Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Burnout: Symptome und Behandlung

Der moderne Mensch eilt von Gipfel zu Gipfel, ohne wirklich auf der Höhe zu sein getreu dem Motto: Wer schneller lebt, ist früher fertig! So wurde der Mensch zur Krone der Erschöpfung.

Die WHO erklärt Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht unter Dauerdruck. Bereits jeder Fünfte leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen. Es gibt viele Ursachen für Stress –  und es gibt viele Möglichkeiten Stressfolgen zu behandeln und vorzubeugen.

Was ist Burnout?

Auch wenn es bis heute keine einheitliche Definition des Burnout-Syndroms (Burnout, Burn-out) gibt, so beschreiben die meisten Experten den Burnout (engl. = ausbrennen) als einen Krankheitszustand, der durch eine vollständige Erschöpfung gekennzeichnet ist. Diese Erschöpfung zeigt sich gleichermaßen auf der körperlichen wie auf der psychischen bzw. emotionalen Ebene und lässt sich auch durch Phasen der Ruhe und Ent-Spannung nicht mehr auflösen – sie hat sich verselbständigt und ist chronisch geworden. Ihr voraus gegangen ist ein längerer kräfteverzehrender Prozess, der von den Betroffenen oft als andauernde Stressbelastung beschrieben wird. Deshalb wird ein Burnout-Syndrom manchmal auch als Stress-Syndrom bezeichnet.

Ursachen

Wie entsteht ein Burnout?

Es gibt eine Vielzahl von möglichen Ursachen für die Entstehung eines Burnout-Syndroms. Generell lässt sich jedoch sagen, dass die Gefahr für einen Burnout praktisch immer dann besteht, wenn wir über eine längere Zeit einer physischen und/oder psychischen Belastung ausgesetzt sind, die uns abverlangt, permanent über unsere individuelle Leistungsgrenze hinaus zu gehen.

Oft liegt der Grund dafür in äußeren Lebensbedingungen und Situationen, etwa infolge einer (zu) hohen Arbeitsbelastung, ungünstigen Arbeitsbedingungen oder einem belastenden Arbeitsklima. So sind z.B. Menschen in sozialen Berufen, Beschäftigte in Sandwich-Positionen zwischen zwei Hierarchieebenen, Schichtarbeiter und Berufspendler besonders gefährdet, ein Burnout-Syndrom zu erleiden.

Ebenso erhöhen Faktoren wie permanenter Zeitdruck, mangelnde Anerkennung durch Vorgesetzte, anhaltende Kränkungen, Konflikte mit Kollegen, Mobbing oder auch ein drohender Verlust der Arbeit das Risiko, an einem Burnout zu erkranken. Dies gilt umso mehr, wenn mehrere Rollen auf einmal zu erfüllen sind bzw. Beruf und Familie in Einklang gebracht werden müssen – sei es als Partner, Eltern oder als pflegender Angehöriger.

Mitunter liegt der Ausgangspunkt für ein Burnout weniger im Berufsleben als vor allem im privaten Bereich: Anhaltende familiäre oder partnerschaftliche Konflikte, Probleme in der Kindererziehung, finanzielle Sorgen und viele andere belastende Faktoren können dazu führen, dass man sich chronisch überlastet und überfordert fühlt.

Neben diesen situationsbedingten äußeren Ursachen können auch „innere“ Ursachen den Nährboden für die Entstehung eines Burnout-Syndroms bereiten. Diese „inneren“ Ursachen sind oft eng verknüpft mit der individuellen Persönlichkeitsstruktur. Vor allem die Neigung zu überhöhten Zielsetzungen und dazu, immer alles perfekt machen zu wollen, kann zur Folge haben, permanent Höchstleistungen zu erbringen und sich über die Gebühr zu engagieren.

Es kann aber auch sein, dass es die Gedanken sind, die zu Stressverschärfern werden. Diesen liegen oft bestimmte Vorstellungen und Überzeugungen zugrunde, die aufgrund von früheren Erfahrungen mit ähnlichen Situationen entwickelt wurden. Einstellungen wie „Jeder muss mit mir zufrieden sein“ oder: „Wenn ich ‚nein’ sage, werde ich abgelehnt“, reichen meist bis in die Zeit der Kindheit zurück und haben sich als Glaubenssätze tief in die Seele eingegraben. Diese Glaubenssätze beeinflussen dann auch im Erwachsenenalter einen Großteil der Verhaltensweisen und Handlungen, ohne dass man sich dessen immer bewusst ist.

Hinzu kommt: Jeder Mensch reagiert anders auf eine anhaltende physische oder psychische Anspannung, sodass bei gleicher Belastung zwei verschiedene Personen komplett unterschiedlich darauf reagieren können. Dies macht deutlich: Letztlich sind die Ursachen für die Entstehung eines Burnout-Syndroms individuell so unterschiedlich wie die Betroffenen selbst.

Unabhängig von den auslösenden Faktoren, gilt jedoch: Bleibt ein Burnout-Syndrom unbehandelt, kann es zu einer existentiellen Gefährdung des Betroffenen kommen; ebenso sind schwere körperliche Erkrankungen möglich.

Symptome

Es kommt vor, dass eine körperliche Erkrankung burnout-ähnliche Symptome hervorruft. Dazu gehören z.B. eine Schilddrüsenerkrankung, ein ausgeprägter Eisenmangel, bestimmte Infektionskrankheiten oder eine Krebserkrankung. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Diagnostik, denn steckt hinter chronischer Müdigkeit und Erschöpfung eine körperliche Erkrankung, wird die Behandlung naturgemäß eine andere sein müssen als wenn die Diagnose „Burnout“ lautet.

Woran erkennt man Burnout?

Nicht alle Burnout-Betroffene entwickeln die gleichen Symptome bzw. die gleiche Kombination von Beschwerden. Besonders oft zeigt sich ein Burnout jedoch durch Antriebs- und Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, ständige Müdigkeit und Erschöpfung.

  • Viele Betroffene haben das Gefühl, den täglichen Anforderungen des Tages nicht mehr gewachsen zu sein; sie fühlen sich ausgebrannt und chronisch überfordert. Zugleich gelingt es ihnen kaum noch, nach getaner Arbeit abzuschalten.
  • Die Betroffenen leiden unter einem Nachlassen ihrer Leistungsfähigkeit, wodurch es zum Beispiel immer häufiger zu Fehlern kommt. Auch fällt es zunehmend schwerer, Entscheidungen zu treffen und Eigeninitiative zu zeigen. Parallel dazu nimmt meist auch das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten ab; man traut sich immer weniger zu und wird ängstlicher und zögerlicher.
  • Die emotionale Belastbarkeit nimmt ab, man wird „dünnhäutiger“.
  • Irgendwann wird alles nur noch als anstrengend erlebt; nichts macht mehr Freude. Es kann sein, dass der Betroffene nun sich selbst und seiner Umwelt gegenüber immer gleichgültiger wird. Oft dominieren zudem trübe Gedanken, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit – bis hin zur depressiven Verstimmung.

Letztlich können viele weitere Symptome Hinweise auf Burnout sein: Selbst auf den ersten Blick rein körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen oder eine Anfälligkeit für Infektions- und Herz-Kreislauferkrankungen sind bei Menschen, die an einem Burnout leiden, keine Seltenheit. Ebenso sind psychosomatische Reaktionen wie Muskelverspannungen, Herzrasen und/oder Angstzustände typisch.

Für den Betroffenen ist es oft nicht einfach, zu erkennen, dass er von einem Burnout-Syndrom betroffen ist. Häufig nimmt er es erst dann wahr, wenn er der Krise bereits bedrohlich nahe ist. Dies liegt vor allem daran, dass der Krankheitsverlauf individuell unterschiedlich verläuft: Während bei dem einen etwa Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und zunehmende Teilnahmslosigkeit im Vordergrund stehen, leidet ein anderer vielleicht verstärkt unter psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen.

Burnout Test

Wenn Sie anhaltendem Stress ausgesetzt sind und Symptome von Erschöpfung oder gar Depression bei sich wahrnehmen, dann sollten Sie unbedingt testen, in welcher Stressphase Sie sich befinden, um rechtzeitig geeignete therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können.

Ein weiterer Parameter zur effektiven Messung des Stresslevels ist die Herzfrequenz- oder Herzratenvariabilität (HRV). Der Zustand des vegetativen Nervensystems hat einen direkten und längerfristigen Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität, die von einigen Kardiologen mit einer einfachen Untersuchung als Privatleistung getestet wird.

Behandlung

Wann zum Arzt?

Folgende Alarmsignale können darauf hinweisen, dass Sie therapeutische Hilfe benötigen:

  • Anhaltende körperliche Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Bluthochdruck und/oder Schlafstörungen.
  • Veränderungen im Verhalten, so etwa eine Steigerung des Nikotins- und/oder des Alkoholkonsums, Änderungen der Essgewohnheiten (z.B. die Essensmenge wird immer öfter unkontrolliert überschritten oder auch: die Essensmenge wird immer öfter unterschritten); der Rückzug vom sozialen Umfeld; das Gefühl, immer mehr abzustumpfen und immer weniger Interesse an den Dingen (Hobbys, Freundschaften etc.) zu haben, die einem früher viel bedeutet haben.
  • Häufig gehen mit diesen Beschwerden seelische Veränderungen einher, zum Beispiel Nervosität, Reizbarkeit oder Antriebslosigkeit, aber auch Überempfindlichkeit, Unzufriedenheit, Ohnmachtsgefühle, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit und Depression.

Burnout – welcher Arzt?

Erster Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt, der Sie an einen Psychotherapeuten oder Neurologen überweist. Wichtig ist, dass Sie eine zielgerichtete Therapie erhalten, die individuell auf Sie und Ihre aktuelle Lebenssituation abgestimmt ist. Ein wichtiger Eckpfeiler der Burnout-Behandlung ist eine psychologische Begleitung, deshalb sollte der Therapeut über eine entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügen.

Wie wird ein Burnout diagnostiziert?

Bislang gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien, mit denen ein Burnout eindeutig diagnostiziert werden kann. Gleichwohl gelingt es dem erfahrenen Therapeuten in den allermeisten Fällen, anhand einer ausführlichen Anamnese und verschiedenen Tests ein Burnout-Syndrom festzustellen.

  • Die Grundlage der Burnout-Diagnostik bildet ein ausführliches Therapeut-Patient-Gespräch. Sie können jederzeit einen Termin vereinbaren.
  • Mithilfe eines Fragebogens können Häufigkeit und Intensität Ihrer Beschwerden ermittelt werden.
  • Verschiedene körperliche Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Blutuntersuchung, zielen darauf ab, andere Erkrankungen auszuschließen.
  • Weil ein Burnout oft mit einer Nebennierenschwäche einhergeht (bzw. eine Nebennierenschwäche typische Burnout-Symptome hervorruft), erstelle ich immer auch ein Stressprofil mithilfe eines Speicheltests, um Auskunft über den Cortisol- und DHEA-Spiegel zu erhalten.

Burnout – was hilft?

Medikamente wie Antidepressiva und Beruhigungsmittel, Stressbewältigungsprogramme und andere Empfehlungen, die eine Wiedereingliederung und ein Funktionieren im Alltag zum Zweck haben, können eine erste Stabilisierung der körperlichen und geistigen Verfassung bewirken. Bei dieser vornehmlich „symptomorientierten“ Behandlung besteht jedoch die Gefahr, dass die notwendige innere Wandlung nicht vollzogen und der betroffene Mensch über kurz oder lang wieder „der Alte“ wird – eben der, der irgendwann am eigenen Lebenswandel ernsthaft erkrankt ist.

Es ist wichtig, die rastlosen Aktivitäten auf ein gesünderes Maß zu reduzieren, um dem gesamten Organismus Ruhe zu gönnen. Der Teufelskreis, sich beinahe zu Tode zu arbeiten, um sich seine Lebensberechtigung zu verdienen, muss unterbrochen werden. Man kann sich das Leben nicht durch Leistung verdienen, sondern nur als Geschenk dankbar annehmen.

Daher muss das Bewusstsein der Betroffenen geschärft werden für die Tatsache, dass sich nur etwas verändern kann, wenn sie wirklich bereit sind für Veränderung. An diesem krisenhaften Punkt im Leben, wo es scheinbar nichts mehr zu verlieren gibt, besteht die persönliche Herausforderung und Chance darin, risikofreudig zu werden und Neues auszuprobieren – ein Leben zu wagen, das sich mehr an den eigenen Bedürfnissen als an den Erwartungen der anderen orientiert.

Am Anfang steht jedoch die Behandlung der sogenannten somatoformen Beschwerden im Vordergrund. Symptome wie Hörsturz, Tinnitus, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Übergewicht beeinträchtigen das Leben sehr und müssen ganzheitlich behandelt werden.

Ein integrativer Therapieansatz aus Homöopathie und Psychotherapie und Gruppentherapie hat sich dabei als sehr hilfreich erwiesen. Eine Paarberatung oder Paartherapie kann unterstützend und konfliktlösend wirken, weil meist nicht nur eine einzelne Person, sondern das ganze System instabil und fragil geworden ist.

Prävention

A und O der Burnout-Prävention ist dafür zu sorgen, dass jeder Form der Anspannung eine Phase der Ent-Spannung folgt. Deshalb:

  • Zeiten der Ruhe gehören zum Leben und sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Das Gefühl, gestresst zu sein, lässt sich mildern, indem man sich im Laufe des Tages immer einmal wieder einige Minuten lang eine Pause gönnt.
  • Nutzen Sie gezielt Ihre Freizeit, um zur Ruhe zu kommen! Ob Sie dies erreichen, indem Sie ein Buch lesen, Musik hören, sich mit Freunden treffen, Sport treiben oder eine Entspannungstechnik ausüben, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab – Hauptsache, Sie fühlen sich anschließend entspannt und wieder voller Energie.
  • Bewahren Sie die Kontrolle über Ihre eigene Zeit. Nehmen Sie Ihre privaten Termine, zum Beispiel Ihre Hobbys, genauso wichtig wie Ihre geschäftlichen Verpflichtungen. Schaffen Sie sich durch ein gezieltes Zeitmanagement Freiraum für mehr Erholung und Vorhaben, die Ihnen Spaß machen.
  • Sie müssen nicht rund um die Uhr erreichbar sein! Gönnen Sie sich immer mal wieder, Handy und PC auszuschalten und das Telefon auf leise zu stellen. Ist dies während der (Arbeits-)Woche nicht möglich, sollten Sie auf jeden Fall am Wochenende dafür Sorge tragen.
  • Wer tagsüber belastbar sein möchte, braucht genügend Schlaf. Anders gesagt: Legen Sie sich schlafen, wenn Sie müde sind! Gelingt es Ihnen, möglichst regelmäßig zu „Ihrer“ Zeit ins Bett zu gehen bzw. morgens aufstehen, unterstützen Sie zudem Ihren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die nächtliche Ruhe auch wirklich gewährleistet ist (kein lauter Wecker, kein Handy im Schlafzimmer, kein grelles Licht etc.).
  • Treiben Sie regelmäßig Sport! Wenn möglich, sollten Sie sich mindestens zwei- bis dreimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten körperlich betätigen. Eine Ausdauersportart wie Schwimmen, Nordic Walking, Joggen oder Radfahren sind besonders gut geeignet, um körperlich fit zu bleiben und gleichzeitig den Alltag hinter sich zu lassen.

Fangen Sie noch heute an ein Leben zu gestalten, dass wieder sinnvoll und nicht nur zweckmäßig ist! Ich helfe Ihnen gerne dabei in einem ersten persönlichen Gespräch.

Hier können Sie mehr über meinen eigenen Weg erfahren.