Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Stufen zum Menschsein

In einem indischen Tempelspruch wird die Metamorphose von menschlicher Gestalt und Bewusstsein in folgendem Bild beschrieben: Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen. Das Potential zum Menschsein ist im Menschen angelegt und es braucht Vorbilder, durch die der innere Auftrag wie im Spiegelbild erkannt wird und durch beharrliche Übung das Mögliche im Leben verwirklicht werden kann. Das menschliche Schicksal ist es, dass wir uns erkennen wollen und dafür müssen wir uns selbst für bemerkenswert erkennen und von Mitmenschen erkannt worden sein.

Es gibt steile Stufen, die wir erklimmen müssen auf dem Weg zum Menschsein. Immer wieder stolpern wir dabei und ruhen uns aus, um die nächste Stufe zu schaffen. Dieser Entwicklungsweg ist kein linearer Anstieg, er ist anstrengend und beglückend zugleich, Rück-, oder besser Vorfälle sind vorhersagbar und automatische Rolltreppen sucht man hier vergebens. Lassen Sie mich als Heilpraktiker in München eine kurze Wegbeschreibung skizzieren von der Stein- zur Pflanzen- über die Tier- zur Menschenseele.

Leben als Stein

Ein Leben den vernünftigen Sachzwängen unterworfen

Der Stein steht für die Welt des messbaren Daseins. Hier zählt nur, was gewogen, gezählt und gemessen werden kann und es herrscht sachliches Denken, wie man es in den Naturwissenschaften erleben kann, auch wenn uns die Quantenphysik als deren Königsdisziplin zeigt, dass in Wirklichkeit die Realität ganz anders ist.

„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ (Albert Einstein). Dennoch fühlen viele Menschen sich nachweisbarem Wissen verpflichtet, Sachzwängen unterworfen und führen ein Leben am emotionalen Existenzminimum mit unterdrückter Atmung und reduziertem Ausdruck. Diese Menschen leiden an einer Überidentifikation mit dem materiellen Körper, sind bedacht auf die Wahrung der Form, reißen sich zusammen aus Sorge um die Existenz, womit sie meist ihr Auto, ihren Job oder ihr Bankkonto meinen. Das Hauptanliegen auf der Ebene des Steins ist die Bestätigung des Daseins.

Leben als Pflanze

Ein klimaabhängiges und ortsgebundenes Vegetieren

Weiter entwickelt sind wir als Menschen, wenn wir auf der Pflanzen-Ebene leben. Aber immer noch ist es ein teilnahmsloses Leben, ohne wirklich ein- und zuzugreifen, das heißt ohne Aggression oder mit viel Autoaggression, weil Menschen auf dieser Stufe ortsabhängig sind und alles Wünschenswerte durch Attraktivität zu erreichen versuchen, wie die Blume, die die Biene anlocken muss, um das Überleben ihrer Gattung zu sichern.

Diese Menschen sind wie die Pflanze klimaabhängig, sodass es ihnen nur gut geht, wenn die Stimmung um sie herum gut ist. Ihr Hauptanliegen ist Harmonie und Zugehörigkeit und ihre Angst ist, dass sie eingehen, wie ein Primeltopf, den niemand mehr gießt. In diesem Bewusstsein, das von Harmoniesucht und fehlender Aggression geprägt ist, gedeihen viele Autoimmunerkrankungen.

Leben als Tier

Ein Leben voller triebgesteuerter Konkurrenz

Die nächste Stufe ist die Tierseele. Menschen, die damit identifiziert sind, sind aus auf Expansion durch Aggression, sie verteidigen Territorien, auch wenn es sich dabei nur um den Campingplatz handelt. Sie buhlen, sie kämpfen, sie wollen Status, Macht und Einfluss erreichen und sind vorrangig triebgesteuert. Das ist die Welt der Wirtschaft, wie wir sie täglich erleben.

Da werden Atomkraftwerke errichtet, um Arbeitsplätze zu sichern und da werden Kleidungsstücke für die eigenen Kinder gekauft, die von anderen Kindern unter unmenschlichen Bedingungen gefertigt wurden. Hier ist kein Platz für Mitgefühl, hier herrscht die Realität, die Welt der Sachen (lat. res = Sache) – das, worauf wir uns einigen und was man beweisen kann. Das Hauptanliegen und der Motor für dieses Leben ist die Konkurrenz.

Leben als Mensch

Ist heute leider immer noch etwas anderes als menschliches Leben

Da zählt die Wirklichkeit, die Welt der Wirkung, eben das, was wirkt und was man in Selbsterfahrung erfahren kann, wie auch Hermann Hesse in seinem Damian schreibt: „Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben“.

Auch wenn ein jeder von uns immer wieder wechselweise auf den Stufen der Stein-, Pflanzen- und Tierseele unterwegs ist, sind wir doch als Menschen zu Höherem befähigt und geboren, nämlich zu bewusstem, teilnehmendem, eingreifendem Dasein, das sich auszeichnet durch Präsenz, Interesse, Staunen, Lachen, Selbstgefühl und Mitgefühl, Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung und Selbstverwirklichung.

Das alles sind Erkundungsthemen und Übungsfelder in meiner Praxis für Psychotherapie in München und in den Selbsterfahrungs-Gruppen in München unter dem Titel „Wurzeln im Selbst – Wachsen in Beziehung“.

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