Reizdarmsyndrom (RDS): Symptome, Ursachen & Therapie

Ein Reizdarmsyndrom kann für die Betroffenen sehr belastend sein, aus medizinischer Sicht ist die Erkrankung jedoch nicht gefährlich. Die konventionelle Behandlung zielt vor allem darauf ab die Symptome, die sich häufig durch Stress verstärken, zu lindern und das Wohlbefinden der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Ziel einer komplementärmedizinischen Behandlung, wie sie hier vorgestellt wird, ist die vollständige Heilung des Reizdarmsyndroms.

Reizdarmsyndrom: Was ist das?

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung des Darms – und damit keine organische Krankheit im eigentlichen Sinn. Die Symptome variieren je nach Reizdarm-Subtyp, fast immer stehen jedoch Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung im Vordergrund. In Deutschland leiden Schätzungen zufolge etwa 11 Millionen Menschen unter einem Reizdarmsyndrom – Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer. Aber auch Kinder und Jugendliche erhalten immer öfter die Diagnose „Reizdarm“.

Obwohl das Krankheitsbild so häufig ist, durchlaufen viele Betroffene eine Arzt-Odyssee von acht Jahren und länger (laut Barmer-Arztreport 2019), bis sie erfahren, dass ein Reizdarm für ihre Beschwerden verantwortlich ist. Dabei erschweren zwei Faktoren die Diagnose: Zum einen ist ein bestimmter Auslöser für die Verdauungsbeschwerden meist nicht erkennbar und zum anderen kann die Erkrankung bislang nicht direkt durch eine Untersuchung nachgewiesen werden. Deshalb ist „Reizdarm“ immer eine Ausschlussdiagnose. 

Ursachen

Trotz jahrelanger Ursachenforschung ist nach wie vor unklar, wodurch ein Reizdarmsyndrom hervorgerufen wird. Wahrscheinlich sind es mehrere Faktoren, die an der Entstehung beteiligt sind. Seit Kurzem steht vor allem das darmeigene (enterische) Nervensystem im Fokus, das sich bei einem Reizdarmsyndrom offenbar permanent in einer Art Übererregbarkeit befindet. Dadurch werden schon normale Darmbewegungen dem Gehirn als Schmerz gemeldet, mit dem das enterische Nervensystem über den Vagus-Nerv, verschiedene Nervenbotenstoffe und Immunzellen in andauerndem Austausch steht.

Über diesen, auch als Darm-Gehirn-Achse bezeichneten Kommunikationsweg wirken aber auch psychische Einflüsse wie Stress und andere seelische Belastungen auf das darmeigene Nervensystem ein. Laut Experten könnte dies der Hauptgrund dafür sein, dass Stress, Ängste oder depressive Verstimmungen die Beschwerden eines Reizdarmsyndroms verstärken wie auch umgekehrt Reizdarmsymptome die psychische Befindlichkeit beeinträchtigen können. 

Das enterische Nervensystem steuert auch die Darmbewegungen. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die Darmbewegungen bei Reizdarmpatienten von denen eines Gesunden abweichen, wodurch der Darminhalt entweder zu langsam (Verstopfung) oder zu schnell (Durchfall) Richtung Enddarm transportiert wird.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines Reizdarmsyndroms scheint auch ein Ungleichgewicht der Darmflora (Darmmikrobiom) zu spielen, bei dem die nützlichen Bakterien in der Minderheit sind; dies legen Stuhluntersuchungen von Reizdarmpatienten nahe. Als mögliche Auslöser für diese auch als Dysbiose bezeichnete Störung werden eine vorangegangene Therapie mit Antibiotika und/oder eine schwere Magen-Darm-Infektion diskutiert. Für diese Theorie spricht, dass der Entstehung eines Reizdarmsyndroms in rund 25 Prozent der Fälle eine Darminfektion mit Durchfall vorausging. So ist nach einer Salmonelleninfektion das Risiko, an einen Reizdarm zu erkranken, um das Achtfache erhöht, wie Untersuchungen zeigen. 

Darm-Mikrobiom Stuhltest
Bestimmung des humanen intestinalen Mikrobioms mittels Genomsequenzierung der Darmflora inkl. Parasiten (Sie können das Testergebnis zur Auswertung im Rahmen einer Behandlung per Email an die Praxis schicken).

Besteht eine Dysbiose über längere Zeit, kann auch die Darmschleimhaut Schaden nehmen und die Darm-Barriere beeinträchtigen (Leaky Gut Syndrom). Infolgedessen entwickeln sich unterschwellige Entzündungsvorgänge, wodurch vermehrt Abwehrzellen (zum Beispiel Mastzellen) und entzündungsfördernde Botenstoffe wie Histamin, Serotonin und Proteasen freigesetzt werden. Diese wirken wiederum aktivierend auf die Darmnerven, sodass die Reizung zusätzlich weiter angeheizt wird. Dieses Geschehen vermutet man vor allem bei Reizdarmpatienten, die oft unter Durchfall leiden. 

Weil bei manchen Reizdarmpatienten vermehrt Gallensäure im Stuhl gefunden wurde, könnte zumindest in einigen Fällen auch eine Störung des Gallensäuretransports eine Rolle spielen.

Fast alle Reizdarmpatienten haben eine Unverträglichkeit auf Kohlenhydrate; am häufigsten sind eine Milchzucker- (Laktose-) und eine Fruchtzucker- (Fruktose-)Unverträglichkeit. Ob dies eine Ursache oder die Folge eines Reizdarms sind, ist unklar.

Symptome

Ein Reizdarmsyndrom kann sich durch unterschiedliche Verdauungsbeschwerden äußern, die mal mehr mal weniger intensiv sind. Fast immer treten jedoch Stuhlveränderungen auf. Diese Stuhlveränderungen sind zugleich laut Reizdarm-S3-Leitlinie (2011) ein wichtiges Diagnosekriterium und bestimmen den Reizdarm-Typ:

Die Betroffenen leiden entweder hauptsächlich unter Durchfall (RDS-D) oder unter Verstopfung (RDS-O) oder unter beidem im Wechsel (RDS-M). Hat die Untersuchung keinen organischen Befund (zum Beispiel eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung) ergeben, dauern die beschriebenen Beschwerden mindestens drei Monate lang an und fühlt sich der Betroffene dadurch in seiner Lebensqualität beeinträchtigt, lautet die Diagnose gemäß der Leitlinie „Reizdarmsyndrom“.  

Unabhängig von den Stuhlveränderungen zeigt sich ein Reizdarmsyndrom durch weitere Symptome wie:

  • mittlere bis starke, oft krampfartige Bauchschmerzen
  • Blähungen mit sichtbarem „Blähbauch“
  • Völlegefühl, insbesondere nach den Mahlzeiten
  • Bei Bauchschmerzbeginn oft eher weicher Stuhl
  • Nachlassende Bauchschmerzen nach dem Stuhlgang 
  • Schleimbeimengungen (aber kein Blut!) im Stuhl
  • Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung

Häufig kommen weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Rücken- und Gelenkschmerzen, aber auch Schlafprobleme, Müdigkeit, Erschöpfung eine gedrückte Stimmung bis hin zu einer depressiven Verstimmung hinzu. Typisch ist auch, dass sich die Beschwerden durch Stress verschlimmern und in Phasen der Entspannung oft bessern. Ebenso treten die Symptome in der Nacht so gut wie nie auf.

Therapie

Da das Reizdarmsyndrom eine so vielschichtige Krankheit mit unterschiedlichen Symptomen ist, an dessen Entstehung zudem vermutlich mehrere, bislang allerdings nicht vollständig geklärte Ursachen beteiligt sind, gibt es bislang keine konventionelle Therapie, die an den Ursachen ansetzt und allen Betroffenen gleichermaßen hilft.

Was hilft bei Reizdarmsyndrom?

In den meisten Fällen empfiehlt es sich, zur Linderung der Reizdarmsymptome auf eine mehrgleisige Behandlungsstrategie zu setzen, die neben einer Ernährungstherapie auch eine medikamentöse Behandlung, eine psychologische Behandlung sowie ein gutes Stressmanagement umfasst, zu dem oft auch das Erlernen einer Entspannungstechnik wie Yoga, Autogenes Training oder Muskelrelaxation nach Jacobson gehört. Darüber hinaus kann eine homöopathische Konstitutionstherapie wertvolle Dienste leisten. 

Generell ist es wichtig, herauszufinden, durch welche Faktoren die Beschwerden ausgelöst oder verschlimmert werden können: Neben Stress können zudem Ängste und andere Beeinträchtigungen der psychischen Verfassung, aber auch Infekte oder bei Frauen Hormonschwankungen während des Menstruationszyklus einen direkten Einfluss auf das Krankheitsgeschehen haben.

Eine wichtige Rolle spielt die Ernährung: Oft lässt sich bereits mit einer Umstellung der Essgewohnheiten eine deutliche Besserung der Reizdarmbeschwerden erreichen. Wenn nicht klar ist, welche Lebensmittel und/oder Zubereitungsarten nicht gut vertragen werden, kann es helfen, für einige Wochen ein Ernährungstagebuch zu führen. Eine Eliminationsdiät unter therapeutischer Aufsicht bietet sich an, wenn der Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit besteht.

Aber auch die Lebensumstände und Lebensweise des Betroffenen spielt bei der Wahl einer angemessenen Behandlung eine wichtige Rolle. Wer zum Beispiel beruflich eingespannt ist, stark stressbelastet ist und Probleme hat, regelmäßige Entspannungsphasen einzuhalten, kann vom Erlernen einer Entspannungstherapie und anderen stressabbauenden Maßnahmen profitieren. Gerade hier hat sich die Gruppentherapie als besonders wertvoll erwiesen.

Kombination von verschiedenen Behandlungsmaßnahmen bei Reizdarmsyndrom bewährt:

  • Ernährungsumstellung
  • Homöopathie und Akupunktur als komplementärmedizinische Behandlungsmethoden
  • Pflanzliche Arzneien können helfen, gezielt die Symptome zu lindern
  • Nahrungsergänzungsmittel zum Ausgleich von Nährstoffdefiziten
  • Psychotherapeutische Behandlung und Gruppentherapie bei Bedarf

Ist Reizdarmsyndrom heilbar?

Ja. Es kommt vor, dass Reizdarmbeschwerden nach einer Weile von selbst wieder verschwinden – dies ist jedoch die Ausnahme. In den meisten Fällen kommt es ohne Behandlung zu einem chronischen Verlauf mit immer wieder auftretenden Phasen eines aktiven Krankheitsgeschehens. Mithilfe einer individuell abgestimmte Konstitutionstherapie kann die klassische Homöopathie den Betroffenen jedoch zu einer deutlichen, oft sogar vollständigen Beschwerdefreiheit verhelfen. Das durfte ich mit vielen Patienten in meiner Praxis für Homöopathie und Psychotherapie in München immer wieder erleben.

Medikamente bei Reizdarmsyndrom

Je nach vorherrschenden Symptomen kommen bei einem Reizdarmsyndrom verschiedene Medikamente zum Einsatz. Wichtig ist, dass das Arzneimittel genau auf das individuelle Beschwerdebild abgestimmt ist. Zudem kommt es sehr auf die individuelle Verträglichkeit an: Wenn man das Gefühl hat, dass eine nachhaltige Wirkung ausbleibt, sollte man keine Scheu haben, Alternativen auszuprobieren, auch wenn das Mittel allgemein empfohlen wird. Im Folgenden erhalten Sie eine kurze Übersicht, welche Medikamente sich bei welchen Beschwerden bewährt haben:

Welche Probiotika bei Reizdarmsyndrom?

Schon seit 2011 empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in ihrer Leitlinie die Therapie mit Probiotika zur Behandlung des Reizdarmsyndroms. Als Probiotika werden Zubereitungen (etwa in Kapsel- oder Tropfenform) bezeichnet, die lebensfähige Mikroorganismen, hauptsächlich Bakterien, enthalten und essenziell für eine gesunde Darmflora sind.

Von diesem Effekt profitieren Reizdarmpatienten in besonderem Maße, zumal bei ihnen die Darmflora oft gestört ist. Werden der Bakteriengemeinschaft im Darm gezielt Milchsäurebakterien oder Bifidobakterien zugeführt, stärken sie die Gruppe der „guten“ Bakterien und tragen so wesentlich dazu bei, dass andere, potenziell krankmachende Bakterienstämme nicht Überhand nehmen.

Indem Probiotika eine gestörte Darmflora wieder ins Lot bringen, unterstützen sie auch die Barrierefunktion der Darmwand und wirken einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für krankmachende Substanzen und Keime entgegen. Außerdem stabilisiert eine probiotische Therapie die Darm-Hirn-Achse und das Immunsystem – und stellt so das Gleichgewicht im gesamten Darm wieder her. Bei einer Probiotika-Therapie ist allerdings Geduld gefragt: Tatsächlich dauert es im Allgemeinen mehrere Wochen bis Monate, bis die Wirkung eintritt. 

Von einer Therapie mit Probiotika profitieren sowohl Patienten mit einem Verstopfungs- als auch mit einem Durchfall-Reizdarm.

Ich empfehle Patienten mit Reizdarmsyndrom eine Kur über 3 Monate mit diesen beiden Prä- und Probiotika:

Omni Lactis 10, 180 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
Täglich 2 x 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit circa 30 Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen. Lacto- und Bifidobakerienpulver, Inulin aus der Zichorienwurzel.

Colon Balance  (30 Tagesportionen à 10 g)
10 g Pulver (1 Messlöffel) in ca. 100 ml Wasser einrühren und sofort 2 mal täglich ca. ½ Stunde vor dem Essen trinken. Oder nach Belieben in Speisen einrühren. Zur Unterstützung der Ansiedlung von Bifidobakterien, welche die gesunde Säurerungsflora im Darm bilden.

Viele Reizdarmpatienten profitieren von Nahrungsergänzungsmitteln, wenn sie diese regelmäßig zur Ernährung als kurmäßige Anwendung über 3-4 Monate einnehmen.

Basisversorgung bei Reizdarmsyndrom

Multispektrum 24/7, 180 Kapseln (ausreichend für eine 3-Monats-Kur) 
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit, am besten über den Tag verteilt, einnehmen. Mit Magnesium, Zink, Eisen, Folsäure, Selen, Calcium, Vitamin D u.a.. Eine sinnvolle Basisversorgung mit dem gesamten Vitaminspektrum, wesentlichen Spurenelementen und wertvollen Pflanzenstoffen. Die umfassende Nährstoffversorgung mit 27 Vitalstoffen ist ideal zur Verbesserung der Vitamin- und Mineralstoffzufuhr.

Reizdarm mit Durchfall

Siebensalz Magnesium, 180 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
2 Kapseln abends einnehmen bei starken oder wiederholten Durchfällen. Siebensalz Magnesium liefert sieben verschiedene Magnesiumverbindungen. Damit wurde eine ideale Mischung aus unterschiedlich löslichen und magnesiumreichen Verbindungen entwickelt. Hierdurch wird eine gute Magnesiumversorgung erzielt – egal welche pH-Wert- Situation im Magen-Darm-Trakt vorherrscht.
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Darm Formula Plus, 90 Kapseln (3 Packungen für 3-Monats-Kur)
Täglich 3 Kapseln mit viel Flüssigkeit einnehmen. Kombinationspräparat mit Extrakten aus Schwarzkümmel, Curcuma, schwarzem Pfeffer, Inulin aus der Zichorienwurzel, sowie den Vitaminen B2 und Niacin. Darm Formula Plus unterstützt das Wohlbefinden im Bereich des Magen-Darm-Trakts und trägt zur Aufrechterhaltung einer normalen Darmschleimhaut bei.
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L-Glutamin 3000, 30 Sticks (3 Packungen für 3-Monats-Kur) 
Täglich den Inhalt eines Sticks (3 g) in reichlich Wasser auflösen (ca. 250–300 ml) und trinken. 

Ebenfalls kann Homöopathie bei Durchfall sehr wirkungsvoll helfen. Bei sehr starkem und anhaltendem Durchfall ist der Wirkstoff Loperamid empfohlen. 

Verstopfung & Reizdarmsyndrom

Quellstoffe wie Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamenschalen oder indischer Flohsamen (Plantago ovata) regen die Verdauung an und machen den Stuhl gleitfähiger. Sie sind deshalb ein bewährtes Mittel gegen Verstopfung. Sie entfalten ihre Wirkung jedoch nur, wenn sie mit viel eingenommen werden. Allerdings: Nicht jeder Reizdarmpatient verträgt Quellstoffe, das gilt auch für die ebenfalls oft empfohlene Lactulose. In diesem Fall können Abführmittel  – in Absprache mit dem Therapeuten – eine Alternative sein. 

Reizdarm mit Blähungen

FlatuZym 200, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 2 x 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit zu einer ballaststoffreichen Mahlzeit verzehren. Das erste Präparat, das ballastoff-abbauende Enzyme mit einem hochwertigen Fenchel-Extrakt kombiniert. Es eignet sich für Personen, die eine ballaststoffreiche Kost schlecht vertragen oder die auf bestimmte Ballaststoffe mit übermäßiger Gasproduktion reagieren. Die Kapseln können regelmäßig verwendet oder bei Bedarf eingesetzt werden.

Reizdarm & Stress

Betroffene, die einer starken Stressbelastung ausgesetzt sind, haben oft einen höheren Bedarf an B-Vitaminen. Dann kann es sinnvoll sein, diesen mit einer Substitutionstherapie auszugleichen und so zugleich die unguten Folgen von Stress auf den Organismus zu mildern.    

Neurogesan B Komplex acitve Gold, 60 Kapseln
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit einnehmen. Zur Unterstützung des Nervenstoffwechsels und der Konzentration bei Stress und für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit in Zeiten erhöhter körperlicher und psychischer Belastung.

GABA 500, 90 Kapseln (ausreichend für 3-Monats-Kur)
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit außerhalb der Mahlzeiten einnehmen. GABA ist ein inhibitorischer Neurotransmitter, der die Erregbarkeit der Nervenzellen vermindert und damit eine beruhigende (sedative), angstlösende (anxiolytische), entspannende (muskelrelaxierende) und schlaffördernde Wirkung hat. Zur Unterstützung der schlaffördernden Wirkung sollte GABA abends eingenommen werden.

Reizdarmsyndrom & Histaminintoleranz

Viele Menschen mit Reizdarm vertragen Histamin nicht gut und entwickeln neben den typischen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall, andere Symptome, die häufig nicht sofort als eine Histaminintoleranz erkannt werden: Herzrasen, Gelenkbeschwerden, Erschöpfungszustände, Müdigkeit, Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden und viele andere.

Die Aufnahme von Histamin kann nur sehr schwierig vollständig vermieden werden. Die Liste der histaminhaltigen und histaminfreisetzenden Lebensmittel ist lang. Sie reicht von Hartkäse über geräuchertes Fleisch bis hin zu verschiedenen Obstsorten, Schokolade und alkoholischen Getränken wie Rotwein.

Mit diesem Stuhltest können Sie schnell und einfach sehen, ob (auch) eine Histaminintoleranz hinter den Reizdarm-Beschwerden steckt.

Liegt eine Histaminintoleranz vor, können Sie sich behelfen mit dem in DaoZym enthaltenen Enzym Diaminoxidase (DAO), welches dem körpereigenen Enzym entspricht, das Nahrungshistamin abbaut. Unmittelbar vor einer Mahlzeit 1 Kapsel unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einnehmen. Bis zu 3 Kapseln täglich. 

Krampflösende Medikamente bei Reizdarmsyndrom

Standardisierte Pfefferminzölpräparate oder der chemisch hergestellte Wirkstoff Butylscopolamin lindern krampfartige Bauchschmerzen. Die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie nennt Pfefferminzöl explizit als eine probate Therapieoption bei Reizdarmsyndrom und in der 2020 überarbeiteten Leitlinie erhält Pfefferminzöl sogar eine 1A-Empfehlung. Eine Reihe von Studien und Metaanalysen bestätigen die gute Wirksamkeit von Pfefferminzöl bei der symptomatischen Behandlung von Bauchschmerzen, leichten Krämpfen und Blähungen. Wichtig ist dabei, dass das Öl in magensaftresistenter Darreichungsform eingenommen wird.

Buscomint, 48 magensaftresistente Kapseln
Eine Kapsel enthält 182 mg Pfefferminzöl; pro Tag sollten drei eingenommen werden. Kinder unter zwölf Jahren und Personen mit einem Körpergewicht unter 40 Kilogramm sollen das neue Phytopharmakon nicht einnehmen.

Entschäumer bei Reizdarmsyndrom

Wenn die Anwendung von Wärme (zum Beispiel ein warmer Heublumensack auf den Bauch gelegt) bei Blähungen keine Besserung bringt, können sogenannte Entschäumer helfen, die Gasansammlungen im Darm aufzulösen und die Blähungen damit zu lindern. Bei milden Blähungen stehen als pflanzliche Alternative Teezubereitungen aus Kümmel, Fenchel und Anis oder auch Kümmelöl (in Kapselform) zur Verfügung. 

Antidepressiva bei Reizdarmsyndrom

Niedrig dosierte (trizyklische) Antidepressiva werden dann verschrieben, wenn mit den genannten Mitteln keine deutliche Besserung erzielt werden konnte. Der Grund: bei Reizdarmpatienten wirken sie manchmal nicht nur schmerzlindernd, sondern sie senken gleichzeitig auch die Schmerzempfindlichkeit herab. Außerdem haben sie einen regulierenden Effekt auf die Darmbewegungen. Ein Grund für diese Wirkungen könnte sein, dass Antidepressiva auf die Darm-Hirn-Achse Einfluss nehmen. Der Einsatz von Antidepressiva sollte jedoch sehr zurückhaltend nach differenzierter Risiko-Nutzen-Abwägung und nur vorübergehend über einen Zeitraum von maximal 3 Monaten zum Einsatz kommen bei Reizdarmsyndrom.

Antibiotika bei Reizdarmsyndrom

Manchmal wird bei Verdacht auf eine bakterielle Fehlbesiedelung des (Dünn-)Darms eine Behandlung mit Antibiotika (zum Beispiel Rifaximin) empfohlen. Zu Bedenken ist dabei, dass eine mögliche Dysbiose dadurch verschlechtert wird und damit die Symptome des Reizdarms sich auch verschlimmern können.

Reizdarmsyndrom: Ernährung

Eine individuell verträgliche Ernährung ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Teil der Therapie eines Reizdarmsyndroms. Dabei liegt die Betonung auf „individuelle Verträglichkeit“, denn die eine Ernährungsweise, die allen Reizdarmpatienten gleichermaßen hilft, gibt es nicht. Gleichwohl hat sich gezeigt, dass überdurchschnittlich viele Betroffene davon profitieren, wenn sie  folgende Ernährungsempfehlungen beachten:

Da viele Reizdarmpatienten eine empfindliche Verdauung haben, ist es praktisch für alle Betroffene ratsam, sich nicht nur ausgewogen, sondern auch möglichst schonend zu ernähren. Und das bedeutet vor allem: Stark gewürzte, scharfe, sehr süße, sehr salzige oder stark fetthaltige Mahlzeiten zu vermeiden und auch auf alkoholische Getränke, Kaffee und schwarzen beziehungsweise grünen Tee möglichst zu verzichten. Ebenso bereiten (stark) kohlensäurehaltige Wasser vielen Reizdarmpatienten Probleme, deshalb lieber stillem Wasser den Vorzug geben.

Ohnehin sollten Reizdarmpatienten möglichst alles konsequent weglassen, was sie nicht (gut) vertragen. Dies setzt in vielen Fällen eine mehr oder weniger umfangreiche Umstellung der Ernährung voraus. Manchmal ist es sogar notwendig, unter therapeutischer Aufsicht erst einmal eine Eliminationsdiät durchzuführen, bei der kritische Lebensmittel zwei bis vier Wochen lang weggelassen werden – dies ist umso wichtiger, wenn noch nicht zweifelsfrei feststeht, ob (auch) eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, zum Beispiel auf Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) besteht, von der die meisten Reizdarmpatienten betroffen sind. 

Liegt eine Unverträglichkeit auf Milchzucker vor, sollte künftig auf alle milchzuckerhaltige Lebensmittel verzichtet werden. Gegebenenfalls macht es Sinn, bei einer Milchzuckerunverträglichkeit Produkte auszutesten, die wie Buttermilch oder Joghurt einen relativ geringen Anteil an Milchzucker haben. Vor allem Joghurt gehört nämlich zu den probiotischen Lebensmitteln, die sich positiv auf die Darmflora auswirken, ebenso wie Kefir, fermentiertes Gemüse oder fermentierter Tee (Kombucha). Bei fermentierten Lebensmittel sollten sie jedoch auch eine mögliche Histaminintoleranz beachten (s. oben: Reizdarmsyndrom & Histaminintoleranz).

Bei einer Fruktoseunverträglichkeit ist es wichtig, vor allem fruchtzuckerreiches Obst (Liste Link) zu meiden. Besonders problematisch sind auch Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Mannit, Maltit oder Isomalt, die vor allem in industriell verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind. 

Ungünstig für Patienten mit einem Reizdarm sind auch Nahrungsmittel, die viel raffinierte „leere“ Kohlenhydrate enthalten, so zum Beispiel Weißmehl, weißer Reis, helle Nudeln oder Haushaltszucker. Tabu sollten auch Fertigprodukte mit einem hohen Zuckeranteil sein sowie gesüßte Getränke wie Softdrinks, Eistee oder zuckerhaltige Fruchtsäfte.

Bei einigen Reizdarmpatienten verstärken Backwaren aus Weizenmehl die Reizdarmbeschwerden oder lösen sie sogar aus. Forscher der Universität Hohenheim haben jedoch herausgefunden, dass nicht der Weizen selbst für die Unverträglichkeit verantwortlich ist, sondern die Herstellungsweise: Jetzt kürzer der Teig geht, desto unverträglicher ist die weizenhaltige Backware. Die Autoren empfehlen deshalb, entweder Biobrot oder Brot aus traditioneller Herstellung zu kaufen, wo noch längere Gehzeiten üblich sind.  

In ihrer aktualisierten (allerdings noch nicht erschienenen) Leitlinie sprechen sich die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und weitere an der Leitlinie beteiligte medizinische Fachgesellschaften erstmals dafür aus, dass Reizdarmpatienten ihre Ernährung nach den Prinzipien der sogenannten Low-FODMAP-Diät zusammenstellen sollten.

Dadurch werden fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole vermieden – das sind kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm schlecht absorbiert werden, von der Darmflora jedoch besonders schnell und einfach verdaut werden können, wodurch Gase entstehen, die den Darm blähen und speziell bei Reizdarmpatienten dann auch zu Schmerzen führen.

Studien zeigen, dass Reizdarmpatienten, die Nahrungsmittel mit einem hohem FODMAP-Gehalt weglassen oder sie zumindest stark reduzieren, eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden verspüren – vor allem die Patientengruppe, die besonders stark unter Bauchschmerzen und Blähungen leidet. Die Fachgesellschaften raten jedoch von einer selbstständigen Umstellung der Ernährungsweise ab, da eine Low-FODMAP-Diät die Gefahr einer Mangelernährung birgt. Deshalb empfiehlt es sich, die Ernährungsumstellung mithilfe eines medizinischen Ernährungsberaters zu planen und umzusetzen.

Reizdarmsyndrom: Was essen? (Liste für erlaubte und nicht erlaubte Lebensmittel)

Essen: Low-FODMAP-Lebensmittel Meiden: High-FODMAP-Lebensmittel
Obst Bananen, Ananas, Erdbeeren, Honigmelone, Mandarine, Zitrone, Rhabarber, Orange Apfel, Birne, Pflaume, Aprikose, Mango, Kirschen, Wassermelonen, Pfirsich, Nektarinen, Datteln, Fruchtsäfte, Obstkonserven
Gemüse Brokkoli, Kohlrabi, Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Zucchini, Rosenkohl, Paprika, Petersilie, Salat, Schnittlauch, Sojasprossen, Gurke, Fenchel Avocado, Bohnen, Erbsen, Linsen, Blumenkohl, Chicorée, Pilze, Spargel, Wirsing, Zwiebeln, Knoblauch
Getreide Dinkel, Buchweizen, Hafer, Hirse, Mais, glutenfreie Backwaren Weizen, Gerste, Roggen, Brot, Nudeln, Gries, Cerealien
Milchprodukte laktosefreie Milch und Milchprodukte, Butter, Sojamilch, einige Käsesorten wie Camembert oder Hartkäse Milch, Buttermilch, Joghurt, Frischkäse, Sahne, Sauerrahm
Andere Eier, Fisch, Hühnerfleisch, Lammfleisch, Rindfleisch, Schweinefleisch, Meeresfrüchte, Marmelade, Pflanzenöl, Senf, Ahornsirup, dunkle Schokolade  Honig, Ketchup, Zuckeraustauschstoffe, Fruktose- oder Agavensirup, Pistazien, Vollmilchschokolade
Quelle: Der von der deutschen Reizdarmhilfe e.V. empfohlene „Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät“ von Martin Storr, 2. Aufl. 2017
Tabelle

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Erstellungsdatum:

09.07.2021

Autoren:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath in eigener Praxis seit über 20 Jahren. Behandelt schwerpunktmäßig Menschen mit psychosomatischen Beschwerden. Autor von zwei Gesundheitsratgebern und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.

Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen: 

Barmer-Arztreport 2019

Reizdarm-S3-Leitlinie; Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Juni 2021

Deutsche Reizdarm Selbsthilfe e.V.: Aktuelle Studien

Unabhängige pharmazeutische Informationen für Wissenschaft und Praxis der Deutschen Apotheker Zeitung: Neue klinische Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Pfefferminzöl bei Reizdarm-Syndrom

Prof. Dr. Stephan Bischoff und Julia Zimmermann, Institut für Ernährungsmedizin, Universität Hohenheim u.a.