Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft

„Kommt mein Baby gesund zur Welt?“ – für Schwangere hat diese Frage allerhöchste Priorität. Eine leichte Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen kann die gesunde Entwicklung eines Kindes während der Schwangerschaft gefährden. Im schlimmsten Fall kommt es zu frühzeitigen Wehen oder gar einer Fehlgeburt. Einfache Untersuchungen und gezielte Maßnahmen während der Schwangerschaft helfen Ihnen hier, sich weniger Sorgen zu machen. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, was es bei verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen zum Schutz von Mutter und Kind unbedingt zu beachten gilt.

Aufgaben der Schilddrüse

Unsere Schilddrüse fällt uns meistens dann erst auf, wenn sie bereits Probleme bereitet. Sie befindet sich unterhalb unseres Kehlkopfes und dient vor allem der Speicherung von Jod sowie der Bildung der Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4), die vielfältige Prozesse in unserem Körper steuern und beeinflussen. 

Ein ausgeglichener Energie-Stoffwechsel, eine gesunde Verdauung sowie eine normale körperliche und geistige Entwicklung wären ohne sie nicht denkbar. Das Hormon TSH aus der Hirnanhangdrüse wirkt stimulierend auf das Wachstum, die Iodaufnahme und die Hormonbildung der Schilddrüse.

Kann man ohne Schilddrüse leben?

Erwachsene Menschen können auch nach der Entfernung ihrer Schilddrüse normal weiterleben und müssen keine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) befürchten, wenn die entsprechenden Hormone dann in Form von Tabletten zugeführt werden. Für Föten im Mutterleib ist ein ausgeglichener Schilddrüsenhormon-Stoffwechsel besonders wichtig, weil ihre eigene Schilddrüse erst ab der 12. Schwangerschaftswoche richtig zu arbeiten beginnt.

Bedeutung der Schilddrüse bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Wenn Sie bereits schwanger sind oder für die nächste Zeit ein Baby planen, sollten Sie die Funktion Ihrer Schilddrüse und das Hypothyreose-Risiko deshalb so bald wie möglich überprüfen lassen. Da die Schilddrüse während der Schwangerschaft besonders gefordert ist, kommt es zudem darauf an, im Blick zu behalten, ob das Organ sich verändert und Sie als Mutter eventuell mit Medikamenten optimal eingestellt werden müssen.

Optimale Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft

Je SchwangeschaftsdrittelTSH(mIU/l bzw. μIU/ml)fT4(ng/dl)fT3(pg/ml)
1. Trimenon0,1 bis 2,50.9 bis 1.52,5 bis 3,9
2. Trimenon0,2 bis 3,00,8 bis 1,32,1 bis 3,6
3. Trimenon0,3 bis 3,0 (3,5)0,7 bis 1,22,0 bis 3,3

Quelle:Lazarus J., et al., 2014, Eur Thyroid J Guidelines 3: 76-94, Stand Juli 2016

Optimaler TSH-Wert in der Schwangerschaft

Folgende TSH-Werte sollten in der Schwangerschaft möglichst nicht unter- bzw. überschritten werden:

0,1-2,5 mU/l im 1. Schwangerschaftsdrittel
0,2-3,0 mU/l im 2. Schwangerschaftsdrittel
0,3-3,0 mU/l im 3. Schwangerschaftsdrittel

  • Steigerung der Gesamt-Thyroxinkonzentration (fT4) um bis zu 50 Prozent, wobei fT4 bis zur 9. bis 13. Schwangerschaftswoche ansteigt und dann wieder abfällt und fT3 während der gesamten Schwangerschaft sinkt.
  • Gesteigerter Jodbedarf mit einem täglichen Gesamtbedarf von 200-300 μg

Optimaler TSH-Wert bei Frauen mit Kinderwunsch

Frauen mit Kinderwunsch, insbesondere, wenn eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) geplant ist, sollten einen TSH-Wert zwischen 0,5-2,0 mU/l haben.

Kann man schwanger werden mit erhöhtem TSH-Wert?

Die oben genannten Werte geben wohlgemerkt einen durchschnittlichen Messbereich wieder. Die individuelle Gesundheit einer schwangeren Frau und die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein gesundes Kind gebären kann, ist nicht allein von diesen oft in ihrer Aussagekraft überinterpretierten Zahlen abhängig.

Ich habe bei meiner Arbeit als Heilpraktiker in München viele Frauen gesehen, die mit erhöhten TSH-Werten ein gesundes Kind zur Welt gebracht haben, wenn ausreichend Schilddrüsenhormone produziert wurden. Andersherum kann es auch vorkommen, dass Frauen trotz normaler Laborbefunde unter Beeinträchtigungen ihres Wohlbefindens leiden. Dann ist es wichtig, genauer hinzuschauen und nicht vorschnell auszuschließen, dass die Probleme nicht doch mit einer Fehlfunktion der Schilddrüse zusammenhängen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann bereits unentdeckt vor einer Schwangerschaft bestehen oder im Laufe der ersten Monate neu auftreten. Typische Symptome, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Wasseransammlungen, können aber auch im Rahmen einer gesunden Schwangerschaft auftreten. Am besten sollten Sie schon bei Kinderwunsch und spätestens bei den ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft folgende Werte bestimmen lassen:

  • TSH-Wert
  •  fT4 und fT3
  • Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK)

Wird eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) festgestellt, sollte im ersten Schwangerschaftsdrittel alle vier Wochen und danach – stabile Werte vorausgesetzt – alle sechs Wochen eine Laborkontrolle erfolgen.

fT4, fT3 in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft muss die mütterliche Schilddrüse sowohl Mutter als auch Kind versorgen. Schon allein deshalb unterliegt sie vielfachen physiologischen Veränderungen. Als völlig normale Veränderungen durch die gesteigerte Östrogenproduktion wird Ihr Arzt oder Heilpraktiker in der Regel Folgendes feststellen:

  • Anstieg des thyroxinbindenden Globulins (TBG)
  • Abfall des Schilddrüsen stimulierenden Hormons (TSH), vor allem in den ersten 13 Wochen, bis auf Werte, die bei 10-20 Prozent der schwangeren Frauen sogar unter dem Referenzbereich einer Nichtschwangeren liegen.

Schilddrüsenunterfunktion in Schwangerschaft

Einige Frauen haben bereits von Geburt an eine Schilddrüsenunterfunktion. Bei anderen liegt ein ernährungsbedingter Mangel an Jod vor. Die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist bei normaler Jodversorgung die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, bei der die Schilddrüse chronisch entzündet ist.

Erfahren Sie mehr über Hashimoto-Thyreoiditis in meinem Buch: Hashimoto Ganzheitlich Behandeln

Formen der Schilddrüsenunterfunktion

Generell wird zwischen folgenden Ausprägungen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) unterschieden:

  • Latente Schilddrüsenunterfunktion: TSH-Wert zwischen 2,5-10,0 mU/l bei normalen fT4-Werten
  • Primäre mütterliche Schilddrüsenunterfunktion: TSH-Wert > 2,5 mU/l
  • Manifeste Schilddrüsenunterfunktion: TSH-Wert > 2,5 mU/l +  fT4 unter Norm oder TSH-Wert > 10,0 mU/l, unabhängig von fT4

Wie hoch ist das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft?

  • Zwei bis drei Prozent aller Schwangeren haben eine latente Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und bei 0,3 bis 0,5 Prozent liegt eine manifeste Unterfunktion der Schilddrüse vor.
  • Erhöhte Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK) wurden gemessen bei 50 Prozent aller Schwangeren mit latenter Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und bei über 80 Prozent der schwangeren Frauen mit einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion.
  • In der gesamten Bevölkerung sind diese Antikörper bei ca. 10 Prozent der Menschen auffällig erhöht, wobei 80 Prozent davon weiblich sind.
  • Bei positivem TPO-Antikörper-Status liegt das Risiko, innerhalb eines Jahres eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu entwickeln bei 5 Prozent.

Risiken der Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) während der Schwangerschaft kann – je nach Form – ein ernstzunehmendes Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt darstellen. Darüber hinaus kann es durch den anhaltenden Mangel an Schilddrüsenhormonen in der Frühschwangerschaft auch zu körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen des Ungeborenen kommen. 

Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft sollte immer ernst genommen werden und entsprechend ihrer Form engmaschig kontrolliert und fachgerecht behandelt werden. Dabei stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Schulmedizinische Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Wenn Ihre Gesundheitsprobleme eindeutig auf einen Mangel an Jod zurück zu führen sind, können Sie dies durch die Einnahme von Jodtabletten und eine Umstellung auf jodreiche Kost unkompliziert beheben. Das gilt auch für Personen mit einer autoimmunen Schilddrüsenunterfunktion vom Typ Hashimoto.

Jod 100, 120 Kapseln

Täglich 1 Kapsel nach einer Mahlzeit einnehmen.

Sollte bei Ihnen eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion festgestellt werden oder eine latente Schilddrüsenunterfunktion mit erhöhten Schilddrüsen-Antikörpern (TPO-AK), wird Ihr Arzt Ihnen in der Regel empfehlen, das Hormon L-Thyroxin über Tabletten zuzuführen.

Gleiches gilt bei einer leichten Unterfunktion, mit oder ohne erhöhten Schilddrüsen-Antikörpern, um den wichtigen TSH-Wert auf ein normales Niveau zu senken. Subjektives Wohlbefinden bei einem Patienten vorausgesetzt, würde ich mich als Heilpraktiker diesem Rat nicht unbedingt anschließen. Gerade am Anfang einer Schilddrüsenunterfunktion bietet die Naturheilkunde und die Klassische Homöopathie sanftere, aber oftmals ebenso wirksame Alternativen.

Naturheilkunde und klassische Homöopathie bei Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Um sicher zu gehen, dass eine werdende Mutter und ihr Kind während und nach der Schwangerschaft wohlauf sind, kommt es zunächst darauf an, die Laborwerte alle sechs Wochen zu bestimmen. Zudem sollte im Abstand von drei bis sechs Monaten eine Ultraschall-Untersuchung vorgenommen werden, um eine eventuelle hormonelle Minderversorgung während der Schwangerschaft rechtzeitig zu erkennen.

Unter dieser Voraussetzung ist es bisweilen gar nicht zwingend nötig, von vorn herein mit Medikamenten Einfluss auf den Körper einer werdenden Mutter zu nehmen. Vielmehr kommt es darauf an, herauszufinden, warum die Schilddrüse nicht in vollem Umfang ihre natürliche Funktion erfüllt. Dazu gehört eine ausführliche Anamnese, die auch die seelische Verfassung und die aktuelle Lebenssituation der Schwangeren mit einbezieht.

Denn wie bei fast allen Krankheiten können die Psyche sowie bestimmte Ernährungsweisen und Gewohnheiten entscheidende Einflussfaktoren sein, die auch während der Schwangerschaft beachtet werden müssen. Dies gilt insbesondere bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, bei denen sich unser Körper im Grunde völlig unnatürlich verhält, indem er seine Abwehrkräfte gegen sich selbst richtet.

Eine Behandlung mit Homöopathie bietet verschiedene Möglichkeiten, natürlich und nebenwirkungsfrei zu einem normalen Schilddrüsenhormon-Stoffwechsel mit normalen TSH-Werten beizutragen.

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Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Durch die natürlichen physiologischen Veränderungen der Schulddrüse während der Schwangerschaft kann es bei der werdenden Mutter aber auch zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Man spricht dann von einer Hyperthyreose. Sie liegt vor, wenn zu große Mengen der Schilddrüsenhormonen fT4 und fT3 produziert werden. 

Wie erkenne ich eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft?

Die gute Nachricht zuerst: Wenn Sie von einer leichten Schilddrüsenüberfunktion betroffen sind, müssen Sie sich in der Regel keine Sorgen um Ihr Baby machen.

Genau wie bei der Schilddrüsenunterfunktion passiert es oft, dass die Erkrankung zunächst unerkannt bleibt, weil die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Typische Anzeichen sind z.B. Gewichtsverlust trotz ausreichender Nahrungsaufnahme, Bluthochdruck und erhöhte Temperatur sowie Nervosität und Reizbarkeit.

Bei einer stärkeren Schilddrüsenüberfunktion schwillt die Schilddrüse an, sodass es unangenehm sein kann, Kleidungsstücke zu tragen, die eng am Hals anliegen. Zudem können die Augäpfel auffällig hervortreten (endokrine Orbitopathie). Frauen mit starker Überfunktion der Schilddrüse können oft ohne medizinische Behandlung gar nicht schwanger werden.

Um sicher zu gehen, dass Sie und Ihr Kind während der Schwangerschaft nicht gefährdet sind, sollten Sie bei Babywunsch oder einer Schwangerschaft auch hier folgende Werte überprüfen lassen:

  • TSH-Wert
  •  fT4 und fT3
  • TSH-Antikörper-Wert (TRAK)

Formen der Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird, je nach Ursache, in unterschiedliche Formen eingeteilt. Tritt die Hyperthyreose während der Schwangerschaft auf, sind meist eine Gestationshyperthyreose oder Morbus Basedow dafür verantwortlich. Deutlich seltener können aber auch eine Schilddrüsenautonomie oder eine Hyperthyreosis factitia (zu hohe Dosis an Medikamenten, die Schilddrüsenhormone enthalten) die Ursache sein.

Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Eine leichte Überfunktion der Schilddrüse tritt bei zahlreichen werdenden Müttern in den ersten vier bis fünf Monaten durch einen erhöhten Wert des Schwangerschaftshormons hCG auf. Typische Anzeichen dieser Gestationshyperthyreose sind übermäßige Übelkeit sowie Erbrechen. Meist klingen diese in der 14.-18. Schwangerschaftswoche auch ohne Behandlung wieder ab und es bedarf deshalb keiner medikamentösen Therapie.

Die häufigste Ursache der Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft ist der Morbus Basedow, eine Autoimmunkrankheit, bei der fast immer ein erhöhter TSH-Rezeptor-Antikörper-Wert (TRAK) feststellbar ist. Dieser Wert muss dann monatlich kontrolliert werden. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wird im Allgemeinen zwischen folgenden Ausprägungen unterschieden:

  • Subklinische Schilddrüsenüberfunktion: TSH < 0,01 mU/l, bei normalen fT4 und fT3
  • Manifeste Schilddrüsenüberfunktion: TSH < 0,01 mU/l, bei erhöhten fT4 und fT3

Vergleichsweise selten kann auch eine sogenannte Schilddrüsenautonomie zu einer Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft führen. Ursache hierfür ist fast immer ein chronischer Jodmangel, der zur Bildung von thyreoidalen Wachstumsfaktoren führt. Dadurch kommt es allmählich zu einer ungesteuerten Produktion von Schilddrüsenhormonen, die unabhängig vom eigentlichen Bedarf ausgeschüttet werden.

Potentiell möglich, aber noch seltener, kann eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft auch durch eine sogenannte Hyperthyreosis factitia verursacht werden. Dabei nimmt die Patientin versehentlich oder bewusst – zur Gewichtsreduktion – eine zu hohe Dosis an Schilddrüsenhormonhaltigen Medikamenten ein.

Wie hoch ist das Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft?

  • Eine latente, subklinische Schilddrüsen-Überfunktion tritt bei 10 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen vorübergehend auf.
  • Zu einer manifesten Schilddrüsen-Überfunktion kommt es bei 0,1 bis 1,0 Prozent aller Schwangerschaften. Dabei können negative Folgen für Mutter und Kind entstehen, wie eine erhöhte Rate an Fehl- und Frühgeburten, Präeklampsie (erhöhter Blutdruck + Eiweiß im Urin + Ödeme), Plazentaablösung, Herzrhythmusstörungen und Wachstumsstörungen in der Fetalzeit.
  • Die häufigste Ursache der Schilddrüsen-Überfunktion in der Schwangerschaft ist mit 85 Prozent der Morbus Basedow.

Risiken der Schulddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Wie die Schilddrüsenunterfunktion, birgt auch die Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft erhebliche Risiken für Mutter und Kind. So erhöht eine manifeste Hyperthyreose in der Schwangerschaft das Risiko für Früh- und Fehlgeburten. Außerdem kann es zu Fehlbildungen beim Ungeborenen sowie einem geringen Geburtsgewicht und Regulationsstörungen („Schreibaby„) kommen. Zu den Risiken für die Mutter zählen eine Praeklampsie, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, sowie eine Herzinsuffizienz.

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Frauen mit leichter Schilddrüsenüberfunktion sollten Ihre Werte zwar regelmäßig kontrollieren lassen, bedürfen jedoch in den meisten Fällen keiner medikamentösen Behandlung. Wurde bei Ihnen hingegen Morbus Basedow diagnostiziert, sollten Sie nur schwanger werden, wenn durch gezielte Maßnahmen ein ausgeglichener TSH-Wert erreicht ist. Durch die recht auffälligen Symptome wie ggf. hervortretende Augen, Anschwellen der Schilddrüse, Durchfall sowie starkes Schwitzen wird der Morbus Basedow fast immer bereits vor der Schwangerschaft erkannt.

Schulmedizinische Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Ein bereits kontrollierter und in der Schwangerschaft wieder ausbrechender Morbus Basedow wird ebenso wie ein neu diagnostizierter mit Medikamenten behandelt, die die Hormonproduktion der Schilddrüse hemmen. Diese sogenannten Thyreostatika heißen beispielsweise Carbimazol oder Thiamazol. Wegen der erheblichen negativen Nebenwirkungen für Mutter und Kind ist die Anwendung auf das zweite und letzte Schwangerschaftsdrittel begrenzt.

In der Stillzeit sind Dosen von 20-30 mg Thiamazol meist unbedenklich, jedoch sollten die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden. Falls sich die Schilddrüsenwerte durch die Thyreostatika-Therapie nicht normalisieren oder schwere Nebenwirkungen auftreten, muss über eine Schilddrüsen-Entfernung im zweiten Schwangerschaftsdrittel beraten werden. Die Behandlung mit Betablockern wie Propranolol halte ich als Heilpraktiker wegen der nur symptomatischen Wirksamkeit und der erheblichen Nebenwirkungen nur bei ausgeprägten Herzsymptomen für sinnvoll.

Naturheilkunde bei Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Sofern bei Ihnen eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde, kann es empfehlenswert sein, auch einen Heilpraktiker zu Rate zu ziehen. Denn während in der Schulmedizin oft schnell auf eine standardmäßige, starke Behandlung der Symptome zurückgegriffen wird, kann eine umfassende naturheilkundliche Anamnese helfen, die tatsächlichen Ursachen ausfindig zu machen.

So kommt es etwa vor, dass eine Fehlfunktion der Schilddrüse auch mit einem seelischen Ungleichgewicht zusammenhängt. Das betrifft insbesondere die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow, bei der der Körper sich praktisch selbst zum Feind erklärt.

Als Heilpraktiker mit Schwerpunkt auf Homöopathie und Psychotherapie biete ich Ihnen individuelle und nachhaltige Wege, um einer Überfunktion der Schilddrüse entgegen zu wirken. Die Begleitung kann dabei parallel zu einer schulmedizinischen Behandlung stattfinden oder diese gerade bei einem leichten Verlauf nicht selten sogar ersetzen.

Knoten in der Schilddrüse während der Schwangerschaft

Eine knotige Vergrößerung der Schilddrüse (Struma nodosa) kann im Rahmen einer normalen Untersuchung der Schilddrüse festgestellt werden. Sie tritt erstmalig in der Schwangerschaft bei ca. drei bis 21 Prozent der Frauen auf. Die häufigste Ursache für den sogenannten Kropf ist eine Unterversorgung mit Jod. Deshalb liegen die anderen Schilddrüsenwerte bei solch einer Diagnose meistens im normalen Bereich. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Struma nodosa auftritt, steigt mit der Anzahl der Schwangerschaften:

  • 9,4 Prozent bei der ersten Schwangerschaft
  • 20,7 Prozent bei der zweiten Schwangerschaft
  • 33,9 Prozent bei drei oder mehr Schwangerschaften

Wichtige Unterscheidung bei Knoten in der Schilddrüse: bösartig oder gutartig?

Wurde bei Ihnen parallel zu dem Knoten eine Schilddrüsen-Unterfunktion festgestellt, ist es zunächst wichtig, dafür zu sorgen, dass Ihre Werte wieder ein normales Niveau erreichen. Dazu sollten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker konsultieren und entsprechende Parameter regelmäßig im Labor überprüfen lassen.

Im nächsten Schritt gilt es nun herauszufinden, ob der Knoten gutartig oder bösartig ist. Dafür reicht in der Regel eine normale Ultra-Schalluntersuchung aus. Eine zusätzliche Szintigraphie darf in der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden, weil bei diesem nuklearmedizinischen Verfahren radioaktive Stoffe in den Körper eingebracht werden.

Zu Ihrer generellen Beruhigung kann ich Ihnen zudem versichern, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen bösartigen Knoten handelt, extrem gering ist. Laut der California Cancer Registry betrifft dies nur 14,4 von 100.000 Frauen.

Operation bei Knoten in der Schilddrüse in der Schwangerschaft – Ja oder Nein?

Bei bösartigen Knoten, den sogenannten papillären oder follikulären Schilddrüsenkarzinomen, die während der Schwangerschaft diagnostiziert wurden, wartet man mit einer Operation meist bis nach der Entbindung. Dies hängt nicht nur mit der Gefahr zusammen, die von einer Vollnarkose für Ihr ungeborenes Kind ausgeht. Tatsächlich ist es so, dass sich Ihre Prognose in der Regel durch eine sofortige Operation gar nicht signifikant verbessert.

Eine Ausnahme bilden die sogenannten anaplastischen Schilddrüsenkarzinome oder ein zusätzlicher Lymphknotenbefall. Gleiches gilt für eine signifikante Größenzunahme des Knotens um 50 Prozent und mehr bis zur 24. Schwangerschaftswoche.

Gutartige Knoten werden nur operativ entfernt, wenn ein sehr schnelles Wachstum oder Kompressionssymptome vorliegen, das heißt, wenn es zu Atem- oder Schluckbeschwerden kommt, weil der Knoten auf Luft- oder Speiseröhre drückt.

Naturheilkunde bei Knoten in der Schilddrüse während der Schwangerschaft

In der Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis, also der chronischen autoimmunen Schilddrüsenentzündung, die mit einer Unterfunktion einhergeht, wird von Ärzten, wenn gleichzeitig gutartige Knoten bestehen, oft hartnäckig auf eine Hormontherapie mit L-Thyroxin gedrängt. Dabei ist es nicht selten so, dass die hormonelle Stoffwechsellage dies gar nicht zwingend erfordert.

Als Heilpraktiker in München möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es bisher keine ausreichende Studienlage gibt, die besagt, dass das Knotenwachstum auf diesem Weg verlangsamt oder verhindert wird, wie dies bei bösartigen Knoten der Fall ist. Bevor Sie im Zweifelsfall unnötig Medikamente nehmen, lohnt es sich also, eine zweite Meinung einzuholen.

Jod in der Schwangerschaft

Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf eine ausreichende Jodversorgung achten. Eine ausreichend hohe Jod-Zufuhr ist wichtig für die optimale Entwicklung von Ungeborenen und Säuglingen – wie zahlreiche Studien belegen. Der Tagesbedarf bei Schwangeren und Stillenden liegt laut WHO bei 250 μg/Tag. Das ist erreichbar durch regelmäßigen Verzehr jodreicher Lebensmittel, wie Seefisch, Kartoffeln und Milchprodukte.

Aber die meisten Menschen sind in ihrem Ernährungsverhalten nicht ganz so konsequent. Von Ärzten wird daher in der Schwangerschaft die zusätzliche Einnahme von 100-150 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen. Ich empfehle den Jodbedarf zuvor zu testen. Ob Sie ausreichend mit Jod versorgt sind, können Sie leicht durch einen Urintest feststellen.

Sind Sie ausreichend mit Jod versorgt?

Vitamine in der Schwangerschaft

Neben ausreichend Zeit für sich selbst, Muße und Zuversicht, welche die werdende Mutter in der Schwangerschaft pflegen sollte, ist es wichtig, dass Mutter und Kind mit allen nötigen Mikronährstoffen optimal versorgt sind. 

Welche Vitamine und Spurenelemente sind wichtig in der Schwangerschaft?

Eine angepasste Nährstoffversorgung sollte schon bei einer Frau mit Kinderwunsch beginnen. Mit der durchdachten Mikronährstoff-Kombination in Reinsubstanzen haben viele meiner Patientinnen während Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Nutrifem Basic, 90 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit jeweils vor einer Mahlzeit einnehmen. Diese Rezeptur wurde an die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst und versorgt Sie mit einem ausgewählten Spektrum an wichtigen Vitaminen und Spurenelementen. Unter anderen sind enthalten: Jod, um eine Schilddrüsenunterfunktion und Störungen in der fetalen Gehirnentwicklung zu verhindern. Folsäure, Vitamin B12 und Zink um neurologische Symptome zu vermeiden. Eisen sorgt bei der werdenden Mutter dafür, dass keine Anämie auftritt. Vitamin D ist wichtig für die Knochenmineralisierung und das Immunsystem von Kind und Mutter. 

Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft

Von Beginn der Schwangerschaft bis weit in die Stillzeit hinein ist Ihr (noch ungeborenes) Kind auch verstärkt auf die Versorgung mit der Omega-3-Fettsäure DHA angewiesen. Eine ausreichende DHA-Versorgung ist Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Der Fetus reichert vermutlich pro Woche ca. 30 mg Omega-3-Fettsäuren im Gehirn an. Ein Mangel in dieser kritischen Phase birgt das Risiko von geistigen und psychomotorischen Entwicklungsschäden.

DHA ist in erster Linie in fettreichem Fisch enthalten. Durch die geringen Verzehrmengen davon haben viele Mitteleuropäer einen Mangel. Empfohlen wird daher für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere bis zum Ende der Stillzeit:

DHA 250, 90 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA ein. Eine Kapsel enthält 250 mg DHA. 

Omega-3-Fettsäuren sind jetzt auch vegan erhältlich:

Omega 3 DHA vegan, 60 Kapseln (ausreichend für 2 Monate)
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. 

Als Heilpraktiker in München begleite ich Sie, wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft sichergehen möchten, dass Sie Ihren Körper und Ihr Baby nicht mit zu vielen Medikamenten belasten und dort wo es möglich ist, auf natürliche Alternativen zurückgreifen wollen. 

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FAQ: Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft

Folgende Fragen treten beim Thema „Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft“ besonders häufig auf:

Wie oft Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft kontrollieren?

Die Schilddrüsenwerte sollten so früh wie möglich, spätestens bei den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft, mithilfe eines Bluttests bestimmt werden. Bei bestehendem Kinderwunsch können die Schilddrüsenwerte auch schon vor dem Eintritt der Schwangerschaft gemessen werden. Werden Abweichungen festgestellt oder sind Vorerkrankung der Schilddrüse bereits bekannt, sollten Laborkontrollen im ersten Schwangerschaftsdrittel alle vier Wochen und danach bei stabilen Werten weiterhin alle sechs Wochen erfolgen.

Welche Schulddrüsenwerte sind in der Schwangerschaft normal?

Die mütterliche Schilddrüse muss während der Schwangerschaft nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind mit Schilddrüsenhormonen versorgen. Insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel ist das Ungeborene dabei komplett auf die Versorgung durch die Mutter angewiesen. Damit Mutter und Kind stets ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt sind, gelten nachfolgende Werte als grobe Richtschnur. Die angegebenen Werte sollten dauerhaft nicht stark über- bzw. unterschritten werden, dürfen aber individuell leicht abweichen:  

Je SchwangeschaftsdrittelTSH(mIU/l bzw. μIU/ml)fT4(ng/dl)fT3(pg/ml)
1. Trimenon0,1 bis 2,50.9 bis 1.52,5 bis 3,9
2. Trimenon0,2 bis 3,00,8 bis 1,32,1 bis 3,6
3. Trimenon0,3 bis 3,0 (3,5)0,7 bis 1,22,0 bis 3,3

Quelle:Lazarus J., et al., 2014, Eur Thyroid J Guidelines 3: 76-94, Stand Juli 2016

Kann die Schilddrüse eine Schwangerschaft beeinflussen? 

Ja! Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion, als auch eine Schilddrüsenüberfunktion können verantwortlich dafür sein, dass es mit dem Wunschkind nicht klappt. Denn die Schilddrüsenhormone regeln viele wichtige Vorgänge im Körper. Werden zu wenig oder zu viel Schilddrüsenhormone ausgeschüttet, wirkt sich das nicht nur auf den Stoffwechsel und die Verdauung aus, sondern auch auf die Fruchtbarkeit. 

Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt bei Schilddrüsenunterfunktion?

Bereits eine leichte Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft mit TSH-Werten über 2,5 mU/l bis 5,0 mU/l kann das Risiko für ein Fehlgeburt deutlich erhöhen. In einer italienischen Studie aus dem Jahr 2010 mit über 4.000 Frauen, ohne Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, zeigte sich  in der Gruppe der Frauen mit einem erhöhten TSH-Wert von 2,5 bis 5,0 im ersten Schwangerschaftsdrittel mit 6,1 Prozent eine nahezu doppelt so hohe Fehlgeburtsrate, wie bei den Frauen mit einem normalen TSH-Wert unter 2,5. Hier lag die Fehlgeburtsrate lediglich bei 3,1 Prozent.

Was sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone verlangsamt das den Stoffwechsel und verringert die Leistungsfähigkeit. Zu den typischen Anzeichen, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen können, zählen damit eine Gewichtszunahme, ein erhöhtes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit, leichtes Frieren, Verstopfung sowie depressive Verstimmungen.