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Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Erkrankung des Immunsystems, die zu einer chronischen Schilddrüsenentzündung und schließlich zur Schilddrüsenunterfunktion führt. Obwohl 10 Prozent der Bevölkerung potenziell von Hashimoto-Thyreoiditis betroffen sind, besteht in Fachkreisen eine auffallende Unkenntnis über mögliche Auslöser und erfolgreiche Behandlung von Hashimoto-Thyreoiditis. In über 10 Jahren intensiver Beschäftigung mit dieser Autoimmunkrankheit habe ich viel von meinen Patienten gelernt: Ich nahm sie in ihrem Leiden ernst, gab mir Zeit in der Anamnese und erfuhr von ihnen, was alles zu dieser Krankheit führen kann und was in Zukunft heilsam sein könnte.

Daraus entstand ein integratives Behandlungskonzept, das völlig undogmatisch das Beste aus naturwissenschaftlicher Medizin, klassischer Homöopathie und Selbsterfahrung vereint. Um die beschwerlichen Symptome zu lindern, ist oft eine homöopathische Arzneitherapie nötig, die manchmal mit schulmedizinischer Medikation kombiniert werden muss.

Daneben unterstütze ich den Menschen, dessen Immunsystem eigene Organe angreift, sich selbst wieder zu erkennen und die Faktoren in seinem Leben zu beeinflussen, die diese Krankheit ausgelöst haben. Dabei entwerfe ich für jeden Patienten eine individuell passende und nebenwirkungsfreie Therapie. In diesem Artikel möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick darüber geben.

Wissenswertes

Hashimoto-Thyreoiditis wird auch als chronische Autoimmunthyreoiditis (AIT), Autoimmunthyreopathie oder Struma lymphomatosa Hashimoto bezeichnet. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer meist schmerzlosen, chronischen Schilddrüsenentzündung führt. Die Erkrankung verläuft in Schüben. Unbehandelt ist dieser Verlauf lebenslang und laut Schulmedizin unheilbar.

Ursache ist ein fehlgeleiteter Prozess im Immunsystem. In der Folge kommt es zu einer Verkleinerung (Zerstörung der Drüsenzellen), oder seltener zu einer Vergrößerung (Ersatz der Drüsenzellen durch Bindegewebe) der Schilddrüse. In beiden Fällen schwinden hormonproduzierende Zellen, und es kommt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse mit zahlreichen negativen Folgen für den Organismus.

Häufigkeit

Die Erkrankung ist nach dem japanischen Arzt Dr. Hakaru Hashimoto benannt, der sie 1912 zum ersten Mal beschrieben hat. Entgegen dem exotischen Namen ist sie die häufigste Ursache für eine chronische Entzündung und primäre Unterfunktion der Schilddrüse bei ausreichender Jodversorgung. In der größten bevölkerungsbasierten Verlaufsstudie zu dieser Erkrankung, der Wickham-Studie, konnte Folgendes gezeigt werden:

  • Bei 10% der Gesamtbevölkerung lassen sich erhöhte Auto-Antikörperwerte im Blut feststellen
  • Bei 7,5% der Bevölkerung ist zudem der (basale) TSH-Wert erhöht bei normalem Schilddrüsenwert (subklinische Hypothyreose)
  • 1,9% der Bevölkerung haben eine manifeste Unterfunktion der Schilddrüse, das heißt der bTSH ist erhöht und die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sind erniedrigt

Betroffen sind insbesondere Frauen im dritten bis sechsten Lebensjahrzehnt, davon 8% aller Frauen vor und 16% aller Frauen nach der Menopause. Insgesamt leiden Frauen an einer AIT etwa 10 Mal häufiger als Männer. Es besteht eine familiäre Veranlagung zu Hashimoto-Thyreoiditis. Kinder  von Eltern mit AIT haben eine Wahrscheinlichkeit von 25%, dass sie auch eine AIT entwickeln.

Begleiterkrankungen

Hashimoto-Thyreoiditis und auch Morbus Basedow können gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen als polyglanduläres Autoimmunsyndrom (PAS) auftreten. Dabei sind mindestens zwei endokrine Organe betroffen, bei denen autoimmune Prozesse zugrunde liegen. Folgende Erkrankungen treten dabei gehäuft in Kombination auf: Zöliakie, Alopezia areata, Vitiligo, perniziöse Anämie, rheumatoide Arthritis, mukokutane Candidiasis, Morbus Addison, chronischer Hypoparathyreoidismus, Diabetes mellitus Typ I.

Auslöser

In der naturwissenschaftlichen Medizin gelten als gesicherte Faktoren, die zum Entstehen einer Hashimoto-Thyreoiditis führen:

  • Genetische Vorbelastung; Anmerkung: Interessanter als diese Tatsache wäre aber zu untersuchen, warum manche Menschen nicht erkranken, obwohl sie diese Veranlagung haben;
  • Zufuhr hoher Dosen von Jod: jodhaltige Kontrastmittel, jodhaltige Medikamente – Frage: Zu hohe Jodaufnahme in der Schwangerschaft?
  • verschiedene immunstimulierende Medikamente: Interferon-α, Interleukin-2 etc.
  • Die Frage inwieweit Impfungen eine Rolle spielen wird derzeit leider eher polemisch als sachlich zu klären versucht.

Einige Faktoren treten gehäuft vor Ausbruch einer Autoimmunerkrankung bzw. Autoimmunthyreopathie auf:

  • Hormonelle Umstellungsphasen, meist mit hohem Östrogen-, aber niedrigem Progesteronspiegel: Pubertät, polyzystisches Ovarsyndrom (Frauen mit diesem Syndrom erkranken viermal häufiger an einer AIT), seltener in der Schwangerschaft, häufig nach Entbindung, Stillzeit, seltener während Pilleneinnahme, häufiger nach Absetzen der Pille, Prämenopause, Hormonsubstitution in der Menopause
  • Infekte
  • Virusinfektionen: Mononukleose, Mumps, Röteln, Herpes labialis und genitalis u. a.
  • Stress: Beziehung, Familie, Arbeit, Finanzen u. a.
  • persönliche Krisen
  • Welche Rolle Ernährungsgewohnheiten spielen bei einer Autoimmunthyreopathie ist noch völlig unklar. Mediziner wie Dr. D. Kharrazian aus den USA berichten über eine kausale Verbindung zwischen Glutenunverträglichkeit und autoimmuner Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoidits. Richtig und sinnvoll ist dabei, dass damit der Fokus auf das Immunsystem gerichtet wird, dass sich zu 80% im Darm befindet, anstatt die Behandlung der Schilddrüse allein auf eine Hormonersatztherapie zu reduzieren. Ganz sicher falsch dabei ist, dass jeder Hashimoto-Thyreoiditis eine Glutenunverträglichkeit oder ein Leaky-Gut-Syndrom zugrunde liegt. In der homöopathischen Praxis M. Breitenberger wird schon beim ersten Behandlungstermin ein möglicher ursächlicher Zusammenhang zwischen Autoimmunkrankheit und Glutenunverträglichkeit abgeklärt.

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt meist als Zufallsdiagnose in frühen Krankheitsstadien oder bei fortgeschrittener Erkrankung durch gezielte Untersuchung, weil Symptome der Schilddrüsenunterfunktion (Kälteintoleranz, Abgeschlagenheit, langsamer Puls, leichte Gewichtszunahme, trockene Haut etc.) oder einer initialen Schilddrüsenüberfunktion (Wärmeintoleranz, Unruhe etc.) Anlass dazu gegeben haben.

Sonographie der Schilddrüse:

Eine echoarme Schilddrüse, die entweder diffus vergrößert / verkleinert / mit vielen kleinen Infiltraten versehen ist, ist mit einer Sensitivität von 95% beweisend für das Vorliegen einer Hashimoto-Thyreoiditis (auch ohne den Nachweis von Auto-Antikörpern).

Die Schilddrüsen-Szintigraphie ist, außer in Fällen mit sonographisch nachweisbaren Knoten, diagnostisch nicht weiter hilfreich. Die Feinnadel-Punktion ist beweisend für den Nachweis einer lymphozytären Thyreoiditis. Seit der Anwendung hochauflösender Sonographien ist sie aber nicht notwendig.

Blutuntersuchung:

bTSH
Nur morgens entnehmen wegen zirkadianer Schwankungen. Ist ausreichend zur Bestimmung einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Sehr verwirrend für Patienten sind die je nach Quelle variierenden Grenzwerte für den bTSH-Wert. Danach richten sich die Empfehlungen für eine L-Thyroxinsubstitution.

Eine Substitution mit L-Thyroxin bis zu einem bTSH von 4.0 – 6.0 mU/l ist optional (nach Prof. R. Gärtner, endokrinologische Abteilung LMU, München). Ausnahme bilden Personen mit ausgeprägten Symptomen, Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere, Menschen über 65 Jahre und Patienten mit Fettstoffwechselstörungen. Hier sollte man einen bTSH unter 4.0 mU/l anstreben.

Antikörper
– TPO-Antikörper (= TPO-AK) in 95% erhöht
– TG-Antikörper (= TG-Ak = TAK) in 70% erhöht.

Manchmal sind die Antikörper zu Beginn negativ und zeigen sich erst im weiteren Verlauf der Erkrankung. Die Diagnose wird dann anhand der Sonographie gestellt. Die Antikörper-Konzentrationen schwanken im Krankheitsverlauf stark in Abhängigkeit von der Aktivität des Immunsystems. Eine Kontrolle der Antikörper ist nur ein Mal pro Jahr notwendig, um über die Verordnung von Selen zu entscheiden. Ansonsten lassen die Antikörper keine Rückschlüsse über das Stadium und den Verlauf der Erkrankung zu.

– TRAK-Antikörper (= TSH-AK) sind wichtige Hinweise für Morbus Basedow und werden nur bei initialer Überfunktion bestimmt.

fT4 und fT3
Die freien Schilddrüsenhormone werden initial bestimmt zur Unterscheidung einer manifesten oder subklinischen Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Bei einer Überfunktion oder bei Unterfunktion der Schilddrüse in der Schwangerschaft werden die Schilddrüsenhormone regelmäßig bestimmt.

Auch für die Diagnose einer nicht selten vorkommenden Konversionsstörung müssen diese beiden Werte unbedingt wenigstens einmal bestimmt werden. Wenn bei der Unterfunktion der bTSH-Wert in Ordnung ist, müssen fT3 und fT4 nicht fortlaufend bestimmt werden.

Eisen (Hb, Ferritin), Vitamin D und Vitamin B12
Sollten zu Beginn kontrolliert und bei Mangel substituiert werden. Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind wichtig für die Vitamin-B12-Aufnahme und den Knochenmarkstoffwechsel. Wenn die Schilddrüsenhormone reduziert sind und zusätzlich durch Verminderung der Parietalzellen im Magen bei perniziöser Anämie oder bei Schädigung der Darmschleimhaut durch Zöliakie, werden auch weniger Vitamin B12 und Eisen aufgenommen.

Bei einem Ferritin-Wert (zeigt Eisenspeicher in Leber und Knochenmark) von weniger als 20 μg/l kann Jod nicht in die Schilddrüse eingebaut werden und damit werden noch weniger Hormone produziert.

Bei Vitamin D-Mangel sollte in manchen Fällen neben der  Speicherform 25-Vitamin-D auch die aktive Form 1,25-Vitamin-D gemessen werden.

Kleines Blutbild

optional:

GTT (Glukose-Toleranz-Test)
Sollte bestimmt werden bei Heißhunger-Attacken und anfallsweiser Zittrigkeit. Eine Insulinresistenz kann damit nachgewiesen werden, die nicht selten bei Hashimoto-Thyreoiditis mit PCO-Syndrom und frustranem Kinderwunsch auftritt.

Calcitonin und Thyreoglobulin
Werden nur bei Knoten in der Schilddrüse als Tumormarker bestimmt.

Abklären

Folgende Erkrankungen müssen differentialdiagnostisch abgeklärt und ausgeschlossen werden:

  • Morbus Basedow;
    häufiger geht eine autoimmune Überfunktion in eine Unterfunktion der Schilddrüse über (selten umgekehrt).
  • Struma maligna
  • De Quervain Thyreoiditis
  • Post-partum-Thyreoiditis (PPT)

Eine PPT entwickelt sich bei ca. 4% der Frauen, typischerweise 4 bis 6 Monate nach der Entbindung, als vorübergehende Schilddrüsenfunktionsstörung. Sie tritt auch ohne Anstieg von Auto-Antikörpern auf. Häufiger Beginn mit einer Schilddrüsenüberfunktion, die in die Unterfunktion übergeht. Eine Normalisierung wird nach etwa einem Jahr beobachtet. Oft wird die PPT der Hashimoto-Thyreoiditis gleichgesetzt und dadurch unnötig und meist lebenslang behandelt. Zwei Ursachen werden diskutiert:

1) In der Schwangerschaft, der Stillzeit und bei hormoneller Verhütung nehmen Östrogene zu, die einen Anstieg von TBG (Thyroxin-bindendes-Globulin) zur Folge haben. Dadurch wird die Wirkung von Thyroxin (Schilddrüsenhormon) vermindert.

2) Die PPT entsteht als sogenanntes Reboundphänomen nach Immunsuppression in der Schwangerschaft.

Symptome

Anfangs können Symptome einer leichten Überfunktion (Wärmeintoleranz, Nervosität, Schweißneigung etc.) auftreten. Die sich dann einstellende Schilddrüsenerkrankung – in diesem Fall die Schilddrüsenunterfunktion tritt häufig mit kaum beeinträchtigtem Allgemeinbefinden auf. Kennzeichnendstes Symptom ist die Kälteintoleranz.

Weitere mögliche Symptome sind z. B. Müdigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung, Libidoverlust, Haarausfall. Bei subklinischer Unterfunktion werden klimakterische Beschwerden verschleiert; Symptome treten dann nach Thyroxin-Substitution auf und werden häufig als Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion fehlgedeutet.

Therapie

Da in der schulmedizinischen Therapie keine kausale Behandlung möglich ist, werden nur die Symptome behandelt. Es herrscht Einigkeit, dass bei manifester Schilddrüsenunterfunktion, d. h. erhöhtem bTSH und erniedrigtem fT4, eine Hormon-Substitution mit L-Thyroxin selbstverständlich ist. Viel häufiger ist aber die subklinische Unterfunktion mit erhöhtem bTSH und normalen fT4 und fT3.

Hier herrscht große Uneinigkeit bei Ärzten und Verwirrung bei Patienten, ab welchem bTSH-Wert eine Hormonbehandlung erfolgen sollte. Nach meiner Erfahrung kann diese Entscheidung nur unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten getroffen werden. Verschiedene Faktoren müssen beachtet werden:

  • Wie lange besteht die Erkrankung schon?
  • Ist die Schilddrüse größenverändert?
  • Gibt es Knoten in der Schilddrüse?
  • Liegen Begleiterkrankungen vor?
  • Bestehen Fettstoffwechselstörungen? Das kardiovaskuläre Risiko muß durch Senkung von LDL-Cholesterin minimiert werden.
  • Wie alt ist die Patientin / der Patient? Patienten über 65 Jahre mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion haben eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken.
  • Liegt ein Kinderwunsch vor? Frauen mit einer AIT haben eine dreimal höhere Frühabortrate als gesunde Frauen.
  • Besteht eine Schwangerschaft?
  • Wie ist das subjektive Wohlbefinden?

Hormonsubstitution

Wenn Hormone gegeben werden:

  • Sollen diese in der Regel initial mit maximal 25 Mikrogramm (μg) begonnen werden; Steigerung frühestens jeweils nach 2 Monaten um 25 μg, wenn der Laborbefund dies erfordert.
  • Das subjektive Wohlbefinden sollte hier immer Vorrang haben vor der voreiligen Normalisierung des bTSH.
  • Bei Überdosierung erfolgt häufig eine Hyperthyreosis factitia, d. h. künstlich erzeugte Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion.
  • Allergien können auftreten (Durchfall etc.) durch Zusatzstoffe in L-Thyroxin-Präparaten.
  • L-Thyroxin wirkt diabetogen, das bedeutet, die Wirkung von Insulin wird abgeschwächt.
  • Die Wirkung von Antikoagulantien wird verstärkt (Quick-Kontrolle notig).
  • Das bTSH wird zwischen 0.5 – 1.5 mU/l im unteren Normalbereich eingestellt. Dies wird meist mit einer L-Thyroxindosis von 1.5 μg/kg Körpergewicht erreicht.
  • Bei bestehenden Knoten in der Schilddrüse wird ein Wert unter 1.0 mU/l angestrebt, um einer Entartung vorzubeugen.
  • Die gesamte Tagesdosis von L-Thyroxin muss morgens mindestens eine halbe Stunde vor der Mahlzeit nüchtern eingenommen werden. Es darf kein Kaffee dazu getrunken werden.
  • Eine Jod-Substitution ist bei Hashimoto-Thyreoiditis nicht sinnvoll. Die Fähigkeit zur Jodaufnahme ist bei AIT vermindert bis ganz aufgehoben, und höhere Joddosen verstärken zudem den Entzündungsprozess.
  • Ebenfalls sind Immunsuppressiva (Chemotherapeutika) und Steroide (Cortison) nutzlos.
  • Kontraindikationen für L-Thyroxinsubstitution sind funktionelle Autonomie (durch Szintigramm feststellbar) und Herzerkrankungen.

Erweiterte Therapie

Ein integrativer Therapieansatz berücksichtigt die Möglichkeiten verschiedener medizinischer Disziplinen und Ansätze zum Wohle des Patienten. Ziel ist es, eine individuell passende Behandlung zu entwerfen, die ein Maximum an Heilwirkung bei einem Minimum an Nebenwirkungen und Medikamenten-Abhängigkeit hat.

Bei Autoimmunerkrankungen haben sich in meiner Praxis folgende Therapierichtungen – als Mono- oder Simultanbehandlung – bewährt:

  1. Naturwissenschaftliche Medizin
  2. Klassische Homöopathie
  3. Phytotherapie
  4. Psychotherapie / Selbsterfahrung.

Unterschiedliche Menschen werden von unterschiedlichen Richtungen angesprochen und erreicht. Folgende Schemata haben sich als heilsam erwiesen, sind aber jederzeit zu verändern oder zu ergänzen, wenn Laborwerte, Ultraschalldiagnostik oder subjektives Befinden dies erfordern:

  • Wenn nur Auto-Antikörper erhöht sind: Homöopathische Konstitutionsbehandlung + Selen (200 μg pro Tag)
  • Wenn nur bTSH und Auto-Antikörper erhöht sind (subklinische Hypothyreose): Homöopathische Konstitutionsbehandlung + Selen (200 μg pro Tag); evtl. Hormonsubstitution, wenn sich bei Frauen mit Kinderwunsch oder Frauen über 65 Jahren ein bTSH von mehr als 4.0 mU/l über mehr als ein halbes Jahr als therapieresistent erweist, oder wenn andere zwingende Gründe Anlass dazu geben.
  • Wenn bTSH und Auto-Antikörper erhöht sind und fT4 erniedrigt ist (manifeste Hypothyreose): Homöopathische Konstitutionsbehandlung + Selen (200 μg pro Tag) + Hormonsubstitution
  • Bei subklinischer oder manifester Schilddrüsenüberfunktion im Rahmen einer AIT, d. h. wenn bTSH erniedrigt und fT3 und fT4 normal oder erhöht sind, muss eine Therapie einsetzen, um Vorhofflimmern und neuropsychiatrische Erkrankungen zu verhindern: Homöopathische Konstitutionsbehandlung + L-Carnitin (2-4 g pro Tag); evtl. medikamentöse antithyreoidale Therapie (mit Carbimazol o.ä.), wenn der bTSH binnen 3 Monaten nicht ansteigt oder andere zwingende Gründe Anlass dazu geben.

Behandlungsbeispiel

Schulmedizin (organotrop):

  • Der Patient wird bei typischer Symptomatik vom Hausarzt zum Endokrinologen (Facharzt für hormonelle Erkrankungen) überwiesen.
  • Der Arzt fokussiert meist nur auf die Hormondrüsen, nämlich Hypophyse und Schilddrüse. Das ursächliche Zentrum der Erkrankung, das Immunsystem, wird nicht behandelt.
  • Nach Laboruntersuchung, Ultraschall und kurzem Gespräch verordnet er Medikamente zur lebenslangen Einnahme.
  • Therapeutische Alternativen werden meist als unverantwortlich abgelehnt.
  • Der Schilddrüse wird es abgenommen, Hormone selbst zu produzieren, weil sie durch die Medikamente von außen zugeführt werden. In der Folge stellt das potenziell noch produktionsfähige Gewebe die Herstellung von Hormonen ein. Die frühe Verordnung von Schilddrüsenhormonen, auch wenn noch kein klinischer Mangel zu erkennen ist, wird von den Endokrinologen dadurch gerechtfertigt, dass die Schilddrüse dadurch entlastet und die Schilddrüsenentzündung nicht weiter fortschreiten würde. Die Schilddrüsenentzündung soll also durch die Einnahme von Hormonen für die Schilddrüse eingedämmt werden. Das erscheint jedoch sehr fragwürdig, weil die Entzündung vom Immunsystem und nicht von der Schilddrüse ausgeht.
  • Bei richtiger Dosierung normalisieren sich die Laborwerte und werden anfangs alle drei Monate, dann halbjährlich überprüft. Die richtige individuelle Dosierung ist manchmal sehr schwierig zu ermitteln, und es können sogenannte iatrogene, d. h. durch ärztliche Einwirkung entstandene, Krankheiten wie zum Beispiel Hyperthyreosis factitia entstehen.
  • Für die meisten Endokrinologen ist der Patient damit geheilt.
  • Sollte sich eine weitere Schwächung des Organismus an einem anderen Organ zeigen (polyglanduläres Autoimmunsyndrom), sucht der Patient den nächsten Facharzt auf, der ebenfalls wieder nur einen Teilbereich dieses Menschen berücksichtigt. Das Zentrum der Erkrankung, das Immunsystem, bleibt unbehandelt.

Homöopathie (personotrop):

  • Der Patient kommt vom Allgemeinarzt oder Endokrinologen auf der Suche nach Alternativen zu einer lebenslangen Medikamenteneinnahme.
  • Es wurden Laborwerte und Ultraschall bzw. Szintigramm für Diagnose, Prognose und Verlaufsbeurteilung bestimmt.
  • Wenn die erhobenen klinischen Daten es erlauben, wählt der Homöopath einen Behandlungsweg, auf dem der Organismus durch ein homöopathisches Arzneimittel zur Selbstregulation angeregt wird.
  • In der homöopathischen Anamnese versucht er zu verstehen, wodurch es zu einer solchen Entgleisung des Immunsystems gekommen ist.
  • Die Behandlung zielt darauf ab, den Menschen zu heilen. Das Immunsystem soll von einer weiteren Zerstörung körpereigenen Gewebes abgehalten werden.
  • Nach Rückgang der Symptome und Normalisierung der Laborwerte kann die homöopathische Therapie bewirken, dass die Krankheit nicht wiederholt auftritt oder sich in eine andere (Autoimmun-) Krankheit wandelt.
  • Eine Simultanbehandlung von Homöopathie und Schulmedizin wird dann durchgeführt, wenn schon so viel Schilddrüsengewebe durch die Entzündung zerstört ist, dass eine selbstständige Hormonversorgung nicht mehr möglich ist. Dabei wird nur die zur Deckung des Hormondefizits nötige Hormonmenge zugeführt. Durch homöopathische Behandlung wird die Fähigkeit zur Hormonproduktion aktiviert, und das noch funktionstüchtige Gewebe wird durch Selen geschützt.

Auch wenn der Patient sich subjektiv wieder wohler fühlt, werden weiterhin jährlich die nötigen Laborparameter bestimmt, die Schilddrüse mit Ultraschall untersucht und eine homöopathische Anamnese durchgeführt, um die Dauerhaftigkeit der Heilung zu gewährleisten.

Aus der Praxis

Hashimoto-Thyreoiditis kann schulmedizinisch nicht geheilt werden. Leider darf für viele Naturwissenschaftler nicht sein, was in ihrer Vorstellung nicht sein kann: Menschen, die von dieser Autoimmunerkrankung geheilt wurden. Dass das auch anders laufen könnte, zeigt eine überlieferte Aussage Einsteins an Heisenberg: „Die Theorie bestimmt, was wir beobachten können.“

Das heißt, dass viele Mediziner ihre Theorien verändern müssten, beginnend mit offenem Interesse statt einer häufig anzutreffenden Ignoranz gegenüber anderen Erfahrungswerten. Was bedeutet Heilung in diesem Zusammenhang? Wenn über einen Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr der bTSH-Wert und die Hormonwerte im Normbereich sind, die Schilddrüse sich weder weiter verkleinert noch vergrößert und das subjektive Wohlbefinden in Ordnung ist, dann nenne ich das Heilung.

Die TPO-Antikörper sind meist Folge, nicht Ursache der Erkrankung und ihre Werte daher nicht maßgeblich für den Heilungsprozess. Diese Situation durfte ich mit Patienten in der Praxis Dutzende Male erleben, auch bei bTSH im dreistelligen Bereich (mU/l) zu Beginn der Behandlung. Dies soll und darf kein Heilversprechen sein, sondern betroffenen Menschen Hoffnung geben auf ihrem oft schwierigen Weg.

Kontakt

  • Bitte nur Anfragen per E-Mail, wenn Sie einen konkreten Behandlungswunsch haben. Die Beantwortung der vielen allgemeinen Fragen ist für mich nicht mehr zu bewältigen. Ich muss diese Einschränkung machen, damit ich mich voll und ganz auf meine eigentliche Arbeit als Heilpraktiker in der Praxis für Homöopathie und Psychotherapie konzentrieren kann: die umfassende Behandlung und Betreuung meiner Patienten.
  • Termine in der Praxis können Sie gerne per E-Mail vereinbaren.
  • Wenn Sie nicht in München wohnen, haben Sie zwei Behandlungsoptionen: Erstens: Persönlicher Termin in der Praxis und nach etwa drei Monaten ein weiterer telefonischer Termin. Anhand von Laborbefunden und subjektivem Befinden wird dabei entschieden, ob ein weiterer persönlicher Termin notwendig ist oder ob ein Telefonat ausreicht. Zweitens: Teilnahme an einem Wochenend-Seminar mit homöopathischer Behandlung bei Bedarf.
  • Hier finden Sie Antworten auf Fragen zur Erstattung der homöopathischen und psychotherapeutischen Behandlung.
  • Das Behandlungskonzept, das ich speziell bei Autoimmunerkrankungen anbiete, habe ich über viele Jahre durch eigene Forschung und praktische Anwendung entwickelt. Bisher kenne ich keine Kollegen, die eine ähnliche Verbindung von schulmedizinischer Diagnostik, homöopathischer Therapie und gegebenenfalls psychotherapeutischer Unterstützung, schwerpunktmäßig bei Autoimmunkrankheiten, anbieten. Über Hinweise von Kollegen, auf die ich verweisen kann, bin ich dankbar.

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