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Homöopathie für Kinder und Babys

Von Markus Breitenberger, Heilpraktiker

Aktualisiert am 21. Oktober 2026

Ihr Kind leidet unter Zahnungsschmerzen, Bauchweh oder Unruhe in der Nacht? Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, welche homöopathischen Mittel Ihrem Kind bei typischen Beschwerden helfen können – und worauf Sie für eine sichere Anwendung achten müssen.

Kurz zusammengefasst:

  • Globuli (homöopathische Streukügelchen) werden in der klassischen Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählt, also nach dem individuellen Beschwerdebild des Kindes.
  • Eltern setzen Globuli vor allem bei leichten Alltagsbeschwerden wie Zahnen, Blähungen oder Unruhe ein; eine kinderärztliche Untersuchung ersetzen sie nicht.
  • Säuglinge unter drei Monaten mit Fieber ab 38 °C sowie Kinder mit Atemnot, Teilnahmslosigkeit oder Zeichen von Austrocknung brauchen sofort ärztliche Hilfe.

Inhaltsverzeichnis

  • Wirkt Homöopathie bei Kindern?
  • Globuli für Kinder selbst geben: Was Eltern beachten sollten
  • Welche Globuli für Kinder?
  • Wann zum Kinderarzt, wann zum Homöopathen?

Wirkt Homöopathie bei Kindern?

Ob Homöopathie bei Kindern wirkt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Homöopathische Mittel werden bei Kindern meist begleitend bei leichten, akuten Beschwerden eingesetzt und ersetzen keine kinderärztliche Untersuchung. Mehr zur homöopathischen Behandlung in meiner Münchner Praxis.

Eine Hand reicht einer anderen Hand einen homöopathischen Globulus.

In der Kinderheilkunde und Jugendmedizin hat die Anwendung von homöopathischen Globuli einen hohen Stellenwert. Ein Grund ist, dass der kindliche Organismus besonders sensibel ist und sich zudem noch in der Entwicklung befindet. Umso wichtiger ist eine Behandlungsmethode, die möglichst nebenwirkungsarm ist.

Können auch Babys homöopathisch behandelt werden?

Homöopathie bei Babys ist grundsätzlich vom Säuglingsalter an möglich, denn die klassische Homöopathie kennt keine feste Altersgrenze. Bei Säuglingen lassen sich Beschwerden jedoch schwer einschätzen und können sich schnell verschlechtern. Lassen Sie Ihr Baby deshalb zuerst kinderärztlich untersuchen, bevor Sie Globuli geben, und bei Fieber in den ersten drei Lebensmonaten sofort.

Globuli für Kinder selbst geben: Was Eltern beachten sollten

Wer seinem Kind selbst Globuli gibt, sollte die Grundregel der klassischen Homöopathie kennen: Das Mittel wird danach ausgewählt, wie gut seine typischen Merkmale zu den Beschwerden, der Stimmung und den Besonderheiten des Kindes passen. Dazu gehören auch die sogenannten Modalitäten, also Umstände, unter denen sich Beschwerden bessern oder verschlimmern, etwa Wärme, Bewegung oder Tageszeit.

Außerdem sollten Eltern wissen, in welcher Potenz (Verdünnungsstufe) ein Mittel gegeben wird. Selbst behandeln sollten Sie nur leichte, kurz dauernde Beschwerden. Bessern sie sich nicht oder treten Warnzeichen auf, gehört Ihr Kind in kinderärztliche Hand.

Sofort ärztliche Hilfe brauchen Kinder bei:

  • Fieber ab 38 °C bei Säuglingen unter drei Monaten
  • Atemnot oder schneller, angestrengter Atmung
  • Teilnahmslosigkeit, schwerer Erweckbarkeit oder ungewöhnlich schrillem Schreien
  • Trinkschwäche, kaum nassen Windeln oder eingesunkener Fontanelle (Zeichen von Austrocknung)
  • Blut im Stuhl oder anhaltendem Erbrechen
  • einem Hautausschlag, der sich mit einem Glas nicht wegdrücken lässt

Homöopathie bei Kindern: Bei welchen Beschwerden?

Homöopathie wird bei Kindern vor allem bei leichten, akuten Beschwerden eingesetzt, etwa bei einer Erkältung mit Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen, bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Verstopfung, bei Bauchkoliken im Säuglingsalter (Dreimonatskolik) oder beim Zahnen. Fieber und eine Streptokokken-Angina (bakterielle Mandelentzündung) lassen Sie bitte immer auch kinderärztlich abklären.

Welche Globuli für Kinder?

Welche Globuli ein Kind bekommt, richtet sich in der klassischen Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsprinzip, deshalb gibt es streng genommen nicht ein bestimmtes Mittel für eine bestimmte Beschwerde. Für Kinder gelten dieselben Regeln wie für Erwachsene. Einen Überblick über gebräuchliche homöopathische Mittel finden Sie im Homöopathie-Ratgeber.

Weil sich manche Beschwerden bei Kindern immer wieder ähnlich zeigen, nennt die homöopathische Literatur dafür häufig verwendete Mittel. Die folgenden Listen geben diese Erfahrungswerte wieder; Studien, die eine Wirkung belegen, gibt es dafür nicht.

Globuli beim Zahnen: häufig genannte Mittel

Beim Zahnen von Babys und Kleinkindern werden in der Homöopathie häufig diese Mittel genannt:

  • Aconitum
  • Antimonium crudum
  • Belladonna
  • Calcium carbonicum
  • Calcium phosphoricum
  • Chamomilla
  • Coffea
  • Kreosotum
  • Podophyllum

Typische Zahnungsbeschwerden bei Babys sind vor allem gereiztes Zahnfleisch, Unruhe und vermehrter Speichelfluss; die Körpertemperatur kann leicht ansteigen. Echtes Fieber und Durchfall sind dagegen keine sicheren Zahnungszeichen, sondern deuten eher auf einen Infekt hin, den Sie kinderärztlich abklären lassen sollten. Weitere häufige Zeichen sind:

  • Vermehrtes Fingerlutschen, Herumbeißen auf Fingern oder anderen Dingen
  • Schwellung und Rötung des Zahnfleisches
  • Rötung der Wangen
  • Wunder Po
  • Schlafstörungen

Globuli bei Blähungen und Koliken beim Baby

Bei Blähungen und Bauchkoliken von Säuglingen nennt die Homöopathie vor allem die folgenden Mittel. Schreit Ihr Baby anhaltend und lässt sich kaum beruhigen, trinkt es schlecht oder nimmt nicht zu, lassen Sie das bitte kinderärztlich abklären.

  • Aconitum
    Plötzlich auftretende heftige Schmerzen; tritt dabei Fieber auf, lassen Sie Ihr Baby bitte ärztlich untersuchen.
  • Chamomilla
    Unleidige Babys mit heftigen Bauchschmerzen, die sich beim Herumtragen etwas beruhigen; das Mittel wird auch beim Zahnen häufig genannt.
  • Colocynthis
    Kolikartige Magen- und Bauchschmerzen. Die Schmerzen sind oft begleitet von Röte und Hitze der Wangen. Das Baby versucht sich zusammenzukrümmen.
  • Nux vomica
    Bauchschmerzen bei reizbaren Babys, die unter Verstopfung mit vergeblichem Drang leiden.

Globuli für Kinder bei Durchfall

Bei Durchfall ist für Kinder am wichtigsten, verlorene Flüssigkeit und Salze zu ersetzen, am besten mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke; Globuli ersetzen das nicht. Säuglinge mit Durchfall sowie Kinder mit Zeichen von Austrocknung, Blut im Stuhl oder anhaltendem Erbrechen gehören in kinderärztliche Hand. In der Homöopathie werden bei Durchfall häufig diese Mittel genannt, ausführlicher im Ratgeber Homöopathie bei Durchfall:

  • Bryonia
    Durchfälle bei heißem Sommerwetter, insbesondere nach Genuss von Früchten. Meist ist großer Durst vorhanden.
  • Carbo vegetabilis
    Durchfälle von viel Blähungen begleitet.
  • Nux vomica
    Häufige Durchfälle mit geringer Entleerung, die beispielsweise nach Überessen auftreten.
  • Podophyllum
    Äußerst heftige weißliche, entfärbte Durchfälle mit großen Stuhlmengen.
  • Pulsatilla
    Durchfälle, deren Farbe und Konsistenz ständig wechseln.
  • Rheum
    Sauer riechende Durchfälle mit kolikartigen Schmerzen.

Globuli bei Schlafstörungen von Kindern

Schlafstörungen bei Kindern sind im Lauf der Entwicklung häufig und haben nicht immer eine klare Ursache; was in welchem Alter normal ist, erklärt der Ratgeber zum Babyschlaf. In der Homöopathie werden bei kindlichen Schlafproblemen häufig diese Mittel genannt:

  • Arnica
    Unruhe und Schlafstörungen bei körperlicher Übermüdung oder nach Schrecksituationen.
  • Arsenicum album
    Viel Furcht und Unruhe. Das Kind wechselt ständig die Lage.
  • Coffea
    Lebhafte Kinder mit nervöser Erregbarkeit, die auf äußere Eindrücke sehr stark reagieren. Auch Schlaflosigkeit nach freudigen Ereignissen.
  • Cypripedium
    Das Kind ist vollständig wach und gutgelaunt und will spielen wie am Tage.
  • Natrium muriaticum
    Kinder, die sehr empfindlich auf Ärger oder Tadel reagieren und Kummer eher in sich halten, als auszudrücken.

Globuli für Kinder bei Erkältung

Globuli für Kinder bei Erkältung mit Schnupfen oder Husten stellt der Ratgeber Homöopathie bei Erkältung ausführlich vor. Hat Ihr Kind Atemnot, hohes Fieber oder wirkt es sehr krank, gehen Sie bitte sofort zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt.

Wann zum Kinderarzt, wann zum Homöopathen?

Erste Anlaufstelle bei Beschwerden Ihres Kindes ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt, denn dort wird geklärt, was hinter den Beschwerden steckt. Eine homöopathische Behandlung durch eine erfahrene Therapeutin oder einen erfahrenen Therapeuten kommt danach begleitend infrage, etwa wenn Eltern unsicher sind, welches Mittel passt.

Bei chronischen Beschwerden bietet die klassische Homöopathie eine Konstitutionsbehandlung an, bei der das Mittel nach dem gesamten Erscheinungsbild des Kindes gewählt wird. Gedeihstörungen, also wenn ein Kind nicht altersgerecht wächst oder zunimmt, gehören immer zuerst in kinderärztliche Abklärung.

In meiner Praxis in München begleite ich Kinder homöopathisch, ergänzend zur kinderärztlichen Betreuung. Für ein Erstgespräch können Sie hier einen Termin vereinbaren:

Online-Terminbuchung

Hinweis zu diesem Artikel: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist auch bei Kindern nicht wissenschaftlich belegt. Säuglinge unter drei Monaten mit Fieber ab 38 °C sowie Kinder mit Trinkschwäche, Teilnahmslosigkeit oder Atemnot gehören sofort in ärztliche Hand. Eine Streptokokken-Angina, Gedeihstörungen sowie Fieber oder Durchfall während der Zahnung lassen Sie bitte kinderärztlich abklären. Globuli ersetzen keine Vorsorgeuntersuchungen.

Über den Autor

Markus Breitenberger, Heilpraktiker in MünchenMarkus Breitenberger, Heilpraktiker für ganzheitliche Medizin mit Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen, Schilddrüse, hormonelle Beschwerden und chronische Erschöpfung

Markus Breitenberger führt seit über 25 Jahren eine eigene Praxis für Komplementärmedizin in München. In seiner Arbeit verbindet er naturheilkundliche Erfahrung mit einer wissenschaftlich fundierten Analyse von Symptomen, Laborwerten und möglichen Ursachen chronischer Beschwerden. Sein Wissen teilt er regelmäßig in Ratgeber- und Fachartikeln. Zudem ist er Buchautor von zwei Gesundheitsratgebern, die im Gräfe und Unzer Verlag erschienen sind.

Erfahren Sie mehr über Markus Breitenberger und seine Praxisphilosophie.

Alle Ratgeber-Artikel werden von Medizinredakteurinnen mit über 20 Jahren Berufserfahrung fachlich geprüft.

Transparenz- & Gesundheitshinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Setzen Sie verordnete Medikamente oder laufende Behandlungen nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei akuten oder sich verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich umgehend an eine Arztpraxis oder den Notruf 112. Genannte Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit besprechen Sie die Einnahme bitte vorher ärztlich oder heilpraktisch. Mit * gekennzeichnete Links und mit „Anzeige“ markierte Boxen sind Affiliate-Links (Werbung): Bei einem Kauf erhalte ich eine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Kategorien: Kindergesundheit

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Heilpraktiker
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