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Darmflora aufbauen & Darmbakterien stärken

Verfasst von Markus Breitenberger, Heilpraktiker · Geprüft von Anja Lang, Medizinredakteurin · Qualitätsrichtlinien

Aktualisiert am 1. Oktober 2026

Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) entsteht, wenn das Gleichgewicht der Darmbakterien kippt – etwa durch Antibiotika, Stress oder einseitige Ernährung. Typische Anzeichen sind Blähungen, Bauchschmerzen und Müdigkeit. Dieser Ratgeber erklärt Ursachen, Stuhltest, Ernährung und Wege, die Darmflora nach Antibiotika oder bei Beschwerden wieder zu stärken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer gestörten Darmflora (Dysbiose) ist das Gleichgewicht der Darmbakterien aus dem Lot geraten.
  • Häufige Auslöser sind Antibiotika, Stress, einseitige Ernährung und Medikamente wie Magensäureblocker oder Schmerzmittel.
  • Typische Anzeichen sind Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung und Müdigkeit.
  • Ein Stuhltest kann Hinweise auf die Zusammensetzung der Darmflora geben, ersetzt aber keine Diagnose.
  • Grundlage ist eine ballaststoffreiche, vollwertige Ernährung mit wenig Zucker.
  • Nach Antibiotika erholt sich die Darmflora meist innerhalb von Wochen bis Monaten, aber nicht immer vollständig.

Inhaltsverzeichnis

  • Was sind Mikrobiom und Darmflora?
  • Ursachen einer gestörten Darmflora (Dysbiose) 
  • Welche Symptome hat eine gestörte Darmflora (Dysbiose)?
  • Darmflora testen: Was ein Stuhltest zeigen kann
  • Was kann man bei einer Dysbiose tun?
  • Darmflora aufbauen: Worauf es langfristig ankommt 
  • Nahrungsergänzungsmittel für die Darmflora: Bakterienkulturen, Ballaststoffe, Enzyme
  • Wie lässt sich die Darmflora nach Antibiotika aufbauen?
  • Welche Ernährung ist bei Dysbiose sinnvoll?
  • Darmflora aufbauen mit Ernährung: 10 Tipps für den Alltag
  • Wie entwickelt sich die Darmflora eines Babys?
  • Häufige Fragen zum Aufbau der Darmflora

Was sind Mikrobiom und Darmflora?

Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die auf und in unserem Körper leben, vor allem Bakterien, Pilze und Viren. Die Darmflora (Darmmikrobiota) ist der Teil davon, der im Darm lebt. Im Alltag werden beide Begriffe oft gleichbedeutend verwendet.

Zum Mikrobiom zählen außerdem Archäen, bakterienähnliche Einzeller mit eigener Entwicklungslinie. Mikroorganismen besiedeln die Haut und die Schleimhäute, etwa von Mund, Nase, Rachen und Scheide. Der mit Abstand größte Teil lebt jedoch im Darm. Dort trägt die Darmflora gemeinsam mit der Darmschleimhaut zur natürlichen Darmbarriere bei.

Illustration der Darmflora: Darmbakterien als Teil des Mikrobioms im Darm

Dass der Mensch mit Mikroorganismen zusammenlebt, ist lange bekannt. Wie stark sie das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinflussen können, wird erst seit einigen Jahrzehnten intensiv erforscht, und viele Zusammenhänge sind noch nicht abschließend geklärt.

Bleiben Verdauungsbeschwerden trotz sorgfältiger Abklärung ohne erkennbare Ursache, lautet die Diagnose häufig: Reizdarmsyndrom.

Die Naturheilkunde betrachtet dabei ergänzend Ernährung, Lebensstil und Darmflora.

Meine Praxis steht für ganzheitliche Darmgesundheit: Ich betrachte Ernährung, Lebensstil und Mikrobiom gemeinsam, um mögliche Ursachen Ihrer Beschwerden zu erkennen – nicht nur die Symptome.

Markus Breitenberger, Heilpraktiker mit Schwerpunkt Darmgesundheit

Sie möchten Ihre Beschwerden ursachenorientiert abklären? Wir besprechen Ihre Situation individuell – in München oder per Video. Jetzt Erstgespräch vereinbaren:

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Welche Aufgaben hat die Darmflora im Körper?

Die Darmflora ist an der Verdauung beteiligt: Bakterien im Dickdarm bilden Enzyme, die Ballaststoffe und andere sonst unverdauliche Nahrungsbestandteile aufspalten. Sie beeinflussen außerdem die Bildung von Botenstoffen wie Serotonin in der Darmschleimhaut, bilden einige Vitamine (Vitamin K, B-Vitamine) und stehen im ständigen Austausch mit dem Immunsystem der Darmschleimhaut.

Ursachen einer gestörten Darmflora (Dysbiose) 

Eine gestörte Darmflora kann durch Antibiotika, chronischen Stress, einseitige oder ungesunde Ernährung, Alkohol und Nikotin sowie durch bestimmte Medikamente entstehen, etwa Magensäureblocker oder Schmerzmittel.

Oft wirken mehrere Faktoren zusammen, und die Störung entwickelt sich – außer nach Antibiotika – meist schleichend.

Kann Stress die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen?

Chronischer Stress kann die Darmflora beeinflussen: Über die Darm-Hirn-Achse verändern Stresshormone unter anderem die Darmbewegung und die Schleimhautbarriere. Verdauungsbeschwerden belasten ihrerseits – ein Kreislauf, den ein ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt. Chronischer Stress wird außerdem mit stillen Entzündungen in Verbindung gebracht, die als möglicher Faktor bei chronischen Erkrankungen diskutiert werden.

Wie wirkt sich ungesunde und einseitige Ernährung auf die Darmbakterien aus?

Zucker, frittierte Nahrungsmittel, viele tierische Fette bzw. gesättigte Fettsäuren und Alkohol können das Wachstum potenziell ungünstiger Bakterien begünstigen, was mit Durchfall oder einem Blähbauch einhergehen kann. Eine einseitige Ernährung schadet den Bakterien im Darm. Das betrifft manchmal leider auch Vegetarier und Veganer.

Wie beeinflussen Antibiotika die Darmflora?

Antibiotika können bei bestimmten Erkrankungen ein wichtiges und notwendiges Hilfsmittel sein. Sie töten aber nicht nur Krankheitserreger, sondern auch gesunde Bakterien. Wodurch wiederum Darmpilze wie Candida Überhand nehmen können.

Welche Medikamente können die Darmflora belasten?

Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) verringern die Magensäure. Dadurch können mehr Keime aus der Nahrung den Darm erreichen; die regelmäßige Einnahme wird mit Veränderungen der Darmflora und einem erhöhten Risiko für bestimmte Darminfektionen in Verbindung gebracht.

Auch Kortison und Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen und ASS können bei regelmäßiger Einnahme die Darmgesundheit beeinflussen. Verordnete Medikamente bitte nie eigenmächtig absetzen.

Gerade wenn Medikamente zu Unwohlsein im Verdauungstrakt geführt haben, kann auch eine Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO) Ursache der Beschwerden sein. SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth, was so viel bedeutet wie übermäßige Bakterienbesiedelung im normalerweise bakterienarmen Dünndarm.

Welche Symptome hat eine gestörte Darmflora (Dysbiose)?

Bei einer Dysbiose können Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung auftreten, außerdem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Warnzeichen wie Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, nächtlicher Durchfall oder neu auftretende Darmbeschwerden ab etwa 50 Jahren sollten Sie zeitnah ärztlich abklären lassen.

Typische Beschwerden bei Dysbiose im Überblick

Nimmt der Anteil nützlicher Bakterien ab, können sich andere Keime stärker vermehren. Gärungs- und Fäulnisprozesse sowie leichte Reizungen der Darmschleimhaut können dann zu folgenden Beschwerden beitragen:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • übelriechenden Ausscheidungen
  • Verstopfung 
  • Durchfall
  • schmerzhaften Darmkrämpfen
  • Infektanfälligkeit

Kann eine gestörte Darmflora auch die Psyche beeinflussen?

Die Forschung zeigt zunehmend, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien mit Stimmung und Denkleistung zusammenhängen kann. Man spricht hier von der Darm-Hirn-Achse, die in beide Richtungen funktioniert: Der Darm reagiert auf Stresssignale aus dem Gehirn. Umgekehrt reagiert das Gehirn auf Signale aus dem Darm.

Studien bringen eine veränderte Darmflora unter anderem mit folgenden Beschwerden in Verbindung, ohne dass Ursache und Wirkung abschließend geklärt sind:

  • Stress
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Angstzustände
  • Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen

Mit welchen Erkrankungen wird eine Dysbiose in Verbindung gebracht?

Bei zahlreichen chronischen Erkrankungen finden Studien eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora. Ob die Dysbiose dabei Ursache, Verstärker oder Folge ist, ist meist noch ungeklärt:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes
  • Rheuma
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn
  • Schuppenflechte
  • Lupus erythematodes
  • Histaminintoleranz
  • SIBO

Darmflora testen: Was ein Stuhltest zeigen kann

Die Zusammensetzung der Darmflora lässt sich mit einem Stuhltest untersuchen: Sie entnehmen zu Hause eine kleine Stuhlprobe und schicken sie an ein Labor. Der Test kann Hinweise auf ein Ungleichgewicht der Bakterien und Pilze geben.

Wie ich Stuhltest-Befunde in die Behandlung einbeziehe, erfahren Sie auf meiner Seite zur: Darmsanierung in München.

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Wenn Sie Ihre Darmflora untersuchen lassen möchten, ist dieser Labortest mit Probenentnahme zu Hause eine Möglichkeit:

Gesundheitscheck Darm Plus
Laboranalyse wichtiger Darmbakterien, Hefe- und Schimmelpilze sowie von Verdauungsrückständen und Stuhlmarkern wie Calprotectin, Pankreas-Elastase, sekretorischem IgA und Zonulin.

Hinweis: Der Test ersetzt keine Diagnose. Den Befund erhalten Sie direkt vom Labor; eine Besprechung der Werte ist im Rahmen einer kostenpflichtigen Beratung in meiner Praxis möglich. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht.

Ob ein Stuhltest für Sie sinnvoll ist, können wir auch gemeinsam klären. Jetzt Beratungstermin buchen: 

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Was kann man bei einer Dysbiose tun?

Bei einer Dysbiose geht es zunächst darum, mögliche Ursachen zu klären, etwa Stress, Ernährung oder Medikamente wie Antibiotika. Unterstützend kommen eine ballaststoffreiche Ernährung und gegebenenfalls Probiotika infrage. Welche Schritte in Ihrem Fall sinnvoll sind, lässt sich im persönlichen Gespräch klären.

Die unterschiedlichen Mikroben und Bakterienstämme haben ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie fühlen sich bei verschiedenen pH-Werten wohl und bevorzugen unterschiedliche Nahrungsquellen.

Bei der Suche nach den Ursachen einer Fehlbesiedlung ist es deshalb wichtig, den Lebensstil sowie die aktuelle Ernährungssituation genauer zu betrachten:

  • Gab es in letzter Zeit viel Stress?
  • Wurde oft hektisch gegessen oder wird auf eine vollwertige Ernährung geachtet?
  • Bleibt Zeit zum Genießen?
  • Werden Medikamente eingenommen und welche sind das?

Probiotika bei Dysbiose: Möglichkeiten und Grenzen

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die als ein Baustein zur Unterstützung der Darmflora gelten. Die bekanntesten Vertreter sind Milchsäurebakterien und Bifidobakterien. Viele Stämme überstehen Magensäure, Galle und Verdauungsenzyme zumindest teilweise und gelangen lebend in den Dickdarm. Überleben und Wirkung im Darm hängen vom jeweiligen Stamm ab.

Sie vermuten, dass Ihre Darmflora aus dem Gleichgewicht ist? In einem Beratungstermin klären wir, welche Untersuchungen und Schritte in Ihrer Situation sinnvoll sein können. Vereinbaren Sie Ihren Termin online:

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Darmflora aufbauen: Worauf es langfristig ankommt 

Die Darmflora lässt sich vor allem langfristig aufbauen: mit ballaststoffreicher, vollwertiger Ernährung, wenig Zucker und Alkohol und einem stressarmen Lebensstil.

Nahrungsergänzungsmittel können den Einstieg begleiten. Entscheidend für eine dauerhaft vielfältige Darmflora ist jedoch die Umstellung im Alltag.

Infografik mit Zahlen zu Darm, Mikrobiom und Darm-Hirn-Achse

Nahrungsergänzungsmittel für die Darmflora: Bakterienkulturen, Ballaststoffe, Enzyme

Probiotika, Ballaststoffpräparate und je nach Situation Enzyme oder Mikronährstoffe können eine gesunde Lebensweise sinnvoll ergänzen. Die Basis bleibt eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung.

Im Praxisalltag werden je nach Befund und Beschwerdebild unter anderem diese Produkte genutzt.

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Empfehlungen aus meiner Praxis

Die folgenden Präparate enthalten Bakterienkulturen, Enzyme oder Mikronährstoffe. Zusammensetzung und Einnahmeempfehlung finden Sie jeweils beim Hersteller:

Omni Lactis 20 Gold, 60 Kapseln
Fokus Dysbiose: Kapseln mit zehn Bakterienstämmen (Lacto- und Bifidobakterien sowie Streptococcus thermophilus) und Inulin aus der Zichorienwurzel, einem löslichen Ballaststoff.

ImmunoMyk, 90 Kapseln
Fokus Candida: Kapseln mit Reishi- und Shiitake-Pilzextrakt, Acerola- und Camu-Camu-Extrakt (Vitamin C), Vitamin E und Zink.

Mucosa Formula, 180 Kapseln
Fokus Leaky Gut: Kapseln mit der Aminosäure L-Glutamin, Kamillen- und Traubenkernextrakt, Vitamin C, B6 und D3, Beta-Carotin, Pantothensäure sowie Zink, Mangan, Selen und Kupfer.

DigestioCym 200 vegan, 90 Kapseln
Fokus Verdauungsschwäche: Kapseln mit fünf Verdauungsenzymen (Amylase, Protease, Lactase, Lipase, Cellulase) und Natriumbicarbonat.

AH & Glutamin Formula, 60 Kapseln 
Fokus Histaminunverträglichkeit: Kapseln mit L-Glutamin, Vitamin C, Vitamin B6, Zink und Kupfer.

FlatuZym 200, 120 Kapseln
Fokus Blähungen: Kapseln mit einer Enzymmischung (Amylase, Alpha-Galactosidase, Cellulase, Xylanase) und Fenchelextrakt.

Damit sich zugeführte Bakterienkulturen optimal im Darm ansiedeln und vermehren können, benötigen sie die passenden Nährstoffe in Form von Ballaststoffen. Die DGE empfiehlt daher täglich min. 30 Gramm Ballaststoffe als Nahrung für nützliche Darmbakterien und für eine gesunde Verdauung:

Colon Balance
Sticks mit löslichen Akazienfasern, geschmacksneutral, vegan, glutenfrei.

CleanoCol, 30 Portionen
Ballaststoffmischung mit Flohsamen, Leinsamen, Magnesium und 10 Bakterienstämmen.

Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und keine medizinisch notwendige Behandlung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenten, Schwangerschaft oder Stillzeit bitte vorher Rücksprache halten.

Wie lässt sich die Darmflora nach Antibiotika aufbauen?

Nach einer Antibiotikatherapie erholt sich die Darmflora meist von selbst, braucht dafür aber Wochen bis Monate. Unterstützen können eine ballaststoffreiche Ernährung, fermentierte Lebensmittel und – nach Absprache – ausgewählte Bakterienkulturen.

Breitbandantibiotika verändern die Darmflora stärker als Präparate mit engem Wirkspektrum. Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall und Bauchschmerzen.

In einer Studie mit zwölf gesunden Männern hatte sich die Darmflora nach einer viertägigen Antibiotikagabe innerhalb von etwa sechs Wochen weitgehend erholt; einige Bakterienarten waren jedoch auch nach sechs Monaten nicht mehr nachweisbar.

Um die Artenvielfalt und die Anzahl der nützlichen Bakterien wiederherzustellen, können probiotische Stämme ergänzend zugeführt werden. Das geschieht am einfachsten mithilfe sogenannter Probiotika. Im Alltag unterstützen reichlich Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kombucha die Darmflora.

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Empfehlungen aus meiner Praxis

Für Kinder

Junior Omni Lactis 6
Pulver mit sechs Bakterienstämmen (Lacto- und Bifidobakterien sowie Lactococcus lactis) und Oligofructose, einem löslichen Ballaststoff.

Für Erwachsene 

Omni Lactis 20 Gold
Kapseln mit zehn Bakterienstämmen (Lacto- und Bifidobakterien sowie Streptococcus thermophilus) und Inulin aus der Zichorienwurzel, einem löslichen Ballaststoff.

Sinnvoll ergänzt werden die Probiotika mit Pflanzenextrakten:

AC7 Komplex
Kapseln mit sieben Pflanzenextrakten aus Berberitze, Granatapfel, Salbei, Lavendel, Thymian, Rosmarin und Oregano.

Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und keine ärztliche Behandlung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenten, Schwangerschaft oder Stillzeit bitte vorher Rücksprache halten. Anwendung bei Kindern bitte mit Kinderärztin oder Kinderarzt besprechen.

Welche Ernährung ist bei Dysbiose sinnvoll?

Sinnvoll ist eine ballaststoffreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung mit wenig Zucker und Fertigprodukten, ergänzt durch fermentierte Lebensmittel. Ballaststoffe dienen nützlichen Darmbakterien als Nahrung, fermentierte Lebensmittel liefern lebende Bakterienkulturen.

Der Unterschied zwischen probiotischen und präbiotischen Lebensmitteln

Probiotische Lebensmittel enthalten eine hohe Anzahl an gesundheitsfördernden Bakterien. Über den Verzehr kann ein Teil davon in den Dickdarm gelangen und sich dort ansiedeln.

Präbiotische Lebensmittel enthalten besonders viele Ballaststoffe. Die unverdaulichen Faserstoffe stellen die Nahrungsgrundlage der erwünschten Keime dar. Durch den gezielten Verzehr präbiotischer Lebensmittel werden die Lebensbedingungen der nützlichen Darmbakterien verbessert und damit ihr Wachstum angeregt.

Es nützt also nichts, täglich Probiotika zu schlucken und weiterhin Fast Food zu essen. Die kleinen Helferlein würden schlichtweg verhungern.

Markus Breitenberger, Heilpraktiker

Wer seine Darmflora langfristig gesund erhalten möchte oder sie bei einer Dysbiose dauerhaft wieder ins Gleichgewicht bringen will, der kommt nicht umhin, seine Ernährung entsprechend zu verändern.

Darmflora aufbauen mit Ernährung: 10 Tipps für den Alltag

Die folgenden Tipps sind alltagstaugliche Grundlagen für eine vielfältige Darmflora. Veränderungen der Ernährung brauchen Zeit – planen Sie einige Wochen ein, bevor Sie Bilanz ziehen.

  1. Gesundheitsfördernde Bakterien lieben Ballaststoffe. Essen Sie deshalb bevorzugt ballaststoffhaltige Lebensmittel. Dazu zählen vor allem Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse sowie Leinsamen, Weizenkleie und Flohsamenschalen.
  2. Wählen Sie beim Einkauf möglichst frische und naturbelassene Lebensmittel aus. Die meisten davon sollten pflanzlich sein.
  3. Lösliche Ballaststoffe wie Inulin, Oligofructose und Pektin stecken unter anderem in Chicorée, Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Spargel, Artischocken, Topinambur und Äpfeln. Gekochte und wieder abgekühlte Kartoffeln oder Reis liefern resistente Stärke, die ebenfalls im Dickdarm von Bakterien verwertet wird.
  4. Achten sie auch auf eine möglichst frische Zubereitung. 
  5. Trinken Sie täglich mindestens 1 bis 1,5 Liter Flüssigkeit. Besonders geeignet sind stilles Mineralwasser und zuckerfreie Tees.
  6. Meiden Sie stark vorproduzierte Lebensmittel, wie Wurst, Tiefkühlpizza, Fertigsuppen und Co. Sie enthalten in der Regel viel Salz, Zucker, Fette sowie Zusatzstoffe. Gesundheitsfördernde Bakterien fühlen sich in diesem Milieu nicht wohl.
  7. Auch stark zuckerhaltige Lebensmittel, wie Kuchen, Schokoladen, sonstige Süßigkeiten und gesüßte Softgetränke, z.B. Limo oder Cola, befeuern vor allem das Wachstum potentiell krankmachender Keime und wirken sich damit ungünstig auf die Darmflora aus.
  8. Dasselbe gilt für den häufigen Konsum tierischer Eiweiße und tierischer Fette. Schränken Sie deshalb Fleisch, Wurst und fettreiche Milchprodukte ein und bevorzugen Sie magere Sorten.
  9. Schränken Sie außerdem den Alkoholkonsum ein und verzichten Sie möglichst auch auf das Rauchen.
  10. Mit dem gezielten Verzehr probiotischer Lebensmittel können Sie den Anteil an nützlichen Keimen im Darm zusätzlich erhöhen. Durch die Art ihrer Zubereitung bzw. Fermentierung enthalten diese Produkte besonders viele lebende gesundheitsfördernde Bakterienkulturen. Planen sie deshalb eine Auswahl dieser Lebensmittel in den täglichen Speiseplan mit ein. Dazu zählen vor allem: Naturjogurt, Kefir, frisches Sauerkraut, Miso (japanische Würzpaste), Kimchi (fermentierter Chinakohl), Kombucha (fermentiertes Teegetränk), Tempeh (fermentierte Sojabohnen).

Wie entwickelt sich die Darmflora eines Babys?

Die Darmflora eines Babys entwickelt sich vor allem ab der Geburt: Bei einer vaginalen Geburt kommt das Neugeborene zuerst mit Keimen aus Scheide und Darm der Mutter in Kontakt, danach prägen Muttermilch bzw. Nahrung und Umwelt die Besiedlung. Im Mutterleib ist das Ungeborene weitgehend keimfrei.

Anschließend gelangen weitere Bakterien und andere Mikroben vor allem über die Nahrung, aber auch durch andere Umweltkontakte in den kindlichen Darm, wo sie sich überwiegend an den Darmwänden des Dickdarms ansiedeln. Nach und nach wächst diese Population zu einem stabilen Mikrobiom heran. Im Darm eines Erwachsenen leben schätzungsweise rund 38 Billionen Bakterien aus mehreren hundert Arten; zusammen wiegen sie nach neueren Berechnungen etwa 0,2 Kilogramm.

Warum die Darmflora so individuell ist

Der mit Abstand größte Teil der Darmflora eines Babys wird von Darmbakterien unterschiedlicher Spezies gebildet. Die Zusammensetzung der Darmflora jedes einzelnen Menschen ist dabei so individuell wie der eigene Fingerabdruck und hängt von Geburt an ganz entscheidend von der Lebens- und Ernährungsweise ab. Aufgrund der vielfältigen Funktionen des Darm-Mikrobioms für die frühkindliche Entwicklung und die spätere Gesundheit des Menschen gilt die Darmflora inzwischen auch als eigenes Organ. Vielfach wird sie sogar als Superorgan bezeichnet.

Kaiserschnitt und Darmflora des Babys

Ein Kaiserschnitt kann aus körperlichen wie auch aus seelischen Gründen manchmal notwendig sein. Bei einer Kaiserschnitt-Geburt sind es zuerst vor allem die Hautkeime der Mutter, die dem Neugeborenen begegnen. Eine britische Studie mit knapp 600 Neugeborenen (2019) zeigte, dass per Kaiserschnitt geborene Babys in den ersten Lebenswochen eine weniger vielfältige Darmflora mit mehr potenziell krankheitserregenden Krankenhauskeimen hatten. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres glichen sich die Unterschiede weitgehend an.

Nach Auswertungen der Techniker Krankenkasse (Kindergesundheitsreport 2019) wurden per Kaiserschnitt geborene Kinder in ihren ersten acht Lebensjahren häufiger unter anderem wegen chronischer Bronchitis, ADHS und Übergewicht. behandelt. Ob die veränderte Darmflora dabei eine Rolle spielt, ist nicht geklärt; auch andere Faktoren rund um Schwangerschaft und Geburt kommen infrage. Wie Sie die Darmflora Ihres Babys unterstützen können, etwa durch Stillen, besprechen Sie am besten mit Hebamme, Kinderärztin oder Kinderarzt.

Kaiserschnitt-Kinder leiden im Verlauf ihres Lebens vermehrt unter Zivilisationskrankheiten, die sich mitunter auf eine gestörte Zusammensetzung der Bakterien im Darm zurückführen lassen. Dazu zählen vor allem Darmerkrankungen, Lungenkrankheiten und Hauterkrankungen. Sie haben in ihren ersten acht Lebensjahren ein erhöhtes Risiko für eine ganze Reihe von Krankheiten, darunter chronische Bronchitis, Allergien, ADHS und Übergewicht. Solche Probleme und Erkrankungen können neben dem Geburtsmodus viele weitere Ursachen haben – umso wertvoller ist es, die Darmgesundheit des Babys von Anfang an gezielt zu unterstützen.

Sie möchten die Ursachen Ihrer Darmbeschwerden klären und Ihre Darmflora gezielt aufbauen? Ich begleite Sie ganzheitlich – vereinbaren Sie Ihren Termin online.

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Häufige Fragen zum Aufbau der Darmflora

Hier finden Sie kurze Antworten auf Fragen, die rund um den Aufbau der Darmflora häufig gestellt werden – zu Dauer, Ernährung und Kosten.

Wie lange dauert es, die Darmflora aufzubauen?

Das ist individuell verschieden. Nach einer kurzen Antibiotikagabe erholt sich die Darmflora oft innerhalb von etwa sechs Wochen weitgehend, einzelne Arten können länger fehlen. Bei einer schleichend entstandenen Dysbiose braucht eine Ernährungsumstellung meist mehrere Wochen bis Monate.

Kann man die Darmflora auch ohne Nahrungsergänzungsmittel aufbauen?

Ja, die wichtigste Grundlage ist die Ernährung: reichlich Ballaststoffe aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkorn sowie fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut. Nahrungsergänzungsmittel können dies im Einzelfall ergänzen, ersetzen es aber nicht.

Zahlt die Krankenkasse einen Stuhltest auf die Darmflora?

Mikrobiom-Stuhltests zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht. Ärztlich veranlasste Untersuchungen, etwa auf Calprotectin oder Krankheitserreger bei Verdacht auf eine Darmerkrankung, werden dagegen übernommen. Private Versicherungen erstatten je nach Tarif.

Hinweis zu diesem Artikel: Ein Stuhltest der Darmflora kann Hinweise geben, ersetzt aber keine Diagnose. Treten während oder nach einer Antibiotika-Einnahme starker, wässriger oder blutiger Durchfall, Fieber oder Bauchkrämpfe auf, suchen Sie bitte umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf. Probiotika für Säuglinge und Kinder besprechen Sie bitte vorher mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem nehmen Probiotika bitte nur nach ärztlicher Rücksprache ein.

Über den Autor

Markus Breitenberger, Heilpraktiker in MünchenMarkus Breitenberger, Heilpraktiker für ganzheitliche Medizin mit Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen, Schilddrüse, hormonelle Beschwerden und chronische Erschöpfung

Markus Breitenberger führt seit über 25 Jahren eine eigene Praxis für Komplementärmedizin in München. In seiner Arbeit verbindet er naturheilkundliche Erfahrung mit einer wissenschaftlich fundierten Analyse von Symptomen, Laborwerten und möglichen Ursachen chronischer Beschwerden. Sein Wissen teilt er regelmäßig in Ratgeber- und Fachartikeln. Zudem ist er Buchautor von zwei Gesundheitsratgebern, die im Gräfe und Unzer Verlag erschienen sind.

Erfahren Sie mehr über Markus Breitenberger und seine Praxisphilosophie.

Alle Ratgeber-Artikel werden von Medizinredakteurinnen mit über 20 Jahren Berufserfahrung fachlich geprüft.

Transparenz- & Gesundheitshinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Setzen Sie verordnete Medikamente oder laufende Behandlungen nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei akuten oder sich verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich umgehend an eine Arztpraxis oder den Notruf 112. Genannte Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit besprechen Sie die Einnahme bitte vorher ärztlich oder heilpraktisch. Mit * gekennzeichnete Links und mit „Anzeige“ markierte Boxen sind Affiliate-Links (Werbung): Bei einem Kauf erhalte ich eine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Quellen

https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/wie-sich-die-darmflora-nach-antibiotika-einnahme-erholt.html

https://www.helmholtz-hzi.de/de/wissen/wissensportal/unser-immunsystem/das-mikrobiom/

https://www.aerzteblatt.de/archiv/127068/Mikrobiomforschung-Wie-koerpereigene-Keime-als-Superorgan-agieren

https://www.aerzteblatt.de/archiv/186107/Mikrobiom-und-intestinale-Gesundheit-Eine-hohe-Diversitaet-von-Darmbakterien-ist-guenstig

Stunted microbiota and opportunistic pathogen colonization in caesarean-section birth, October 2019, Nature 574(7776):1-5

https://www.mikrooek.de/labordiagnostik/fuer-aerzte-und-therapeuten/neues-aus-dem-labor/kyberbiom/das-mikrobiom/

PubMed-Eintrag

UCL News: Babies born by C-section have different gut bacteria

Palleja A et al. Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure. Nature Microbiology 2018;3:1255–1265. 

Suez J et al. Post-antibiotic gut mucosal microbiome reconstitution is impaired by probiotics and improved by autologous FMT. Cell 2018;174:1406–1423.

Guo Q et al. Probiotics for the prevention of pediatric antibiotic-associated diarrhea. Cochrane Database Syst Rev 2019;4:CD004827. 

Sender R, Fuchs S, Milo R. Revised estimates for the number of human and bacteria cells in the body. PLoS Biology 2016;14(8):e1002533.

Ajamian M et al. Serum zonulin as a marker of intestinal mucosal barrier function: May not be what it seems. PLoS One 2019;14(1):e0210728.

Shao Y et al. Stunted microbiota and opportunistic pathogen colonization in caesarean-section birth. Nature 2019;574:117–121. 

Techniker Krankenkasse: Kindergesundheitsreport 2019 – Kaiserschnittkinder haben ein höheres Krankheitsrisiko. 

Imhann F et al. Proton pump inhibitors affect the gut microbiome. Gut 2016;65:740–748. 

Cryan JF et al. The microbiota-gut-brain axis. Physiological Reviews 2019;99:1877–2013. 

DGVS: S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom, Aktualisierung 2021 (Alarmsymptome). 

DGE: Referenzwert Ballaststoffe (mind. 30 g/Tag für Erwachsene). 

Superorgan Mikrobiom (N. Schaenzler, F. Beigel)

Kategorien: Darmgesundheit

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