Wenn sich der Bauch regelmäßig spannt, hart anfühlt oder sichtbar vorwölbt, kann das im Alltag sehr belasten. Hier erfahren Sie, wie ein Blähbauch (Meteorismus) entsteht, welche Ursachen infrage kommen, bei welchen Warnzeichen Sie ärztlichen Rat suchen sollten und was Sie selbst tun können.
Kurz zusammengefasst
- Ein Blähbauch (Meteorismus) ist ein aufgetriebener, oft gespannter Bauch durch eine vermehrte Ansammlung von Gas oder Luft im Verdauungstrakt. Er ist ein Symptom, keine eigenständige Krankheit.
- Fast jeder Fünfte hat mindestens einmal pro Woche einen Blähbauch, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer.
- Häufige Auslöser sind blähende Lebensmittel, hastiges Essen mit Luftschlucken und Stress, seltener Unverträglichkeiten, ein Reizdarm oder andere Erkrankungen.
- Ärztlich abklären lassen sollten Sie einen Blähbauch, der anhält oder mit Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber oder Erbrechen einhergeht.
- Bei gelegentlichem Blähbauch können Wärme, Bewegung, Kräutertees und eine angepasste Ernährung die Beschwerden verringern.
Was ist ein Blähbauch (Meteorismus)?
Ein Blähbauch (Meteorismus) ist ein aufgetriebener, oft gespannter und harter Bauch, der durch eine vermehrte Ansammlung von Gas oder Luft im Magen-Darm-Trakt entsteht. Häufig nimmt dabei der Bauchumfang sichtbar zu. Früher sprach man auch von „Blähsucht“. Fachleute unterscheiden das Gefühl, aufgebläht zu sein (englisch bloating), von der messbaren Zunahme des Bauchumfangs (Distension). Beides tritt oft gemeinsam auf, kann aber auch getrennt vorkommen.

Wie entstehen Gase im Darm?
Gase im Darm entstehen vor allem, wenn Bakterien der Darmflora (Darmmikrobiom) im Dickdarm Nahrungsbestandteile vergären, die im Dünndarm nicht verdaut wurden, etwa bestimmte Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Eiweiße. Dabei bilden sie vor allem Wasserstoff und Kohlendioxid, bei manchen Menschen auch Methan. Stickstoff wird dagegen nicht von den Bakterien gebildet; Luft gelangt vor allem durch Verschlucken in den Darm.
Wie oft Pupsen ist normal?
Im Durchschnitt gehen bei gesunden Menschen etwa 8- bis 14-mal am Tag Darmwinde ab; bis zu 20- bis 25-mal täglich gelten noch als normal. Mehr Darmwinde entstehen zum Beispiel nach ballaststoffreichen Mahlzeiten oder Hülsenfrüchten. Meist sind sie leise und geruchsarm.
Blähungen ohne Geruch: Woher sie kommen
Geruchlose Blähungen bestehen vor allem aus verschluckter Luft sowie aus Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan. Diese Gase entstehen, wenn Darmbakterien Kohlenhydrate vergären, die im Dünndarm nicht vollständig verdaut wurden, etwa aus Hülsenfrüchten, Kohl oder Vollkornprodukten. Bei einer Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit gelangen besonders viele solcher Zucker in den Dickdarm. Die Folge können viel Gas, Druck und ein unangenehmes Völlegefühl sein.
Warum stinken Blähungen manchmal so stark?
Stark riechende Blähungen entstehen meist durch schwefelhaltige Gase wie Schwefelwasserstoff. Sie bilden sich in geringen Mengen, wenn Darmbakterien Eiweiße abbauen. Wie stark Darmwinde riechen, hängt deshalb vor allem von Ihrer Ernährung und Ihrer Darmflora ab.
Warum hat man Bauchschmerzen bei Blähbauch?
Bauchschmerzen bei einem Blähbauch entstehen, weil angestautes Gas die Darmwand dehnt und die Bauchdecke nach außen wölbt. Das passiert, wenn das Gas nicht zügig durch Aufstoßen oder über den Darmausgang entweichen kann.
Menschen, deren Darmwände besonders sensibel auf diese Dehnungsreize reagieren (Hypersensibilität), leiden dann oft unter starken Bauchschmerzen. Diese Hypersensibilität ist zum Beispiel für ein Reizdarmsyndrom typisch. Aber auch bei Gesunden kann zu viel Gas im Darm ein Drücken oder Stechen hervorrufen.
Erst, wenn die Blähungen aus dem Darm nach außen entweichen, bessern sich die Beschwerden des Blähbauchs. Dieses vermehrte Abgehen von Winden aus dem Darm wird, so die medizinische Definition, Flatulenz genannt.
Blähbauch abends: Warum er im Tagesverlauf zunimmt
Dass ein Blähbauch abends oft stärker ist, liegt vor allem am Sammeleffekt über den Tag: Mit jeder Mahlzeit sammeln sich geschluckte Luft, schwer verdauliche Nahrung und die im Darm entstehenden Gase weiter an. Da sich die Darmbewegung im Laufe des Tages verlangsamt und Bewegungsmangel durch langes Sitzen oder Stress das Entweichen der Gase erschwert, erreicht der Druck im Bauch meist am Abend seinen Höhepunkt.
Ist ein Blähbauch gefährlich?
Ein Blähbauch ist meist nicht gefährlich, denn die Bildung von Gasen gehört zur normalen Verdauung. Hält er jedoch an oder kommen Warnzeichen hinzu, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.
Blähbauch: Warnzeichen und wann zum Arzt
Ein gelegentlicher Blähbauch nach üppigen oder blähenden Mahlzeiten ist meist harmlos und bessert sich von selbst. Lassen Sie einen Blähbauch ärztlich abklären, wenn er über mehrere Wochen immer wieder auftritt oder eines dieser Warnzeichen hinzukommt:
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
- ungewollter Gewichtsverlust
- Fieber, wiederholtes Erbrechen oder starke Bauchschmerzen
- neu aufgetretene, anhaltende Veränderungen des Stuhlgangs
- ein Blähbauch, der dauerhaft bestehen bleibt und nicht mehr zurückgeht, besonders bei Frauen ab etwa 50 Jahren
- Blutarmut (Anämie) oder Darmkrebs in der Familie
Welcher Arzt ist zuständig für Blähbauch?
Erste Anlaufstelle bei einem Blähbauch ist die hausärztliche Praxis. Bei Bedarf überweist sie an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologie), bei Frauen je nach Beschwerden auch in die gynäkologische Praxis.
Wann muss man ins Krankenhaus mit Blähbauch?
Sofort ins Krankenhaus oder den Notruf 112 wählen sollten Sie, wenn ein stark aufgeblähter Bauch mit heftigen Bauchschmerzen, Erbrechen und fehlendem Stuhlgang oder Windabgang einhergeht. Das können Zeichen eines Darmverschlusses sein, eines medizinischen Notfalls. Gleiches gilt bei Brustschmerzen, Engegefühl in der Brust oder Atemnot, auch wenn Sie Blähungen als Ursache vermuten.
Welche Ursachen kann ein Blähbauch haben?
Ein Blähbauch entsteht meist durch blähende Lebensmittel, hastiges Essen mit Luftschlucken, kohlensäurehaltige Getränke oder Stress. Dahinter können aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ein Reizdarmsyndrom, eine Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO), Medikamente oder hormonelle Schwankungen stehen.

Blähbauch-Auslöser: Ernährung, Luftschlucken und Stress
Häufige Auslöser eines Blähbauchs sind blähende Speisen und Getränke, verschluckte Luft und Stress. Daneben kommen Bewegungsstörungen des Darms, das Zurückhalten von Darmwinden und manche Medikamente infrage:
- Ernährung und Getränke: Kohlensäurehaltige Getränke und Lebensmittel mit vielen schwer verdaulichen Bestandteilen, etwa bestimmten kurzkettigen Kohlenhydraten und Ballaststoffen, fördern die Gasbildung im Darm. Das kommt auch bei Gesunden vor und vergeht von selbst.
- Bewegungsstörungen des Magen-Darm-Trakts (gastrointestinale Motilitätsstörungen) können einen Blähbauch und Blähungen zur Folge haben. Unter einer solchen Motilitätsstörung leiden zum Beispiel oft Patienten mit funktionellen Problemen im Verdauungssystem.
- Das häufige Schlucken von Luft (Aerophagie) kann ebenfalls ein Grund für einen geblähten Bauch sein, etwa weil man viel Kaugummi kaut oder zu hastig isst. Auch Stress und Angst haben oft zur Folge, dass der Betroffene unwillkürlich zu viel Luft schluckt. Übermäßiges Luft schlucken kann aber auch durch Erkrankungen verursacht werden, zum Beispiel durch die Refluxkrankheit (Gastroösophageale Refluxkrankheit, GERD).
- Stress: Manche Menschen entwickeln unter Stress einen Blähbauch, ohne dass mehr Gas gebildet wird. Diskutiert werden eine erhöhte Empfindlichkeit des Darms und ein fehlgesteuerter Reflex von Zwerchfell und Bauchmuskulatur, der den Bauch nach vorn wölbt.
- Eine Überblähung des Bauchs kann auch durch angestrengtes Zurückhalten von Pupsen bedingt sein.
- Medikamente: Auch einige Arzneimittel können einen Blähbauch auslösen, mehr dazu im Abschnitt „Blähbauch als Nebenwirkung von Medikamenten“.

Welche Krankheiten können einen Blähbauch verursachen?
Ein anhaltender Blähbauch kann auch Zeichen einer Erkrankung sein, die erkannt und behandelt werden sollte. Dazu gehören zum Beispiel:
- Reizdarm – an diese funktionelle Darmerkrankung muss vor allem dann gedacht werden, wenn Blähungen mit Blähbauch und Bauchschmerzen länger als drei Monate bestehen.
- Reizmagen bzw. Dyspepsie
- Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten wie eine Milcheiweißallergie, Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktosemalabsorption) oder Zöliakie
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
- Veränderungen der Darmflora (Dysbiose)
- Organisch bedingte Bewegungsstörungen des Darms, etwa eine chronische intestinale Pseudoobstruktion (CIPO)
- Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO, bakterielle Überwucherung des Dünndarms)
- Befall von Darmparasiten: Beispielsweise verursacht der Protozoon-Parasit Giardia eine Infektion des Dünndarms (Giardiasis), die neben Bauchkrämpfen, Übelkeit und Durchfall auch Flatulenzen verursacht.
- Erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom)
- Akute virusbedingte oder bakterielle Magen-Darm-Erkrankungen
- Krankhafte Verengung des Darms mit Behinderung der Darmpassage, hervorgerufen zum Beispiel durch entzündliche oder tumorbedingte Verdickungen der Darmwand
- Kurzdarmsyndrom, Verwachsungen im Bauchraum
- Darmkrebs
- Beginnender Darmverschluss (meist in Kombination mit weiteren schwerwiegenden Symptomen wie Erbrechen von Magen- und Darminhalt)
- Magenschleimhautentzündung, Helicobacter pylori-Infektion des Magens
- Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür
- Unterfunktion bzw. eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Histaminintoleranz
- Gallenblasenentzündung, Gallensteine
- Lebererkrankungen
- Langjähriger Diabetes
- Drei-Monats-Kolik (bei Säuglingen)
- Medizinische Eingriffe: Nach Operationen im Bauchraum und nach Untersuchungen, bei denen Luft oder Gas in den Darm gegeben wird, etwa einer Darmspiegelung, tritt häufig vorübergehend ein Blähbauch auf.
- Eierstockkrebs: Ein neu aufgetretener, anhaltender Blähbauch kann bei Frauen, besonders ab etwa 50 Jahren, ein frühes Anzeichen sein und sollte gynäkologisch abgeklärt werden.
- Prämenstruelles Syndrom (PMS), Hormonschwankungen, kurz vor oder während der Monatsblutung, Schwangerschaft, Wechseljahre.
Blähbauch durch Medikamente
Einige Medikamente können Blähungen und einen Blähbauch auslösen. Dazu gehören Abführmittel mit Milchzucker oder Lactulose, deren Zucker im Dickdarm vergoren werden, entzündungshemmende Schmerzmittel (nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac), blutzuckersenkende Glucosidasehemmer wie Acarbose sowie Antibiotika, die die Darmflora vorübergehend verändern.
Blähbauch abklären: Untersuchungen und Tests
Um die Ursache eines anhaltenden Blähbauchs zu finden, erfragt die Ärztin oder der Arzt die Beschwerden und Essgewohnheiten und untersucht den Bauch. Je nach Verdacht folgen Blutuntersuchung, Stuhltests, Ultraschall, H2-Atemtests auf Unverträglichkeiten oder eine Magen- oder Darmspiegelung.
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von den Beschwerden ab. Infrage kommen:
- Immunologischer Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl (iFOBT)
- Blutuntersuchung, zum Beispiel Blutbild, Entzündungswerte und Zöliakie-Antikörper
- Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane (wie Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse)
- Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, zum Beispiel H2-Atemtests zur Abklärung einer Milchzuckerintoleranz oder einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms
- Magenspiegelung (Gastroskopie) und/oder Darmspiegelung (Koloskopie) mit Gewebeprobe (Biopsie)
- Gegebenenfalls Computertomographie
- Gegebenenfalls Endoskopie der Gallenwege (endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie, ERCP) zur Darstellung des Gallen- und Bauchspeicheldrüsengangs mit Kontrastmittel
Ärztlich veranlasste Untersuchungen wie Blutwerte, Ultraschall oder H2-Atemtests übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Ergänzend können Stuhluntersuchungen auf die Darmflora, Verdauungsrückstände und Entzündungsmarker Hinweise geben.
Wie ich Stuhlbefunde in meiner Praxis einordne, lesen Sie auf der Seite Darmsanierung in München.
Blähbauch-Symptome: Woran Sie einen Blähbauch erkennen
Typisch für einen Blähbauch sind ein sichtbar vorgewölbter, gespannter Bauch, Druck- und Völlegefühl sowie vermehrte Darmwinde. Häufig kommen Bauchschmerzen oder Krämpfe, Darmgeräusche, Aufstoßen und Übelkeit hinzu.
Im Einzelnen können folgende Beschwerden auftreten:
- Der Blähbauch selbst ist ein Symptom: Der Bauch ist vorgewölbt, es besteht ein unangenehmes Druckgefühl, die gewohnte Kleidergröße erscheint zu klein, Rock- oder Hosenbund passen vor allem am Abend nicht mehr. Tatsächlich ist die Umfangszunahme eines aufgeblähten Bauchs messbar und kann durchaus einige Zentimeter betragen. Oft besteht eine erhöhte Bauchspannung und der Bauch fühlt sich hart an
- Blähungen mit einem verstärkten Abgehen von Darmwinden (Flatulenz). Die Blähungen können außerdem Bauchkrämpfe verursachen, geruchsneutral oder stark riechend sein
- Hörbare Darmgeräusche wie Gluckern, Blubbern und Rumoren
- Aufstoßen, Sodbrennen
- Übelkeit
- Völlegefühl, Druckgefühl im Oberbauch
- Tritt ein Blähbauch im Rahmen einer Krankheit auf, können weitere Symptome auftreten, beispielsweise Appetitlosigkeit, Durchfall, ungewollter Stuhlabgang oder ausgeprägte Oberbauch- (Magen-)Schmerzen
- Auch funktionelle Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung treten oft gemeinsam mit einem Blähbauch auf
- Druck in der Brust, Herzklopfen oder Kurzatmigkeit: Starke Blähungen im Oberbauch können das Zwerchfell nach oben drücken. Dieses Beschwerdebild wird als Roemheld-Syndrom bezeichnet; es ist wissenschaftlich wenig untersucht und kein allgemein anerkanntes Krankheitsbild. Wichtig: Brustschmerzen, Engegefühl oder Atemnot müssen immer zuerst medizinisch abgeklärt werden, bei plötzlichem Auftreten über den Notruf 112, weil sie auf einen Herzinfarkt hinweisen können.
Blähbauch behandeln: Therapie nach Ursache
Wie ein Blähbauch behandelt wird, richtet sich nach der Ursache. Deshalb steht vor der Behandlung eines anhaltenden Blähbauchs eine sorgfältige Abklärung.
Liegt eine Erkrankung zugrunde, wird diese gezielt behandelt, zum Beispiel mit Verdauungsenzymen bei einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse oder mit einer angepassten Ernährung bei Unverträglichkeiten.
Häufig tragen auch Alltagsfaktoren zu einem Blähbauch bei, etwa Stress, Schlafmangel, Konflikte oder hastiges Essen. Körperliche und seelische Belastungen können sich dabei gegenseitig verstärken, deshalb lohnt sich ein Blick auf beides.
In meiner Praxis kann die Behandlung je nach Ursache folgende Bausteine umfassen:
- ausführliche Anamnese und Auswertung Ihrer Befunde
- klassische homöopathische Konstitutionsbehandlung
- Ernährungsberatung
- Unterstützung bei der Stressbewältigung
- gegebenenfalls Psychotherapie

Sie möchten die Ursache Ihres Blähbauchs gemeinsam mit mir klären? Im Ersttermin nehme ich mir Zeit für Ihre Vorgeschichte, Ihre bisherigen Befunde und Ihre Ernährung, in meiner Praxis in München oder per Videosprechstunde:
Gelegentliche Blähungen ohne Warnzeichen können Sie meist selbst behandeln, wie im folgenden Abschnitt beschrieben.
Was tun bei Blähbauch?
Gegen einen gelegentlichen Blähbauch können oft schon einfache Maßnahmen die Beschwerden verringern: langsam essen und gut kauen, blähende Lebensmittel und kohlensäurehaltige Getränke reduzieren, Wärme auf dem Bauch und Bewegung. Bleiben die Beschwerden trotzdem bestehen, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Hausmittel bei Blähbauch: Tee, Wärme, Bauchmassage, Bewegung & Co
Bei akutem Blähbauch können diese Hausmittel die Beschwerden verringern:
- Kräutertee aus Anis, Fenchel und Kümmel, frisch aufgebrüht und in kleinen Schlucken getrunken
- Wärme: Eine Wärmflasche, ein warmer Heublumen- oder Kirschkernsack oder ein feucht-warmer Bauchwickel entspannen die Bauchmuskulatur. Am angenehmsten ist Wärme, wenn Sie sich dabei etwa 30 Minuten hinlegen.
- Bauchmassage: Legen Sie sich auf den Rücken und streichen Sie mit den Fingerkuppen sanft im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel, auf Wunsch mit etwas Fenchel- oder Anisöl, verdünnt in einem Pflanzenöl.
- Bewegung: Ein Spaziergang nach dem Essen bringt die Verdauung in Gang und kann das Abgehen von Gasen erleichtern
- Probiotika, die Milchsäurebakterien enthalten, zur Regulierung der Darmflora
- Aktivkohle kann den Geruch von Darmwinden verringern. Nehmen Sie sie nicht gleichzeitig mit Medikamenten ein, da sie deren Aufnahme vermindern kann
- Entspannungsmaßnahmen wie Yoga oder Mindfullness Based Stress Reduction (MBSR) empfiehlt sich, wenn Stress eine große Rolle bei der Entstehung eines Blähbauchs spielt.

Blähbauch nach dem Essen: Ursachen und was Sie tun können
Ein Blähbauch nach dem Essen entsteht meist durch zu große oder sehr fettreiche Mahlzeiten, blähende Lebensmittel oder hastiges Essen mit viel verschluckter Luft. Nach einer üppigen Mahlzeit drückt der Bauch, und der Rock- oder Hosenbund spannt.
Oder es ist ein einzelnes Nahrungsmittel, zum Beispiel viele Zwiebeln oder ein anderes blähendes Gemüse, das zwar eigentlich schmackhaft und gesund ist, jedoch das Volumen der Gase durch seine blähungsfördernden Eigenschaften im Darm spürbar vergrößert. Auch der „Verdauungskaffee“ oder stark kohlensäurehaltige Getränke als Durstlöscher während des Essens fördern einen Blähbauch.
Tritt ein Blähbauch mit oder ohne Blähungen jedoch immer wieder nach den Mahlzeiten auf, sollte man einen Arzt aufsuchen – insbesondere, wenn er von Schmerzen im Bauch begleitet wird. Denn dann gilt es, eine behandlungsbedürftige Ursache auszuschließen, etwa eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, SIBO oder ein Reizdarmsyndrom. Meist gehört dann auch eine Umstellung der Ernährung zum Behandlungskonzept.
Was essen bei Blähbauch? Blähende und gut verträgliche Lebensmittel
Bei Blähbauch sind leicht verdauliche, gegarte Speisen in mehreren kleinen Portionen meist besser verträglich als große, rohkost- oder hülsenfruchtreiche Mahlzeiten. Welche Lebensmittel Beschwerden machen, ist individuell verschieden.
- Verteilen Sie Ihr Essen auf mehrere kleine Portionen am Tag.
- Achten Sie darauf, nicht zu viel Luft zu schlucken. Helfen kann zum Beispiel, dass Sie sich bewusst viel Zeit beim Essen nehmen und jeden Bissen sehr sorgfältig kauen. Im Übrigen fördern auch Kaugummikauen – und Rauchen – das Schlucken von Luft.
- Bei einer bekannten Nahrungsmittelunverträglichkeit ist es wichtig, das entsprechende Lebensmittel, das die Beschwerden verursacht, konsequent vom Speiseplan zu streichen.
- Meiden Sie Speisen und Getränke, die bei Ihnen Blähungen auslösen. Häufig sind das Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch und Kohlgemüse, weil sie Kohlenhydrate enthalten, die im Dünndarm nicht abgebaut werden. Auch unreifes Obst, Vollkornprodukte, frisches Brot, frische Hefebackwaren und große Rohkostmengen werden oft schlecht vertragen. Bei Getränken sind kohlensäurehaltige und stark gesüßte Getränke, Alkohol und Kaffee häufig ungünstig. Kümmel oder Fenchelsamen beim Kochen gelten als traditioneller Tipp, um Kohl und Hülsenfrüchte bekömmlicher zu machen.
- Führen Sie zwei bis vier Wochen ein Ernährungstagebuch, wenn Sie nicht wissen, welche Lebensmittel oder Zubereitungsarten Ihre Beschwerden auslösen.
Hält der Blähbauch an, kann eine Low-FODMAP-Diät sinnvoll sein. FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole, also bestimmte Zucker- und Ballaststoffarten wie Fruktane, Milchzucker, Fruchtzucker und Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit und Mannit. Weil FODMAPs der Darmflora auch als Nahrung dienen, sollte die Diät zeitlich begrenzt und am besten mit einer Ernährungsfachkraft erfolgen.

Welches Essen ist nicht blähend?
Als eher gut verträglich gelten zum Beispiel:
- Gemüse wie Kartoffeln, Karotten, Zucchini, Auberginen, Sellerie, Fenchel, Spinat und Pastinaken
- säurearme, reife Obstsorten wie Bananen, Birnen, einige Beerenarten, Kiwi oder Papaya
- fettarme, nicht geräucherte oder gepökelte Fisch-, Fleisch- und Wurstwaren
- fettarme Käsesorten
- fettarme Milch und Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Naturjoghurt, Magerquark und Kefir (Milchprodukte vertragen Menschen mit Laktoseintoleranz nicht)
- Sauerteigbrot, Zwieback und Brot oder Brötchen vom Vortag
- ungesüßte, kohlensäurefreie Getränke wie stilles Wasser oder Tee.
Wenn Sie Ihre Ernährung und mögliche Auslöser Ihres Blähbauchs gemeinsam mit mir durchgehen möchten, vereinbaren Sie gern einen Termin:
Häufige Fragen zu Blähbauch (Meteorismus)
Diese Fragen werden häufig im Zusammenhang mit Blähungen und Blähbauch gestellt:
Hinweis zu diesem Artikel: Ein plötzlich stark aufgeblähter Bauch mit heftigen Schmerzen, Erbrechen und fehlendem Stuhl- oder Windabgang kann auf einen Darmverschluss hinweisen; wählen Sie dann den Notruf 112, ebenso bei Brustschmerzen oder Atemnot. Ein neu aufgetretener, anhaltender Blähbauch sollte bei Frauen ab etwa 50 Jahren auch gynäkologisch abgeklärt werden. Blähungen bei Säuglingen und Kindern besprechen Sie bitte mit der Kinderarztpraxis.