Wann eignet sich Homöopathie bei Halsschmerzen?
Halsschmerzen machen sich oft zu Beginn mit einem leichten Kratzen bemerkbar, doch können sie sich rasch steigern bis hin zu ausgeprägten brennenden oder stechenden Schmerzen, die das Schlucken stark beeinträchtigen oder nahezu unmöglich machen. Auslöser können Viren oder Bakterien, allen voran Streptokokken sein, die dann eine eitrige Mandelentzündung (Angina) hervorrufen. In beiden Fällen ist Fieber möglich, bei der eitrigen Angina kann es auch über 39,5 °C ansteigen. Liegen zusätzlich eine rot gepunktete oder himbeerrote Zunge und/oder Hautausschlag vor, muss – gerade bei Kindern – auch an Scharlach gedacht werden.

Welche Globuli bei Halsschmerzen?
Die Auswahl des passenden homöopathischen Mittels sollte wenigstens drei Kriterien erfüllen, die für das Mittel typisch sind. Symptome, die für die erkrankte Person zutreffen, aber völlig gegensätzlich zu deren eigentlichen Verfassung im Gesundheitszustand sind, sollten besonders stark bei der Mittelauswahl bewertet werden. Es müssen selbstverständlich nicht alle der hier aufgeführten Symptome bei einer Person vorkommen.
Aconitum
- Anfangsstadium
- plötzliches Auftreten, v.a. in der Nacht nach Einwirkung von kaltem, trockenem Wind
- Schmerzen brennend oder stechend
- Durst auf kalte Getränke
- stark geröteter, trockener Rachen ohne wesentliche Schwellung
Belladonna
- Anfangsstadium; plötzliches Auftreten
- Schmerz wie wund brennend oder stechend
- Schluckzwang
- hellrote Schwellung
- Engegefühl vor allem beim Schlucken; muss beim Einschlafen würgen
- Halslymphknoten schmerzhaft geschwollen
- Trockenheit mit Durst auf kaltes Wasser (bessert), oder Abneigung gegen Getränke
- schlimmer durch kalte Getränke, kalte Halswickel; Schlucken (von Flüssigkeiten); nachmittags (15 Uhr), nachts; Bewegung (z.B. Kopfdrehen)
Apis
- unruhig, reizbar, ungeschickt
- Anfangsstadium, aber schlimmer als Aconit oder Belladonna (abgeben, wenn Urinmenge deutlich nachlässt)
- plötzliches Auftreten
- Schmerz brennend, stechend (beim Schlucken)
- blassrote, wächserne (wie glasierte) starke Schwellung
(vor allem Zäpfchen) - Durstlosigkeit trotz trockenen Munds
- schlimmer durch Wärme, warme Getränke; Berührung;
nachmittags (15-18 Uhr) - Kälte, kalte Getränke, kalte Umschläge, kalt Befeuchten; Bewegung
Mercurius
- fortgeschrittene Entzündung (meist mit Eiterung)
- Schmerz wund, stechend
- dunkel-bläulich-rote Schwellung
- Halslymphknoten schmerzhaft geschwollen
- Fremdkörpergefühl (Apfelbutzen)
- Mund trocken, oder viel zäher Speichel
- Mundgeruch süßlich- faulig, übelriechend
- schlimmer nachts; im Bett
Hepar sulfuris
- fortgeschrittene, eitrige Entzündung
- stechender Schmerz wie von Splittern
- mit Ausstrahlung in die Ohren (beim Schlucken, Gähnen, Kopfdrehen)
- schlimmer: trockene Kälte, Zugluft
- besser: Wärme, warme Getränke, warme Umschläge
Lachesis
- ängstlich, adynamisch und schwach
- fortgeschrittenes, ernstes Krankheitsbild
- wunder, stechender Schmerz
- extrem berührungsempfindlich (innerer und äußerer Hals)
- purpurfarbene, blaurote starke Schwellung (vor allem links)
- Erstickungsgefühl, Schwellungsgefühl, Würgen beim Einschlafen
- Fremdkörpergefühl (Brotkrümel)
- Schlucken sehr schwierig, vor allem bei Flüssigkeiten (Schmerzen > durch Essen)
- besser: kalte Getränke
- schlimmer: Wärme; Schlucken (leer und Flüssigkeiten); Berührung; nach Schlaf, morgens
Arsenicum album
- Angst, Unruhe
- fortgeschrittenes, ernstes Krankheitsbild
- Eiterung entwickelt sich zu ausbreitenden schmierig, dunklen Belägen
- fauliger Mundgeruch
- brennende Schmerzen
- schlechter: nachts (1-3 Uhr); Kälte
- besser: Wärme; warme Getränke (in kleinen Schlucken); Gesellschaft; Kopf hochlagern
Sulfur
- bei wiederkehrenden Halsentzündungen, die zuvor immer mit Antibiotika behandelt wurden
Homöopathische Komplexmittel bei Halsschmerzen
Die homöopathische Behandlung mit Einzelmitteln ist in der Heilwirkung den Komplexmitteln deutlich überlegen. Ich empfehle daher ein Einzelmittel, wie oben beschrieben, auszuwählen.
Wann sollte man bei Halsschmerzen zum Arzt oder Heilpraktiker?
Bei hohem Fieber (> 39,5 °C) und extrem starken Schluckbeschwerden, aber auch, wenn sich die Beschwerden nicht nach der zweiten oder dritten Gabe gebessert haben, sollte der Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn sich die Beschwerden nach einer Phase der Besserung wieder verschlechtern.
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