Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Gruppentherapie in München

Gruppentherapie stellt eine sehr wirkungsvolle Möglichkeit dar, persönliche Konflikte und Probleme im Familien- und Berufssystem zu verstehen und zu verändern. Meist geht es dabei um Themen wie Sinnverlust, Unzufriedenheit, Rivalität, Intimität, Kränkung, Enttäuschung und einem unausgewogenen Verhältnis zwischen Geben und Nehmen. In Gruppentherapie geht nicht nur darum Probleme zu lösen, sondern an ihnen zu wachsen.

Münchner Gruppe

„Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.“ (Ödön von Horváth)

Diese Gruppentherapie in München kann Ihnen dabei helfen einen Zuwachs an Selbstbewusstsein, Zufriedenheit und Gesundheit zu verwirklichen. Mit der Hilfe von anderen Gruppenteilnehmern und einer ebenso behutsamen wie herausfordernden Gruppenleitung, werden Sie auf blockierende Verhaltensmuster stoßen. Dazu gewinnen Sie Mut, Zuversicht und Klarheit für neue Veränderungs- und Reifeprozesse.

Schwerpunkte

  • Selbstbewusstsein vertiefen
  • Soziale Kompetenz steigern
  • Selbstfürsorge pflegen
  • Stressbewältigung
  • Psychosomatische Erkrankungen positiv beeinflussen
  • Lebenskrisen überwinden

Ziele

Ort
München Zentrum (S-Bahn Isartor)

Termine
14-tägig á 120 Minuten (außer in den Schulferien)

1. Montags (17:30-19:30)
oder
2. Donnerstag (18:30-20:30)

Freie Plätze auf Anfrage. Sie können einen Termin für ein kostenloses Vorgespräch vereinbaren.

Ein Kalenderblatt mit lachender Sonne, die hinter der Wolke auftaucht mit dem Text: „Donnerstag – zunehmend heiter!“

Dauer
Der Prozess der Selbsterfahrung verläuft in individuellen Zeitspannen, die jeder Mensch braucht, um Vertrauen zu entwickeln und sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen. Das ist meist ein Übungsweg von einigen Monaten bis Jahren.

Schweigepflicht
Um einen sicheren Rahmen für die Gruppenarbeit zu gewährleisten, besteht eine verbindliche Vereinbarung einer Schweigepflicht über Personen und Inhalte der Gruppentherapie.

Anwendungsgebiete

Menschen, die sich für Gruppentherapie interessieren, haben Gemeinsamkeiten. Sie sind sich selbst, durch die vielen Anforderungen von außen, irgendwie fremd geworden und beschäftigen sich mit Fragen und Wünschen wie diesen:

  • Sie suchen neuen Sinn und Orientierung in ihrem Leben?
  • Sie wünschen sich innere Ruhe und Gelassenheit und wollen mit ihrem eigenen Lebensrhythmus wieder in Einklang kommen?
  • Sie wünschen sich mehr Selbstgefühl und Selbstvertrauen?
  • Sie sind um Ihre Gesundheit besorgt?
  • Sie erleben sich leer, erschöpft und gereizt? Dinge, die früher Freude gemacht haben, wie Freundschaft, Beruf, Freizeit und Kinder, werden nur noch als zusätzliche Last empfunden?
  • Sie leiden unter Ängsten, Krankheit oder stecken in einer Krise?
  • Sie stellen enttäuscht fest, dass Sie sich in Partnerschaft und / oder Beruf in einem Kreislauf von Sprachlosigkeit, Missverständnissen, Vorwürfen, Ärger und Überdruss befinden? Sie möchten herausfinden, wie Sie das positiv verändern können?

Wann ist eine Gruppentherapie sinnvoll?

Vielen Menschen fällt es schwer, sich im Spannungsfeld zwischen Individualität und Gemeinschaft, zwischen eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen anderer zurechtzufinden. Jeder Mensch hat von Anfang an gleichermaßen das Bedürfnis nach Verbundenheit und Selbstständigkeit.

Im Alltag ist es aber manchmal nicht einfach, die Balance zu finden zwischen Freizeit, Familie und Beruf. Daraus entstehen Spannungen, die zu seelischen und körperlichen Krankheiten führen können. In der Gruppentherapie zeigen sich oftmals genau die Fragestellungen und Problemsituationen, die im richtigen Leben die Beziehung zu sich selbst, zur Familie, zum Partner, zu Mitmenschen oder Kollegen stören. Eine Selbsterfahrungsgruppe ist dabei ein soziales Laboratorium von unschätzbarem Wert.

In der Gruppe können Menschen die Dynamik ihrer Beziehungssysteme besser erkennen, gestalten und verändern. Sie können ihre sozialen Kontakte mit all ihren Missverständnissen und Schwierigkeiten einfacher verstehen und Lösungen finden, die sie auf ihr Alltagsleben übertragen.

Klienten geraten in der Gruppe gewissermaßen in eine abgesicherte Notfallsituation, in der sie mit Hilfe des Therapeuten, mit wachsender Unterstützung der anderen TeilnehmerInnen und mit immer größerem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen Neues erproben können – stimmige Selbstbilder, authentische Formen der Kommunikation und ehrliche Beziehungen.

Korrigierende emotionale Erfahrungen und eine Veränderung in Haltung und Verhalten können in Gruppentherapie oft schneller und nachhaltiger bewirkt werden als in Einzeltherapie.

Neben persönlichem Wachstum geht es in der Gruppentherapie auch darum psychosomatische und somatoforme Erkrankungen positiv zu beeinflussen. Menschen, die unter den folgenden Beschwerden leiden, können nachweislich von einer Gruppentherapie profitieren:

Es sind gerade die zwischenmenschlichen Interaktionen innerhalb der Gruppe, die für den therapeutischen Erfolg entscheidend sind. Meine ganz persönlichen Erfahrungen als Gruppentherapeut decken sich darin mit Studienergebnissen aus der Therapieforschung.

Stuhlkreis mit Referent und Zuhörern

Was wirkt in Gruppentherapie?

Erstaunlicherweise sind selbst erfahrene Therapeuten überzeugt, dass es in erster Linie die jeweilige therapeutische Technik ist, die beim Klienten eine Veränderung bewirkt. Nach verlässlichen Studien sind die spezifischen methodischen Faktoren innerhalb der Psychotherapie aber nur zu 10 Prozent am therapeutischen Ergebnis beteiligt.

Zu 40 Prozent entscheiden sogenannte „klientgebundene Faktoren“ über den Erfolg einer Therapie, also beispielsweise der Schweregrad des Leidens oder die Möglichkeit, sich auf den Prozess überhaupt einzulassen.

Bei 15 Prozent aller erfolgreich beendeten Therapien findet man in Befragungen von Klienten und Therapeuten keinen nachvollziehbaren Grund für die positiven Veränderungen und wertet dies als Placebo-Effekt. In 35 Prozent lässt sich das zufriedenstellende Ergebnis jedoch auf eine geglückte therapeutische Beziehung zurückführen.

Einige von Ihnen haben vielleicht schon die Erfahrung gemacht, dass es gerade im therapeutischen Kontext darauf ankommt, dass die „Chemie“ zwischen Klient und Therapeut stimmt, dass „man gut miteinander kann“.

Als Gruppentherapeut in München lege ich daher besonderen Wert auf eine gleichermaßen wohlwollende und herausfordernde therapeutische Beziehung. Wenn Klienten sich im Prozess der Behandlung so sicher und getragen fühlen, dass sie bereit sind, sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen, dann ist das die Basis des Erfolgs einer Psychotherapie. Das ist jedoch nur ein Aspekt. Es ist wichtig, auch die anderen therapeutisch wirksamen Faktoren zu berücksichtigen, die tatsächliche Veränderungsprozesse bewirken.

Was macht erfolgreiche Gruppentherapie aus?

Durch umfassende und differenzierte Patientenbefragungen konnte in Studien ermittelt werden, was die Teilnehmer von Gruppentherapien und Selbsterfahrungsgruppen als besonders hilfreich empfanden. Dazu wurden von 20 Gruppentherapeuten diejenigen Klienten befragt, die objektiv und subjektiv bedeutende Fortschritte in der Therapie gemacht haben. Sie stammten alle aus der Mittelschicht und haben in ambulanten Gruppentherapien leichte bis mittelschwere psychische Probleme bearbeitet. Die Klienten waren zwischen 8 und 22 Monaten in Therapie. Das Ergebnis dieser Studien:

  1. Die Klienten konnten ihnen bislang unbekannte, unangenehme und unannehmbare Züge an sich selbst entdecken und akzeptieren.
  2. Sie haben gelernt, angemessen zu kommunizieren. Das bedeutet, dass sie die Erfahrung gemacht haben, dass es vorwiegend an ihnen selbst liegt, ihre Meinung so mitzuteilen, dass sie gehört werden und sich verstanden fühlen.
  3. Es hat ihnen sehr geholfen, dass andere Gruppenmitglieder ihnen ehrlich gesagt haben, was sie von ihnen halten.
  4. Es war hilfreich zu lernen, wie sie ihre Gefühle zeigen und mitteilen können.
  5. Die Gruppe hat ihnen gezeigt, welchen Eindruck sie auf andere machen.
  6. Sie konnten anschließend sowohl negative als auch positive Gefühle anderen gegenüber besser formulieren.
  7. Sie wussten nun, dass sie letztendlich selbst die Verantwortung dafür tragen, wie sie ihr Leben leben, ganz gleich, wie viel Rat und Unterstützung sie von anderen bekommen.
  8. Es hat ihnen sehr geholfen, dass andere auch einmal peinliche Dinge über sich selbst offenbarten, damit ein hohes Risiko eingingen und davon trotzdem profitierten. Das ermutigte sie, das Gleiche zu tun.
  9. Sie haben seither mehr Selbstbewusstsein, ein größeres Selbstvertrauen und mehr Vertrauen zu anderen Menschen.

Studienergebnisse 

Laut einer Studie unter der Leitung des amerikanischen Psychoanalytikers und Gruppentherapie-Experten Irvin D. Yalom sind elf verschiedene Faktoren wesentlich an der positiven Entwicklung von Menschen in Gruppentherapie beteiligt. Die einzelnen Faktoren – im Folgenden der Wichtigkeit nach sortiert – kommen weder einzeln vor noch können sie einzeln wirken. Da ich an dieser Stelle den interessierten Laien verständlich ansprechen möchte, gehe ich auf die einzelnen Punkte nur in sehr vereinfachter Form ein. Wer tiefer gehen möchte, findet dazu eine Literaturempfehlung am Ende dieses Artikels.

  1.   Interpersonales Lernen

Aus der Bindungstheorie des britischen Psychoanalytikers und Pioniers der Bindungsforschung John Bowlby wird deutlich, dass der Mensch von Natur aus auf seine soziale Existenz festgelegt ist.

Menschen haben die angeborene Neigung und das Bedürfnis, sich innerhalb ihrer sozialen Gruppe, sei es in Familie, im Beruf oder unter Freunden, ein ausreichendes Maß an Anerkennung und Beachtung zu sichern. Ohne Beachtung werden wir krank und können daran schließlich auch sterben.

Menschen, die nicht wissen, wie viel Beachtung sie brauchen und wie sie diese bekommen, unterwerfen sich oft den Bedingungen von Personen oder gesellschaftlichen Strukturen, von denen sie ihre Beachtung beziehen. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass diese Personen oder gesellschaftlichen Strukturen, gleichsam als Gegenleistung, einen ungeheuren Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen haben.

Solche Bedingungen und ihre negativen Auswirkungen führen oft zu psychosomatischen Krankheiten, einschließlich Krebserkrankungen. Erkrankte machen dabei häufig die Erfahrung, dass sie gewissermaßen als „Krankheitsgewinn“ eine Zunahme an Beachtung erfahren. Die Krankheit ist allerdings ein sehr hoher Preis für ein Mehr an Beachtung. In einer Gruppe können die Teilnehmer dagegen direkt und aktiv lernen, wie sie Beachtung unmittelbar und einzig durch ihr Da-Sein als Person, so wie sie sind, bekommen und nicht durch das So-Sein und damit durch die Rolle, die sie spielen.

Für den Menschen als soziales Wesen ergibt sich das grundsätzliche Dilemma, entweder konsequent die eigenen Interessen zu verfolgen oder eben die Interessen der Gruppe, der er angehört. Weder die totale Freiheit noch die totale Symbiose in Beziehungen machen jedoch letztlich glücklich. Erst in der Gruppe wird genau dieses Dilemma nicht nur verstehbar, sondern auch deutlich spürbar.

Nur in einem sozialen Kontext können wir lernen, selbstständig in verbindlicher Beziehung zu leben. Die Gruppe dient dabei als sozialer Mikrokosmos, in dem eine korrigierende emotionale Erfahrung möglich ist. Das ist allerdings nur der Fall, wenn die einzelnen Teilnehmer und die Therapiegruppe als Ganzes auch eine Kultur entwickeln, in der Folgendes möglich ist:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe gehen ein zwischenmenschlich ungewohnt hohes Risiko ein, indem sie bestimmte Dinge von sich preisgeben, die sie bisher eher vermieden haben.
  • Die Gruppe bietet genügend Halt und Unterstützung, damit jeder Einzelne dieses Risiko auf sich nehmen kann.
  • Es wird gemeinsam in der Gruppe in einer Art Realitstest überprüft, wie bedrohlich das in der Vergangenheit stets Vermiedene heute tatsächlich noch ist.
  • In der Folge ist es möglich, eine maximale Förderung der neu gewonnen, individuellen Fähigkeiten in der Gruppe zu stabilisieren, um diese dann anschließend in den Alltag zu übertragen und anzuwenden.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen am meisten geholfen hat:

  • Die Gruppe hat ihnen gezeigt, welchen Eindruck sie auf andere machen und wie sie bei anderen ankommen.
  • Gruppenmitglieder haben sie darauf hingewiesen, welche Gewohnheiten in Wort und Tat andere an ihnen stören.
  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben erkannt, dass sie andere damit verwirren, wenn sie nicht wirklich sagen, was sie denken und fühlen.
  1.   Katharsis

Mit dem Begriff Katharsis ist das Erleben und Ausdrücken von bisher verdrängten Gefühlen gemeint. Katharsis ist unter bestimmten Umständen wichtig. Dadurch wird Energie frei, die bisher dafür benötigt wurde, nach außen in Haltung und Verhalten eine gewisse Form zu wahren.

Doch als therapeutisches Instrument reicht das Ausagieren für sich genommen keineswegs aus und kann sogar kontraproduktiv wirken. So hat sich beispielsweise gezeigt, dass das ungerichtete Ausleben von Aggressionen nicht unbedingt zum Abbau eines emotionalen Staus geführt hat, sondern unter Umständen sogar eine Steigerung aggressiver Tendenzen zur Folge haben kann.

In vielen gruppentherapeutischen Ansätzen der vergangenen Jahrzehnte, in denen Gruppentherapie zunehmend auch für eine breitere Bevölkerungsschicht als therapeutische Option interessant wurde, lag der Schwerpunkt stets auf dem Ausagieren. Das ist als Reaktion auf eine emotional eher gehemmte Gesellschaft der 1950er-Jahre durchaus nachvollziehbar, als Therapieform mittlerweile jedoch umstritten.

Fraglos ist der offene Ausdruck von Affekten auch heute noch ein wesentlicher Teil des gruppentherapeutischen Prozesses. Wenn er fehlt, wird die Gruppenerfahrung zu einer sterilen, kognitiven Übung. Das blinde Ausagieren kann jedoch in einzelnen Fällen retraumatisierend wirken. Dann ist die bewusste Wahrnehmung eines Gegenübers besonders wichtig, dessen Reaktionen auf die gezeigten Affekte einen positiven Unterschied machen zu den Erfahrungen, die Betroffene in ähnlicher Situation in der Vergangenheit gemacht haben und heute noch fürchten.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe konnten sich etwas von der Seele reden.
  • Sie haben sich getraut, positive wie auch negative Gefühle gegenüber anderen zu äußern.
  • Sie haben gelernt, wie sie ihre Gefühle zeigen können.
  • Sie konnten sagen, was sie stört, anstatt es immer nur für sich zu behalten.
  1.   Gruppenkohäsion

Mit Gruppenkohäsion ist gemeint, dass in der Therapiegruppe ein dynamischer und aktiver Prozess entsteht, der eine Gruppe zusammenhält und diese auch bis zum Erreichen ihrer formulierten Ziele und / oder zur Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder zusammen bleibt. Durch diese Anziehungskraft fühlen sich die einzelnen Gruppenmitglieder in der Gruppe eingebunden und  miteinander verbunden.

In der Draufsicht sieht man eine Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig an den Händen fassen und sich dadurch halt geben.

Dadurch können in der Gemeinschaft Ziele erreicht werden, die für den Einzelnen so oft unerreichbar waren. Gruppenkohäsion ist mehr als „sich mögen“, weil immer ganz bestimmte Ziele formuliert werden, die es zu erreichen gilt – auch, wenn dafür die Harmonie innerhalb der Gruppe zumindest zeitweise zugunsten eines konstruktiven Konflikts weichen muss.

Laut der aktuellen Therapieforschung profitieren Teilnehmer von Therapiegruppen umso mehr, je mehr sie sich im Vorfeld auf gemeinsame Ziele und Regeln einigen konnten, je mehr sie sich selbst gezeigt und eingebracht haben und je mehr sie eine wechselseitig befriedigende Beziehung zu den anderen Gruppenmitgliedern aufbauen konnten – selbst wenn dafür manchmal ein unbequemer, steiniger Weg auf sich genommen werden muss.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer haben die Erfahrung gemacht, zu einer Gruppe von Menschen zu gehören und von ihnen vorbehaltlos verstanden und angenommen zu werden.
  • Sie hatten verbindlichen, wenn auch zeitlich begrenzten Kontakt mit anderen Menschen, der wechselseitiges Lernen ermöglicht hat.
  • Sie konnten auch peinliche Dinge über sich selbst offenbaren und wurden dennoch von der Gruppe weiterhin angenommen.
  1.    Entwicklung von Möglichkeiten des mitmenschlichen Umgangs

Der Prozess der Sozialisierung und soziales Lernen hören nie auf. Wir alle können noch eine Menge über wertschätzende, authentische Kommunikation und Konfliktlösung ohne Verlierer lernen.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben ihre Möglichkeiten erweitert, mit anderen Menschen zurechtzukommen.
  • Sie haben mehr Vertrauen zu Gruppen und anderen Menschen entwickelt.
  • Sie konnten störende Gewohnheiten und Verhaltenweisen eines andern Gruppenmitglieds besser annehmen.
  1.   Existentielle Faktoren

Dabei geht es darum, sich in der Gruppentherapie mit den existentiellen Gegebenheiten des Lebens auseinanderzusetzen. Der Einfluss solcher Faktoren auf das individuelle Leben und das gesellschaftliche Miteinander ist sehr groß. Zugleich sind sie in der linearen Therapieforschung am schwierigsten zu messen, weil die Untersuchung mehr auf Erfolge bezüglich Symptomerleichterung als hinsichtlich einer persönlichen Entwicklung fokussiert.

Therapieformen, die ausschließlich psycho-edukative oder kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze in den Vordergrund stellen, sind in ihrer Zielerreichung besser messbar und durch ihre einheitlichen, kopierbaren Therapieschemata nachvollziehbarer.

Verhaltenstherapeutische Methoden erwecken in der naturwissenschaftlichen Forschung, die nach Kriterien wie Reproduzierbarkeit, Kürze und Erklärbarkeit bewertet, oft den Anschein von größerer Effizienz. Das ist eine folgenschwere Fehleinschätzung, weil man dann in der Psychotherapie – ebenso, wie es vielfach in der Medizin geschieht – die Krankheit und nicht den Menschen in das Zentrum des Interesses stellt.

Lebendige Menschen, ihr Geist und ihre Seele lassen sich aber nicht naturwissenschaftlich eindeutig analysieren. Im Leben eines jeden Menschen gibt es dafür viel zu viele Widersprüchlichkeiten, mit denen er konfrontiert ist. Persönliche Lebenskrisen oder Krankheiten schärfen den Blick auf existentielle Themen meist gewaltig. Klienten schildern dies mit Umschreibungen, wie „etwas ist in mein Leben hineingebrochen“ oder „es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“.

Menschen, die von Krise und Krankheit bedroht sind, sehnen sich erst einmal danach, dass ihr Leben so weiterläuft wie bisher. Sie werden sich jedoch plötzlich der Unvermeidbarkeit von Veränderung, Vergänglichkeit und schlussendlich Tod bewusst. Sie sehnen sich nach Sicherheit und Struktur und sehen sich doch immer wieder mit Chaos und Bodenlosigkeit konfrontiert. Sie wünschen sich Kontakt zu anderen Menschen und deren Schutz, verzweifeln aber oft an einer schier unüberbrückbaren Kluft selbst zu geliebten Menschen.

Menschen sind Sinn suchende Geschöpfe, die in eine Welt „hineingeworfen“ werden, die manchmal keinen Sinn erkennen lässt. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre hat die Verlorenheit des sinnsuchenden Menschen mit den Worten „zur Freiheit verdammt“ umschrieben. Jeder Mensch wird ganz subjektiv und nachhaltig beeinflusst von solchen existentiellen Fragen, die Zeit seines Lebens wenig Beachtung gefunden haben, in Krisen plötzlich hervortreten und dann in der Gruppentherapie beleuchtet werden können.

Existentielle Fragen sind:

  • Wer trägt eigentlich die Verantwortung für mein Befinden? Muss ich mich ändern oder bin ich nur Opfer von ungünstigen Umständen?
  • Muss ich wirklich immer alles alleine lösen?
  • Was sind die möglichen Folgen meiner jetzigen Entscheidung? Wie kann ich mich entscheiden, wenn ich keine Gewissheit über die Folgen habe? Ist das Leben wirklich so unvorhersehbar oder blicke ich nur nicht durch?
  • Was verfolge ich eigentlich für einen Plan im Leben?
  • Ist das wirklich das Leben, das ich leben möchte?
  • Was für einen Sinn macht das Leben überhaupt?
  • Was kommt nach dem Tod? Kann es das wirklich gewesen sein?

Nach einer erfolgreichen Gruppentherapie gaben Klienten in Patientenbefragungen an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben erkannt, dass das Leben manchmal unfair und ungerecht ist.
  • Sie haben erkannt, dass man letzten Endes einigen Schmerzen des Lebens und dem Tod selbst nicht entfliehen kann.
  • Sie haben sich den Grundfragen des Lebens und der Unvermeidbarkeit des Todes gestellt und so gelernt, das eigene Leben ehrlicher zu leben und sich weniger von Trivialitäten ablenken zu lassen.
  1.   Universalität des Leidens

Manche Menschen beginnen eine therapeutische Behandlung mit dem Gefühl, sie seien in ihrem Kummer, ihrem Leid, ihrem Ärger oder mit ihren Ängsten allein. Damit einher geht meist ein Gefühl von Unzulänglichkeit, weil diese Menschen keinen Ausweg finden, ihre leidvolle Situation zu beenden. Oftmals haben sie sich deshalb in der Vergangenheit mehr und mehr isoliert und zurückgezogen, in der Befürchtung, dass andere sie sowieso nicht verstehen würden. Manchmal haben diese Menschen auch die konkrete Erfahrung gemacht, für ihr Verhalten und Empfinden kritisiert oder abgelehnt zu werden.

In der Gruppe sitzen alle im selben Boot und schnell wird deutlich, dass man mit bestimmten Problemen nicht alleine ist. Das erleichtert, verbindet und bestärkt.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben erkannt, dass die eigenen Probleme nicht einmalig sind, sondern alle “im selben Boot sitzen.”
  • Sie haben herausgefunden, dass andere auch ganz ähnliche schmerzhafte Gedanken und Gefühle haben.
  1. Hoffnung vermitteln

Manche Menschen kommen mit der Erfahrung von jahrelanger Enttäuschung und Frustration in die Therapie. Störende Gewohnheiten im Fühlen, Denken und Handeln haben sich in ihrem Leben so manifestiert, dass ihnen auch der Glaube an Linderung und Lösung der sich daraus ergebenden Probleme abhanden gekommen sind.

Auf Anraten des Therapeuten, mit dem solche Menschen vielleicht in Einzeltherapie schon gute Erfahrungen gemacht haben, wagen sie dann sehr zögerlich und ängstlich den Schritt in die Gruppe. Meist können sie sich nicht so recht vorstellen, wie eine Gruppentherapie nun wirken und helfen soll.

In der Gruppe treffen sie auf Menschen, die sie meist als nicht annähernd so bedrohlich empfinden wie anfangs befürchtet; Menschen, die in der Gruppe vielleicht schon monate- und jahrelang positive Erfahrungen sammeln konnten. Diese Menschen werden schließlich zu Weggefährten auf dem therapeutischen Pfad, die aufklären, ermutigen und unterstützen können.

Solche „Leidensgenossen“ begleiten den Veränderungsprozess häufig glaubwürdiger und authentischer als ein Therapeut. Mehrere Studien haben außerdem gezeigt, dass der Glaube und die Erwartung, in der Therapie Hilfe zu finden, mit einem positiven Therapieergebnis korrelieren.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppentherapie an, was ihnen am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer einer Gruppe haben gesehen, wie andere Fortschritte gemacht haben. Das war für sie selbst inspirierend.
  • Sie konnten beobachten, dass andere Probleme erfolgreich bewältigt haben, die den eigenen glichen.
  1.   Altruismus

In der Gruppentherapie kann menschliches Verhalten, das oft etwas ganz anderes ist als das Verhalten der meisten Menschen im alltäglichen Miteinander, im direkten Kontakt erprobt werden. TeilnehmerInnen können hier lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und damit zu echten Mitmenschen werden. Wie dies aussehen kann, zeigt die folgende Geschichte sehr anschaulich:

Ein Rabbi spricht mit Gott über Himmel und Hölle. „Ich will Dir die Hölle zeigen“, sprach Gott und führte den Rabbi in einen Saal, in dem um einen großen runden Tisch eine Gruppe hungernder, grauer, verzweifelter Menschen saß. Mitten auf dem Tisch stand eine Schüssel mit den besten und nahrhaftesten Speisen, mehr als genug für alle. Allen lief das Wasser im Mund zusammen, doch niemand aß. Jeder am Tisch hatte einen langstieligen Löffel in der Hand – lang genug, um die Schüssel zu erreichen und ihn in die Speisen zu tauchen, doch auch zu lang, um die Speise zum Mund zu führen. Der Rabbi sah, wie schrecklich die Menschen litten und neigte mitleidsvoll das Haupt. „Nun will ich Dir den Himmel zeigen“, sagte Gott. Sie betraten einen anderen Saal, der dem ersten bis ins Detail glich. Da waren der gleiche runde Tisch, die gleiche riesige Schüssel mit Speisen in der Mitte und die gleichen langstieligen Löffel. Doch hier herrschte Fröhlichkeit. Alle waren wohlgenährt, rosig und zufrieden. Der Rabbi verstand nicht. „Es ist ganz einfach“, sagte Gott. „Aber es gehört eine gewisse Geschicklichkeit und Übung dazu: Sie haben gelernt, sich gegenseitig zu füttern!“

In Befragungen schrieben Patienten nach erfolgreicher Gruppenpsychotherapie ihren Fortschritt einer positiven Kraft der Gruppe zu:

  • Anderen zu helfen, hat den Teilnehmern einer Gruppe mehr Selbstachtung gegeben.
  • Sie haben die Erfahrung gemacht, was es bedeutet, anderen zu helfen und in deren Leben eine Bedeutung zu haben.
  1.   Korrigierende Wiederholung der Dynamik der Herkunftsfamilie

Es ist nie zu spät für eine schöne Kindheit. Viele Menschen kommen in die Gruppe mit einer Vorgeschichte von mehr oder weniger unbefriedigender Erfahrung in ihrer ersten und wichtigsten Gruppe, der Herkunftsfamilie.

Die Selbsterfahrungsgruppe ähnelt in mancher Hinsicht dieser primären Gruppe mit Autoritätspersonen, jüngeren und älteren Geschwistern, persönlichen Enthüllungen oder Geheimnissen, starken und tiefen Gefühlen, Intimität und abweisenden oder konkurrierenden Gefühlen. In diesem Rahmen kommt es dann oft zu Übertragungsphänomenen, die – richtig erkannt und geklärt – zu neuen emotionalen Erfahrungen führen können.

Das Konzept der korrigierenden emotionalen Erfahrung wurde von dem Psychoanalytiker Franz Alexander, der als Vater der Psychosomatik gilt, in die Psychotherapie eingeführt, als er 1946 den Mechanismus der psychoanalytischen Heilung beschrieb. Laut Alexander ist das Grundprinzip des therapeutischen Heilungsprozesses darin begründet, dass die Klienten heute unter günstigeren Umständen emotionalen Situationen ausgesetzt werden, mit denen sie in der Vergangenheit nicht fertig geworden sind. Und genau das passiert in gelungener Gruppentherapie.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • In der Gruppe zu sein ermöglichte ihnen, frühere Probleme mit ihren Eltern, Geschwistern und anderen wichtigen Menschen zu verstehen.
  • Die Teilnehmer fühlten sich manchmal wie in einer Familie, nur dass es sich diesmal um eine annahmebereite und verständnisvollere Familie handelte.
  1.   Informationen und Rat

Mehr Informationen zu bestimmten Themen können helfen, mit Problemen besser umzugehen. In der Gruppe können in Kurzreferaten allgemeine Themen wie seelische Gesundheit, bestimmte Krankheiten oder Psychosomatik angesprochen werden, aber auch Probleme, die für die Gruppe aktuell bedeutsam sind wie zum Beispiel Stress, Erschöpfung, Streit oder Mobbing.

In Patientenbefragungen gaben Klienten nach erfolgreich beendeter Gruppenpsychotherapie an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Die Teilnehmer haben in der Gruppe Ideen und Vorschläge von Seiten des Therapeuten, aber auch von den anderen Gruppenmitgliedern bekommen, was sie tun könnten.
  • Sie haben in der Gruppe weiterführenden Rat und Information erhalten.
  1.   Nachahmendes Verhalten

Krankheit ist ansteckend – Gesundheit auch, wie Forschungen zum Thema Salutogenese beweisen. Selbstenthüllung, Ehrlichkeit, Autonomie, Rücksicht und gegenseitige Unterstützung sind wichtige Faktoren, die zu einem gelungenen Leben in Gemeinschaft beitragen. In Gruppentherapie ziehen Menschen häufig einen unerwartet großen Nutzen daraus, die Entwicklungsprozesse anderer Mitglieder mit einer ähnlichen Problemkonstellation zu beobachten. Dieses wirkungsvolle Phänomen ist in der Therapieforschung als Stellvertreter- oder Zuschauereffekt bekannt.

In Patientenbefragungen gaben Klienten an, was ihnen dabei am meisten geholfen hat:

  • Sie haben in der Gruppe die Erfahrung gemacht, dass andere es gewagt haben, ganz persönliche Dinge von sich preiszugegeben und davon letztlich profitiert haben. Diese Erfahrung half ihnen, das Gleiche zu tun.
  • Sie haben versucht, wie jemand in der Gruppe zu sein, der mit einem ähnlichen Problem schon besser umgehen konnte.

Literatur zu Gruppentherapie

Wissenschaftlich:
Irvin D. Yalom: Theorie und Praxis der Gruppenpsychotherapie
ders.: Existentielle Psychotherapie

Populärwissenschaftlich:
Erving Polster: Zugehörigkeit – Eine Vision für die Psychotherapie

Romanhaft:
Irvin D. Yalom: Die Schopenhauer-Kur
ders.: Die Liebe und ihr Henker

Kontakt & Anmeldung

Sie können einen Termin für ein kostenloses Vorgespräch vereinbaren.


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