Bei einem Progesteronmangel wird vom Gelbkörper zu wenig Progesteron gebildet, was den Menstruationszyklus stören oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
Inhaltsverzeichnis
- Progesteronmangel: Das Wichtigste in Kürze
- Was ist Progesteronmangel?
- Progesteronmangel oder Östrogendominanz?
- Symptome und Anzeichen von Progesteronmangel
- Diagnose & Laboranalysen
- Selbsttest: Habe ich Progesteronmangel?
- Ursachen für Progesteronmangel
- Natürliche Behandlung
- Was man tun kann: Lösungsansätze
- Erfahrungsbericht aus meiner Praxis
- Weiterführende Themen
- Fazit
- FAQ
Progesteronmangel: Das Wichtigste in Kürze
- Ein Progesteronmangel entsteht, wenn der Eisprung ausbleibt oder der Gelbkörper in den Eierstöcken nach dem Eisprung zu wenig Progesteron bildet.
- Typische Symptome sind eine verkürzte zweite Zyklushälfte und PMS mit starken Stimmungsschwankungen und Brustschmerzen.
- Bei Kinderwunsch kann es erschwert sein, schwanger zu werden.
- Zur Diagnostik werden die Basaltemperatur gemessen und in der 2. Zyklushälfte der Progesteronwert in Blut oder Speichel bestimmt.
- Stressreduktion, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können helfen.
- Bei ausgeprägten Symptomen hat sich auch eine Therapie mit naturidentischem Progesteron zur Substitution bewährt.
Was ist Progesteronmangel?
Ein Progesteronmangel ist ein Zustand, bei dem in der zweiten Zyklushälfte zu wenig Progesteron gebildet wird.
Wenn der Gelbkörper (Corpus Luteum) in den Eierstöcken nach dem Eisprung zu wenig Progesteron (Gelbkörperhormone) produziert oder der Eisprung ganz ausbleibt, wirkt sich das auf die zweite Zyklushälfte aus: Er ist kürzer als normal, es kommt zu Zwischenblutungen und oft auch zu den Symptomen eines Prämenstruellen Syndroms (PMS).
Ein Progesteronmangel, der auch Gelbkörperschwäche, Lutealinsuffizienz bzw. Lutealphaseninsuffizienz genannt wird, hat außerdem zur Folge, dass ein Ungleichgewicht im weiblichen Hormonhaushalt entsteht, die (relative) Östrogendominanz genannt wird. Beide Zustände können für die Betroffene sehr belastend sein.
Wenn Sie hormonelle Beschwerden wie einen Progesteronmangel vermuten, kann eine persönliche Beratung helfen, Ihre Situation ganzheitlich zu analysieren:
Aufgaben von Progesteron
Progesteron wird oft auch als „körpereigenes Gestagen“ bezeichnet und ist das dominierende Hormon während der zweiten weiblichen Zyklushälfte.
Dass die Basaltemperatur in dieser Zeit konstant erhöht ist, geht vor allem auf das Progesteron zurück. Progesteron wird in den Eierstöcken im sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum) gebildet, in das sich das zurückgebliebene Eibläschen (Follikel) nach dem Eisprung umwandelt. Bleibt eine Befruchtung aus, geht der Gelbkörper innerhalb von etwa 14 Tagen zugrunde, und die Progesteronproduktion sinkt.
Zu den wichtigsten Aufgaben von Progesteron gehört, die in der ersten Zyklushälfte aufgebaute Gebärmutterschleimhaut darauf vorzubereiten, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten und heranwachsen kann. Wie Östrogen ist Progesteron darüber hinaus u.a. für die Stabilität der Knochen von großer Bedeutung und steigert die Kollagenbildung, wodurch einer Faltenbildung der Haut entgegengewirkt wird.
Zudem hat Progesteron eine antidepressive Wirkung, beeinflusst das Immunsystem, normalisiert die Androgene, hat einen anregenden Effekt auf die Libido und unterstützt die Wirkung von Schilddrüsenhormonen. Darüber hinaus fördert das Hormon die Wasserausscheidung und wirkt entwässernd.
Progesteronmangel oder Östrogendominanz?
Lange Zeit standen der Östrogenmangel und seine Folgeerscheinungen im therapeutischen Fokus – die Rolle von Progesteron wurde dabei erheblich unterschätzt. Fakt ist jedoch: Damit es seine Funktion als Gegenspieler erfüllen und so ein Zuviel an Östrogen ausbalancieren kann, ist ein ausreichend hoher Progesteronspiegel wichtig.
Steht im Verhältnis zu Östrogen weniger Progesteron zur Verfügung, bekommt das Östrogen im hormonellen Regelkreis die Oberhand – eine Östrogendominanz ist die Folge. Oft werden „Progesteronmangel“ und „Östrogendominanz“ deshalb auch als Synonyme verwendet. Doch auch wenn beide in einem engen Zusammenhang stehen, handelt es sich um zwei verschiedene Zustände.
ÖstrogendominanzSymptome und Anzeichen von Progesteronmangel
Ein Progesteronmangel wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche aus. Typische Symptome sind:
- Verkürzte zweite Zyklushälfte
- Unregelmäßiger Zyklus
- Prämenstruelles Syndrom (PMS)
- Zwischen- oder Schmierblutungen vor der Periode
- Starke, verlängerte und/ oder schmerzhafte Menstruation
- Spannen und Schmerzen in der Brust
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Innere Unruhe, Angstgefühle, Reizbarkeit, Depressionen
- Erschöpfung, Konzentrationsprobleme
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Gewichtszunahme
- Wassereinlagerungen
- Heißhungerattacken (vor allem auf Süßes)
- Hautprobleme
- Probleme, schwanger zu werden
- Fehlgeburten
Progesteronmangel und Gewichtszunahme
Heißhungerattacken, Wassereinlagerungen, eine Verlangsamung des Stoffwechsels, aber auch eine begleitende Östrogendominanz – das sind typische Begleiterscheinungen eines Progesteronmangels. Die Folge kann eine Gewichtszunahme sein.
Progesteronmangel und Psyche
Progesteron wirkt normalerweise beruhigend auf das Nervensystem. Bei einem Progesteronmangel kommt dieser Effekt kaum zum Tragen – und Beeinträchtigungen wie Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Reizbarkeit, Ängste und depressive Verstimmungen können die Folgen sein. Viele Betroffene berichten außerdem über Schlafstörungen und darüber, dass sie schlechter mit Stress umgehen können.
Haut
Fehlt Progesteron, nimmt die Talgproduktion ab. Dadurch kann die Haut weniger Feuchtigkeit speichern, sie wird trockener und spannt. Zudem wird die Haut empfindlicher und verliert an Elastizität, was z.B. die Bildung von Falten begünstigt. Eine schlechtere Wundheilung wird ebenfalls mit einem Progesteronmangel in Verbindung gebracht.
Wechseljahre
Spätestens mit Beginn der Wechseljahre – oft jedoch schon einige Jahre davor – bleibt der Eisprung immer häufiger aus, sodass ein Progesteronmangel entsteht. Damit einher geht häufig auch eine Östrogendominanz mit entsprechenden Symptomen. Gegen Ende bzw. nach der Menopause dominieren dann die bekannten Folgen eines Östrogenmangels.
Kribbeln
Ein weniger bekanntes Symptom der Wechseljahre ist Kribbeln in Armen und Beinen, das im Zusammenhang mit einem Progesteronmangel und einer damit verbundenen Östrogendominanz auftreten kann. Manche Frauen berichten zudem von Brennen unter der Haut oder Taubheitsgefühlen in den Extremitäten. Dieses unangenehme, meist harmlose „Ameisenlaufen“ entsteht durch Nervenreaktionen infolge schwankender Hormonspiegel, tritt oft plötzlich auf und verschwindet ebenso schnell wieder. Nicht alle Frauen sind davon betroffen.
Sollte das Kribbeln in Armen und Beinen aber über längere Zeit unverändert anhalten, sollte sicherheitshalber immer ein Arzt oder Heilpraktiker um Rat gefragt werden, da auch andere behandlungsbedürftige Ursachen hinter derartigen Nervenreaktionen stecken können.
Diagnose & Laboranalysen
Eine morgendliche Temperaturkurve (Basaltemperaturmessung), die in der zweiten Zyklushälfte nur unzureichend ansteigt, weist bereits oft auf einen Progesteronmangel hin. Aussagekräftiger ist eine Messung des Progesteronspiegels mithilfe einer Speichel- oder einer Blutuntersuchung. Da der Progesteronspiegel im Zyklus stark schwankt, sollten die Werte idealerweise in der 2. Zyklushälfte, ca. 7 Tage nach dem Eisprung, bestimmt werden.
Sie können den Test dafür über den Link bestellen und bequem zuhause durchführen. Im Anschluss schicken Sie mir das Testergebnis zur kostenpflichtigen Auswertung per Email in die Praxis.
Hormonprofil Frau Plus
Laborchemische Analyse der Steroidhormone DHEA, Estradiol (Östradiol), Estriol, Progesteron, Testosteron und Cortisol im Speichel zur Bestimmung der aktuellen hormonellen Situation.
Selbsttest: Habe ich Progesteronmangel?
Leiden Sie unter Symptomen, die auf einen Progesteronmangel hinweisen könnten? Der Selbsttest kann Ihnen erste Hinweise geben hier.
Selbsttest ProgesteronmangelUrsachen für Progesteronmangel
Ein Progesteronmangel kann verschiedene Ursachen haben – oft spielen mehrere Faktoren zusammen. Die häufigsten sind:
- Hormonelle Übergangsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre
- Nach Absetzen der Antibabypille
- Ausbleibender oder zu schwacher Eisprung
- Chronischer Stress
- Schlafmangel
- Über- oder Untergewicht
- Extremer Sport
- Schilddrüsenstörungen
- Stoffwechselstörungen (z.B. Insulinresistenz)
- Erhöhter Prolaktinspiegel
- Xenoöstrogene, die zu einer Erhöhung des Östrogenspiegels und damit zu einem relativen Progesteronmangel führen können
- Endometriose
- Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS)
Natürliche Behandlung
Um einen Progesteronmangel erfolgreich behandeln zu können, ist es wichtig, die Ursache zu kennen. Hat z.B. Stress einen wesentlichen Anteil am erniedrigten Progesteronspiegel, sind gezielte Maßnahmen zur Stressreduktion unverzichtbar.
Besteht gleichzeitig eine Funktionsstörung der Schilddrüse, muss diese mitbehandelt werden, und wenn die Untersuchung einen Mangel an Nährstoffen ergeben hat, muss dieser konsequent ausgeglichen werden – um nur einige Beispiele zu nennen.
Meiner langjährigen Erfahrung nach sind es meist verschiedene Faktoren, die einen Progesteronmangel auslösen bzw. verstärken, deshalb ist oft eine individualisierte und ganzheitlichen Behandlung notwendig.
Markus Breitenberger, Heilpraktiker
Was hilft bei Progesteronmangel?
Wichtige Maßnahmen der ganzheitlichen Therapie sind u.a. die Zufuhr von bestimmten Mikronährstoffen zur Unterstützung der Progesteronproduktion, ebenso können einige Heilpflanzen den Progesteronspiegel positiv beeinflussen.
Insbesondere in Zeiten hormoneller Veränderungen oder bei frustranem Kinderwunsch hat sich Behandlung mit naturidentischem Progesteron bewährt. Hiervon profitieren oft auch Patientinnen mit einer Schilddrüsenunterfunktion bzw. einer Hashimoto-Thyreoiditis. Und weil ein Progesteronmangel fast immer mit einer Östrogendominanz einhergeht, sollten auch Leber und Darm therapeutisch unterstützt werden.
Wichtig ist, dass die Behandlung individuell auf die Patientin abgestimmt ist. Deshalb lege ich großen Wert auf eine ausführliche Anamnese und eingehende Untersuchung vor Therapiebeginn.
Wichtige Nährstoffe bei Progesteronmangel
Bei einem Progesteronmangel sollten bevorzugt Nahrungsmittel verzehrt werden, die viel Vitamin C und B-Vitamine, Magnesium und Spurenelemente wie Selen oder Zink enthalten.
- Vitamin C: z.B. in Acerola, Hagebutte, Sanddorn und Zitrusfrüchten sowie in roter Paprika, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl.
- B-Vitamine: u.a. in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen.
- Magnesium und Zink: vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und grünem Gemüse.
- Selen: vornehmlich in Hülsenfrüchten, Pilzen, Nüssen.
Sie können diese Vitamine und Spurenelemente aber auch kurmäßig für 3 Monate auf folgende Weise zuführen, um die Depots zu füllen:
Multispektrum 24/7 OHNE, 60 Kapseln
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit, am besten über den Tag verteilt, verzehren. Sinnvolle Basisversorgung mit dem gesamten Vitaminspektrum, mit wesentlichen Spurenelementen und wertvollen Pflanzenstoffen – jedoch ohne Jod, Kupfer und Eisen.
Nachtkerzenöl & Progesteronmangel
Nachtkerzenöl kann aufgrund seines hohen Gehalts an Gamma-Linolensäure insbesondere zur Linderung von PMS-Symptomen wie Brustspannen, Reizbarkeit und Krämpfen beitragen. Die Einnahme sollte 3 bis 6 Monate durchgeführt werden.
Nachtkerzenöl 500, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
2 Kapseln pro Tag einnehmen. Reich an Gamma-Linolensäure, die eine direkte Vorstufe von Prostaglandin E1 ist, das in den Eierstöcken die Progesteronproduktion anregt.
Besonders wirksam bei gleichzeitiger Einnahme von:
Nutrifem PMS Formula, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
2 Kapseln pro Tag einnehmen zur Unterstützung des hormonellen Gleichgewichts. Mit Pflanzenextrakten aus Ginkgo biloba, Pinienrinde und Mönchspfeffer in Kombination mit Nährstoffen wie Eisen, Vitamin D und Vitamin B6.
Mönchspfeffer & Progesteronmangel
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) kommt oft bei leichtem Progesteronmangel, PMS und unregelmäßigem Zyklus zur Anwendung. Wichtig ist, dass die Behandlung mindestens drei Monate erfolgt.
Nutrifem Agnubalance, 60 Kapseln
1 Kapsel pro Tag einnehmen. Pflanzliche Kombination mit Extrakten aus Mönchspfeffer, Yamswurzel, Fenchel, Hopfen und Soja sowie den Vitaminen B6 und E.
+
Vitex Agnus Castus D2, Fa. Ceres
3 mal täglich je 5 Tropfen pur oder auf einen Teelöffel Wasser einnehmen.
Yamswurzel & Progesteronmangel
Einige Nahrungsmittel enthalten “natürliches Progesteron”. Dazu zählt vor allem die Yamswurzel mit ihrem hohen Gehalt an Diosgenin, eine Substanz (Steroidsapogenin), die dem körpereigenen Progesteron stark ähnelt.
Leider scheint der Körper Diosgenin nicht selbst in Progesteron umwandeln zu können. Das gelingt nach derzeitigem Wissensstand nur im Labor in mehreren Umwandlungsschritten. Es gibt also definitiv kein „natürliches“ oder „pflanzliches“ Progesteron, sondern nur ein naturidentisches, d.h. künstlich hergestelltes Progesteron.
Wichtig: Für die Hormone Östrogen, Progesteron, DHEA und Testosteron existieren keine natürlichen Quellen, aus denen diese Hormone gewonnen werden könnten. Sehr wohl existieren aber schwächer wirkende Vorstufen dieser Hormone im Pflanzenreich, wie sie z.B. in der Yamswurzel vorkommen.
Es spricht jedoch nichts dagegen, gekochte oder gebratene Yamswurzel bevorzugt auf den Speiseplan zu setzen. Denn die Pflanze ist reich an zahlreichen unverzichtbaren Nährstoffen wie Vitamin C und B-Vitamine, Magnesium und Eisen. Gleiches gilt für Lebensmittel, die wie Linsen, Leinsamen, Haferflocken oder Buchweizen ebenfalls “natürliches Progesteron” enthalten: Auch sie sollten regelmäßig verzehrt werden, weil sie viele wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe enthalten, die sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirken.
Wenn Sie keine Yamswurzel mögen und dennoch von den Vorzügen dieser Pflanze profitieren möchten:
Yams Balance, 180 Kapseln (2 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
3 mal 1 Kapsel pro Tag einnehmen.
Naturidentisches Progesteron & Progesteronmangel
Bei ausgeprägter Gelbkörperschwäche, starkem Progesteronmangel und damit verbundenen ausgeprägten Beschwerden, aber auch bei unerfülltem Kinderwunsch oder in den Wechseljahren kann eine Behandlung mit naturidentischem Progesteron in Form von Kapseln, Tabletten, Cremes, Gels oder Vaginalzäpfchen angezeigt sein.
- Bei Kinderwunsch wird Progesteron oft vaginal verabreicht, um die Einnistung der Eizelle zu unterstützen.
- In der Schwangerschaft bei drohender Frühgeburt oder verkürztem Gebärmutterhals kann vaginales Progesteron zur Stabilisierung zum Einsatz kommen.
- In den Wechseljahren wird naturidentisches Progesteron (meist als Kapsel oder Tablette) häufig als Ergänzung zu einem Östrogen-Präparat (z.B. bioidentisches Östradiol zum Auftragen auf die Haut) verordnet.
Was man tun kann: Lösungsansätze
Unterstützend kann eine Anpassung von Lebensstilfaktoren helfen:
- Maßnahmen zum Stressabbau, z.B. mithilfe von Stressmanagement-Techniken wie Yoga oder Atemübungen
- ausreichend Schlaf
- regelmäßige Bewegung
- eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung
- Verzicht auf Rauchen, da regelmäßiger Nikotinkonsum Progesteron in seiner Wirkung abschwächen kann
- maßvoller Alkoholkonsum.
Erfahrungsbericht aus meiner Praxis
Wie fühlt sich ein Progesteronmangel im Alltag wirklich an – und wie findet man die richtige Behandlung? In diesem Erfahrungsbericht schildert eine Patientin, wie sie ihre Beschwerden lange nicht einordnen konnte, schließlich die passende Diagnose erhielt und heute wieder deutlich mehr Lebensqualität hat.
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Progesteronmangel & Schwangerschaft
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Progesteronmangel & Kinderwunsch
Ein Progesteronmangel sich ungünstig auf den Kinderwunsch auswirken. Fehlt Progesteron, hat das Ei in der zweiten Zyklushälfte nicht genug Zeit, sich optimal einzunisten. Erschwert wird die Einnistung zudem, dass die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend aufgebaut ist. Infrage kommt eine Substitution mit naturidentischem Progesteron nach dem Eisprung, um die Lutealphase zu verlängern und die Gebärmutterschleimhaut optimal aufzubauen.
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Eine Schilddrüsenunterfunktion und ein Progesteronmangel treten oft gemeinsam auf. Dabei kann es sowohl sein, dass der Mangel an Schilddrüsenhormonen zu sinkenden Progesteron Werten führt, wie umgekehrt ein bereits vorhandener Progesteronmangel eine Schilddrüsenunterfunktion verschlimmert. Wird der Mangel an Progesteron beseitigt, bessern sich meist auch die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion bzw. eine Hashimoto-Thyreoiditis. Oft sinken mit der Zeit auch die Antikörper, wenn der Progesteronmangel konsequent ausgeglichen wird.
Fazit
Progesteronmangel kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, allen voran Zyklusstörungen, Fruchtbarkeitsprobleme und PMS.
Als Ursachen kommen verschiedene Faktoren in Betracht: von einem hormonellen Ungleichgewicht, etwa in Pubertät oder den Wechseljahren, bis hin zu Stress, Schilddrüsenproblemen oder PCOS.
Eine ganzheitliche Therapie stützt sich deshalb auf verschiedene Behandlungsmaßnahmen: von Phytotherapie, Nährstoffsubstitution oder Programmen zur Stressbewältigung bis hin zu klassischer Homöopathie, Psychotherapie und schulmedizinischer Hormonersatztherapie.
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FAQ
Diese Fragen werden häufig zum Thema Hashimoto-Thyreoiditis gestellt:
Autoren:
Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath. Seit über 25 Jahren behandelt er in eigener Praxis schwerpunktmäßig Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Er ist Autor von “Hashimoto ganzheitlich behandeln” und “Autoimmunerkrankungen in den Griff bekommen” sowie zahlreicher medizinischer Fachartikel.
Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Leiterin der Redaktion eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.
Quellen:
Ärztezeitung 02/2006: Bei Wechseljahresbeschwerden ist kompetente Beratung gefragt
Römmler A.: Hormone. Leitfaden für die Anti-Aging Sprechstunde. Thieme Stuttgart 2014