Lupus erythematodes

Was ist Lupus erythematodes?

Als Lupus erythematodes (lateinisch „lupus“ = Wolf; altgriechisch „erythema“ = Röte) wird eine chronisch-entzündliche Erkrankung bezeichnet, die zur Gruppe der Kollagenosen gezählt wird und damit zum Formenkreis der rheumatischen Erkrankungen gehört. Nur noch selten verwendete Bezeichnungen für Lupus erythematodes sind Wolfskrankheit, Schmetterlingskrankheit, Schmetterlingsflechte oder Schmetterlingserythem.

Wie alle Kollagenosen (z.B. Sjögren-Syndrom, Polymyositis bzw. Dermatomyositis, Sklerodermie), ist auch der Lupus erythematodes eine Autoimmunerkrankung, d.h. das Immunsystem erkennt körpereigene Strukturen irrtümlich als fremd und attackiert sie. Bei den Kollagenosen sind vor allem Bindegewebe und Blutgefäße Angriffsorte für das fehlgeleitete körpereigene Abwehrsystem; dabei kann prinzipiell jedes Organ betroffen sein.

Wer bekommt Lupus erythematodes?

Lupus erythematodes kann in jedem Lebensalter auftreten, meist beginnt er jedoch zwischen dem 16. und 46. Lebensjahr, wobei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen junge Frauen im gebärfähigen Alter sind.

Wie verläuft Lupus erythematodes?

Oft verläuft die Krankheit in Schüben; in den Phasen zwischen den einzelnen akuten Krankheitsepisoden bestehen kaum oder gar keine Beschwerden. Aber es kommt auch vor, dass die Erkrankung kontinuierlich voranschreitet. Die Intensität der Beschwerden kann jedoch im Laufe der Jahre nachlassen und auch die Schübe werden häufig seltener und weniger stark.

Ursache unklar

Das Immunsystem von Menschen, die an Lupus erythematodes erkrankt sind, produziert Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile (antinukleäre Antikörper, ANA), wodurch die betroffenen Zellen geschädigt werden. Welche Ursachen für eine Autoimmunkrankheit verantwortlich sind, ist bislang nicht vollständig geklärt.

Lupus erythematodes: Auslöser

Als mögliche Auslöser kommen, höchstwahrscheinlich auf dem Boden einer genetischen Veranlagung, verschiedene Umweltfaktoren, allen voran Infektionen, insbesondere Virusinfektionen (z.B. Epstein-Barr-Virus) und UV-Bestrahlung in Betracht. Tatsächlich kommt es vor, dass sich erste Symptome nach längeren Aufenthalten in der Sonne, z.B. im Urlaub, zeigen. Außerdem kann (zu viel) Sonnenlicht Schübe auslösen. 

Zudem spricht vieles dafür, dass weibliche Geschlechtshormone wie Östrogene beim Ausbruch der Autoimmunerkrankung eine wichtige Rolle spielen. Denn oft zeigen sich erste Symptome eine Lupus erythematodes während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt. Viele Frauen mit einem Lupus erythematodes erleben zudem, dass die Intensität ihrer Beschwerden oder auch der Beginn eines neuen Schubs zyklusabhängig sein kann.

Ein besonders kritischer Moment scheint dabei für viele vor allem die Zeit während der Monatsblutung zu sein, wenn der Progesteron-Spiegel im Vergleich zur Östrogenkonzentration im Blut bereits deutlich gesunken ist, also eine relative Östrogendominanz vorliegt. Auch stehen östrogenhaltige Verhütungsmittel („Pille“) und eine Hormonersatztherapie mit reinem Östrogen zur Milderung von Wechseljahrbeschwerden in Verdacht, einen ungünstigen Einfluss auf das Krankheitsgeschehen zu haben.  

Ein weiterer problematischer Faktor ist körperlicher oder seelischer Stress, der die Krankheitsaktivität – wie bei den meisten anderen Autoimmunkrankheiten auch – auslösen oder verstärken kann.  

Lupus erythematodes: verschiedene Krankheitsformen 

Der Lupus erythematodes ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern es werden unterschiedliche Formen unterschieden: der kutane Lupus erythematodes (CLE) und seine Subtypen, bei denen vor allem die Haut betroffen ist, sowie die systemische Form, die in der Regel schwerwiegender ist, weil meist auch innere Organe von den Entzündungsreaktionen erfasst werden.

Systemischer Lupus erythematodes

Beim systemisches Lupus erythematodes (SLE) sind nicht nur die Haut, sondern auch zahlreiche innere Organe in Mitleidenschaft gezogen.   

Der systemische Lupus erythematodes (SLE) wird neben dem kutanen Lupus erythematodes als Hauptform bezeichnet. „Systemisch“ bedeutet, dass sich das Krankheitsgeschehen im ganzen Körper abspielen kann: an der Haut, den Gelenken und Gefäßen, aber auch an verschiedenen inneren Organen wie Nieren, Lunge oder Herz. Dementsprechend ist das Krankheitsbild ausgesprochen vielfältig, wie auch der Krankheitsverlauf individuell unterschiedlich ist.

So kann ein systemischer Lupus erythematodes plötzlich (akut) oder allmählich (subakut) einsetzen, er kann schubweise auftreten oder konstant aktiv über viele Jahre bestehen. Um schwerwiegende Komplikationen vorzubeugen ist es wichtig, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt und zudem engmaschig, gegebenenfalls auch fachübergreifend, kontrolliert wird.

Kutaner Lupus erythematodes

Demgegenüber bleibt der kutane Lupus erythematodes auf Haut bzw. Unterhautfettgewebe beschränkt (lateinisch „kutan“ = zur Haut gehörend). Diese Krankheitsform wird jedoch in weitere Unterformen unterteilt, die sich in Bezug auf die jeweiligen Hauterscheinungen individuell ganz unterschiedlich äußern können.

Allen gemeinsam ist, dass sie jederzeit in einen systemischen Lupus erythematodes übergehen können.

Es existieren verschiedene Klassifikationen der vielfältigen Hautveränderungen, meist beziehen sich die Therapeuten auf die Düsseldorfer Klassifikation des kutanen Lupus erythematodes von 2004:

Akut kutaner Lupus erythematodes (ACLE)

Der akut kutane Lupus erythematodes (ACLE) tritt nicht selten im Rahmen eines systemischen Lupus erythematodes auf oder er kündigt seinen Beginn an. Es kommt aber auch vor, dass die Symptome auf die Haut beschränkt bleiben. In diesem Fall ist die Chance groß, dass der akut kutane Lupus erythematodes unter der Therapie (Link) vollständig ausheilt.

Subakut kutaner Lupus erythematodes (SCLE)

Der subakut kutane Lupus (SCLE) nimmt oft einen schubartigen Verlauf. In 10 bis 15 Prozent der Fälle geht er in einen systemischen Lupus erythematodes über. Manchmal leiden die Betroffenen jedoch auch unter Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, ohne dass hierfür ein konkretes Entzündungsgeschehen ermittelt werden kann.

Chronisch kutaner Lupus erythematodes (CCLE)

Zum chronisch kutanen Lupus (CCLE) gehören drei Untergruppen: der chronisch diskoide Lupus erythematodes (DLE), der am häufigsten ist, sowie der Chilblain Lupus erythematodes (CHLE) und der Lupus erythematodes profundus (LEP). Diese Subtypen können weitere Unterformen ausbilden oder sie treten in Kombinationen auf. Allen gemeinsam ist, dass sich die Symptome bevorzugt an Körperregionen zeigen, die der UV-Strahlung in besonderem Maße ausgesetzt sind, z.B. im Gesicht oder an der behaarten Kopfhaut, aber auch an Dekolletee oder am oberen Rücken. Sind auch Arme und Beine betroffen, zeigen sich die Hauterscheinungen häufig an ihren Streckseiten.   

Intermittierender kutaner Lupus erythematodes (ICLE)

Der intermittierende kutane Lupus (ICLE) wird oft auch als Lupus erythematodes tumidus (LET) bezeichnet. Häufig wird bei dieser Erkrankung eine besonders hohe Lichtempfindlichkeit beobachtet. Bei einigen Patienten kommt es – zumindest zeitweise – zu einer spontanen Rückbildung der Krankheitssymptome.

Neben dem systemischen und kutanen Lupus erythematodes sind bekannt:

Medikamenteninduzierter Lupus erythematodes (DIL)

Eine weitere Form ist der medikamenteninduzierte Lupus erythematodes (DIL), der durch bestimmte Medikamente wie Sulfasalazin, TNF-alpha-Antagonisten, Medikamente gegen Epilepsie oder bestimmte Antibiotika ausgelöst werden kann. Dieses Lupus-ähnliche Syndrom verschwindet im Allgemeinen jedoch nach dem Absetzen der Medikamente wieder.

Neonataler Lupus erythematodes (NLE)

Kinder von Müttern, die an einem Lupus erythematodes (oder an einer anderen Autoimmunerkrankung des Bindegewebes wie dem Sjögren-Syndrom) erkrankt sind, können einen neonatalen Lupus erythematodes (NLE) entwickeln. Verantwortlich sind dafür vermutlich bestimmte, im mütterlichen Organismus produzierte Autoantikörper, die während der Schwangerschaft durch den Mutterkuchen (Plazenta) in den Blutkreislauf des Ungeborenen gelangen. 

Symptome

Die Symptome wie auch der Krankheitsverlauf von Lupus erythematodes sind von Patient zu Patient verschieden – das gilt sowohl für die systemische wie auch für die kutane Form. Fast alle Lupus-Patienten leiden jedoch unter allgemeinen Beschwerden wie Leistungsschwäche, Abgeschlagenheit und Müdigkeit (Fatigue).  

Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Symptome

Viele SLE-Betroffene leiden unter Fieberschüben, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen und Hautveränderungen. Die typische schmetterlingsförmige Hautrötung im Gesicht, die auch Schmetterlingserythem genannt wird, tritt bei rund 60 Prozent der SLE-Betroffenen auf. Aber auch diffuser Haarausfall und/oder offene Wunden in Mund- oder Nasenschleimhaut sind charakteristische Begleiterscheinungen. 

Je nachdem, welches Organ(system) betroffen ist, sind weitere Krankheitsbilder mit den entsprechenden Symptomen möglich. Besonders häufig sind z.B. 

  • Nierenentzündungen. Eine solche Lupusnephritis äußert sich durch Eiweiß im Urin (Proteinurie) und eventuell auch durch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Durch die Entzündung kann sich die Nierenfunktion immer weiter verschlechtern – bis hin zu Nierenversagen. Es kann aber auch sein, dass eine Lupusnephritis erst einmal symptomlos bleibt. 
  • Herzerkrankungen wie eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) mit Flüssigkeitsansammlungen oder Herzmuskelentzündung (Myokarditis), auch die Herzinnenhaut kann sich entzünden.
  • Lungenerkrankungen (z.B. Lupuspneumonie, Lungenfellentzündung) mit Flüssigkeitsansammlungen; das Rippenfell kann ebenfalls beteiligt sein.
  • Entzündung der kleinen Blutgefäße (Vaskulitis)
  • Kopfschmerzen, aber auch Krampfanfälle oder kognitive Störungen und sogar Psychosen, wenn das Zentralnervensystem beteiligt ist.
  • Die Neigung zu Bindehautentzündungen, trockenen Augen (Sicca-Syndrom) oder auch zu krankhaften Veränderungen am Augenhintergrund, wenn sich die Erkrankung auch an den Augen manifestiert. 

Kutaner Lupus erythematodes (CLE): Symptome

Im Vordergrund des kutanen Lupus erythematodes stehen Veränderungen der Haut, die je nach Subtyp stark variieren. Häufige Symptome von krankhaften Hauterscheinungen wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen treten im Zusammenhang mit Lupus-Hautveränderungen meist nicht auf, jedoch sind die akut entzündeten Stellen oft berührungsempfindlich.

Akut kutaner Lupus erythematodes (ACLE): Symptome

Typische Symptome sind schmetterlingsförmige Rötungen auf Wangen und Nasenrücken. Manchmal tritt ein masernähnlicher Hautausschlag auch am ganzen Körper auf. Oft sind auch Rötungen oder erweiterte Blutgefäße im Nagelfalzbereich erkennbar. Eine weitere häufige Begleiterscheinung sind schmerzhafte Wunden in der Mundschleimhaut.

Subakut kutaner Lupus erythematodes (SCLE): Symptome

Meist sind Oberkörper und/oder die Streckseiten der Arme von symmetrisch angeordneten, schuppenden, kreisrunden Rötungen betroffen. Diese können girlandenförmig miteinander verschmelzen.

Chronisch kutaner Lupus erythematodes (CCLE): Symptome

Bei dieser Form weist jeder Subtyp unterschiedliche Symptome auf:

  • Chronisch diskoider Lupus erythematodes (DLE): Symptome
    Betroffen sind vor allem das Gesicht mit Wangen und Nasenrücken, aber auch die Kopfhaut, Ohrläppchen und Nacken: Es zeigen sich scheibenförmige (diskoide) rötliche, klar voneinander abzugrenzende Plaques, die von einer weißlichen Schuppenschicht überzogen sind. Oft sind auch die Haarfollikel in Mitleidenschaft gezogen, was Haarausfall zur Folge hat. Heilen die Hautveränderungen ab, hinterlassen sie sowohl auf der Haut als auch auf der Kopfhaut charakteristisch aussehende Narben. 
  • Chilblain Lupus erythematodes (CHLE): Symptome
    Typisch sind bläulich-rötliche, schmerzhafte Hautschwellungen, die vor allem durch die Einwirkung von Kälte entstehen und vornehmlich symmetrisch an beiden Füßen und Zehen sowie an den Fingern beider Hände auftreten. Diese Schwellungen können im weiteren Verlauf in polsterartige Knoten übergehen und/oder in Hautdefekte (Erosionen) münden. Der Chilblain Lupus erythematodes tritt primär in den feucht-kalten Jahreszeiten auf, in den Sommermonaten klingen die Beschwerden meist nahezu vollständig ab – bis die Außentemperaturen wieder deutlich sinken.
  • Lupus erythematodes profundus (LEP): Symptome
    Hier spielt sich das entzündliche Geschehen im Unterhautfettgewebe ab: Es bilden sich derbe Knoten insbesondere im Bereich von Gesäß und Oberschenkeln, aber auch von Schultern und Armen. Heilen sie ab, hinterlassen sie ausgeprägte Narben.

Intermittierender kutaner Lupus erythematodes (ICLE): Symptome

Scharf begrenzte, rote Plaques und Knoten zeigen sich vor allem im Gesicht, im Bereich des Oberkörpers und an den Streckseiten der Oberarme. Sie heilen ab, ohne Narben zu bilden. Menschen, die unter dieser Form des kutanen Lupus erythematodes leiden, sind stark lichtempfindlich.

Medikamenteninduzierte Lupus erythematodes (DIL): Symptome

Prinzipiell können alle Symptome auftreten, wie sie auch für den systemischen Lupus erythematodes charakteristisch sind, meist treten sie jedoch deutlich milder in Erscheinung. Eine Beteiligung der Nieren oder des Zentralnervensystems sind selten. 

Neonataler Lupus erythematodes (NLE): Symptome

Ein Neugeborenes, bei dem sich ein neonatales Lupus erythematodes entwickelt hat, leidet oft unter verschiedenen Symptomen. Häufigstes Krankheitszeichen sind Hauterscheinungen im Gesicht, die denen bei erkrankten Erwachsenen sehr ähnlich sind. Hinzu kommt oft eine Leberentzündung, und auch bestimmte Blutzellen können vermindert sein. Diese Krankheitszeichen bilden sich meist in den ersten ein bis zwei Lebensjahren zurück. Eine gefürchtete Komplikation sind schwere Herzrhythmusstörungen infolge einer geschädigten Erregungsleitung des Herzens (AV-Blockierung). Diese Herzerkrankung zieht den Einsatz eines Herzschrittmachers nach sich. 

Diagnose

Da es bis heute keine speziellen Tests gibt, mit denen sich ein Lupus erythematodes, insbesondere, wenn es sich um die systemische Form handelt, sicher erkennen lässt, kann eine Diagnose oft erst nach einer Reihe von Untersuchungen gestellt werden. Bei SLE kommt die Heterogenität des Krankheitsbilds hinzu, die vor allem im frühen Stadium der Erkrankung oft erst einmal keinen eindeutigen Befund zulässt.

Als diagnostische Hilfe dient deshalb ein Kriterienkatalog, den die US-amerikanischen und europäischen Fachgesellschaften ACR und EULAR für die Klassifikation des systemischen Lupus erythematodes entwickelt haben. Danach werden Kriterien wie Hauterscheinungen, Eiweiß im Urin (bei einer Nierenbeteiligung) oder auch signifikante Blutbildveränderungen nur dann als Lupus-Symptome gewertet, wenn es keine andere überzeugende Erklärung für sie gibt.   

Im Einzelnen umfasst die Diagnostik zunächst eine eingehende Anamnese und eine sorgfältige Abklärung der klinischen Krankheitszeichen, die gegebenenfalls durch den jeweiligen Facharzt abgeklärt werden müssen. 

Bei Verdacht auf einen kutanen Lupus erythematodes kann zur genaueren Untersuchung von Hautveränderungen eine Hautprobe zum Nachweis von Autoantikörpern im Gewebe wichtige Hinweise liefern. Auch ein Photoprovokationstest kann hilfreich sein: Hierfür wird ein Hautareal, auf dem keine Erscheinungen zu sehen sind, mit UVA- und UVB-Licht bestrahlt. Ziel ist es, festzustellen, ob sich in der Folge Hautveränderungen zeigen, die zum Symptombild eines Lupus erythematodes passen könnten.  

Sowohl bei der systemischen als auch bei der kutanen Form wird grundsätzlich eine Laboruntersuchung durchgeführt. Die diagnostischen Ziele sind:

Welche Blutwerte bei Lupus erythematodes?

  • Es soll festgestellt werden, ob eine Entzündung vorliegt; hierfür werden die Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit und der CRP-Wert bestimmt. 
  • Es wird nach spezifischen Antikörpern gesucht. Da sich bei 90 Prozent der Betroffenen antinukleäre Antikörper (ANA) nachweisen lassen – auch bei Patienten, bei denen der Lupus durch Medikamente verursacht wird – ist der Antikörpersuchtest unverzichtbar. Allerdings können antinukleäre Antikörper auch bei anderen chronisch-rheumatischen Erkrankungen positiv sein, deshalb gehört meist auch der Nachweis von verschiedenen Untergruppen von ANA zur Laboruntersuchung, allen voran Autoantikörper gegen doppelsträngige DNA (dsDNA-AK), die insbesondere für einen systemischen Lupus erythematodes spezifischer sind. 
  • Zudem geht vor allem die systemische Form des Lupus erythematodes oft mit bestimmten Blutbildveränderungen einher, etwa mit Blutarmut, einer verminderten Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und/oder der Blutplättchen (Thrombozyten). Auffällig oft sind zudem die Komplementfaktoren C3 und C4 bei einem SLE erniedrigt.

Bei ca. 70 Prozent der Betroffenen mit einem systemischen Lupus erythematodes sind auch die Nieren beteiligt. Da eine Lupusnephritis nicht immer sofort Symptome verursacht, gehören grundsätzlich eine Urinuntersuchung zum Nachweis von Eiweiß im Urin und bei einem unklaren Befund gegebenenfalls auch eine Nierenbiopsie zur SLE-Diagnostik.

Therapie

Angesichts der Vielzahl an Symptomen und verschiedenen Verlaufsformen gibt es beim Lupus erythematodes nicht die eine, für alle Betroffenen gleichermaßen gültige Behandlung. Sämtliche schulmedizinischen und komplementärmedizinischen Therapiemaßnahmen verfolgen jedoch das Ziel, Schübe möglichst zu vermeiden und im aktiven Krankheitsgeschehen mithilfe einer medikamentösen, auf die Krankheitssymptome ausgerichteten Behandlung, Symptome nachhaltig zu lindern und Organschädigungen möglichst zu vermeiden.

Mit schulmedizinischen Medikamenten ist ein Lupus erythematodes, wie alle Autoimmunerkrankungen, nicht heilbar. Daher ist das vorrangige Ziel der schulmedizinischen Therapie die Vermeidung von Auslösern für Schübe.

Lebenserwartung bei Lupus erythematodes

Die meisten Betroffenen haben heute eine normale Lebenserwartung. Sind Organe wie Herz oder Gefäße betroffen, kann es jedoch im akuten Schub zu Komplikationen kommen, die dann unter Umständen eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machen. Aber auch wenn kein stationärer Aufenthalt notwendig ist, bedeuten Phasen einer erhöhten Krankheitsaktivität eine große Belastung für den Betroffenen. Umso wichtiger ist – wann immer möglich – die bewusste Vermeidung von schubauslösenden Faktoren.

Wie können Schübe verhindert werden bei Lupus erythematodes?

  • Entscheidend ist ein konsequenter Lichtschutz bei Sonnenlicht, denn UV-Strahlung kann praktisch alle Formen des Lupus erythematodes aktivieren. Der Besuch von Solarien oder Sonnenbäder sollte für Lupus-Patienten grundsätzlich tabu sein. 
  • Eine Dysbiose muss behandelt werden.
  • Liegt ein Chilblain-Lupus erythematodes vor empfiehlt es sich, zusätzlich Hände und Füße vor Kälte schützen. Bei schmerzenden, geschwollenen Gelenken im Rahmen eines systemischen Lupus erythematodes können Kälteanwendungen jedoch helfen.
  • Oft empfiehlt es sich, auf die Einnahme von östrogenhaltigen Präparaten wie der Pille konsequent zu verzichten und eine andere Verhütungsmethode zu wählen. 
  • Ein gutes Stressmanagement hilft ebenfalls, Schüben vorzubeugen. Psychotherapie und geleitete Selbsterfahrung kann tiefe Stressmuster auflösen.
  • Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs können auch andere psychologische Verfahren, wie etwa ein Schmerzbewältigungstraining hilfreich sein. 
  • Je nach Symptombild können weitere Verfahren als Begleitmaßnahmen zur Anwendung kommen, etwa eine Atemtherapie bei Atembeschwerden oder eine Physiotherapie, um Muskeln und Gelenke beweglich zu halten.

Welche Medikamente bei Lupus erythematodes?

Der Einsatz von Medikamenten richtet sich vor allem nach der Schwere des Krankheitsbilds.

Medikamente bei leichtem Verlauf von Lupus erythematodes

In leichteren Fällen, z.B. wenn Gelenkbeschwerden im Vordergrund stehen, kann es sein, dass bereits die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) genügt, um die Symptome zu mildern. Sind Haut und Gelenke (Rheumatoide Arthritis) betroffen, haben sich Antimalariamittel (Hydroxychloroquin, Chloroquin) als wirksam erwiesen.

Medikamente bei mittelschweren bis schweren Verlauf von Lupus erythematodes

Bei einem mittelschweren bis schweren Verlauf sieht die Schulmedizin den Einsatz von Immunsuppressiva wie Methotrexat, Azathioprin und oder den monoklonalen Antikörper Belimumab vor – je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen. Ziel ist es, über eine Dämpfung der überschießenden Immunreaktionen regulierend auf die Krankheit einzuwirken.  

Medikamente bei ausgeprägten Hautbefall von Lupus erythematodes

Bei einem ausgeprägten Hautbefall kommen Salben und Cremes zur lokalen Behandlung (z.B. Kortison oder Tacrolimus) zur Anwendung. Mitunter kann aber auch bei der kutanen Form eine, meist zeitlich befristete, Kortisontherapie in Tablettenform angezeigt sein.

Medikamente bei akutem Schub von Lupus erythematodes

In den akuten Krankheitsphasen eines Lupus erythematodes ist die Gabe von Kortison in den meisten Fällen unverzichtbar. Bewährt hat sich die Kortisongabe als Stoßtherapie, bei der die Entzündungsreaktionen mithilfe einer zunächst hohen Dosierung rasch unterdrückt werden sollen. Anschließend wird die Dosis nach und nach verringert.

Was beachtet werden sollte bei der Einnahme von Kortison:

  • Zwischen sechs und acht Uhr morgens einnehmen.
  • Körperliche Aktivität und Bewegung helfen unerwünschte Folgen der Kortikoid-Behandlung zu vermeiden
  • Da Kortison bewirkt, dass der Körper weniger Salz ausscheidet, sollten Sie zudem auf eine salzarme Kost achten
  • Auf ausreichend Eiweiß und Kalzium aus pflanzlicher Nahrung achten.

Alternativ können Sie auch diese beiden Präparate einnehmen:

Osteo Calbon Komplex Gold, 90 Kapseln
Täglich 3 x 1 Kapsel oder 1 x 3 Kapseln mit viel Flüssigkeit außerhalb der Mahlzeiten einnehmen. Mit Calcium und Phosphor aus natürlicher Quelle, den Vitaminen K2 und D3 sowie mit den Spurenelementen Bor und Silicium. Hilft Osteoporose unter Kortisonmedikation zu vermeiden.

Aufbau Formula B-MAP 12, 120 Kapseln (3 Packungen für 3-Monats-Kur)
Täglich 2 x 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Enthält acht essentielle und vier bedingt essentielle Aminosäuren, welche als Bausteine der körpereigenen Proteine gelten. Proteine tragen zur Zunahme und zur Erhaltung von Muskelmasse bei. Zusätzlich leisten Proteine einen Beitrag zur Erhaltung der Knochen und unterstützen somit den menschlichen Stützapparat, was besonders älteren Personen und Patienten unter Kortisoneinnahme zugutekommt.

Richtige Ernährung

Generell sollten Lupus-Kranke eine möglichst gesunde Lebensführung mit einer ausgewogenen, gegebenenfalls auch in Form einer anti-entzündlichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung anstreben. Ratsam ist zudem, Übergewicht zu vermeiden, nicht zu rauchen und – wenn überhaupt – maßvoll Alkohol zu trinken.

Außerdem sollte der Blutdruck gut eingestellt sein und ebenso sollten die Blutfettwerte im Normbereich liegen.

MiraCHOL 3.0, 90 Kapseln  (ausreichend für 3 Monate)
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit einnehmen. Enthält pro Kapsel 3 mg hochwertiges Monacolin K aus rotem Reis und Weihrauch-Extrakt, die einen direkten Einfluss auf das Lipidprofil bei Hypercholesterolämie haben. Ergänzt wird die Rezeptur durch aktives Coenzym Q10, das dabei hilft die Blutfettwerte zu stabilisieren (senkt LDL/steigert HDL) und verhindert damit Arteriossklerose als Ursache von chronischen Herzerkrankungen. In einer Metaanalyse wurde das Potential von Coenzym Q10 zudem als nebenwirkungsfreie und wirkungsvolle Therapiemaßnahme bei Hypertonie bestätigt. Sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck konnte durch eine Q10-Substitution signifikant gesenkt werden.

Auf diese Weise wird zugleich einem Risiko für Arteriosklerose – und damit der Gefahr von Herz-Kreislauf-Komplikationen – entgegengewirkt, welches bei vielen Menschen mit Lupus erythematodes erhöht ist.

Natürliche Behandlung

Ein Teil der alternativmedizinischen Behandlung in der Praxis M. Breitenberger stellt die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen und Vitaminen dar, die bei chronischen Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes unerlässlich ist.

Ich stelle hier ein bewährtes ca. 3-monatiges Therapiekonzept vor, dass auch Menschen nutzen können, die nicht in die Praxis nach München kommen können. Bestellen Sie über die angelegten Links die 3 Präparate der Fa. Biogena, die ausgewählte Vitamine, Mikro- und Pflanzennährstoffe enthalten, die garantiert rein und frei von Farb-, Konservierungs- und technischen Hilfsstoffen sind.

Astragalus 300/12, 60 Kapseln (2 Packungen für 4 Monate)
Nehmen Sie täglich 1 Kapsel. Das krautige Gewächs mit vielfarbigen Blüten hat ihren Ursprung in den Bergregionen Chinas und gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Es wird nur die wertvolle Wurzel verarbeitet, die voll von wertvollen sekundären Pflanzenstoffen seit über 4000 Jahren in der traditionellen chinesischen Naturheilkunde als Stärkungsmittel und zur Regulation des Immunsystems eingesetzt wird.
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Colostrum 300, 90 Kapseln (3 Packungen für 3 Monate)
Täglich 3 x 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit über den Tag verteilt einnehmen. Diese bovine Erstmilch zeichnet sich durch spezielle Inhaltsstoffe aus, zu denen Immunglobuline (standardisierter IgG-Gehalt von >18 %), Glykoproteine, Polypeptide, Enzyme, Wachstumsfaktoren, essentielle Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente gehören. Eine wirkungsvolle Unterstützung des Immunsystems für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.
+
Multispektrum 24/7, 180 Kapseln (ausreichend für eine 3-Monats-Kur) 
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit, am besten über den Tag verteilt, einnehmen. Mit Magnesium, Zink, Eisen, Folsäure, Selen, Calcium, Vitamin D u.a.. Eine sinnvolle Basisversorgung mit dem gesamten Vitaminspektrum, wesentlichen Spurenelementen und wertvollen Pflanzenstoffen. Die umfassende Nährstoffversorgung mit 27 Vitalstoffen ist ideal zur Verbesserung der Vitamin- und Mineralstoffzufuhr – insbesondere bei einem erhöhten Bedarf, wie dies bei chronischen Entzündungen der Fall ist.

Eine ausgewogene Darmgesundheit ist die Basis für ein intaktes Immunsystems, da 70-80 Prozent des aktiven Immunsystems sich im Darm befinden. Informieren Sie sich über mögliche Blockaden des Heilungsverlaufs in Form einer Dysbiose und testen Sie, ob Sie davon betroffen sind mit dem Mikrobiom Stuhltest.

Homöopathie

Dem Lupus erythematodes liegt eine tiefgreifende Störung zugrunde. Ihrem Wesen entspricht, dass einzelne Symptome oder Symptomkombinationen akut erscheinen, der eigentliche Krankheitsprozess in Wahrheit jedoch chronisch ist. Dadurch wird das Krankheitsgeschehen immer wieder aufs Neue angeheizt. Deshalb spricht der Lupus erythematodes am besten auf eine individuell abgestimmte Homöopathische Konstitutionstherapie an.

Erstellungsdatum:

21.12.2020

Autoren:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath. Seit über 20 Jahren behandelt er in eigener Praxis schwerpunktmäßig Menschen mit Autoimmunerkrankungen, wie Lupus erythematodes. Autor von 2 Büchern zum Thema Autoimmunerkrankungen und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.

Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen:

Breitenberger / Schaenzler: Autoimmunerkrankungen in den Griff bekommen: Die besten ganzheitlichen Therapien (GU Ratgeber Gesundheit) 

Neue Therapien beim systemischen Lupus erythematodes, Zeitschrift für Rheumatologie; Ausgabe 4/2020

Lupus Erythematodes Langzeit Studie (LULA-Studie)

Systemischer Lupus erythematodes: Antikörper gegen Typ-1-Interferon-Rezeptor vermindert Krankheitsaktivtät deutlich, Deutsches Ärzteblatt 2020

Systemischer Lupus erythematodes 2020 – besseres Verständnis vereinfacht Management, M. Ahringer

Herold: Innere Medizin