Liebe zeigen

Den eigenen Gefühlen Ausdruck verleihen zu können, ist eine Gabe. Sie wird uns in die Wiege gelegt, weil sie vor allem in den ersten Lebensjahren überlebenswichtig ist. Noch bevor wir laufen und sprechen, lernen wir, Bedürfnisse und Gefühle zu zeigen: Hunger und Durst, Angst und Freude, aber auch unser innerstes Bedürfnis nach Nähe, Aufmerksamkeit und Liebe. Dennoch haben nicht alle von uns das Glück, in einem Umfeld aufzuwachsen, in dem sie diese Liebe ausgiebig erfahren und freimütig zeigen können.

Als Erwachsener fällt es dann umso schwerer, gegenüber dem Partner und vielleicht auch den eigenen Kindern zu kommunizieren, wie viel sie uns eigentlich bedeuten. Als erfahrener Heilpraktiker für Psychotherapie und Paartherapeut in München kann ich ihnen jedoch versichern: Liebe zeugen und zeigen, braucht manchmal Zeit – nehmen wir sie uns für das wichtigste im Leben!

Unsere individuelle Sprache der Liebe

Liebe & Gefühle zeigen
Liebe & Gefühle zeigen

„Ich liebe dich!“, drei große Worte, die ihrer Einfachheit zum Trotze für verschiedene Menschen eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben können. Dem einen gehen sie leicht über die Lippen. Andere brauchen Monate und manchmal Jahre, um in sich hinein zu spüren und schließlich den Mut und das Vertrauen für solch ein intimes Eingeständnis zu fassen. In einer Partnerschaft birgt das Konfliktpotential. Denn wie so oft, sind wir auch in der Liebe schnell geneigt, von uns selbst voreilig auf den anderen zu schließen. Das Verhalten unseres Partners interpretieren wir dann wohl möglich falsch und fühlen uns vielleicht weniger geliebt, als wir tatsächlich sind.

Nicht nur Menschen, denen es schwer fällt, offen über ihre Gefühle zu sprechen, entwickeln mitunter ihre ganz eigene Sprache der Liebe. Sie entzieht sich dem oberflächlichen Blick und wird so oft überhört bzw. übersehen. Liebesbeweise bestehen anstatt aus Worten vor allem aus Gesten – z.B. dem Zuhören, der mühevollen Hingabe im alltäglichen Für-einander-Sorgen oder dem schlichten Annehmen des Anderen, wie er ist.

In meiner Praxis für Paartherapie und Psychotherapie übernehme ich hier oft die Rolle eines Vermittlers und Übersetzers, um Partnern zu helfen, sich sprichwörtlich besser zu verstehen. Dafür muss man lernen sich Auszutauschen und bei diesem Tausch die unterschiedlichen Währungen beachten, die hinter diesen oft stillen Liebesbeweisen stehen und nur aus ganz subjektivem Blickwinkel verständlich werden können.

Überlebensstrategie: Gefühle unterdrücken

Wie wir unsere Gefühle unserem Partner und unseren Kindern gegenüber zeigen, hängt wesentlich von den Erfahrungen ab, die wir selbst im Laufe unserer Kindheit und unseres Erwachsenenlebens sammeln. In Familien, in denen Gefühle schmerzlich selten zur Sprache kommen, liegen die Ursachen manchmal schon Generationen zurück. Die aktuelle Biografie-Forschung belegt das gerade für Deutschland eindrucksvoll.

Vielen Großeltern, die noch in Krieg und Not aufwuchsen, fehlte es nicht nur an Zeit zur emotionalen Reflektion. Gefühle zu verdrängen, war für sie Teil einer Überlebensstrategie. Die Kriegskinder konnten meist nicht über ihr Schicksal sprechen. Eine innere Haltung, die sich nicht einfach ablegen ließ, als sich die Lage in den 50er Jahren langsam verbesserte und die sich dementsprechend in der Kindererziehung auf die folgende Generation der Babyboomer übertrug.

Die Nachkriegskinder waren dadurch emotional oft abgeschnitten und ohne Verbindung zu den eigenen Eltern und haben diesen emotionalen Mangel durch materielle Fülle kompensiert.

Die Kriegsenkel, geb. 1960-1975 haben auffallend viele Probleme dieses Leben im Überfluss zu nehmen und sich darauf einzulassen. Sie spüren die Unsicherheit und die Ängste, die (Ur-)Großeltern im Krieg nicht spüren durften, weil das zu gefährlich war.

Noch bis in die junge Enkelkindergeneration sorgt dieses Defizit an Emotionalität im familiären Miteinander für Verletzungen und Unverständnis. Dass sich Männer zudem besonders oft schwer tun, zärtliche Gefühle zu zeigen, ist dabei kein Klischee. Zu kurz liegen die Zeiten zurück, in denen dies grundsätzlich noch als Zeichen von Schwäche galt.

Lernen Gefühle zu zeigen

In meiner Praxis für Psychotherapie und Paartherapie in München unterstütze ich Sie gern, wenn es Ihnen schwer fällt, Ihre Liebe zu spüren und auszudrücken oder das Thema zu Konflikten und Streit in Ihrer Beziehung führt. Gemeinsam gehen wir den Ursachen auf die Spur. Vor allem aber schauen wir, was Sie im Jetzt tun können, um die Beziehung mit Ihrem Partner auf Basis von tiefem gegenseitigem Verständnis noch liebevoller zu gestalten – in Worten ebenso wie in den Gesten Ihres täglichen Miteinanders.