Wechseljahre, Menopause, Klimakterium: Symptome, Medikamente & Linderung

Kurz zusammengefasst:

  • In den Jahren vor und nach der letzten Menstruation findet bei Frauen eine tiefgreifende hormonelle Veränderung statt. Diese Zeit wird „Wechseljahre“ oder „Klimakterium“ genannt. Nach Beendigung der schrittweisen Umstellung beginnt die Lebensphase, in der Frauen keine Kinder mehr bekommen können.
  • Zyklusunregelmäßigkeiten wie ein verkürzter Zyklus, stärkere oder schwächere Regelblutungen markieren den Beginn der Wechseljahre.  
  • Während der Wechseljahre produzieren die Eierstöcke immer weniger der beiden Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Ebenso werden die Eisprünge seltener, bis die Regelblutungen schließlich ganz ausbleiben und nur noch eine minimale Konzentration von Östrogen und Progesteron vorhanden ist.
  • Die letzte Monatsblutung wird Menopause genannt. Die Festlegung erfolgt rückwirkend nach zwölf Monaten. 
  • Der durchschnittliche Beginn der Wechseljahre ist ab Mitte des fünften Lebensjahrzehnts, die dann etwa zehn Jahre andauern.
  • Während der Wechseljahre kann es infolge der hormonellen Veränderung zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen kommen. Letztlich reagiert jede Frau jedoch sehr individuell: Manche leiden kaum unter Symptomen, wohingegen andere vorübergehend einer Behandlung zum Ausgleich des Hormonmangels bedürfen.

Was sind Wechseljahre?

Als „Wechseljahre“ oder „Klimakterium“ wird der Zeitraum bezeichnet, der die Lebensphase einleitet, in der Frauen keine Kinder mehr bekommen können. Die Veränderungen erfolgen schrittweise: Der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken neigt sich allmählich dem Ende entgegen, und die Eierstockfunktion lässt nach, sodass immer weniger der beiden weiblichen Sexualhormone Progesteron und Östrogen gebildet werden, die den Monatszyklus steuern.

Damit einher geht ein Nachlassen der Fruchtbarkeit: Die Zyklen werden unregelmäßiger, oft werden die Abstände zwischen den Regelblutungen zunächst kürzer und dann immer länger. Am Ende bleibt die Menstruation ganz aus: Eine Schwangerschaft ist jetzt nicht mehr möglich, weil in den Eierstöcken keine stimulierbaren Follikel mehr vorhanden sind – die sogenannte ovarielle Reserve ist aufgebraucht. Ist die Regelblutung zwölf Monate lang nicht mehr aufgetreten, spricht der Frauenarzt von „Menopause“.

Im Durchschnitt beginnen die Wechseljahre Mitte des fünften Lebensjahrzehnts und dauern etwa zehn Jahre an.

Welche Phasen haben die Wechseljahre?

Die Wechseljahre können in mehrere Phasen unterteilt werden, wobei die Übergänge dieser Abschnitte fließend sind. Die Länge der jeweiligen Phasen wie auch die damit verbundenen möglichen Beschwerden sind von Frau zu Frau unterschiedlich.  

Der Begriff „Prämenopause“ wird hierzulande nicht einheitlich verwendet. Eine gängige Definition ist, dass die Prämenopause die Wechseljahre ankündigt und dann in die Perimenopause („peri“ – Menopause = um die Menopause herum) mündet. Es gibt aber auch Experten, die die Prämenopause als Frühphase der Perimenopause verstehen und deshalb auf eine Unterscheidung zwischen Prä- und Perimenopause verzichten. 

Diagramm Menopause Lebensalter

1. Prämenopause

Die Prämenopause markiert die erste Phase der hormonellen Umstellung: Es findet nicht mehr regelmäßig jeden Zyklus ein Eisprung statt, sodass auch die nachfolgende Gelbkörperphase fehlt, in der normalerweise Progesteron gebildet wird. Deshalb ist ein Progesteronmangel typisch für diese Zeit. Da sich der Östrogenspiegel jedoch noch im Normbereich befindet oder vorübergehend sogar ansteigt, entsteht gleichzeitig ein relativer Überschuss an Östrogen.

Als Folge dieser Östrogendominanz können verschiedene Beschwerden auftreten, etwa Spannungsgefühle in der Brust, Stimmungsschwankungen oder auch eine veränderte (stärkere oder längere) Regelblutung.

Testen Sie selbst, ob eine Östrogendominanz vorliegt.

Bei Frauen, die schon vor Beginn der hormonellen Umstellung unter einem Prämenstruellem Syndrom leiden, können die prämenstruellen Beschwerden in dieser Zeit besonders stark ausgeprägt sein. 

2. Perimenopause

Etwa ein- bis zwei Jahre vor der Menopause setzt die Perimenopause ein, die bis zu zwei Jahre nach der letzten Menstruationsblutung andauert. Nun lässt auch die Östrogenproduktion nach, und es kann sein, dass sich charakteristische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen und/oder Schlafstörungen bemerkbar machen. Gleichwohl besteht bis zum Eintritt der Menopause die Möglichkeit, schwanger zu werden. Auf Verhütung kann deshalb erst verzichtet werden, wenn die letzte Regelblutung länger als zwölf Monate zurückliegt.

3. Postmenopause

Die Spätphase der Perimenopause überlappt sich mit der Postmenopause, die laut Definition zwölf Monate nach der letzten Monatsblutung (Menopause) beginnt.

Das 65. Lebensjahr markiert dann das Ende der Postmenopause und den Beginn des sogenannten Seniums: Die Produktion von Progesteron ist weitgehend erloschen, und Östrogen wird nur noch in geringen Mengen von der Nebennierenrinde und dem Fettgewebe gebildet. 

Wechseljahre: ab wann?

Im Allgemeinen wird das „typische Alter“ des Klimakterium-Beginns auf die Zeit um das 50. Lebensjahr (47 bis 52 Jahre) angegeben. Es gibt aber auch die Auffassung, dass das durchschnittliche Alter zu Beginn der Wechseljahre bei 45 Jahren liegt. Das mittlere Alter der Frauen zum Zeitpunkt der Menopause, also dem Zeitpunkt der letzte Menstruation, beträgt 51 Jahre. Die Festlegung der Menopause erfolgt rückwirkend, wenn es zwölf Monate lang zu keiner Regelblutung mehr kam.

Ein „Klimakterium praecox“ liegt vor, wenn die Wechseljahre vor dem 40. Lebensjahr einsetzen, hiervon sind hierzulande etwa ein Prozent der Frauen betroffen. Eine Ursache für die vorzeitigen Wechseljahre ist unklar, vermutet werden unter anderem genetische Einflüsse.

Wechseljahresbeschwerden: wie lange?

Im Allgemeinen gilt das 65. Lebensjahr als das Alter, in dem die Wechseljahre zu Ende gegangen sind. Solange können auch die klimakterischen Beschwerden andauern. Dies ist gar nicht so selten, wie neuere Daten belegen. Danach sind mehr als 50 Prozent der Frauen noch bis zu zehn Jahre nach Beginn der ersten Beschwerden von Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen betroffen, mitunter sogar noch im Senium, also in der Lebensphase, in der die Postmenopause eigentlich abgeschlossen ist. 

Andere Veränderungen, etwa Harninkontinenz, Trockenheit und/oder Gewebeschwund (Atrophie) der Schleimhaut im Genitalbereich oder ein Verlust an Knochenmasse (Osteoporose), die in einem direkten Zusammenhang mit dem Östrogenmangel stehen, bleiben jedoch bestehen und können mit der Zeit behandlungsbedürftig werden.

oestrogen-hormonlevel

Wann sind die Wechseljahre am schlimmsten?

Wann eine Frau während der hormonellen Umstellung in besonderem Maße unter Wechseljahresbeschwerden leidet, ist individuell verschieden. Bei vielen Frauen sind die typischen Wechseljahresbeschwerden zu Beginn der Postmenopause besonders stark ausgeprägt, lassen jedoch mit Dauer dieses letzten Abschnitts des Klimakteriums allmählich wieder nach. Es kommt aber auch vor, dass Frauen, die die Postmenopause aufgrund ihres Alters und ihres Hormonspiegels eigentlich hinter sich gelassen haben, weiterhin mit Hitzewallungen oder nächtlichem Schwitzen zu kämpfen haben. 

Welche Hormone dominieren die Wechseljahre?

Im Vordergrund der hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre stehen die weiblichen Sexualhormone Progesteron und Östrogen, die den Monatszyklus steuern und die Aufgabe haben, den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. 

Progesteron ist das erste Hormon, das einen direkten Einfluss auf die Wechseljahre nimmt: Weil nicht mehr regelmäßig ein Eisprung stattfindet, bleibt auch die Bildung eines Gelbkörpers aus, der sich aus dem geplatzten Follikel entwickelt und der für die Produktion von Progesteron zuständig ist. Die Folge ist ein Mangel an Progesteron.

Die Östrogenkonzentration nimmt erst mit Fortschreiten der Wechseljahre ab. Deshalb besteht zunächst im Vergleich zum verringerten Anteil an Progesteron ein relativer Östrogenüberschuss. Im weiteren Verlauf der Wechseljahre lässt jedoch auch die Bildung von Östrogen infolge der nachlassenden Funktion der Eierstöcke immer mehr nach – der Östrogenspiegel sinkt. Etwa zwei Jahre nach Einritt der Menopause hat sich der Östrogenspiegel auf einem konstant niedrigen Niveau stabilisiert.

Diagramm Progesteron und Östrogen

Sie können bequem selbst testen in welcher Phase Sie sich befinden:

Wechseljahre Speicheltest
Bestimmung der hormonellen Situation bei der Frau in den Wechseljahren.

FSH (Follikelstimulierendes Hormon), das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird, gehört zu den  Gonadotropinen, weil es – im Zusammenspiel mit dem luteinisiernden Hormon (LH) – direkt auf die Eierstöcke einwirkt und diese zur Östrogen- und Progesteron-Produktion anregt. Während der Wechseljahre steigt der FSH-Spiegel als Reaktion auf die sinkenden Östrogen- und Progesteron-Konzentrationen an, um die Eierstöcke dazu anzuregen, mehr der beiden Sexualhormone zu bilden. In der Postmenopause ist der FSH-Spiegel dann konstant erhöht. Erst einige Jahre nach der letzten Regelblutung sinken die FSH-Werte wieder etwas. 

Auch das zweite Gonadotropin, das luteinisiernden Hormon (LH), steigt während der Wechseljahre an, um die Eierstöcke wieder zur Hormonproduktion anzuregen, allerdings weniger stark als FSH.

Gibt es Wechseljahre beim Mann?

Ob Männer von Wechseljahren betroffen sind, ist in der Fachwelt umstritten. Gleichwohl können Männer in der Lebensmitte ebenfalls unter Beschwerden leiden, die den klimakterischen Symptome einer Frau ähnlich sind, allen voran Stimmungsschwankungen, eine Abnahme der Libido (oft verbunden mit Erektionsproblemen), mitunter auch Hauttrockenheit und/oder Schlafstörungen.

Und auch bei Männern lässt sich eine – wenn auch in der Regel moderate – hormonelle Veränderung beobachten, denn ab etwa dem 40. Lebensjahr sinkt bei ihnen der Spiegel des männlichen Sexualhormons Testosteron um 0,4 bis 1 Prozent jährlich; diese Phase wird auch Klimakterium virile genannt.

Gleichzeitig wird im Rahmen des Alterungsprozesses vermehrt das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) gebildet, ein körpereigenes Protein, das freies Testosteron (fT) bindet. Der Anstieg von SHBG sorgt zusätzlich dafür, dass weniger biologisch wirksames freies Testosteron zur Verfügung steht.

Anders als bei Frauen, bei denen am Ende des Klimakteriums ein ausgeprägter Mangel an Östrogen vorliegt, sinkt die Testosteronkonzentration bei Männern jedoch langsam über Jahre und Jahrzehnte, sodass bei ihnen selbst im höheren Lebensalter nur selten ein ausgeprägter Testosteronmangel besteht. Zudem sind viele Männer auch im höheren Alter noch fortpflanzungsfähig – ein weiterer Grund, weshalb es ein Großteil der Experten ablehnt, von Wechseljahren beim Mann zu sprechen.

Wechseljahre: Symptome

Jede Frau reagiert sehr individuell auf die hormonelle Veränderungen während der Wechseljahre und längst nicht immer ist eine Behandlung notwendig. Statistiken zufolge verspüren ein Drittel der Frauen während des Klimakteriums keine beziehungsweise kaum nennenswerte Symptome. Etwa 40 Prozent empfindet die Beschwerden als mäßig stark, wohingegen 20 bis 25 Prozent der Frauen unter starken Symptomen leidet, von denen sich deshalb etwa die Hälfte in therapeutischer Behandlung begibt. 

Auch das Beschwerdebild kann vielfältig sein. Besonders häufige klimakterische Beschwerden sind: 

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche, nächtliches Schwitzen
  • Vaginale Trockenheit und dadurch bedingte Beeinträchtigungen wie Juckreiz, Brennen und  Schmerzen beim Geschlechtsverkehr 
  • Gewebeschwund (Atrophie) der Schleimhaut im Genitalbereich
  • Harninkontinenz
  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen 
  • Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen
  • Trockene Körperhaut, trockenere Schleimhäute von Mund, Nase und Augen 
  • dünnere Haare, die leichter ausfallen
  • Verlust an Knochenmasse (Osteoporose)
  • Gelenkschmerzen
  • Herzrasen, Herzstolpern
  • Herzinfarkt-Risiko steigt an
Prämenopause Perimenopause Postmenopause
Hormonelle Situation Progesteronmangel / Östrogendominanz Progesteron und Östrogen vermindert kein Progesteron und wenig Östrogen
Regelblutung verändert (häufiger, stärker, schwächer, länger…) verändert (stärker, länger…) ausbleibend
Symptome Brustspannen Hitzewallungen Trockenheit (Haut, Haare)
Kopfschmerzen nächtliches Schwitzen faltige Haut
Stimmungsschwankungen Schlafstörungen Haarwuchs im Gesicht
PMS Herzklopfen Blasenschwäche
Wassereinlagerungen Unruhe Osteoporose
Kopfschmerzen Depressive Verstimmungen Scheidentrockenheit
Schwangerschaft möglich? ja ja nein

Wechseljahre & Blutungen

Während der Wechseljahre verändert sich der Zyklus. Zu Beginn der hormonellen Umstellung wird er oft kürzer (etwa 21 Tage) und die Regelblutung tritt häufiger auf. Dabei können die Blutungen stärker oder auch schwächer als gewohnt sein.

Im weiteren Verlauf des Klimakteriums werden die Zyklen dann zunehmend länger. Nun sind die Blutungen im Vergleich zu den Jahren davor meist stärker und halten mitunter bis zu zehn, manchmal auch bis zu 14 Tage und länger an.

In der Phase vor der letzten Regelblutung können zwischen den Menstruationsblutungen einige Wochen und Monate liegen. Die Menopause markiert den Zeitpunkt der letzten Blutung; er kann jedoch erst zwölf Monate später ermittelt werden, wenn es in dieser Zeit zu keiner weiteren Blutung mehr gekommen ist. 

In der Postmenopause, wie die Phase nach der Menopause genannt wird, sind Blutungen untypisch und sollten deshalb immer ärztlich abgeklärt werden.

Wechseljahre & Haarausfall 

Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren gilt als normal. Einige Frauen beobachten jedoch während der Wechseljahre, dass ihnen über einen längeren Zeitraum täglich deutlich mehr Haare ausgehen. Dadurch dünnen die Haare immer mehr aus, bis im Extremfall sogar die Kopfhaut sichtbar wird – meist im Bereich des Mittelscheitels, mitunter aber auch diffus am ganzen Kopf. Die Schläfenpartien sind dagegen eher selten betroffen.

Diese Form des klimakterischen Haarausfalls ist in der Regel – häufig auf dem Boden einer erblichen Veranlagung – eine direkte Folge des sich verändernden Hormonhaushalts und kann im Prinzip so lange andauern, bis die hormonelle Umstellung abgeschlossen ist. Um sicher zu gehen, dass die Wechseljahre der Auslöser sind, sollte man jedoch einen Therapeuten zu Rate ziehen, denn auch andere Ursachen, zum Beispiel eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder Eisenmangel, können Haarausfall zur Folge haben.

Wechseljahre & Brustschmerzen 

Ein Ziehen, Stechen oder Spannen bis hin zu einem ausgeprägten (Druck-)Schmerz in einer oder in beiden Brüsten sind häufige Begleiterscheinungen der Hormonumstellung in den Wechseljahren. Oft werden auch Berührungen als unangenehm empfunden, und der eigentlich gut sitzende BH drückt und zwickt plötzlich.

Eine häufige Ursache ist die Einlagerung von Wasser im Brustgewebe, die entsteht, wenn mehr Östrogen vorhanden ist als Progesteron (Östrogendominanz). Deshalb treten Brustschmerzen vor allem in der frühen Phase der Wechseljahre (Prä- oder Perimenopause) auf. Gegen Ende der Wechseljahre, wenn die Produktion der beiden Hormone weitgehend erloschen ist, hören meist auch die Brustschmerzen auf.

Wechseljahre & Hitzewallungen 

Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren: Mehr als 85 Prozent aller Frauen leiden während der hormonellen Umstellung regelmäßig darunter. Wie oft es zu einem Hitzeschub kommt, ist individuell unterschiedlich: Während einige Frauen nur gelegentlich betroffen sind, erleben anderen Frauen viele Male am Tag Hitzewallungen. Typischerweise spürt die Betroffene plötzlich eine Hitzewelle, die sich über Gesicht, Hals und Oberkörper ausbreitet; häufig rötet sich gleichzeitig das Gesicht. Es folgt ein mehrere Minute andauernder Schweißausbruch, danach setzt oft ein Frösteln ein. 

Hitzewallungen können sowohl am Tag als auch in der Nacht auftreten – bis hin zu heftigem nächtlichen Schwitzen, sodass die durchnässte Bett- und Nachtwäsche gewechselt werden muss. Wie es dazu kommt, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass infolge der Hormonschwankungen die Wärmeregulation im vegetativen Nervensystem gestört ist. 

Bei vielen Frauen bessern sich Hitzewallungen im Verlauf der Wechseljahre von alleine wieder. Der Leidensdruck kann aber auch durch gezielte Behandlung mit Nahrungsergänzugsmitteln und homöopathischer Therapie gelindert werden.

Wechseljahre & Herzrasen 

Auch wenn es gar nicht so selten ist, dass Frauen in den Wechseljahren unter Herzrasen, Herzflattern, Herzstolpern oder Herzklopfen leiden, sind die Gründe dafür nach wie vor unklar. Oftmals halten die Episoden nur wenige Augenblicke an, manchmal kann es aber auch länger als eine Stunde dauern, bis das Herz sich wieder beruhigt hat. Als Auslöser werden die hormonellen Schwankungen vermutet.

Hinzu kommt, dass andere typische Wechseljahresbeschwerden wie Schlafstörungen oder innere Unruhe die Beschwerden verstärken können. Da Herzrasen und andere Herzprobleme auch Anzeichen eines behandlungsbedürftigen Herzleidens sein könnten, sollte das Herz zur Sicherheit eingehend untersucht werden.

Wechseljahre & Gelenkschmerzen

Dass Frauen in den Wechseljahren unter Gelenkschmerzen leiden, ist keine Seltenheit. Oft sind Steifigkeit und Schwellungen der Gelenke weitere Begleiterscheinungen. Vor allem bei Frauen, bei denen die Probleme mit den Gelenken erstmals in den Wechseljahren auftreten, ist vermutlich vor allem der sinkende Östrogenspiegel verantwortlich. Denn Östrogen hat auch eine anti-entzündliche und schmerzlindernde Wirkung, die wegfällt, wenn kaum mehr davon vorhanden ist.

Außerdem macht ein Östrogenmangel den Gelenkknorpel anfälliger für degenerative Veränderungen. Bei gelegentlichen Gelenkschmerzen kann eine anti-entzündliche Ernährung, wie sie auch bei Autoimmunerkrankungen empfohlen wird, in Kombination mit regelmäßiger moderater Bewegung helfen, die Symptome zu lindern; gelenkschonende Sportarten sind zum Beispiel Schwimmen oder Radfahren.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, ist gegebenenfalls eine Substitutionstherapie angezeigt, um dem Östrogenmangel entgegenzuwirken. Wegen der möglichen Nebenwirkungen sollte die Behandlung jedoch gut überlegt sein, außerdem sollte sichergestellt sein, dass die Gelenkschmerzen nicht durch eine chronische Erkrankung wie Arthrose oder rheumatoide Arthritis hervorgerufen werden.

Wechseljahre & Schlafstörungen

Vermutlich leidet etwa jede zweite Frau während der Wechseljahre unter Schlafstörungen. Ursache ist die hormonelle Umstellung, die sich unter anderem auch auf die Botenstoffe auswirkt, die im Gehirn an der Steuerung der Schlafphasen beteiligt sind. Aber auch die einzelnen Hormone selbst haben einen direkten Einfluss auf die Schlafqualität. Weil Progesteron auch eine schlaffördernde Wirkung hat, kann der Schlaf gestört sein, wenn der Progesteronspiegel sinkt.

Demgegenüber trägt ein Mangel an Östrogen zu einer Verkürzung der Tiefschlafphasen bei, was zur Folge hat, dass man nachts leichter aufwacht. Aber auch Frauen, die verstärkt unter nächtlichen Schweißausbrüchen leiden, haben anschließend oft Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen. 

Bei leichteren Schlafstörungen in den Wechseljahren können – neben einer guten Schlafhygiene – pflanzliche Mittel (zum Beispiel Baldrian, Hopfen) helfen.

Baldrian (Valeriana) Urtinktur, Fa. Ceres
Nachmittags und abends je 5 Tropfen unverdünnt oder auf einen Esslöffel Wasser einnehmen.

Hopfen (Lupulus) Urtinktur, Fa. Ceres
Nachmittags und abends je 5 Tropfen unverdünnt oder auf einen Esslöffel Wasser einnehmen.

Eine Alternative kann eine Monotherapie mit bioidentischem Progesteron sein, diese Maßnahme sollte jedoch vorab mit dem behandelnden Therapeuten abgeklärt werden.

Abnehmen in den Wechseljahren

In den Wechseljahren haben viele Frauen Probleme, ihr Gewicht zu halten. Ursache ist nicht nur die hormonelle Umstellung, sondern während des Klimakteriums verlangsamt sich auch der Stoffwechsel und der Grundumsatz sinkt: Der Körper benötigt nun weniger Energie, um im Ruhezustand seine Funktionen aufrechtzuerhalten. Umso wichtiger ist es, die Ernährung an den veränderten Energieverbrauch anzupassen und mithilfe einer energiereduzierten, ausgewogenen Kost einer möglichen Gewichtszunahme entgegenzuwirken.

Zudem empfiehlt sich eine aktive Lebensführung mit regelmäßiger Bewegung; ideal ist zum Beispiel die regelmäßige Ausübung einer Ausdauersportart. Auf diese Weise werden nicht nur die Muskeln gekräftigt, sondern auch der Stoffwechsel wird angekurbelt und der Grundumsatz erhöht.

Wechseljahressymptome natürlich behandeln

Pflanzliche Arzneimittel, die hormonartige Substanzen, sogenannte Phytohormone, enthalten, bilden die Basis einer natürlichen Behandlung von leichteren Wechseljahresbeschwerden.  

Eine wichtige Gruppe bilden die Phytoöstrogene. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole gehören und in ihrer Struktur denen der körpereigenen Östrogene ähnlich sind. Vor allem die beiden Substanzgruppen Lignane und Isoflavone werden therapeutisch genutzt: Sie können sich an die Östrogen-Rezeptoren im Körper binden und so die physiologische Wirkung der körpereigenen Östrogene nachahmen. Dadurch werden die Auswirkungen des Östrogenmangel gemildert und leichte Beschwerden lassen nach.

Pflanzen wie Traubensilberkerze (Cimicifuga), Soja, Rotklee oder sibirischer Rhabarber zeichnen sich durch einen besonders hohen Anteil an Phytoöstrogenen aus. Da jedoch auch pflanzliche Präparate Risiken, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können, sollte eine Behandlung mit Phytoöstrogenen grundsätzlich gemeinsam mit dem Therapeuten geplant und die Anwendung dann von ihm begleitet werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist zudem darauf hin, dass die Einnahme speziell von Isoflavonen in isolierter Form und hoher Dosierung (mehr als 80 Milligramm pro Tag) die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen wie auch das Brustdrüsengewebe verändern kann. Es schließt deshalb ein Risiko für die Entstehung von Brustkrebs nicht aus – insbesondere wenn ein familiär erhöhtes Risiko für Brustkrebs besteht.

Wechseljahresbeschwerden was hilft?

Bei leichten Wechseljahressymptomen hat sich die Ausübung einer Entspannungstechnik wie Yoga oder Qi Gong und/oder ein Achtsamkeitstraining bewährt. Auch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung wirken sich positiv auf klimakterische Beschwerden aus, wie zahlreiche Studien bestätigen.

Dennoch sind die Wechseljahressymptome damit meist nicht vollständig in den Griff zu bekommen. Daher empfehle ich zusätzlich die Einnahme dieser Mittel, die von der Fa. Ceres in einem besonderen Herstellungsverfahren so aufbereitet werden, dass sie bedenkenlos eingenommen werden können.

Empfohlene Kur über über einen Zeitraum von 3-6 Monaten bzw. bis zur Linderung der Wechseljahressymptome:

Cimicifuga D2
3 mal täglich 3 Tropfen pur oder verdünnt auf einem Esslöffel Wasser
+
Baldrian (Valeriana) Urtinktur
Nachmittags und abends je 5 Tropfen unverdünnt oder auf einen Esslöffel Wasser einnehmen
+
Hopfen (Lupulus) Urtinktur
Nachmittags und abends je 5 Tropfen unverdünnt oder auf einen Esslöffel Wasser einnehmen

Eine in der Praxis bewährte natürliche Kombinationsbehandlung bei allen Formen von Wechseljahresbeschwerden:

Nutrifem Agnubalance, 60 Kapseln 
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit über einen Zeitraum von 3-6 Monaten einnehmen

Ist der Leidensdruck dennoch anhaltend, empfehle ich einen Termin für eine homöopathische Konstitutionstherapie.

Welche Nahrungsmittel können Wechseljahressymptome lindern?

Lebensmittel, die insbesondere Isoflavone als natürliches Östrogen enthalten, sind zum Beispiel Sojaprodukte wie Sojabohnen, Tofu, Sojamilch oder Tempeh, die Blüten und Blätter von Rotklee (etwa als Brotbelag oder als Gewürz für Suppen oder Salate) und in geringerem Maße auch Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen.

Lebensmittel, die reich an Lignanen sind, sind vor allem Leinsamen, Kürbiskerne, Nüsse, Brokkoli und Blumenkohl, aber auch Erdbeeren, Himbeeren oder Cranberries. Ebenso sind die Getreide Roggen- und Gerste gute Lignane-Lieferanten.

Trockenfrüchte wie Pflaume, Aprikose oder Datteln enthalten ebenfalls Phytoöstrogene.

Auch Progesteron kommt als Phytohormon in der Pflanzenwelt vor, allen voran in Mönchspfeffer (Agnus castus) und der Wilden Yamswurzel (Dioscorea villosa). Wie die Phytoöstrogene so gehört auch pflanzliches Progesteron zu den hormonähnlichen Wirkstoffen mit einem eher milden Effekt. 

Beide Phytohormone – das pflanzliche Östrogen wie auch das pflanzliche Progesteron – sind als standardisierte Arzneien, etwa als Teemischung, Dragees, Kapseln oder Gel, einzeln oder in Kombination mit anderen Heilpflanzen und/oder Vitaminen erhältlich. 

Einige Pflanzen wie die Wilde Yamswurzel für Progesteron oder Soja für Östrogen dienen auch als natürliche Ausgangsstoffe für die Herstellung von sogenannten bioidentischen Hormonen im Labor. Weil sie genau die Struktur wie die körpereigenen Hormone besitzen, sind sie stärker wirksam als die pflanzlichen Hormone.    

Was hilft bei Schwitzen in den Wechseljahren? 

Plötzlich auftretende Hitzewallungen bis hin zu heftigen Schweißausbrüchen gehören zu den häufigsten Symptomen der Wechseljahre. Deshalb macht es Sinn, sich nach dem „Zwiebelprinzip“ zu kleiden: Das Tragen mehrerer dünner Kleidungsstücke übereinander ermöglicht es, sich problemlos an das jeweils aktuelle Temperaturempfinden anzupassen – und so gleichzeitig zu vermeiden, dass die Kleidung durchgeschwitzt wird. Manchmal hilft es auch, beim Aufsteigen der Hitze umgehend die Handgelenke unter kaltes Wasser zu halten, um so das folgende Schwitzen abzuwenden.

Medikamente für die Wechseljahre

Frauen, deren Lebensqualität durch die Symptome der Menopause so stark beeinträchtigt wird, dass Maßnahmen wie eine natürliche Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln zu kurz greifen, kann der Frauenarzt eine Hormonersatztherapie mit verschreibungspflichtigen Medikamenten empfehlen. Ziel dieser Behandlung ist es, durch die Zufuhr von Östrogen allein oder in Kombination mit Progesteron die Beschwerden zu lindern, die durch die nachlassende Hormonproduktion während des Klimakteriums hervorgerufen werden.

Studien belegen, dass sich auf diese Weise vor allem wechseljahresbedingte Symptome wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen lindern, mitunter auch ganz beseitigen lassen. 

Synthetische Hormonersatztherapie bei Wechseljahressymptomen

Dass die Europäische Arzneimittelagentur EMA und auch viele Mediziner trotz des erwiesenen Therapieeffekts vor Beginn einer Hormonersatztherapie zu einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung raten, geht nicht zuletzt auf Studien wie die große Erhebung der US-amerikanischen Women’s Health Initiative (die 2002 vorzeitig abgebrochen wurde) oder eine 2019 im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlichte Meta-Analyse der britischen Universität Oxford zurück, die aufzeigen, dass sich mit der Einnahme von künstlichen Hormonpräparaten das Risiko für Brustkrebs erhöht. Allerdings beziehen sich diese Studien im Wesentlichen auf Therapien, bei denen künstlich hergestellte Hormone zum Einsatz kamen. 

Weitere Nebenwirkungen, die mit synthetischem Östrogen und Progesteron in Verbindung gebracht werden, sind unter anderem ein erhöhtes Risiko für Thrombosen sowie die Entstehung eines Herzinfarkts und Schlaganfalls. Ebenso scheint der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes durch eine längerfristige Einnahme mit künstlichen Hormonen Vorschub geleistet zu werden. 

Laut verschiedener Untersuchungen erhöht eine länger andauernde Monotherapie mit Östrogen ohne zusätzliche Progesteron-Gaben das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs. Deshalb raten die meisten Frauenärzte zu einer Kombinationstherapie, bei der immer auch Progesteron in einer der Östrogendosis angemessenen Dosierung angewendet wird. Das gilt auch für die Anwendung von bioidentischen Hormonen.

Bioidentische Hormonersatztherapie bei Wechseljahressymptomen

Als therapeutische Alternative zu den synthetischen Ersatzhormonen hat sich die Behandlung mit – ebenfalls verschreibungspflichtigen – bioidentischen Hormonpräparaten etabliert. Anders als bei den künstlichen Hormonen ist die molekulare Struktur des bio- oder naturidentischen Östrogens / Progesterons mit der der körpereigenen Hormone identisch. Dadurch ist ihre Anwendung nicht nur gut verträglich, sondern auch das Brustkrebsrisiko scheint – wenn überhaupt – allenfalls bei einer langfristigen Anwendung von mehreren Jahren geringfügig erhöht zu sein, wie unter anderem die Daten zweier französische Studien (laufende 3N-EPIC-Studie seit 1990, CECILE-Studie, 2014) nahelegen.

Bioidentisches Östrogen (Östradiol, Estradiol) oder Progesteron werden aus Pflanzen gewonnen und dann im Labor in ihre jeweilige naturidentische Form umgewandelt. So dient zum Beispiel der in der Yamswurzel enthaltene Pflanzenstoff Diosgenin als Basis für die Herstellung von naturidentischem Progesteron. 

Vor einer Hormonersatztherapie mit synthetischen oder bioidentischen Hormonen empfehle ich die Einnahme von natürlichem, also rein pflanzlichem Diosgenin über einen Zeitraum von 3-6 Monaten bzw. bis zur Linderung der Wechseljahressymptome:

Yams Balance, 180 Kapseln (3 Packungen für 3 Monate)
3 mal 1 Kapsel pro Tag einnehmen. Enthält 96 mg hochwertiges Diosgenin.

Standardisierte Arzneien, die bioidentisches Östrogen enthalten, werden meist transdermal, also etwa als Gel auf die Haut oder als Creme über die Vaginalschleimhaut, aufgetragen. Weichkapseln, die natürliches Progesteron enthalten, werden oral eingenommen. Zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden ist die vaginale Anwendung der Weichkapseln weiterhin nicht zugelassen, auch wenn einige Frauen gute Erfahrungen damit gemacht haben.

Wie lange eine Hormonersatztherapie dauern sollte, wird immer individuell entschieden und hängt unter anderem von der Intensität der Symptome wie auch vom persönlichen Risikoprofil ab. Wichtig ist, dass während der Behandlung regelmäßig der Hormonstatus überprüft wird. 

Grundsätzlich sollte auch bei Wechseljahresbeschwerden einer nebenwirkungsfreien und natürlichen Therapieform immer der Vorzug gegeben werden: Sie können online einen Termin buchen für eine homöopathische Konstitutionstherapie.

Erstellungsdatum:

24.09.2021

Autoren:

Markus Breitenberger ist Heilpraktiker und Homöopath in eigener Praxis seit über 20 Jahren. Behandelt schwerpunktmäßig Menschen mit hormonellen Beschwerden. Autor von zwei Gesundheitsratgebern und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.

Dr. Nicole Schaenzler ist Medizinjournalistin und Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins. Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen: 

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e. V.: S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen“ 

Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (dkfz)/Krebsinformationsdienst: Wechseljahre und Hormontherapie: Leitlinie für Ärzte veröffentlicht. Handlungsempfehlung bewertet auch das Krebsrisiko von Hormontherapien

US-amerikanische WHI-Studie (Women’s Health Initiative, 1991-2002)

Meta-Analyse der britischen Universität Oxford  (erschienen im Fachmagazin Lancet, 2019) 

E3N-EPIC Kohortenstudie (Etude Epidémiologique auprès de Femmes de la Mutuelle Générale de l’Education Nationale, 1990-2025)