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Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Tetanus

Der Tetanuserreger kann sich nur unter Luftabschluss entwickeln. Es braucht also eine tiefe, verschmutzte, nicht blutende Wunde, um sich zu infizieren. Oberflächliche oder stark blutende Verletzungen, die mit Licht und Luft in Berührung kommen, stellen dagegen keine Gefahr dar. Das Risiko einer Tetanusinfektion ist in Deutschland für gesunde Kinder und Erwachsene äußerst gering. Wenngleich in einzelnen Fällen eine prophylaktische Tetanus-Impfung Sinn machen kann, halte ich es für nicht vertretbar alle Säuglinge ab dem 3. Lebensmonat dagegen zu impfen.

Häufigkeit

Tetanus ist weltweit verbreitet mit großen regionalen Unterschieden. Die Zahl der Neuerkrankten ist seit Jahren rückläufig. Dennoch erkranken und sterben vor allem in feuchtwarmen Ländern der sogenannten Dritten Welt mit schlechter medizinischer Versorgung heute noch viele Menschen an dieser Krankheit. Nach der Statistik der WHO wurden im Jahr 2009 weltweit 9.836 Neuerkrankungen gemeldet.

Darunter waren allein 4.713 Fälle von neonatalem Tetanus. Dieser tritt insbesondere in Entwicklungsländern bei Neugeborenen und Säuglingen auf, wenn Kinder unter unzureichenden hygienischen Bedingungen geboren werden, oder wenn der Nabel mit Pasten aus Erde zur Wundheilung versorgt wird, wie es traditionell bei manchen Völkern üblich ist.

Die Zahl der nicht gemeldeten Erkrankungs- und Todesfälle an Tetanus ist sicherlich viel höher. Im Jahr 2006 starben weltweit schätzungsweise ca. 290.000 Menschen an Tetanus, davon allein 250.000 an Tetanus neonatorum. Im Vergleich dazu sterben weltweit pro Jahr allein ca. 4 Millionen Kinder an Lungenentzündung. Kaum ein Elternpaar sorgt sich darum, dass seine Kinder an Lungenentzündung sterben könnten. Daran lässt sich gut die Macht der angstbasierten Manipulation erkennen.

Risiko

Tetanus-Erkrankungen bei gesunden Kindern sind in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten eine absolute Seltenheit. In Deutschland sind in den letzten Jahren maximal 15 Menschen pro Jahr an Tetanus erkrankt. Nach Angaben der STIKO (Ständige Impfkommission) waren dies durchwegs ältere, durch chronische Vorerkrankungen geschwächte Menschen.

Maximal zwei Todesfälle pro Jahr werden in Deutschland gemeldet – und das bei einem nachgewiesen unzureichendem Impfschutz vor allem bei Frauen von ca. 30 Prozent.

Aber auch bei einer maximalen Durchimpfungsrate von 95,7 Prozent, wie sie im Jahr 2010 deutschlandweit bei Schuleingangsuntersuchungen von über 620.000 5-jährigen Kindern ermittelt wurde, bleiben alljährlich wenigstens 26.000 Kinder ungeimpft. Das sind mindestens 260.000 Kinder bis zum Alter von zehn Jahren bzw. 390.000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche bis zum fünfzehnten Lebensjahr.

Man kann davon ausgehen, dass sich bis zu diesem Alter nahezu jedes Kind mehrmals leichter oder sogar schwer verletzt haben wird. Dennoch gab es in Deutschland in den letzten 30 Jahren keine Todesfälle von Kindern unter 15 Jahren.

Impfung

Eine Impfung wird empfohlen als Immuntraining zur Antikörperbildung und damit einem Schutz vor Tetanus, obwohl die durchgemachte Erkrankung selbst keine dauerhafte Immunität vermittelt und selbst Menschen mit hohem Antikörpertiter an Tetanus erkranken können. Bei Verdacht auf Tetanus steht als Therapie eine Passiv-Impfung zur Verfügung, die neben der gründlichen chirurgischen Wundversorgung und einer antibiotischen Therapie empfohlen wird.