Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Masernimpfung: Wie gefährlich sind Masern?

Seit einigen Jahren häufen sich in den Medien Artikel über die Kinderkrankheit Masern. Der offensive Stil der Berichterstattung, den Überschriften wie „Epidemien der Fahrlässigkeit“ und „Deutschland als Keimschleuder“ andeuten, gibt Anlass zu untersuchen, wie sehr wir tatsächlich von dieser Krankheit bedroht sind. Die Sterblichkeit an Masern lag in Deutschland in den 1990er-Jahren bei 0,005-0,01 Prozent; die volksgesundheitliche Gefahr ist also als gering!

Wie kommt es dann, dass eine Kinderkrankheit wie die Masern die Gesundheitsbehörden zu solch großen organisatorischen und finanziellen Anstrengungen veranlasst? Sind die Masern wirklich so gefährlich (geworden)? Und waren frühere Generationen, die akzeptierten, dass ihre Kinder die Masern im Kindesalter bekamen, wirklich so unwissend, fahrlässig oder gar verrückt, wie es heute dargestellt wird?

Impfkampagne

Für die derzeitige „Aufklärungskampagne“ über Masern gibt es im Wesentlichen drei Gründe. Politische, wirtschaftliche und medizinische Interessen sind im Gesundheitssystem untrennbar miteinander verwoben. Die derzeitige Mobilmachung hat ihren Ursprung in einem sehr ehrgeizigen Programm der WHO von 1984. Darin wurde beschlossen, bis zum Jahr 2000 neben Polio und Diphterie auch die Masern auszurotten.

Theoretisch ist das tatsächlich möglich, da der Mensch bei diesen drei Infektionskrankheiten der einzige Wirt des jeweiligen Erregers ist. Eine Immunität bei mindestens 95% der Bevölkerung über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten könnte daher zu einer Eliminierung des Erregers führen. Der naturwissenschaftlich denkende Mensch zögert nicht einen Augenblick, praktisch zu verwirklichen, was theoretisch möglich ist. Er stößt aber dabei zu seiner Enttäuschung immer wieder an seine Grenzen, was auch am Beispiel der Masern-Eliminierung zu sehen ist.

Ziel der Impfkampagne ist bisher nicht erreicht

Im Moment sind wir noch weit davon entfernt, das für 2000 angestrebte Ziel zu erreichen, da nur eine unzureichende Anzahl der deutschen Kinder ausreichend immunisiert sind. Bei Erwachsenen ist eine noch viel geringere Prozentsatz anzunehmen, da die Immunität nach einer Impfung nachlässt, sich aber nicht alle Erwachsenen nachimpfen lassen. Dann wurde als Ziellinie das Jahr 2010 festgesetzt – für die Staaten, die sich der WHO verpflichtet haben, blieb also nicht mehr viel Zeit.

Die deutschen Gesundheitsbehörden sahen sich einem enormen Zeitdruck ausgesetzt, wollten sie nicht 2010 wieder von der WHO als „impfmüdes“ Land wie Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz abgemahnt werden. Dieser Druck wird direkt weitergegeben an Eltern, die sich erlauben, kritisch und differenziert über Impfungen nachzudenken. Reinhard Kurth, ehemals Präsident des Robert-Koch-Institutes in Berlin, forderte „Strategien, um Ungeimpfte zu identifizieren“ und künftig noch „mehr politische Unterstützung auf allen Ebenen“.

Welche sozialen Auswirkung hat die Impfkampagne gegen Masern?

Derzeit müssen der Masern verdächtigte ebenso wie erkrankte Menschen namentlich dem Gesundheitsamt genannt werden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der deutsche Ärztetag befürworten eine Impfpflicht gegen Masern. Diese restriktive Forderung wird vielleicht dazu führen, dass staatlich geförderte Krippen, Kindergärten und Schulen künftig nur noch geimpfte Kinder aufnehmen.

Ungeimpfte, die Kontakt mit einer an Masern erkrankten Person haben, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen schon heute nicht mehr besuchen. Bei Familien mit mehreren Kindern trägt das zu Härtefällen durch lange Fehlzeiten in der Schule bei. Impfkritischen Ärzten, die sich dazu öffentlich äußern, werden berufsrechtliche Schritte seitens der Ärztekammer angedroht. So viel zur geforderten „politischen Unterstützung“.

Sprachrohr der Kampagne sind die öffentlichen Medien, die ein sehr einseitiges Bild der Masern zeichnen und stark polemisieren. Dies ist ein sehr bedenklicher Schritt in Richtung eines medizinischen Kommunismus, der dem Prinzip einer demokratischen Gesellschaft mit gleichberechtigter Willensbildung und Mitbestimmung widerspricht und deren Kern aushöhlt. Weitere Zwangs- und Notstandsverordnungen ohne Notstand könnten diesem Beispiel folgend in Zukunft leichter durchgesetzt werden.

Warum wird so massiv gegen Masern vorgegangen?

Darüber hinaus unterliegen öffentliche Empfehlungen im Gesundheitswesen auch immer dem Einfluss verschiedener wirtschaftlicher Interessensvertreter. An neuen Impfstoffen wird nicht im universitären, sondern nur im industriellen Sektor der Wissenschaft geforscht. Wissenschaft und Industrie bzw. deren Entscheidungsträger sind dabei persönlich und finanziell miteinander verbunden.

So wurde zum Beispiel die TOKEN-Studie, die Aussagen zu Todesfällen bei Kleinkindern zwischen dem 2. und 24. Lebensmonat trifft, von den Impfstoffherstellern Sanofi Pasteur und Glaxo Smith Kline finanziert. Fraglich bleibt, ob man davon wirklich objektive Aufklärung erwarten kann.

Kosten-Nutzen-Rechnungen führen im maroden deutschen Gesundheitssystem heute dazu, dass meist die kostengünstigere Alternative anstelle einer Erfolg versprechenderen medizinischen Maßnahme empfohlen wird. Impfungen sind vergleichsweise billig – die medizinische Behandlung von Masern ist für die Krankenkassen deutlich teurer. Eltern, die ein erkranktes Kind pflegen, tragen in dieser Zeit nicht zur Steigerung des Bruttosozialprodukts bei. Welcher Staat und welcher Arbeitgeber kann oder will sich das gegenwärtig leisten?

Ich erlebe in der Praxis immer wieder Eltern, die sich aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes scheuen, Fehlzeiten bei ihrem Arbeitgeber anzumelden und sich genötigt sehen, ihre Kinder impfen zu lassen. Gerade bei den Kinderkrankheiten zeigt sich, wie das Wissen um die Sinnhaftigkeit von Entwicklungsprozessen, die durch Krankheitsphasen angestoßen werden, immer mehr verdrängt wird von der Auffassung, Krankheit sei eine lästige „Betriebsstörung“.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der allzeit einsatzbereite, doppelverdienende Eltern gefordert sind, auch wenn die Bedürfnisse der heranwachsenden Generation dabei grob vernachlässigt werden und Kinder oft ohne Not schon im ersten Lebensjahr ganztägig fremdbetreut werden. Wer hier wirklich gefährlich erkrankt ist, wird sich noch zeigen. Sind es die Kinder, die Masern bekommen? Oder ist es vielmehr eine Gesellschaft, die zu restriktiven Maßnahmen greift, um kurzfristige Erfolge zu feiern, und dabei die langfristigen und womöglich fatalen Folgen ignoriert?

Welche medizinischen Argumente sprechen für oder gegen eine Masernimpfung?

Wie notwendig ist die Impfung, wie gut ist der Impfschutz, und können aus einer Impfung neue Probleme entstehen? Nach der UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind ein Recht auf Prävention. Es heißt, die Impfung könne eine Masernerkrankung effektiv verhindern. Neben dieser Aussage mutet die zwanghafte Überzeugungskampagne gegen Eltern, die ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen wollen, sehr wunderlich an.

Warum ist die Angst vor ein paar Ungeimpften groß, wenn der Impfschutz so effektiv ist? Vielleicht, weil die Impfung nicht so viel bringt, wie versprochen wird? Tatsächlich belegen Impfstatuserhebungen der Masernfälle aus dem Jahr 2004, dass 32% der Erkrankten geimpft waren. Die Impfung wird seit 1973 öffentlich empfohlen, um Komplikationen wie die Entzündung des Mittelohrs und der Lunge zu vermeiden.

Eine Gehirnentzündung tritt bei einem von tausend Erkrankten auf. Die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) als besonders gefürchtete Form der Hirnentzündung kann bei einem von 1 Mio. Erkrankten nach 6 bis 8 Jahren auftreten und verläuft dann sehr schwer. Komplikationen haben aber immer eine Vorgeschichte, zum Beispiel ein geschwächtes Immunsystem oder eine unsachgemäße Behandlung.

Komplikationen

Wenn anfängliches Fieber und der damit gewöhnlich auftretende Hautausschlag unterdrückt werden, führt das häufig dazu, dass die Krankheit „nach innen schlägt“ und das Gehirn befällt. Diese gefährliche Metamorphose von Hautausschlag zu Gehirnentzündung lässt sich erklären durch die Keimblattlehre der Embryologie.

Haut und Nerven-Sinnes-System entstehen aus dem sogenannten Ektoderm, einem der drei Keimblätter, aus dem sich alle Zellen und Organe differenzieren. Sie stehen ein Leben lang in kausaler Wechselwirkung. Wenn nun an einer Stelle dieses Systems etwas unterdrückt wird (Hautausschlag), tritt es an anderer Stelle in Erscheinung (Gehirnentzündung).

Vielleicht hatten unsere Großeltern weniger Angst vor Masernkomplikationen, weil sie aus Erfahrung um diesen Zusammenhang wussten und viel Aufmerksamkeit darauf richteten, den Ausschlag durch Hautreibungen, „Salzhemden“ etc. zu fördern, um Komplikationen zu vermeiden. Auch ist bekannt, dass sogar die beginnende Gehirnentzündung durch das Auftreten des typischen Hautausschlags bei Masern ausheilen kann. Nun wird aber von Befürwortern der Impfung versucht, solche Überlegungen als überflüssig abzutun; Kinderkrankheiten werden als Übel ohne Nutzen dargestellt, das wir unseren Kindern besser ersparen sollten.

Masernimpfung

Erzielt die Impfung die gleichen immunologischen Effekte wie die Erkrankung?

Angeblich soll die Impfung eine abgeschwächte Infektion unter kontrollierten Bedingungen hervorrufen und die gleiche Antwort des Immunsystems wie die Erkrankung erzielen. Durch fahrlässige Impflücken würden immer mehr Säuglinge und Erwachsene gefährdet. Darüber hinaus seien die Impfungen weitgehend frei von Nebenwirkungen und unbedenklich. Wenn all diese Argumente für eine Impfung zuträfen, erschiene jeder kritische Standpunkt tatsächlich als unverständlich und fahrlässig. Im Folgenden beziehe ich zu diesen Argumente Stellung.

In Ländern mit hohen Impfraten nehmen die Masernerkrankungen bei Säuglingen und Erwachsenen bedenklich zu. Die Impfung ruft eine abgeschwächte Infektion hervor – die „Impfmasern“. Das Immunsystem reagiert auf diesen schwächeren Reiz mit einer schwächeren Antwort als nach Kontakt mit dem Masern-Wildvirus. Die im Blut gemessenen Antikörperwerte sind nach der Impfung immer niedriger als nach der Infektionskrankheit.

Nach überstandener Masernerkrankung besteht ein lebenslanger Schutz, Zweiterkrankungen sind äußerst selten. Die Impfungen müssen dagegen lebenslang immer wieder aufgefrischt werden, weil die Immunität nachlässt. Dieser entscheidende Unterschied zwischen Impfung und Infektionskrankheit trägt dazu bei, dass eine Kinderkrankheit, die eigentlich typischerweise zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr auftritt, zunehmend bei Erwachsenen und dann mit einem viel höheren Komplikationsrisiko ausbricht.

Dürften Kinder typische Kinderkrankheiten wieder bekommen, könnte dieses Risiko vermieden werden. Diejenigen, die im Jugendalter noch keinen positiven Antikörper-Titer im Blut aufweisen, könnten dann mit viel geringeren Nebenwirkungen geimpft werden, um nicht im Erwachsenenalter zu erkranken.

Gestillte Säuglinge erkranken in den ersten neun Monaten nicht an Masern, wenn die Mutter Masern hatte („Nestschutz“). Kindern geimpfter Mütter kann kein Nestschutz vermittelt werden. So kommt es zu einem prozentualen Anstieg der Masern im Säuglingsalter mit schweren Verlaufsformen – nicht aufgrund der Impflücken, sondern eben wegen der Impfung, durch die ein von der Natur vorgesehener Schutz ausgehebelt wurde.

Sind Nebenwirkungen durch die Impfung zu befürchten?

Um Nebenwirkungen einer Impfung umfassend zu erkennen, reicht es nicht aus, die unmittelbar danach auftretenden Reaktionen wie Allergien, Krampfanfälle, Entwicklungsrückschritte und -verzögerungen etc. zu dokumentieren. Auch der scheinbare Nachweis, dass die Masernimpfung nicht ursächlich mit dem Auftreten von chronischen Darmentzündungen und Autismus zusammenhängt, ist noch keine Unbedenklichkeitsgarantie.

Wir wissen heute noch nicht, welche nachteiligen Auswirkungen die Anstrengungen der Naturwissenschaft für zukünftige Generationen haben. Es scheint, dass die Euphorie über das Machbare den kritischen Blick auf mögliche Folgen trübt. Unsere Kinder werden dabei die Leidtragenden sein, reagieren sie doch wie Seismographen auf Störungen seitens der vernünftigen Welt der Erwachsenen.

Mancher medizinische Fortschritt wird in der Zukunft die Menschen nicht weniger, sonders nur anders krank machen. Die Menschen und gerade die Kinder sind in den vergangenen Jahrzehnten nicht gesünder geworden, trotz oder wegen der massiven Anwendung von Medikamenten gerade im 1. Lebensjahr. Zu bemerken bleibt, dass 90% der im Kindesalter verordneten Medikamente für diese Altersgruppe nicht zugelassen sind.

Wie beeinflussen Impfungen das Immunsystem?

Impfungen beeinflussen das Immunsystem in einer Entwicklungsphase, in der es sich langsam ausbildet, differenziert und dabei äußerst störungsanfällig ist. Ein Immuntraining ist wie jedes Training nur dann sinnvoll, wenn Zeitpunkt und Maß der Übung angemessen sind. Impfungen sollen im 3. Lebensmonat die körpereigene Abwehr gegen 10 Krankheiten auf einmal trainieren – da liegt die Vermutung nahe, dass das in einigen Fällen zu einer Erschöpfung oder Störung des Immunsystems führen kann.

Die Zunahme von sogenannten atopischen Erkrankungen im Kindesalter – dazu zählen etwa Neurodermitis (ca. 20% aller Kinder; 80% erkranken bereits im 1. Lebensjahr), Heuschnupfen (ca. 15% aller Kinder) und allergisches Asthma bronchiale (ca. 10% aller Kinder) – zeugt von einer zunehmenden Sensibilität und Irritabilität des Immunsystems.

Alarmierend ist auch der Anstieg der Autoimmunkrankheiten, die heute zahlenmäßig die häufigsten chronischen Erkrankungen sind. Sie haben gemeinsam, dass das eigene Abwehrsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe bildet. Der Organismus scheint sich selbst fremd geworden zu sein. Bei diesen Krankheitsformen muss irgendwann eine massive Irritation des Immunsystems stattgefunden haben.

Impfungen und Krebs

Die tiefgreifendste Veränderung durch die Impfung ist die Beeinflussung der Polarität: Entzündung – Sklerose. Die Krankheiten haben sich gewandelt von hochfieberhaften bakteriellen Infektionen des Blut- und Stoffwechselsystems zu „kalten“ viralen, chronischen Erkrankungen vor allem des Nervensystems. Die Abnahme der fieberhaften Erkrankungen wird erkauft durch eine Reaktionsschwäche des Organismus.

Eine solche Anergie tritt immer als Vorstufe zur Allergie (Überreaktion des Immunsystems) und Krebs (Kapitulation des Immunsystems) auf. Anscheinend verhindert die Impfung relativ harmlose entzündliche Krankheiten, leistet damit aber schwersten sklerotischen Erkrankungen Vorschub, zu denen auch Krebs zählt. Studien zeigen (Albonico et al. 1998), dass das Krebsrisiko nach einer Masernerkrankung in der Kindheit auf Lebenszeit um 20% sinkt.

Das Immunsystem hat die Aufgabe, Schädliches vom Organismus fernzuhalten und die entarteten Zellen zu zerstören, die sich im Körper ständig bilden. Wenn dieses hochkomplexe System gestört wird, zum Beispiel durch Manipulation von außen in einer hochsensiblen Entwicklungsphase, folgt zum einen eine Immunschwäche, die sich als bekannte Infekthäufung ausdrückt. Zum anderen liegt es nahe, dass entartete Zellen nicht mehr erkannt und eliminiert werden können. Dies soll nicht heißen, dass Impfungen Krebs verursachen; sie können aber an einem so multifaktoriellen Geschehen durchaus beteiligt sein.

Vorteile durch Masern?

Dieses Thema ist äußerst komplex. An dieser Stelle kann ich nur einen Ausschnitt skizzieren aus der geisteswissenschaftlichen Forschung der anthroposophischen Medizin.

Gerade bei Kinderkrankheiten wird deutlich, dass die Erkrankung nicht nur ein Ergebnis infektiöser Prozesse der Vergangenheit ist, sondern auch eine in die Zukunft weisende Aufgabe hat. Im Krankheitsgeschehen wird Vergangenes überwunden, um Zukünftiges zu verwirklichen. Die Krankheit ist hier Mittel zum Zweck, um eine Neuordnung herzustellen.

Kinderkrankheiten können in diesem Sinne als „Inkarnationsprobleme“ gesehen werden. Der Mensch realisiert im „individuellen Selbstsein“ zugleich das „universelle Weltsein“, und so sind Individuation und Sozialisation elementare Themen des menschlichen Entwicklungsprozesses. Um diese beiden Pole der Entwicklung in Ausgleich zu bringen, sind Krankheit und Krise notwendig – denken wir nur an die psychische Problematik der Pubertätszeit.

Der physische Übergang vom Ich zur Welt wird repräsentiert von der Haut, die bei den Kinderkrankheiten Röteln, Windpocken, Masern und Scharlach Ort der Krankheitsauseinandersetzung ist. Auffällig ist, dass einige Kinderkrankheiten einen besonders hohen „Manifestationsindex“ haben. Dieser Index besagt, in wie vielen Fällen der Kontakt mit dem Erreger zur Krankheit führt.

An Masern erkranken 95 % der Infizierten, und man kann sich fragen, warum so viele Kinder diese Krankheit bekommen (sollen?). Masern scheinen die Kinderkrankheit zu sein, in der sich das inkarnierende Wesen am stärksten mit den vererbten Merkmalen vorhergegangener Generationen radikal auseinandersetzt, um sich zu individualisieren. Tatsächlich erlebt man nach den Masern bei genauer Betrachtung des Kindes beinahe immer eine auffallende, eigentümliche Veränderung in Haltung, Verhalten und Gesichtsausdruck. Das Kind wirkt als eigenständiges Wesen mehr auf dieser Welt angekommen.

Der Mensch muss nach dieser Auffassung krank werden können, um das individuelle Menschsein zu verwirklichen. Dies ist untrennbar mit der Frage nach der Freiheit verbunden: Auf geistiger Ebene bekommt der Mensch seine Freiheit durch das Zugeständnis der Irrtumsmöglichkeit. Auf seelischer Ebene wird der Mensch frei durch den Verlust der Instinkte, die das Tier zwar sicher, aber unfrei leiten. Auf organischer Ebene ist es die Möglichkeit zu erkranken, um Altes zu erneuern, welche die Errungenschaft der Freiheit mit sich bringt.

Diese Freiheit in der spezifisch menschlichen Entwicklung ist auch immer mit Unsicherheit verbunden. Eltern und Mediziner stehen vor der Herausforderung, sich dieser Gefahr in zumutbarem Maß zu stellen. Gerade die Kinderkrankheiten sind Kennzeichen von freier Individuation. Eine Impfpflicht richtet sich gegen freie und individuelle Entscheidung und Entwicklung.

Mit dieser Stellungnahme zum Thema Masern möchte ich anregen, trotz anhaltenden Drucks und angedrohten Impfzwangs vom Grundrecht der freien Meinungsbildung Gebrauch zu machen – gerade bei Fragen, die unsere Gesundheit betreffen. Hier ist noch mehr Selbstverantwortung, Mut  und Mitspracherecht gefragt als Hörigkeit auf Institutionen, deren Empfehlungen nicht ausschließlich auf medizinischen, sondern leider auch auf politischen und wirtschaftlichen Interessen basieren.

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