Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Krankheit als Weckruf

Wir Menschen kommen mit zwei wesentlichen Grunderfahrungen auf diese Welt, die wir schon vorgeburtlich erleben durften und die wir ein Leben lang als Auftrag verwirklichen wollen. Schon im Mutterleib haben wir erlebt, wie es ist aufs Engste mit einem anderen Menschen verbunden zu sein und gleichzeitig dabei unterstützt zu werden tagtäglich über sich hinauszuwachsen. Menschen wollen gleichzeitig frei und verbunden sein. Es ist unsere Lebensaufgabe, unsere angeborenen, zutiefst menschlichen Eigenschaften wie Hingabe und Abgrenzung, Selbstgefühl und Mitgefühl, Selbstbewusstsein, Selbstachtung, Großzügigkeit und Unbestechlichkeit zu verwirklichen.

In einer Gesellschaft, die sich ihrer (mit-)menschlichen Besonderheiten, ihrer Riten und Rhythmen weitestgehend entledigt hat, braucht es manchmal den Einschnitt durch Erkrankung und persönliche Krise, der Menschen an die dringlichsten Fragen im Leben erinnert: Warum bin ich hier? Was will ich hier und das Leben von mir? Krankheit und Lebenskrisen bergen die Möglichkeit einer persönlichen Wandlung in sich, die notwendig ist im Leben, wenn man nicht nur älter, sondern reifer werden möchte.

Albert Camus beschreibt das im „Mythos des Sisyphos“ so: „Eines Tages aber erhebt sich das „Warum“, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an…Der Überdruss steht am Ende der Handlungen eines mechanischen Lebens, gleichzeitig leitet er aber auch eine Bewusstseinsregung ein. Er weckt das Bewusstsein und fordert den nächsten Schritt heraus. Der nächste Schritt ist die unbewusste Rückkehr in die Kette oder das endgültige Erwachen…An sich hat der Überdruss etwas Widerwärtiges. Hier jedoch muss ich den Schluss ziehen, dass er gut ist.“

Mit der Krise tauchen längst vergessene Bedürfnisse nach Entlastung, Ruhe, Beachtung und Selbstbestimmung auf und bedrohen die Sicherheit des Gewohnten. Durch die gewohnte Sinnlosigkeit von pausenloser Betriebsamkeit, scheinen zunehmend Unsicherheit, Besorgnis und Angst hindurch. Dabei ist die Angst am unerträglichsten, das eigene Leben zu verpassen und nur kollektiv zu funktionieren anstatt eigenartig zu leben.

Ohne Krankheit, die in ihrer Ursache und Wirkung immer psychosomatisch ist, ist Gesundheit nicht möglich. Schulmedizinisch werden vornehmlich Symptome vehement bekämpft: das Magengeschwür, die Allergie, das Asthma oder der Krebs. Das sind aber bei tieferem Verständnis von Krankheit und Gesundheit eigentlich Bewältigungsstrategien, die den Menschen wieder in die Ordnung bringen sollen, das heißt die kreativsten Notlösungen, die dem Organismus zur Verfügung stehen, um auf ein wesentliches Grundbedürfnis hinzudeuten, wie Schutz, Beachtung, Entfaltung oder  manchmal einfach nur Pause, Ruhe und Stille. Krank ist also nicht nur der Körper – krank kann immer nur der ganze Mensch sein.

Unter großer Anstrengung verbergen wir häufig im Alltag vor unseren Mitmenschen, wie wir wirklich sind. Wir versuchen, es allen recht zu machen und unterdrücken fremden Vorstellungen oder Normen zuliebe unsere eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Dadurch ensteht Dauerstress, der krank auf Dauer macht.

Krankheit kann uns helfen, tieferliegende und lebenswerte Impulse zu erkennen und unseren Weg zu korrigieren. Sie ist die Chance, selbstschädigende Lebensmuster, Verhaltensweisen und Verstrickungen zu erkennen und von innen heraus wieder frei, energievoll und heil zu werden. Zu werden, wie wir Menschen im Prinzip (lat. principium: Anfang), das heißt von Anfang an sind: voll Lebensfreude und Begeisterung, voll Entdeckungslust und Gestaltungswillen, voll Offenheit und Beziehungsfähigkeit und voll Neugier, Vertrauen und Zuversicht.

Um Menschen in Krankheit und Krise zu begleiten und all das wieder zu entdecken, habe ich mein Seminarangebot erweitert um das mehrtägige Seminar „Krankheit als Weckruf“  für Menschen, die Krise, Leiden und Krankheit als Herausforderung verstehen, um ihr Leben neu zu gestalten.

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