Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Autoimmunerkrankung mit Homöopathie & Naturheilkunde heilen

Autoimmunerkrankungen sind chronisch-entzündliche Prozesse, die nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen die dritthäufigste Erkrankungsgruppe bilden; insgesamt sind mehr als fünf Prozent der Menschen in den westlichen Industrieländern – Erwachsene wie Kinder – betroffen. In den vergangenen Jahren wird eine stetige Zunahme von Neuerkrankungen registriert. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung von Autoimmunerkrankung.

Die Diagnose ist für die Betroffenen ein Schock, denn eine Autoimmunerkrankung gilt als nicht heilbar. Die Erfahrung von Heilpraktiker M. Breitenberger in der Praxis für Homöopathie & Psychotherapie in München zeigt jedoch, dass mit einer ganzheitlichen Behandlung, die nicht nur die physischen, sondern auch die psychischen bzw. psychosomatischen Faktoren und Begleiterscheinungen mit einbezieht, selbst in schweren Fällen hoffnungsvolle Behandlungsergebnisse erreicht werden können.

Definition Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankung ist ein Überbegriff für Krankheiten, bei denen es durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems zu einer Zerstörung von körpereigenen Strukturen kommt.

Autoimmunerkrankung – was ist das?

Als Autoimmunerkrankung werden also Erkrankungen bezeichnet, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise eigene Zellen und Organe als fremd einstuft und attackiert. Wie es zu dieser Fehlregulation der Abwehrkräfte kommt, ist trotz intensiver Forschungsarbeit bis heute nicht geklärt.

Allen Autoimmunerkrankungen ist jedoch gemeinsam, dass die durch die Autoimmunreaktion hervorgerufenen Entzündungsprozesse Schäden an dem betroffenen Organ oder Gewebe hervorrufen können – bis hin zu deren vollständigen Zerstörung.

Welche Autoimmunerkrankungen gibt es?

Zum Angriffsziel eines fehlgeleiteten Immunsystems kann praktisch jede körpereigene Struktur werden. Dementsprechend breit gefächert ist das Spektrum der Autoimmunerkrankungen. Häufig spielt sich eine Autoimmunerkrankung vornehmlich an einem Organ oder an einer Gewebsstruktur ab, wie dies zum Beispiel bei der Hashimoto-Thyreoiditis der Fall ist, bei der sich das Immunsystem primär gegen die Schilddrüse richtet.

Es kann aber auch sein, dass die Entzündungsprozesse nicht auf ein spezifisches Organ beschränkt bleiben, sondern verschiedene Strukturen, Gewebe und/oder Organsysteme erfasst haben, dann liegt die systemische Form einer Autoimmunerkrankung vor.

Eine solche systemische Autoimmunerkrankung ist zum Beispiel Lupus erythematodes, bei dem neben der Haut oft auch die Gelenke und zahlreiche innere Organe in das autoimmune Krankheitsgeschehen mit einbezogen sind. Lupus erythematodes gehört – wie auch die Sklerodermie oder das Sjögren-Syndrom – zu den Kollagenosen, die wiederum den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zugeordnet werden.

Liste von Autoimmunerkrankungen

Weltweit sind derzeit ca. 100 verschiedene Autoimmunerkrankungen bekannt. Hier ein Überblick über die häufigsten Formen von Autoimmunerkrankung mit Angabe des Zielorgans in Klammern:

  • Addison-Krankheit / autoimmunologische Form (Nebennierenrinde)
  • Autoimmungastritis (Magenschleimhaut)
  • Autoimmunhämolytische Anämie (rote Blutkörperchen)
  • Autoimmunhepatitis (Leber)
  • Hashimoto-Thyreoiditis (Schilddrüse)
  • Morbus Basedow (Schilddrüse)
  • Colitis ulcerosa Dickdarm (Mastdarm, Dickdarm)
  • Morbus Crohn (Verdauungstrakt)
  • Zöliakie (Dünndarmschleimhaut)
  • Diabetes Typ 1 (Betazellen der Bauchspeicheldrüse)
  • Lupus erythematodes Haut (Gelenke, innere Organe)
  • Morbus Bechterew (Wirbelsäule)
  • Multiple Sklerose (Myelinscheiden des zentralen Nervensystems)
  • Rheumatoide Arthritis (Innenhaut der Gelenke / Synovialis, später auch Gelenkknorpel und -knochen)
  • Sarkoidose / Morbus Boeck (Lunge, Lymphknoten)
  • Sjögren-Syndrom (Tränen- und Speicheldrüsen)
  • Sklerodermie (Bindegewebe, d.h. Haut, Gefäße, innere Organe)
  • Psoriasis (Haut, Gelenke)
  • Vitiligo (pigmentbildende Zellen der Haut)

Beispiele von Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankung Schilddrüse

Eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen ist die Hashimoto-Thyreoiditis – und sie ist zugleich die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Autoimmunerkrankung ist nach ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881-1934), benannt, sie wird jedoch oft auch als Autoimmunthyreoiditis oder chronische lymphozytäre Thyreoiditis bezeichnet.

Ausgangspunkt ist eine chronische Entzündung (= Thyreoiditis), hervorgerufen durch fehlgeleitete Immunprozesse, infolgedessen spezielle Abwehrzellen, die T-Lymphozyten, das Schilddrüsengewebe angreifen und es nach und nach zerstören. Dabei kann die Schilddrüse so stark schrumpfen, dass sie schließlich kaum mehr vorhanden ist (atrophe Form, Ord-Thyreoiditis). Seltener kommt es vor, dass sich die Schilddrüse allmählich zu einem Kropf (Struma) vergrößert (hypertrophe Form).

Beide Formen haben über kurz oder lang zur Folge, dass das anhaltend entzündete Schilddrüsengewebe immer weniger in der Lage ist, ausreichend Schilddrüsenhormone zu bilden, sodass es zu den typischen Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion kommt, allen voran Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gewichtszunahme und Verstopfung, aber auch eine trockene, raue Haut, brüchige Haare, eine depressive Stimmung und viele andere Begleiterscheinungen, die den Betroffenen stark belasten können.

Allerdings kann zu Beginn der Autoimmunerkrankung auch erst einmal eine kurze Phase der Schilddrüsenüberfunktion bestehen – oder es steht zunächst ein Wechsel zwischen Über- und Unterfunktion im Vordergrund. Eine Hashimoto-Thyreoiditis entwickelt sich oft schleichend und ist über eine längere Zeit für den Betroffenen kaum wahrnehmbar; ein schubweiser Verlauf, wie es für viele andere Autoimmunerkrankungen typisch ist, ist eher selten.

Neben der Hashimoto-Thyreoiditis gibt es noch eine zweite Autoimmunerkrankung der Schilddrüse: die Basedow-Krankheit (Morbus Basedow). Hierbei führen die Autoimmunprozesse jedoch zu einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen, oft sind auch die Augen beteiligt (endokrine Orbitopathie). Und: Anders als eine Hashimoto-Thyreoiditis kommt eine Basedow-Krankheit in der Hälfte der Fälle nach etwa einem Jahr zum Stillstand (Remission).

Autoimmunerkrankung Haut

Im Rahmen einer Autoimmunerkrankung ist die Haut ein relativ häufiges Angriffsziel. Es kommt vor, dass das Autoimmungeschehen im Wesentlichen auf die Haut begrenzt bleibt, häufiger sind jedoch weitere Organsysteme mit betroffen; dies ist z.B. bei den Kollagenosen, einer Sklerodermie, dem systemischen Lupus erythematodes (s.u.), mitunter auch bei einer Psoriasis (Psoriasis-Arthritis!) der Fall.
Autoimmunerkrankungen, die sich oft primär an der Haut abspielen, sind zum Beispiel:

  • Alopecia areata – eine Erkrankung, bei der es zu einem kreisrunden Haarausfall kommt. Dies geschieht in 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich. Bei Männern kann der kreisrunde Haarausfall jedoch auch im Bartbereich und – sehr selten – im Bereich der Körperbehaarung auftreten.
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), deren Charakteristikum weiße pigmentfreie Flecken auf der Haut sind. Diese Hautveränderungen bereiten dem Betroffenen zwar keine körperlichen Schmerzen, doch leiden sie oft sehr unter dem auffälligen Erscheinungsbild. Häufig sind Gesicht, Hände, Füße und die Genitalregion betroffen; aber auch in Armbeugen, Knien, Nacken und anderen Körperregionen können sich die weißen Flecken bilden.
  • Bei der Autoimmunerkrankungen bullöses Pemphigoid, Pemphigus vulgaris und Dermatitis herpetiformis (Morbus Duhring) handelt es sich um eine Gruppe von Hauterkrankungen (sogenannte blasenbildende Autoimmundermatosen), die durch die Bildung von Blasen auf der Haut gekennzeichnet sind.

Autoimmunerkrankung Leber

Auch die Leber kann zur Zielscheibe eines fehlgeleiteten Immunsystems werden. Richtet sich die gestörte Immunreaktion gegen die Leberzellen, entwickelt sich eine Autoimmunhepatitis (AIH): Es entsteht eine Leberentzündung (Hepatitis), die unbehandelt in eine Leberzirrhose münden kann.

Eine weitere Autoimmunerkrankung der Leber ist die Primär biliäre Cholangitis (PBC), die früher auch Primär biliäre Zirrhose genannt wurde. Bei dieser Autoimmunerkrankung werden zunächst die Gallengänge in der Leber angegriffen: Sie entzünden und verengen sich. Infolgedessen kommt es zu einem Gallenstau, wodurch die Entzündung auf das Lebergewebe übergreift und es allmählich zerstört.

Wie bei der Autoimmunhepatitis, so kann sich auch im Endstadium einer PBC eine Leberzirrhose entwickeln. Im Übrigen lassen sich die beiden Erkrankungen nicht immer klar voneinander abgrenzen. Denn in 15 bis 30 Prozent der Fälle leiden die Betroffenen gleichzeitig unter einer Autoimmunhepatitis und unter einer PBC.

Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes (SLE)

Der Lupus erythematodes ist eine eher seltene Autoimmunerkrankung, die vorwiegend jüngere Frauen zwischen 15 und 45 Jahren betrifft (mehr als 80 Prozent der Fälle). Bei einem Lupus erythematodes werden unterschiedliche Formen unterschieden: die verschiedenen Varianten des kutanen Lupus erythematodes, bei denen vor allem die Haut betroffen ist, sowie die systemische Form, bei der verschiedene Organe von den Entzündungsreaktionen erfasst sein können.

Manchmal geht der kutane Lupus auch in einen systemischen Lupus über. Dementsprechend unterschiedlich können die verschiedenen Beschwerdebilder sein. Besonders häufig sind Nieren-, Rippenfell-, Herzbeutel-, Gelenk- und/oder Gefäßentzündungen. Das charakteristische Schmetterlingserythem, das durch eine schmetterlingsförmige Rötung im Gesicht gekennzeichnet ist, tritt bei etwa der Hälfte der Betroffenen auf.

In etwa 75 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit in Schüben, wobei zwischen den einzelnen Krankheitsphasen Monate, mitunter sogar Jahre liegen können, in denen kaum oder gar keine Beschwerden bestehen. Bei den übrigen Patienten schreitet die Autoimmunerkrankung langsam und kontinuierlich voran.

Autoimmunerkrankung „Rheuma“

Es gibt mindestens 100 verschiedene Krankheitsbilder, die zum rheumatischen Formenkreis gezählt werden – einige Experten gehen sogar von mehr als 400 Erkrankungen aus. Oft spielt sich das Geschehen einer rheumatischen Erkrankung an den Strukturen des Bewegungsapparats ab: an den Gelenken oder an den Wirbeln der Wirbelsäule (wie bei Morbus Bechterew), aber auch am Weichteilgewebe wie Muskeln, Sehnen und Bändern. Es sind jedoch auch schwere Multiorgankrankheiten möglich.

Weil die jeweiligen rheumatischen Erkrankungen sowohl in Bezug auf ihre Entstehungsmechanismen als auch hinsichtlich ihrer Krankheitsverläufe stark variieren, wird der rheumatische Formenkreis in verschiedene Krankheitsgruppen eingeteilt. Die wichtigsten sind:
  • Rheumatoide Arthritis, juvenile Arthritis, Arthritis bei Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis)
  • Vaskulitiden, zum Beispiel die Riesenzellarteriitis
  • Kollagenosen wie Lupus erythematodes
  • Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen
  • Im weiteren Sinn werden auch Erkrankungen mit einbezogen, die nicht durch eine Entzündung ausgelöst werden, so etwa Arthrose oder Fibromyalgie.

Die häufigste chronisch entzündlich-rheumatische Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis (Polyarthritis): In Deutschland leiden etwa 800 000 Menschen daran, wobei Frauen dreimal häufiger als Männer betroffen sind. Macht sich die Erkrankung bereits im Kindesalter bemerkbar, wird sie „juvenile Arthritis“ genannt.

Oft treten die Symptome schubweise auf, mitunter leiden die Betroffenen aber auch unter einer kontinuierlichen Verschlechterung ihrer Beschwerden.

Bei der rheumatoiden Arthritis wird die Innenhaut der Gelenke zum Ziel des Immunsystems: Durch die Angriffe der Abwehrzellen wird an den Gelenken eine Entzündung entfacht, die nicht nur starke Schmerzen hervorruft, sondern auch eine zunehmende Bewegungsbeeinträchtigung und schließlich eine Verformung der betroffenen Gelenke zur Folge hat.

Oft macht sich die Autoimmunerkrankung das erste Mal symmetrisch an den kleinen Gelenken (Finger-, Zehengelenke) bemerkbar, letztlich kann jedoch jedes Gelenk betroffen sein. In 20 Prozent der Fälle bilden sich Rheumaknoten, etwa im Bereich der Finger oder des Ellenbogens. Zudem können andere Organsysteme wie Blutgefäße, Herz, Lunge und Augen in Mitleidenschaft gezogen sein.

Ursache einer Autoimmunerkrankung

Die wichtigste Aufgabe des Immunsystems ist es, den Körper vor krankmachenden Eindringlingen wie Viren, Bakterien oder Pilze zu schützen. Hierfür erlernen die Akteure der Immunabwehr während ihrer Reifephase zwischen „fremd“ und „selbst“ (= auto) zu unterscheiden. Doch erst, wenn sie auch die verschiedenen Kontrollinstanzen erfolgreich passiert haben, dürfen sie aktiv werden und das Unbekannte angreifen und eliminieren – wohingegen das körpereigene Gewebe toleriert wird und von den Angriffen verschont bleibt.

Hauptverantwortlich für die Immunabwehr sind spezielle Abwehrzellen des spezifischen Immunsystems, die T-Zellen und ihre Untergruppen, sowie die jeweiligen spezifischen Antikörper, die von den B-Zellen, der zweiten wichtigen Immunzellen-Gruppe, gebildet werden.

Die Fähigkeit des Immunsystems zur immunologischen Selbsttoleranz (Immuntoleranz) wurde erstmals von dem Mikrobiologen Paul Ehrlich (1854-1915) beschrieben und galt lange Zeit als unumstößliche Gesetzmäßigkeit. Seit dem erstmaligem Nachweis von Autoantikörpern im Blut in den 1950er Jahren zeigte sich jedoch, dass das Prinzip der Immuntoleranz sehr wohl außer Kraft gesetzt werden kann: T-Zellen und Antikörper greifen körpereigene Strukturen an, weil sie diese plötzlich als fremd einstufen.

Aus den Antikörpern sind Autoantikörper geworden, die nun genauso wirkungsvoll tätig sind wie die Antikörper im Rahmen der Immunabwehr zur Verteidigung des Körpers gegen gefährliche äußere Einflüsse – es hat sich eine Autoimmunerkrankung entwickelt.

Was genau der Fehlregulation zugrunde liegt, die das Immunsystem dazu veranlasst, sich gegen den eigenen Körper zu richten, lässt sich trotz intensiver Forschung bislang nicht mit Sicherheit sagen. Favorisiert wird derzeit ein Erklärungsansatz, wonach eine Kombination von verschiedenen Umständen und auslösenden Faktoren verantwortlich ist. Meist sind dem Ausbruch einer Autoimmunerkrankung bestimmte innere und äußere Auslöser in einer labilen Lebenssituation vorausgegangen.

Mögliche Auslöser einer Autoimmunerkrankung

  • Genetische Veranlagung

Weil es überdurchschnittlich oft vorkommt, dass mehrere Mitglieder einer Familie betroffen sind, wird eine genetische Veranlagung für eine Autoimmunerkrankung als sehr wahrscheinlich angesehen. Als sicher gilt jedoch auch, dass weitere exogene wie endogene Faktoren zu einer solchen erblichen Disposition dazu kommen müssen, damit die Weichen in Richtung Autoimmunerkrankung gestellt werden.

Generell lässt sich sagen: Ob eine bestimmte Erkrankung ausbricht oder nicht, hängt wesentlich davon ab, in welcher Verfassung sich der Mensch befindet; das gilt auch für genetisch bedingte Erkrankungen. Diese Vorbedingungen lassen sich gerade durch eine homöopathische Behandlung gut beeinflussen.

  • Infektionen

Wie es scheint, können bestimmte bakterielle und virale Infekte zu Auslösern einer Autoimmunerkrankung werden. Beispielsweise ist inzwischen belegt, dass eine bakterielle, durch Streptokokken hervorgerufene Mandelentzündung eine aggressive Form der Schuppenflechte (Psoriasis) auslösen kann.

Ebenso wird ein Zusammenhang zwischen der Entstehung eines Typ-1-Diabetes und einer vorausgegangenen Virusinfektion wie Röteln oder Masern bzw. zwischen einem Lupus erythematodes und einer Epstein-Barr-Virusinfektion diskutiert.

Immer deutlicher wird auch, dass Impfungen einzelne Autoimmunprozesse begünstigen bzw. aktivieren können. Besonders auffällig ist hierbei der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Multipler Sklerose und einer Impfung gegen neurotrope Erreger (Polio, Masern, Tetanus, FSME).

Dass Infektionen zu Initialzündern für eine Autoimmunerkrankung werden können, könnte unter anderem auf einen Mechanismus zurückzuführen sein, der molekulares Mimikry (= Nachahmung) genannt wird: Einige Viren und Bakterien können ihre Oberflächenstruktur so stark verändern, dass sie bestimmten körpereigenen Zellstrukturen sehr ähnlich werden. Dadurch können die Akteure des Immunsystems nicht mehr zwischen fremd und selbst unterscheiden und bekämpfen nun sowohl die krankmachenden Erreger als auch die körpereigenen Zellen.

  • Umweltfaktoren
1. Hygiene-Hypothese: 
Autoimmunerkrankungen sind – ebenso wie Allergien und Krebserkrankungen – in den westlichen Ländern stetig auf dem Vormarsch, während die Zahl der Neuerkrankungen in Ländern der sogenannten „Dritten Welt“ konstant niedrig bleibt. Durch den Rückgang natürlicher Infektionsquellen in Industrienationen kommt es vermutlich zu einer Unterforderung des Immunsystems. Im Tierversuch konnte bestätigt werden, dass Mäuse weniger Autoantikörper produzieren, wenn sie vorher Kontakt zu Bakterien-Bestandteilen hatten.2. Schadstoffe
: Zahlreiche Umweltschadstoffe, mit denen der Organismus tagtäglich konfrontiert wird, schwächt und belastet auch unser Immunsystem. Dazu einige Beispiele:
• Bereits 300 verschiedene synthetische Stoffe können in der Muttermilch nachgewiesen werden.
• Kinder haben laut WWF mehr Chemikalien im Blut als ihre Mütter (durch Kontakt mit Gebrauchsgütern).
• Laut EU-Chemikalien-Richtlinie sind von über 100.000 genutzten Substanzen die wenigsten auf ihr Gefährlichkeitspotenzial getestet worden.
• Die meisten Medikamente im Kindesalter werden im ersten Lebensjahr verschrieben.
Impfungen im Kindesalter
• Transfettsäuren, die durch industrielle Härtung von Fetten (Chips, Fastfood) entstehen, werden in Zusammenhang mit der Entstehung von Multipler Sklerose und Morbus Crohn gebracht.
• Feinstaub aus Verbrennungsmotoren
• Antibiotika in der Tiermast
• Weibliche Geschlechtshormone

Von den meisten Autoimmunerkrankungen sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Auffällig ist zudem, dass sich eine Autoimmunerkrankung insbesondere in Zeiten, in denen der weibliche Körper seine Hormonproduktion umstellt – zu Beginn des Menstruationszyklus in der Pubertät, während der Schwangerschaft, kurz nach der Geburt, in den Wechseljahren – oft das erste Mal bemerkbar macht. Deshalb geht man inzwischen davon aus, dass ein Ungleichgewicht weiblicher Hormone wie Progesteron und Östrogen bei der Entstehung einer Autoimmunerkrankung ebenfalls eine Rolle spielen, wenn eine Östrogendominanz vorliegt.

  • Stress

Chronischer Stress wirkt sich nicht nur ungünstig auf die seelische, sondern auch auf die körperliche Gesundheit – und speziell auf das Immunsystem aus. Denn auf Stress reagiert der Körper umgehend mit einer Reihe von Mechanismen, um die Leistungsfähigkeit zur Bewältigung der Herausforderung zu steigern. Dazu gehört auch, die Fähigkeit des Immunsystems zur Immunabwehr über die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennieren-Achse vorübergehend einzuschränken, um so Energie einzusparen. Dies geschieht mithilfe des Stresshormons Cortisol, das bei Stress vermehrt von den Nebennierenrinden ausgeschüttet wird.

Die Bereitstellung von Cortisol wird wieder gestoppt, wenn die Stresssituation vorüber ist. Hält der Stress jedoch an, wird Cortisol kontinuierlich freigesetzt. Die Folge: Mit der Zeit erschöpfen nicht nur die Nebennieren (Nebennierenschwäche, Nicht-Addison-Form), sondern es verringert sich auch die Schlagkraft des Immunsystems gegen Krankheitserreger – man wird anfälliger für Infektionen. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass außerdem die Gefahr für eine Fehlregulation des Immunsystems steigt, an deren Ende die Entstehung einer Autoimmunerkrankung stehen kann.

  • Entfremdung

Welche Faktoren, die nicht in Zentimetern, Gramm und Sekunden – den Parametern der Naturwissenschaften – gemessen werden können, sind noch am autoimmunen Krankheitsgeschehen beteiligt? Dass das Abwehrsystem das körpereigene Gewebe nicht mehr erkennen kann, dass es ihm fremd, ja sogar feindlich erscheint und deshalb bekämpft werden muss, gehört zum Wesen einer Autoimmunerkrankung.

Was hier auf körperlicher Ebene nicht erkannt wird, steht manchmal für einen unterdrückten, entfremdeten Teil des eigenen Wesens, der dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich ist (vgl. Arno Gruen: Der Fremde in uns). Eine ausführliche Anamnese (griech.: Wieder-Erinnern) zu Beginn der Behandlung, die den ganzen Menschen und nicht nur ein erkranktes Organ untersucht, kann daher schon der erste wichtige, heilsame Schritt sein.

Wenn ich Betroffenen in der Praxis aufmerksam zuhöre, kann ich in vielen Fällen Sätze wie diese hören: „Ich bin mir in den letzten Jahren irgendwie selbst fremd geworden“ / „Ich habe mich selbst dabei verloren“ / „Ich kenne mich gar nicht mehr wieder“ etc.. Diese Aussagen können wichtige Hinweise geben, was als Auslöser am Anfang einer Irritation des Immunsystems stand, die irgendwann zur Krankheit wurde.

Gehäuft gibt es physische oder psychische Traumata oder langanhaltende, emotional schwierige Lebenssituationen in der Vorgeschichte der betroffenen Patienten. Solche Beobachtungen lassen das Bild einer charakteristischen prämorbiden Persönlichkeitsstruktur deutlicher werden.

Der kranke Mensch, der sich selbst fremd geworden ist, ist gefangen in seinen Identifikationen (lat.: idem facere = sich zu demselben machen, d. h. zum Bild von sich, oder: immer dasselbe machen). Er identifiziert sich mit in der Kindheit erworbenen Selbstbildern, mit Vorgängern im Familiensystem oder mit Tugenden, die unverdaut, fremd und damit schädlich bleiben, anstatt integriert oder ausgeschieden zu werden.

Je mehr er mit seinem Selbstbild identifiziert ist, desto mehr ist er bei Verstand und weitgehend von Sinnen. Das Sinnesleben ist gleichsam taub geworden, und der Mensch nimmt zu wenig von dem, was nährt und nützt, und zu viel von dem, was schadet. Dies ist, vereinfacht gesprochen, der Hauptgrund für Kranksein.

In der Schulmedizin ignoriert und negiert man diese Erkenntnisse weitgehend. Dies hat drei Gründe: Erstens wird häufig die ‘Verantwortung für’ mit der ‘Schuld an’ der Erkrankung verwechselt. Zweitens sind die meisten Ärzte vollständig damit beschäftigt, die oft sehr bedrohlichen physischen Krankheitssymptome in den Griff zu bekommen.

Die Berücksichtigung möglicher psychosomatischer Zusammenhänge erfordert – meist nicht vorhandene – Behandlungszeit sowie entsprechende Ausbildung und Erfahrung. Drittens gibt es keine Medikamente, die auf vergangene Lebenssituationen Einfluss nehmen könnten. Die medikamentöse Therapie ist aber meist das Einzige, was schulmedizinisch geschulte Ärzte kranken Menschen anbieten können.

Zum Glück setzt sich bei immer mehr Medizinern die Erkenntnis durch, dass bei einer Autoimmunerkrankung ein multikausales Geschehen vorliegt, wenngleich über die Gewichtung auslösender physischer und psychischer Krankheitsfaktoren noch viel Uneinigkeit herrscht.

Symptome von Autoimmunerkrankungen

Das Beschwerdebild einer Autoimmunerkrankung hängt wesentlich davon ab, welches Gewebe oder Organ(system) zum Angriffsziel des überschießenden Immunsystems geworden ist. Gleichwohl sind für viele Autoimmunerkrankungen Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und ein Schwächegefühl charakteristisch.

Oft sind sie jedoch so unspezifisch, dass sie zu Beginn der Erkrankung erst einmal fehlgedeutet werden, bis sich weitere Beschwerden hinzugesellen und konkretere Hinweise auf eine Autoimmunerkrankung geben. Dies kann unter Umständen Wochen und sogar Monate dauern und dem Betroffenen eine Odyssee von Arzt zu Arzt bescheren, bis er schließlich die genaue Ursache für seine Beschwerden erfährt.

Wie stellt man eine Autoimmunerkrankung fest?

Um eine Autoimmunerkrankung eindeutig nachzuweisen, bedarf es in der Regel einer umfangreichen Diagnostik, bei der unterschiedliche Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen. Wichtig sind zunächst eine ausführliche Anamnese mit einer möglichst genauen Symptombeschreibung sowie eine eingehende körperliche Untersuchung.

Außerdem kommen in den meisten Fällen bildgebende Verfahren zur Anwendung und es wird eine Laboruntersuchung durchgeführt. Selten ist eine feingewebliche Untersuchung von befallenen Organen oder Geweben notwendig (Biopsie).

Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Szintigraphie Computer- und/oder Magnetresonanztomographie können charakteristische Veränderungen an den betroffenen Organen, Gelenken bzw. Geweben festgestellt und begutachtet werden.

Blutwerte bei Autoimmunerkrankung

Eine Blutuntersuchung dient insbesondere der Bestimmung von Entzündungswerten (CRP-Wert sowie die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die beide bei einer Entzündung erhöht sind) sowie dem Nachweis von Autoantikörpern im Blut. Da die meisten Autoimmunerkrankungen ein jeweils für sie typisches Autoantikörper-Profil haben, haben Autoantikörper einen hohen Stellenwert in der Diagnostik von Autoimmunerkrankungen.

Gleichwohl reicht ein erhöhter Antikörperspiegel allein nicht aus, um eine Autoimmunerkrankung sicher festzustellen. Umgekehrt kann es sein, dass (erst einmal) keine Autoantikörper nachweisbar sind, auch wenn andere diagnostische Verfahren eine Autoimmunerkrankung nahelegen. Erst das Gesamtbild der verschiedenen Untersuchungsergebnisse zeigt an, ob eine Autoimmunerkrankung vorliegt oder nicht.

Spezielle diagnostische Verfahren der ganzheitlichen Therapie finden Sie unter Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis.

Welcher Arzt behandelt Autoimmunerkrankungen?

Autoimmunerkrankungen werden, je nach betroffenem Organ oder Organsystemen, von unterschiedlichen Fachärzten behandelt. Dazu gehören vor allem Rheumatologen, aber auch Internisten, Dermatologen, Endokrinologen und Neurologen.

Zudem kann (und sollte), je nach Komplexität des Krankheitsbildes, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig sein. Idealerweise wird die fachärztliche Behandlung von einer umfassenden Betreuung durch einen ganzheitlich orientierten Therapeuten ergänzt, der eine Behandlung grundsätzlich individuell auf den Betroffenen abstimmt. Denn die schulmedizinische Behandlung ist vor allem symptomatisch ausgerichtet und lässt die persönliche Krankheitsgeschichte des Betroffenen oft außer Acht – egal, von welchem Facharzt sie durchgeführt wird.

Behandlung einer Autoimmunerkrankung

Eine wenige Autoimmunerkrankungen werden mit speziellen Medikamenten behandelt, so etwa eine Hashimoto-Thyreoiditis mit Schilddrüsenhormonen zum Ausgleich des Schilddrüsenhormonmangels.

Prinzipiell geht der schulmedizinische Therapieansatz davon aus, dass eine Autoimmunerkrankung nicht heilbar ist. Dementsprechend steht vor allem das Ziel im Vordergrund, Beschwerden zu lindern bzw. den Krankheitsverlauf zu mildern. Hierfür kommen sogenannte Immunsuppressiva zum Einsatz, die die Aktivität des Immunsystems unterdrücken.

Dadurch werden jedoch nicht nur die überschießenden Immunreaktionen gedämpft, sondern auch die für den Körper so wichtige Abwehrfunktion, sodass die Gefahr für (schwer verlaufende) Infektionen steigt. Hinzu kommen zahlreiche Nebenwirkungen, die bis zur Schädigung von Organen reichen können.

In schweren und bedrohlichen Fällen mag dieses Vorgehen durchaus gerechtfertigt sein. Ohne Zweifel kann es ein großer Erfolg sein, wenn sich körperliche Krankheitssymptome, also organische Manifestationen einer tieferliegenden Störung, nicht mehr zeigen.

Häufig angewendete Medikamente sind:

• Kortison in unterschiedlicher Dosierung vor allem als Akuttherapie, mitunter auch zur Langzeitbehandlung
• Immunsuppressiva als Basistherapie (zum Beispiel Methothrexat, Ciclosporin, Azathioprin)
• Biologika (zum Beispiel TNF-alpha-Hemmer, der monoklonale Antikörper Rituximab)

Ist eine Autoimmunerkrankung heilbar?

Die entscheidende Frage am Anfang der Behandlung sollte sein: Wen oder was müssen wir behandeln? Das betroffene Organ, das sekundär durch ein irritiertes Immunsystem erkrankt ist? Das Immunsystem selbst – aber wie? Bisher kann es mit schulmedizinischer Medikation nur unterdrückt werden. Den gesamten Menschen? Aber wie und woran erkennen wir, dass er geheilt, statt nur wieder „der Alte“ ist, also der, der ursprünglich erkrankte? Wie können wir in der Therapie bei chronisch kranken Menschen zum Beispiel auf belastende familiäre und berufliche Gesichtspunkte heilsam einwirken?

Mitte der 1970er-Jahre hat sich die wenig beachtete Fachrichtung Psychoneuroimmunologie etabliert (seit Mitte der 1990er-Jahre Neuro-Endokrino-Immunologie genannt). Sie untersucht die Auswirkungen psychischer Stressoren (Stimmung, Wahrnehmung, Lebensumstände etc.) auf das Immunsystem und das gesamte Befinden des Menschen. Nerven- und Immunsystem beeinflussen und steuern sich wechselseitig.

Die Weichen für spätere Krankheiten werden gerade in der frühen Kindheit gestellt. Die Fähigkeit „selbst“ von „fremd“ zu unterscheiden, erlernen die T-Zellen des Immunsystems lange vor der Geburt bis zur Pubertät in der Thymusdrüse. Affekt (automatisch mit Gefühlen verbundener Ausdruck) und Affektkontrolle, also wie wir in der Welt sind mit Humor, Freude, Moral und Ethik, werden von der rechten Gehirnhälfte geprägt und in den ersten eineinhalb Lebensjahren zu 80% ausgebildet.

Emotional zu leben lernen wir also, bevor das Denken beginnt. Die linke Gehirnhälfte schafft zeitversetzt Begrifflichkeit und Selbstbilder. Diese Selbstbilder sind es, die uns als Erwachsene einschränken und uns ein einfältiges statt vielfältiges und zufriedenes Leben bescheren.

Selbst-Erkenntnis und Selbst-Bewusstsein entwickeln sich also in der Kindheit. Ein gestörtes psychisches Selbstbewusstsein und ein Selbstbewusstsein auf der Ebene der Körperzellen (biochemisch durch MHC-Proteine repräsentiert) bedingen sich gegenseitig. Diese Tatsache hat weitreichende Konsequenzen für erfolgversprechende Therapiekonzepte.

Ein Ziel der Therapie sollte neben der Behandlung physischer Dysregulation auch sein, den Menschen, dessen Immunsystem eigene Organe angreift und zerstört, dabei zu unterstützen, sich selbst wieder zu erkennen und neu kennenzulernen: herauszufinden, wer gemeint ist, wenn der oder die Betreffende „ICH“ sagt.

Selbstbilder und überholte Lebensgewohnheiten müssen dabei häufig in Frage gestellt werden. Manchmal ertönt Un-Erhörtes wieder, wofür die Sinne im Laufe der Sozialisierung taub geworden sind, und erinnert an die individuellen, eigen-artigen Wünsche, Bedürfnisse und Aufträge, die jeder ins Leben mitbringt und nur selbst verwirklichen kann.

Krankheit ist in diesem Fall nicht nur Ausdruck und Resultat vergangener Ereignisse, sondern weist auch wie ein Gestaltungsauftrag in die Zukunft. Sie erweist sich oft als (Um-)Weg, um dringend Notwendiges im Leben zu verwirklichen. Fragen, die in diesem Zusammenhang therapeutisch wichtig werden – und häufig von Therapeuten und Patienten nicht gestellt werden –, zielen darauf ab zu verstehen, was diese Unterbrechung im gewohnten Lebenslauf zu bedeuten hat.

Was möchte noch von mir gelebt werden? Wofür bin ich auf dieser Welt? Welchen Sinn gebe ich meinem Leben – mit und ohne Kranksein? Was hat sich durch die Krankheit für mich positiv verändert („mehr Zeit für mich“ / „gesehen werden.“ / „aussteigen aus unbefriedigender Lebenssituation“), und wie kann ich das verwirklichen, ohne krank zu sein?

In der Therapie kommen ungewohnte sinnliche Erfahrungen zur Reife, um wieder entscheiden zu können, wie ich meine Aggression einsetzen kann – Aggression nicht als Feindseligkeit, sondern als Fähigkeit, auf das zuzugehen, was mir gut tut, von dem wegzugehen, was mir schadet, oder gegen das anzugehen, was mich bedroht.

Die Aggression ist eine Eigenschaft, die den Menschen mit dem Tier verbindet und von Pflanze und Mineral unterscheidet. Sie ist die Fähigkeit zum Ortswechsel, die dem Erkrankten abhanden gekommen ist. Wenn der eigenen Kraft keine Richtung gegeben wird, wendet sie sich gegen einen selbst. Im Fall der Autoaggression ist der Mensch fixiert auf das ‚Dagegen‘, anstatt die Verantwortung zu übernehmen, indem er andere Menschen, Lebenssituationen, Lebensweisen und Orte aufsucht, die seinen Bedürfnissen besser gerecht werden – oder sie verlässt, wenn sie ihm schaden.

Die Orientierungslosigkeit, die sich in der Krankheit mikrokosmisch auf Zellebene widerspiegelt, hat ihre Entsprechung im makrokosmischen Bereich des gestörten Beziehungslebens, das heißt in der Beziehung zu sich selbst, zu den Mitmenschen, der umgebenden Natur und zu einer allumfassenden, größeren Ordnung. So ist Krankheit immer auch ein Aufruf der Natur, wieder in die Ordnung zu kommen.

Hier sind Therapeuten aller Fachrichtungen aufgefordert, neben der oft notwendigen Arzneitherapie weitere Möglichkeiten zu schaffen, den kranken Menschen in der Anamnese und der folgenden Therapie heil werden zu lassen.

Heilung bedeutet in diesem Sinne, sich an seine Ganzheit zu erinnern – an das, was der Mensch im Prinzip (lat.: ad principium = von Anfang an) vor seinen Identifikationen war und wollte und jetzt dringend zu einem befriedigenden und gesünderen Leben braucht.

Wir erleben in unserer heutigen (urbanen) Welt immer häufiger das Phänomen, dass Menschen, die voneinander abhängig sind, sich gegeneinander wenden. Im Fall von Autoimmunerkrankung stehen wir vor einer neuen Dimension dieser krankhaften Tendenz, nämlich, dass sich der Einzelne aus unbewusster Hilf- und Orientierungslosigkeit gegen sich selbst wendet (in der Psychologie ist dieses Phänomen ebenfalls bekannt unter der Bezeichnung Retroflektion).

Wenn wir diesen Umstand nicht berücksichtigen und in die Therapie einbeziehen, werden wir auf das Wesen von Autoimmunerkrankung keinen Einfluss nehmen können und mit unseren selbstbeschränkten medizinischen Möglichkeiten an der Peripherie des Krankheitsgeschehens bleiben.

Das hier Gesagte soll keinesfalls den Anschein erwecken, die sogenannte Schulmedizin hätte keinen berechtigten Platz in der Therapie der Autoimmunerkrankungen. Zugleich bin ich aber der Meinung, dass Simultanbehandlung (z. B. Allopathie + Homöopathie  + Psychotherapie) und manchmal auch homöopathische Monotherapie für den Patienten mehr Nutzen bringen können, als das in der Behandlung heute der Fall ist. Aus diesem Grund setze ich mich für eine Therapie ein, die nicht nur körperliche Parameter als Heilungskriterien berücksichtigt.

Die klassische Homöopathie und verschiedene psychotherapeutische Verfahren haben sich in meiner Praxis bei vielen Fällen von Autoimmunerkrankung gut bewährt, auch und gerade bei schweren Pathologien. Der Vorteil liegt nicht nur in der oft schnellen Linderung der beschwerlichen Akutsymptomatik.

Vielmehr kann ich in der erwähnten prämorbiden Persönlichkeitsstruktur der Patienten immer wieder erstaunliche Wirkungen und Veränderungen beobachten – eben bei jenen Faktoren, die die Krankheit ursprünglich ausgelöst haben, heute aufrechterhalten und immer wieder zu neuen Ausbrüchen führen.

Vor diesem Hintergrund gibt es in der heutigen Medizin noch viel zu tun, um ungewöhnlichen Krankheiten angemessen zu begegnen. Vor allem aber können wir alle noch viel lernen im achtsamen, freundlichen Umgang mit uns selbst, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt – es lohnt sich.

Ernährung bei Autoimmunerkrankung

Für viele Patienten mit einer Autoimmunerkrankung hat die Ernährung nicht nur eine kulinarische, sondern vor allem eine therapeutische Bedeutung: Zahlreiche Studien belegen, dass direkt auf den Krankheitsverlauf einer Autoimmunerkrankung Einfluss genommen werden kann, wenn bestimmte Lebensmittel gemieden und andere bevorzugt verzehrt werden. Wichtig ist, den Körper zum einen ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und sich zum anderen bewusst anti-entzündlich zu ernähren.

Anti-entzündliche Ernährung bei Autoimmunerkrankung

Eine anti-entzündliche Ernährung zielt darauf ab, den autoimmunbedingten Entzündungsvorgängen im Körper buchstäblich den Nährboden zu entziehen. Die positiven Effekte machen sich oft schon wenige Wochen nach der Ernährungsumstellung bemerkbar: Akute Entzündungszeichen lassen nach, die Schmerzen werden weniger – und nicht selten kann auch die Dosis der Medikamente verringert oder sogar ganz auf sie verzichtet werden.

Hierfür gilt es, möglichst wenig Lebensmittel zu verzehren, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe entzündungsfördernd wirken und bevorzugt die Nahrungsmittel zu essen, die auf Entzündungsprozesse hemmend wirken. Dementsprechend ist eine anti-entzündliche Ernährungsweise zum Beispiel reich an pflanzlichen Antioxidantien und gesunden Omega-3-Fettsäuren, jedoch enthält sie nur wenig entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren, allen voran die zu den Omega-6-Fettsäuren gehörende Arachidonsäure, die vor allem in Fleisch enthalten ist. Wie sich eine anti-entzündliche Ernährung im Einzelnen zusammensetzt, erfahren Sie unter: Richtige Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis

Individuelle Ernährungsberatung bei Autoimmunerkrankung

Viele Autoimmunerkrankungen gehen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit einher. Manchen liegt eine Darmdysbiose oder ein „durchlässiger Darm“ bzw. ein Leaky-Gut-Syndrom zugrunde, bei anderen, allen voran bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, ist eine gestörte Barrierefunktion der Darmschleimhaut Teil des Krankheitsbilds.

Hinzu kommen Unverträglichkeiten, die überwiegend in der akuten Phase einer Autoimmunerkrankung auftreten, in Zeiten mit weniger oder gar keinen Beschwerden jedoch wieder verschwinden. In all diesen Fällen empfiehlt sich eine individuelle Ernährungsberatung, die gegebenenfalls zumindest in den ersten Wochen und Monaten Bestandteil der Therapiestrategie sein sollte.

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