Maximilians-Universität München haben eine neue Methode der Behandlung untersucht: ein flüssiges Antibiotika-Gel, das mit Hilfe eines Pflasters unmittelbar auf der Einstichwunde angebracht wird. Es wurde aus dem Antibiotikum Azithromycin entwickelt und in ersten Tierversuchen erfolgreich getestet. Ist das ein wirklicher Fortschritt in der Behandlung der Borreliose?

Helfen Antibiotika prophylaktisch bei einem Zeckenbiss?

Im Gegensatz zur bisherigen Antibiotikatherapie bei diagnostisch nachgewiesener Borreliose soll diese neue Antibiotikabehandlung in jedem Fall erfolgen, wenn ein Mensch bei sich einen Zeckenbiss feststellt. Damit hat man in den USA gute Erfolge verzeichnet. Jedoch gibt es in den USA im Gegensatz zu Europa nur eine einzige Genospezies des Erregers Borrelia burgdorferi. Die Entwicklung eines geeigneten Antibiotikums, das auch prophylaktisch wirksam ist, ist dadurch sehr viel leichter. Die antibiotische Prophylaxe wird trotzdem in Deutschland diskutiert, auch unabhängig davon, ob die Zecke überhaupt infiziert ist. Da ist es natürlich interessant zu wissen, wie hoch das Infektionsrisiko überhaupt ist.

Bis zu 50% der Zecken können Borreliose übertragen

Als Ursache der Borreliose gilt das Bakterium Borrelia burgdorferi, das von den Zecken während des Saugvorgangs in den menschlichen Organismus abgegeben wird. Da nach Einschätzung der Experten in Westeuropa zwischen 30 und 50% der Zecken die krankmachenden Bakterien in sich tragen, ist das Risiko einer Infektion nach einem Zeckenbiss nicht zu unterschätzen. Liegt eine Borreliose-Infektion vor, werden Patienten in der Regel einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie unterzogen, wobei der Wirkstoff häufig auch intravenös verabreicht wird. Damit steigt das Risiko von Nebenwirkungen.

Die Übertragungsgefahr korreliert jedoch mit der Durchseuchungsrate der Zecken in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Während in den nördlichen Bundesländern die Zeckenpopulation nur zu etwa 6 bis 10% mit Borrelien durchseucht ist, liegt die Durchseuchungsrate im süd- und mitteldeutschen Raum bei etwa 20 bis 30%. Regional liegt die Quote der infizierten Zecken bei bis zu 50%.

Nur wenige Menschen erkranken nach einem infizierten Zeckenbiss

Ein Befall mit Borrelien ist jedoch nicht mit einer Krankheitsübertragung gleichzusetzen. Eine sogenannte Serokonversion, also das Ansprechen des Immunsystems auf den Erreger nach Infektion, ist bei 2,6–5,6% der Betroffenen zu erwarten. Eine manifeste Erkrankung jedoch nur bei 0,3–1,4%. Allerdings fehlen aktuelle und ausreichend flächendeckende Studien in Deutschland, und alle Angaben basieren lediglich auf Schätzungen, da es keine zuverlässige Daten über das Erkrankungsrisiko nach einer erfolgten Infektion mit Borrelia burgdorferi gibt. Sicher ist, dass nicht jeder Zeckenstich eine Borrelieninfektion oder gar eine Erkrankung an Borreliose zur Folge hat. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts liegt die Wahrscheinlichkeit, nach einer in Deutschland erlittenen Zeckenattacke an Borreliose zu erkranken, bei 1 zu 300.

Symptome der Borreliose

Die Symptome im Anfangsstadium der Erkrankung sind oftmals relativ unspezifisch. Lediglich der sich ausweitende rötlich Hautausschlag (Erythema migrans) im Umfeld der Einstichwunde gilt als eines der leicht zu erkennenden Borreliose-Merkmale. Dieser tritt jedoch nicht bei allen Betroffenen auf, und die weiteren grippeähnlichen Symptome wie Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen wecken oftmals keinen Verdacht auf eine Borreliose-Infektion.

Borreliose kann in ein chronisches Krankheitsstadium übergehen. Typische Symptome einer chronischen Borreliose sind zum Beispiel wechselnde Gelenkschmerzen, Sehstörungen, Störungen des Tastsinns und Herzprobleme. Darüber hinaus sind auch Rückenmarkerkrankungen, Nervenentzündungen und weitere neuronale Störungen mögliche Folgen einer Borreliose-Infektion.

Hat die Erkrankung ein chronisches Stadium erreicht, ist eine schulmedizinische Behandlung selten von Erfolg gekrönt. Daher sind die Anstrengungen sehr groß und verständlich, eine wirksame Präventivbehandlung zu entwickeln. Vorerst liegen aber Erkenntnisse allein aus dem Bereich der Tiermedizin und von Tierversuchen vor, die nur bedingt Rückschlüsse auf die Wirkungsweise des Antibiotika-Gels bei Menschen zulassen.

Was in dieser Entwicklung systematisch (oder mit System?) übersehen wird, sind die vielen positiven Berichte über Therapieerfolge von Heilpraktikern, Ärzten und Homöopathen, die in der Behandlung der chronischen Lyme-Borreliose mit klassischer Homöopathie zu verzeichnen sind.

M. Breitenberger
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