Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Psychotherapie & Gruppentherapie in München

Mit Psychotherapie und Selbsterfahrung biete ich Menschen in schwierigen Lebensphasen, Krisen und Krankheit wirkungsvolle Hilfe zur Selbsthilfe. Ich arbeite lösungs- und ressourcenorientiert: Meine Patienten unterstütze ich dabei, aus eigener Kraft wieder Wahlmöglichkeiten und Handlungsalternativen zu entdecken, so dass sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Dieser Artikel gibt einen ersten Einblick in die Art der Psychotherapie und Selbsterfahrung, wie ich sie in meiner Praxis in München und in meinen Workshops anbiete.

Die Menschen, die sich rat- und hilfesuchend an mich in der psychotherapeutischen Praxis in München wenden, informiere ich zu Anfang und fortlaufend im therapeutischen Prozess ausführlich über das, was in der Therapie geschieht. Ich ermutige sie, durch Rückmeldungen und aktive Anteilnahme ihre Entwicklung mitzugestalten. Sie werden wieder erinnert, dass sie Möglichkeiten haben, auf ihr Erleben und Leben bewusst Einfluss zu nehmen und befähigt, die Gegenwart positiv zu gestalten.

Meist kommen Menschen in einem Gefühl von Ohnmacht und mit der Vorstellung „Ich schaff‘ es nicht – zumindest nicht alleine“. Dieses Grundgefühl kann sich auf viele Lebensbereiche auswirken und Probleme wie Entscheidungsschwierigkeiten, Beziehungsprobleme, Erschöpfung bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen erzeugen.

Andere Menschen kommen in Übergangsphasen, also an Schwellen im Lebenslauf. Sie sind nicht mehr, wer sie früher einmal waren, und noch nicht, wer sie einmal sein wollen. Die damit verbundenen Klagen sind: „Ich bin nicht mehr, wer ich mal war“, „Ich kenne mich nicht mehr wieder“, „Ich bin mir fremd geworden“, „Ich weiß nicht, wo es hingeht“.

Oft tauchen in diesem Zusammenhang Ängste auf, die die Qualität von Todesangst haben können; dahinter verbirgt sich jedoch meist die Angst vor dem noch nicht gelebten Leben. Das Leiden in der Gegenwart ist also nicht nur pathologisches Ergebnis der Vergangenheit, sondern auch wegweisender Auftrag für die Zukunft.


Lösungsorientiert

Mein Ansatz ist durchwegs ressourcen- und kompetenzorientiert. Das entspricht dem Verständnis der potentialorientierten Psychotherapie. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch das Potential, also die Kraft und Fähigkeit für ein gutes Leben, mehr oder weniger in sich trägt. Ein gesunder Mensch hat all das, was er als Kind mit auf die Welt gebracht hat, noch in sich: Entdeckerfreude, Gestaltungslust, Offenheit, Beziehungsfähigkeit, Vertrauen, Zuversicht, Lebensfreude und Begeisterung über sich selbst.

Dieses in uns als menschliches Potential von Geburt an „inbildhaft“ angelegten Möglichkeiten werden dann, wenn es gut läuft, im Leben durch Vorbilder als wertvoll erkannt, als Bedürfnis und Auftrag erlebt und durch Übung im Alltag zur Kompetenz entwickelt. Gemeinsam schaffen wir in der Therapie einen tragfähigen Boden, um begrenzende Muster und Rollen aufzugeben und Beziehung, Mitmenschlichkeit und Selbstständigkeit neu zu erfahren. Dabei konzentriere ich mich nicht auf Probleme, sondern auf das gewünschte Ergebnis.

Als Therapeut ist es mir wichtig, dass die notwendigen Schritte aus einer Krise von den Betroffenen als selbstständige Leistung in Eigenkompetenz erlebt werden. Patienten (lat. geduldig) bleiben damit nicht passive Heilsempfänger, sondern werden zu aktiven Kooperationspartnern, die mit therapeutischer Unterstützung bestimmen, in welche Richtung und in welchem Tempo sie auf ihrem Weg vorankommen.

Vertrauensvoll

Es gibt Menschen, die sich eine lebensbejahende Offenheit und eine Lust auf Unbekanntes bis ins hohe Alter bewahren – diese Freude am Leben, die man am Leuchten in den Augen erkennen kann. Wo jedoch die Vorbilder oder Übungsmöglichkeiten nicht ausreichend waren, kann Therapie und Selbsterfahrung die manchmal leidvoll erlebte Lücke schließen. Um die Entwicklung zu einer reifen Person mit ausreichend Selbstständigkeit und Mitmenschlichkeit zu unterstützen, schaffen wir in der Therapie gemeinsam eine ebenso vertrauensvolle wie herausfordernde Basis.

Sie ist tragfähig genug, um sich von begrenzenden Fixierungen auf Erfahrungen in der Vergangenheit zu lösen und sich auf neue, korrigierende emotionale Erfahrungen in der Gegenwart einzulassen. Um dies zu ermöglichen, sind von meiner Seite als Therapeut sowohl wohlwollendes Mitgefühl als auch irritierende Konfrontation notwendig, um problemstabilisierende Muster zu destabilisieren.

Um Veränderung zu bewirken, muss zuallererst und immer wieder gewürdigt und wertgeschätzt werden, was diese Veränderung zu behindern scheint. Denn dahinter stehen meist anerkennungswürdige Bedürfnisse, die noch nicht als solche erkannt und anerkannt wurden.


Kurzzeittherapie

Es braucht jedoch in aller Regel keine jahrelangen Analysen und Interpretationen von Problemen. Um Veränderung zu bewirken, muss nicht die gesamte Lebensgeschichte durchgearbeitet werden. Ich biete in meiner psychotherapeutischen Praxis in München lösungsorientierte Kurzzeittherapie an, wie sie die Schule von Milwaukee um Steve de Shazer und Insoo Kim Berg entwickelt hat.

Das gewünschte Ergebnis, nicht so sehr das Problem, steht dabei im Vordergrund. So ist auch die erste Frage in meiner Praxis: „Wofür kommen Sie zu mir?“, also die Frage nach dem Ziel der Therapie, und nicht „Was ist das Problem?“. Der Fokus liegt auf Lösungen und Gesundheit statt auf Problemen und Krankheit.

Einzeltherapie

In den meisten Fällen vereinbaren wir zu Beginn der Therapie maximal 10 Stunden, die in wöchentlichem oder vierzehntägigem Rhythmus stattfinden. Ein Ende der Therapie steht damit am Anfang fest. Das eröffnet Übersicht und berechtigte Hoffnung. Obwohl die Option auf Verlängerung der Therapie besteht, ist sie meist nicht nötig.

Gruppentherapie

Einige Klienten schätzen nach Beendigung der Einzeltherapie die Teilnahme an einer Selbsterfahrungsgruppe wie der Münchner Gruppe, die ich zweimal im Monat in München leite. Durch die Selbsterfahrung in der Gruppe bekommen Menschen die Möglichkeit, ihre Identifikationen, d. h. die Rollen, die sie täglich spielen, zu erkennen und Zugang zur eigenen Identität, zum wesensgemäßen Dasein und Ausdruck, zu finden.

Abraham Maslow, ein amerikanischer Psychologe und maßgeblicher Begründer der Humanistischen Psychologie, der sogenannten dritten Kraft neben Verhaltenstherapie und Psychoanalyse, beschreibt diesen Auftrag zur Selbsterkenntnis als das höchste menschliche Ziel. Selbsterkenntnis ist nur über gelebte Selbsterfahrung möglich.

Das geschieht in der Regel nicht durch Verhaltenstherapie, die den Menschen vorrangig als konditionierbares Lebewesen sieht, oder durch Psychoanalyse, die die Entwicklung des Menschen als Triebunterdrückung beschreibt. Das soll nicht heißen, dass diese Therapierichtungen nicht durchaus Verdienste vorzuweisen haben.

Hypnotherapie

Durch diese Erfahrung habe ich als Therapeut nach neuen Wegen gesucht, um effiziente Hilfe bieten zu können. Vor dem Hintergrund der Hypnotherapie nach Milton Erickson und neueren Konzepten wie der Hypnosystemischen Therapie nach Gunter Schmidt, interessiere ich mich in meiner Arbeit in erster Linie dafür, wie bewusst positiver Einfluss auf unwillkürliche, lebenshemmende Automatismen in Fühlen, Denken und Handeln bewirkt werden kann.

Das übergeordnete Ziel von Hypnosetherapie ist, dass Menschen wieder Zugang zu den eigenen Wahlmöglichkeiten und Handlungsalternativen finden, anstatt unbewusst und reflexartig zu reagieren. In diesem modernen Verständnis ist Hypnose mehr eine Form der Kommunikation, bei welcher der Klient wach und aktiv beteiligt ist.

Hypnose kann damit verstanden werden als Aufmerksamkeitsfokussierung, die anfangs vom Therapeuten und dann in Eigenkompetenz gelenkt wird – und zwar auf gewünschtes Erleben und nicht auf Probleme. Die Erfahrungen aus System- und Familienaufstellungen haben mein Verständnis über Ursachen und Zusammenhänge von Krankheit und Lösung wesentlich erweitert.

Vorgehen

Die Kunst der kleinen Schritte ist es, sie als die großen zu erkennen. In Therapie muss nicht das ganze Leben verändert werden. So wie bei einem Staudamm schon ein kleines Loch ausreicht, um das gesamte Niveau zu verändern. Es werden scheinbar geringfügige Unterschiede zum Problemerleben gesucht, die positive Unterschiede machen im Leben, z. B. was schon an lebenswertem Verhalten – teilweise noch unbewusst – vorhanden ist und entwickelt, erweitert und vertieft werden möchte.

Es gibt ja bei den meisten Menschen auch viele schöne Dinge im Leben, die unbedingt so bleiben sollen wie sie sind, und merkwürdigerweise in herkömmlicher Therapie systematisch unbeachtet bleiben. Daneben gibt es aber auch in Krisenzeiten viel Leidvolles. Wir kümmern uns gemeinsam um einen achtsamen Umgang, damit entstehen kann, was wachsen will.

Zwei Hände pflegen ein zartes Pflänzchen

Eine neue Beziehungskultur

Mit dem reichen Wissensschatz aus Systemtheorie, Konstruktivismus und Konzepten der systemischen Therapie wissen wir aber auch, dass alles Erleben, ob angenehm oder unangenehm, abhängig ist von der Perspektive, aus der wir es betrachten. Die moderne Hirnforschung bestätigt in vollem Umfang diese These. Damit konstruieren und gestalten wir gewissermaßen selbst, was wir wahrnehmen.

Der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther weist auch auf die belegbare Tatsache hin, dass jede neue Erfahrung nur dann wirksam wird, wenn sie unter die Haut geht und emotional berührt. Alles andere vergessen wir wieder. All die Freude, Lust und Zuversicht aus  frühen Kindertagen sind ein Leben lang im Gehirn gespeichert. Wir müssen sie nur wieder aktivieren. Dazu brauchen wir eine andere Art von Umgang miteinander, eine Beziehungskultur, in der wir lernen können, gleichzeitig frei und verbunden zu sein.

Therapie und Selbsterfahrung bieten dafür einen geschützten Spiel-Raum, um neue Perspektiven einzunehmen, eine andere Haltung zu wagen, unterstützende Beziehungen aufzubauen und in Gefühl, Gedanken und Ausdruck stimmige Möglichkeiten des eigenen Daseins auszuprobieren und im Alltag zu verwirklichen.


Studienergebnisse

Das wesentlich Wirksame in Psychotherapie ist aber gemäß einer großen Meta-Analyse in der Therapieforschung (B. Duncan, M. Hubble und Mitarbeiter) die Beziehung (35 %), die der Klient zu sich und seiner Umwelt in Therapie erforscht und entwickelt, und nicht die spezifischen therapeutischen Techniken (10 %). Interpretationen, Vor-Sätze, Rat-Schläge und kognitive Einsichten sind manchmal sehr eindrucksvoll, hinterlassen aber nur selten nachhaltige Wirkung. In der aktuellen neurobiologischen Forschung werden auch die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltensänderung untersucht.

Viele Menschen, die zu mir kommen, haben schon einige wirkungslose Therapieversuche hinter sich. Sie wissen sehr genau, warum sie Probleme haben. Leider hat sich durch dieses Wissen allein in ihrem Leben aber nichts Wesentliches in Richtung einer Lösung verändert.

Studienergebnisse zur Gruppentherapie in 11 Punkten


Familienaufstellung

Mit etwas Abstand ist so manches naheliegend.

Aus unheilvoller Verstrickung zu heilsamer Beziehung.
Familienaufstellung und Systemaufstellung sind in Konflikten, Krisen und Krankheit ein vielversprechender Weg, um positive Entwicklung und Heilung anzuregen. Diese therapeutischen Modelle ermöglichen einen neuen Blick auf Beziehungen zu Menschen und Lebensthemen, die für uns gleichsam wichtig und schwierig sind und machen wieder bewusst, dass wir auf unser Erleben und Leben Einfluss nehmen können. Als Therapeut begleite ich diesen Weg zu einem eigenständigen, glücklichen Leben klar und einfühlsam.

Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Figuren stehen in einer Aufstellung.

Die Familienaufstellung hat zum Ziel, ein Familiensystem ohne viele Worte symbolisch darzustellen und dadurch unbewusste Bindungen und verborgene Zusammenhänge sichtbar zu machen. Ebenso wie man familiäre Ordnungen aufstellen kann, ist dies auch mit beruflichen Organisationen, zentralen Lebensthemen oder Krankheiten und deren Symptomen möglich, um eine gute Lösung in diesen Feldern zu finden. Familienaufstellungen sind demnach eine Form der Systemaufstellungen, die sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche anwenden lassen.

In meiner psychotherapeutischen Praxis in München, in Selbsterfahrungsgruppen und in Seminaren biete ich Familienstellen und andere Systemaufstellungen an, um Menschen bei Beziehungsproblemen, Entscheidungsschwierigkeiten, Erkrankungen oder einfach auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, glücklichen Leben zu begleiten.

Ablauf

Bei der Familienaufstellung geht es wie bei jeder Systemaufstellung darum, Beziehungen zwischen einzelnen Personen oder Elementen räumlich und szenisch darzustellen. In einer Gruppe aus Teilnehmern und Beobachtern stellt einer der Teilnehmer ein für ihn wichtiges System auf – das kann seine Ursprungsfamilie, die gegenwärtige Familie, ein berufliches oder ein ganz anderes System sein. Dabei wählt er für jedes Mitglied dieses Systems einen Stellvertreter aus den anwesenden Teilnehmern, der zum Beispiel Vater, Mutter, Chefin oder Kollegen des Aufstellers darstellt. Die Stellvertreter geben auf Befragen an, was sie spürbar wahrnehmen in ihrer Position, die sich im Lauf der Aufstellung verändern kann.

Erstaunlicherweise entsprechen die entstehenden – angenehmen wie unangenehmen – Empfindungen der Stellvertreter oft der geschichtlichen oder gegenwärtigen Wirklichkeit der repräsentierten Personen, obwohl der Stellvertreter diese nicht kennt. Die Positionen der Stellvertreter, insbesondere ihre Nähe und Distanz zueinander, erlauben bislang verdeckte Einblicke in Ursachen und Auswirkung von konfliktreichen Bindungen zu anderen Menschen und zu sich selbst. Zudem eröffnen sie Ausblicke auf mögliche Lösungen.

Perspektivwechsel

Krankheit, Konflikte und Lebenskrisen sind ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht mehr in Ordnung ist. Meist wird das als ein schlechtes Gewissen sich selbst oder anderen Menschen gegenüber erlebt. System- und Familienaufstellung dienen als ganzheitliches therapeutisches Werkzeug dazu, wieder in die Ordnung zu kommen.

Dabei geht es nicht um die Darstellung einer „Wahrheit“, weil es, wenn überhaupt, nur viele Wahrheiten geben kann. Wie ich meine Familie aufstelle, entspricht nicht dem, wie diese Familie war oder ist, sondern wie ich sie wahrnehme und erlebe. Dieses Erleben ist abhängig von der Perspektive, aus der ich es betrachte.

Genau da setzt die Familienaufstellung an: Sie erlaubt den Teilnehmern, aus einer veränderten Perspektive heraus bis dahin nicht Fassbares wie eine komplexe Familiendynamik – auch in vorangehenden Generationen – zu veranschaulichen und zu verstehen. Die emotional positive Veränderung in Körper, Geist und Seele, die diese neue Sicht bewirkt, hat einen heilsamen Einfluss auf unwillkürliche, lebenshemmende Automatismen in Fühlen, Denken und Handeln.

Verstrickungen lösen

Als Heilpraktiker und Therapeut bestärke ich meine Klienten dabei, diese andere Haltung zu wagen, um ihnen neue Wahlmöglichkeiten und Handlungsalternativen zu erschließen. Eine andere Art von Umgang miteinander, eine Beziehungskultur, in der wir gleichzeitig frei und verbunden sind, ist durch eine System- und Familienaufstellung erfahrbar.

Die TeilnehmerInnen können erleben, dass tiefe Beziehung und gleichzeitig Selbstständigkeit möglich sind. Sie können unterstützende Beziehungen aufbauen und in Gefühlen, Gedanken und Ausdruck stimmige Möglichkeiten des eigenen Daseins ausprobieren. Dadurch bekommen sie die Chance, lange verinnerlichte tägliche Rollen und Handlungsmuster zu erkennen und Zugang zur eigenen Identität zu finden.

Manchmal stellen Aufstellungen fixierte Selbst- und Weltbilder in Frage und führen zu vorübergehender Irritation und Unsicherheit. Dann ist es notwendig, die in der Aufstellung gemachten neuen Erfahrungen behutsam zu integrieren, nachhaltig zu vertiefen und durch beständige Übung im Alltag zu verwirklichen. Dafür biete ich als Therapeut begleitende Unterstützung in meiner psychotherapeutischen Praxis in München.


Gruppentherapie

Gruppentherapie ist nachweislich eine sehr wirksame Form der Selbsterfahrung. Innerhalb einer therapeutischen Gruppe fällt es Menschen leichter zu erkennen und zu verändern, was sie im alltäglichen Umfeld als störend empfinden. Korrigierende emotionale Erfahrungen und eine Veränderung in Haltung und Verhalten kann oft schneller und nachhaltiger bewirkt werden als in Einzeltherapie. Viele an Gruppentherapie interessierte Menschen können sich anfangs nicht viel darunter vorstellen; sie sind unsicher, was sie erwartet, und wollen wissen, wie das genau funktioniert. Hier erhalten Sie ausführliche Antworten auf diese Fragen.

Übersicht:

Ein Vogelnest im Baum mit Küken. Eines setzt an für den ersten Flugversuch.

Vielen Menschen fällt es schwer, sich im Spannungsfeld zwischen Individualität und Gemeinschaft, zwischen eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen anderer zurechtzufinden. Jeder Mensch hat von Anfang an gleichermaßen das Bedürfnis nach Verbundenheit und Selbstständigkeit. Im Alltag ist es aber manchmal nicht einfach, die Balance zu finden etwa zwischen Freizeit, Familie und Beruf. Daraus entstehen Spannungen, die zu seelischen und körperlichen Krankheiten führen können.

In der Gruppe zeigen sich oftmals genau die Fragestellungen und Problemsituationen, die im richtigen Leben die Beziehung zu sich selbst, zur Familie, zum Partner, zu Mitmenschen oder Kollegen stören. Eine Selbsterfahrungsgruppe ist ein soziales Laboratorium von unschätzbarem Wert, denn in einer Gemeinschaft geht es immer um Themen wie Autorität, Rivalität, Intimität, Verletzung, Schutz, Offenheit und das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

In der Gruppe können Menschen die Dynamik ihrer Beziehungssysteme besser erkennen, gestalten und verändern. Sie können ihre sozialen Kontakte mit all ihren Missverständnissen und Schwierigkeiten einfacher verstehen und Lösungen finden, die sie auf ihr Alltagsleben übertragen.

Klienten geraten in der Gruppe gewissermaßen in eine abgesicherte Notfallsituation, in der sie mit Hilfe des Therapeuten, mit wachsender Unterstützung der anderen TeilnehmerInnen und mit immer größerem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen Neues erproben können – stimmige Selbstbilder, authentische Formen der Kommunikation und ehrliche Beziehungen.

Ziele

Selbstverständlich werden in einem solchen Rahmen immer auch die Themen behandelt, die Menschen ursprünglich in die Gruppe führen: Ängste, Zwänge, SuchtBurnout, Entscheidungsschwierigkeiten, Eifersucht und viele mehr. Eine Gruppentherapie verfolgt dabei das ehrgeizige Ziel, neben der erfolgreichen Bewältigung der Symptome auch die Möglichkeit für persönliche Entwicklung zu bieten.

Interessanterweise sind es gerade die zwischenmenschlichen Interaktionen innerhalb der Gruppe, die für den therapeutischen Erfolg entscheidend sind. Meine ganz persönlichen Erfahrungen als Gruppentherapeut decken sich darin mit Studienergebnissen aus der Therapieforschung. Im Zentrum der Selbsterfahrung und Therapie steht die Beziehung von Menschen untereinander und zu sich selbst.

Eine wirksame Gruppentherapie bietet den Menschen also einen Raum, in dem sie zugleich frei und moderiert mit anderen interagieren können. Nicht nur der Therapeut, sondern auch die anderen Gruppenmitglieder unterstützen die Klienten dabei zu entdecken, was an ihren Interaktionen zu Problemen führt und wie sie diese störenden Verhaltensmuster verändern können.

Wirkungsweise

Erstaunlicherweise sind selbst erfahrene Therapeuten überzeugt, dass es in erster Linie die jeweilige therapeutische Technik ist, die beim Klienten eine Veränderung bewirkt. Nach verlässlichen Studien sind die spezifischen methodischen Faktoren einzelner Psychotherapieschulen aber nur zu 10 Prozent am therapeutischen Ergebnis beteiligt. Zu 40 Prozent entscheiden sogenannte „klientgebundene Faktoren“ über den Erfolg einer Therapie, also beispielsweise der Schweregrad der Pathologie oder die Möglichkeit, sich auf den Prozess überhaupt einzulassen.

Bei 15 Prozent aller erfolgreich beendeten Therapien findet man in Befragungen von Klienten und Therapeuten keinen nachvollziehbaren Grund für die positiven Veränderungen und wertet dies als Placebo-Effekt. In 35 Prozent lässt sich das zufriedenstellende Ergebnis jedoch auf eine geglückte therapeutische Beziehung zurückführen. Erfolgreiche Therapie bedeutet in diesem Zusammenhang, nicht nur Symptome zu beseitigen, sondern auch Zugang zu bedeutungsvoller Selbsterfahrung und Selbstverwirklichung zu ermöglichen.

Voraussetzungen

Eine von Therapeut und Klient gemeinsam geschaffene, vertrauensvolle Atmosphäre ist notwendig, um Altes und manchmal Schmerzhaftes anzuschauen, zu würdigen und am Ende loszulassen, so dass der Klient sich wieder voll und ganz auf sein gegenwärtiges Leben einlassen kann. Einige von Ihnen haben vielleicht schon die Erfahrung gemacht, dass es gerade im therapeutischen Kontext darauf ankommt, dass die „Chemie“ zwischen Klient und Therapeut stimmt, dass „man gut miteinander kann“.

Als Heilpraktiker und Homöopath in München lege ich in meiner Praxis für Homöopathie und Psychotherapie daher besonderen Wert auf eine gleichermaßen wohlwollende und herausfordernde therapeutische Beziehung. Wenn meine Klienten sich im Prozess der Behandlung so sicher und getragen fühlen, dass sie bereit sind, sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen, dann werte ich das als wichtige Grundlage einer geglückten therapeutischen Beziehung. Das ist jedoch nur ein Aspekt. Es ist wichtig, auch die anderen therapeutisch wirksamen Faktoren zu berücksichtigen, die tatsächliche Veränderungsprozesse bewirken.

Studienergebnisse zur Gruppentherapie in 11 Punkten

Laut einer Studie unter der Leitung des amerikanischen Psychoanalytikers und Gruppentherapie-Experten Irvin D. Yalom sind elf verschiedene Faktoren wesentlich an der positiven Entwicklung von Menschen in Gruppentherapie beteiligt. Die einzelnen Faktoren – im Folgenden der Wichtigkeit nach sortiert – kommen weder einzeln vor noch können sie einzeln wirken. Da ich an dieser Stelle den interessierten Laien verständlich ansprechen möchte, gehe ich auf die einzelnen Punkte nur in sehr vereinfachter Form ein. Wer tiefer gehen möchte, findet dazu eine Literaturempfehlung am Ende dieses Artikels.

1.   Interpersonales Lernen

Aus der Bindungstheorie des britischen Psychoanalytikers und Pioniers der Bindungsforschung John Bowlby wird deutlich, dass der Mensch von Natur aus auf seine soziale Existenz festgelegt ist.

Menschen haben die angeborene Neigung und das Bedürfnis, sich innerhalb ihrer sozialen Gruppe, sei es in Familie, im Beruf oder unter Freunden, ein ausreichendes Maß an Anerkennung und Beachtung zu sichern. Ohne Beachtung werden wir krank und können daran schließlich auch sterben.

Menschen, die nicht wissen, wie viel Beachtung sie brauchen und wie sie diese bekommen, unterwerfen sich oft den Bedingungen von Personen oder gesellschaftlichen Strukturen, von denen sie ihre Beachtung beziehen. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass diese Personen oder gesellschaftlichen Strukturen, gleichsam als Gegenleistung, einen ungeheuren Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen haben.

Solche Bedingungen und ihre negativen Auswirkungen führen oft zu psychosomatischen Krankheiten, einschließlich Krebserkrankungen. Erkrankte machen dabei häufig die Erfahrung, dass sie gewissermaßen als „Krankheitsgewinn“ eine Zunahme an Beachtung erfahren. Die Krankheit ist allerdings ein sehr hoher Preis für ein Mehr an Beachtung. In einer Gruppe können die Teilnehmer dagegen direkt und aktiv lernen, wie sie Beachtung unmittelbar und einzig durch ihr Da-Sein als Person, so wie sie sind, bekommen und nicht durch das So-Sein und damit durch die Rolle, die sie spielen.

Für den Menschen als soziales Wesen ergibt sich das grundsätzliche Dilemma, entweder konsequent die eigenen Interessen zu verfolgen oder eben die Interessen der Gruppe, der er angehört. Weder die totale Freiheit noch die totale Symbiose in Beziehungen machen jedoch letztlich glücklich. Erst in der Gruppe wird genau dieses Dilemma nicht nur verstehbar, sondern auch deutlich spürbar.

Nur in einem sozialen Kontext können wir lernen, selbstständig in verbindlicher Beziehung zu leben. Die Gruppe dient dabei als sozialer Mikrokosmos, in dem eine korrigierende emotionale Erfahrung möglich ist. Das ist allerdings nur der Fall, wenn die einzelnen Teilnehmer und die Therapiegruppe als Ganzes auch eine Kultur entwickeln, in der Folgendes möglich ist:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe gehen ein zwischenmenschlich ungewohnt hohes Risiko ein, indem sie bestimmte Dinge von sich preisgeben, die sie bisher eher vermieden haben.
  • Die Gruppe bietet genügend Halt und Unterstützung, damit jeder Einzelne dieses Risiko auf sich nehmen kann.
  • Es wird gemeinsam in der Gruppe in einer Art Realitstest überprüft, wie bedrohlich das in der Vergangenheit stets Vermiedene heute tatsächlich noch ist.
  • In der Folge ist es möglich, eine maximale Förderung der neu gewonnen, individuellen Fähigkeiten in der Gruppe zu stabilisieren, um diese dann anschließend in den Alltag zu übertragen und anzuwenden.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen am meisten geholfen hat:

  • Die Gruppe hat ihnen gezeigt, welchen Eindruck sie auf andere machen und wie sie bei anderen ankommen.
  • Gruppenmitglieder haben sie darauf hingewiesen, welche Gewohnheiten in Wort und Tat andere an ihnen stören.
  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben erkannt, dass sie andere damit verwirren, wenn sie nicht wirklich sagen, was sie denken und fühlen.

2.   Katharsis

Mit dem Begriff Katharsis ist das Erleben und Ausdrücken von bisher verdrängten Gefühlen gemeint. Katharsis ist unter bestimmten Umständen wichtig. Dadurch wird Energie frei, die bisher dafür benötigt wurde, nach außen in Haltung und Verhalten eine gewisse Form zu wahren.

Doch als therapeutisches Instrument reicht das Ausagieren für sich genommen keineswegs aus und kann sogar kontraproduktiv wirken. So hat sich beispielsweise gezeigt, dass das ungerichtete Ausleben von Aggressionen nicht unbedingt zum Abbau eines emotionalen Staus geführt hat, sondern unter Umständen sogar eine Steigerung aggressiver Tendenzen zur Folge haben kann.

In vielen gruppentherapeutischen Ansätzen der vergangenen Jahrzehnte, in denen Gruppentherapie zunehmend auch für eine breitere Bevölkerungsschicht als therapeutische Option interessant wurde, lag der Schwerpunkt stets auf dem Ausagieren. Das ist als Reaktion auf eine emotional eher gehemmte Gesellschaft der 1950er-Jahre durchaus nachvollziehbar, als Therapieform mittlerweile jedoch umstritten.

Fraglos ist der offene Ausdruck von Affekten auch heute noch ein wesentlicher Teil des gruppentherapeutischen Prozesses. Wenn er fehlt, wird die Gruppenerfahrung zu einer sterilen, kognitiven Übung. Das blinde Ausagieren kann jedoch in einzelnen Fällen retraumatisierend wirken. Dann ist die bewusste Wahrnehmung eines Gegenübers besonders wichtig, dessen Reaktionen auf die gezeigten Affekte einen positiven Unterschied machen zu den Erfahrungen, die Betroffene in ähnlicher Situation in der Vergangenheit gemacht haben und heute noch fürchten.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe konnten sich etwas von der Seele reden.
  • Sie haben sich getraut, positive wie auch negative Gefühle gegenüber anderen zu äußern.
  • Sie haben gelernt, wie sie ihre Gefühle zeigen können.
  • Sie konnten sagen, was sie stört, anstatt es immer nur für sich zu behalten.

3.   Gruppenkohäsion

Mit Gruppenkohäsion ist gemeint, dass in der Therapiegruppe ein dynamischer und aktiver Prozess entsteht, der eine Gruppe zusammenhält und diese auch bis zum Erreichen ihrer formulierten Ziele und / oder zur Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder zusammen bleibt. Durch diese Anziehungskraft fühlen sich die einzelnen Gruppenmitglieder in der Gruppe eingebunden und  miteinander verbunden.

Dadurch können in der Gemeinschaft Ziele erreicht werden, die für den Einzelnen so oft unerreichbar waren. Gruppenkohäsion ist mehr als „sich mögen“, weil immer ganz bestimmte Ziele formuliert werden, die es zu erreichen gilt – auch, wenn dafür die Harmonie innerhalb der Gruppe zumindest zeitweise zugunsten eines konstruktiven Konflikts weichen muss.

Laut der aktuellen Therapieforschung profitieren Teilnehmer von Therapiegruppen umso mehr, je mehr sie sich im Vorfeld auf gemeinsame Ziele und Regeln einigen konnten, je mehr sie sich selbst gezeigt und eingebracht haben und je mehr sie eine wechselseitig befriedigende Beziehung zu den anderen Gruppenmitgliedern aufbauen konnten – selbst wenn dafür manchmal ein unbequemer, steiniger Weg auf sich genommen werden muss.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer haben die Erfahrung gemacht, zu einer Gruppe von Menschen zu gehören und von ihnen vorbehaltlos verstanden und angenommen zu werden.
  • Sie hatten verbindlichen, wenn auch zeitlich begrenzten Kontakt mit anderen Menschen, der wechselseitiges Lernen ermöglicht hat.
  • Sie konnten auch peinliche Dinge über sich selbst offenbaren und wurden dennoch von der Gruppe weiterhin angenommen.

4.    Entwicklung von Möglichkeiten des mitmenschlichen Umgangs

Der Prozess der Sozialisierung und soziales Lernen hören nie auf. Wir alle können noch eine Menge über wertschätzende, authentische Kommunikation und Konfliktlösung ohne Verlierer lernen.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben ihre Möglichkeiten erweitert, mit anderen Menschen zurechtzukommen.
  • Sie haben mehr Vertrauen zu Gruppen und anderen Menschen entwickelt.
  • Sie konnten störende Gewohnheiten und Verhaltenweisen eines andern Gruppenmitglieds besser annehmen.

5.   Existentielle Faktoren

Dabei geht es darum, sich in der Gruppentherapie mit den existentiellen Gegebenheiten des Lebens auseinanderzusetzen. Der Einfluss solcher Faktoren auf das individuelle Leben und das gesellschaftliche Miteinander ist sehr groß. Zugleich sind sie in der linearen Therapieforschung am schwierigsten zu messen, weil die Untersuchung mehr auf Erfolge bezüglich Symptomerleichterung als hinsichtlich einer persönlichen Entwicklung fokussiert.

Therapieformen, die ausschließlich psycho-edukative oder kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze in den Vordergrund stellen, sind in ihrer Zielerreichung besser messbar und durch ihre einheitlichen, kopierbaren Therapieschemata nachvollziehbarer.

Damit erwecken sie in der naturwissenschaftlichen Forschung, die nach Kriterien wie Reproduzierbarkeit, Kürze und Erklärbarkeit bewertet, oft den Anschein von größerer Effizienz. Das ist eine folgenschwere Fehleinschätzung, weil man dann in der Psychotherapie – ebenso, wie es vielfach in der Medizin geschieht – die Krankheit und nicht den Menschen in das Zentrum des Interesses stellt.

Lebendige Menschen, ihr Geist und ihre Seele lassen sich aber nicht naturwissenschaftlich eindeutig analysieren. Im Leben eines jeden Menschen gibt es dafür viel zu viele Widersprüchlichkeiten, mit denen er konfrontiert ist. Persönliche Lebenskrisen oder Krankheiten schärfen den Blick auf existentielle Themen meist gewaltig. Klienten schildern dies mit Umschreibungen, wie „etwas ist in mein Leben hineingebrochen“ oder „es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“.

Menschen, die von Krise und Krankheit bedroht sind, sehnen sich erst einmal danach, dass ihr Leben so weiterläuft wie bisher. Sie werden sich jedoch plötzlich der Unvermeidbarkeit von Veränderung, Vergänglichkeit und schlussendlich Tod bewusst. Sie sehnen sich nach Sicherheit und Struktur und sehen sich doch immer wieder mit Chaos und Bodenlosigkeit konfrontiert. Sie wünschen sich Kontakt zu anderen Menschen und deren Schutz, verzweifeln aber oft an einer schier unüberbrückbaren Kluft selbst zu geliebten Menschen.

Menschen sind Sinn suchende Geschöpfe, die sich auf einmal in eine Welt „hineingeworfen“ sehen, die keinen Sinn erkennen lässt. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre hat diese Verlorenheit des modernen Menschen mit den Worten „zur Freiheit verdammt“ umschrieben. Jeder Mensch wird ganz subjektiv und nachhaltig beeinflusst von solchen existentiellen Fragen, die Zeit seines Lebens wenig Beachtung gefunden haben, in Krisen plötzlich hervortreten und dann in der Gruppentherapie beleuchtet werden können.

Existentielle Fragen sind:

  • Wer trägt eigentlich die Verantwortung für mein Befinden? Muss ich mich ändern oder bin ich nur Opfer von ungünstigen Umständen?
  • Muss ich wirklich immer alles alleine lösen?
  • Was sind die möglichen Folgen meiner jetzigen Entscheidung? Wie kann ich mich entscheiden, wenn ich keine Gewissheit über die Folgen habe? Ist das Leben wirklich so unvorhersehbar oder blicke ich nur nicht durch?
  • Was verfolge ich eigentlich für einen Plan im Leben?
  • Ist das wirklich das Leben, das ich leben möchte?
  • Was für einen Sinn macht das Leben überhaupt?
  • Was kommt nach dem Tod? Kann es das wirklich gewesen sein?

Nach einer erfolgreichen Gruppentherapie gaben Klienten in Patientenbefragungen an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben erkannt, dass das Leben manchmal unfair und ungerecht ist.
  • Sie haben erkannt, dass man letzten Endes einigen Schmerzen des Lebens und dem Tod selbst nicht entfliehen kann.
  • Sie haben sich den Grundfragen des Lebens und der Unvermeidbarkeit des Todes gestellt und so gelernt, das eigene Leben ehrlicher zu leben und sich weniger von Trivialitäten ablenken zu lassen.

6.   Universalität des Leidens

Manche Menschen beginnen eine therapeutische Behandlung mit dem Gefühl, sie seien in ihrem Kummer, ihrem Leid, ihrem Ärger oder mit ihren Ängsten allein. Damit einher geht meist ein Gefühl von Unzulänglichkeit, weil diese Menschen keinen Ausweg finden, ihre leidvolle Situation zu beenden. Oftmals haben sie sich deshalb in der Vergangenheit mehr und mehr isoliert und zurückgezogen, in der Befürchtung, dass andere sie sowieso nicht verstehen würden. Manchmal haben diese Menschen auch die konkrete Erfahrung gemacht, für ihr Verhalten und Empfinden kritisiert oder abgelehnt zu werden.

In der Gruppe sitzen alle im selben Boot und schnell wird deutlich, dass man mit bestimmten Problemen nicht alleine ist. Das erleichtert, verbindet und bestärkt.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben erkannt, dass die eigenen Probleme nicht einmalig sind, sondern alle “im selben Boot sitzen.”
  • Sie haben herausgefunden, dass andere auch ganz ähnliche schmerzhafte Gedanken und Gefühle haben.

7.   Hoffnung vermitteln

Manche Menschen kommen mit der Erfahrung von jahrelanger Enttäuschung und Frustration in die Therapie. Störende Gewohnheiten im Fühlen, Denken und Handeln haben sich in ihrem Leben so manifestiert, dass ihnen auch der Glaube an Linderung und Lösung der sich daraus ergebenden Probleme abhanden gekommen sind.

Auf Anraten des Therapeuten, mit dem solche Menschen vielleicht in Einzeltherapie schon gute Erfahrungen gemacht haben, wagen sie dann sehr zögerlich und ängstlich den Schritt in die Gruppe. Meist können sie sich nicht so recht vorstellen, wie eine Gruppentherapie nun wirken und helfen soll.

In der Gruppe treffen sie auf Menschen, die sie meist als nicht annähernd so bedrohlich empfinden wie anfangs befürchtet; Menschen, die in der Gruppe vielleicht schon monate- und jahrelang positive Erfahrungen sammeln konnten. Diese Menschen werden schließlich zu Weggefährten auf dem therapeutischen Pfad, die aufklären, ermutigen und unterstützen können.

Solche „Leidensgenossen“ begleiten den Veränderungsprozess häufig glaubwürdiger und authentischer als ein Therapeut. Mehrere Studien haben außerdem gezeigt, dass der Glaube und die Erwartung, in der Therapie Hilfe zu finden, mit einem positiven Therapieergebnis korrelieren.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppentherapie an, was ihnen am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben gesehen, wie andere Fortschritte gemacht haben. Das war für sie selbst inspirierend.
  • Sie konnten beobachten, dass andere Probleme erfolgreich bewältigt haben, die den eigenen glichen.

8.   Altruismus

In der Gruppentherapie kann menschliches Verhalten, das oft etwas ganz anderes ist als das Verhalten der meisten Menschen im alltäglichen Miteinander, im direkten Kontakt erprobt werden. TeilnehmerInnen können hier lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und damit zu echten Mitmenschen werden. Wie dies aussehen kann, zeigt die folgende Geschichte sehr anschaulich:

Ein Rabbi spricht mit Gott über Himmel und Hölle. „Ich will Dir die Hölle zeigen“, sprach Gott und führte den Rabbi in einen Saal, in dem um einen großen runden Tisch eine Gruppe hungernder, grauer, verzweifelter Menschen saß. Mitten auf dem Tisch stand eine Schüssel mit den besten und nahrhaftesten Speisen, mehr als genug für alle. Allen lief das Wasser im Mund zusammen, doch niemand aß. Jeder am Tisch hatte einen langstieligen Löffel in der Hand – lang genug, um die Schüssel zu erreichen und ihn in die Speisen zu tauchen, doch auch zu lang, um die Speise zum Mund zu führen. Der Rabbi sah, wie schrecklich die Menschen litten und neigte mitleidsvoll das Haupt. „Nun will ich Dir den Himmel zeigen“, sagte Gott. Sie betraten einen anderen Saal, der dem ersten bis ins Detail glich. Da waren der gleiche runde Tisch, die gleiche riesige Schüssel mit Speisen in der Mitte und die gleichen langstieligen Löffel. Doch hier herrschte Fröhlichkeit. Alle waren wohlgenährt, rosig und zufrieden. Der Rabbi verstand nicht. „Es ist ganz einfach“, sagte Gott. „Aber es gehört eine gewisse Geschicklichkeit und Übung dazu: Sie haben gelernt, sich gegenseitig zu füttern!“

In Befragungen schrieben Patienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie ihren Fortschritt einer positiven Kraft der Gruppe zu:

  • Anderen zu helfen, hat den Teilnehmern einer Gruppe mehr Selbstachtung gegeben.
  • Sie haben die Erfahrung gemacht, was es bedeutet, anderen zu helfen und in deren Leben eine Bedeutung zu haben.

9.   Korrigierende Wiederholung der Dynamik der Herkunftsfamilie

Es ist nie zu spät für eine schöne Kindheit. Viele Menschen kommen in die Gruppe mit einer Vorgeschichte von mehr oder weniger unbefriedigender Erfahrung in ihrer ersten und wichtigsten Gruppe, der Herkunftsfamilie.

Die Selbsterfahrungsgruppe ähnelt in mancher Hinsicht dieser primären Gruppe mit Autoritätspersonen, jüngeren und älteren Geschwistern, persönlichen Enthüllungen oder Geheimnissen, starken und tiefen Gefühlen, Intimität und abweisenden oder konkurrierenden Gefühlen. In diesem Rahmen kommt es dann oft zu Übertragungsphänomenen, die – richtig erkannt und geklärt – zu neuen emotionalen Erfahrungen führen können.

Das Konzept der korrigierenden emotionalen Erfahrung wurde von dem Psychoanalytiker Franz Alexander, der als Vater der Psychosomatik gilt, in die Psychotherapie eingeführt, als er 1946 den Mechanismus der psychoanalytischen Heilung beschrieb. Laut Alexander ist das Grundprinzip des therapeutischen Heilungsprozesses darin begründet, dass die Klienten heute unter günstigeren Umständen emotionalen Situationen ausgesetzt werden, mit denen sie in der Vergangenheit nicht fertig geworden sind. Und genau das passiert in gelungener Gruppentherapie.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • In der Gruppe zu sein ermöglichte ihnen, frühere Probleme mit ihren Eltern, Geschwistern und anderen wichtigen Menschen zu verstehen.
  • Die Teilnehmer fühlten sich manchmal wie in einer Familie, nur dass es sich diesmal um eine annahmebereite und verständnisvollere Familie handelte.

10.   Informationen und Rat

Mehr Informationen zu bestimmten Themen können helfen, mit Problemen besser umzugehen. Das wird besonders deutlich in problem- oder krankheitsspezifischen Kurzzeit-Therapiegruppen, die ich als Münchner Gruppe, Hashimoto-Seminar oder Seminar für System- und Familienaufstellung anbiete.

Eine neuere Untersuchung hat beispielsweise gezeigt, dass Patientinnen mit Brustkrebs, die an einer Gruppentherapie teilgenommen haben, eine höhere Lebensqualität und eine signifikant höhere Lebenserwartung hatten als eine vergleichbare Kontrollgruppe, der man keine gruppentherapeutische Unterstützung angeboten hatte.

In der Gruppe können in Kurzreferaten allgemeine Themen wie seelische Gesundheit, bestimmte Krankheiten oder Psychosomatik angesprochen werden, aber auch Probleme, die für die Gruppe aktuell bedeutsam sind wie zum Beispiel Stress, Erschöpfung, Streit oder Mobbing.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer haben in der Gruppe Ideen und Vorschläge von Seiten des Therapeuten, aber auch von den anderen Gruppenmitgliedern bekommen, was sie tun könnten.
  • Sie haben in der Gruppe weiterführenden Rat und Information erhalten.

11.   Nachahmendes Verhalten

Krankheit ist ansteckend – Gesundheit auch, wie Forschungen zum Thema Salutogenese beweisen. Selbstenthüllung, Ehrlichkeit, Autonomie, Rücksicht und gegenseitige Unterstützung sind wichtige Faktoren, die zu einem gelungenen Leben in Gemeinschaft beitragen. In Gruppentherapie ziehen Menschen häufig einen unerwartet großen Nutzen daraus, die Entwicklungsprozesse anderer Mitglieder mit einer ähnlichen Problemkonstellation zu beobachten. Dieses wirkungsvolle Phänomen ist in der Therapieforschung als Stellvertreter- oder Zuschauereffekt bekannt.

In Patientenbefragungen gaben Klienten an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Sie haben in der Gruppe die Erfahrung gemacht, dass andere es gewagt haben, ganz persönliche Dinge von sich preiszugegeben und davon letztlich profitiert haben. Diese Erfahrung half ihnen, das Gleiche zu tun.
  • Sie haben versucht, wie jemand in der Gruppe zu sein, der mit einem ähnlichen Problem schon besser umgehen konnte.

Meinungen

Durch umfassende und differenzierte Patientenbefragungen konnte in Studien ermittelt werden, was die Teilnehmer von Gruppentherapien und Selbsterfahrungsgruppen als besonders hilfreich empfanden. Dazu wurden von 20 Gruppentherapeuten diejenigen Klienten befragt, die objektiv und subjektiv bedeutende Fortschritte in der Therapie gemacht haben. Sie stammten alle aus der Mittelschicht und haben in ambulanten Gruppentherapien leichte bis mittelschwere psychische Probleme bearbeitet. Die Klienten waren zwischen 8 und 22 Monaten in Therapie. Das Ergebnis dieser Studien:

  1. Die Klienten konnten ihnen bislang unbekannte, unangenehme und unannehmbare Züge an sich selbst entdecken und akzeptieren.
  2. Sie haben gelernt, angemessen zu kommunizieren. Das bedeutet, dass sie die Erfahrung gemacht haben, dass es vorwiegend an ihnen selbst liegt, ihre Meinung so mitzuteilen, dass sie gehört werden und sich verstanden fühlen.
  3. Es hat ihnen sehr geholfen, dass andere Gruppenmitglieder ihnen ehrlich gesagt haben, was sie von ihnen halten.
  4. Es war hilfreich zu lernen, wie sie ihre Gefühle zeigen und mitteilen können.
  5. Die Gruppe hat ihnen gezeigt, welchen Eindruck sie auf andere machen.
  6. Sie konnten anschließend sowohl negative als auch positive Gefühle anderen gegenüber besser formulieren.
  7. Sie wussten nun, dass sie letztendlich selbst die Verantwortung dafür tragen, wie sie ihr Leben leben, ganz gleich, wie viel Rat und Unterstützung sie von anderen bekommen.
  8. Es hat ihnen sehr geholfen, dass andere auch einmal peinliche Dinge über sich selbst offenbarten, damit ein hohes Risiko eingingen und davon trotzdem profitierten. Das ermutigte sie, das Gleiche zu tun.
  9. Sie haben seither mehr Selbstbewusstsein, ein größeres Selbstvertrauen und mehr Vertrauen zu anderen Menschen.Meinungen dazu von Patienten aus meiner Praxis. Eine Pflanze wächst aus einer Mauer

Noch Zweifel?

Viele Teilnehmer unterschätzen anfangs die Gruppenerfahrung und die Möglichkeit, sich selbst dadurch besser kennenzulernen. In der Gruppe treten durch vielschichtige zwischenmenschliche Interaktion immer wieder Situationen auf, die eine positive Entwicklung für die einzelnen Teilnehmer ermöglichen. Die Wirksamkeit von Therapie darf man nicht mit der vom Therapeuten erhaltenen Aufmerksamkeit gleichsetzen.

Dabei würde man nämlich übersehen, wie sehr die Bearbeitung von Gruppenproblemen mit den Problemen in Zusammenhang stehen, die den Einzelnen in die Gruppe geführt haben. Es ist richtig, dass sich die einzelnen Teilnehmer womöglich in der Manifestation ihrer Probleme unterscheiden. Zumeist gibt es aber eine zugrunde liegende, gemeinsame Schwierigkeit: nämlich die, verbindliche und befriedigende Beziehungen zu anderen herzustellen und aufrechtzuerhalten.

In der Gruppentherapie können wir sehr viel voneinander lernen, indem wir Blockaden und Fortschritte auf diesem Weg aufspüren. Wir üben, uns selbst mehr zu zeigen – gerade so viel, wie es einerseits ein ehrlicher Austausch erfordert, aber auch nur so viel, wie wir andererseits zu wagen bereit sind. Wir lernen, den anderen so zu sehen, wie er ist, und nicht, wie wir ihn gern hätten. In der Gruppe erleben wir die Möglichkeit und die Freiheit, die volle Verantwortung für unser Fühlen, Denken und Handeln zu übernehmen. Nur dadurch können wir in unserem Leben Veränderung bewirken.

Selbstverantwortung

Dazu ein theoretisches Konzept, das den Verlauf und den Zusammenhang von Verhalten, Verantwortung und Veränderung skizziert:

  • In der Gruppe erleben die befragten Klienten anfangs durch das Feedback der anderen, zunehmend aber auch durch Selbstbeobachtung, wie ihr Verhalten von anderen gesehen wird.
  • Sie können mehr und mehr wahrnehmen, welche Gefühle ihr Verhalten bei anderen auslöst.
  • Sie erleben dadurch, wie ihr eigenes Verhalten die Meinungen beeinflusst, die andere von ihnen haben.
  • Schließlich erkennen sie, wie das Verhalten anderer ihre Meinung von sich selbst bestimmt und ihre Meinung von den anderen wiederum ihr eigenes Verhalten bestimmt.
  • Somit erfahren sie, dass sie selbst die Verantwortung dafür tragen, was sie selbst und andere von ihnen halten und wie das wiederum die eigene Haltung dem Leben und den Menschen gegenüber beeinflusst.

Was lässt sich die Nützlichkeit der Gruppentherapie maximieren?

Zunächst einmal kann mehr gelassen als getan werden. Es ist förderlich, wach zu werden für Gedanken, Gefühle und Befindlichkeiten. Es ist herausfordernd, diese Eindrücke zuzulassen, auch wenn sie mit Angst oder ähnlich starken Emotionen verbunden sind, und einen passenden Ausdruck dafür zu wagen. Der Spielraum in Denken, Fühlen und Handeln wird dadurch erweitert.

Es entstehen mehr Wahlmöglichkeiten und Handlungsoptionen, die zum gegenwärtigen Erleben besser passen als reflexhafte Muster, die bisher schneller auftreten, als man denken kann. Dadurch entsteht ein Kompetenzerleben und ein Selbstbewusstsein, dass man die Welt für sich befriedigend gestalten kann – und zwar im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Verbundenheit.

Dauer

Der Prozess der Selbsterfahrung verläuft in Achtung der individuellen Zeitspannen, die jeder Mensch braucht, um Vertrauen zu entwickeln und sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen. Das ist meist ein Übungsweg von einigen Monaten bis Jahren. Ärger und Frustration im Therapieverlauf – entweder über sich selbst, über andere Teilnehmer oder den Gruppenleiter – führen manchmal dazu, dass Klienten sich zurückziehen, Gefühle verbergen und sich damit selbst den Therapieerfolg erschweren.

Manchmal kommt es einem so vor, als gebe es wochenlang keine merklichen Veränderungen und Fortschritte. Das ist ein zu voraussehbarer Zustand in einem auf Monate und Jahre angelegten Prozess, und es ist eine weitere wertvolle Erfahrung, damit umgehen zu lernen.

Potentialorientierte Selbsterfahrung

Potentialorientierte Selbstentwicklung geht davon aus, dass alles, was für ein zufriedenes Leben nötig ist, im Menschen selbst angelegt und vorhanden ist. Im Zustand der Krise sind diese Qualitäten meist verschüttet. Die Ziele der potentialorientierten Perspektive sind genauso ehrgeizig wie umsichtig: Sie will Einstellungen und Verhaltensweisen verändern, die sich sukzessive über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg ausgebildet haben.

Zugleich geht es immer darum, Widerstand gegen Veränderung anzuerkennen als einen in der Vergangenheit ehrlich erworbenen Schutz. Dieser Schutz stellte zwar lange Zeit eine kreative und machbare Notlösung für Probleme dar, behindert uns heute aber oftmals in unserer freien Lebensgestaltung.

Als Leiter therapeutischer Gruppen geht es mir immer um eine Beziehung zu meinen Klienten, die einerseits so wertschätzend ist, dass ein jeder Mensch achtsam geführt wird, aber andererseits auch so herausfordernd und irritierend, dass Neues entstehen kann. Denn alles Neue entsteht nur durch Chaos und besteht nur durch Ordnung.

Friedrich Nietzsche hat das einmal sehr schön ausgedrückt, als er seinen Zarathustra zum Volke sprechen ließ: „Es ist an der Zeit, dass der Mensch sich sein Ziel stecke. Es ist an der Zeit, dass der Mensch den Keim seiner höchsten Hoffnung pflanze (…). Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können (…).“

Literatur

Wissenschaftlich
Irvin D. Yalom: Theorie und Praxis der Gruppenpsychotherapie
ders.: Existentielle Psychotherapie

Populärwissenschaftlich
Erving Polster: Zugehörigkeit – Eine Vision für die Psychotherapie

Romanhaft
Irvin D. Yalom: Die Schopenhauer-Kur
ders.: Die Liebe und ihr Henker


Für wen?

Ängste, Probleme, Krisen und Krankheit sind die häufigsten Gründe für den Wunsch nach Selbsterfahrung und Psychotherapie. Wenn das eigene Leben als Last empfunden wird, Enttäuschung den Alltag bestimmt oder die eigene Lebensgestaltung nicht mehr als sinnhaft wahrgenommen wird, begleite ich meine Patienten in Einzel- und Gruppentherapie auf dem Weg zu einem freudvollen, selbstbestimmten und zufriedenen Dasein. 

Psychotherapie und Selbsterfahrung machen Sinn

  • Sie suchen neuen Sinn und Orientierung in ihrem Leben. Der Zugang zur eigenen Wirklichkeit ist angesichts der vielen Anforderungen der äußeren Realität schleichend verloren gegangen. Sie wünschen sich mehr Selbstgefühl und Selbstvertrauen auf dem eigenen Weg.
  • Sie sind um Ihre Gesundheit besorgt. Sie erleben sich leer, erschöpft und gereizt. Dinge, die früher Freude gemacht haben, wie Freundschaft, Beruf, Freizeit und Kinder, werden nur noch als zusätzliche Last empfunden. Sie wünschen sich innere Ruhe, Gelassenheit und Möglichkeiten, mit ihrem eigenen Lebensrhythmus wieder in Einklang zu kommen.
  • Sie leiden unter Ängsten, Krankheit oder stecken in einer Krise. Vielleicht haben sie eine vage Ahnung, dass belastende Stimmungen und Krankheitssymptome irgendwie in Verbindung stehen mit ihrer Art zu leben. Sie wollen mehr als nur Symptombeseitigung und Probleme als Wegweiser für eine befriedigende Lebensgestaltung nutzen.
  • Sie stellen enttäuscht fest, dass Sie sich in Ihrer Beziehung in einem Kreislauf von Sprachlosigkeit, Missverständnissen, Vorwürfen, Ärger und Überdruss befinden. Sie möchten herausfinden, wie sie Gemeinsames wieder zusammen genießen und Unterschiede konstruktiv nutzen können.

Sie können lernen…

  • …sich von der begrenzenden Fixierung auf Erfahrungen der Vergangenheit zu lösen und gegenwärtiges Dasein sinnvoll zu erleben
  • …ihre Sinne zu beleben und damit Bedürfnisse wahr- und ernst zu nehmen
  • …stimmig zu leben und ihre Eigenart zu entfalten, anstatt alles richtig zu machen
  • …zu sich zu kommen und bei sich zu bleiben, anstatt außer und neben sich zu sein
  • …sich selbst und anderen zu vertrauen
  • …authentisch zu kommunizieren
  • …neue Freude am Dasein zu erleben – in Gemeinschaft und im Alleinsein, gleichzeitig verbunden und selbstständig