Fibromyalgie erkennen & Test

Mit herkömmlichen Untersuchungen wie Laborwerten oder bildgebenden Verfahren lässt sich ein Fibromyalgie-Syndrom nicht feststellen.

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Deshalb stützte sich die Diagnose lange Zeit auf eine Methode, bei der der Therapeut gezielt eine erhöhte Druck- beziehungsweise Schmerzempfindlichkeit an bestimmten Stellen des Körpers, den 18 sogenannten Tenderpoints, überprüfte. Diese Druckpunkte befinden sich im Bereich der Muskeln und deren Ansätze beziehungsweise an den Übergängen der Sehnen. Konnte an mindestens 11 dieser Druckpunkte ein Schmerz ausgelöst werden, galt der Befund „Fibromyalgie“ als gesichert.

Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass diese Methode für eine eindeutige Fibromyalgie-Diagnose allein nicht ausreicht.

Deshalb arbeiten viele Therapeuten heute auch mit speziell entwickelten Fragebögen und/oder Schmerzskizzen, die darauf abzielen, sowohl die Art als auch Häufigkeit, Dauer und  Intensität der Beschwerden möglichst genau zu erfassen. Die ermittelten Ergebnisse können dann zum Beispiel anhand der sogenannten Widespread pain index (WPI) bewertet und eingeordnet werden.

Auf einer solchen Schmerzskizze sind verschiedene Körperregionen markiert, die bei einer Fibromyalgie typischerweise Schmerzorte sind:

  • Kiefer links und rechts
  • Nacken
  • Schultergürtel links und rechts
  • Brustkorb
  • Oberarm links und rechts
  • Unterarm links und rechts
  • Bauch
  • Oberer Rücken
  • Unterer Rücken 
  • Hüfte/Gesäß links und rechts
  • Oberschenkel links und rechts
  • Knie links und recht 
  • Unterschenkel links und rechts
  • Fuß/Sprunggelenk links und rechts

Oft werden weitere Fragen zu begleitenden Symptomen gestellt:

  • fühlen Sie sich müde und erschöpft?
  • gibt es am Morgen nach dem Aufstehen Auffälligkeiten?
  • leiden Sie aktuell unter psychischen Beeinträchtigungen?
  • bestehen weitere Beschwerden: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, häufiges Wasserlassen etc.?

Derartige Tests findet man inzwischen auch im Internet, mit denen man selbst überprüfen kann, ob man an Fibromyalgie erkrankt ist. Diese Tests dienen jedoch lediglich als erste Orientierung und können helfen, sich gezielt auf einen Arzttermin vorzubereiten.

Den Besuch wie auch die Diagnosestellung durch einen Arzt oder Heilpraktiker, der viel Erfahrung mit Fibromyalgie hat, kann ein solcher Selbsttest jedoch nicht ersetzen.

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Erstellungsdatum:

16.07.2021

Autoren:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath in eigener Praxis seit über 20 Jahren. Behandelt schwerpunktmäßig Menschen mit psychosomatischen Beschwerden. Autor von zwei Gesundheitsratgebern und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.

Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen:

Deutsche Fibromyalgie Vereinigung und Deutsche Rheuma-Liga und Deutsche Schmerzgesellschaft: Patientenversion der wissenschaftlichen Leitlinie „Definition, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“ (S3-Leitlinie, Stand 3/2017)

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) – Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Fibromyalgiesyndrom

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Deutsche Rheuma-Liga