Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Bandscheibenvorfall

Etwa 80% der Deutschen sind mindestens einmal in ihrem Leben wegen Rückenschmerzen in Behandlung. Ein Bandscheibenvorfall, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule (80 bis 85% aller Bandscheibenvorfälle) und seltener der Brustwirbelsäule (10 bis 15%) gehört mit zu den häufigsten Problemen. Er tritt bei 150 von 100.000 Menschen in Deutschland pro Jahr auf.

Längst haben sich Rückenschmerzen, die besonders Menschen mittleren Alters zwischen 40-50 Jahre betreffen, gleich nach Bluthochdruck den 2. Platz unter den sogenannten „Volkskrankheiten“ gesichert. Die Krux an der Sache ist, dass Rückenschmerzen häufig immer noch als ein vornehmlich lokales orthopädisches Problem behandelt werden.

Dabei ist dauerhafte Beschwerdefreiheit meist nur möglich, wenn Betroffene lernen, dem Leben in einer anderen Haltung zu begegnen. Im Folgenden gebe ich als Heilpraktiker in München eine persönlich geprägte Schilderung zum Thema Bandscheibenvorfall und Rückenschmerzen.

Anatomie

Die Wirbelsäule ist als knöcherne Mitte meines Körpers ein wahres Meisterwerk. Ihre Doppel-S-Form ermöglicht mir als Mensch den aufrechten Gang, der mich von Tieren unterscheidet und federt die Stöße dabei ab. Zugleich ist sie ein störanfälliges Konstrukt aus 24 beweglichen Wirbeln, die über 23 Bandscheiben verbunden sind sowie 8 bis 10 Wirbeln, die zu Kreuz- und Steißbein miteinander verwachsen sind.

Das Besondere an den Bandscheiben ist, dass sie nicht direkt aus dem Blutkreislauf heraus mit Nährstoffen versorgt werden, sondern durch Diffusion, wobei in einem passiv ablaufenden Prozess z.B. H2O-Teilchen eine Membran durchdringen. Dabei sind die sogenannten halbdurchlässigen Membranen, die die Bandscheibem voneinander trennen von besonderer Bedeutung.

Wenn diese Membranen durch Scherkräfte einreißen, werden die Bandscheiben nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und trocknen aus. Man nennt das in der Fachsprache „black disc lesion“, was im MRT (Magnetresonanztomographie) als schwarz dargestellte Bandscheiben, besonders häufig zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel sowie zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Steißbeinwirbel zu sehen ist. In diesem Fall ist dann sowohl der gallertartige Kern als auch der Faserring der Bandscheibe ausgetrocknet. In der Folge reißt der dehydrierte Faserring ein. Diese Situation kann sofort akute Schmerzen verursachen oder jahrzehntelang folgenlos schlummern.

Untersuchungen zeigen, dass sich bei gesunden Patienten ab dem 40. Lebensjahr in über 60% an den Bandscheiben und der Wirbelsäule degenerative Veränderungen als Zufallsbefund feststellen lassen, bis vielleicht irgendwann der Gallertkern durch den Faserring tritt und einem im wahrsten Sinne schmerzhaft „auf die Nerven geht“.

Ursachen

Für Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle sind:

  • Degeneration der Bandscheiben durch zunehmendes Lebensalter; die Bandscheiben sind nicht ausgerichtet für ein so langes Leben, wie es die meisten von uns heute erreichen.
  • Bindegewebsschwäche
  • Übergewicht
  • Schwere oder dauerhafte körperliche Belastungen; wenn ich einen Kasten Wasser trage, der eigentlich nur ein Gewicht von 17 Kilogramm hat, muss meine Wirbelsäule in kurzen Augenblicken durch Hebelkräfte eine Belastung von bis zu 280 Kilo aushalten. Bei ungünstigen Hebetechniken können es sogar noch mehr sein.
  • Einseitige körperliche Belastungen, vor allem zu langes Sitzen in nach vorne gebeugter Haltung oder nachlässig hingelümmelt, führt zur Schwächung der paravertebralen Muskulatur, das heißt der  Muskulatur, die direkt neben der Wirbelsäule verläuft und die Wirbelgelenke stabilisiert.
  • Schwäche der Rumpfmuskulatur, insbesondere der genannten paravertebralen Muskulatur, was in 95% der Fälle Ursache für chronische Bandscheibenschäden und Rückenschmerzen ist.
  • Emotionale Verspannungen und psychische Belastungen; diese führen nicht nur zu den bekannten Verspannungen der quergestreiften, somatischen Skelettmuskulatur, sondern auch zu Kontraktionen der glatten, viszeralen Muskulatur der inneren Organe, die mit der Wirbelsäule über Sehnen und Faszien verbunden sind. Kommt es zu Verspannungen der inneren Organe, folgt ein Zug an der Wirbelsäule, der zu Fehlstellungen und einseitigen Belastungen führt, die wiederum Ursache für eine Vorwölbung oder einen Vorfall der Bandscheibe sind.

Persönliches

Der freie Fall des Menschen ist der Einzelfall (P. Kovce)

Die Wirbelsäule ist als zentrales Konstruktionselement der wichtigste Teil meines Bewegungsapparates. Ich selbst muss gestehen, dass ich diese Bedeutung lange nicht wirklich wahr- und ernst genommen habe. Nachdem ich die letzten zwei Jahrzehnte in meinem Beruf vorwiegend gesessen bin, habe ich die Wichtigkeit der Bewegung für meine Wirbelsäule vergessen.

Selbstverständlich habe ich mich bewegt und Sport gemacht, aber eben nur in meiner Freizeit. Im Beruf saß ich mit kurzen Unterbrechungen bis zu 10 Stunden am Tag. Und das Einzige, was mir meine Wirbelsäule nicht verzeiht, ist Einseitigkeit und Passivität. Bemerkt habe ich das lange Zeit nicht, ich fühlte mich fit und vordergründig lief alles ganz gut. Bis zu dem Moment in der Kleiderkammer, als ich in die Hocke ging, um die achtlos liegengebliebene Wäsche leicht grummelnd aufzuheben.

Die emotionale Enge, die ich in diesem Moment empfand, sollte sogleich in meiner Wirbelsäule substantiell Gestalt annehmen. Wie ein Pfeil traf mich der Schmerz im unteren Rücken. Schmerz kannte ich schon, aber eher dumpf, dieser aber war spitz, stechend und bohrend. „O.K., das wird schon, einfach mal weitermachen und nicht so darauf eingehen“, dachte ich mir. Doch dann ging plötzlich gar nichts mehr, ich war wie gelähmt und jede noch so kleine Bewegung löste Höllenqualen aus.

Ich wusste in diesem Moment, dass das ein Ereignis ist, das mich länger begleiten wird. Auf die blitzartige Wahrnehmung „Noch nie habe ich so einen Schmerz gespürt…“ folgte sofort der flehende Gedanke „Das soll bitte sofort aufhören und mir nie wieder passieren…“.

Nach einer langen Nacht sah ich am nächsten Tag auf dem MRT-Bild die vermutete Ursache meiner Pein: Der gallertartige Kern meiner Bandscheibe hatte eine Lücke durch den ihn eigentlich umschließenden Faserring gefunden und drückte mir nun auf den Spinalnerv. So, wie die Bandscheibe ihren vorgesehenen Raum durchbrochen hat, so war dies für mich ein zwingender Durchbruch in die Gegenwart.

Der Durchbruch in die Gegenwart

Im Hier-Und-Jetzt leben, achtsam sein, Stress reduzieren, all das ist meine tägliche Übung seit 25 Jahren im beruflichen, wie persönlichen Leben. Ich dachte schon gut auf meinem Weg zu sein und war ganz zufrieden mit mir. Inzwischen hat das nochmal eine ganz andere Qualität bekommen. Durch den Schmerz oder die jederzeit gefürchtete Androhung davon, bin ich für einige Zeit gezwungen, in jedem Moment und bei jedem Atemzug ganz bei mir zu sein. Kein Schritt darf zu schnell oder zu groß, keine Bewegung zu plötzlich oder unbedacht ausfallen.

Neben all dem Unangenehmen dieser Tage bin ich zugleich auch fasziniert von den Entdeckungen, die ich mache, wenn ich im Schneckentempo mir längst bekannte Straßen neu entdecke. So muss es meinem kleinen Sohn gehen, wenn er „Erforschen“ spielt und um die Häuser schleicht. Ich nehme unbekannte oder neu erkannte Eindrücke staunend auf, während mich die Bewohner der benachbarten Senioren-Residenz mit ihrem Rollator überholen.

Jetzt habe ich plötzlich mehr Zeit, nein: jetzt nehme ich mir – endlich – mehr Zeit. Alles läuft da draußen weiter auch ohne mich. Für was bin ich eigentlich da? Was will das Leben von mir und was will von mir gelebt sein? Ich habe Muße, mich diesen Fragen zuzuwenden und verstehe die Beschwerden auch als einen Weckruf, um die süße Kostbarkeit des Lebens, das immer nur im Präsens und in Präsenz stattfindet, wieder vollmundig zu schmecken.

Krankheitsgewinn

– oder ,Das Gute am Schlechten‘

Wie konnte denn gerade dir als Heilpraktiker das passieren? Diese Frage höre ich immer wieder. Menschen suchen Gründe für Krankheit in der messbaren Realität, weil das irgendwie Sicherheit zu geben scheint. Übergewicht? Bewegungsmangel? Zu saurer Stoffwechsel? Daran liegt es sicher nicht. Was dann? Natürlich kann ich ein paar eingefahrene Gewohnheiten verändern, weniger Zeit am Schreibtisch verbringen und meinen Arbeitsplatz ergonomischer gestalten.

Mir scheint, das ist aber nur die halbe Wahrheit. Mich interessiert die Frage nach dem „Wofür“ wesentlich mehr, als die Suche nach einem „Warum“ und ich folge dabei Friedrich Nietzsche, der behauptet „Wer ein ,Wofür‘ im Leben hat, der kann fast jedes ,Wie‘ ertragen!“.

Die Theorie vom Krankheitsgewinn, die sich gerade bei psychosomatischen Beschwerden meiner Patienten immer wieder ganz praktisch erkennen ließ, ist mir plötzlich so einleuchtend, wie noch nie zuvor. Die unverschämte Frage „Was hat sich seit der Diagnose für Sie positiv verändert?“, die ich manchen Patienten mit chronischer Krankheit stelle, kann ich für mich selbst mit vielen Beispielen beantworten.

Ich hätte vor Seligkeit neben dem Ofenfeuer schmelzen können, einfach nur in Anbetracht der unanfechtbaren Tatsache, dass es nun nichts anderes Sinnvolles und Vernünftiges für mich gibt, als hier zu liegen, ins Leere zu schauen und jeden Gedanken an irgendwelche Tätigkeiten vorbei ziehen zu lassen. Das fiel ganz leicht in Erinnerung an ferne Kindheitstage, heute jedoch ist es für mich ungewohnt und irritierend.

Darf ich das? Einfach so daliegen, nichts tun und meine Mitmenschen mit meinen Wünschen beauftragen? Das ist eine Übung in Demut und Dankbarkeit. Ich bin dankbar für jeden Moment ohne Schmerz und ich bin dankbar für all die schönen Begegnungen. Ich sehe, dass es auch weiterläuft, wenn ich mal nicht so funktioniere wie gewohnt und ich bin dankbar für die vertrauensreiche Erfahrung, die ich mit meiner Frau Monika machen kann.

Familie und Freunde rufen mich an und erkundigen sich nach mir. Ich erinnere mich wieder daran, wie wichtig mein Bruder für mich ist und immer war. Holz für das Kaminfeuer, an dem ich mich tagsüber erfreue, wird mir von einem Freund aus dem Keller gebracht. Ich genieße die ungestörten Momente des einfachen Daseins mit meinen Kindern, die nun einen Vater haben, der nicht noch schnell irgendwo hin muss. So viel Beziehung und gegenseitige Beachtung – wie wunderbar. Und das einfach so, ohne, dass ich irgendwas dafür tue. Ich kann es kaum fassen.

Diese sechs Antworten geben die meisten Menschen, wenn man mit ihnen nach den Vorteilen ihrer Krankheit forscht:

  1. Ich habe einen Ausweg aus einer auswegslos erscheinenden Situation gefunden.
  2. Ich genieße einen ungeheuren Zuwachs an bedingungsloser Beachtung.
  3. Ich habe endlich mehr Zeit für mich selbst und erlebe eine große Entlastung.
  4. Ich kann Triviales wieder einfach trivialisieren.
  5. Ich kann besser „Nein“ sagen und erlebe wohltuende Abgrenzung und Selbstbestimmung.
  6. Ich beschäftige mich mit den Fragen nach dem Sinn in meinem Leben: „Wofür bin ich hier?“ und „Was will mich im Leben?“ – Diese Fragen sind mir fremd und urvertraut zugleich.

Dagegen äußern die meisten Menschen, wenn sie am Ende ihres Lebens angekommen sind, dieses fünffache Bedauern:

  1. Ich habe zu viel Zeit mit meiner Arbeit verbracht.
  2. Ich habe mich zu wenig um mich selbst und meine Bedürfnisse gekümmert.
  3. Ich habe meine Freundschaften vernachlässigt.
  4. Ich habe zu wenig meine Gefühl gezeigt und danach gehandelt.
  5. Ich habe mir zu wenig Spielraum für die Entfaltung meines persönlichen Glücks gelassen.

Rücken stärken

Ein Optimum an interdisziplinärer Beratung und Behandlung!

Es ist wohlbekannt, dass Gefühle, Gedanken, Verhalten und unsere körperliche Haltung wechselseitig Einfluss aufeinander haben. Daher ist es sehr sinnvoll, bei Rückenbeschwerden den Körper mit Therapieformen, wie beispielsweise Physiotherapie und Osteopathie positiv zu unterstützen und körperliche Blockaden zu lösen.

Genauso können jedoch psychische Belastungen oder systemische Verstrickungen zu anhaltenden Fehlstellungen führen. Und nicht zuletzt kann die homöopathische Konstitutionsbehandlung ganz Erstaunliches leisten in der Behandlung selbst von schweren Erkrankungen. Das hilfreiche homöopathische Mittel in meinem Fall war „Helodrilus caliginosus“, der Regenwurm.

In meiner Praxis für Homöopathie und Psychotherapie in München berate ich Sie mit einem Schatz aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung, die ich beim Thema Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall ganz eindrücklich am eigenen Leib erleben musste.

Ich berate Sie so, wie ich selber gerne beraten worden wäre und erarbeite für Sie ein Behandlungskonzept, mit dem auch Sie Rückenschmerzen hinter sich lassen können. Ich selbst habe dabei viel gelernt – damit dieser Vorfall ohne Rückfall bleibt.

Praxis
M. Breitenberger
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