Beziehungsprobleme nach dem ersten Kind

Die Geburt eines Babys bedeutet für viele Paare die erste existenzielle Veränderung ihrer Beziehung. Wie groß die Herausforderung tatsächlich ist, Eltern zu werden und Partner zu bleiben, wird dabei häufig unterschätzt. Als Paartherapeut und Safe-Mentor in München berate und begleite ich Mütter und Väter bei der Vorbereitung auf das erste Kind und helfe Krisen, die jetzt auftauchen können, gemeinsam zu überwinden.

Paarberatung für Eltern

Beziehungsprobleme nach dem ersten Kind
Beziehungsprobleme nach dem ersten Kind

Wie selbstbewusst, mutig und optimistisch wir unseren Alltag anpacken können, ist keineswegs nur eine Frage von Genen und vererbten Eigenschaften unserer Eltern. Wie die Neurobiologie heute eindrucksvoll belegt, sind die Erfahrungen, die wir von klein auf sammeln, mindestens genauso wichtig. Sie prägen nicht nur unser späteres Denken und Handeln, sondern formen das Gehirn eines Kindes bis hin zu seiner physischen Struktur.

Wer im Kleinkindalter, aber natürlich auch darüber hinaus, Liebe, Geborgenheit und Stabilität erfährt – statt Konflikten, Angst und Unsicherheit – hat wesentlich bessere Chancen, im Erwachsenenalter ein erfülltes, selbstbestimmtes und glückliches Leben ohne Bindungsangst zu führen. Schon dem eigenen Kind zuliebe sollten Eltern, die nach dem ersten Baby in eine Krise geraten, nicht zögern, sich Unterstützung zu holen. Denn manchmal merken kleine Mädchen und Jungen weitaus mehr von den Problemen ihrer Eltern als uns Erwachsenen lieb ist.

Dass gerade in den ersten Monaten nach der Geburt ernsthafte Probleme entstehen, kommt dabei häufiger vor, als viele Mütter und Väter meinen. Neben dem Wunsch, alles möglichst richtig zu machen, sind Paare jetzt vielfachen Belastungen ausgesetzt. Schlafmangel, postnatale Depressionen und die veränderte Rollenverteilung stellen die Beziehung auf ihre bisher größte Probe.

Mütter, die vorher gearbeitet haben sowie vielfältige Hobbys und Sozialkontakte pflegten, merken plötzlich, dass zwischen Baby und Haushalt kaum noch Zeit für sie selbst bleibt – und dass der Vater sich vielleicht nicht ganz so engagiert, wie sie es sich zunächst erhofften. Aber auch Männer haben häufig Schwierigkeiten, sich in ihrer Rolle zurechtzufinden, zunächst allein für das Einkommen der Familie verantwortlich zu sein und für die Partnerin nicht mehr an erster Stelle zu stehen. Sogar Paare, die sich selbst als sehr modern und emanzipiert betrachten, geraten nach der Geburt schnell in solch eine tradierte Rollenkonstellation. Konflikte und das Gefühl, zu kurz zu kommen, sind da fast vorprogrammiert.

Was hilft bei Beziehungskrise nach Geburt?

Bereits vor der Geburt können Sie einiges tun, um einer schweren Beziehungskrise vorzubeugen. Lassen Sie nicht einfach alles auf sich zukommen, sondern belesen Sie sich und sprechen Sie über die Veränderungen, die in Ihrem Leben anstehen. Planen Sie gemeinsam, wie Sie die ersten Monate nach der Geburt gestalten wollen.

Dazu gehört nicht nur die Frage, wer sich wann und wie um das Baby kümmert oder wie Sie Haushalt und Arbeit organisieren. Vielmehr sollten Sie auch jetzt schon überlegen, was Sie tun können, um als Eltern Zeit für sich und für einander zu finden. Gleichzeitig gilt es natürlich, offen und im Gespräch zu bleiben, denn viele individuelle Herausforderungen werden erst sichtbar, wenn das Baby da ist.

Ganz umgehen lassen sich Konflikte nach der Geburt des ersten Kindes also kaum. Paaren, denen es gelingt, trotz Überlastung und Problemen liebevoll, respektvoll und achtsam miteinander umzugehen, verlassen diese Lebensphase dennoch häufig gestärkt. Bleiben Sie im Gespräch. Nehmen Sie sich bewusste Auszeiten. Erhalten Sie sich Ihre partnerschaftliche Zärtlichkeit, um sexuelle Probleme zu vermeiden.

Und akzeptieren Sie, dass weder Sie noch Ihr Partner immer perfekt funktionieren können. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen dies nicht allein gelingt, ist eine Paarberatung der richtige Schritt. Als Heilpraktiker mit Schwerpunkt auf Psychotherapie und Paartherapie unterstütze ich Sie nicht nur mit meiner fachlichen Kompetenz, sondern auch mit der persönlichen Erfahrung als langjähriger Ehemann und Vater von vier Kindern.