Ernährung bei Fibromyalgie

Eine typische Fibromyalgie-Diät gibt es nicht. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sich der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen lässt, wenn man einer abwechslungsreichen, anti-entzündlichen Ernährung den Vorzug gibt. „Anti-entzündlich“ bedeutet, dass die Ernährung reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Nüssen ist: Diese Lebensmittel versorgen den Körper ausreichend mit antioxidativen Stoffen, die freie Radikale einfangen und deshalb entzündungshemmend wirken. 

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Neben einer überwiegend pflanzlichen Kost gehört zu einer anti-entzündliches Ernährung auch, Speisen mit kaltgepressten pflanzlichen Ölen zuzubereiten, die wie Lein-, Raps-, Walnuss- oder Olivenöl einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren haben. Auch fettreiche Fischarten wie Thunfisch, Lachs oder Makrele sind gute Omega-3-Fettsäure-Lieferanten und sollten daher mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan einer anti-entzündlichen Ernährungsweise stehen. 

Für den täglichen Eiweißbedarf empfiehlt es sich, Milchprodukte – sofern überhaupt verträglich – in Maßen zu essen und stattdessen pflanzlichen Eiweißlieferanten wie Hülsenfrüchten oder Lupinenprodukten den Vorzug zu geben.

Weil Fibromyalgie auch mit einem erniedrigten Serotoninspiegel in Verbindung gebracht wird, wird den Betroffenen oft empfohlen, bevorzugt Lebensmittel zu essen, die wie Bananen oder Avocados reich an Serotonin sind. Allerdings: Das Serotonin aus der Nahrung dringt nicht ins Gehirn vor, da es nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Besser ist es, auf Nahrungsmittel zu setzen, die die Aminosäure Tryptophan enthalten, sie ist nämlich eine Vorstufe von Serotonin (und Melatonin) und kann vom Körper nicht selbst gebildet werden. Gute Tryptophan-Lieferanten sind zum Beispiel Sojabohnen, Cashewkerne, Erdnüsse, Thunfisch oder Linsen.

Meiden sollten Sie:

  • Fleisch und Wurstwaren: Fleisch – vor allem Schweinefleisch – ist reich an Arachidonsäure, und diese Omega-6-Fettsäure fördert Entzündungsprozesse.
  • Alkohol
  • Kaffee
  • Schokolade
  • Weizen- und Hartweizenprodukte
  • Palmfett

Ich empfehle Fibromyalgie-Patienten eine antientzündliche Ernährung, wie sie auch bei Autoimmunerkrankungen angeraten wird.

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Erstellungsdatum:

16.07.2021

Autoren:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath in eigener Praxis seit über 20 Jahren. Behandelt schwerpunktmäßig Menschen mit psychosomatischen Beschwerden. Autor von zwei Gesundheitsratgebern und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.

Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen:

Deutsche Fibromyalgie Vereinigung und Deutsche Rheuma-Liga und Deutsche Schmerzgesellschaft: Patientenversion der wissenschaftlichen Leitlinie „Definition, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“ (S3-Leitlinie, Stand 3/2017)

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) – Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Fibromyalgiesyndrom

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Deutsche Rheuma-Liga