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Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Heilpraktiker: Homöopathie bei ADS / ADHS

Die Behandlung von Kindern mit sogenannter Aufmerksamkeitsstörung ist ein Schwerpunkt in der Praxis für Homöopathie und Psychotherapie in München. Körperliche und geistige Unruhe erschweren soziale Beziehungen und führen zu Problemen in Kindergarten oder Schule, was für das Kind und seine Familie meist sehr belastend ist. ADS / ADHS ist eine komplexe Störung: Zwar ähneln sich Symptome oft, aber Auslöser und verschlimmernde Faktoren sind doch bei jedem Kind sehr unterschiedlich. Um betroffenen Kindern zu helfen, versuche ich daher stets, die individuellen Bedürfnisse zu verstehen. Mit einer Kombination aus klassischer Homöopathie und systemischer Familientherapie habe ich in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht.

Körperliche und / oder geistige Unruhe können zu persönlichen und gesellschaftlichen Problemen führen. Das Phänomen begegnet uns in Praxis und Alltag immer häufiger, wobei die Bezeichnung variiert von „Verhaltensauffälligkeit“ über „Verhaltensoriginalität“ bis zu „besonderer Fähigkeit“. Wenn dieses Verhalten gesteigert oder gehäuft auftritt, spricht man von

  • ADS: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
  • ADHS: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität
  • ADHD: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom
  • HKS: Hyperkinetisches Syndrom

Die beschriebene Verhaltensauffälligkeit wird im Moment zur Modediagnose, wobei vergessen wird, dass klare Diagnosekriterien notwendig sind und die Diagnose bei Kindern nur von Kinder- und Jugendpsychiatern gestellt werden darf. Die WHO stellt folgende Kriterien auf:

  • Aufmerksamkeitsstörung (obligat)
  • Impulsivität (obligat)
  • Hyperaktivität (nicht obligat)

Die Symptome dürfen nicht nur in einer bestimmten Situation oder einem definierten Bereich (Elternhaus, Schule…) auftreten und müssen vor dem 6. Lebensjahr für mindestens 6 Monate beobachtbar sein.

Merkmale

Die Diagnose erfolgt anhand folgender Merkmale, die gehäuft und gesteigert auftreten und damit zu erkennbaren Verschlechterungen der sozialen Beziehungen und des Lernerfolgs führen:

  • Unfähigkeit zuzuhören
  • Unfähigkeit Details zu beachten
  • Unfähigkeit Regeln einzuhalten
  • Vermeidung lästiger Aufgaben
  • mangelndes Durchhaltevermögen
  • körperliche Unruhe (Fuchteln, Zappeln, nur Herumrennen etc.)
  • Schwierigkeiten beim Organisieren
  • häufiges Vergessen / Verlieren von Dingen
  • leichte Ablenkbarkeit
  • zum Teil unkontrollierte Impulsivität
  • exzessives Reden
  • aufdringliches, grenzenloses Verhalten
  • starke Stimmungsschwankungen

Jedes Kind zeigt entwicklungsphysiologisch bedingt zu gewissen Zeiten Kombinationen aus einzelnen dieser Symptome. Das Krankheitsbild zeigt verschiedene Schweregrade, die unter anderem Wahrnehmungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Bewegungsstörungen, Lernstörungen und emotionale Störungen einschließen.

Warnzeichen

Was sich in Verhaltensauffälligkeiten des Klein- und Schulkindes zeigt, wird oft eingeleitet durch die sogenannten Brückenerscheinungen des Säuglings- und frühen Kleinkindalters:

  • schwaches, hastiges, unrythmisches Saugen mit viel Luftschlucken
  • wechselhafter Appetit
  • häufiges Erbrechen
  • gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus (lang anhaltend oder immer wiederkehrend)
  • langes, häufiges Schreien
  • unrhythmischer Atem (evtl. mit Atempausen im Schlaf)
  • häufiges Stolpern, Fallen, “Verunglücken” durch hohe Geschwindigkeit ohne Präzision
  • verzögerte sprachliche Entwicklung

ADS wird heute bei 3-7% aller schulpflichtigen Kinder (und 1-2% aller Erwachsenen) festgestellt; Jungen sind fünfmal so häufig betroffen wie Mädchen. Eine Zunahme der Erkrankung zeichnet sich in der Praxis tagtäglich ab. Wenn wir unsere Kinder als persönliche, soziale und gesundheitliche Seismographen der Gesellschaft verstehen, sind wir alle gefordert, diesem Phänomen offen, selbstkritisch und
mutig zu begegnen.

Vor allem sollten wir einen veränderten Umgang mit uns selbst, unseren Kindern und unserer Umwelt zulassen, da Kinder nur so glücklich oder unglücklich sein können wie die Erwachsenen, in deren Welt sie groß werden (müssen).

Hintergründe

Als Ursache bzw. Auslöser von ADS und ADHS werden unterschiedliche Faktoren diskutiert:

  • Entwicklungsstörungen des zentralen Nervensystems
    Ausgelöst z. B. durch Komplikationen in der Schwangerschaft oder während der Geburt, Krankheiten, Nebenwirkungen von Medikamenten und Impfungen in sehr empfindlichen Entwicklungsphasen des Gehirns in den ersten drei Lebensjahren.
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten
    Zucker, Phosphate etc.
  • Soziale Einflüsse und Erziehung
    Stress / Hektik im Alltagsleben, Leistungsdruck, Reizüberflutung, allgemeine Unsicherheit und Werteverlust etc.
  • Bewegungsmangel
  • Genetische Veranlagung

Behandlung

Therapeutisch werden derzeit verschiedene Wege angeboten und erprobt:

  • Die Schulmedizin sucht mit dem Medikament Ritalin und verschiedenen Psychopharmaka eine pharmakologische Antwort auf dieses Problem. Von 1997 bis 2006 stieg die Menge der verordneten Tagesdosen um das Zehnfache.
  • Die Psychotherapie sieht vor allem die Verhaltenstherapie als geeignetes Mittel.
  • Homöopathie bietet Unterstützung oder Heilung bei Traumata durch die Geburt oder Krankheiten der Mutter / des Kindes. Ebenfalls kann sie auch die sogenannte genetische Anfälligkeit durch eine Konstitutionsbehandlung positiv beeinflussen.
  • Heileurythmie, vor allem in kleinen Gruppen, kann die soziale Integrationsfähigkeit nachhaltig fördern.

Im Jahr 2010 wurde von den offiziellen europäischen und deutschen Gesundheitsbehörden endlich öffentlich ausgesprochen, was in der Praxis schon lange deutlich ist, nämlich dass ADHS vorschnell diagnostiziert und einseitig medikamentös behandelt wird. Es wurden Kriterien für eine bessere Diagnose und Behandlung festgelegt. Die geänderte Arzneimittel-Richtlinie schreibt jetzt vor, dass

  • eine Behandlung von ADHS ohne Medikamente beginnen muss
  • Methylphenidat (Ritalin) erst dann eingesetzt werden darf, wenn die nicht-medikamentöse Behandlung nicht erfolgreich ist
  • Methylphenidat (Ritalin) auch dann nur innerhalb einer therapeutischen multimodalen Gesamtstrategie eingesetzt werden darf, die neben pharmakologischen Maßnahmen insbesondere auch psychologische, pädagogische und soziale Therapiekonzepte nutzt
  • die Behandlung unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern durchgeführt werden muss
  • der medikamentöse Einsatz besonders zu dokumentieren ist, insbesondere bei einer Dauertherapie über zwölf Monate
  • mindestens einmal jährlich die medikamentöse Behandlung unterbrochen und neu beurteilt werden muss
  • die ADHS-Diagnose auf Kriterien der DSM-IV oder der ICD-10-Klassifikation beruhen muss.

Alternativen

In meiner Praxis habe ich bei der Behandlung von ADS/ADHS-Patienten sehr gute Erfahrung gemacht mit einem therapeutischen Konzept, das klassische Homöopathie und systemische Familientherapie als wesentliche Schwerpunkte setzt. Hinweisen möchte ich auch auf die sehr gute Arbeit der Sinn-Stiftung von Prof. Gerald Hüther.

Sämtliche therapeutischen Maßnahmen sind nur dann wirklich erfolgversprechend, wenn alle an der Erziehung beteiligten Personen konsequent an einem Strang ziehen. Vor allem dürfen wir nicht vergessen, dass nicht nur die Kinder therapiebedürftig sind – oft können und müssen auch die Eltern vieles neu lernen. Weder eine zu nachgiebig gewährende, noch eine zu restriktive Erziehung wird hier weiterhelfen. Als hilfreiche Tugenden der Erwachsenen erweisen sich:

  • Enttäuschung überwinden durch neu definierte Erwartungen
  • ruhige, einfühlende Gelassenheit (statt Kälte oder hitziger Zorn)
  • klare Großzügigkeit in einigen Punkten (nachgeben, aber nicht aufgeben)
  • Konsequenz in der Handlung
  • liebevolle Sicherheit

Hilfreich und unterstützend können folgende Maßnahmen wirken:

  • Sinneseindrücke um das Kind herum vermindern
  • Ernährung verändern
  • Instant-Produkte vermeiden
  • stark phosphathaltige Nahrungsmittel vermeiden, vor allem Würstchen, Limo, Cola, Schmelzkäse, Fruchtjoghurt
  • leicht verdauliche Kohlehydrate wie Kuchen und Süssigkeiten stark reduzieren
  • Rhythmik einhalten
  • Regeln nur durch Rhythmik (Schlaf-Wach, Ausgelassen-Konzentriert, Essen-Ruhen)
  • kleine Aufgaben, die das Kind immer wieder verrichten kann
  • Gemeinsam mit dem Kind Unternehmungen planen und ausführen (shared attention)
  • Langeweile und Leerlauf vermeiden, aber auch nicht sinnlos unterhalten
  • Wünsche der Kinder in die Tagespläne einbeziehen

Nachteilig wirken sich fast immer Einflüsse wie ungeordnete soziale Verhältnisse, Trennung, wechselnde Bezugspersonen mit unterschiedlichem Erziehungsstil, Unwahrhaftigkeit, Unzuverlässigkeit und mangelnde liebevolle Konsequenz aus. Hüten sollte man sich vor jedem Schematismus. Es gibt nicht das Patentrezept – immer ist es besser, die individuellen Bedürfnisse verstehen zu wollen.