Prämenstruelles Syndrom (PMS): Bedeutung, Symtome & Behandlung

Das prämenstruelle Syndrom gehört zu den häufigsten gynäkologischen Beschwerdebildern: Es wird geschätzt, dass 30 bis 50 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter mit PMS zu kämpfen haben, besonders oft leiden Frauen zwischen 30 und 40 Jahren darunter. Oft werden Hormone verordnet, aber es gibt auch natürliche alternative Behandlungsmöglichkeiten.

Prämenstruelles Syndrom: Was ist das?

Als prämenstruelles Syndrom (PMS) werden Beschwerden bezeichnet, die regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte (nach dem Eisprung) zehn bis vierzehn Tage vor dem Eintreten der Menstruation in jedem Monatszyklus auftreten. Meist verschlimmern sie sich zunehmend bis zum Einsetzen der Regelblutung, um dann am ersten oder zweiten Blutungstag, wieder vollständig zu verschwinden.

Prämenstruelles Syndrom: Bedeutung

Beinahe die Hälfte aller gebärfähigen Frauen leiden an PMS. Bei ca. acht Prozent der Betroffenen liegt eine besonders schwere Form, eine sogenannte prämenstruelle dysphorische Störung, kurz PMDS (engl. Premenstrual dysphoric disorder), vor, die mit ausgeprägten psychischen Beeinträchtigungen einhergeht. In den USA wird PMDS offiziell zu den depressiven Störungen gezählt.

Prämenstruelles Syndrom: Ursache 

Obwohl das Beschwerdebild schon lange bekannt ist und viele Frauen betrifft, weiß man über die Ursachen des prämenstruellen Syndroms nach wie vor wenig. Vermutet wird, dass mehrere Faktoren an der Entstehung des Prämenstruellen Syndroms beteiligt sind – hierfür spricht auch das heterogene Beschwerdebild mit insgesamt mehr als 150 verschiedenen Symptomen.

Hormonelle Dysbalance als Ursache für ein Prämenstruelles Syndrom?

Ein Erklärungsansatz sieht die Hauptursache in den zyklischen Schwankungen des weiblichen Hormonhaushalts begründet. Da die PMS-Beschwerden stets in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung (Lutealphase) auftreten und erst wieder verschwinden, wenn die Regelblutung einsetzt, liegt die Idee nahe, dass das Gelbkörperhormon Progesteron oder auch ein Missverhältnis zwischen Progesteron und Östrogen, auch als Östrogendominanz bekannt, an der Entstehung eines PMS beteiligt sein könnte.

Während Östrogen nämlich vor allem in der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus eine wichtige Rolle spielt, wird die zweite Zyklushälfte von Progesteron dominiert: Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel stark an, wohingegen der Östrogenspiegel rapide absinkt. Ob diese, eigentlich natürliche hormonelle Verschiebung bei manchen Frauen mit einer entsprechenden Disposition – definiert als „Überempfindlichkeit auf Sexualhormone“ – bereits Ausgangspunkt für PMS sein könnte, oder aber ob die PMS-Beschwerden eher durch ein Missverhältnis von Östrogen und Progesteron hervorgerufen werden, weil nicht genug Progesteron gebildet wird (relative Östrogendominanz), wird kontrovers diskutiert. Einer weiteren These zufolge könnten Frauen mit PMS auch auf die Abbauprodukte des Progesterons empfindlicher reagieren. 

Studien haben jedoch bislang kein eindeutiges Ergebnis liefern können. Danach bessern sich zwar bei einer Reihe von Frauen mit PMS die Beschwerden, wenn sie in der zweiten Hälfte Progesteron bekamen, häufig verschwanden die Symptome jedoch nicht vollständig. Andere Studien zeigen an, dass mit der Einnahme von Progesteron keine nennenswerte Linderung der PMS-Beschwerden erzielt werden konnte.

Ein anderer Grund für ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt könnte ein erhöhter Prolaktinspiegel sein. In der zweiten Zyklushälfte kommt es zu einem natürlichen Anstieg dieses Hormons. Auch Frauen, die nicht an PMS erkrankt sind, spüren manchmal seine Wirkung, denn es regt ein Anschwellen der Brustdrüsen (Mastodynie) an, wodurch Brustschmerzen entstehen können. Hinzu kommt, dass ein Zuviel des Hormons Prolaktin die Balance zwischen Östrogen und Progesteron stört, da es (über einen hochkomplexen Regelkreis) unter anderem auch eine hemmende Wirkung auf Progesteron hat.

Tatsächlich lässt sich bei einigen Frauen mit PMS ein leicht erhöhter Prolaktinwert im Blut (latente Hyperprolaktinämie) nachweisen. Zudem ist interessant, dass Stress die Ausschüttung von Prolaktin fördert – und Stress gilt ebenfalls als ein Risikofaktor für die Entstehung eines Prämenstruellen Syndroms. Aber auch hier gilt: Derzeit ist die Studienlage noch nicht eindeutig genug, um sicher von einem Zusammenhang zwischen einer lantenten Hyperprolaktinämie und PMS ausgehen zu können.

Serotoninmangel als Ursache für ein Prämenstruelles Syndrom?

Es gibt Hinweise darauf, dass (auch) Serotonin eine wichtige Rolle in der Krankheitsentstehung des Prämenstruellen Syndroms spielt. Serotonin ist ein Nervenbotenstoff (Neurotransmitter), der eine Vielzahl von Funktionen im menschlichen Gehirn hat und besonders wichtig für Stimmung und zum Abfedern von Stresssituationen ist. Noch ist es nicht endgültig belegt, doch spricht einiges dafür, dass Östrogen und Progesteron die Produktion von Serotonin beeinflussen können.

Tatsächlich sinkt der Serotoninspiegel in der zweiten Zyklushälfte ab und könnte so psychische Symptome wie depressive Verstimmung, Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit hervorrufen. Für diese Theorie spricht, dass es einige Studien gibt, wonach es Frauen mit PMS besser ging, wenn sie einen Serotonin-Agonisten erhielten. Leider gibt es jedoch auch Untersuchungen, die diesen Medikamenten bei diesem Krankheitsbild keinen positiven Effekt bescheinigen konnten. Störungen im Serotonin-Stoffwechsel werden auch als Ursache – oder zumindest als mitverursachender Faktor – bei der prämenstruellen dysphorischen Störung vermutet.

So können Sie Ihren Serotoninspiegel anheben:

5-Hydroxy-Tryptophan 100
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit einnehmen. Bei 5-HTP handelt es sich um eine Aminosäure, die eine direkte Vorstufe des Botenstoffs Serotonin ist. Serotonin trägt auch den Beinamen „Glückshormon“, da dieser Botenstoff maßgeblich an der Regulierung des Wohlbefindens beteiligt ist. Es steht in engem Zusammenhang mit positiver Stimmung und einem Gefühl der Zufriedenheit.

Weitere mögliche Ursachen für prämenstruelles Syndrom:

  • Gynäkologische Erkrankungen wie Myome oder Endometriose
  • Genetische Vorbelastung
  • Psychische Belastungen beziehungsweise länger anhaltender Stress
  • Ungesunde Ernährung mit einem erhöhten Zucker- und/oder Salzkonsum, zu viel Nikotin oder zu viel Koffein 
  • Alkoholkonsum  
  • Bewegungsmangel
  • Dysbiose

Symptome

Es gibt eine Vielzahl von Beschwerden (mehr als 150 Symptome sind bekannt), die von Frauen mit PMS beschrieben werden, die infolge des ständigen Durchlaufens des Menstruationszyklus immer wieder auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Körperliche Beschwerden bei prämenstruellem Syndrom

  • Wassereinlagerungen
  • Ziehen und Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Schmerzen im Unterleib
  • Bauchschmerzen bzw. Bauchkrämpfe
  • Rückenschmerzen
  • Muskel- und/oder Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schwindel, Kreislaufprobleme
  • Oft Heißhunger, seltener Appetitlosigkeit
  • Flaues Gefühl im Bauch bis hin zu (anhaltender) Übelkeit
  • Libidoverlust
  • Hautunreinheiten
  • Gewichtszunahme

Prämenstruelles Syndrom und Psyche

Es gehört zum Wesen des Prämenstruellen Syndroms, dass sich die Erkrankung immer auch auf die psychische Befindlichkeit auswirkt. Kernsymptome sind hierbei Stimmungsschwankungen, eine depressive Stimmungslage und Hoffnungslosigkeit, aber auch Reizbarkeit, ungewohntes aggressives Verhalten (bis hin zu unkontrollierten Wutausbrüchen) und Anspannung. Da Stress zu einem prämenstruellen Syndrom führen kann, regelmäßig aber auch eine Nebennierenschwäche hervorruft, sollten Sie die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Nebennierenschwäche kennen.

Manche Frauen, die an einer chronischen Erkrankung wie Asthma, Migräne oder Epilepsie, aber auch an einer Depression oder Angststörung leiden, erleben in der zweiten Hälfte des Zyklus zusätzlich zu den auftretenden PMS-Symptomen eine Verschlechterung ihrer Beschwerden.

Vor allem bei der Prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS), der schwersten Form des Prämenstruellen Syndroms, können diese psychischen Symptome so stark ausgeprägt sein, dass die Betroffenen ihren Alltag kaum oder gar nicht mehr bewältigen können. Anders als PMS, von der oft schon jüngere Frauen betroffen sind, stellt sich ein ausgeprägtes PMDS-Beschwerdebild oft erst mit zunehmendem Alter ein, mitunter treten PDMS-Symptome auch das erste Mal nach der Entbindung auf.

Psychische Beschwerden bei prämenstruellem Syndrom

  • Stimmungsschwankungen
  • Nervosität, nervöse Unruhe 
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • Angstzustände
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen

Prämenstruelles Syndrom und Übelkeit

Auch Übelkeit kann ein Symptom des Prämenstruellen Syndroms sein. Manchmal steigert sie sich allmählich, bis sie mit Einsetzen der Menstruation wieder vergeht, mitunter hält sie mehr oder weniger konstant bis zum ersten Blutungstag an. Anders als die schwangerschaftsbedingte Übelkeit, die in der Regel vor allem morgens auftritt, hält die PMS-bedingte Übelkeit häufig den ganzen Tag an – und geht dann oft auch mit Appetitlosigkeit einher.

Prämenstruelles Syndrom und Wechseljahre

Durch die Umstellung der Hormone in den Wechseljahren (Klimakterium) kommt es vor, dass sich das Beschwerdebild des Prämenstruellen Syndroms vorübergehend verstärkt. Es ist aber auch möglich, dass Frauen, die bis dahin nicht von PMS-bedingten Symptomen betroffen waren, plötzlich Beschwerden wie Brustspannen, Unterleibsschmerzen, Wassereinlagerungen oder Stimmungsschwankungen entwickeln.

Besonders während der ersten Phase der Wechseljahre (Perimenopause) können diese Beschwerden den Frauen zu schaffen machen: In dieser Zeit sinkt der Progesteronspiegel, wohingegen der Östrogenspiegel erst einmal stabil bleibt oder sogar vorübergehend ansteigt (Östrogendominanz). Erst wenn im weiteren Verlauf des Klimakteriums die Östrogenkonzentration immer mehr sinkt, rücken die charakteristischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und Inkontinenzprobleme zunehmend in den Vordergrund.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass die (beginnenden) Wechseljahre hinter Ihren PMS-Beschwerden stehen könnten, sollten Sie diesen Test machen, den Sie bequem von zuhause aus durchführen können. Sie können mir das Ergebnis zur Auswertung in die Praxis schicken: Wechseljahre Speicheltest

Prämenstruelles Syndrom oder schwanger?

Brustspannen, Unterleibsziehen, Heißhunger, Müdigkeit, aber auch Übelkeit, Kopfschmerzen und/oder Schwindelgefühle – Symptome infolge des Prämenstruellen Syndroms und erste körperliche Anzeichen einer Schwangerschaft können sehr ähnlich sein. Für Frauen mit PMS und Kinderwunsch kann es deshalb schwierig sein, zu erkennen, ob ihre Beschwerden PMS-bedingt oder Folge der natürlichen Veränderungen des Körpers sind, wie sie durch eine Schwangerschaft in Gang gesetzt werden.

Ist ein Prämenstruelles Syndrom der Auslöser, verschwinden die Symptome mit Einsetzen der Regelblutung wieder, bei einer Schwangerschaft halten sie an und verstärken sich in den nächsten Wochen meist noch. Wer früh Gewissheit haben und nicht abwarten möchte, ob die Menstruation ausbleibt oder nicht, kann letztlich nur mithilfe eines Schwangerschaftstests feststellen, ob eine Schwangerschaft besteht.

Test / Zyklustagebuch

Im englischsprachigen Raum stehen schon seit einigen Jahren verschiedene validierte Fragebogen zur Verfügung, die teilweise auch als App heruntergeladen werden können. Auch in Deutschland gibt es inzwischen verschiedene Apps, die Frauen die Einschätzung ihrer Beschwerden auf Mobilgeräten erleichtern. 

Aber auch ein Zyklustagebuch (Regelkalender, Symptomtagebuch) kann wertvolle Hinweise liefern, um mehr über das Wesen der Beschwerden zu erfahren. Hierfür werden die Symptome mindestens zwei Menstruationszyklen lang notiert. 

Ergänzend kann aufgelistet werden, wann sich die Beschwerden einstellen, wann sie wieder vergehen, aber auch, wie intensiv die Beschwerden sind (mithilfe einer Skala von 1 bis 5), was sie verstärkt und was sie bessert. Auf diese Weise lässt sich gut feststellen, ob die Beschwerden tatsächlich einen zeitlichen Bezug zur zweiten Zyklushälfte haben oder ob doch eher andere Faktoren für die Symptome verantwortlich sein könnten. 

Für eine solche Dokumentation empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG e.V.) die Download-Version einer in der Gynäkologischen Psychosomatik in Bonn entwickelten Version eines Zykluskalenders, zu der auch eine „Anleitung“ sowie ein Fragebogen gehören.

Auch für den Frauenarzt/die Frauenärztin kann das Zyklustagebuch hilfreich sein und eine wichtige diagnostische Ergänzung zu einer ausführlichen Anamnese sein. 

Behandlung

Da das Beschwerdebild des Prämenstruellen Syndroms so vielfältig und zudem individuell unterschiedlich ist, ist eine gezielte Behandlung nicht ganz einfach.

Ein Speicheltest kann hier erste und wichtige diagnostische Erkenntnisse liefern und z.B. eine Östrogendominanz oder ein PCO-Syndrom als Ursache für ein prämenstruelles Syndrom aufdecken:

Hormonbasis (Speicheltest)
Sie können mir das Ergebnis dieser laborchemischen Analyse der Steroidhormone DHEA, Estradiol, Progesteron, Testosteron im Speichel zur Auswertung in die Praxis schicken.

Prämenstruelles Syndrom: Was hilft?

Zu Beginn der Behandlung ist die ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen unerlässlich. Ich empfehle meinen Patienten daher eine 3-Monats-Kur mit Kalzium (1.000 bis 1.200 Milligramm täglich) und Vitamin B6 (50 bis 100 Milligramm pro Tag) zur Symptomlinderung in Kapselform. Zusätzlich spielt Magnesium eine große Rolle in der Behandlung von krampfartigen Schmerzen – allerdings kommt es hier auf die richtigen Magnesiumverbindungen an.

Vitamin B6 aktiviert P5P, 90 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 3 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. In mehreren klinischen Studien konnte die Einnahme von Vitamin B6 sowohl die PMS-Symptome als auch prämenstruelle Depressionen günstig beeinflussen. Vitamin B6 aktiviert P5P enthält hochdosiertes Pyridoxal-5-Phosphat (P5P), die Aktivform von Vitamin B6, und bietet somit eine hochwertige Quelle zur zusätzlichen Zufuhr dieses wichtigen Mikronährstoffes.

Calcin 250, 90 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 3 Kapseln mit viel Flüssigkeit vor dem Essen einnehmen. Sinnvoll ergänzt mit Vitamin D, das sich unter anderem auch positiv auf die Serotoninproduktion auswirkt.

Siebensalz Magnesium, 180 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
2 Kapseln abends einnehmen. Siebensalz Magnesium liefert sieben verschiedene Magnesiumverbindungen. Damit wurde eine ideale Mischung aus unterschiedlich löslichen und magnesiumreichen Verbindungen entwickelt. Hierdurch wird eine gute Magnesiumversorgung erzielt – egal welche pH-Wert- Situation im Magen-Darm-Trakt vorherrscht. Denn jede Magnesiumverbindung ist unter den natürlich schwankenden pHWert-Bedingungen im Darmtrakt unterschiedlich gut löslich

Prämenstruelles Syndrom und Mönchspfeffer

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, stehen pflanzliche Arzneien wie Mönchspfeffer zur Milderung der Symptome zur Verfügung. Auch wenn der Wirkungsmechanismus noch nicht vollständig geklärt ist, ist Mönchspfeffer oder auch Keuschlamm (Vitex agnus-castus) das wichtigste pflanzliche Arzneimittel zur Linderung von PMS-bedingten Beschwerden, sein therapeutischer Effekt ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt. Vermutet wird, dass Mönchspfeffer unter anderem bewirkt, dass weniger Prolaktin freigesetzt und so der Hormonhaushalt insgesamt reguliert wird. Bevor eine Wirkung eintritt, muss die Arznei mindestens zwei bis drei Wochen eingenommen werden. In der Regel wird die Therapie erst einmal auf drei- bis sechs Monate festgelegt.

Nutrifem PMS Formula, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Durchdachte Kombination an Vitalstoffen und Mikronährstoffen zur Unterstützung der hormonellen Balance der Frau. Mit Pflanzenextrakten aus Mönchspfeffer, Ginkgo biloba und Pinienrinde für Wohlbefinden und Ausgeglichenheit vor und während der Menstruation. Eine Studie belegt, dass mit Pycnogenol aus der Pinienrinde die Schmerzintensität und -dauer während der Menstruation deutlich reduziert werden kann – auch bei Endometriosepatientinnen konnte eine signifikante Schmerzreduktion nachgewiesen werden. Sinnvoll ergänzt durch Eisen, Vitamin D und Vitamin B6. 

Prämenstruelles Syndrom natürlich behandeln

Im Akutfall hilfreich für prämenstruelles Syndrom:

  • Wärme zur Linderung von Bauchkrämpfen (zum Beispiel Wärmflasche, Kirschkernsäckchen)
  • Gegen Spannungskopfschmerzen hilft Pfefferminzöl, von dem zwei bis drei Tropfen an Stirn und Schläfe einmassiert werden können. 
  • Zur Linderung von PMS-bedingten Kopfschmerzen und speziell von Migräne kann die Einnahme von Pestwurz-Kapseln (150 Milligramm täglich) eine Option sein, wie Studien gezeigt haben.
  • Verzicht auf Alkohol, Softdrinks, Süßigkeiten und überhaupt auf (stark) zuckerhaltige Speisen
  • Fett- und salzarm essen
  • Spaziergänge an der frischen Luft

Längerfristige Therapiestrategie für prämenstruelles Syndrom:

Wer unter PMS leidet, hat vermutlich selbst schon die Erfahrung gemacht, dass Faktoren wie Stress, Schlafmangel oder schlechter Schlaf, aber auch der Genuss von Alkohol oder Rauchen zu einer Verstärkung der Beschwerden beitragen kann. Deshalb:

  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus
  • Wenn Sie keinen Sport treiben: Bringen Sie mehr Bewegung in Ihr Leben. Besonders empfiehlt sich das Ausüben einer Ausdauersportart wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen. Zudem wirkt Sport den häufig auftretenden Wassereinlagerungen entgegen
  • Tägliche Spaziergänge an der frischen Luft (mindestens 20 Minuten lang) sorgen für einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel. Denn durch das Tageslicht wird die körpereigene Vitamin-D-Produktion angeregt – und Vitamin D wiederum wirkt sich unter anderem auch positiv auf die Serotoninproduktion aus
  • Wenn Sie rauchen: Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab. Scheuen Sie sich nicht, gegebenenfalls fachliche Hilfe – etwa in Form eines therapeutisch geführten Rauchfrei-Ausstiegsprogramms – in Anspruch zu nehmen. Hier bekommen Sie Hilfestellung dazu
  • Bei (anhaltendem) Stress, der immer auch eine Nebennierenschwäche hervorruft, empfiehlt es sich, sich mit den Methoden eines guten Stressmanagements vertraut zu machen (zum Beispiel ein besseres Zeitmanagement, regelmäßige Pausen einlegen, Prioritäten setzen etc.)
  • Das Erlernen einer Entspannungstechnik kann ebenfalls helfen, Stress abzubauen. Zugleich berichten viele Frauen mit PMS, dass sie auf diese Weise ihre Beschwerden nachhaltig lindern konnten. Bewährt haben sich zum Beispiel Yoga, Progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training.

Prämenstruelles Syndrom und Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung liefert dem Körper wichtige Nährstoffe und hat deshalb auch einen positiven Einfluss auf PMS-Symptome. In der Akutphase wirken Nahrungsmittel mit komplexeren Kohlenhydraten wie Vollkornbrot und überhaupt Vollkornmehlprodukte (zum Beispiel Vollkornreis, Vollkornnudeln etc.), aber auch Obst, Hülsenfrüchte und andere Gemüsesorten zudem dem häufig empfundenen Heißhunger entgegen und sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. 

Bananen kurbeln die Serotoninproduktion an und können sich deshalb positiv auf die Stimmung auswirken. Außerdem enthalten Bananen viel Magnesium; dieser Mineralstoff wirkt krampflösend, wodurch sich zum Beispiel Bauchkrämpfe bessern können. Einen ähnlichen Effekt haben Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen: Sie sind reich an bestimmten B-Vitaminen, denen man ebenfalls eine krampflösende Wirkung zuschreibt. Zusätzlich können Sie die körpereigene Serotonin-Produktion ankurbeln:

Griffonia 50 Serolution, 60 Kapseln
Täglich 2 mal 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit einnehmen. Enthält die Aminosäuren 5-HTP aus Griffonia simplicifolia und Phenylalanin, beides Vorstufen des „Glückshormons“ Serotonin. Die spezielle Wirkstoffkombination aus B-Vitaminen, Aminosäuren und einem Extrakt aus der Acerolakirsche kann Sie bei Beschwerden eines prämenstruellen Syndroms wirkungsvoll unterstützen.

Vitamine der B-Familie, insbesondere Vitamin B6, gelten ebenfalls als Stimmungsaufheller. Gute Vitamin-B6-Lieferanten sind zum Beispiel Haferflocken, Walnüsse, Sesam oder Kichererbsen.

Wichtig ist auch eine fettbewusste Ernährung mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und insbesondere Omega-3-Fettsäuren. Gute Lieferanten an ungesättigten Fettsäuren sind zum Beispiel Raps-, Leinsamen- und Olivenöl, aber auch Hering, Thunfisch oder Lachs. Zusätzlich können Sie einnehmen:

Omega 3 forte 700, 90 Kapseln ( 2 Packungen für 3 Monate)
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Jede Kapsel liefert 400 mg EPA (Eicosapentaensäure) und 300 mg DHA (Docosahexaensäure).

Leinsamen und Kürbiskerne ebenso wie Hülsenfrüchte enthalten Lignane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die zur Gruppe der Polyphenole gehören. Ihre krebshemmende Wirkung ist derzeit Gegenstand von Studien, aber auch auf Hormonschwankungen sollen Lignane eine regulierende Wirkung haben und sich deshalb auch zur Linderung vom PMS-bedingten Symptomen eignen.

Ingwer gehört zu den natürlichen Schmerzmitteln und wird schon seit Jahrhunderten bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Als Teezubereitung oder gerieben in einer Suppe hilft Ingwer aber auch gegen PMS-bedingte Kopfschmerzen und Übelkeit. Aktuell hat eine Studie auch Ingwer (mindestens drei Monate lang dreimal täglich Kapseln mit 200 Milligramm Trockenextrakt) eine schmerzlindernde Wirkung bescheinigt. Vorab sollte die Einnahme jedoch mit dem Therapeuten besprochen werden.

Koffein sollte gemieden werden, wenn es sich ungünstig auf die Beschwerden auswirkt. Sie sollten dann in der zweiten Zyklushälfte möglichst auf das Trinken von Kaffee verzichten. Gleiches gilt für Alkohol und Softdrinks.

Medikamente

Gegen PMS-Beschwerden werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Vielen von ihnen wirken symptomatisch, andere setzen an den möglichen – aber bislang nicht endgültig geklärten – Ursachen an, um so eine allgemeine Linderung der Symptomatik zu bewirken. Hier spielen vor allem die Pille (Link), mit der Zyklus außer Kraft gesetzt wird, und bei schweren psychischen Verstimmungen auch  Antidepressiva wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eine wichtige Rolle.  In Einzelnen kommen folgende Medikamente zum Einsatz:

  • Schmerzmittel, zum Beispiel nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen, zur Linderung von Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. 
  • Entwässernde Medikamente (Diuretika), wenn die Betroffenen vor allem unter Wassereinlagerungen und starken Spannungsgefühlen in den Brüsten leiden.
  • Antidepressiva und hier vor allem sogenannte selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer (SSRIs) oder selektive Serotonin- und Noradremalin-Reuptake-Hemmer (SNRIs), die einen direkten Einfluss auf den Serotoninstoffwechsel nehmen und so einem erniedrigten Serotoninspiegel entgegenwirken. In der Praxis spielt eine Therapie mit Antidepressiva vom SSRI-Typ eine größere Rolle. Prinzipiell ist es möglich, das Medikament durchgehend oder nur in der zweiten Zyklushälfte einzunehmen. Vor allem Patientinnen, die an einer Prämenstruellen dysphorischen Störung leiden, profitieren von einer Therapie mit Antidepressiva, wie Studien zeigen. Typische Nebenwirkungen sind unter anderem eine Verminderung der Libido sowie Gewichtszunahme
  • GnRH-Analoga (Gonadotropin releasing hormone-Analoga) wirken wie die natürlichen Gonadotropin-Releasing-Hormone (Gonadotropin = Sexualhormone) und kommen – wenn überhaupt – vor allem dann zum Einsatz, wenn mit anderen medikamentösen Maßnahmen keine Besserung der Symptome erzielt werden konnte und/oder die Symptome besonders stark ausgeprägt sind. Grundsätzlich sollte die Einnahme von GnRH-Analoga gut überlegt sein, denn sie greifen erheblich in den Hormonhaushalt ein, indem sie Hormonproduktion in den Eierstocken bremsen und so auch zu einer Unterdrückung des Eisprungs führen. Weil außerdem die Bildung von Hormonen wie Östrogen stark verringert wird, gehören unter anderem Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden zu den häufigen Nebenwirkungen.  
  • Progesteron, zum Beispiel in Form von Gels, ist eine weitere hormonelle Therapieform, um zum Beispiel prämenstruelle Spannungsgefühlen in der Brust zu lindern.

Prämenstruelles Syndrom: welche Pille?

Um ausgeprägte PMS-Beschwerden zu unterdrücken, verordnet der Frauenarzt/die Frauenärztin mitunter die Antibabypille oder „Pille“, die eigentlich der Verhütung dient (orales Kontrazeptivum), Das Mittel enthält künstliche Östrogene und Gestagene, wodurch die Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und damit der Eisprung verhindert wird. So entfällt die Lutealphase und die in dieser Zyklushälfte einsetzenden PMS-Beschwerden. Häufig wird eine Kombination aus dem Gestagen Drospirenon oder Dienogest mit einem niedrig dosierten Östrogen verordnet. 

Neben dem konventionellen Modus (= 21 Tage Hormoneinnahme gefolgt von 7 hormonfreien Tagen), kann die Pille auch im Langzyklus (= durchgehend, ohne die übliche einwöchige Einnahmepause) eingenommen werden. Auf diese Weise bleiben die hormonellen Schwankungen weitgehend aus und PMS-bedingte Beschwerden treten nicht auf.

Bei einer ausgeprägten PMDS-Symptomatik kann zudem eine Kombination von Kontrazeptivum und Antidepressiva vom Typ SSRI sinnvoll sein.

Auch wenn die „Pille“ im Allgemeinen gut vertragen wird, sollte das Mittel vor allem dann unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko eingenommen werden, wenn geraucht wird oder Übergewicht besteht. In diesem Fall ist nämlich das Risiko für die Entstehung von Thrombosen erhöht. Gleiches gilt, wenn Bluthochdruck oder eine Insulinresistenz oder Diabetes besteht.  

Homöopathie für Prämenstruelles Syndrom

Die Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms sind vielfältig und individuell unterschiedlich. Deshalb empfehle ich meinen Patientinnen nach einer eingehenden Anamnese in der Regel eine Konstitutionstherapie, die individuell auf ihre Persönlichkeit, ihre Krankheitsgeschichte und ihre Lebensgeschichte abgestimmt ist.  

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Erstellungsdatum:

11.05.2021

Autoren:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath in eigener Praxis seit über 20 Jahren. Behandelt schwerpunktmäßig Menschen mit psychosomatischen und hormonellen Beschwerden. Autor von zwei Gesundheitsratgebern und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.

Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG e.V.)

Cochrane Kompakt

Gelbe Liste

Treatment of premenstrual tension syndrome with Vitex agnus castuscontrolled, double-blind study versus pyridoxine (Studie zur Wirksamkeit von Mönchspfeffer)

Double-blind placebo-controlled randomized clinical trial of ginger (Zingiber officinale Rosc.) in the prophylactic treatment of migraine (Doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte klinische Studie mit Ingwer zur prophylaktischen Behandlung von Migräne)