Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Radioaktivität & Homöopathie

Angesichts des Reaktorunfalls in Japan, der Angst vor einer Atomkatastrophe, dem Super-GAU und den befürchteten Folgen von erhöhter Radioaktivität und Strahlenkrankheit auch in Deutschland möchte ich als Heilpraktiker und Homöopath die zentralen chemischen Elemente der Kernkraftwerke und der Atomenergie bzw. deren Verwendung in der klassischen Homöopathie umreissen.

Plutonium wird zusammen mit angereichertem Uran zu Mischoxid-Brennelementen verarbeitet und als Kernbrennstoff verwendet. Diese werden in Leichtwasserreaktoren und schnellen Brütern eingesetzt. Bei dem Reaktorunglück in Fukushima im März 2011 galt Block 3 als besonders gefährlich, weil es sich bei dessen Brennelementen um solche Plutonium-Uran-Mischoxide (MOX) handelte.

Der homöopathische Arzt Dr. Hans Eberle und der Heilpraktiker und Homöopath Friedrich Ritzer haben das Wesen der Elemente Plutonium und Uran, das diese Technologie und die resultierenden Zwischenfälle erst möglich macht, in umfangreichen homöopathischen Arzneimittelprüfungen erkenn- und verstehbar gemacht.

Die Leitsymptome und Grundlinien, die sie in jahrelanger Arbeit herausgearbeitet haben, werden mit Tsunami, Erdbeben, Atomreaktor-Unglück und anstehendem Super-GAU zu einer schaurigen Wirklichkeit. Diese modernen homöopathischen Arzneien Uran und Plutonium könnten – heute mehr denn je – wichtige heilbringende Substanzen in der homöopathischen Praxis werden, wenn sie durch das homöopathische Ähnlichkeitsprinzip indiziert sind.

Die Wirkung von Uranium metallicum auf den Menschen

In der homöopathischen Arznei Uranium metallicum zeigt sich als zentrales Thema der Wandel der modernen Zeit mit der Überschreitung und Ablehnung überkommener Traditionen. Die Schattenseiten dieses Fortschritts sind mächtig. Dem Bedürfnis und der Fähigkeit zur Macht und Autorität stehen Konkurrenz, Ohnmacht und Versagen gegenüber. Wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Fortschritt und die Macht, die sich daraus ableitet, sowie das Nichtbeherrschen der Energie, die dadurch freigesetzt werden kann, spiegelt sich in den verzweifelten Versuchen wider, die bei einem Reaktorunfall aus den Atomreaktoren austretende Radioaktivität zu verhindern und den Super-GAU abzuwenden.

Die homöopathische Arzneimittelprüfung von Uran liest sich wie eine Landkarte für das aktuelle Zeitgeschehen. Im Mittelpunkt dieser Arznei steht die Grenzen sprengende, männlich-väterliche, schöpferische Energie mit all ihren positiven und negativen Auswirkungen. Die Ich-Kräfte und der wissenschaftliche Forscher- und Entdeckerdrang spielen dabei eine übergeordnete Rolle.

Die Freiheit und der Wille des Menschen von heute, den persönlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Horizont zu überschreiten, stehen im Vordergrund. Ein weiteres wichtiges Thema der Arzneimittelprüfung war das wirtschaftliche Schaffen, die hohe damit verbundene Anstrengung, der Zwang und das Sicherheitsbedürfnis, der sich daraus für die Menschen ergeben hat.

Diese Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Zugewinn einerseits und dem Verlangen nach Sicherheit andererseits scheint nach jeder Reaktorkatastrophe und der damit weltweit ansteigenden Strahlenbelastung durch Radioaktivität unüberwindbarer als jemals zuvor. Die Vorgeschichte von Uranium-metallicum-Patienten ist häufig geprägt vom Thema des Ausgeschlossenseins aus Familie, Sippe und Tradition.

Als Kinder konnten sie aus verschiedensten Gründen nicht in der eigenen Familie aufwachsen, stammten von einem anderen Vater, der sich nicht um sie kümmerte. Körperliche Symptome, die mit dieser Arznei häufig mit sehr gutem Ergebnis behandelt werden konnten, sind Rückenschmerzen, massive Blähungen, Hautausschläge, Stirnhöhlenentzündungen, Schwäche und Erschöpfung.

Plutonium als homöopathische Arznei

Die komplementäre Arznei zu Uranium metallicum ist Plutonium – sie verhält sich zu ihm wie dessen Schatten. Dies wurde in der Arzneimittelprüfung deutlich durch Symptome wie Angst, Panik, Depression und Aggression sowie einem immensen Bedrohungsgefühl in Anbetracht von Zerfall und Zerstörung und vermuteter oder echter Krankheit. Auch hier sehen wir den aktuellen Zeitbezug mit Existenzbedrohung und Ohnmacht durch die Angst vor einer Atomkatastrophe und Strahlenkrankheit.

Das radioaktive Plutonium wurde im Boden in der Umgebung des Kernreaktors in Fukushima gefunden. Es verliert auch nach Tausenden von Jahren nichts von seiner Gefährlichkeit. Gerät der Stoff in den Körper, kann Krebs entstehen. Die zentrale Idee von Plutonium ist die Unterdrückung und Verschüttung der innersten Kräfte  und des eigenen Weges des Menschen. Das Wesen des Menschen ist bedroht. Dies zeigt sich äußerlich durch Unfälle und Gewalt und innerlich durch Zwänge und rigides, einengendes Rollenverhalten. Daraus entstehen oft verzweifelte Versuche, in aussichtslosen Situationen retten und helfen zu wollen.

Diese in der homöopathischen Arzneimittelprüfung aufgetretenen Leitsymptome, neben der zwanghaften Perfektion und der sklavischen Berufsausübung, wurden den Menschen auf dramatische Weise ersichtlich in Bildern von verstrahlten Mitarbeitern der Kernkraftwerke, die ihr Leben opferten für ein übergeordnetes Ziel.

Die häufigsten körperlichen Erkrankungen, die mit Plutonium erfolgreich behandeln werden konnten, waren Bronchitis, Pseudokrupp, Asthma, multiple und saisonale Allergien, chronisches Müdigkeitssyndrom, Rückenschmerzen und Neurodermitis. Für Kinder mit Kaiserschnittgeburt, Ruhelosigkeit nachts, Panik und Angstsymptomatik, häufigen Bronchitiden und Neurodermitis ist Plutonium eine unentbehrliche Arznei in der homöopathischen Praxis geworden.

Die Prüfungen wurden in der Regel mit C200, vereinzelt mit C30, Q-Potenzen und C1000 durchgeführt. Die Prüfer nahmen die Arznei mehrmals täglich an 2-3 Tagen in Wasser aufgelöst. Die Q-Potenzen wurde teilweise über Wochen eingenommen, je nach Entwicklung der Symptome. Die Prüfer wurden angehalten, ihren Körper, ihr Gemüt, Stimmungen und Veränderungen in ihrer Lebenssituation genauestens zu beobachten und aufzuschreiben.

Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich maximal über drei Monate. Die Anzahl der dokumentierten Verordnungen betrug bei Veröffentlichung der Prüfungen im Jahr 1999 bei Uranium metallicum 217 Fälle und bei Plutonium 232 Fälle.

Mehr Information finden Sie in dem Buch: Eberle/Ritze: Arzneimittellehre, Heilung von Krankheiten in modernen Lebenssituationen, Neue Homöopathische Arzneien 1 (ISBN 3-87569-147-4)

M. Breitenberger
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