Viele Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis erleben trotz unveränderter Ernährung eine unerklärliche Gewichtszunahme – und haben gleichzeitig große Schwierigkeiten, wieder abzunehmen. Diese körperliche Veränderung ist nicht nur medizinisch relevant, sondern stellt auch eine emotionale Belastung dar. Der Grund liegt in der Hormonlage: Durch den Mangel an Schilddrüsenhormonen verlangsamt sich der Stoffwechsel deutlich. Doch es gibt Möglichkeiten, unterstützend gegenzusteuern.
Inhaltsverzeichnis
Warum erschwert Hashimoto die Gewichtskontrolle?
Die Zunahme an Gewicht, ohne dass sich die Ernährungsgewohnheiten geändert haben, ist bei einer Autoimmunthyreoiditis ein häufiges – und für die Betroffenen oftmals sehr belastendes – Symptom. Typisch ist auch, dass es ausgesprochen schwerfällt, die überschüssigen Pfunde wieder abzubauen.
Wichtigster Grund ist der Mangel an Schilddrüsenhormonen infolge der Funktionsbeeinträchtigung der chronisch entzündeten Schilddrüse: Fehlen Schilddrüsenhormone, ist der Stoffwechsel verlangsamt und der Grundumsatz sinkt, sodass der Körper nun weniger Energie – und damit auch weniger Kalorien benötigt.
Die überschüssigen Kalorien werden dann als Fett im Körper gespeichert. Und da Schilddrüsenhormone auch an der Fettverbrennung beteiligt sind, gelingt es bei einem Schilddrüsenhormonmangel kaum mehr, das überschüssige Fett wieder loszuwerden.
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Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen beeinflusst zahlreiche Stoffwechselprozesse:
- Der Grundumsatz sinkt, sodass der Körper weniger Energie benötigt.
- Überschüssige Kalorien werden leichter als Fett gespeichert.
- Die Fettverbrennung wird durch den Hormonmangel gehemmt.
- Der gestörte Kohlenhydratstoffwechsel kann eine Insulinresistenz begünstigen.
- Ein erhöhter Blutzuckerspiegel erschwert zusätzlich den Fettabbau.

Was hilft beim Umgang mit der Gewichtszunahme?
Auch der Kohlenhydratstoffwechsel ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion gestört. Dadurch nehmen die Zellen des Körpers weniger Glukose auf – und der Blutzuckerspiegel steigt an. Dies wiederum kann eine Insulinresistenz (und dementsprechend auch ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes) zur Folge haben: Die Zellen reagieren weniger empfindlich auf Insulin – und die Störung der Glukoseaufnahme verschärft sich.
Umso wichtiger ist eine ausgewogene kalorien- und kohlenhydratbewusste Ernährung, die den Energiebedarf deckt und gleichzeitig den Stoffwechsel ankurbelt. Unterstützend wirken regelmäßige körperliche Aktivität und Entspannungsmethoden für eine bessere Stressbewältigung – denn auch Stress kann den Stoffwechsel negativ beeinflussen und damit die Gewichtsabnahme erschweren.
Um den Stoffwechsel wieder anzuregen und das Gewicht besser zu regulieren, sind mehrere Maßnahmen hilfreich:
- Regelmäßige körperliche Aktivität, z. B. moderates Ausdauertraining, Krafttraining oder Yoga.
- Stressmanagement und Entspannungsmethoden, wie Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung.
- Intervallfasten, z. B. nach dem 16:8-Prinzip, bei dem man nur innerhalb eines achtstündigen Zeitfensters isst.
Manche Hashimoto-PatientInnen profitieren besonders von Intervallfasten: Zwischen den Mahlzeiten werden, je nach Methode, längere Pausen eingelegt. Beispielsweise isst man beim 16:8-Fasten nur in einem Zeitfenster von acht Stunden am Tag, in der restlichen Zeit (16 Stunden am Stück) wird nichts gegessen. Das Trinken von kalorienfreien Getränken wie Wasser oder ungesüßter Tee ist aber weiterhin erlaubt.
Fazit
Bevor Sie Ihre Ernährung oder Ihren Lebensstil grundlegend verändern, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Therapeuten. Eine individuelle Begleitung stellt sicher, dass Ihre Behandlung weiterhin optimal auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.
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Weiterführende Artikel zum Thema:
- Hashimoto-Thyreoiditis (Übersicht)
- Selbsttest Hashimoto
- Diagnose & Behandlung
- Hashimoto & Ernährung
- Hashimoto & Schwangerschaft
- Erfahrungsbericht: Wie mit der Diagnose Hashimoto umgehen?
Quelle:
Helga Brettschneider: Schon gering erhöhtes TSH beeinflusst das Gewicht, in: ÄrzteZeitung (November 2006) – Zugriff am: 18.08.2025
Autoren:
Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath. Seit über 25 Jahren behandelt er in eigener Praxis schwerpunktmäßig Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Er ist Autor von “Hashimoto ganzheitlich behandeln” und “Autoimmunerkrankungen in den Griff bekommen” sowie zahlreicher medizinischer Fachartikel.
Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Leiterin der Redaktion eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.