Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Metabolisches Syndrom: Definition & Behandlung

Das „Metabolische Syndrom“ ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Kombination aus verschiedenen Stoffwechselstörungen und Symptomen. Weil vor allem vier Risikofaktoren beteiligt sind, wird es auch „tödliches Quartett“ genannt. Denn auch wenn es keine spürbaren Beschwerden hervorruft, hat das Metabolische Syndrom über kurz oder lang immer Schäden an den Blutgefäßen zur Folge. Deshalb gilt das Metabolische Syndrom als wesentlicher Auslöser für die koronare Herzkrankheit, aber auch für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Ein Metabolisches Syndrom (metabolisch = stoffwechselbedingt, Syndrom = Symptomkomplex) liegt vor, wenn wichtige Systeme des Körpers nicht mehr reibungslos funktionieren: Der Insulinhaushalt bzw. der Zuckerstoffwechsel und der Fettstoffwechsel sind gestört, der Blutdruck ist erhöht. Das vierte charakteristische Merkmal des Metabolischen Syndroms ist Übergewicht, bei dem sich die Fettdepots vor allem im Bauchraum angesammelt haben.

Jede dieser Faktoren bedingt sich gegenseitig und erhöht das Risiko für Schäden an den Blutgefäßen. Und je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, umso größer ist die Gefahr, dass sich die Blutgefäße arteriosklerotisch verändern: In den Arterien haben sich Ablagerungen gebildet, wodurch es zu einer Verdickung und Verhärtung der Arterienwand kommt. Als Folge entsteht eine Verengung des betroffenen Blutgefäßes, die schließlich in einen Gefäßverschluss münden kann.

Prinzipiell kann sich eine Arteriosklerose an allen Arterien des Kör­perkreislaufs entwickeln. Bestimm­te Gefäßregionen sind jedoch be­sonders häufig betroffen, so z.B. die Herzkranzgefäße, die dann eine koronare Herzkrankheit oder – bei einem vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefäßes – einen Herzinfarkt hervorrufen können. Sind die gehirnversorgenden Gefäße arteriosklerotisch verändert, kann sich ein Schlaganfall entwickeln.

Um diesen schwerwiegenden Folgeerscheinungen vorzubeugen, ist es wichtig, ein Metabolisches Syndrom frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln.

Definition

Ein Metabolische Syndrom besteht, wenn mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllt sind:  Triglyzeride ≥ 150 mg/dl, HDL-Cholesterin ≤ 50 mg/dl bei Frauen und ≤ 40 mg/dl bei Männern (Fettstoffwechselstörung), erhöhter Nüchternblutzucker (≥ 100 mg/dl), Bluthochdruck (≥ 130/85 mmHg) und bauchbetontes Übergewicht. Es ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf Erkrankungen.

Metabolisches Syndrom – ein „Wohlstandsleiden“

Bis Anfang der 1960er Jahre war das Metabolische Syndrom nahezu unbekannt. In den letzten Jahren hat sich das Krankheitsbild jedoch zur Volkskrankheit entwickelt: Schätzungen zufolge ist hierzulande etwa jeder Vierte betroffen. Am häufigsten tritt es in den Jahren zwischen 50 und 64 auf. Doch auch im Alter zwischen 35 und 49 Jahren leiden schon rund 35 Prozent an einem Metabolischen Syndrom. Viele wissen jedoch nicht, dass sie daran erkrankt sind. Denn das Metabolische Syndrom entwickelt sich schleichend über Jahre und bleibt erst einmal symptomlos.

Nach wie vor ist unklar, welche Mechanismen genau an der komplexen Kausalkette hin zum Metabolischen Syndrom beteiligt sind. Sicher ist: Das Metabolische Syndrom ist ein „Wohlstandsleiden“, das untrennbar mit dem Lebensstil der modernen Gesellschaft verknüpft ist. Dabei sind es vor allem zwei Faktoren, die die Entstehung eines Metabolischen Syndroms begünstigen: eine langjährige unausgewogene, energiereiche Ernährung und Bewegungsmangel. „Sichtbares“ Zeichen ist eine Gewichtszunahme bis hin zu schwerem Übergewicht (Adipositas).

Übergewicht

Gemäß der Definition der International Diabetes Federation (IDF) ist zuviel Bauchfett, also das bauchbetonte (abdominelle) Übergewicht (viszerale Adipositas) gewissermaßen der Motor des Metabolischen Syndroms. Bei dieser Beurteilung kommt der Fettverteilung eine entscheidende Bedeutung zu: Haben sich die Fettpolster vornehmlich an Bauch und Taille festgesetzt („Apfeltyp“), muss davon ausgegangen werden, dass sich auch um die inneren Bauchraumorgane wie die Bauchspeicheldrüse oder die Leber viel Fett angesammelt hat.

Im Gegensatz zu dem Fettgewebe, das sich direkt unter der Haut befindet, ist das Bauchfett jedoch ein hoch aktives Gewebe, das sich wie ein eigenständiges Organ verhält. So produziert es z.B. zahlreiche Hormone (Adipokine) und entzündungsfördernde Botenstoffe (z.B. Interleukin-6, Tumor-Nekrose-Faktor Alpha). Auf diese Weise kann es aktiv auf Stoffwechselprozesse Einfluss nehmen und zahlreiche Entzündungsprozesse, z.B. an den Gefäßen, in Gang setzen.

Hinzu kommt, dass eine Wechselwirkung zwischen dem Viszeralfett und der Entstehung einer Insulinresistenz bzw. einem manifesten Diabetes vom Typ 2 besteht. Gleiches gilt für die Entwicklung eines Bluthochdrucks, da im Bauchfett Substanzen gebildet werden, die u.a. die Elastizität der Blutgefäße beeinflussen. Zudem hat das viszerale Fett auf Dauer einen Anstieg des Triglyzerid­spiegels im Blut sowie eine Senkung von HDL-Cho­lesterin zur Folge, dem Gegenspieler des gefäßschädigenden LDL-Cholesterins.

Wie entsteht Übergewicht?

Es kommt vor, dass Übergewicht durch eine Erkrankung hervorgerufen wird, etwa durch eine Schilddrüsenunterfunktion (z.B. durch Hashimoto-Thyreoiditis), das polyzystische Ovarialsyndrom oder einer Störungen des Kortisolhaushalts (Cushing-Syndrom). Ebenso können bestimmte Medikamente (z.B. Kortisonpräparate, trizyklische Antidepressiva, »Antibabypille«, Betablocker) eine Gewichtszunahme zur Folge haben. Dies betrifft jedoch nur eine sehr kleine Gruppe.

Meist ist es ein ungünstiger Lebensstil, allen voran eine Fehl- bzw. Überernährung in Kombination mit Bewegungsmangel, der zu überschüssigen Pfunden führt. Besonders ungünstig wirkt sich eine solche Lebensweise aus, wenn eine genetische Prädisposition vorliegt: Während manche Menschen „von Natur aus“ einen höheren Grundumsatz haben, weil sie die aus der Nahrung gewonnene Energie leichter verbrennen, setzt sich bei anderen die aufgenommene Nahrungsenergie schnell in Form von Fettpolstern an.

Dicker Mann mit Eis sitzend

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass es bereits im Erbgut festgelegt ist, wer zur einen und wer zur anderen Gruppe gehört. Mittlerweile sind über 140 Gene bekannt, die die Neigung zu Übergewicht begünstigen. Jüngste Forschungsergebnisse weisen zudem darauf hin, dass Übergewichtige höchstwahrscheinlich eine andere Bakterienzusammensetzung im Darm („Darmflora“) haben als Menschen ohne Gewichtsprobleme.

Ihre Darmbakterien holen aus der Nahrung mehr Energie heraus, die dann in Körperfett umgewandelt wird und sie werden quasi dick durch eine falsche Darmflora. Wenn Sie testen möchten, ob das bei Ihnen der Fall ist, können Sie einen einfachen Stuhltest durchführen.

Aber auch ungünstige Gewohnheiten bei der Nahrungsaufnahme, insbesondere, wenn zu schnell gegessen und zu wenig gekaut wird, hat negative Auswirkungen auf das Körpergewicht. Bei „Schnellessern“ stellt sich das Sättigungsgefühl nämlich verzögert ein, sodass man mehr isst als nötig und zunimmt.

Im Übrigen schlägt auch zu wenig Schlaf auf das Gewicht. Studien haben ergeben, dass Kurzschläfer, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schlafen, mehr wiegen als Langschläfer – obwohl sie im Wachzustand mehr Energie verbrauchen als beim Schlafen. Die Gründe dafür sind im Einzelnen noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass durch zu wenig Schlaf das natürliche hormonelle Gleichgewicht aus dem Lot gerät. Die Folge ist ein gesteigerter Appetit, wodurch mehr gegessen wird als der Körper eigentlich benötigt.

Glykämischer Index / Glykämische Last

Eine Ernährung, die bevorzugt aus Lebensmitteln mit einem hohen glykämischer Index (GI) besteht, scheint die Entstehung von Übergewicht ebenfalls zu begünstigen. Im Fokus stehen dabei die Kohlenhydrate, die einen direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und die Insulinproduktion haben. Der glykämischer Index ist eine Prozentzahl, die beschreibt, wie schnell und wie stark der Blutzucker nach dem Essen eines bestimmten Nahrungsmittels ansteigt.

Um ihn zu ermitteln, wird der Verlauf des Blutzuckeranstiegs nach Verzehr von 50 Gramm Kohlenhydraten aus einem Lebensmittel gemessen. Als Vergleichswert wird der Blutzuckeranstieg nach Aufnahme von 50 Gramm Glucose ermittelt. Dieser Referenzwert wird gleich 100 Prozent gesetzt.

Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die einen schnellen und/oder hohen Blutzuckeranstieg auslösen, haben einen hohen glykämischen Index, der höchste Wert liegt gemäß dem Referenzwert bei 100. Empfohlen werden Speisen und Getränke mit einem Wert unterhalb von 50 (z.B. Vollkornprodukte, bestimmte Obstsorten), denn sie lassen den Blutzucker weniger stark ansteigen. Als „ungünstige“ kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index werden z.B. Weißbrot, weißer Reis, weiterverarbeitete Kartoffeln oder Cornflakes eingestuft.

Ein rascher Blutzuckeranstieg mit einem entsprechend hohen Blutzuckerspiegel löst eine starke Insulinproduktion aus. Dies hat Konsequenzen für den Stoffwechsel. So führen starke Konzentrationen von Insulin im Körper u.a. dazu, dass weniger Fettgewebe abgebaut wird, letztlich begünstigen hohe Insulinwerte sogar die Ablagerung von Fett im Gewebe.

Es hat sich allerdings gezeigt, dass der glykämische Index mitunter den eigentlichen Wert der Nahrung verzerrt darstellt, weil er die tatsächliche Kohlenhydratmenge nur ungenügend berücksichtigt. Deshalb wurde der glykämische Index zur glykämischen Last (GL) weiterentwickelt. Die glykämische Last berücksichtigt nicht nur, wie viel Einfluss ein Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel nimmt, sondern auch wie viele Kohlenhydrate ein Nahrungsmittel enthält.

Für eine Ernährung nach dem GI- bzw. GL-Prinzip sollte vor allem naturbelassenen (langkettigen) Kohlenhydraten der Vorzug gegeben werden, wie sie vor allem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst oder Gemüse vorkommen. Möglichst gemieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden sollten dagegen der Verzehr von industriell verarbeiteten Kohlenhydraten wie Haushaltszucker oder raffiniertes Weißmehl, die überwiegend einfache (kurzkettige) Kohlenhydrate enthalten und daher für einen schnellen bzw. zu hohen Anstieg des Blutzuckerspiegels sorgen.

Praktische Lebensmittel-Tabelle für Glykämischen Index (GI) bzw. Glykämische Last.

Body-Maß-Index (BMI) ist zu ungenau

Lange Zeit galt der Body-Maß-Index (BMI) als Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts; hierbei wird das Gewicht in Relation zur Körpergröße bestimmt. Laut verschiedener Studien ist jedoch der Waist-to-Height-Ratio (WHtR), also das Verhältnis von Taille zur Körpergröße, im Vergleich zum BMI die aussagekräftigere Methode, um Übergewicht im Zusammenhang mit Gesundheitsrisiken zu beurteilen.

Denn der BMI berücksichtigt nur das Gesamtgewicht und unterscheidet nicht zwischen dem ungesunden viszeralen Fett und dem nicht-stoffwechselaktiven Fett etwa an Hüfte, Po und Oberschenkeln sowie der Muskelmasse. Dadurch kann es passieren, dass auch gesunde, sehr muskulöse Menschen als übergewichtig gelten. Demgegenüber gibt der WHtR Aufschluss über das Bauchfett und erlaubt damit auch eine Aussage über die konkrete Verteilung des Körperfetts. Je höher gemessene WhtR, desto größer ist das gesundheitliche Risiko.

Berechnet wird der WhtR, indem der gemessene Taillenumfang (in Zentimetern) durch die Körpergröße (in Zentimetern) geteilt wird. Laut den offiziellen Zielwerten der medizinischen Fachgesellschaften sollte der Taillenumfang bei Frauen unter 80 und bei Männern unter 94 Zentimetern liegen. Bei der Ermittlung des BMI wird das Körpergewicht (kg) durch die Körpergröße (m)2 geteilt.

Insulinresistenz

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Insulinresistenz, die in den meisten Fällen am Anfang eines Typ-2-Diabetes steht, die wichtigste Komponente des Metabolischen Syndroms. Insulin ist ein von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildetes Eiweißhormon. Eines seiner wichtigsten Aufgabe ist es, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu schleusen und so den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Blutzucker Messung

Bei einer Insulinresistenz spricht der Körper nicht mehr ausreichend auf Insulin an. Ein wichtiger Auslöser ist zuviel Bauchfett, also ein bauchbetontes Übergewicht. Denn durch die großen Mengen, die das Bauchfett an Fettsäuren freisetzt, decken die Muskelzellen ihren Energiebedarf nun vornehmlich über Fettsäuren – und nehmen kaum mehr Glukose aus dem Blut auf.

Ein Glukoseüberschuss im Blut hat wiederum zur Folge, dass vermehrt Insulin ausgeschüttet wird. Bei diesem permanenten Überangebot an Insulin stumpfen die Körperzellen allerdings allmählich gegen das Hormon ab. Sie bauen ihre Bindungsstellen (Rezeptoren) für den Zuckertransporteur Insulin ab – und es entsteht eine Insulinresistenz.

Bevor ein Typ-2-Diabetes erstmals festgestellt wird, besteht eine Insulinresistenz meist schon über einige Jahre. Zu diesem Zeitpunkt könnte das Ruder noch herumgerissen und die Insulinresistenz rückgängig gemacht werden durch ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, wie es in der Praxis Breitenberger angeboten wird. Untersuchungen zeigen, dass sich die Empfindlichkeit der Zellen erstaunlich rasch wieder verbessert, wenn die Überflutung des Körpers durch Fett und Zucker gestoppt wird.

Umgekehrt können überschüssige Pfunde das Krankheitsgeschehen weiter anheizen, sodass es am Ende auch bei Typ-2-Diabetikern zu einem völligen Erliegen der Insulinproduktion durch die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse kommen kann – dies bedeutet dann eine lebenslange Insulintherapie.

Dagegen kann Intermittierendes Fasten sehr gut dabei helfen Übergewicht zu reduzieren und eine Insulinresistenz zu vermeiden oder rückgängig zu machen.

Fettstoffwechselstörung

Eine Fettstoffwechselstörung, die durch erhöhte Blutfettwerte gekennzeichnet ist, also zuviel Triglyceride und LDL und zuwenig HDL, ist ein weiteres Merkmal des Metabolischen Syndroms. Erhöhte Fettwerte im Blut entstehen durch ein starkes Überangebot an Fetten über einen längeren Zeitraum: Es werden mehr Fett aufgenommen als für die Arbeit der Körperzellen benötigt wird. Auch in diesem Fall tragen zuviel Bauchfett und Bauchumfang erheblich zum gesundheitsschädlichen Überschuss an Blutfetten bei.

Cholesterin

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die einerseits vom Körper selbst gebildet und andererseits mit der Nahrung (tierische Lebensmittel) aufgenommen wird. Als wesentlicher Baustoff aller Zellwände im Körper, aber auch als Ausgangsstoff für verschiedene Hormone, Gallensäure und Vitamin D ist Cholesterin für den Organismus unverzichtbar. Zirkuliert jedoch zu viel Cholesterin im Blut, kann es u.a. Schaden an den Gefäßen anrichten.

Transportiert werden die Fette im Blut von den Lipoproteinen, die je nach ihrer physikalischen Dichte unterschiedlich bezeichnet werden. Zwei davon spielen in der Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen eine besonders wichtige Rolle: LDL (Low Density Lipoprotein), das einen Großteil des Cholesterins von der Leber zu den peripheren Körperzellen bringt, und HDL (High Densitiy Lipoprotein), das Cholesterin aus den Körperzellen zurück zur Leber transportiert.

Da sie auf die Blutgefäße unterschiedliche Wirkungen haben, wird HDL auch als „gutes“, das LDL dagegen als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet: Bei einem Überangebot im Blut lagert sich LDL-Cholesterin an den Innenwänden von Arterienwänden ein und leistet so der Entstehung einer Arteriosklerose und ihren Folgeerkrankungen Vorschub. HDL ist der natürlicher Gegenspieler des LDL: Es nimmt das LDL-Cholesterin, das sich an die Arterienwände angeheftet hat, auf und transportiert es ab.

Dies macht deutlich, dass die Bestimmung des Gesamtcholesteringehalts im Blut nur bedingt Rückschlüsse auf eine angemessene Therapie zur Senkung erhöhter Blutfettwerte zulässt. Aussagekräftiger sind die Ermittlung der Konzentrationen von HDL und LDL sowie ihr Mengenverhältnis zueinander. Für einen gesunden Menschen ist ein HDL-/LDL-Quotient um die 3,5 der Normwert. Besteht jedoch eine Vorbelastung durch bestimmte Risikofaktoren, sollte der Wert niedriger sein. Wenn sich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bereits manifestiert hat, sollte der Quotient unter 2,5 liegen.

Triglyzeride

Triglyzeride (Neutralfette) stellen die größte Fettfraktion dar: Etwa 95 Prozent der fetthaltigen Substanzen im Fettgewebe bestehen aus Triglyzeriden, wo sie als Energiespeicher für schlechte Zeiten „deponiert“ sind. Durch diese Fettpolster werden viele Organe und Gewebe vor starker Erschütterung und vor Verletzungen geschützt. Allerdings: Ein hoher Triglyzeridspiegel im Blut gilt als eigenständiger Risikofaktor für Arteriosklerose und die koronare Herzkrankheit. Das Risiko ist besonders hoch, wenn gleichzeitig LDL-Cholesterin erhöht und HDL-Cholesterin erniedrigt ist – also genau die Konstellation, die typisch für ein Metabolisches Syndrom ist.

Fettleber

Eine nicht-alkoholbedingte Fettleber ist eine weitere häufige Begleiterscheinung des Metabolischen Syndroms. Anders als die alkoholische Fettleber, die durch langjährigen Alkoholgenuss entsteht, wird die nicht-alkoholbedingte Fettleber vor allem durch ein Überangebot an Fett hervorgerufen.

Dabei haben das bauchbetonte Übergewicht und die erhöhten Blutfette ebenso wie eine verringerte Empfindlichkeit der Leber- und Muskelzellen gegenüber dem Blutzuckerhormon Insulin (Insulinresistenz) zur Folge, dass immer mehr Fette in die Leber gelangen. Mit der Zeit kann der Überschuss jedoch nicht mehr in ausreichendem Maße abgebaut oder abtransportiert werden. Dadurch geraten die Leberzellen unter Stress, sie fahren ihre Stoffwechseltätigkeit zurück und verfetten.

Lautet die Diagnose „Fettleber“, steht einmal mehr der konsequente Abbau von Übergewicht im Vordergrund der Therapie. Allerdings: Bei einer Fettleber sollte man nur langsam abnehmen. Fastenkuren oder eine streng kalorienarme Diät können die Lebererkrankung verschlechtern, weil die kranke Leber dann vermehrt Fett abbauen bzw. verstärkt entgiften muss – das überlastet sie, und sie kann sich nicht regenerieren.

Mensch mit sichtbarem Darm und Leber

Empfohlen wird deshalb eine Gewichtsreduktion um etwa zehn Prozent des Ausgangsgewichts über sechs Monate bzw. um 250 bis 500 Gramm Körpergewicht pro Woche. Zudem sollte man das Essen auf mehrere kleine Portionen über den Tag verteilen. Fett- und/oder kohlenhydratreiche Mahlzeiten sollten möglichst vermieden werden, und stattdessen einer rohkostreichen Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie bitterstoffreichen Lebensmitteln der Vorzug gegeben werden.

Eine effektive Ergänzung ist die regelmäßige Ausübung einer Ausdauersportart (z.B. Joggen, Schwimmen, Radfahren, Ergometer-Training), was die Regeneration einer Fettleber nachweislich unterstützt. Wichtig ist zudem, auf Alkohol und Rauchen zu verzichten.

Spezielle schulmedizinische Medikamente zur Behandlung einer Fettleber gibt es nicht. In der Naturheilkunde und der Klassischen Homöopathie gibt es jedoch einen ganzen Schatz an leberwirksamen Arzneimitteln. In meiner Praxis für Klassische Homöopathie und Psychotherapie in München stelle ich Ihnen ein Therapiekonzept aus dem Besten der Naturheilkunde zusammen und begleite Sie anschließend dabei leberschädigende Lebensgewohnheiten nachhaltig zu verändern.

Bluthochdruck

Als „Blutdruck“ wird der Druck bezeichnet, unter dem das Blut in den Adern strömt. Ist der Druck chronisch erhöht, werden die Gefäßwände nachhaltig geschädigt, eine Arteriosklerose gefördert und das Herz belastet. Der Bluthochdruck ist deshalb ein eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. In Kombination mit anderen Komponenten des Metabolischen Syndroms potenziert sich dieses Risiko allerdings um ein Vielfaches.

Lesen Sie hier mehr über Bluthochdruck: Ursachen & Behandlung.

Wie wird ein Metabolisches Syndrom diagnostiziert?

Neben einer ausführlichen Anamnese stehen verschiedene Untersuchungen im Vordergrund: die Messung des Bluthochdrucks, die Ermittlung des Taillen- bzw. Bauchumfangs sowie eine Blutuntersuchung, mit der der Blutzucker, die Blutfettwerte und weitere Parameter wie z.B. die Leberwerte bestimmt werden.

Letzteres zeigt an, ob sich eine Fettleber entwickelt hat – eine weitere häufige Begleiterscheinung des Metabolischen Syndroms. Je nach Befund sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen nötig, um z.B. Schäden am Herz und anderen Organen auszuschließen.

Behandlung

Ganzheitlicher Behandlungsansatz

Lautet die Diagnose „Metabolisches Syndrom“ geht es vor allem darum, schwerwiegende Folgeerkrankungen insbesondere an Herz und Gefäßen möglichst zu vermeiden. Hierfür müssen sämtliche Risikofaktoren mithilfe einer ganzheitlichen Therapiestrategie gemildert bzw. idealerweise wieder in den Normbereich gebracht werden. Dies gelingt am besten mit einer Veränderung des Lebensstils, die im Wesentlichen darauf abzielt, einerseits auf ungünstige Essgewohnheiten zu verzichten und andererseits mehr Bewegung ins Leben zu bringen.

Im Vordergrund der Ernährungsempfehlungen steht eine Umstellung der Ernährung hin zu einer ausgewogenen, ballaststoff- und vitaminreichen Mischkost. Eine Ernährung ist dann ausgewogen, wenn sie den Energiebedarf des Menschen deckt, ihn aber nicht überschreitet, und wenn sie alle wichtigen Nährstoffe in optimaler Menge und in einem ausgewogenen Verhältnis enthält; zudem ist sie möglichst frei von schädlichen Stoffen.

Bei einer gesunden, energiearmen (kalorienarmen) Ernährung kommt es jedoch nicht nur darauf an, Energielieferanten wie Fette und Kohlenhydrate zu reduzieren, sondern auch auf ihre Qualität zu achten. Naturbelassene Kohlenhydrate und Fette, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, sind vom Körper besser zu verwerten als einfache Kohlenhydrate und Fette, die überwiegend aus gesättigten Fettsäuren bestehen.

Fette – auf das richtige Mengenverhältnis kommt es an

Werden zu viele gesättigte Fette mit der Nahrung aufgenommen, kann dies eine Erhöhung der Blutfettwerte zur Folge haben. Dabei heben die gesättigten Fettsäuren den Cholesterinspiegel sogar doppelt so stark an, wie die mehrfach ungesättigten Fettsäuren ihn absenken. Deshalb ist eine Einschränkung des Verzehrs an gesättigten Fetten eine der wirksamsten ernährungstherapeutischen Maßnahmen, insbesondere wenn bereits eine Fettstoffwechselstörung bzw. eine Herz-Kreislauf-Erkrankung besteht.

Gesättigte Fettsäuren sind vor allem in tierischen Produkten (z.B. Fleisch, Wurst, Butter, Käse und andere fetthaltige Milchprodukte sowie gehärtete pflanzliche Öle) enthalten. Aber auch bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gilt es zu differenzieren. So hat sich herausgestellt, dass die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren wichtige Schutzstoffe insbesondere für Herz, Kreislauf und Gefäße sind: Sie wirken der Entstehung einer Arteriosklerose entgegen und verbessern einen chronisch zu hohen Blutdruck oder auch erhöhte Blutfettwerte.

Der beste Omega-3-Lieferant ist Fischöl, insbesondere das Fett von Kaltwasser-Seefischen wie Hering, Lachs, Makrele und Thunfisch. Hohe Gehalte finden sich zudem in gemahlenem Leinsamen und in Leinöl, in Walnüssen und Walnussöl sowie in Rapsöl, Nüssen und grünem Blattgemüse.

Omega-6-Fettsäuren, die zweite wichtige Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren, sollten dagegen mit Bedacht verzehrt werden. Denn aus Omega-6-Fettsäuren entstehen Botenstoffe, die u.a. entzündliche Prozesse im Körper fördern. Tatsächlich enthält die typische Ernährung in den westlichen Ländern deutlich mehr Omega-6-Fettsäuren als Omega-3-Fettsäuren. Wer sich gesundheitsbewusst ernährt, reduziert den Konsum an Lebensmitteln, die viel Omega-6-Fettsäuren enthalten.

Als optimal gilt ein Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren von ca. 1:4. Das heißt, es sollte nicht mehr als viermal so viel Omega-6-Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden. Reich an Omega-6-Fettsäuren sind z.B. Margarine, Pflanzenöle wie Sonnenblumen- oder Weizenkeimöl, aber auch fetthaltiges Fleisch und andere tierische Fette wie Milchprodukte und Eier sowie viele Fertigprodukte.

Als optimale Ernährungsform werden die traditionellen Essgewohnheiten der Mittelmeerregion angesehen, wo besonders viel frisches Obst und Gemüse der einheimischen Region auf dem täglichen Speiseplan steht. Hinzu kommt der regelmäßige Genuss von frischem Fisch, wohingegen fettreiche Lebensmittel (gesättigte Fette!) wie Wurst oder Fleisch in Maßen verzehrt werden. Zum Kochen werden überwiegend Pflanzenöle verwendet, die reich an (gesunden) einfach ungesättigten Fettsäuren sind.

Auf diese Weise wird der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen in ausgewogener Form versorgt, jedoch nicht mit Fett und Kalorien „überversorgt“. Wichtig ist auch der regelmäßige Verzehr von Ballaststoffen. Gute Ballaststofflieferanten z.B. die Schalen von Getreidekörnern (z.B. Vollkorngetreide, Weizenkleie), aber auch Hülsenfrüchte, Gemüse wie Möhren, Fenchel, Paprika oder Kohl sowie die meisten Obstsorten.

Für den langfristigen Erfolg ist es wichtig, dass die Ernährungsumstellung nicht nur eine vorübergehende Maßnahme ist, sondern das ganze Leben beibehalten wird.

Regelmäßige Bewegung

Die zweite wichtige Behandlungssäule des Metabolischen Syndroms ist regelmäßige Bewegung, denn Sitzen kann tödlich sein. Als ideal gilt ein moderates sportliches Training an mindestens drei Tagen pro Woche (für jeweils 30 bis 45 Minuten). „Moderat“ sind z.B. Sportarten, die die Ausdauer fördern, die Durchblutung anregen sowie Herz, Kreislauf und Atemorgane trainieren. Vor Beginn der sportlichen Betätigung sollten (Wieder-)Einsteiger jedoch die Leistung von Herz und Kreislauf, z.B. mithilfe eines EKG bzw. eines Belastungs-EKG, überprüfen lassen.

In der Praxis für Homöopathie und Psychotherapie in München bin ich als Heilpraktiker auf die Prävention und Behandlung des Metabolischen Syndroms spezialisiert. Ich biete Ihnen eine punktgenaue Diagnostik, um Ihr individuelles Risiko zu beurteilen. Im Anschluss stelle ich Ihnen ein maßgeschneidertes Therapiekonzept zusammen und berate Sie umfassend zu allem, was Sie wissen und beachten müssen für ein genussvolles und gleichzeitig gesundes Leben.