Markus Breitenberger
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Hashimoto-Thyreoiditis

Chronische Entzündung der Schilddrüse, oft ausgelöst durch Stress und psychische Krisen

Synonym: chronische Autoimmunthyreoiditis (AIT), Morbus Hashimoto, Struma lymphomatosa
Hashimoto

Inhalt:

  1. Was ist das für eine Erkrankung?
  2. Vorkommen und Häufigkeit
  3. Begleiterkrankungen
  4. Auslöser
  5. Diagnostik
  6. Welche anderen Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden?
  7. Symptome
  8. Therapie schulmedizinisch
  9. Therapie integrativ
  10. Behandlungsbeispiel
  11. Aus der Praxis

1. Was ist das für eine Erkrankung?
Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer meist schmerzlosen, chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Die Erkrankung verläuft in Schüben. Unbehandelt ist dieser Verlauf lebenslang und laut Schulmedizin unheilbar. Ursache der Erkrankung ist ein fehlgeleiteter Prozess im Immunsystem. In der Folge kommt es zu einer Verkleinerung (Zerstörung der Drüsenzellen), oder seltener zu einer Vergrößerung (Ersatz der Drüsenzellen durch Bindegewebe) der Schilddrüse. In beiden Fällen schwinden hormonproduzierende Zellen und es kommt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse mit zahlreichen negativen Folgen für den Organismus.

2. Vorkommen und Häufigkeit
Eine Erkrankung mit fremdartigen Namen, benannt nach dem japanischen Arzt Dr. H. Hashimoto, der sie 1912 zum ersten Mal beschrieben hat. Entgegen dem exotischen Namen ist sie die häufigste Ursache für eine chronische Entzündung und primäre Unterfunktion der Schilddrüse.
In der größten bevölkerungsbasierten Verlaufsstudie zu dieser Erkrankung, der Wickham-Studie, konnte Folgendes gezeigt werden:

  • Bei 10% der Gesamtbevölkerung lassen sich erhöhte Auto-Antikörperwerte im Blut
    feststellen
  • Bei 7.5% der Bevölkerung ist zudem der (basale)TSH-Wert erhöht bei normalen
    Schilddrüsenhormon-Werten (subklinische Hypothyreose)
  • 1.9% der Bevölkerung haben eine manifeste Unterfunktion der Schilddrüse, d.h. der
    bTSH ist erhöht und die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sind erniedrigt

Betroffen sind insbesondere Frauen im 3. – 6. Lebensjahrzehnt, davon 8% aller Frauen vor und 16% aller Frauen nach der Menopause. Insgesamt leiden Frauen an einer AIT etwa 10mal häufiger als Männer.
Es besteht eine familiäre Veranlagung zu Hashimoto-Thyreoiditis.
Kinder  von Eltern mit AIT haben eine Wahrscheinlichkeit von 25%, dass sie auch eine AIT entwickeln.

3. Begleiterkrankungen
Gehäuft tritt eine Hashimoto-Thyreoiditis gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen als polyglanduläres Autoimmunsyndrom Typ II/III auf, wie: perniziöse Anämie (45%), rheumatoide Arthritis (25%), atrophische Gastritis, Morbus Addison, Alopezie u.a..

4. Auslöser
In der naturwissenschaftlichen Medizin gelten als gesicherte Faktoren, die zu einem Entstehen einer Hashimoto-Thyreoiditis führen:

  • genetische Vorbelastung
    Anm.: Interessanter als diese Tatsache wäre aber zu untersuchen, warum manche Menschen
    nicht erkranken, obwohl sie diese Veranlagung haben
  • Zufuhr hoher Dosen von Jod: jodhaltige Kontrastmittel, jodhaltige Medikamente
    Frage: zu hohe Jod-Dosierung in der Schwangerschaft?
  • verschiedene immunstimulierende Medikamente: Interferon-α, Interleukin-2
    Frage: Impfungen?

Aus meiner Erfahrung treten einige Faktoren gehäuft vor Ausbruch einer Autoimmunerkrankung
auf:

  • hormonelle Sonder-Situation meist mit hohen Östrogen- aber niedrigen Progesteronspiegel: Pubertät, polyzystisches Ovarsyndrom (Frauen mit diesem Syndrom erkranken viermal häufiger an einer AIT), seltener in der Schwangerschaft, häufig nach Entbindung, Stillzeit, seltener während Pilleneinnahme, häufiger nach Absetzen der Pille, Prämenopause, Hormonsubstitution in Menopause
  • Infekte
  • Virusinfektionen (Mononukleose, Mumps, Röteln, Herpes labialis und genitalis u.a.)
  • Stress (Beziehung, Familie, Arbeit, Finanzen u.a.)
  • persönliche Krisen

5. Diagnostik
Die Diagnose erfolgt meist als Zufallsdiagnose in frühen Krankheitsstadien oder bei fortgeschrittener Erkrankung durch gezielte Untersuchung, weil Symptome der Schilddrüsenunterfunktion (Kälteintoleranz, Abgeschlagenheit, langsamer Puls, leichte Gewichtszunahme, trockene Haut etc.) oder einer initialen Schilddrüsenüberfunktion (Wärmeintoleranz, Unruhe etc.) Anlaß dazu gegeben haben.

Sonographie:
Eine echoarme Schilddrüse, die entweder diffus vergrößert / verkleinert / mit vielen kleinen
Infiltraten versehen ist, ist mit einer Sensitivität von 95% beweisend für das Vorliegen einer
Hashimoto-Thyreoiditis (auch ohne den Nachweis von Auto-Antikörpern).

Blutuntersuchung:

  • bTSH (nur morgens entnehmen wegen zirkadianen Schwankungen) ist ausreichend zur Bestimmung einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Sehr verwirrend für Patienten sind die, je nach Quelle variierenden, Referenzbereiche für den bTSH-Wert. Danach richten sich die Empfehlungen für eine L-Thyroxinsubstitution. Eine Substitution mit L-Thyroxin bis zu einem bTSH von 4.0 – 6.0 mU/l ist optional (n. Prof. R. Gärtner, endokrinologische Abteilung LMU, München). Ausnahme bilden Personen mit ausgeprägten Symptomen, Frauen mit Kinderwunsch, Personen über 65 Jahre und Personen mit Fettstoffwechselstörungen. Hier sollte man einen bTSH unter 4.0 mU/l anstreben.
  • TPO-Antikörper (=TPO-AK) in 95% erhöht
  • TG-Antikörper (=TG-Ak) in 70% erhöht
    Die Antikörper-Konzentrationen schwanken im Krankheitsverlauf stark in Abhängigkeit
    von der Aktivität des Immunsystems. Eine Verlaufsbeobachtung ist nicht
    notwendig, wenn einmal die Diagnose gestellt wurde.
  • Die freien Schilddrüsenhormone fT4 und fT3 werden bestimmt zur Unterscheidung einer
    manifesten oder subklinischen Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
  • Zusätzlich sollte Eisen (Hb, Ferritin) und Vitamin B12 kontrolliert und ggf. substituiert
    werden. Die Schilddrüsen-Hormone T3 und T4 sind wichtig für die Vitamin B12-Aufnahme
    und den Knochenmarkstoffwechsel. Wenn die Schilddrüsen-Hormone reduziert sind
    und zusätzlich durch Verminderung der Parietalzellen im Magen bei perniziöser Anämie,
    werden auch weniger Vitamin B12 und Eisen aufgenommen. Bei einem Ferritin-Wert
    (zeigt Eisenspeicher in Leber und Knochenmark) von weniger als 20 μg/l kann Jod
    nicht in die Schilddrüse eingebaut werden und damit werden noch weniger Hormone
    produziert.

Die Schilddrüsen-Szintigraphie ist, außer in Fällen mit sonographisch nachweisbaren Knoten,
nicht weiter diagnostisch hilfreich.

Die Feinnadel-Punktion ist beweisend für den Nachweis einer lymphozytären Thyreoiditis.
Seit der Anwendung hochauflösender Sonographien ist sie aber nicht notwendig.

6. Welche anderen Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden?

  • Drüsenschwellung (Struma) mit anderer Ursache, v.a.:

Struma maligna

  • Andere Immunthyreoiditiden:

Post-partum-Thyreoiditis (PPT)

Eine PPT entwickelt sich bei ca. 4% der Frauen, typischerweise 4 – 6 Monate
nach der Entbindung, als vorübergehende Schilddrüsenfunktionsstörung. Sie tritt
auch ohne Anstieg von Auto-Antikörpern auf. Häufiger Beginn mit einer
Schilddrüsen-Überfunktion, die in die Unterfunktion übergeht. Eine Normalisierung
wird nach ca. einem Jahr beobachtet. Oft wird die PPT der Hashimoto-Thyreoiditis
gleichgesetzt und dadurch unnötig und meist lebenslang behandelt.
Zwei Ursachen werden diskutiert:
a) In der Schwangerschaft, der Stillzeit und bei hormoneller Verhütung nehmen
Östrogene zu, die einen Anstieg von TBG (Thyroxin-bindendes-Globulin) zur
Folge haben. Dadurch wird die Wirkung von Thyroxin (Schilddrüsenhormon)
vermindert.
b) Die PPT entsteht als sogenanntes ‚Reboundphänomen’ nach Immunsuppression
in der Schwangerschaft.

Morbus Basedow

Häufiger geht eine autoimmune Überfunktion in eine Unterfunktion der Schilddrüse
über (selten umgekehrt).

7. Symptome
Anfangs können Symptome einer leichten Überfunktion (Wärmeintoleranz, Nervosität,
Schweißneigung etc.) auftreten. Die sich dann einstellende Schilddrüsen-Unterfunktion tritt
häufig mit kaum beeinträchtigten Allgemeinbefinden auf. Kennzeichnendstes Symptom ist die
Kälteintoleranz. Mögliche andere Symptome sind z.B.: Müdigkeit, Gewichtszunahme,
Verstopfung, Libidoverlust, Haarausfall.
Bei subklinischer Unterfunktion werden klimakterische Beschwerden verschleiert; Symptome
treten dann nach Thyroxin-Substitution auf und werden häufig als Symptome einer Schilddrüsen-Überfunktion fehlgedeutet.

8. Therapie schulmedizinisch
Da hier keine kausale Therapie möglich ist, werden nur die Symptome behandelt. Es herrscht
Einigkeit, dass bei manifester Schilddrüsenunterfunktion, d.h. erhöhtem bTSH und erniedrigtem
fT4, eine Hormon-Substitution mit L-Thyroxin selbstverständlich ist.
Viel häufiger ist aber die subklinische Unterfunktion mit erhöhtem bTSH und normalen fT4
und fT3. Hier herrscht große Uneinigkeit bei Ärzten und Verwirrung bei Patienten, ab welchem
bTSH-Wert eine Hormonbehandlung erfolgen sollte. Nach meiner Erfahrung kann diese
Entscheidung nur unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Patientin / des
Patienten getroffen werden. Verschiedene Faktoren müssen beachtet werden:

  • Wie lange besteht die Erkrankung schon?
  • Ist die Schilddrüse größenverändert?
  • Gibt es Knoten in der Schilddrüse?
  • Liegen Begleiterkrankungen vor?
  • Bestehen Fettstoffwechselstörungen? Das kardiovaskuläre Risiko muß durch Senkung
    von LDL-Cholesterin minimiert werden.
  • Wie alt ist die Patientin / der Patient? Patienten über 65 Jahre mit subklinischer
    Schilddrüsen-Unterfunktion haben eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit an Demenz
    zu erkranken.
  • Liegt ein Kinderwunsch vor? Frauen mit einer AIT haben eine dreimal höhere Frühabortrate
    als gesunde Frauen.
  • Wie ist das subjektive Wohlbefinden?

Wenn Hormone gegeben werden, müssen diese einschleichend mit 25 Mikrogramm (μg)
begonnen werden. Steigerung alle 2 Wochen um 25 μg bis auf 100 μg. Das subjektive
Wohlbefinden sollte hier immer Vorrang haben vor der schnellen Normalisierung des bTSH.
Bei Überdosierung erfolgt häufig eine ‘Hyperthyreosis factitia’, d.h. künstlich erzeugte Symptome
einer Schilddrüsen-Überfunktion.
Allergien können auftreten (Durchfall etc.) durch Zusatzstoffe in L-Thyroxin-Präparaten.
L-Thyroxin wirkt diabetogen, das bedeutet, die Wirkung von Insulin wird abgeschwächt.
Die Wirkung von Antikoagulantien wird verstärkt (Quick-Kontrolle notig).
Das bTSH wird zwischen 0.5 – 1.5 mU/l im unteren Normalbereich eingestellt. Dies wird meist mit einer L-Thyroxindosis von 1.5 μg/kg Körpergewicht erreicht.
Bei bestehenden Knoten in der Schilddrüse wird ein Wert unter 1.0 mU/l angestrebt, um einer Entartung vorzubeugen.
Die gesamte Tagesdosis von L-Thyroxin muss morgens mindestens eine halbe Stunde vor der Mahlzeit nüchtern eingenommen werden. Es darf kein Kaffee dazu getrunken werden.
Eine Jod-Subtitution ist bei Hashimoto-Thyreoiditis nicht sinnvoll. Die Fähigkeit zur Jodaufnahme
ist bei AIT vermindert bis ganz aufgehoben und zudem verstärken höhere Joddosen den
Entzündungsprozess.
Ebenfalls sind Immunsuppressiva (Chemotherapeutika) und Stereoide (Cortison) nutzlos.
Kontraindikationen für L-Thyroxinsubstitution sind funktionelle Autonomie (durch Szintigramm
feststellbar) und Herzerkrankungen.

9. Therapie integrativ
Ein integrativer Therapieansatz berücksichtigt die Möglichkeiten verschiedener medizinischer
Disziplinen und Ansätze zum Wohle des Patienten. Ziel ist, eine individuell passende
Behandlung zu entwerfen, die ein Maximum an Heilwirkung bei einem Minimum an
Nebenwirkung und Medikamenten-Abhängigkeit zur Folge hat. Bei Autoimmunerkrankungen
haben sich in meiner Praxis die Anwendung folgender Therapierichtungen, als Mono- oder
Simultanbehandlung, als sehr hilfreich erwiesen: naturwissenschaftliche Medizin, klassische
Homöopathie, Phytotherapie, Psychotherapie / Selbsterfahrung. Unterschiedliche Menschen
werden von unterschiedlichen Richtungen angesprochen und erreicht. Folgende Schemata
haben sich als heilsam erwiesen, sind aber jederzeit zu verändern oder zu ergänzen, wenn
es Laborwerte, Ultraschalldiagnostik oder subjektives Befinden erfordern:

  • Wenn nur Auto-Antikörper erhöht sind:
    Homöopathische Konstitutionsbehandlung + Selen (200 μg pro Tag)
  • Wenn nur bTSH und Auto-Antikörper erhöht sind (subklinische Hypothyreose):
    Homöopathische Konstitutionsbehandlung + Selen (200 μg pro Tag);
    evt. Hormonsubstitution, wenn sich bei Frauen mit Kinderwunsch oder Frauen über 65
    Jahren ein bTSH von mehr als 4.0 mU/l über mehr als ein halbes Jahr als
    therapieresistent erweist, oder wenn andere zwingende Gründe Anlass dazu geben.
  • Wenn bTSH und Auto-Antikörper erhöht sind und fT4 erniedrigt ist (manifeste
    Hypothyreose):

    Homöopathische Konstitutionsbehandlung + Selen (200 μg pro Tag) + Hormonsubstitution
  • Bei subklinischer oder manifester Schilddrüsen-Überfunktion im Rahmen einer AIT, d.h.
    wenn bTSH erniedrigt und fT3 und fT4 normal oder erhöht sind
    , muß eine Therapie
    einsetzen, um Vorhofflimmern und neuropsychiatrische Erkrankungen zu verhindern:
    Homöopathische Konstitutionsbehandlung + L-Carnitin (2-4 g pro Tag);
    evt. medikamentöse antithyreoidale Therapie (Carbimazol o.ä.), wenn der bTSH binnen
    3 Monate nicht ansteigt, oder wenn andere zwingende Gründe Anlass dazu geben.

10. Behandlungs-Beispiel

Schulmedizin (organotrop):

  • Der Patient wird bei typischer Symptomatik vom Hausarzt zum Endokrinologen (Facharzt für hormonelle Erkrankungen) überwiesen.
  • Der Arzt fokussiert meist nur die Hormondrüsen, nämlich Hypophyse und Schilddrüse. Das ursächliche Zentrum der Erkrankung, das Immunsystem, wird nicht behandelt.
  • Nach Laboruntersuchung, Ultraschall und in der Regel zehnminütigem Gespräch (es gibt hier auch Ausnahmen) werden Medikamente zur lebenslangen Einnahme verordnet.
  • Therapeutische Alternativen werden meist als unverantwortlich abgelehnt.
  • Der Schilddrüse wird es abgenommen, Hormone selbst zu produzieren, weil sie durch die Medikamente von außen zugeführt werden. In der Folge stellt das potentiell noch produktionsfähige Gewebe die Herstellung von Hormonen ein.
  • Bei richtiger Dosierung normalisieren sich die Laborwerte und werden jährlich überprüft (die richtige individuelle Dosierung ist manchmal sehr schwierig zu ermitteln, und es können sogenannte ‘iatrogene’, d.h. durch ärztliche Einwirkung entstandene, Krankheiten, wie z.B. ‚Hyperthyreosis factitia’ entstehen)
  • Für die meisten Endokrinologen ist der Patient damit geheilt.
  • Sollte sich eine weitere Schwächung des Organismus an einem anderen Organ zeigen (polyglanduläres Autoimmunsyndrom), sucht der Patient den nächsten Facharzt auf, der ebenfalls wieder nur einen Teil-Ausschnitt dieses Menschen berücksichtigt. Das Zentrum der Erkrankung, das Immunsystem, bleibt unbehandelt.

Homöopathie (personotrop):

  • Der Patient kommt vom Allgemeinarzt oder Endokrinologen auf der Suche nach
    Alternativen zu einer lebenslangen Medikamenten-Einnahme.
  • Es wurden Laborwerte und Ultraschall bzw. Szintigramm für Diagnose, Prognose und
    Verlaufsbeurteilung bestimmt.
  • Wenn die erhobenen klinischen Daten es erlauben, wählt der Homöopath einen
    Behandlungsweg, auf dem der Organismus durch ein homöopathisches Arzneimittel
    zur Selbstregulation angeregt wird.
  • In der homöopathischen Anamnese wird versucht zu verstehen, wodurch es zu einer
    solchen Entgleisung des Immunsystems gekommen ist.
  • Die Behandlung zielt darauf ab, den Menschen zu heilen. Das Immunsystem soll von
    einer weiteren Zerstörung körpereigenen Gewebes abgehalten werden.
  • Nach Rückgang der Symptome und Normalisierung der Laborwerte, kann die
    homöopathische Therapie bewirken, dass die Krankheit nicht wiederholt auftritt oder sich in eine
    andere (Autoimmun-) Krankheit wandelt.
  • Eine Simultanbehandlung von Homöopathie und Schulmedizin wird dann durchgeführt,
    wenn schon soviel Schilddrüsen-Gewebe durch die Entzündung zerstört ist, dass eine
    selbstständige Hormon-Versorgung nicht mehr möglich ist.
    Es wird nur die zur Deckung des Hormondefizits nötige Hormonmenge zugeführt.
    Durch homöopathische Behandlung wird die Fähigkeit zur Hormonproduktion aktiviert,
    und das noch funktionstüchtige Gewebe wird durch Selen geschützt.

Auch wenn der Patient sich subjektiv wieder wohler fühlt, werden weiterhin jährlich die nötigen
Laborparameter bestimmt, die Schilddrüse mit Ultraschall untersucht und eine homöopathische
Anamnese durchgeführt, um die Dauerhaftigkeit der Heilung zu gewährleisten.

11. Aus der Praxis
Hashimoto-Thyreoiditis kann mit der sogenannten Schulmedizin nicht geheilt werden. Leider darf für viele Naturwissenschaftler nicht sein, was in ihrer Vorstellung nicht sein kann: Menschen, die von dieser Autoimmunerkrankung geheilt sind. Dass das auch anders laufen könnte, zeigt eine überlieferte Aussage Einsteins an Heisenberg: “Die Theorie bestimmt was wir beobachten können”. Das heißt viele Mediziner müssten ihre Theorien verändern, beginnend mit offenem Interesse statt einer häufig anzutreffenden Ignoranz, gegenüber anderen Erfahrungswerten. Was bedeutet Heilung in diesem Zusammenhang? Wenn über einen Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr der bTSH-Wert und die Hormonwerte im Normbereich sind, die Schilddrüse sich weder weiter verkleinert noch vergrößert und das subjektive Wohlbefinden in Ordnung ist, dann nenne ich das Heilung (die TPO-Antikörper sind meist Folge, nicht Ursache der Erkrankung und deren Werte sind nicht maßgeblich für den Heilungsprozeß). Diese Situation durfte ich mit Patienten in der Praxis Dutzende Male erleben (auch bei bTSH von 86 mU/l zu Beginn der Behandlung). Dies soll und darf kein Heilversprechen sein, sondern betroffenen Menschen Hoffnung geben auf ihrem oft schwierigen Weg.

Aufgrund der vielen Anfragen in der Praxis zum Thema Behandlung bei Hashimoto-Thyreoiditis, bitte ich Sie um folgendes:

  • Bitte nur Anfragen per email, wenn Sie einen konkreten Behandlungswunsch haben. Ansonsten ist die Beantwortung der vielen allgemeinen Fragen nicht mehr zu bewältigen. Ich muss diese Einschränkung machen, damit ich mich voll und ganz auf meine eigentliche Arbeit als Heilpraktiker in der Praxis für Homöopathie und Psychotherapie konzentrieren kann: die umfassende Behandlung und Betreuung meiner Patienten.
  •  Termine in der Praxis bitte, wenn möglich, telefonisch vereinbaren zu den täglichen Telefonsprechzeiten.
  • Wenn Sie nicht in München wohnen, haben Sie zwei Behandlungsoptionen:
    Erstens: Persönlicher Termin in der Praxis und nach ca. drei Monaten ein weiterer telefonischer Termin. Anhand von Laborbefunden und subjektiven Befinden wird dabei entschieden, ob ein weiterer persönlicher Termin notwendig ist, oder, ob ein Telefon-Termin ausreicht.
    Zweitens: Teilnahme an einem Wochenend-Seminar mit homöopathischer Behandlung bei Bedarf.
  • Hier finden Sie antworten auf Fragen zur Erstattung der homöopathischen und psychotherapeutischen Behandlung.
  • Das Behandlungskonzept, dass ich speziell bei Autoimmunerkrankungen anbiete, hat sich über viele Jahre in eigener Forschung und praktischer Anwendung entwickelt. Bisher kenne ich keine Kollegen, die ein ähnliches Konzept aus schulmedizinischer Diagnostik, homöopathischer Therapie und gegebenenfalls psychotherapeutischer Unterstützung, schwerpunktmäßig bei Autoimmunkrankheiten, anbieten. Über Hinweise von Kollegen, auf die ich verweisen kann, bin ich dankbar.