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Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Streptokokken-Angina und Scharlach

Die Streptokokken-Angina und Scharlach gehören zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter. Bei Eltern sind sie gefürchtet – häufig aber ganz zu Unrecht, denn eine Streptokokken-Angina führt nur in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen. Dazu zählen vor allem das rheumatische Fieber mit einer Herzmuskelentzündung und die akute Glomerulonephritis, also eine Entzündung der Nieren. Kann das mit alternativen Heilmethoden verhindert werden?

Die zügige Gabe von Antibiotika gegen Streptococcus pyogenes und Fieber ist in den allermeisten Kinderarztpraxen noch die Regel. Was viele Eltern nicht wissen: Auch eine homöopathische Therapie kann helfen, eine Streptokokken-Angina, Scharlach und das einhergehende Fieber schnell in den Griff zu bekommen und Rückfällen vorzubeugen.

Nicht nur bei Kindergartenkindern oder in der Krabbel-Gruppe lässt sich der mögliche Kontakt beziehungsweise Infektionen mit Streptokokken kaum vermeiden. Ein Infektionsschutz mit dem Erreger ist also nahezu unmöglich. Tatsächlich tragen etwa 20 Prozent der Deutschen Streptokokken bereits in sich, ohne jemals die typischen Krankheitssymptome auszubilden.

Kritisch sind sie jedoch erst dann, wenn eine große Zahl vom Erreger auf ein geschwächtes Immunsystem trifft. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass die Streptokokken-Angina und Scharlach häufig in den Wintermonaten auftreten.

Symptome

Etwa zwei bis vier Tage nach der Tröpfchen-Infektion machen sich die klassischen Symptome bemerkbar:

  • Halsschmerzen, Halsentzündung mit Schluckbeschwerden (eine Rachenentzündung oder Pharyngitis)
  • plötzlicher Fieber-Anstieg
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen (häufig bei Kindern)
  • deutlich reduzierter Allgemeinzustand

Nur wenn sich zusätzlich eine „Himbeerzunge“, ein Ausschlag auf der Mundschleimhaut (Enanthem) oder rote Flecken auf Körper und Gesicht (Exanthem) zeigen, spricht man von Scharlach.

Komplikationen

Komplikationen, wie die akute Entzündung der Nieren (Glomerulonephritis) mir Erythrozyten und Protein im Urin und rheumatisches Fieber, treten in der Regel erst 1-5 Wochen nach der Streptococcus-Infektion auf. Eine durch Streptokokken verursachte Nierenentzündung zeigt sich typischerweise durch morgendliche Augenlidschwellungen, Harnverhalten, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, erhöhten Blutdruck, rötlich-braun verfärbten Urin und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Auf rheumatisches Fieber deuten Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, starke Temperaturerhöhung, rasch wandernde Gelenkschmerzen (vor allem in großen Gelenken) oder extreme Berührungsempfindlichkeit hin.

Was tun?

Wenn Sie als Eltern eine Streptokokken-Infektion bzw. entsprechenden Folge-Erkrankungen vermuten, gilt es zunächst einmal, Ruhe zu bewahren und fachkundige Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Antibiotische Therapie?

Eine sofortige Antibiotika-Therapie, z.B. mit Erythromycin gegen die (mögliche) Infektion und das Fieber ist in vielen Fällen nicht unbedingt nötig und aufgrund ihrer schädlichen Nebenwirkungen oft auch nicht ratsam. Zudem führt dieses Vorgehen bei Kindern häufig zu Rückfällen. Eine Antibiotika-Therapie gilt in vielen Arztpraxen immer noch als das Mittel der Wahl bei einer Streptokokken-Infektion und Scharlach.

Doch in vielen Fällen kehren die Symptome bereits nach kurzer Zeit wieder zurück, sodass eine erneute Behandlung nötig ist. Ein gefährlicher Teufelskreis, in dem das Immunsystem Ihres Kindes zusehends geschwächt wird. Die Naturheilkunde bietet hier wirkungsvolle Alternativen sowie Methoden, um ein durch Antibiotika angegriffenes Immunsystem wieder aufzubauen und gegen den Erreger zu stärken.

Krankheitsverlauf

In meiner Praxis für Homöopathie und Psychotherapie hat sich die Erfahrung bestätigt, dass die Symptome einer Infektion durch beta-hämolysierende Streptokokken (Streptococcus pyogenes) sowie Scharlach auch ohne die Gabe von Antibiotika (z.B. Erythromycin) in den meisten Fällen nach wenigen Tagen abklingen können. Darüber hinaus gibt es tatsächlich keine Hinweise darauf, dass eine antibiotische Therapie eine Entzündung der Nieren infolge von Infektionen verhindern kann (Del Mar 2002).

Laut Statistik heilt die Streptokokken-Angina in mehr als 90 Prozent der Fälle spontan und folgenlos aus. Bei 50 Prozent der Patienten verläuft sie sogar asymptomatisch, d. h. ohne jegliche Beeinträchtigung der Betroffenen. Ähnlich verhält sich die Situation bei rheumatischem Fieber, das nur 1-3 Prozent der Streptokokken-Patienten entwickeln.

Veraltete Studien aus den 50er Jahren weisen zwar darauf hin, dass die Verabreichung von Antibiotika das Auftreten dieser Folgeerkrankung einer Infektion durch beta-hämolysierende Streptokokken (Streptococcus pyogenes) reduziert – aktuelle Metaanalysen konnten den Effekt jedoch nicht bestätigen.

In vielen Fällen bilden sich die typischen Symptome innerhalb von 3 Wochen spontan zurück. Studien aus Frankreich zeigen, dass die Gefahr einer mit der Erkrankung in Zusammenhang stehenden Herzklappenentzündung nur bei 5 von 1 Million Schulkindern auftritt – und damit verschwindend gering ist.

Als Heilpraktiker habe ich schon Fälle erlebt, in denen mehr als 10-mal im Jahr eine Streptokokken-Angina (Streptococcus pyogenes) bei Kindern diagnostiziert wurde und diese jeweils mit Antibiotika behandelt wurde. Durch das im Zuge der Antibiotika-Therapie geschwächte Immunsystem sind die Abwehrkräfte hier bei erneutem Kontakt mit Streptokokken nicht stark genug, diese abzuwehren. Die Bakterien haben damit ein leichtes Spiel.

Alternative Therapie

Um diesem Kreislauf zu entkommen, ist es also unbedingt nötig, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Eine Schlüsselrolle spielt dabei unser Verdauungssystem. Fast 80 Prozent unserer Immunzellen befinden sich im Darm. Zusätzlich sorgen Billionen von Mikroorganismen hier normalerweise dafür, dass unser Körper vor ungesunden Einflussfaktoren geschützt ist und lebensnotwendige Vitamine und Nährstoffe richtig aufnehmen kann.

Eine Antibiotika-Therapie tötet nicht nur die Streptokokken, sondern auch viele nützliche Bakterien und reizt die empfindlichen Zellwände. Schädliche Organismen können sich dadurch leichter vermehren und über die Darmzellen in den Blutkreislauf gelangen (Leaky-Gut-Syndrom). In Folge dessen leiden viele Kinder und Erwachsene nach einer Antibiotika-Therapie unter Durchfall sowie einer generell erhöhten Infektanfälligkeit.

Aufbau der körpereigenen Abwehrkräfte mit Homöopathie

Eine individuell abgestimmte Therapie mit homöopathischen Mitteln kann dem gegenüber eine schonende, nachhaltige Alternative sein, um eine Infektion durch beta-hämolysierende Streptokokken sowie seltene Komplikationen natürlich ausheilen zu lassen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die homöopathische Arznei auf die persönliche Konstitution des jeweiligen Patienten abgestimmt wird.

Insbesondere bei Kindern, die schon häufiger eine Streptokokken-Angina durch Streptococcus pyogenes hatten, halte ich als Heilpraktiker eine homöopathische Betreuung über einen längeren Zeitraum für empfehlenswert.

Die Darmflora als Basis des Immunsystems

Wurden bereits Antibiotika gegen Streptokokken verschrieben, hilft die Gabe sogenannter Synbiotika, unerwünschte Nebenwirkungen zu lindern und eine gesunde Darmflora wieder herzustellen. Dabei handelt es sich um neuartige Nahrungsergänzungsmittel, die die Wirksamkeit von Probiotika und Präbiotika kombinieren. Sie beinhalten also sowohl Bakterien, die für eine normale Verdauung unbedingt nötig sind, als auch Nährstoffe, durch die sich die kleinen Helfer richtig wohlfühlen und gut ausbreiten können.

Bösartige Erreger wie Streptococcus pyogenes werden auf diesem Wege verdrängt und haben kaum noch Chancen, die Darmbarriere zu überwinden. Zudem verbessert sich die Verdauung und damit die Gesundheit sowie das allgemeine Wohlbefinden des Patienten. Die Wirksamkeit der Synbiotika bei  Streptococcus wurde bereits durch verschiedene Studien belegt.

Kinderkrankheiten stärken das Immunsystem

Anders als in der Schulmedizin, die vor allem auf die Beseitigung von Symptomen abzielt, geht es den ganzheitlichen Therapiemöglichkeiten der Naturheilkunde immer auch darum, die individuellen Widerstandsressourcen zu stärken. Für Familien bedeutet das, Kranksein in einem zumutbaren Maße durchaus das ein oder andere Mal ertragen zu lernen.

Mit Antibiotika gilt es zudem schon allein vor dem Hintergrund sparsam umzugehen, dass es schnell zu Resistenzen kommen kann. Diese sind vor allem dann problematisch, falls Ihr Baby oder Kind aufgrund einer schweren Infektion eines Tages tatsächlich auf die Einnahme solcher Medikamente angewiesen ist.

Mit meiner vielseitigen Erfahrung als Heilpraktiker in München begleite ich Sie gern dabei, als Familie diese klassische Kinderkrankheit gut zu überstehen und das Immunsystem kleiner Patienten für die zukünftigen Herausforderungen des Lebens zu stärken.