Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Fieber und Fieberkrampf bei Kindern

Fieber an sich ist keine Krankheit, sondern ein sinnvoller Selbstheilungsversuch des Immunsystems. Fieber ist wichtig und hilft einem kranken Kind wieder gesund zu werden. Meist ist die Mobilisierung der Abwehrkräfte eine Reaktion auf schädliche Krankheitserreger. In 90 Prozent der Fälle sind es Bakterien oder Viren, welche die Körpertemperatur bei Kindern steigen lassen und dadurch wieder zu einer ausgeglichenen Gesundheit beitragen. 

Gerade Kinder fiebern aber oft auch im Zusammenhang mit emotionalen Belastungen und nicht selten ist überhaupt keine Ursache auszumachen. Das Gute vorneweg: fieberhafte Erkrankungen bei Kindern verlaufen fast immer komplikationslos.

Die häufigsten Gründe für den Anstieg der Körpertemperatur bei Kindern sind:

  • Mittelohrentzündung
  • Bronchitis
  • Mandelentzündung
  • Blasenentzündung
  • Magen-Darm-Infektion
  • Kinderkrankheiten (Scharlach, Windpocken etc.)
  • Erkältung
  • Flüssigkeitsmangel („Durstfieber“)
  • Zahnung
  • Emotionale Erregung (Freude, Wut, Trauer…)

In etwa 10 Prozent der Fälle verursachen schwere Infektionen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung den Temperaturanstieg. Selten stecken chronische Krankheiten wie Rheuma, Leukämie o.a. dahinter.

Ab wann ist es Fieber?

Die Körpertemperatur bei Kindern ist durchschnittlich höher als bei Erwachsenen. Vor allem abends und nach körperlicher Anstrengung sind Temperaturen über 38°C keine Seltenheit. Die angegebenen Gradzahlen beziehen sich auf die Temperaturmessung im Ohr (aurikulär) oder im After (rektal).

36,5 bis 37,5°C
Bei Kindern heißt: alles in Ordnung – kein Fieber! Darüber kann die Temperatur steigen am Abend und/oder bei starker körperlicher oder seelischer Belastung.

37,5 bis 38,5°C
Bedeutet leichte Temperaturerhöhung oder subfebrile Temperatur. In dieser Phase ist eine besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit für das Kind erforderlich. Bettruhe oder eine ruhigere Beschäftigung zuhause sind hier erwünscht. Die meisten Kinder „nutzen“ diesen leichten Temperaturanstieg, um mal wieder ganz im Mittelpunkt zu sein und es tut ihnen gut, wenn die Eltern diese Signale beherzigen.

Am besten nutzt man die gemeinsame Zeit zum kuscheln, vorlesen, erzählen und ruhen. Bitte kein Medienkonsum in dieser Phase, um das zentrale Nervensystem in Gehirn und Rückenmark nicht zu überfordern. Ziehen Sie Ihr fieberndes Kind nicht zu dick an; der Körper muss die Möglichkeit haben Wärme nach Aussen abzugeben. Bieten Sie Ihrem Kind etwa alle halbe Stunde etwas zu trinken an (Wasser, Tee) und kontrollieren Sie zwei bis drei mal täglich die Temperatur.

38,5 bis 40,0°C
Zeigt ein deutliches Fieber an. Hier sollte man als Eltern auf jeden Fall mit dem Kind zuhause sein. Absolute Bettruhe ist angesagt. Etwa alle halbe Stunde etwas zu trinken anbieten (Wasser, Tee). Bieten Sie dem Kind leicht verdauliche Speisen an und tolerieren Sie, wenn es nur trinken und nicht essen mag. Kontrollieren Sie die Temperatur mehrmals täglich. Bei starker Beeinträchtigung des Kindes sollten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker benachrichtigen.

40,0-41,0 °C
Hohes bis sehr hohes Fieber; es versteht sich von selbst, dass Kinder hier zuhause einen größtmöglichen Schutz bekommen. Wenn das Fieber schnell über 40,5°C steigt und/oder binnen weniger Stunden um mehr als 1,5°C auf oder ab schwankt und/oder wenn neben dem Fieber Schmerzen bestehen, sollten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker rufen oder eine Klinik aufsuchen.

Richtig Fiebermessen

Wo Fieber messen?

Fieber messen im Ohr (aurikulär)

Normaltemperatur: bis 37,5°C
(tageszeitliche Schwankungen: 35,8-38,0°C)

Das Trommelfell ist der ideale Ort für die Temperaturmessung, da es von den gleichen Blutgefäßen versorgt wird, wie der Hypothalamus, dem Temperatur-Kontrollzentrum des Menschen. Fiebermessung im Ohr mittels eines Infrarotsensors ist die zuverlässigste, schnellste und schonendste Methode und daher gerade bei Kindern das Mittel der Wahl. Das Messergebnis steht nach wenigen Sekunden zur Verfügung.

Allerdings ist die Genauigkeit davon abhängig, ob das optische Messsystem exakt die Infrarotstrahlung des Trommelfells erfassen kann. Dafür muss der ungerade Gehörgang durch leichtes Ziehen an der oberen Ohrmuschel gestreckt werden. Eventuell sollten sich Eltern diesen Vorgang einmal vom Kinderarzt zeigen lassen. Trifft man nämlich nur den Gehörgang, liegen die Temperaturen bis zu 1°C unter der tatsächlichen Körpertemperatur. Nicht geeignet ist die Messung im Ohr bei Ohrenentzündungen und bei Neugeborenen. Bei sehr aktiven, unruhigen Kleinkindern ist eine Messung nicht ganz einfach.

Wichtig ist, die Vorgaben des Herstellers genau zu beachten, da bei einer nicht ganz korrekten Messmethode die Werte ziemlich schwanken können.

Das Braun ThermoScan 5  ist das von Ärzten am häufigsten verwendete und empfohlene Fieberthermometer. Die Sonde dieses Thermometers kann auch bei Kleinkindern zur sicheren Temperaturmessung verwendet werden, da sie für eine präzise Messung nicht vollständig in den Gehörgang eingeführt werden muss. Es misst präzise, schnell und unkompliziert die Temperatur.

Sie können im Zweifel anfangs auch im Ohr und rektal messen und die Werte vergleichen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Wie Fieber messen im After (rektal)?

Normaltemperatur: bis 37,5°C
(tageszeitliche Schwankungen: 36,6-38,0°C)

Bei Kindern liefert eine rektale Messung zuverlässige Ergebnisse. Allerdings ist die Prozedur des rektalen Fiebermessens etwas umständlich. Säuglinge und Kleinkinder liegen dabei auf dem Rücken und eine Hand hält dabei sanft die gebeugten Beine an den Oberschenkeln fest, die andere Hand hält das Thermometer wie einen Löffel und stützt sich mit der Außenseite des kleinen Fingers am Po des Kindes ab. Um ein mögliches Rektaltrauma oder eine Verletzung beim Einführen zu verhindern, darf das Fieberthermometer bei Kleinkindern nicht mehr als 1-2 cm eingeführt werden. Zur Erleichterung des Einführens sollte ein Gleitmittel benutzt werden.

Bei Verdacht auf Entzündung im Bauchraum, z.B. Blinddarmentzündung, wird zusätzlich noch im Mund gemessen. Wenn der Temperaturunterschied zwischen rektaler und oraler Messung mehr als die physiologischen 0,5°C beträgt, ist eine Entzündung im Bauchraum wahrscheinlich.

Fieber messen im Mund (oral)

Normaltemperatur: bis 37,0°C
(tageszeitliche Schwankungen: 35,5-37,5°C)

Die oral gemessene Temperatur liegt ca. 0,5°C unter der rektal gemessenen Temperatur. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis 4 Jahren ist diese Methode ungeeignet.

Fieber messen unter der Achsel (axillär)

Normaltemperatur: bis 36,5°C
(tageszeitliche Schwankungen: 34,7-37,3°C)

Die Temperaturmessung allein in der Achselhöhle ist unzuverlässig.

Ab wieviel Fieber zum Arzt/ins Krankenhaus?

  • Bei Neugeborenen, die einige Stunden über 38,0°C Fieber haben
  • Wenn Kind nicht trinkt, schlecht aussieht und weniger ansprechbar wird
  • Wenn das Fieber schnell über 40,5°C steigt
  • Wenn das Fieber binnen weniger Stunden um mehr als 1,5°C auf oder ab schwankt
  • Wenn neben dem Fieber Schmerzen bestehen
  • Bei ausgeprägter Nasenflügelatmung und einer stark erhöhten Atemfrequenz
  • Bei einem Krampfanfall

Fieber – was hilft?

  • Ausreichend Flüssigkeit zuführen
  • Für viel Frischluft sorgen, aber Luftzug vermeiden
  • Nicht zu warm anziehen
  • Bei Fieber immer zuhause ausruhen
  • Für ruhige, geborgene Atmosphäre sorgen
  • Keine elektronischen Medien nutzen

Homöopathie bei Fieber

Fieber-Zäpfchen für Säuglinge und (Klein-)Kinder (homöopathisch)
Bei akuten fieberhaften Erkrankungen; senken das Fieber sanft und stärken die körpereigenen Abwehrkräfte. Auch für Säuglinge gut geeignet. 

Infludoron – homöopathisches Komplexmittel bei Fieber und Erkältung
Bei fieberhaften Erkältungen ab dem Säuglingsalter. Werden die Streukügelchen gleich bei den ersten Anzeichen eingenommen, kann der Ausbruch einer Erkältung bestenfalls noch verhindert oder abgemildert werden. Ist die Erkältung bereits ausgebrochen, unterstützt die Kombination der homöopathischen Pflanzenauszüge von Eisenhut, Eukalyptus, Zaunrübe und Wasserdost mit dem potenzierten Eisenphosphat die Selbstheilungskräfte.

Im Folgenden eine Beschreibung der 5 häufigsten homöopathischen Mittel bei fiebernden Kindern. Geben Sie jeweils 3 Globuli morgens und abends davon über 3 Tage. Wenn die Symptome sich nicht bessern, oder sogar verschlechtern, sollten Sie einen homöopathischen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen:

Aconitum C30 Globuli
Plötzliches Einsetzen von Fieber oder Frostschauer; besonders nach Einwirkung von Kälte, Wind oder Schreck; beginnt meist nachts im Schlaf; trockene Hitze ohne Schweiß; große Erregung und Ruhelosigkeit, manchmal auch mit Furcht und Angst.

Belladonna C30 Globuli
Plötzliches hohes Fieber ohne Frost; beginnt am Nachmittag gegen 15 Uhr oder in der Nacht gegen 23 Uhr; Gesicht und Körper sind glühend heiß, aber Hände und Füße sind eiskalt; meist mit viel Schweiß; oft bei Streptokokken-Infektionen und mit Kopfschmerzen; Zuckungen durch den ganzen Körper; Kinder phantasieren im Fieber; glänzende Augen mit geweiteten Pupillen.

Chamomilla C30 Globuli
Bei zahnenden Kleinkindern, die sehr launenhaft, erregt und reizbar sind; oft ist eine Wange rot und heiß und die andere blass; das Kind will gehalten und getragen werden und ist dennoch missmutig dabei – man kann es ihm nicht recht machen.

Ferrum phosphoricum C30 Globuli
Wenn klare Zeichen bei Fieber fehlen und außer der Hitze so gut wie keine ausgeprägten Symptome bestehen; wirkt auch gut, wenn die Zahnung Grund für das Fieber ist.

Gelsemium C30 Globuli
Fieber mit ausgeprägter Schwäche und Zittrigkeit; das Kind ist schläfrig und schwach, die Lider sind schwer und hängen herab und der Kopf kann kaum aufrecht gehalten werden.

Was helfen die besten homöopathischen Mittel, wenn sie in der Nacht oder auf Reisen nicht zur Hand sind? Eine homöopathische Hausapotheke kann über viele Jahre nebenwirkungsfreie Hilfe spenden:

Homöopathische Hausapotheke mit 30 verschiedenen Mitteln als C30 Globuli
Damit sind Sie bestens versorgt mit den gängigen homöopathischen Mitteln bei Fieber- und Erkältungskrankheiten. Auch auf Reisen unverzichtbar.

Weitere wichtige Helferchen bei Ohrenschmerzen, Husten, Schnupfen und zur Stärkung des Immunsystems – stellen Sie sich eine kleine naturheilkundliche Hausapotheke zusammen:

Otidoron Ohrentropfen, Fa. Weleda
Bei Ohrenschmerzen 2-3 Tropfen handwarm in den Gehörgang träufeln.

Bronchialbalsam, Fa. Weleda
Bei Husten die Brust und den Rücken damit einreiben.

Nasenbalsam für Kinder, Fa. Wala
Befeuchtet die Schleimhäute, befreit die Nase und sorgt damit für einen ungestörten Schlaf.

Sanddorn-Elixier, Fa. Weleda
Eine wahre „Vitamin-C-Bombe“ zur natürlichen und wohlschmeckenden Stärkung des Immunsystems. Sanddornbeeren sind besonders reich an Vitamin C und weiteren wertvollen Vitaminen und Antioxidantien (Vitamin A, Beta-Carotin und Flavonoide). Mit Zucker und Honig gesüßt, lieben es auch Kinder pur oder im lauwarmen Tee.

Wadenwickel bei Fieber

  • Bei Kindern ab 6 Monaten mit hohem Fieber und Unruhe
  • Nie bei kalten Füßen oder Beinen; wenn die Gliedmaßen kühl sind, insbesondere die Waden, kann man davon ausgehen, dass das Fieber weiter steigt. Machen Sie in diesem Fall lieber eine Waschung mit Zitronenwasser (s. unten)
  • Wasser nicht zu kalt, sondern ca. 2 Grad unter der gemessenen Körpertemperatur
  • Nach einer Stunde sollte Fieber um 1°C sinken
  • Abbrechen, wenn die Füße kalt werden

Füllen Sie eine Schüssel mit warmem Wasser und geben Sie den Saft einer Zitrone oder 1/2 Glas Obstessig dazu. Tauchen Sie zwei Baumwoll- oder Leinentücher hinein, wringen Sie die Tücher so aus, dass sie nicht mehr tropfen, und wickeln Sie je ein Tuch um jede Wade vom Knöchel bis hoch zum Knie. Anschließend wickeln Sie die Beine in ein trockenes Handtuch ein und lassen den Wickel etwa 10 Minuten wirken. Wechseln Sie die Tücher nach 10 Minuten – ggf. früher, wenn Tücher warm geworden sind. Sie können die Anwendung bei Bedarf noch drei bis vier mal mit einer halben Stunde Abstand wiederholen.

Waschungen mit Zitronenwasser bei Fieber

  • Bei kühlen Armen und Beinen während des Fiebers
  • Für Kinder geeignet ab 3 Monaten
  • Wassertemperatur ca. 2 Grad unter der gemessenen Körpertemperatur

Verdünnen Sie den Saft einer ungespritzten Zitrone mit 1 bis 2 Liter warmen Wasser. Ritzen Sie die Schale der Zitrone zusätzlich mit einem Küchenmesser ein und legen sie die Schale in das Wasser, damit auch das Zitronenöl austreten kann. Waschen Sie damit das Kind von Kopf bis Fuß vorsichtig ab, trocknen Sie jeden Körperteil sofort ab und decken Sie das Kind danach gleich wieder zu.

Fieber-Tee

  • Lindenblüten, Holunderblüten und Kamillenblüten zu gleichen Anteilen von je 30 Gramm mischen lassen
  • Einen Teelöffel davon mit heißem Wasser in einer Tasse aufgießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und dann abgießen
Süßen Sie den Tee mit einem Teelöffel Manuka Honig, der reich an Wirkstoffen ist, die als natürliches Antibiotikum wirken und damit die körpereigene Abwehr gezielt unterstützen. Ein nützlicher Nebeneffekt dabei ist der im Honig enthaltene Zucker, der gleichzeitig schnell die nötige Energie bereitstellt, um wieder auf die Beine zu kommen.

Watson & Son Manuka-Honig MGO 100+
Jede Charge dieses Honigs wird von einem unabhängigen, vom IANZ (International Accreditation NZ) akkreditierten Labor in Neuseeland, auf den Methylglyoxalgehalt geprüft. Methylglyoxal (MGO) ist der nachgewiesen antibakterielle Wirkstoff im Manuka Honig. 

Soll man Fieber senken?

In der Regel lässt sich das Fieber problemlos zwischen 39 und 40°C halten, was von den meisten Kindern gut toleriert wird. Diese Temperatur stellt auch das Fieberoptimum dar, bei dem die beeinträchtigenden Viren oder Bakterien am besten bekämpft werden können. Viren und Bakterien vermehren sich bei einer Temperatur von 33 bis 35°C, also einer Untertemperatur, am stärksten.

Ein Grippevirus vermehrt sich beispielsweise gut bei 35°C, schlecht bei 37°C und überhaupt nicht bei 40°C. So erhält der Begriff „Erkältung“ eine doppelte Bedeutung. Eine Verminderung der Körpertemperatur um ein Zehntel bewirkt eine Vermehrung von Viren um den Faktor zwei. Das bedeutet, dass die Gefährlichkeit von Viren nicht nur von deren Stamm abhängig ist, sondern auch von der Körpertemperatur. Sie ist dementsprechend umso größer, je niedriger die Körpertemperatur ist.

In diesem Zusammenhang ist es einleuchtend, dass das routinemäßige Senken des Fiebers mit Fiebersäften oder Fieberzäpfchen, z.B. mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen, sehr nachteilig sein kann. Besser ist es, das Fieber in seinem natürlichen Ablauf in individuell zumutbaren Grenzen, sinnvoll zu führen.

Senken Sie das Fieber bei Kindern nie mit Acetylsalicylsäure (ASS)-haltigen Arzneimitteln (z.B. Aspirin). Acetylsalicylsäure kann bei fiebernden Kindern das sog. Reye-Syndrom auslösen, das in bis zu 25 Prozent der Fälle tödlich verläuft.

Fieber sollte auf einem gleichmäßigen Niveau gehalten werden, anstatt zu starke Temperaturschwankungen zu provozieren, die das Herz-Kreislaufsystem unnötig belasten. Andere Körperfunktionen, wie Essen, Verdauen, Konzentration, Interesse für die Umwelt und Spielen, sind im Fieber reduziert.

Nachteile durch Fiebersenken

  • Unterbrechung der körpereigenen Abwehrleistung
  • Anstieg der Komplikationsrate bei vielen Infektionskrankheiten, z.B. Masern und Blutvergiftung
  • Messbare Einschränkung der Nierenfunktion
  • Anstieg von allergischen Erkrankungen
  • Anstieg des Krebsrisikos (z.B. sinkt das Krebsrisiko signifikant bei Menschen, die Röteln, Masern und Windpocken fieberhaft durchgemacht haben)
  • Verschiebung der Krankheitstendenz von heißen, entzündlichen hin zu kalten, sklerotischen Erkrankungen.

Lernprozess

Die Wirkung des Fiebers ist vergleichbar mit einer guten Pädagogik, die es dem Kind erlaubt, unter Anstrengung selbst etwas zu erlernen, was es dann zeitlebens kräftigt. Wir sind heute zu schnell geneigt, unseren Kindern etwas abzunehmen und ihnen damit die Elastizität und Übung zu nehmen, die sie als Erfahrung benötigen, um die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Zum Beispiel sind ein Drittel der Kinder – oft ohne medizinische Notwendigkeit – durch einen Kaiserschnitt schon ihres ersten Triumphs im Leben beraubt. Dadurch sinkt die Immunleistung im Säuglingsalter deutlich, weil das aktive Immunsystem im Darm nur unzureichend ausreifen kann, wenn der Kontakt zur physiologischen vaginalen Keimbesiedelung, wie es bei natürlicher Entbindung der Fall ist, nicht möglich ist.

Dann kommt es gehäuft zu Infekten – und wenn diese mit Antibiotika sowie fiebersenkenden Maßnahmen standardmäßig „behandelt“ werden, wird das Immunsystem weiter geschwächt und die frühkindliche Krise in Form einer Abwehrschwäche nimmt ihren Lauf.

Fieber als Schutz

Die heutigen Zivilisationskrankheiten sind fast durchwegs kalte, chronische Krankheiten bei Menschen, die schon jahrzehntelang kein Fieber mehr hatte. Dies sieht man deutlich in der Zunahme der Krebserkrankungen, denen in der Therapie wirksam mit den Methoden der Hyperthermie begegnet wird. Umgekehrt verlaufen chronische Erkrankungen wie Neurodermitis oder Allergien wie Heuschnupfen oder allergisches Asthma, als häufigste chronische Beschwerde im Kindesalter, nach hochfieberhaften Infekten häufig milder.

Sinn des Fiebers

In der anthroposophischen Medizin wird dem Fieber eine sehr wichtige Rolle in der Entwicklung Heranwachsender zugeschrieben. Wärme ist ein spezifischer Träger der Ich-Organisation. Ist die Notwendigkeit und Bereitschaft des Ich/Selbst groß, den Stoffwechsel zu durchdringen, so kommt es zum Fieber. Beim kleinen Kind ist dieses Bedürfnis naturgegeben ausgeprägt, weil der gesamte Organismus noch von den individuellen Ich-Kräften entdeckt, geweckt und gewandelt werden muss, und so neigt das Kind leichter zum Fieber als Erwachsene. Kinder sind von Zeugung an eigene Wesen, die durch, aber nicht von den Eltern kommen. Fieberhafte Kinderkrankheiten sind nötig, um den Weg zur eigenen Individualität zu ebnen.

Was ist ein Fieberkrampf?

Unter diesem Phänomen versteht man Krämpfe, die in der frühen Kindheit vom ersten bis fünften Lebensjahr anlässlich von fieberhaften Erkrankungen auftreten, ohne dass eine entzündliche Veränderung des Gehirns vorliegt. Das unreife kindliche Gehirn reagiert auf Temperaturschwankungen wesentlich empfindlicher als später. Offenbar wird durch das Fieber die im Kindesalter bereits niedrige Krampfschwelle weiter gesenkt. Ein solcher Krampfanfall entsteht erfahrungsgemäß nach einem initialen, steilen Fieberanstieg.

Fieberkrampf Symptome

Nach einem raschen Temperaturanstieg verliert das Kind plötzlich das Bewusstsein. die Lippen können sich bläulich verfärben, Arme und Beine versteifen und zucken krampfartig. Nicht selten erbrechen die Kinder auch und verdrehen die Augen während des Anfalls.

Ist ein Fieberkrampf tödlich?

Für die Eltern ist das ein erschreckendes Ereignis und die Angst, das Kind könnte sterben, ist groß. Zum Glück besteht bei einem solchen generalisierten Krampfanfall jedoch keine Lebensgefahr. Bitte rufen Sie dennoch den Notarzt.

Fieberkrampf bei Kindern

Der Fieberkrampf ist in den ersten Lebensjahren kein seltenes Ereignis. 2-4 Prozent aller Kinder sind davon betroffen. Jedes dritte Kind hat nach dem ersten Krampfanfall binnen der nächsten zwei Jahre einen weiteren Anfall. Ab dem fünften Lebensjahr treten die Fieberkrämpfe in der Regel nicht mehr auf. Der Fieberkrampf mit Bewusstlosigkeit bis 5 Minuten und zum Teil bläulicher Hautfärbung erscheint meist viel gefährlicher, als er wirklich ist.

Nur bei 2 Prozent aller Kinder, die einmal einen Fieberkrampf hatten, ist das ein Erstsymptom für ein späteres wiederholtes Anfallsleiden. In Langzeitstudien konnte gezeigt werden, dass Kinder mit Fieberkrämpfen eine hervorragende Langzeitprognose haben. Fieberkrämpfe sind keine Vorboten einer Epilepsie. Auch wiederholte Fieberkrämpfe hinterlassen nie neurologische oder mentale Schäden und sind keine Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit. Fiebersenkende Mittel können keinen Fieberkrampf verhindern.

Ab wann Fieberkrampf?

Anzeichen für einen komplizierten Fieberkrampf (ca. 30 Prozent der Fälle), bei dem eine Klinikeinweisung und weitere Untersuchungen nötig sind:

  • Körpertemperatur < 38,5°C
  • Das betroffene Kind ist jünger als 6 Monate oder älter als vier Jahre
  • Anfallsdauer von über 15 Minuten
  • Häufige Anfälle während einer fieberhaften Erkrankung
  • Neurologische Ausfälle nach dem Krampf
  • Auffallende Veränderungen im EEG, noch nach 14 Tagen anhaltend. Ein EEG als diagnostische Maßnahme ist erst 14 Tage nach dem ersten Fieberkrampf sinnvoll. Bis dahin sollten sich die anfänglichen Veränderungen zurückgebildet haben.

Was tun bei Fieberkrampf?

  • Notarzt rufen
  • Ruhig bleiben
  • Kind nicht gewaltsam festhalten
  • Dem Kind nichts zwischen die Zähne schieben, weil das verschluckt werden kann
  • Stabile Seitenlage herstellen, für den Fall, dass das Kind erbricht
  • Stirn mit feuchtem Waschlappen kühlen
  • Kissen unter den Kopf legen

Behandlung von wiederholten Fieberkrämpfen

  • Angemessen warm genug anziehen, damit zu große Temperaturschwankungen vermieden werden
  • Homöopathische Konstitutionsbehandlung, die überschießende Reaktionen vermindert

Hierbei unterstütze ich Sie gerne als Ihr Heilpraktiker und Homöopath in München.

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