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Fieber und Fieberkrampf bei Kindern

Verfasst von Markus Breitenberger, Heilpraktiker · Geprüft von Dr. Nicole Schaenzler, Medizinredakteurin · Qualitätsrichtlinien

Aktualisiert am 20. Oktober 2026

Ihr Kind glüht, und Sie fragen sich, ob Sie das Fieber senken oder zum Arzt gehen sollten? Dieser Ratgeber erklärt, ab welcher Temperatur Kinder Fieber haben, wie Sie richtig messen, was Ihrem Kind jetzt guttut und bei welchen Warnzeichen es sofort ärztliche Hilfe braucht, auch bei einem Fieberkrampf.

Kurz zusammengefasst:

  • Fieber ist meist eine Abwehrreaktion des Körpers auf einen Infekt, bei Kindern am häufigsten auf Viren; die erhöhte Temperatur kann die Immunabwehr unterstützen.
  • Von Fieber spricht man bei Kindern laut Deutscher Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ab einer rektal gemessenen Temperatur über 38,5 °C, bei Neugeborenen ab 38 °C.
  • Fieber muss nicht automatisch gesenkt werden; entscheidend ist, wie es Ihrem Kind geht. Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) ist für fiebernde Kinder ungeeignet.
  • Säuglinge unter drei Monaten mit 38 °C oder mehr sowie Kinder mit Atemnot, Teilnahmslosigkeit oder einem Hautausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt, brauchen sofort ärztliche Hilfe.
  • Ein Fieberkrampf (Krampfanfall bei Fieber) betrifft 2 bis 5 Prozent der Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren, ist meist harmlos, beim ersten Mal sollten Sie aber immer den Notruf 112 wählen.

Inhaltsverzeichnis

  • Fieber bei Kindern: Ursachen
  • Ab wann hat ein Kind Fieber?
  • Fieber messen bei Kindern: So geht es richtig
  • Fieber bei Kindern: Wann zum Arzt?
  • Fieber bei Kindern: Was tun?
  • Soll man Fieber bei Kindern senken?
  • Was ist ein Fieberkrampf?

Fieber bei Kindern: Ursachen

Ein Junge trägt einen Schal um den Hals und ein Fieberthermometer im Mund.

Die häufigste Ursache für Fieber bei Kindern sind Virusinfekte wie Erkältung, Grippe oder Magen-Darm-Infekt. Seltener stecken bakterielle Infektionen dahinter, zum Beispiel eine Mittelohr-, Harnwegs- oder Lungenentzündung.

Typische Auslöser von Fieber bei Kindern sind:

  • Mittelohrentzündung
  • Bronchitis
  • Mandelentzündung
  • Blasen- oder Harnwegsentzündung
  • Magen-Darm-Infektion
  • Kinderkrankheiten (Scharlach, Masern etc.)
  • Erkältung
  • Flüssigkeitsmangel (“Durstfieber”)
  • Impfreaktionen (leichtes bis mäßiges Fieber 1 bis 3 Tage nach einer Impfung ist eine normale Immunantwort).

Seltener sind schwere Infektionen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung die Ursache; sehr selten stecken entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes oder der Gelenke oder eine Blutkrankheit dahinter. Deshalb gehört länger anhaltendes oder unerklärtes Fieber immer in kinderärztliche Abklärung.

Nicht immer lässt sich eine klare Ursache finden. Die gute Nachricht: Die meisten fieberhaften Infekte bei Kindern heilen innerhalb weniger Tage ohne Komplikationen aus.

Wird Ihr Kind immer wieder krank und möchten Sie das Immunsystem ganzheitlich betrachten lassen, können Sie hier einen Termin in meiner Praxis in München vereinbaren. Bei akutem Fieber ist die Kinderarztpraxis die richtige Anlaufstelle.

Termin: Vor Ort oder Video

Ab wann hat ein Kind Fieber?

Ein Kind hat Fieber, wenn die rektal gemessene Temperatur über 38,5 °C liegt; zwischen 37,6 und 38,5 °C spricht man von erhöhter Temperatur. Bei Neugeborenen im ersten Lebensmonat gilt bereits eine Temperatur ab 38 °C als Fieber. (Quelle DGKJ 2018)

Die Körpertemperatur von Kindern liegt etwas höher als die von Erwachsenen und steigt abends sowie nach Toben oder Anstrengung leicht an. Die folgenden Werte gelten für die Messung im After (rektal) oder im Ohr.

36,5 bis 37,5 °C
Normale Körpertemperatur, kein Fieber.

37,6 bis 38,5 °C
Erhöhte Temperatur (subfebrile Temperatur). Ihr Kind braucht jetzt vor allem Ruhe, Zuwendung und ausreichend zu trinken. Viele Kinder genießen es, in dieser Zeit ganz im Mittelpunkt zu stehen.

38,6 bis 40,0 °C
Fieber. Ihr Kind gehört nach Hause, ins Bett oder aufs Sofa, so wie es sich wohlfühlt. Es ist in Ordnung, wenn es kaum isst; wichtig ist, dass es genug trinkt. Wirkt Ihr Kind stark beeinträchtigt, rufen Sie Ihre Kinderarztpraxis oder außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst an (in Deutschland 116 117, in Österreich 1450).

Über 40,0 °C
Hohes Fieber. Lassen Sie Ihr Kind bitte noch am selben Tag kinderärztlich untersuchen, vor allem wenn das Fieber schnell über 40,5 °C steigt oder zusätzlich Schmerzen bestehen. Bei Warnzeichen wie Atemnot oder Teilnahmslosigkeit wählen Sie den Notruf 112.

Fieber messen bei Kindern: So geht es richtig

Am genauesten messen Sie Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern im After (rektal) mit einem digitalen Thermometer. Die Messung im Ohr geht schneller, ist aber ungenauer, etwa bei Ohrenschmalz oder falscher Haltung; im Mund und unter der Achsel liegen die Werte niedriger.

Fieber messen im Ohr

Normaltemperatur: bis 37,5 °C

Ein Ohrthermometer misst die Wärmestrahlung des Trommelfells mit einem Infrarotsensor; das Ergebnis liegt nach wenigen Sekunden vor. Die Messung ist schnell und für Kinder angenehm, aber ungenauer als die rektale Messung.

Damit der Sensor das Trommelfell erfasst, ziehen Sie die Ohrmuschel leicht nach hinten oben, so wird der gebogene Gehörgang gerade; lassen Sie sich das am besten einmal in der Kinderarztpraxis zeigen. Erfasst das Gerät nur den Gehörgang, kann der Wert bis zu 1 °C zu niedrig ausfallen. Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen sowie bei einer Ohrenentzündung messen Sie besser rektal.

Wichtig ist, die Vorgaben des Herstellers genau zu beachten, da bei einer nicht ganz korrekten Messmethode die Werte ziemlich schwanken können.

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Ohrthermometer für zu Hause Wenn Sie lieber im Ohr messen, achten Sie auf eine kurze, abgerundete Messspitze und vorgewärmte Sonde. Ein Beispiel:

Braun ThermoScan 5
Infrarot-Ohrthermometer – misst die Temperatur im Ohr mit einem Infrarotsensor und einer vorgewärmten Messspitze; mit Schutzkappen zum Wechseln.

Hinweis: Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen ist die rektale Messung genauer. Ein Thermometer ersetzt keine ärztliche Untersuchung, wenn Ihr Kind krank wirkt.

Sie können im Zweifel anfangs auch im Ohr und rektal messen und die Werte vergleichen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Fieber rektal messen beim Baby: So geht es

Normaltemperatur: bis 37,5°C

Fieber rektal zu messen ist bei Babys und Kleinkindern die genaueste Methode, wenn auch etwas umständlicher.

Fieber messen im Mund

Normaltemperatur: bis 37,0°C

Die im Mund gemessene Temperatur liegt etwa 0,5 °C unter der rektal gemessenen. Für Kinder unter etwa 5 Jahren ist die Messung im Mund ungeeignet, weil sie das Thermometer nicht zuverlässig unter der Zunge halten.

Fieber messen unter der Achsel

Normaltemperatur: bis 36,5°C

Die Messung unter der Achsel ist am ungenauesten und liegt meist deutlich unter der Körperkerntemperatur. Nutzen Sie sie nur zur groben Orientierung und messen Sie bei auffälligen Werten rektal nach.

Eine Skala von 35 Grad bis 41 Grad zeigt auf, ob bei erhöhten oder sehr niedrigen Körpertemperaturen ein Arzt gerufen werden sollte.

Fieber bei Kindern: Wann zum Arzt?

Säuglinge unter drei Monaten mit einer Temperatur ab 38 °C müssen sofort ärztlich untersucht werden, Babys zwischen drei und sechs Monaten ab 39 °C. Ältere Kinder sollten Sie vorstellen, wenn das Fieber länger als drei Tage anhält oder Ihr Kind deutlich krank wirkt. (NICE NG143)

Wählen Sie den Notruf 112 oder fahren Sie in eine Kinderklinik, wenn Ihr Kind:

  • als Säugling unter drei Monaten 38 °C oder mehr hat und Sie Ihre Kinderarztpraxis nicht sofort erreichen
  • kaum noch trinkt, auffallend blass, grau oder bläulich aussieht, schwer weckbar oder teilnahmslos ist oder ungewöhnlich schrill schreit
  • Fieber schnell über 40,5 °C steigt
  • starke Kopf- oder Bauchschmerzen hat oder den Nacken nicht beugen kann
  • schnell und angestrengt atmet, mit den Nasenflügeln atmet oder Atemnot hat
  • einen Krampfanfall hat
  • einen Hautausschlag mit kleinen roten oder violetten Punkten hat, der sich mit einem Glas nicht wegdrücken lässt
  • kaum nasse Windeln hat, trockene Lippen oder eine eingesunkene Fontanelle (Zeichen von Austrocknung).

Fieber bei Kindern: Was tun?

Bei Fieber braucht Ihr Kind vor allem Ruhe, Flüssigkeit und Ihre Nähe. Das können Sie tun:

  • Etwa alle halbe Stunde etwas zu trinken anbieten, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee; Säuglinge häufiger stillen oder Fläschchen geben
  • Für viel Frischluft sorgen, aber Luftzug vermeiden
  • Nicht zu warm anziehen und nicht dick zudecken, damit der Körper Wärme abgeben kann
  • Zu Hause bleiben, bis Ihr Kind mindestens einen Tag fieberfrei ist
  • Für ruhige, geborgene Atmosphäre sorgen
  • Ruhige Beschäftigungen wie Vorlesen, Erzählen oder Kuscheln
  • Die Temperatur zwei- bis dreimal täglich und bei Verschlechterung messen.

Globuli bei Fieber für Kinder

Viele Eltern geben bei Fieber homöopathische Globuli. Diese ersetzen bei Warnzeichen nicht den Weg zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt. Welche Mittel in der Homöopathie bei Fieber üblicherweise genannt werden, erklärt der Ratgeber Homöopathie bei Fieber.

Wenn Sie Ihr Kind homöopathisch begleiten lassen möchten, ergänzend zur kinderärztlichen Betreuung, können Sie in meiner Münchner Praxis einen Termin vereinbaren:

Termin: Vor Ort oder Video

Wadenwickel bei Fieber: Anleitung für Kinder

Wadenwickel können bei hohem Fieber zusätzlich Wärme entziehen und vielen Kindern Erleichterung verschaffen, wenn Arme und Beine warm sind. Wichtig ist, dass das Wasser nur lauwarm und nie kalt ist.

  • Bei Kindern ab 6 Monaten mit hohem Fieber und Unruhe
  • Nie bei kalten Füßen oder Beinen; wenn die Gliedmaßen kühl sind, insbesondere die Waden, kann man davon ausgehen, dass das Fieber weiter steigt. Machen Sie in diesem Fall lieber eine Waschung mit Zitronenwasser (s. unten)
  • Wasser lauwarm, etwa 2 Grad unter der gemessenen Körpertemperatur, nie kalt
  • Abbrechen, wenn die Füße kalt werden

Füllen Sie eine Schüssel mit warmem Wasser und geben Sie den Saft einer Zitrone oder 1/2 Glas Obstessig dazu. Tauchen Sie zwei Baumwoll- oder Leinentücher hinein, wringen Sie die Tücher so aus, dass sie nicht mehr tropfen, und wickeln Sie je ein Tuch um jede Wade vom Knöchel bis hoch zum Knie. Anschließend wickeln Sie die Beine in ein trockenes Handtuch ein und lassen den Wickel etwa 10 Minuten wirken. Wechseln Sie die Tücher nach 10 Minuten – ggf. früher, wenn Tücher warm geworden sind. Sie können die Anwendung bei Bedarf noch drei bis vier mal mit einer halben Stunde Abstand wiederholen.

Waschungen mit Zitronenwasser bei Fieber

  • Bei kühlen Armen und Beinen während des Fiebers
  • Für Kinder geeignet ab 3 Monaten
  • Wassertemperatur ca. 2 Grad unter der gemessenen Körpertemperatur

Verdünnen Sie den Saft einer ungespritzten Zitrone mit 1 bis 2 Liter warmen Wasser. Ritzen Sie die Schale der Zitrone zusätzlich mit einem Küchenmesser ein und legen sie die Schale in das Wasser, damit auch das Zitronenöl austreten kann. Waschen Sie damit das Kind von Kopf bis Fuß vorsichtig ab, trocknen Sie jeden Körperteil sofort ab und decken Sie das Kind danach gleich wieder zu.

Fiebertee für Kinder: Lindenblüten, Holunder, Kamille

Ein klassischer Fiebertee für Kinder wird aus Lindenblüten, Holunderblüten und Kamillenblüten zu gleichen Teilen gemischt. Warm getrunken, hilft er vor allem dabei, dass Ihr Kind bei Fieber genug Flüssigkeit aufnimmt. So bereiten Sie ihn zu:

  • Lindenblüten, Holunderblüten und Kamillenblüten zu gleichen Anteilen von je 30 Gramm mischen lassen
  • Einen Teelöffel davon mit heißem Wasser in einer Tasse aufgießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und dann abgießen

Kinder ab dem ersten Geburtstag mögen den Tee oft lieber mit etwas Honig. Säuglingen unter zwölf Monaten dürfen Sie keinen Honig geben, weil er Sporen des Botulismus-Erregers enthalten kann.

Soll man Fieber bei Kindern senken?

Fieber bei Kindern muss nicht automatisch gesenkt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sieht keine feste Grenze: Ist Ihr Kind wach und trinkt genug, werden Temperaturen um 39 °C oft gut vertragen. Fiebersenkende Mittel sind sinnvoll, wenn Ihr Kind sichtlich leidet, schlecht schläft oder nicht mehr trinkt, in der Regel spätestens über 40 °C.

Erhöhte Körpertemperatur kann die Immunabwehr unterstützen: Sie aktiviert Abwehrzellen und kann die Vermehrung mancher Erreger bremsen (Evans et al. 2015).

Wenn Sie Fieber senken, eignen sich Paracetamol oder Ibuprofen als Saft oder Zäpfchen, dosiert nach Gewicht und Alter laut Packungsbeilage. Wechseln Sie die Wirkstoffe nicht ab und kombinieren Sie sie nicht. Ibuprofen sollte Ihr Kind nur bekommen, wenn es ausreichend trinkt. Wichtig zu wissen: Fiebersenken beugt Fieberkrämpfen nicht vor (Offringa et al. 2021).

Senken Sie das Fieber bei Kindern nie mit Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin). ASS kann bei fiebernden Kindern das seltene Reye-Syndrom auslösen, eine schwere Schädigung von Gehirn und Leber, die in einer großen US-Auswertung in etwa drei von zehn Fällen tödlich verlief (Belay et al. 1999).

Was ist ein Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der bei Kindern zwischen etwa 6 Monaten und 5 Jahren während einer fieberhaften Erkrankung auftritt, ohne dass eine Infektion des Gehirns oder eine Epilepsie dahintersteckt. Er betrifft 2 bis 5 Prozent aller Kinder.

Das unreife kindliche Gehirn reagiert auf Temperaturschwankungen wesentlich empfindlicher als später. Offenbar wird durch das Fieber die im Kindesalter bereits niedrige Krampfschwelle weiter gesenkt.

Oft tritt der Fieberkrampf zu Beginn eines Infekts auf, manchmal bevor die Eltern das Fieber überhaupt bemerkt haben.

Fieberkrampf: Symptome

Bei einem Fieberkrampf verliert das Kind plötzlich das Bewusstsein, Arme und Beine versteifen sich oder zucken rhythmisch, die Augen können verdreht sein und die Lippen sich bläulich verfärben. Manche Kinder erbrechen. Danach sind sie meist eine Weile müde und schläfrig.

Ist ein Fieberkrampf gefährlich?

Ein einfacher Fieberkrampf ist für Kinder in aller Regel nicht gefährlich, auch wenn er für Eltern sehr beängstigend ist. Kinder mit einfachen Fieberkrämpfen entwickeln sich normal, und das Risiko für eine spätere Epilepsie ist nur gering erhöht. Beim ersten Fieberkrampf sollten Sie trotzdem immer den Notruf 112 wählen, damit eine Ärztin oder ein Arzt andere Ursachen ausschließt.

Etwa jedes dritte Kind hat nach dem ersten Fieberkrampf bei einem späteren Infekt einen weiteren (Offringa et al. 2021). Nach dem fünften Geburtstag treten Fieberkrämpfe nur noch selten auf.

Nach einem einfachen Fieberkrampf entwickeln etwa 1 bis 2 Prozent der Kinder später eine Epilepsie, kaum mehr als Kinder ohne Fieberkrampf (AAP 2011). Bleibende Schäden durch einfache Fieberkrämpfe sind nicht bekannt.

Komplizierter Fieberkrampf: Wann ins Krankenhaus?

Ein Fieberkrampf gilt als kompliziert, wenn eines dieser Zeichen zutrifft; dann sind eine Untersuchung in der Klinik und meist weitere Tests nötig:

  • Der Krampf dauert länger als 15 Minuten
  • Er betrifft nur eine Körperseite oder einen Arm oder ein Bein
  • Ihr Kind krampft innerhalb von 24 Stunden mehrmals
  • Nach dem Krampf bleiben Lähmungen, Sprachstörungen oder andere Auffälligkeiten
  • Ihr Kind ist jünger als 6 Monate.

Was tun bei Fieberkrampf?

Bei einem Fieberkrampf ist das Wichtigste, Ruhe zu bewahren, Ihr Kind vor Verletzungen zu schützen und die Dauer des Anfalls im Blick zu behalten:

  • Ruhig bleiben und auf die Uhr schauen, um die Dauer des Anfalls zu kennen
  • Notruf 112 wählen, beim ersten Fieberkrampf immer, sonst wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert
  • Harte oder spitze Gegenstände wegräumen und den Kopf weich abpolstern
  • Ihr Kind nicht festhalten und ihm nichts in den Mund oder zwischen die Zähne schieben
  • Nach dem Krampf in die stabile Seitenlage bringen, damit Erbrochenes abfließen kann
  • Ein vom Kinderarzt verordnetes Notfallmedikament nach Anweisung geben.

Wiederholte Fieberkrämpfe: Was Eltern tun können

Hat Ihr Kind schon einmal einen Fieberkrampf gehabt, verschreibt die Kinderärztin oder der Kinderarzt häufig ein Notfallmedikament, das Sie bei einem längeren Anfall geben können. Fiebersenkende Mittel können einem erneuten Krampf nicht vorbeugen (Offringa et al. 2021).

Manche Eltern wünschen sich zusätzlich eine homöopathische Konstitutionsbehandlung; sie kann die kinderärztliche Betreuung ergänzen, aber nicht ersetzen.

Für ein Gespräch über eine begleitende homöopathische Behandlung Ihres Kindes können Sie in meiner Münchner Praxis einen Termin vereinbaren:

Termin: Vor Ort oder Video

Hinweis zu diesem Artikel: Säuglinge unter drei Monaten mit einer Temperatur ab 38 °C gehören immer sofort in ärztliche Hand, ebenso Kinder mit Atemnot, Teilnahmslosigkeit, einem nicht wegdrückbaren Hautausschlag oder einem ersten Fieberkrampf. Dosieren Sie Fiebermittel nach Gewicht laut Packungsbeilage; Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) ist für Kinder ungeeignet. Globuli ersetzen keine kinderärztliche Untersuchung.

Über den Autor

Markus Breitenberger, Heilpraktiker in MünchenMarkus Breitenberger, Heilpraktiker für ganzheitliche Medizin mit Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen, Schilddrüse, hormonelle Beschwerden und chronische Erschöpfung

Markus Breitenberger führt seit über 25 Jahren eine eigene Praxis für Komplementärmedizin in München. In seiner Arbeit verbindet er naturheilkundliche Erfahrung mit einer wissenschaftlich fundierten Analyse von Symptomen, Laborwerten und möglichen Ursachen chronischer Beschwerden. Sein Wissen teilt er regelmäßig in Ratgeber- und Fachartikeln. Zudem ist er Buchautor von zwei Gesundheitsratgebern, die im Gräfe und Unzer Verlag erschienen sind.

Erfahren Sie mehr über Markus Breitenberger und seine Praxisphilosophie.

Alle Ratgeber-Artikel werden von Medizinredakteurinnen mit über 20 Jahren Berufserfahrung fachlich geprüft.

Transparenz- & Gesundheitshinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Setzen Sie verordnete Medikamente oder laufende Behandlungen nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei akuten oder sich verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich umgehend an eine Arztpraxis oder den Notruf 112. Genannte Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit besprechen Sie die Einnahme bitte vorher ärztlich oder heilpraktisch. Mit * gekennzeichnete Links und mit „Anzeige“ markierte Boxen sind Affiliate-Links (Werbung): Bei einem Kauf erhalte ich eine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): Mein Kind hat Fieber. Elterninformation. In: kinderaerzte-im-netz.de 2018

National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Fever in under 5s: assessment and initial management. In: NICE Guideline NG143, 2019, aktualisiert 2021

Martin Offringa, Richard Newton, Sarah J. Nevitt, Katerina Vraka: Prophylactic drug management for febrile seizures in children. In: Cochrane Database Syst Rev 2021;6(6):CD003031

Ermias D. Belay, Joseph S. Bresee, Robert C. Holman et al.: Reye’s syndrome in the United States from 1981 through 1997. In: N Engl J Med 1999;340(18):1377–1382

American Academy of Pediatrics, Subcommittee on Febrile Seizures: Neurodiagnostic evaluation of the child with a simple febrile seizure. In: Pediatrics 2011;127(2):389–394

Sharon S. Evans, Elizabeth A. Repasky, Daniel T. Fisher: Fever and the thermal regulation of immunity: the immune system feels the heat. In: Nat Rev Immunol 2015;15(6):335–349

Carla Massignan, Mariane Cardoso, André Luís Porporatti et al.: Signs and Symptoms of Primary Tooth Eruption: A Meta-analysis. In: Pediatrics 2016;137(3):e20153501

Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES): Honig und Botulismus. In: laves.niedersachsen.de

David D. Martin: Fever: Views in Anthroposophic Medicine and Their Scientific Validity. In: Evid Based Complement Alternat Med 2016;2016:3642659

Janice E. Sullivan, Henry C. Farrar et al.: Fever and Antipyretic Use in Children. In: Pediatrics 2011;127(3):580–587

Christian P. Speer, Manfred Gahr, Jörg Dötsch (Hrsg.): Pädiatrie. 5. Auflage, Springer 2019.

Michaela Glöckler, Wolfgang Goebel, Karin Michael: Kindersprechstunde. 21. Auflage, Urachhaus 2018.

Kategorien: Kindergesundheit

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