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Hashimoto in der Schwangerschaft

Von Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Dr. Nicole Schaenzler, Medizinredakteurin

Aktualisiert am 19. Juni 2026

Alle Inhalte werden von medizinischen Fachjournalistinnen überprüft.
Qualitätsrichtlinien des Redaktionsteams

Viele Frauen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis fragen sich, ob eine Schwangerschaft möglich ist – und wenn ja, welche Besonderheiten sie beachten müssen. Die gute Nachricht vorweg: Eine Hashimoto-Erkrankung schließt eine gesunde Schwangerschaft nicht aus. Dennoch braucht es gerade in dieser sensiblen Lebensphase besondere Aufmerksamkeit, regelmäßige Kontrollen und eine individuell abgestimmte Hormontherapie.

Inhaltsverzeichnis

  • Warum steigt der Hormonbedarf?
  • Kann ich trotz Hashimoto schwanger werden?
  • Wann ist eine Behandlung mit L-Thyroxin notwendig?

Warum steigt der Hormonbedarf?

Schon zu Beginn der Schwangerschaft richtet sich die mütterliche Schilddrüse darauf ein, dass sie in den nächsten Monaten deutlich mehr Schilddrüsenhormone produzieren muss – auch, weil das Ungeborene zunächst mitversorgt werden muss. Erst ab dem 2. Trimenon kann die Schilddrüse des ungeborenen Kindes selbst Hormone bilden. Dementsprechend muss die Schilddrüse der Schwangeren einen Mehrbedarf an Schilddrüsenhormonen von fast 50 Prozent decken.

Aber auch die werdende Mutter selbst ist auf eine ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen angewiesen, damit die verschiedenen Stoffwechselvorgänge, die nun auf Hochtouren laufen, reibungslos ablaufen können und während der Schwangerschaft keine Komplikationen auftreten. Umso wichtiger ist es, eine Schilddrüsenunterfunktion der werdenden Mutter möglichst frühzeitig zu diagnostizieren und gegebenenfalls zu behandeln.

Vereinbaren Sie dazu gerne einen Termin beim Hashimoto-Experten in München:

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Kann ich trotz Hashimoto schwanger werden?

Eine Autoimmunthyreoiditis ist kein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch, allerdings sollten die Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) bereits bei der Planung einer Schwangerschaft im Normbereich liegen. Denn es ist enorm wichtig, eine mütterliche Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft zu vermeiden, andernfalls wird das Ungeborene nicht ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt – und dies kann seine körperliche und geistige Entwicklung erheblich beeinträchtigen. Zudem steigt das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt.

Wann ist eine Behandlung mit L-Thyroxin notwendig?

Inwieweit eine Behandlung mit L-Thyroxin zum Ausgleich des Mangels an Schilddrüsenhormonen notwendig ist, richtet sich vor allem danach, ob eine latente (subklinische) oder eine manifeste Form der Schilddrüsenunterfunktion vorliegt und ob spezielle Antikörper nachgewiesen wurden, die auf eine Hashimoto-Thyreoiditis schließen lassen.

TSH-Wert zwischen 2,5 und 4,0 mU/l

Latente Schilddrüsenunterfunktion mit positivem Test auf TPO-Antikörper: Bei TSH-Werten zwischen 2,5 und 4,0 mU/l kann die Ärztin oder der Arzt Thyroxin zu verordnen, bei TSH-Werten über 4,0 mU/l ist eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen auf jeden Fall erforderlich.

TSH-Wert über 4,0 mU/l

Latente Schilddrüsenunterfunktion mit negativem Test auf TPO-Antikörper: In diesem Fall wird in der Regel erst dann, wenn der TSH-Wert über 4,0 mU/l liegt, eine Behandlung mit Thyroxin erwogen.

TSH-Wert über 10,0 mU/l

TSH-Werte über 10,0 mU/l sind immer behandlungsbedürftig, unabhängig davon, ob Antikörper nachweisbar sind bzw. die Schwangere Symptome verspürt oder nicht.

Warum fühlen sich viele Frauen mit Hashimoto in der Schwangerschaft besser?

Ist eine gute hormonelle Einstellung gewährleistet, fühlen sich viele Frauen während der Schwangerschaft mit einer Autoimmunthyreoiditis sogar deutlich besser. Dies geht nicht zuletzt auf den kontinuierlichen Anstieg des weiblichen Hormons Progesteron zurück.

Dennoch sollten die Schilddrüsenhormone regelmäßig, am besten alle vier bis sechs Wochen, kontrolliert werden, um eine Veränderung der Werte rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls therapeutisch gegensteuern zu können.

Welche Veränderungen treten nach der Geburt auf – und was ist beim Stillen zu beachten?

Nach der Entbindung kommt es bei der Mutter häufig zu einem Anstieg der spezifischen Antikörper einer Hashimoto-Thyreoiditis. Deshalb sind auch in den ersten sechs Monate nach der Geburt regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Mitunter werden im Blut des Neugeborenen TPO-Antikörper nachgewiesen, die über die Plazenta (Mutterkuchen) übertragen wurden. Diese werden in den ersten Lebensmonaten jedoch vollständig abgebaut.

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Über den Autor

Markus Breitenberger, Heilpraktiker für Naturheilkunde in MünchenMarkus Breitenberger, Heilpraktiker für ganzheitliche Medizin mit Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen, Schilddrüse, hormonelle Beschwerden und chronische Erschöpfung

Markus Breitenberger führt seit über 25 Jahren eine eigene Praxis für Komplementärmedizin in München. In seiner Arbeit verbindet er naturheilkundliche Erfahrung mit einer wissenschaftlich fundierten Analyse von Symptomen, Laborwerten und möglichen Ursachen chronischer Beschwerden. Sein Wissen teilt er regelmäßig in Ratgeber- und Fachartikeln. Zudem ist er Buchautor von zwei Gesundheitsratgebern, die im Gräfe und Unzer Verlag erschienen sind.

Erfahren Sie mehr über Markus Breitenberger und seine Praxisphilosophie.

Alle Ratgeber-Artikel werden wissenschaftlich überprüft von Dr. Nicole Schaenzler (Medizinredakteurin).

Transparenz- & Gesundheitshinweis

Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche oder heilpraktische Diagnose. Laufende ärztliche Behandlungen oder verordnete Medikamente sollten Sie niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt unterbrechen oder absetzen. Bei akuten oder sich verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Notruf.

Quellen

G. Zetting, W. Buchinger Schilddrüse und Schwangerschaft in: Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel (März 2009)

Jeannine Schübel et al.: Latente Hypothyreose des Erwachsenen, in: Deutsches Ärzteblatt international (Juni 2017)

Sofia Gill et al.: Evaluating the progression to hypothyroidism in preconception euthyroid peroxidase antibody-positive women in: The Journal of clinical endocrinology and metabolism (September 2022)

Kategorien: Schilddrüse

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Praxis Markus Breitenberger
Heilpraktiker
Klenzestraße 60
80469 München

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