Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Familienstellen in München

In diesen drei Beispielen einer Systemischen Familienaufstellung, zeigt sich sehr anschaulich wie belastende Verstrickungen aus der Vergangenheit gelöst werden können. Im ersten Beispiel geht es um ein partnerschaftliches Problem, im zweiten Beispiel um ein psychosomatisches Leiden und im dritten Beispiel um ein berufliches Scheitern, das seine Ursachen in der Herkunftsfamilie hat.

Familienaufstellung 1

„Mein Lebenspartner steht nicht zu meinem Sohn aus 1. Ehe“

Die Klientin hat einen Sohn aus erster Ehe und einen zweiten Sohn mit ihrem aktuellen Lebenspartner. Das Problem ist, dass ihr aktueller Lebenspartner den älteren Sohn nicht akzeptiert und ihn schlecht behandelt.

Die Systemische Familienaufstellung

Die Klientin wählt zuerst vier Stellvertreter: je einen für sich, ihren Lebenspartner und ihre beiden Söhne. In der systemischen Aufstellung der Familie steht sie mit ihrem ersten Sohn auf der einen Seite und durch einen deutlichen Zwischenraum getrennt von ihrem jetzigen Mann, der mit dem jüngsten Sohn auf der anderen Seite steht. Interessanterweise wünscht sich der Stellvertreter des aktuellen Partners eine harmonische Verbindung zu allen und möchte am liebsten alle umarmen. Das steht im Widerspruch zum erlebten Alltag der Klientin.

Dem Therapeuten erscheint es so, als würde in der Aufstellung noch etwas fehlen. Die Frau streckt den rechten Arm in den Zwischenraum, der sie von ihrem jetzigen Mann und dem gemeinsamen Sohn trennt und es sieht so aus, als wollte sie da jemanden umarmen. Der Therapeut stellt in diesen freien Raum einen Stellvertreter für ihren Ex-Mann. Der aktuelle Lebenspartner ist nun noch geneigter alle zu umarmen, wird noch milder und freundlicher. Damit scheint sich die unausgesprochene Vermutung des Therapeuten zu bestätigen, dass für eine gewünschte Lösung noch jemand fehlt.

Vierecke und ein Kreis als Symbole für Stellvertreter in einer Familienaufstellung

Die Hypothese des Therapeuten war weiterhin: wenn der aktuelle Lebenspartner den Sohn aus erster Ehe seiner Partnerin nicht annimmt, dann lehnt er damit auch seine Partnerin ab und verweigert sich ihr.

Dieses Problem entsteht häufig nach einer Trennung: wenn eine Trennung ohne Not vollzogen wurde und der erste Mann (oder die erste Frau) nicht genügend gewürdigt wurde mit dem Schmerz, den die Trennung verursacht hat, dann verweigert sich häufig der nachfolgende Partner, zum Beispiel indem er ein Kind aus erster Ehe schlecht behandelt, oder indem er oder sie sich in der Sexualität verweigert.

Die Klientin erwähnt, dass sie ein schlechtes Gewissen dem ersten Mann gegenüber habe und er wütend sei, weil er nicht wisse, warum sie sich damals getrennt hatte. Der zweite Mann lässt sich also nicht voll ein – vielleicht, weil er still heimlich ein ähnliches Schicksal befürchtet.

Der Therapeut lässt die Frau den Stellvertreter ihres ersten Mannes anschauen und ihm sagen: das Beste im Leben habe ich auch durch Dich und dafür danke ich Dir! Das besänftigt den Stellvertreter des ersten Mannes sichtbar und nach einer Weile weicht er aus dem Zwischenraum, den er in der Mitte zwischen seiner Frau und deren aktuellem Lebenspartner einnimmt, macht also Platz und stellt sich links neben die Frau. Damit kann die Lücke geschlossen werden und die Stellvertreter stehen nun in einer Reihe von links nach rechts: Erster Mann – erster Sohn – Klientin – zweiter Sohn – zweiter Mann.

In der abschließenden Befragung der Stellvertreter berichten alle, dass es so stimmt für sie und sie sich alle so viel besser so fühlen. Das Problem scheint zumindest in dieser Aufstellung behoben. Man wird sehen welche Wirkung das im alltäglichen Leben der Klientin haben wird und ob es noch einen weiteren Schritt braucht für eine gute Lösung.

Als Übung bekommt die Frau mit, innerlich immer wieder dem ersten Mann dafür zu danken, dass er Platz gemacht hat für ihr neues Glück und ihm einen Platz in ihrem Herzen zu geben für das Beste, das sie im Leben auch durch ihn hat.

Der Heilpraktiker Markus Breitenberger ist als Therapeut für Systemaufstellungen und Familienaufstellungen in München anerkannt von der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS).

Familienaufstellung 2

„Ich kann nichts nehmen“

Ein ca. 40-jähriger Mann leidet schon zeitlebens darunter, dass er starke Schamgefühle, Schweißausbrüche und andere sehr starke Stresssymptome bekommt, wenn er um etwas bitten oder gar etwas annehmen soll – und wenn es nur ein Kugelschreiber ist.

Vorgespräch in der Gruppe

Der Therapeut frägt den Mann was es für ihn so attraktiv macht unschuldig zu bleiben, was auch bedeuten würde Kind zu bleiben, denn nur Kinder sind unschuldig.

Der Gedanke dahinter ist: Jedes System, ob Individuum, Partnerschaft, Familie oder Berufsorganisation strebt nach Balance und Ausgleich, um intakt zu bleiben oder wieder in Ordnung zu kommen. Die Frage taucht auf, ob es in der Herkunftsfamilie des Klienten wohl eine belastenden Schuld gibt, die nicht ausgeglichen oder gesühnt wurde? Der Klient würde mit seinem Verhalten nichts zu nehmen, vermeiden eine Schuld auf sich zu nehmen. Der Klient kann mit dieser Frage nichts anfangen und weiß keine Antwort darauf, also wird diese Hypothese vom Therapeuten erstmal wieder fallen gelassen und der Klient wird eingeladen seine Herkunftsfamilie aufzustellen.

Die Hypothesen

Der Therapeut wählt gleich den Weg einer Aufstellung ohne weitere Befragung, um den Klienten nicht weiter durch theoretische Fragen „in seinen Kopf zu holen“ und damit zu verhindern etwas Wesentliches in der Aufstellung zu spüren. Die seelische Qualität des Spürens ist das zentrale Moment in den System- und Familienaufstellungen und oft nicht so leicht für Klienten, die sich schon viel den Kopf über ihr Problem zerbrochen haben.

Der Therapeut behält als Hypothesen folgende Gedanken für sich:

      • Für wen im Herkunftssystem ist es wohl schlecht ausgegangen etwas zu nehmen?
      • Wer im Herkunftssystem hat eventuell eine Schuld auf sich geladen, die den Betreffenden und damit das ganze Familiensystem belastet hat, was der Klient in seinem Leben nun unbedingt zu verhindern versucht?

Die Systemische Familienaufstellung

Der Klient wählt drei Stellvertreter: je einen für sich, seine Mutter und seinen Vater, die in der Aufstellung keinerlei Verbindung zueinander haben. Auf Nachfrage bestätigt der Klient, dass in der Familie viel Hass und Kälte geherrscht haben. Der Klient sagt: „Die Mutter war schizomanisch, wie Klaus Kinski“. Der Vater hatte Multiple Sklerose und war andauernd wütend und schlecht gelaunt.

Der Therapeut wagt den Satz zum Klienten: Das ist ein verrücktes Familiensystem, aus dem du da kommst. Der Klient bestätigt das und erwähnt, dass auch die Großmutter mütterlicherseits schon „schizomanisch“, also verrückt gewesen sei.

Der Therapeut bittet den Klienten den Großeltern mütterlicherseits einen Platz in der Aufstellung zu geben. Daraufhin dreht sich sein Vater ganz aus dem Bild und alles wirkt sehr starr und eingefroren.

Das Thema des Klienten „Ich kann nichts nehmen“ erscheint dem Therapeuten durch den Fokus auf die Familie mütterlicherseits am ehesten zu klären zu sein. Immerhin ist es die Mutter von der Kinder als erstes im Leben etwas nehmen müssen, um zu überleben.

Der Therapeut stellt die Großmutter dicht hinter die Mutter und mit einigem Abstand dazu, den beiden zugewandt, den Stellvertreter des Klienten, der in der Folge durch den Klienten selbst ausgetauscht wird.

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Die Lösung in der Familienaufstellung: „Jetzt klingelt`s bei mir“

In dieser Konfrontation sagt der Klient plötzlich „Jetzt klingelt`s bei mir“ und es wird ihm, für alle TeilnehmerInnen sichtbar deutlich, wie bedrohlich und vielleicht sogar gefährlich es für ihn als Kind war von einer verrückten Mutter etwas zu nehmen, die darüber hinaus auch emotional nichts zu geben hatte, weil sie selbst schon von ihrer Mutter emotional getrennt war.

Die Annahme des Therapeuten war, dass Mutter und Großmutter verrückt wurden, um das, was wohl in ihrer Familie passiert war und wodurch diese Familie mit Schuld belastet wurde, nicht mehr sehen zu müssen.

Diese Dynamik sieht man manchmal in Familien mit gehäuftem Vorkommen von Schizophrenie, dass es in vorherigen Generationen zum Beispiel durch ein Gewaltverbrechen eine schwere Schuld gab, die nicht angeschaut und anerkannt wurde und der Preis dafür das verrückt-werden, war.

Für den Klienten kann in der Aufstellung das „Nicht-Nehmen-Können“ nun umgedeutet werden – weg von einer Störung oder Pathologie hin zu der Sichtweise, dass das „Nicht-Nehmen“ die kreativste Notlösung für ihn unter diesen Umständen war, die ihm das Leben, vielleicht sogar das Überleben in dieser Familie gesichert hat. Diese geänderte Sichtweise auf sein Problem scheint den Klienten momentan zu stärken.

Die Annahme des Therapeuten ist, dass er sich erst von seinem Problem lösen kann, wenn er es ganz genommen hat – und das geht nur indem man auch das Gute am Schlechten sehen und wertschätzen kann.

In System- und Familienaufstellungen werden neue Perspektiven und Haltungen möglich, die im Verhalten der Klienten mehr Raum für ihre wesensgemäße Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Meine Intention als Theapeut ist dabei nicht die ganz großen Lösungen zu finden, sondern Freiraum zu schaffen für einen nächsten kleinen Schritt: raus aus der systemischen Verstrickung und hinein in ein selbstbestimmtes Leben in glücklicher Beziehung.

Familienaufstellung 3

„Ich habe keinen Erfolg in meiner Selbstständigkeit“

Eine junge Frau berichtet, dass sie trotz großem Einsatz und guter Qualifikation keinen Erfolg in ihrer selbstständigen Tätigkeit hat. Sie muss einen Nebenerwerb ausüben, weil sie mit ihrem gewünschten Beruf nicht genügend Geld verdient.

Vorgespräch in der Gruppe

Sie kommt aus einer türkischen Familie und hat einen Bruder. Die Eltern haben sich vor langer Zeit getrennt. Der Vater war emotional wenig zugewandt und wohl auch zum Teil handgreiflich.

Die Hypothese

Eine Erfahrung des Therapeuten ist, dass die Beziehung zum Geld und Erfolg häufig die Beziehung zum Vater widerspiegelt. Das darf natürlich nur als Hypothese genommen werden, als rein phänomenologische Beobachtung, der man nachgehen kann, die sich in diesem Fall aber nicht bewahrheiten muss.

Das Systemische Familienstellen

Der Therapeut läßt die Klientin je einen Stellvertreter für sie selbst und einen für den Erfolg aufstellen. Der Erfolg steht mit einigem Abstand vor der Stellvertreterin der Klientin und dreht ihr den Rücken zu. Die beiden scheinen keinen Kontakt zueinander zu haben.

Ein Kreis und ein Rechteck als Symbole für eine Familienaufstellung

Die Frage des Therapeuten an die Klientin ist: Wer hat Dich nicht gesehen in Deinem Leben?

Die Klientin antwortet: Mein Vater. Der Hintergrund ist, dass die Mutter sich vom Vater getrennt hat, nachdem er fremdgegangen ist – bis heute eine sehr mutige Entscheidung in einer türkischen Familie. Der Vater wurde innerhalb der Familie als der Schuldige gesehen und dadurch wurde, als einer unter mehreren Gründen, der emotionale Kontakt zum Vater unterbrochen.

Der Therapeut nimmt die Stellvertreterin für den Erfolg aus der Aufstellung heraus, weil deutlich zu sein scheint, dass die Unerreichbarkeit des Erfolges begründet ist in der Tatsache, dass die Klientin keinen wirklichen Kontakt zu ihren Eltern hat. Denn wer sich von den Wurzeln trennt, trägt meist keine saftigen Früchte.

Zwei Stellvertreter für die Eltern werden in die Aufstellung hineingenommen und in der Folge dicht vor die sitzende Klientin gestellt, quasi als Test, wie viel Kontakt hier möglich ist. Nach einer stillen Weile beginnt die Klientin zu weinen und kann die Eltern nur schwer anschauen.

Damit zeigt sich ein Phänomen, das in Aufstellungen häufig beobachtet werden kann. Die erwachsen gewordenen Kinder wollen sich von den Eltern lösen und, wie in diesem Fall, selbstständig werden. Aber oft haben sie noch einen Vorwurf, dass irgendetwas von den Eltern zu wenig oder zu viel war. Und der Vorwurf bindet und verhindert die Lösung. Das frei werden für den eigenen Weg, die Selbstständigkeit, gelingt nur über die Zustimmung, dass ich als Kind alles von den Eltern bekommen habe, was ich brauche – und sei es das bloße Leben. Alles andere kann das Kind sich woanders holen.

Nun steht die Klientin ihren Eltern gegenüber und der Kontakt und Abschied mit dem Vater scheint möglich zu sein. Mit der Mutter scheint ihr das viel schwerer zu fallen und der Therapeut bittet die Klientin eine kleine, fast unsichtbare Kopfbewegung zu machen. Ein minimales Nicken als Zeichen der Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens, das sie durch die Mutter bekommen hat und aus dem sie nun etwas machen kann. Hier zeigt sich, dass das wohl noch eine Weile an Übung braucht, um die Mutter wirklich so lassen zu können, wie sie ist und damit selbst frei zu werden für den eigenen Weg.

Wir können als Menschen nur dann etwas lassen, seien es die Eltern oder schlechte Gewohnheiten, wenn wir sie genommen haben. Das Nehmen wird damit zu einem lösenden Vollzug.

Als Therapeut für Systemisches Familienstellen begleite ich Sie gerne beim nächsten Schritt in Richtung „bezogener Individuation“ (Gunthard Weber), d.h. gelöst von Verstrickungen aus der Vergangenheit in Richtung selbstbestimmten, gegenwärtigen Lebens.

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