Homöopathie bei Durchfall

Wann eignet sich Homöopathie bei Durchfall?

Wenn die Stuhlentleerung mehrmals am Tag erfolgt und die Stuhlkonsistenz breiig bis flüssig ist, spricht man von Durchfall. Häufig wird er von weiteren Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und/oder Erbrechen begleitet. Hervorgerufen wird akuter Durchfall oft durch Krankheitserreger, doch kann Durchfall auch durch andere Auslöser wie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder psychische Belastungen ausgelöst werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern tritt Durchfall gelegentlich auch als Begleitsymptom einer anderen Infektion, etwa einer Harnwegsinfektion, auf.

In vielen Fällen kann die Homöopathie die Durchfallphase verkürzen. Heftige Durchfälle mit weiteren Symptomen wie Fieber oder Blut im Stuhl, insbesondere, wenn sie nach einem Auslandsaufenthalt auftreten, sollten jedoch grundsätzlich medizinisch abgeklärt werden, da sich eine schwere Infektionskrankheit dahinter verbergen könnte. Auch wenn sich der Durchfall nicht nach der zweiten oder dritten Gabe gebessert hat, oder wenn er nach einer Phase der Besserung wieder schlimmer wird, sollte der Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden. 

Welche Globuli bei Durchfall?

Die Auswahl des passenden homöopathischen Mittels sollte wenigstens drei Kriterien erfüllen, die für das Mittel typisch sind. Symptome, die für die erkrankte Person zutreffen, aber völlig gegensätzlich zu deren eigentlichen Verfassung im Gesundheitszustand sind, sollten besonders stark bei der Mittelauswahl bewertet werden. Es müssen selbstverständlich nicht alle der hier aufgeführten Symptome bei einer Person vorkommen. 

Arsenicum album

  • ängstliche Unruhe
  • Erschöpfung 
  • starke Übelkeit
  • heftiges und häufiges Erbrechen
  • oft mit stinkendem Durchfall
  • kalter Körper, kalter Schweiß
  • Fieber
  • brennende Schmerzen
  • trinkt in kleinen Schlucken 
  • Verschlimmerung nachts  
  • Besserung durch Wärme, warme Getränke
  • Folge von: Lebensmittelvergiftung, kalten Speisen (Eis…)

Bryonia

  • schlecht gelaunt
  • will in Ruhe gelassen werden
  • großer Durst auf kalte Getränke
  • Mundtrockenheit
  • bitterer Geschmack
  • Übelkeit und Erbrechen sofort nach Essen/Trinken
  • stechende Schmerzen
  • Durchfall (vor allem morgens)
  • Verschlimmerung durch Bewegung
  • Besserung durch Ruhe, Liegen auf der rechten Seite
  • Folge von: Durcheinanderessen, Überessen, Trinken von kalten Getränken nach Überhitzung, Wetterwechsel (von kalt nach warm), Ärger

Chamomilla

  • überempfindlich, launisch und gereizt
  • möchte nicht angefasst, angesprochen oder angesehen werden
  • eine Wange rot, die andere blass
  • viel Durst
  • Erbrechen und Durchfall
  • Mundgeruch
  • Blähungen und Stuhl riechen wie faule Eier
  • Stuhl wie grüner Spinat
  • Wärme
  • Folge von: Ärger, Zorn, Aufregung, Zahnung

Colocynthis

  • äußerst gereizt
  • wird ärgerlich bei Fragen
  • kolikartige Schmerzen
  • Magenschmerzen kneifend oder wie eingeklemmt
  • Zusammenkrümmen vor Schmerzen
  • Durchfall sofort nach Essen /Trinken
  • Folge von: Empörung, Ärger, Zorn, Beleidigung, Obst, Trinken nach Überhitzung

Ferrum phosphoricum

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Erbrechen kommt leicht
  • Erbrechen beim Essen/Trinken oder gleich danach
  • schmerzloser Durchfall
  • wässrige Durchfälle mit Unverdautem
  • Durchfall während Essen/Trinken oder gleich danach
  • Folge von: Zahnung

Nux vomica

  • aufbrausend, gereizt, gestresst 
  • Sodbrennen
  • Aufstoßen schwierig
  • Übelkeit, aber unfähig zu erbrechen
  • Schmerzen krampfhaft, drückend, brennend oder wie wund
  • Blähungen
  • schmerzhafter Stuhldrang
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Verschlimmerung morgens
  • Besserung durch Wärme
  • Folge von: ungesundem Lebenswandel, Exzessen, Stress, Ärger

Pulsatilla

  • weint leicht
  • wechselhaft, widersprüchlich
  • Mundtrockenheit ohne Durst
  • Aufstoßen erregt Übelkeit
  • Übelkeit und Erbrechen einige Stunden nach dem Essen
  • Schmerzen drückend, krampfhaft
  • Durchfall
  • ständig wechselnde Stuhlbeschaffenheit
  • im Bett unerträgliche Hitze
  • Besserung durch Trost
  • Folge von: fettem, schweren Essen

Sulfur

  • empfindlich gegen den Dreck anderer
  • wärmeempfindlich
  • Mundgeruch
  • Aufstoßen, Sodbrennen, Erbrechen
  • Übelkeit durch den Geruch des eigenen Körpers
  • brennende Schmerzen
  • Durchfall morgens (treibt aus dem Bett);
  • schmerzloser Durchfall
  • Blähungen und Stuhl riechen nach faulen Eiern
  • Folge von: Süßigkeiten, Alkohol, Unterdrückungen (Antibiotika, Kortison…)

Im Erkrankungsfall ist es gut zu wissen welches homöopathische Mittel benötigt wird, um schnell und nebenwirkungsfrei heilen zu können. Ebenso wichtig ist es, das passende Mittel im Fall der Fälle auch zur Hand zu haben. Im Akutfall wird das homöopathische Mittel umgehend benötigt, also ist es empfehlenswert sich eine homöopathische Hausapotheke anzulegen.

Homöopathische Hausapotheke mit 24 Mitteln in C30
Homöopathische Hausapotheke mit 48 Mitteln in C30

Welche Globuli bei Durchfall durch Stress?

Durchfall kann auch eine Begleiterscheinung von Stress sein. Vor allem akute Stressbelastungen wie eine Prüfungssituation, große Aufregung, Angst, Ärger oder eine andere seelische Belastung können die Darmtätigkeit so stark aktivieren, dass Durchfall auftritt. Wichtige homöopathische Arzneimittel bei stressbedingtem Durchfall sind:

  • Arsenicum album
  • Bryonia
  • Chamomilla
  • Colocynthis
  • Nux Vomica

Welche Globuli bei Durchfall durch Hitze?

Hohe Außentemperaturen können dem Verdauungssystem stark zusetzen, sodass sich Durchfall einstellt. Fakt ist, dass starke Hitze Stress für den Körper bedeutet, insbesondere wenn man sich länger in der prallen Sonne aufgehalten hat. Hinzu kommt, dass der Darm schwer verdauliches Essen und kalte Getränke bei hohen Temperaturen schlechter verträgt. Bewährte homöopathische Arzneimittel bei hitzebedingtem Durchfall sind:

  • Aloe
  • Bryonia
  • Camphora
  • China
  • Oleander
  • Podophyllum

Homöopathie für Kinder mit Durchfall

Vor allem bei kleinen Kindern kann sich als Komplikation einer Durchfallerkrankung ein massiver Flüssigkeitsverlust entwickeln, der eine behandlungsbedürftige Austrocknung zur Folge hat. Für Eltern ist es deshalb wichtig darauf zu achten, dass ihre durchfallerkrankten Kinder zusätzlich zur homöopathischen Behandlung reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei Anzeichen für eine Austrocknung sollten sich die Eltern umgehend an einen Kinderarzt oder Heilpraktiker wenden. 

Die oben aufgeführten Mittel in der angegebenen Dosierung sind auch für die Behandlung eines Durchfalls bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Kindern uneingeschränkt geeignet.

Dosierung der homöopathischen Globuli bei Durchfall

Für die aufgeführten Mittel gilt die Anwendungsempfehlung: Nehmen Sie drei Globuli (= eine Gabe) des Mittels in der Potenz C30 ein und lassen Sie die Globuli unter der Zunge zergehen. Säuglingen werden die Globuli zwischen Wange und Zahnleiste verabreicht. Der Abstand der Einnahme zu den Mahlzeiten sollte – wenn möglich – ca. 15 Minuten betragen. Sollten sich die Beschwerden nicht bessern, kann die Gabe nach ein bis zwei Stunden wiederholt werden. Grundsätzlich gilt: Je akuter die Krankheit, desto schneller muss ein Mittel wirken. Tritt eine deutliche Besserung ein, können Sie das Mittel absetzen.

Erstellungsdatum:

18.07.2020

Autor:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath. Behandelt seit über 20 Jahren erfolgreich mit Klassischer Homöopathie in eigener Praxis in München. Autor von zahlreichen Fachartikeln und Blogbeiträgen zu Themen rund um Gesundheit und Homöopathie.