Markus Breitenberger
Heilpraktiker in München

Hashimoto-Thyreoiditis mit Homöopathie behandeln: Symptome & Therapie

Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis) ist eine Erkrankung des Immunsystems, die zu einer chronischen Schilddrüsenentzündung und schließlich zur Schilddrüsenunterfunktion führt. Woran erkennt man Hashimoto? Welche Blutwerte müssen bestimmt werden? Welche Lebensmittel sollte man bei Hashimoto meiden? Wie sieht eine natürliche Behandlung aus? Wieviel Selen und Jod braucht man bei Hashimoto? Ist Hashimoto heilbar?  Auf diese und viele weitere Fragen bekommen Sie fachkundige Antworten vom Hashimoto-Spezialisten in München, Heilpraktiker M. Breitenberger.

Obwohl 10 Prozent der Bevölkerung potenziell von Hashimoto-Thyreoiditis betroffen sind, besteht in Fachkreisen eine auffallende Unkenntnis über mögliche Auslöser und erfolgreiche Behandlung von Hashimoto-Thyreoiditis.

Hashimoto-Thyreoiditis: Was ist das?

Hashimoto-Thyreoiditis wird auch als Hashimoto-Syndrom, chronische Autoimmunthyreoiditis, Autoimmunthyreopathie oder chronisch lymphozytäre Thyreoiditis bezeichnet. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer meist schmerzlosen, chronischen Schilddrüsenentzündung führt. Die Erkrankung verläuft in Schüben. Unbehandelt ist dieser Verlauf lebenslang und laut Schulmedizin unheilbar.

Ursache ist ein fehlgeleiteter Prozess im Immunsystem. In der Folge kommt es zu einer Verkleinerung (Zerstörung der Drüsenzellen), oder seltener zu einer Vergrößerung (Ersatz der Drüsenzellen durch Bindegewebe) der Schilddrüse. In beiden Fällen schwinden hormonproduzierende Zellen, und es kommt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse mit zahlreichen negativen Folgen für den Organismus.

Die Erkrankung ist nach dem japanischen Arzt Dr. Hakaru Hashimoto benannt, der sie 1912 zum ersten Mal beschrieben hat. Entgegen dem exotischen Namen ist sie die häufigste Ursache für eine chronische Entzündung und primäre Unterfunktion der Schilddrüse bei ausreichender Jodversorgung. In der größten bevölkerungsbasierten Verlaufsstudie zu dieser Erkrankung, der Wickham-Studie, konnte Folgendes gezeigt werden:

  • Bei 10 Prozent der Gesamtbevölkerung lassen sich erhöhte Auto-Antikörperwerte im Blut feststellen
  • Bei 7,5 Prozent der Bevölkerung ist zudem der (basale) TSH-Wert erhöht bei normalem Schilddrüsenwert (subklinische Hypothyreose)
  • 1,9 Prozent der Bevölkerung haben eine manifeste Unterfunktion der Schilddrüse, das heißt der TSH-Wert ist erhöht und die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sind erniedrigt

Betroffen sind insbesondere Frauen im dritten bis sechsten Lebensjahrzehnt, davon 8 Prozent aller Frauen vor und 16 Prozent aller Frauen nach der Menopause. Insgesamt leiden Frauen an einem Hashimoto-Syndrom etwa 10 Mal häufiger als Männer.

Hashimoto-Thyreoiditis: Symptome

Die Schilddrüse wird wegen ihrer Form auch als Schmetterlingsorgan bezeichnet. Die Wirkung einer gesunden Schilddrüsenaktivität führt ebenfalls dazu, dass wir uns leicht, unbeschwert und beweglich fühlen wie ein Schmetterling.  

Die Schilddrüse ist quasi die Chefetage unseres Organismus. Wenn es hier eine Störung gibt, funktioniert nur noch sehr wenig ohne Probleme. Veränderungen in der Schilddrüse, beeinträchtigen nicht nur den ganzen Körper, sondern werfen uns auch psychisch aus der Bahn.

So ist die Schilddrüse zuständig für die Wärmeproduktion, den Sauerstoffumsatz, den Eisenstoffwechsel, die körperliche und geistige Energie, die Regulation unseres Wasserhaushalts, den Eiweiß- Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, den Kalkstoffwechsel, das (Knochen-)Wachstum, die Verdauung und nicht zuletzt für unser seelisches Gleichgewicht.

Das alles schafft eine walnussgroße Hormondrüse mit 18 Gramm (Frauen) bis 25 Gramm (Männer) Gewicht!

Wenn die Hormonleistung der Schilddrüse nicht ausreichend ist, wie es bei der Hashimoto-Thyreoiditis der Fall ist, dann fühlen sich die Betroffenen nicht wie Schmetterlinge, sondern wie verpuppte Raupen.

Woran erkennt man Hashimoto?

  • Müdigkeit
  • Apathie, Antriebslosigkeit
  • Nebliges, watteartiges Gefühl im Kopf
  • Konzentratiosstörung
  • Nervöse Depression bzw. Entscheidungsschwäche
  • Kälteempfindlichkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Gewichtszunahme und hartnäckiges Übergewicht
  • Teigige und trockene Haut
  • Verstopfung
  • Haarausfall
  • Brüchige Haare
  • Keine Lust auf Sex

Sehr belastend für Hashimoto-Patienten ist die Situation, dass ein Zusammenhang zwischen diesen Symptomen und einer Schilddrüsenunterfunktion vom Typ Hashimoto von Fachärzten negiert wird, wenn der TSH-Wert im Referenzbereich liegt.

Eine Hashimoto-Thyreoiditis kann auch immer wieder mit Überfunktionssymptomen durchsetzt sein in Phasen eines akuten Entzündungsschubs.

Bei subklinischer Unterfunktion werden klimakterische Beschwerden verschleiert; Symptome treten dann nach Thyroxin-Substitution auf und werden häufig als Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion fehlgedeutet.

Polyglanduläres Autoimmunsyndrom und Hashimoto

Hashimoto-Thyreoiditis und auch Morbus Basedow können gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen als polyglanduläres Autoimmunsyndrom (PAS Typ I bis Typ III) auftreten. Dabei sind mindestens zwei endokrine Organe betroffen, bei denen autoimmune Prozesse zugrunde liegen.

Folgende Erkrankungen treten dabei gehäuft in Kombination auf: Zöliakie, Alopezia areata, Vitiligo, perniziöse Anämie, rheumatoide Arthritis, mukokutane Candidiasis, Morbus Addison, chronischer Hypoparathyreoidismus, Typ-1-Diabetes.

Welcher Arzt ist für Hashimoto zuständig?

Für die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der hormonbildenden Drüsen wie der Schilddrüse, ist ein Endokrinologe (Facharzt für Endokrinologie) zuständig. Das Fachgebiet Endokrinologie ist ein wichtiges Teilgebiet der Inneren Medizin. Es befasst sich mit der Funktion und der Regulation der Hormone und des Hormonsystems.

Trotz dieser Spezialisierung können Endokrinologen in der Regel keine Aussagen über Ursachen von Hashimoto-Thyreoiditis machen. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit Hormonpräparaten (s. unten) und der Behandlungserfolg wird nur an einer Normalisierung der TSH, T3- und T4-Werte bemessen. Sind diese Laborparameter im Normbereich, gelten die Patienten als gesund. Häufig noch anhaltende Beschwerden werden dann nicht mehr mit einer Schildrüsenfunktionsstörung in Zusammenhang gebracht.

Das ist für die Mehrzahl der Patienten zu Recht enttäuschend und unbefriedigend, wollen Sie doch mehr über Auslöser und natürliche Behandlungsmöglichkeiten des Hashimoto-Syndroms in Erfahrung bringen. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl an Erfahrungsberichten von physischen und/oder psychischen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis – und erfreulicherweise auch immer wieder sehr gute Therapieerfolge durch eine natürliche Behandlung neben oder anstatt einer Hormonsubstitution. Wichtig dabei ist immer den Menschen im Zentrum der Behandlung zu sehen und nicht nur seine erkrankte Schilddrüse.

Ursachen

  • Genetische Vorbelastung
    Es besteht eine familiäre Veranlagung zu Hashimoto-Thyreoiditis. Verwandte ersten Grades, also Eltern, Geschwister und Kinder eines Hashimoto-Patienten scheinen besonders gefährdet ebenfalls zu erkranken. Kinder von Eltern mit Hashimoto-Syndrom haben eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass sie auch eine lymphozytäre Thyreoiditis entwickeln. Ein spezifisches Vererbungsmuster liegt jedoch nicht vor. Das zeigt: Gesundheit ist kein Zufall und es wäre interessant noch mehr zu verstehen, warum manche Menschen nicht erkranken, obwohl sie diese Veranlagung haben. Das wird im Wissenschaftsbereich der Salutogenese bereits erforscht.
  • Molekulare Mimikry
    Einige Viren und Bakterien können ihr Aussehen an die der körpereigenen Zellen anpassen. Dadurch entsteht eine große Ähnlichkeit zwischen körperfremden und eigenen Strukturen, dem eine verhängnisvolle Kettenreaktion folgt: wenn das Immunsystem diese fremden Eindringlinge angreift, bekämpft es automatisch auch körpereigenes Gewebe. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Rheumatische Fieber, wenn eine Immunantwort gegen Erreger einer Mandelentzündung auch die Herzklappen angreift und zerstört.
  • Zelltrümmer als Fremdkörper
    Diese Theorie geht davon aus, dass Schilddrüsenzellen durch eine Infektion geschädigt wurden, wodurch Zelltrümmer ins Blut gelangten. Im Blut werden Schilddrüsenzellen vom Immunsystem als Fremdkörper identifiziert und bekämpft. Schilddrüsenzellen werden also als „Feind“ und damit als Antigen erkannt, gegen die Abwehrreaktionen erfolgen müssen.
  • Stress und persönliche Krisen
    Die meisten Hashimoto-Patienten in meiner Praxis berichten von belastenden Lebenssituationen vor Ausbruch der Erkrankung, wie Probleme in der Partnerschaft, Trennung, Schwierigkeiten mit der Herkunftsfamilie, Mobbing am Arbeitsplatz, Sinnverlust im Leben. Der Stress entstand dabei meist durch Entscheidungs-Konflikte und „Zwickmühlen“, wo es einfach keinen Ausweg zu geben schien. Gehäuft ging es um Themen von Kummer, Kränkung und Enttäuschung mit unterdrückten Emotionen.

Auslöser für Hashimoto

  • Hormonelle Umstellungsphasen
    Meist mit hohem Östrogen-, aber niedrigem Progesteronspiegel, d.h. einer Östrogendominanz, z.B. in der Pubertät und bei Polyzystisches Ovarsyndrom (Frauen mit dieser Erkrankung leiden viermal häufiger an einem Hashimoto-Syndrom), seltener in der Schwangerschaft, häufig nach Entbindung, Stillzeit, seltener während Pilleneinnahme, häufiger nach Absetzen der Pille, Prämenopause, Hormonsubstitution in der Menopause
  • Vitamin D-Mangel
    (mehr dazu weiter unten)
  • Selen-Mangel
    Dahinter steckt meist eine Schwermetallbelastung, die durch eine Hämopyrrolurie (HPU) oder Kryptopyrrolurie (KPU) besonders stark ausgeprägt sein kann. Es gibt einen Urintest, der Hinweise darauf geben kann (s. Diagnose Pkt 15).
  • Leaky Gut Syndrom
  • Östrogendominanz bzw. Progesteronmangel
  • Dysbiose
  • Virusinfektionen
    Pfeiffersches Drüsenfieber, Mumps, Röteln, Herpes labialis und genitalis u.a.
  • Immunstimulierende Medikamente und Impfungen
    Interferon-α, Interleukin-2 etc.
  • Zufuhr hoher Jod-Mengen
    Röntgenkontrastmittel (Herzkatheteruntersuchung, Angiographie, CT), Medikamente (z.B. Amiodaron), Milchprodukte aus konventioneller Landwirtschaft, Nahrungsergänzungsmittel, die getrocknete Algen und Seetang enthalten. Mehr zu Jod erfahren Sie unter Behandlung.

Hashimoto und Schwangerschaft

Viele Hashimoto-Patientinnen, die gern ein Kind bekommen möchten, befürchten, dass sich ihre Erkrankung ungünstig auf ihre Schwangerschaft auswirken könnte. Zu ihrer Beruhigung sei gesagt: Auch wenn das Risiko für eine Fehlgeburt im Vergleich zu gesunden Frauen tatsächlich leicht erhöht ist, so erlebt doch die große Mehrzahl der Frauen, die an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind, eine normale Schwangerschaft und Entbindung.

Wichtig ist, dass die Schilddrüsenhormone (fT3, fT4) und TSH bereits zum Zeitpunkt der Planung einer Schwangerschaft im Normbereich liegen. Während der Schwangerschaft sollten die Schilddrüsenhormone regelmäßig, am besten alle vier bis sechs Wochen, kontrolliert werden. Weichen die ermittelten Werte vom Referenzbereich ab, können auch engmaschige Kontrolluntersuchungen alle zwei Wochen notwendig sein.

Einige Hashimoto-Patientinnen fühlen sich während ihrer Schwangerschaft deutlich besser. Dies geht nicht zuletzt auf den kontinuierlichen Anstieg des weiblichen Hormons Progesteron zurück, das für den Erhalt der Schwangerschaft in den ersten drei Monaten sorgt und später das weitere Wachstum des Ungeborenen fördert. Der positive Effekt von Progesteron auf das Krankheitsbild einer Hashimoto-Thyreoiditis ist messbar, denn oft sinkt auch der TPO-Antikörperspiegel – nicht selten sogar in den Normalbereich.

Nach der Geburt kommt es bei der Mutter jedoch häufig zu einem erneuten Anstieg der Antikörper. Deshalb sind nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch in den ersten sechs Monate nach der Geburt regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.

Mitunter werden im Blut des Neugeborenen TPO-Antikörper nachgewiesen, die über die Plazenta (Mutterkuchen) übertragen wurden. Die TPO-Antikörper sind für das Kind jedoch völlig ungefährlich und werden meist in den ersten Lebensmonaten vollständig abgebaut.

Schilddrüsenhormone in der Schwangerschaft

Frauen, die zum Ausgleich einer Unterfunktion der Schilddrüse regelmäßig Schilddrüsenhormonpräparate einnehmen müssen, brauchen keine Bedenken zu haben, dass die Tabletten dem ungeborenen Kind schaden könnten. Im Gegenteil: Für die ungestörte Entwicklung des Ungeborenen (und Vorbeugung bleibender Schäden) ist es sogar von elementarer Bedeutung, dass eine bestehende Unterfunktion medikamentös optimal ausgeglichen wird.

Oft steigt der Bedarf an Schilddrüsenhormonen im Laufe der Schwangerschaft an, mitunter um bis zu 50 Prozent. In diesem Fall ist es wichtig, die erforderliche Dosis nicht auf einmal, sondern unter therapeutischer Aufsicht Schritt für Schritt zu erhöhen.

Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft

Jod in der Schwangerschaft

Immer wieder höre ich in der Praxis, dass Frauen aufgrund ihrer Autoimmunthyreoiditis während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf Jod verzichten sollten. Dazu ist zu sagen: Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist kein Grund, während der Schwangerschaft und Stillzeit auf eine regelmäßige, individuell auf den Bedarf abgestimmte Zufuhr von Jod zu verzichten (s. Behandlung). Eine ausreichend hohe Jod-Zufuhr ist unabdingbar für die optimale Entwicklung von Ungeborenen und Säuglingen – wie zahlreiche Studien belegen.

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten deshalb auch Frauen, bei denen eine Autoimmunthyreoiditis diagnostiziert wurde, ab der 12. Schwangerschaftswoche auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. Bei einer manifesten Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose, M. Basedow) muss diese natürlich kausal behandelt werden und zusätzliches Jod ist nicht notwendig, da es die überschießende Schilddrüsenproduktion eher fördert.

Von Ärzten wird in der Schwangerschaft auch bei Autoimmunthyreoiditis die zusätzliche Einnahme von 150 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen. Ich empfehle den Jodbedarf zuvor zu testen. Ob Sie ausreichend mit Jod versorgt sind, können Sie leicht durch eine Messung im Morgenurin feststellen (s. Diagnose Pkt. 13).

Post-Partum-Thyreoiditis (PPT)

Eine PPT entwickelt sich bei ca. 4 Prozent der Frauen, typischerweise 4 bis 6 Monate nach der Entbindung, als vorübergehende Schilddrüsenfunktionsstörung. Sie tritt auch ohne Anstieg von Auto-Antikörpern auf. Häufig beginnt es mit einer Schilddrüsenüberfunktion, die in die Unterfunktion übergeht. Eine Normalisierung wird nach etwa einem Jahr beobachtet. Oft wird die PPT der Hashimoto-Thyreoiditis gleichgesetzt und dadurch unnötig und meist lebenslang behandelt. Zwei Ursachen werden diskutiert:

1) In der Schwangerschaft, der Stillzeit und bei hormoneller Verhütung nehmen Östrogene zu, die einen Anstieg von TBG (Thyroxin-bindendes-Globulin) zur Folge haben. Dadurch wird die Wirkung von Thyroxin (Schilddrüsenhormon) vermindert.

2) Die PPT entsteht als sogenanntes Reboundphänomen nach Immunsuppression in der Schwangerschaft.

Vitamin D und Hashimoto

Vitamin D kommt als Vitamin D3 (Cholecalciferol) nur in tierischen Nahrungsmitteln vor und da in nennenswerten Mengen nur in Fisch mit hohem Fettgehalt. Nur etwa 20 Prozent davon bezieht der Mensch über die Nahrung. Der Rest wird mit Hilfe der Sonne von der Haut gebildet.

Streng genommen ist es gar kein Vitamin, sondern ein Prohormon. Dabei wird Vitamin D3 (Cholecalciferol) in der Leber zu 25(OH)-Vitamin D3 (Calcidiol) umgewandelt. In der Niere erfolgt dann die weitere Umwandlung in das Steroidhormon 1,25(OH)-Vitamin D(Calcitriol), die biologisch aktive Form des Prohormons Vitamin D3.

25(OH)-Vitamin D3 – die Speicherform des Vitamin D3 – ist nötig, um die sonnenlichtbedingten Höhen und Tiefen der Vitamin-D-Versorgung ausgleichen zu können. Die Vitamin-D-Versorgung eines Menschen der letzten drei bis vier Monate wird am besten über den Laborparameter 25(OH)-Vitamin D3 bestimmt.

Vitamin D wirkt nachweislich modulierend auf das Immunsystem und bietet Schutz vor vielen Autoimmunerkrankungen und Krebsarten. Laut Labor sollte der Vitamin-D-Spiegel über 30 ng/ml liegen. Bei den meisten Patienten in meiner Praxis sind diese Werte eher die Ausnahme. Besonders Patienten mit Autoimmunkrankheiten, neurologischen Erkrankungen, Erschöpfungszuständen und Depressionen haben oft sehr niedrige Werte. Diese Menschen sollten immer auf einen Vitamin-D-Spiegel von mindestens 40-60 ng/ml eingestellt werden – langjährig chronisch erkrankte Patienten profitieren von einem Wert zwischen 60-80 ng/ml.

Um diese Werte zu erreichen, braucht es am Anfang, d.h. in der ersten Woche, oft eine sehr hohe Dosierung von Vitamin D, die in meiner Praxis individuell für jeden Patienten berechnet werden kann. Als absolute Kontraindikation für diese hoch dosierte Vitamin-D-Substitution gilt die sehr seltene idiopathische Hyperkalzämie. Vorsichtig sollte man auch sein, wenn Nierensteine, eine Niereninsuffizienz oder eine Sarkoidose vorliegen. Hier muss man behutsam aufdosieren unter Kontrolle des Kalzium-Spiegels im Blut.

…muss Vitamin D3 mit Vitamin K2 kombiniert werden?

Immer wieder werde ich gefragt, ob die Einnahme von Vitamin D3 mit Vitamin K2 kombiniert werden muss. Vitamin K2 reguliert u.a. den Kalziumspiegel im Blut und entfernt dabei überschüssiges Kalzium aus dem Blut, so dass es sich weder in den Blutgefäßen noch in den Nieren ablagert. Damit ist es ein wichtiges Vitamin zur Vermeidung von Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bei einer anhaltenden Überdosierung von Vitamin D erfolgt eine Hyperkalzämie, d.h. es ist besonders viel Kalzium im Blut vorhanden und das Risiko für Arteriosklerose steigt an. Eine Überdosierung von Vitamin D und eine resultierende Hyperkalzämie ist aber zu vermeiden unter sorgfältiger Behandlung, wie sie in meiner Praxis angeboten wird.

Auch tritt ein Vitamin K-Mangel normalerweise sehr selten auf, da Vitamin K in vielen Lebensmitteln, v.a. grünen Gemüsesorten wie Grünkohl, Spinat, Petersilie und Schnittlauch enthalten ist, sehr hitzebeständig ist und zudem von unserer Darmflora selbst gebildet werden kann.

Daraus ergibt sich folgende Schlussfolgerung: Wenn Vitamin D dauerhaft in Megadosen (> 20.000 I.E. pro Tag) eingenommen wird und / oder bei Patienten mit erhöhtem Vitamin K-Verbrauch (Blutungsneigung, Osteoporose, Krebserkrankungen, Lebererkrankungen, häufige Antibiose, Verdauungsprobleme u.a.) kann die zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 sinnvoll sein.

Im Allgemeinen ist aber eine Kombination von Vitamin D3 mit Vitamin K2 nicht nötig.

Den meisten Patienten wird vom Arzt zur Vitamin-D-Einnahme das Präparat „Dekristol 20.000“ empfohlen. Das ist zwar leicht in der Einnahme, aber schlecht in der Aufnahme. Viele Patienten haben schon selbst bemerkt, dass diese Einnahmeempfehlung nicht den gewünschten Effekt bringt.

Wie Sie einen Vitamin D-Mangel beheben können, sehen Sie unter Behandlung.

Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis

Sonographie der Schilddrüse

Eine echoarme Schilddrüse, die entweder diffus vergrößert, verkleinert und/oder mit vielen kleinen Infiltraten versehen ist, ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent beweisend für das Vorliegen einer Hashimoto-Thyreoiditis – auch ohne den Nachweis von TPO- und TG-Antikörpern.

Hashimoto: Welche Blutwerte sind wichtig?

Punkt 1 – 7 sind die Mindestanforderung, um eine differenzierte Diagnose stellen zu können, was als Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung gilt. Wer dem widerspricht, nimmt Patienten mit Hashimoto-Syndrom und deren Beschwerden nicht ernst!

Punkt 8 – 16 sind unter bestimmten Voraussetzungen wichtige Ergänzungen.

Punkt 9 – 10 empfehle ich allen Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis bei gegebenen Symptomen schon vor Beginn der Schilddrüsen-Behandlung bestimmen zu lassen. Sie ersparen sich damit viel vergeudete Zeit und Frustration in der Therapie.

1. Kleines Blutbild

2. TSH

Nur morgens entnehmen wegen Schwankungen im Tagesverlauf. Er steigt im Laufe eines Tages an und hat den höchsten Wert um Mitternacht.

Der TSH-Wert ist keine starre Größe und kann sich auch innerhalb von Minuten ändern. Er kann vorübergehend erhöht sein, beispielsweise nach körperlicher Anstrengung. Fastet jemand oder ist krank, dann sinkt der TSH-Wert ab, um einige Tage danach wieder anzusteigen. Einige jodhaltige Medikamente lassen TSH ansteigen und auch Psychopharmaka beeinflussen den TSH. Ebenfalls ist der TSH-Wert altersabhängig und bei Kindern und älteren Menschen höher. Die Interpretation der Werte braucht viel Fingerspitzengefühl.

TSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Sie reagiert auf einen  Schilddrüsenhormonmangel, der im Labor noch nicht unbedingt erkennbar sein muss (latente Schilddrüsenunterfunktion), mit einer erhöhten TSH-Produktion. Bei erhöhten TSH-Werten zwischen 5 und 10 mU/l haben nur etwa 30 Prozent der Patienten nach 15 Jahren eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion entwickelt, wie in einer großen Studie aus Schweden gezeigt wurde. Das heißt, dass man bei leicht erhöhten TSH-Werten und gutem Allgemeinbefinden erstmal abwarten kann.

Welcher TSH-Wert ist empfehlenswert bei Hashimoto?

Der TSH-Wert sollte zwischen 0,4 und 4,0 mU/l liegen.

Wenn er bei der ersten Messung nur etwas über 4,0 mU/l beträgt, muss diese unbedingt nach zwei bis drei Monaten wiederholt werden bevor Schilddrüsenhormone gegeben werden.

Eine Ausnahme bilden Personen mit ausgeprägten Symptomen, Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und Patienten mit Fettstoffwechselstörung.

Hier sollte man einen TSH unter 2,5 mU/l anstreben.

Von Endokrinologen wird versucht den TSH-Wert zwischen 0,4 und 1,5 mU/l im unteren Normalbereich einzustellen. Dies wird meist mit einer L-Thyroxindosis von 1,5 Mikrogramm/kg Körpergewicht erreicht. Bei bestehenden Knoten in der Schilddrüse wird sogar ein Wert unter 1,0 mU/l angestrebt, um einer Entartung vorzubeugen.

Wichtiger als diese Zielwerte sollte aber immer das subjektive Wohlbefinden des Patienten sein.

3. fT4 und fT3

Die freien Schilddrüsenhormone sollten zu Beginn der Behandlung bestimmt werden, um zwischen einer manifesten oder subklinischen Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse unterscheiden zu können. Die freien Formen sind biologisch aktiv und korrelieren mit der Schilddrüsenfunktion. Bei einer Überfunktion oder bei Unterfunktion der Schilddrüse in der Schwangerschaft werden die freien Schilddrüsenhormone regelmäßig bestimmt.

Auch für die Diagnose einer nicht selten vorkommenden Umwandlungsstörung (Konversionsstörung) müssen diese beiden Werte unbedingt wenigstens einmal bestimmt werden.

4. Hashimoto Antikörper

TPO-Antikörper (TPO-AK) sind zu 95 Prozent erhöht
TG-Antikörper (TG-Ak oder TAK) sind zu 70 Prozent erhöht.

Manchmal sind die Antikörper zu Beginn negativ und zeigen sich erst im weiteren Verlauf der Erkrankung. Man nennt das eine seronegative Autoimmunthyreopathie. Die Diagnose wird dann anhand der Sonographie gestellt.

Heute weiß man, dass die Bildung von Antikörpern nicht die Ursache, sondern die Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis ist, was einen Unterschied zu anderen Autoimmunkrankheiten darstellt. Die Hauptakteure der Autoaggression bei Hashimoto-Syndrom sind spezialisierte Abwehrzellen der weißen Blutkörperchen, „Lymphozyten“ genannt. Daher auch die Bezeichnung „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ für Hashimoto-Thyreoiditis.

Die Antikörper-Konzentrationen können im Krankheitsverlauf stark schwanken. Eine Kontrolle der Antikörper ist nur ein Mal pro Jahr notwendig, um über die Verordnung von Selen zu entscheiden. Ansonsten lassen die Antikörper keine sicheren Rückschlüsse über das Stadium und den Verlauf der Erkrankung zu.

Die TRAK-Antikörper (TSH-AK) sind wichtige Hinweise für Morbus Basedow und werden nur bestimmt, wenn es zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt.

5. Ferritin (Eisenspeicher) und HoloTC (Vitamin B12)

Ein Eisenmangel und eine dadurch bedingte Anämie kommt häufig vor bei Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis, weil das Immunsystem bei chronischen Entzündungen einen höheren Verbrauch an Eisen hat. Der Eisenmangel selbst begünstigt v.a. bei Frauene weitere Entzündungsschübe. Eisenmangel führt zu einer Erniedrigung der Schilddrüsenhormone (T3, T4), die aus Jod und Tyrosin gebildet werden und dafür das eisenabhängige Enzym TPO (Thyreoperoxidase) benötigen.

Eine Anämie verläuft in verschiedenen Phasen. Mit den üblicherweise bestimmten Laborwerten (Hb, Hämatokrit, MCV, MCH, MCHC, Transferrinsättigung etc.) lassen sich nur fortgeschrittene Stadien des Eisenmangels (manifeste Anämie) feststellen.

Der Ferritin-Wert zeigt einen Eisenmangel schon im Frühstadium an (latente Anämie) und sollte daher bei allen Patienten mit Hashimoto-Syndrom überprüft werden. Bei einem Ferritin-Wert von weniger als 20 μg/l kann Jod nicht in die Schilddrüse eingebaut werden und damit werden noch weniger Hormone (T3, T4) produziert.

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind wiederum wichtig für die Vitamin-B12-Aufnahme und die Blutbildung. Wenn die Schilddrüsenhormone reduziert sind, wird auch weniger Vitamin B12 und Eisen aufgenommen. Dadurch kommt es zu einer weiteren Drosselung der Herstellung von T3 und T4 in der Schilddrüse – ein fataler Kreislauf beginnt.

Besonders bei Menschen mit einer hohen Stressbelastung und/oder Alkoholkonsum, bei Veganern, Vegetariern, Schwangeren, älteren Menschen und/oder Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder Magen-Darm-Erkrankungen ist das Risiko eines Vitamin-B12-Mangels deutlich erhöht.

Bei dieser Risikogruppe sollte auf jeden Fall auf einen möglichen Vitamin B12-Mangel untersucht werden. Allerdings ist das üblicherweise im Blut bestimmte Gesamt-Vitamin B12 ein später, relativ unsensitiver und unspezifischer Biomarker des Vitamin-B12-Mangels, weil dabei vorwiegend die inaktive Speicherform gemessen wird. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass bei einer Gesamt-Vitamin-B12-Konzentration zwischen 200 bis 550 pg/ml ein B12-Mangel nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

Dagegen kann die Bestimmung von Holo-TC (Holotranscobalamin) einen Vitamin-B12-Mangel schon in seinen frühesten Anfangsstadien erkennen, wodurch er der sensitivste aller verfügbaren Test ist. Erniedrigte Werte (< 35 pmol/l) sind der sicherste Marker eines Vitamin-B12-Mangels. Im Gegensatz zum Vitamin B12-Serum-Test, der oft von Krankenkassen übernommen wird, ist dies bei Holo-TC meist nicht der Fall.

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6. Vitamin D

Die meisten Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis haben einen Vitamin D-Mangel mit vielen nachteiligen Folgen. Lesen Sie mehr dazu unter „Vitamin D und Hashimoto“ (s. oben).

Leider wird die Bestimmung dieses wichtigen Parameters i.d.R. nicht von gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Daher können Sie den Wert auch bequem von Zuhause messen:

Testen Sie Ihren individuellen Bedarf an Vitamin D 

7. Magnesium

8.  TT3 (Gesamt T3) und rT3 (reverses T3)
(z.B. im Labor Ganzimmun; Kosten 50 €)

Der Quotient aus TT3 und rT3 dient als bedeutsamer Indikator der T4 >T3-Konversion und muss bestimmt werden, wenn eine Umwandlungsstörung vermutet wird. Das ist der Fall, wenn eine der folgenden Situationen gegeben ist: 

  • Hohes fT4 + niedriges fT3 + normwertiger oder erniedrigter TSH-Wert;
    das kann auch unter einer hochdosierten Therapie mit T4-Monopräparaten ( L-Thyroxin, Euthyrox) auftreten, wenn ein Überangebot an T4 herrscht und der Körper darauf reagiert, indem er immer weniger T4 in T3 – dafür aber in rT3 – umwandelt.
  • Unbefriedigende Resultate einer T4-Monotherapie bei schweren anderen Grunderkrankungen neben Hashimoto-Thyreoiditis
  • Differenz zwischen den relativen fT4 und fT3-Werten um mehr als 5 Prozent. Diese Werte können Sie selbst berechnen mit einem fT3/fT4-Prozentrechner, den Sie im Internet finden. Basierend auf Erfahrungswerten von Dr. B. Rind bzw. der Patientenorganisation „Stop the Thyroid Madness“.

Wie entsteht rT3?
Die Schilddrüse eines gesunden Erwachsenen stellt pro Tag 95 – 110 Mikrogramm T4 sowie 10 – 25 Mikrogramm T3 her. T4 wird fast ausschließlich durch die Schilddrüse gebildet, wohingegen T3 nur zu etwa 25 Prozent direkt in der Schilddrüse produziert wird, während ca. 75 Prozent durch Konversion (Dejodierung) in Leber, Darm und Niere aus T4 entstehen.

Bei diesem Prozess kann auch das physiologisch inaktive re­verse T3 (rT3) aus T4 gebildet werden, das einer bedarfsgerechten Regulation der Schilddrüsenhormone dient, um einer Überfunktionssymptomatik vorzubeugen. Bei geringem Bedarf erfolgt im Körper also eine vermehrte Dejodierung von T4 zum inaktivem rT3, um einem zu hohen T3-Spiegel entgegen zu wirken. Das Problem dabei: Die molekularen Strukturen von inaktivem rT3 und aktivem T3 sind sehr ähnlich, sodass T3-Rezeptoren von rT3 blockiert werden. Das gebildete rT3 ist dann nicht nur physiologisch inaktiv, sondern kann zusätzlich die Wirkung von T3 durch Blockierung von T3­Rezeptoren behindern.

Liegt ein sog. „Low­-T3­-Syndrom“ (funktionelle Hypothyreose) mit niedrigem TT3 und hohem rT3 vor, können Hashimoto-Patienten von einer Kombinationstherapie mit T4/T3 (statt einer reinen Monosubstitution mit T4), wie z.B. mit Novothyral oder besser mit Prothyrid, profitieren. Eine Studie, bei der 552 Patienten eine Substitution mit Schilddrüsenhormonen erhielten, zeigte, dass sich bei ca. einem Sechstel der Teilnehmer durch die T4-Monotherapie das Befinden sogar verschlechterte. Eine Einnahme eines T4/T3-Kombipräparates steigerte das Wohlbefnden deutlich (Studie „Schilddrüsenhormone“, Ärzte-Zeitung online 09.08.2010).

Mögliche Ursachen der Umwandlungsstörung

  • Selenmangel
  • Schwere Allgemeinerkrankungen (Hepatitis, Leberzirrhose, Diabetes, fortgeschrittene Herzinsuffizienz, entzündliche Prozesse…)
  • Anorexie
  • Medikamente bzw. Röntgenkontrastmittel
  • Umwelt-Schadstoffe
  • Antikörper gegen Dejodasen
  • Erschöpfung, Depressionen 
  • Cortisol-Überschuss durch physischen (Unfälle, Operationen, Hungern…) und emotionalen Stress.

Unter Behandlung und Besserung dieser Ursachen kommt es zur Normalisierung der Schilddrüsenwerte. Eine der häufigsten Gründe für eine Umwandlungsstörung ist bei den meisten Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis eine Nebennierenschwäche durch anhaltenden Stress:

9. Cortisol im Speichel als Hinweis für eine Nebennierenschwäche

Testen Sie Ihr Cortisol-Tagesprofil und finden Sie heraus, ob eine Nebennierenschwäche der eigentliche Grund für Ihre vermeintlichen Hashimoto-Symptome ist!

Sie sollten diesen Test machen, wenn Sie an Hashimoto-Syndrom leiden und in der Vergangenheit unter anhaltendem oder wiederkehrendem Stress gelitten haben und sich häufig müde und erschöpft fühlen.

Die Symptome einer Nebennierenschwäche, die anfangs mit erhöhten Cortisol-Werten im Speichel korrelieren, sind von den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion vom Typ Hashimoto oft nicht zu unterscheiden.

Wenn die vermeintlichen Schilddrüsen-Symptome sich nicht bessern durch die Hormonsubstitution, wird die Schilddrüse meist mit ansteigenden Hormon-Dosierungen „behandelt“. Diese Prozedur verschlechtert die Gesamtsituation der Patienten erheblich! Tatsächlich müssen unbedingt die Nebennieren getestet und ggf. behandelt werden.

Lesen Sie mehr über Nebennierenschwäche, die sich hinter den Symptomen von Hashimoto-Thyreoiditis verbergen kann.

10. Testen Sie mit diesem Stuhltest, ob Ihre Darmflora intakt ist

Dieser Test ist sinnvoll für Menschen mit Hashimoto-Syndrom, die unter Verdauungsproblemen leiden und/oder Stulunregelmäßigkeiten haben und/oder Blähungsbeschwerden haben.

Sie können mir die Testergebnisse zur Auswertung in die Praxis schicken.

Wenn die Darmflora nicht in Ordnung ist, können bis zu 20 Prozent des einzig stoffwechselaktiven Hormons der Schilddrüse (T3) nicht hergestellt werden.

11. Stuhltest auf Leaky-Gut-Syndrom – Ursache von Hashimoto?

Diesen Test sollten Sie durchführen, wenn Sie an einigen der folgenden Symptomen leiden: Autoimmunkrankheit, Müdigkeit, Leistungsabfall, depressive Verstimmungen, chronische Magen-Darm-Beschwerden, Bauchkrämpfe, Völlegefühl, Reflux, Infektanfälligkeit, Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Sie können mir die Testergebnisse zur Auswertung in die Praxis schicken.

12. Testen Sie auf eine latente Glutenunverträglichkeit

Dieser Test ist sinnvoll für Hashimoto-Patienten, die zusätzlich an diesen Symptomen leiden: Verdauungsbeschwerden, Reizdarm, aufgetriebener Bauch, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Knochen- Gelenk- und Muskelschmerzen.

Ist die Stuhlprobe positiv auf Gliadin-/Transglutaminase-Antikörper, sollte die Aufnahme von Gluten für einige Wochen gemieden werden. Verbessern sich die Symptome deutlich, bzw. verschlechtern diese sich nach wieder eingeführter glutenhaltiger Kost, kann von einer Glutenunverträglichkeit ausgegangen werden.

13. Jodausscheidung im Morgenurin und eigenen Jodbedarf testen

…schnell & einfach per Selbsttest von Zuhause bestimmen. So können Sie z.B. herausfinden, ob Ihr hartnäckiges Übergewicht oder Ihre Schlappheit einen Jodmangel als Ursache hat.

14. Frauen testen mit diesem Speicheltest eine Östrogendominanz

Verschiedene Studien zeigen, dass Frauen mit Hashimoto-Syndrom nicht selten gleichzeitig an Progesteronmangel und einer Östrogendominanz leiden. Dominant wirkende Östrogene verhindern dann, dass die Körperzellen die Schilddrüsenhormone T3 und T4 richtig verwerten können. Dann kann es zu Symptomen einer Schilddrüsenentzündung kommen, obwohl die Schilddrüse eigentlich genügend Hormone ausschüttet.

Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion und mit den folgenden Symptomen sollten den Test durchführen, um mehr Klarheit über die Ursache ihrer Beschwerden zu bekommen: PMS, unerfüllter Kinderwunsch, Libidoverlust, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme.

15. Hämopyrrolurie (HPU) im Urintest

Dieser Test untersucht auf eine häufig vorkommende Stoffwechselerkrankung, die von der Schulmedizin nicht anerkannt wird. HPU führt zu einem Vitalstoffverlust und infolgedessen zu Mangelerscheinungen, die chronische Erkrankungen wie Hashimoto-Syndrom auslösen können. Behandelt man die Hämopyrrolurie, dann bessern sich sehr oft auch die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis.

Sie sollten den Test durchführen, wenn Sie an Hashimoto-Thyreoiditis und zugleich an einigen der folgenden Symptome leiden: blasse Gesichtsfarbe, Müdigkeit, Erschöpfung, Gesichtsschwellung, Empfindlichkeit auf Sonnenlicht, Schlafstörungen, Depression, Reizbarkeit, Hautveränderungen u.a.

16. Glukose und Insulin (nüchtern)

Sollte bestimmt werden bei Heißhunger-Attacken und anfallsweiser Zittrigkeit. Eine Insulinresistenz kann damit nachgewiesen werden, die nicht selten bei Hashimoto-Thyreoiditis mit PCO-Syndrom und unerfülltem Kinderwunsch auftritt.

Hashimoto-Thyreoiditis: Behandlung

Ihr Hashimoto-Spezialist in München

Seit über 15 Jahren beschäftige ich mich in meiner Praxis in München schwerpunktmäßig mit Hashimoto-Thyreoiditis und anderen Autoimmunerkrankungen. Dabei konnte ich in einigen tausend Behandlungssitzungen mit meinen Patienten lernen was in der Hashimoto-Therapie wirklich hilft und was nicht.

Die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung ist ganz einfach: fundierte Kenntnisse über mögliche Ursachen von Autoimmunerkrankungen, ausreichend Zeit für eine ausführliche Befundaufnahme und eine individualisierte Behandlung und ein offenes Interesse an Menschen und deren ganz spezielle Lebenssituation.

Hashimoto-Syndrom heilen?

Mit der herkömmlichen sog. Schulmedizin ist keine kausale Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis möglich. Es werden nur die Symptome behandelt – und leider auch das häufig nur mit mäßigem Erfolg.

Mit einer komplementärmedizinischen Behandlung, die das Beste aus Schulmedizin, Naturheilkunde und Klassischer Homöopathie vereint, gibt es durchaus einige gut dokumentierte Heilungsverläufe bei Hashimoto-Thyreoiditis. Als absolute Basis der Behandlung sollte vor irgendeiner Form von Therapie eine ausführliche Diagnose stehen.

Es folgt eine stufenweise Therapie, die je nach Auffälligkeiten in der Diagnostik individuell angepasst wird:

  1. Ausgleich von Nährstoffdefiziten (wie unten beschrieben)
  2. Behandlung der Nebennierenschwäche
  3. Behandlung des Leaky-Gut-Syndroms
  4. Behandlung einer Östrogendominanz
  5. Darmsanierung
  6. Antientzündliche Strategien
  7. Richtige Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis
  8. Homöopathische Konstitutionsbehandlung
    Erfolgt von Anfang an parallel zu allen anderen Maßnahmen, um die eigentliche Ursache für die Schilddrüsenentzündung, die Fehlregulation im Immunsystem, behandeln zu können
  9. Psychotherapie als Selbsterfahrung
    Kann ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Therapie sein, um sich den eigenen Bedürfnissen und Zielen im Leben wieder bewusst zu werden und das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Bei Autoaggressionsprozessen, wie sie der Hashimoto-Thyreoiditis zugrunde liegen, ist es zu Entfremdungsprozessen gekommen. Auf zellbiologischer Ebene kann man dies an der Bildung von Auto-Antikörpern deutlich sehen. Meist sind Menschen mit Autoimmunkrankheiten sich selbst aber in einem größeren Zusammenhang fremd geworden – sie fühlen sich nicht mehr in (der) Ordnung.

Immer wieder berichten mir Patienten in der Praxis: „Ich kenn mich gar nicht mehr wieder“, „Ich funktioniere nur noch, bin wie gelähmt und hab mein Leben nicht mehr im Griff“, „Ich bin mir irgendwie selbst total fremd geworden“…

Ein entscheidendes Therapieziel ist es dann, dass Sie wieder mehr Möglichkeiten im Denken, Fühlen und Handeln bekommen, um ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft gestalten und genießen zu können. Es ist wichtig wieder auf klare Ziele zugehen zu können, anstatt nur vom Abgrund davon zu laufen.

Ich unterstütze Sie dabei als Experte für Lebensweisen, die ein gesundes Leben wahrscheinlicher machen. Die Basis dieser Herangehensweise ist die Humanistische Psychologie, die ich anbiete in Kurzzeittherapie und Gruppentherapie, z.B. in der Münchner Gruppe.

Ausgleich von Nährstoffdefiziten bei Hashimoto

Ich möchte hier allen Hashimoto-Betroffenen – auch denen, die nicht nach München in meine Praxis kommen können – die Möglichkeit geben von meiner praktischen Erfahrung mit Mikronährstoffen und Vitaminen in der Behandlung einer chronischen Entzündung der Schilddrüse zu profitieren.

Für alle Hashimoto-Patienten kurmäßig 3 Monate:

Magnesium + Selen + Resveratrol + L-Tyrosin

+ Vitamin D (wenn der Wert < 40 ng/ml)

+ Eisen ( wenn Ferritin < 35 µg/l; Zielwert ca. 100 µg/l)

+ Vitamin B12 (< 390 ng/l)

+ Jod (wenn Jodausscheidung im Urin < 100 Mikrogramm/l)

Vor Einnahme bitte Dosierung und Hinweise weiter unten beachten.

Vitamin D

Wesentlich besser als die Verordnung von Dekristol in wöchentlicher Einnahme, wie es der Arzt meist empfiehlt, wirkt die tägliche Einnahme von ölhaltigen Tropfen z.B. der Fa. Pure, die Reinsubstanzen in hoher Qualität herstellt. Vitamin D muss immer zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, wenn dem Präparat selbst kein Öl beigemischt ist.

Vitamin D3 liquid von pure encapsulations®
Täglich 1 Tropfen (enthält Vitamin D3 1.000 I.E.) bringt in ca. 6 bis 8 Wochen den gewünschten Erfolg. In abweichenden Fällen kann im Rahmen meiner Therapie eine individuelle Dosis berechnet werden.

Magnesium

Magnesium 300 mg, 90 Kps von pure encapsulations®
Nehmen Sie 1 Kapsel abends ein. Magnesium darf nicht mit Eisenpräparaten kombiniert werden.

Magnesium wird im Körper zur Aktivierung von Vitamin D benötigt, weil es unerlässlich für alle Enzyme im Vitamin-D-Stoffwechsel ist. Daher sollte es mit 300 bis 400 mg täglich gemeinsam mit Vitamin D eingenommen werden. Zudem hat Magnesium eine deutlich entzündungshemmende Wirkung, die bei Autoimmunerkrankungen von großer Bedeutung ist.

Wieviel Selen bei Hashimoto?

Ein Selen-Mangel kann Hashimoto begünstigen und verstärken. Die Supplementierung mit Selen bei Hashimoto zählt mittlerweile zur Standardtherapie. So kann eine 3-monatige Selentherapie mit 200 Mikrogramm erhöhte TPO-Antikörper signifikant senken.

Selen 200, 60 Kps von pure encapsulations®
Täglich 1 Kapsel mit etwas Wasser einnehmen

Selen ist ein bedeutsamer Cofaktor für die Bildung von aktiven Schilddrüsenhormonen und zugleich notwendig für die Umwandlung der inaktiven Form der Schilddrüsenhormone (T4) in die aktive Form (T3). Selen ist das Schutzelement für die Schilddrüse, denn bei der Herstellung von Schilddrüsenhormonen werden in hohem Maße reaktive Sauerstoffspezies gebildet, die das Schilddrüsengewebe schädigen können.

Zusammenfassung der positiven Wirkungen von Selen bei Patienten mit Hashimoto-Syndrom:

  • Wirkt als Antioxidanz gegen die Entzündung
  • Senkt TPO-Antikörper-Spiegel
  • Wichtig für Umwandlung von T4 in T3 als Bestandteil der Dejodasen
  • Entgiftung und Schutz der Leberzellen, d.h. mehr Umwandlung von T4 in T3

Verschiedene Studien haben eine deutliche Absenkung der Antikörper gegen die thyreoidale Peroxidase (TPO-AK) bei Pati­enten mit Autoimmunthyreopathie unter Seleneinnahme gezeigt (Schmidt K. et al. 1998; Gärtner, R., 2002; Scheck, R. und Adler, M., 2007).

Erfahren Sie mehr über den Einfluss einer Selensubstitution auf den Verlauf einer Autoimmunthyreoiditis.

Eisen

Eisenmangel tritt als Folge von Hashimoto-Thyreoiditis sehr häufig auf, weil bei einer chronischen Entzündung der Eisenverbrauch des Organismus gesteigert ist.

Eisenmangel führt wiederum zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen, weil T3 und T4 gebildet werden, indem Jod durch das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) in Tyrosin eingebaut wird und das Enzym TPO eisenabhängig ist. Der Eisenmangel begünstigt wiederum die Entzündungsschübe (v.a. bei Frauen) und somit kommt ein Teufelskreis in Gang, der durch die Einnahme von Eisen und Antioxidantien gestoppt werden muss. Ist der Eisenmangel behoben, sieht man oft bald einen Abfall der Antikörperspiegel.

Bei Eisenmangel wird vom Arzt meist „Ferro Sanol“ in Kapselform verordnet. Viele Patienten klagen unter der Einnahme unter Beschwerden wie: Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen.

Ich empfehle meinen Patienten ein rein pflanzliches Eisen, das in punkto Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit wesentlich besser ist. Das ist die Rückmeldung von Patienten und Laboranalyse.

Ferroverde 14, Fa. Nicapur, 60 Kapseln
Enthält 14 Milligramm rein pflanzliches Eisen in Kombination mit 40 Milligramm Vitamin C aus Amla-Extrakt, wodurch die Eisenaufnahme verbessert wird. Nehmen Sie täglich 1 Kapsel nüchtern oder 1–2 Stunden nach einer Mahlzeit. Halten Sie einen zeitlichen Abstand von min. zwei Stunden zur Einnahme von L-Thyroxin, Magnesium und Selen ein.

Sie können die Aufnahme des Eisens zusätzlich noch verbessern, wenn Sie Ferroverde 14 kombinieren mit:

Anaemodoron, Dilution, Fa. Weleda
Nehmen Sie 3 mal täglich 15 Tropfen vor der Mahlzeit mit wenig Wasser ein.

Vitamin B12

Neben Folsäure und Eisen ist Vitamin B12 vor allem für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich. Vitamin B12 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit bei, stärkt die Nerven, sorgt für einen gesunden Schlaf, einen normalen Homocysteinstoffwechsel (Arteriosskleroseprophylaxe) und eine normale Funktion des Immunsystems – alles, was Hashimoto-Patienten gut gebrauchen können.

Vitamin B12 liquid von pure encapsulations®
Geben Sie täglich 1/2 Pipette (0,5 ml) nüchtern in den Mund und belassen Sie die Flüssigkeit einige Zeit dort bevor sie es schlucken. Diese Menge enthält 500 Mikrogramm Methylcobalamin, die biologisch wirksame Form von Vitamin B12, die besser und schneller aufgenommen wird als die herkömmliche Verschreibung des synthetischen, biologisch inaktiven Vitamin B12 (Cyanocobalamin). Die flüssige Darreichung, die schon über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, erhöht diesen positiven Effekt zusätzlich. Kühl lagern! Überdosierungen sind bei einem wasserlöslichen Vitamin wie diesem, eine normale Nierentätigkeit vorausgesetzt, ausgeschlossen.

Folgende Personengruppen haben einen erhöhtem Bedarf an Vitamin B12:

  • Vegetarier und Veganer, da Vitamin B12 hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln (Leber, Fleisch, Milch, Eier) enthalten ist
  • Ältere Personen
  • Menschen mit viel Stress
  • Personen, die rauchen und regelmäßig Alkohol trinken
  • Menschen, die viel Sport treiben
  • Stillende Mütter
  • Menschen mit wenig Magensäure (Anazidität) wie es bei Schilddrüsen-Unterfunktion oft vorkommt
  • Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen: Magensäureblocker, Metformin
  • Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen, Darmentzündungen, Dysbiose oder Leaky-Gut-Syndrom

Folgende Symptome können auf einen Mangel hinweisen: Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, blasse Haut und Schleimhäute, Kurzatmigkeit, Schlafstörungen, Nervenschmerzen, Parästhesien (Kribbeln, Pelzigkeit), Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Resveratrol

Die wirksamste antioxidativ wirkende Substanz aus dem Naturreich und damit unverzichtbar in der Behandlung von chronischen Entzündungen. Schützt die Körperzellen vor freien Radikalen und stabilisiert das Immunsystem.

Durch effektives trans-Resveratrol aus dem japanischen Staudenknöterich in Kombination mit Polyphenolen aus Traubenkernextrakt werden die nützlichen Eigenschaften des folgenden Mittels optimiert.

Resveratrol Extra, 60 Kapseln von pure encapsulations®
Nehmen Sie 1 Kapsel täglich zur Mahlzeit ein

L-Tyrosin

Diese semi-essentielle Aminosäure ist für Hashimoto-Patienten sehr wichtig, weil sie Ausgangsstoff für Thyroxin und damit die Hormone T4 und T3 ist. Ein L-Tyrosin-Mangel bewirkt immer eine eingeschränkte Schilddrüsenleistung.

Zudem ist L-Tyrosin für die Biosynthese der Nebennieren-Hormone Adrenalin und Noradrenalin, ebenso wie für das „Glückshormon“ Dopamin eine wichtige Vorläufersubstanz. Wenn die Nebenniere über einen längeren Zeitraum diese Stresshormone vermehrt herstellen musste, können sich die L-Tyrosin-Reserven erschöpfen. Die Folgen sind: Depressive Verstimmungen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme.

Daher empfehle ich meinen Patienten am Anfang der Therapie kurmäßig über drei Monate die Einnahme von:

L-Tyrosin, 90 Kapseln von pure encapsulations®
Nehmen Sie täglich 1 Kapsel mit min. 30 Min. Abstand zur Mahlzeit ein.
Achtung: dieses Mittel dürfen Sie nicht einnehmen, wenn eine (vorübergehende) Schilddrüsenüberfunktion vorliegt oder Sie gleichzeitig MAO-Hemmer zur Behandlung einer Depression einnehmen!

Die Präparate der Fa. Pure Encapsulations empfehle ich, weil sie Reinsubstanzen sind, also laktosefrei, fruktosefrei, glutenfrei und für Vegetarier geeignet.

Jod

Täglich wird Jod in Mikrogramm-Mengen für die Schilddrüse und in Milligramm-Mengen für Brustdrüsen und andere Gewebe benötigt. Allerdings ist die Fähigkeit der Schilddrüse Jod aufzunehmen und zu speichern bei Hashimoto-Syndrom eingeschränkt.

Einen nachgewiesenen Jodmangel muss man in diesen Fällen daher immer langsam ausgleichen. Am besten wird die Fähigkeit zur Jodaufnahme zu Beginn der Behandlung mit homöopathischen Jod-Dosen getestet, bevor über die Nahrung und mit schwermetallgeprüften Braunalgen (Kelp) weiter vorsichtig rejodiert wird.

Bei nachgewiesenem Jodmangel (s. Diagnose Pkt. 13) und einer Schilddrüsenunterfunktion empfehle ich zusätzlich zu einer Ernährung mit Jodsalz folgendes Mittel, um den Jodbedarf von 200 Mikrogramm pro Tag wirklich decken zu können:

Kelp-Extrakt 100 mg
Enthält 150 Mikrogramm Jod und deckt damit 75 Prozent des Jodbedarfs eines erwachsenen Menschen zwischen dem 13. bis 50. Lebensjahr. Täglich 1 Kapsel zur Mittagsmahlzeit einnehmen.

Bitte nehmen Sie aber unbedingt das folgende homöopathische Mittel ein, bevor Sie mit Kelp-Extrakt beginnen, um zu testen, ob bei Ihnen eine Jodempfindlichkeit vorliegt:

Fucus vesiculosus D4 (Blasentang), Globuli
Täglich morgens 3 Globuli lutschen für 2 Wochen – ggf. absetzen wenn Sie folgende Symptome wahrnehmen: Unruhe, Reizbarkeit, Schweißneigung, Schlafstörung.

Jod und Hashimoto

Sollen Hashimoto-Patienten jodhaltige Nahrungsmittel meiden? Diese Frage wird mir oft in der Praxis gestellt und ich möchte sie hier für Sie beantworten. Jod ist ein essentielles Spurenelement, wie auch Kupfer, Selen, Zink, Eisen u.a., was bedeutet, dass es der Körper nicht selbst herstellen kann und es daher mit der Nahrung zugeführt werden muss.

Auf dem Festland, insbesondere im Gebirge, wurde das leicht wasserlösliche Jod nach der Eiszeit und durch Regen aus den Böden ausgewaschen. Jod kommt heute in beachtlichen Mengen nur noch im Meerwasser und heißen Quellen vor. Alle tierischen und pflanzlichen Agrarprodukte – auch in Bioqualität – die auf Böden fern vom Meer gedeihen, enthalten wenig Jod.

Wieviel Jod bei Hashimoto?

Jod ist in den Mengen, wie es über die Nahrung – auch mit jodierten Nahrungsmitteln – aufgenommen wird, für Hashimoto-Patienten unbedenklich. Probleme kann es geben, wenn dauerhaft zu viel Jod aufgenommen wird (> 200 Mikrogramm/Tag). Dadurch kann der Entzündungsprozess, gerade bei jodempfindlichen Menschen, weiter angeheizt werden. Diese Reaktion ist besonders stark, wenn gleichzeitig ein Selenmangel vorliegt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Jod-Aufnahme von:

  • 200 Mikrogramm/Tag für Jugendliche und Erwachsene zwischen dem 13. bis 50. Lebensjahr
  • 180 Mikrogramm/Tag für Erwachsene ab dem 50. Lebensjahr
  • 230 Mikrogramm/Tag für Schwangere
  • 260 Mikrogramm/Tag für Stillende

Wie schon erwähnt, gibt es unter Hashimoto-Patienten ein paar Ausnahmen von jodempfindlichen Menschen, die allein schon auf den geringen Jodanteil in L-Thyroxin mit einer Überfunktionssymptomatik reagieren und reizbar, unruhig, schlaflos und manchmal ängstlich bis panisch werden. Das muss man wissen, weil die Symptome schnell wieder abklingen, wenn L-Thyroxin wieder abgesetzt wird.

Die mittlere Jodaufnahme der in Deutschland üblichen Ernährung deckt weniger als zwei Drittel des Bedarfs (ca. 115 bis 120 Mikrogramm/Tag) und so hat derzeit ca. ein Drittel der Bevölkerung einen Jodmangel. Eine ausgewählt jodarme Ernährung würde den Gesundheitszustand, auch vieler Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis, eher verschlechtern. Die Schilddrüse kann nur dann ausreichend Hormone produzieren, wenn eine ausreichende Jodzufuhr gesichert ist.

Vorsicht vor zuviel Jod bei Hashimoto

Eine Jodaufnahme von > 500 Mikrogramm stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung auch für Schilddrüsengesunde als gefährlich ein. Meiden sollten Sie daher Milch und Milchprodukte aus konventioneller Landwirtschaft, die jodiertes Kraftfutter einsetzt; das Problem für den Verbraucher: Mangels einer Kennzeichnungspflicht bleiben Art und Umfang der Jodanreicherung von Tierfutter für ihn im Dunkeln.

Ein Liter Milch aus konventioneller Landwirtschaft kann zwischen 400 bis 1.200 Mikrogramm Jod enthalten, also doppelt bis sechsfach so viel als die empfohlene Menge. Ebenso meiden sollten Sie häufigen Verzehr von Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln, die getrocknete Meerwasser-Algen oder Meerwasser-Seetang enthalten.

Jodsalz und Hashimoto

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher Ende der 1980-er Jahre bestimmt, dass in Jodmangelländern das Speisesalz systematisch mit einer Jodkonzentration von 20 Mikrogramm pro Gramm Salz angereichert wird.

Ein Gramm Jodsalz enthält im Schnitt zwischen 15 bis 25 Mikrogramm Jod, d.h. ca. ein Zehntel der täglich empfohlenen Menge. Mit 5 Gramm Jodsalz täglich nehmen Sie 75 bis 125 Mikrogramm Jod zu sich – die Hälfte der täglich empfohlenen Menge und das Maximum, damit es keinen Risikofaktor für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Nur Jodsalz, das direkt gegessen wird, z.B. auf dem Ei, wird aufgenommen – nicht das Jodsalz aus dem Nudelwasser.

Dass man einer kollektiven Zwangsverordnung von Jod auch durchaus kritisch gegenüberstehen kann, ist nachvollziehbar. Manche Kritiker dieser flächendeckenden Jodverordnung sind jedoch überzeugt, dass die Zunahme der Diagnose „Hashimoto-Thyreoiditis“ dadurch begünstigt wurde.

Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass auch viele andere Autoimmunerkrankungen, bei denen ein möglicher Zusammenhang mit Jod ausgeschlossen ist, ebenso zugenommen haben. Es gibt keine einzige Studie, die den Zusammenhang einer normal jodhaltigen Nahrungszufuhr und Hashimoto belegen könnte.

Prof. Hengstmann, ehemaliger Leiter der Schilddrüsenambulanz am Berliner Urban Krankenhaus, hat das Dilemma der kollektiven Jodprophylaxe auf den Punkt gebracht: „Für 90 Prozent der Bevölkerung ist die Zwangsjodierung kein Problem, die restlichen 10 Prozent aber leiden darunter.“

Eine verantwortungsvolle Jodaufnahme nach den individuellen Bedürfnissen ist wichtig, um Erkrankungen der Schilddrüse zu verhindern bzw. deren Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Welche Joddosis dabei richtig ist, muss immer im Einzelfall entschieden werden.

Was deckt den Tagesbedarf an Jod?

Um ausreichend mit Jod versorgt zu sein, benötigen Jugendliche und Erwachsene ca. 200 Mikrogramm Jod pro Tag. Diesen Bedarf decken Sie durch den regelmäßigen Verzehr von 5 Gramm Jodsalz pro Tag und die tägliche Verwendung von natürlichen Lebensmitteln mit hohem Jodgehalt und den Verzehr von zwei mal Meeresfisch pro Woche.

Jodgehalt ausgewählter Nahrungsmittel pro 100g:

  • Seelachs 260 Mikrogramm
  • Schellfisch 100-300 Mikrogramm
  • Hering, Thunfisch 100-250 Mikrogramm
  • Kabeljau, Scholle 50-200 Mikrogramm
  • Garnelen, Miesmuscheln 130 Mikrogramm
  • Seelachs 75 Mikrogramm
  • Milch(-produkte) 10 Mikrogramm
  • Hühnerei 10 Mikrogramm
  • Kiwi 80 Mikrogramm
  • Feldsalat 6o Mikrogramm
  • Spinat 20 Mikrogramm
  • Grünkohl 12 Mikrogramm

Mehr interessante Fakten zum Thema Jod und Hashimoto

Richtige Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis

Wie bei allen chronischen Entzündungserkrankungen, so spielt auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis die richtige Ernährung eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht darum, sich strikt an eine spezielle „Hashimoto-Diät“ zu halten. Vielmehr kommt es darauf an, den Organismus gezielt mit den Nährstoffen zu versorgen, die ihm als Folge der Erkrankung nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, und zugleich Lebensmitteln den Vorzug zu geben, die einen entzündungshemmenden Effekt haben.

Studien bescheinigen der anti-entzündlichen Ernährungsweise, dass sie gerade bei Menschen mit einer Autoimmunerkrankung zu einer deutlichen Besserung ihrer Beschwerden beiträgt. Dazu gehört auch, möglichst konsequent auf Lebensmittel zu verzichten, die Entzündungen fördern (s. unten), die Zufuhr von Kohlenhydraten zu reduzieren und stattdessen bevorzugt (pflanzliche) Eiweiße zu verzehren. Zudem profitieren einige Hashimoto-Patienten von einer glutenfreien Ernährung.

Wichtige Hinweise für die individuelle Umstellung der Ernährungsweise liefern Untersuchungen wie eine Blutanalyse, ein Urin- oder Stuhltest (s. Diagnose), mit denen z.B. ein Mangel an Nährstoffen oder ein Leaky-Gut-Syndrom aufgedeckt werden können. Selbst für eine latente Glutenunverträglichkeit, die nicht dem Vollbild einer Zöliakie oder einheimischen Sprue entspricht, lassen sich mit dem Nachweis von Anti-Gliadin-sIgA sowie Anti-Transglutaminase-IgA im Stuhl bequem von zuhause aus untersuchen.

Gibt es eine Hashimoto-Diät?

Es gibt keine Hashimoto-Diät, die für alle Hashimoto-Patienten gleichermaßen gut ist. Auch wenn viele Hashimoto-Betroffene erwiesenermaßen von einer Ernährungsumstellung profitieren, so bleibt es letztlich jedem selbst überlassen, wie er sie im täglichen Leben umsetzt.

Wer z.B. feststellt, dass sich durch eine glutenfreie Ernährung keine Besserung einstellt, oder – umgekehrt – dass sich Kohlgerichte (s. unten) nicht ungünstig auf seine Beschwerden auswirken, für den macht es nur wenig Sinn, sich trotzdem in Verzicht zu üben. So gesehen, kommt es bei einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten immer auch auf die individuelle Verträglichkeit und die persönlichen Geschmacksvorlieben an.

Was soll man essen bei Hashimoto?

Im Zentrum einer anti-entzündlichen Ernährungsweise stehen pflanzliche (natürliche) Antioxidantien, die den Körper vor Freien Radikalen schützen und mit denen sich Entzündungsreaktionen sehr effektiv unterbrechen lassen. Besonders wirksame Antioxidantien sind die Vitamine A, C und E, die Spurenelemente Selen und Zink sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Diese befinden sich in frischem Obst und Gemüse, in Salaten, Kräutern und Sprossen, aber auch in Nüssen und Pflanzenölen, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind (s. unten). Auch Hülsenfrüchte gehören zu den Antioxidantien, die zudem viel Eisen und hochwertige Eiweiße liefern.

Etwa 700 Gramm Obst und Gemüse pro Tag sollten die Basis der Ernährung bilden. Bei der Auswahl der Gemüsesorten müssen Hashimoto-Patienten allerdings genauer hinschauen. Denn einige, eigentlich entzündungshemmende Gemüsesorten, wie etwa Grünkohl, sind für sie unter Umständen weniger gut geeignet, weil sie Inhaltsstoffe enthalten, die die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen (s. unten).

Bei Obst haben sich die Sorten als besonders günstig erwiesen, die nur wenig Fruchtzucker (Fruktose) enthalten. Dazu gehören z.B. alle Beerensorten, Limetten, Kiwi, Grapefruit, Pfirsiche, Orangen, Aprikosen, Guave, Papaya und Acerola.

Gewürze wie Ingwer, Pfeffer, Kurkuma oder Koriander enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung und wirken deshalb entzündungshemmend. Diejenigen unter Ihnen, die es sich einfach machen möchten und dennoch nicht auf die Heilkraft von Kurkuma verzichten möchten, nehmen:

Curcuma Piperin forte (nach Dr. med. Michalzik)
In diesem Präparat ist Kurkuma kombiniert mit einem Extrakt aus schwarzem Pfeffer. Das darin enthaltene Piperin erhöht die Bioverfügbarkeit von Kurkuma. Nehmen Sie 1 Kapsel pro Tag nach dem Mittagessen ein.

Einer der wichtigsten Nährstoffe für die Gesundheit der Schilddrüse und speziell für Hashimoto-Patienten ist Selen (s. Behandlung). Hashimoto-Betroffene sollten deshalb gezielt selenreiche Nahrungsmittel auf ihren wöchentlichen Speiseplan setzen. Neben Eiern und einigen Fischarten wie Lachs, Makrele oder Kabeljau gibt es auch eine Reihe von pflanzlichen Lebensmitteln, die viel Selen enthalten, allen voran Para- und Kokosnüsse, aber auch Hülsenfrüchte, Steinpilze und Garnelen.

Omega-3-Fettsäuren (wie Alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) dienen u.a. als Vorläufer von Botenstoffen im Körper, die für die Eindämmung von Entzündungen verantwortlich sind. Zugleich sind sie der natürliche Gegenspieler der Omega-6-Fettsäuren, die entzündungsfördernde Botenstoffe bilden. Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion haben zudem gehäuft erhöhte Blutfettwerte. Omega-3-Fettsäuren können den Triglyceridspiegel senken, tragen zu einer Verbesserung der LDL-Werte und Erhöhung der HDL-Werte bei und können nachweislich den Bluthochdruck senken.

Hashimoto-Patienten haben einen besonders hohen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren und sollten deshalb bevorzugt Nahrungsmittel essen, die viele Omega-3-Fettsäuren enthalten. Der beste Omega-3-Lieferant ist Fischöl, insbesondere von Kaltwasser-Seefischen. Hohe Gehalte finden sich aber auch in gemahlenem Leinsamen, Walnüssen, grünem Blattgemüse und in Chia-Samen.

Das richtige Öl zur Zubereitung von Speisen ist eine weitere wichtige Säule der anti-entzündlichen Ernährung: Öle wie Lein- oder Rapsöl enthalten besonders viel Omega-3-Fettsäuren. Aber auch kaltgepresstes Oliven- und Walnussöl sind günstig. Dagegen sollten Distel- oder Sonnenblumenöl sparsam verwendet werden, weil sie reich an entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren sind. Und: Palmfett, Butter-, Schweine- und Gänseschmalz sollten ganz vom täglichen Speiseplan gestrichen werden.

Es empfiehlt sich, sich mindestens zweimal pro Woche eine Fischmahlzeit zuzubereiten. Beispielsweise enthalten Lachs, Thunfisch oder Makrele besonders viel Omega-3-Fettsäuren und wirken den Entzündungsprozessen deshalb effektiv entgegen.

Wenn Sie nicht regelmäßig fettreichen Meeresfisch essen möchten, können Sie auch durch dieses Präparat für eine ausgeglichene Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sorgen:

Omega-3-Fettsäuren, Reinsubstanz als 3-Monats-Packung
Enthält die standardisierten Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Nehmen Sie täglich 2 mal je 1 Kapsel zur Mahlzeit.

Eiweiß und seine Bausteine, die Aminosäuren, sind für den Körper unentbehrlich. Weil der Körper acht der insgesamt 20 Aminosäuren nicht selbst herstellen kann, sollte man etwa 50 bis 55 Gramm Eiweiß am Tag essen. Am besten wird der Bedarf vorwiegend mit pflanzlichen Eiweißen gedeckt, denn sie können leichter verstoffwechselt werden als Eiweiße tierischer Herkunft. Gute Eiweißlieferanten sind z.B. Hülsenfrüchte, Quinoa, Nüsse oder Sojabohnen. Da Sojabohnen Goitrogene (s. unten) enthalten, sollte man jedoch zunächst prüfen, ob sie gut vertragen werden.

Auch Kohlenhydrate sind für den Körper lebenswichtig. Doch kommt es hierbei vor allem auf die Art der Kohlenhydrate an. Vor allem industriell verarbeitete Kohlenhydrate wie Haushaltszucker, Weißmehl, weißer Reis, Cornflakes oder weiterverarbeitete Kartoffeln bestehen überwiegend aus einfachen (kurzkettigen) Kohlenhydraten. Und sie sorgen nicht nur für einen schnellen bzw. zu hohen Anstieg des Blutzuckerspiegels und Insulinresistenz, sondern fachen auch Entzündungen an.

Sinnvoller ist eine Ernährung nach der Glykämischen Last. Danach sind vor allem naturbelassene (langkettige), ballaststoffreiche Kohlenhydrate günstig, die z.B. in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, zuckerarmem Obst und frischem Gemüse stecken. Leaky-Gut-Syndrom-Patienten sollten mit Vollkornprodukten allerdings vorsichtig sein.

Probiotika, aber auch Präbiotika wie die löslichen Ballaststoffe Inulin oder Oligfruktose stärken die Darmflora. Ein darmgesundes Lebensmittel ist z.B. probiotischer Joghurt: Seine anregende Wirkung auf den Stoffwechsel der Darmflora ist wissenschaftlich belegt.

Lassen Sie sich inspirieren von Rezepten, die speziell für Menschen mit Autoimmunerkrankungen zusammengestellt wurden. Sie werden staunen, wie sehr sich Konzentration und Energie durch passende Mahlzeiten verbessern können.

Das Paleo-Kochbuch für Menschen mit Hashimoto und anderen Autoimmunerkrankungen

Was darf man nicht essen bei Hashimoto?

Tierische Lebensmittel sollten grundsätzlich mit Bedacht verzehrt werden, insbesondere wenn sie viel Fett enthalten. Denn die meisten Fleisch- und Wurstsorten, aber auch Innereien, Schweine-, Gänse- und Butterschmalz, fettreiche Milchprodukte, Eigelb und viele Fertiggerichte enthalten viel Arachidonsäure, die zu den Omega-6-Fettsäuren gehört. Aus dieser Säure bildet der Körper bestimmte Entzündungsbotenstoffe, die hochgradig entzündungsfördernd wirken.

Das heißt jedoch nicht, dass die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren generell vermieden werden sollte. Vielmehr kommt es auf das richtige Verhältnis an. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Omega-6-Fettsäurem im Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren im Verhältnis von höchstens 5:1 aufzunehmen. Ideal ist deshalb z.B., wenn der Konsum von (magerem) Fleisch und Wurst auf ein- bis zweimal pro Woche reduziert wird. Bei Milch- und Käseprodukten sollte man auf einen geringen Fettgehalt achten. Und statt in Schweine- und Butterschmalz lassen sich Gerichte auch gut in Rapsöl zubereiten.

Welche Lebensmittel meiden bei Hashimoto?

Es gibt Nahrungsmittel, die Hashimoto-Patienten meiden sollten. Sie enthalten sogenannte Goitrogene (engl. goiter = Kropf), die im Körper zu bestimmten Substanzen (Thiocyanate) umgebaut werden, die die Jodaufnahme in die Schilddrüse behindern. Dadurch wird der Einbau von Jod in Tyrosin und damit die Produktion von Schilddrüsenhormonen blockiert.

  • Kohlarten wie Blumenkohl, Weißkohl, Chinakohl, Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing
  • Brunnen- und Kapuzinerkresse
  • Radieschen
  • Steckrüben
  • Senf, Meerettich
  • Hirse
  • Bittermandeln
  • Pinienkerne
  • Sojaprodukte
  • Mais
  • Zwiebeln, Knoblauch und andere Lauchgemüse

Ob ein völliger Verzicht tatsächlich notwendig ist, wird kontrovers diskutiert. Kritiker verweisen darauf, dass schon eine sehr, sehr große (kaum erreichbare) Menge verzehrt werden müsse, um Hashimoto-Patienten gefährlich zu werden. Anders gesagt: Wer sich durch den Verzehr von goitrogenen Lebensmitteln nicht beeinträchtigt fühlt, braucht sie eigentlich auch nicht von seinem Speiseplan zu streichen.

Wichtig ist schließlich auch, dass die Mahlzeiten aus frischen Zutaten (am besten Bio-Ware) zubereitet werden. Demgegenüber sollte auf Lebensmittel, die chemische Zusatzstoffe, künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker enthalten, wie sie z.B. in vielen „Fertigprodukten“ enthalten sind, möglichst verzichtet werden.

Hashimoto und Gluten(unverträglichkeit)

Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt, so etwa in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel und Grünkern. Der konsequente Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel ist notwendig, wenn eine Glutenunverträglichkeit bzw. die Autoimmunerkrankung Zöliakie festgestellt wurde. Aber auch einige Hashimoto-Patienten, bei denen eine Unverträglichkeit des Klebereiweißes nicht nachgewiesen werden konnte, fühlen sich deutlich besser, wenn sie glutenhaltige Nahrungsmittel meiden.

Deshalb lohnt sich ein Versuch, sich für eine Weile glutenfrei zu ernähren. Dies gilt umso mehr, wenn der Darm Probleme bereitet, etwa, weil ein Leaky-Gut-Syndrom besteht. Bessern sich die Symptome, sollten Betroffene die glutenfreie Ernährung mindestens solange beibehalten, bis der Darm wieder gesund ist. Glutenfreie Alternativen sind Amarant, Buchweizen, Kichererbsen, Quinoa und Reis. Ansonsten gilt: Bleibt eine spürbare Verbesserung der Krankheitsbeschwerden aus, ist es auch nicht notwendig, weiterhin auf Gluten zu verzichten.

Welche Tabletten bei Hashimoto?

Üblicherweise werden bei Hashimoto-Thyreoiditis T4-Monopräparate (z.B. L-Thyroxin, Euthyrox) in den Dosierungen von 25 bis 200 Mikrogramm pro Tablette eingesetzt. Wenn es dabei zu keinen oder unerwünschten Resultaten kommt, werden je nach Befinden und Blutwerten, zusätzlich T3-Präparate (z.B. Thybon) oder T4-T3-Kombipräparate (z.B. Prothyrid mit einem T4-T3-Verhältnis von 10:1 oder Novothyral mit einem T4-T3-Verhältnis von 5:1) empfohlen. Zusätzlich gibt es ein sog. Schilddrüsen-Extrakt z.B. unter dem Produktnamen „Thyreogland“ (Klösterl Apotheke, München), das aus dem Schilddrüsengewebe von Schweinen gewonnen wird, im T4-T3-Verhältnis von 4:1.

Gerade bei Umwandlungsstörungen von T4 in T3, die entstehen können durch Selenmangel, Erschöpfung, Depressionen, emotionalen Stress und schwere Allgemeinerkrankungen etc. (s. Diagnose Pkt 8) ist die Einnahme eines T4-T3-Kombipräparates oder von Schilddrüsen-Extrakt ratsam. 

Es herrscht Einigkeit, dass bei manifester Schilddrüsenunterfunktion, d.h. erhöhtem TSH-Wert und erniedrigtem fT4, eine Hormon-Substitution mit L-Thyroxin selbstverständlich ist. Viel häufiger ist aber die subklinische Unterfunktion mit erhöhtem TSH und normalen oder grenzwertigem fT4 und fT3. Hier besteht Uneinigkeit bei Ärzten und Verwirrung bei Patienten, ab welchem TSH-Wert eine Hormonbehandlung erfolgen sollte.

Nach meiner Erfahrung kann diese Entscheidung nur unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten getroffen werden. Verschiedene Faktoren müssen beachtet werden:

  • Wie lange besteht die Erkrankung schon?
  • Ist die Schilddrüse größenverändert?
  • Gibt es Knoten in der Schilddrüse?
  • Liegen Begleiterkrankungen vor?
  • Besteht eine Fettstoffwechselstörung? Das kardiovaskuläre Risiko muß durch Senkung von LDL-Cholesterin minimiert werden.
  • Wie alt ist die Patientin / der Patient? Patienten über 65 Jahre mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion haben eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken!
  • Liegt ein Kinderwunsch vor? Frauen mit einer AIT haben eine dreimal höhere Frühabortrate als gesunde Frauen!
  • Besteht eine Schwangerschaft?
  • Wie ist das subjektive Wohlbefinden?

Eine Substitution mit L-Thyroxin bis zu einem TSH von 4,0 – 6,0 mU/l ist optional.

Dazu der Schilddrüsenexperte Prof. R. Gärtner, endokrinologische Abteilung LMU, München: „Ein leicht erhöhter TSH-Wert bedeutet kein Gesundheitsrisiko. Daher ist es sinnvoll, bei einem TSH-Wert von vier oder leicht höher, erst einmal abzuwarten und die Werte regelmäßig zu kontrollieren. Viele fühlen sich nach einer Hormoneinnahme nicht besser. Man muss die Patienten behandeln und nicht ihre Laborwerte.“

Wenn Hormone gegeben werden:

  • Sollen diese in der Regel initial mit maximal 25 Mikrogramm (μg) begonnen werden; Steigerung frühestens jeweils nach 2 Monaten um maximal 25 Mikrogramm, wenn der Laborbefund dies erfordert.
  • Das subjektive Wohlbefinden sollte hier immer Vorrang haben vor der voreiligen Normalisierung des TSH.
  • Bei Überdosierung erfolgt häufig eine Hyperthyreosis factitia, d.h. künstlich erzeugte Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion.
  • Allergien können auftreten (Durchfall etc.) durch Zusatzstoffe in L-Thyroxin-Präparaten.
  • L-Thyroxin wirkt diabetogen, das bedeutet, die Wirkung von Insulin wird abgeschwächt.
  • Die Wirkung von Antikoagulantien wird verstärkt (Quick-Kontrolle notig).
  • Die gesamte Tagesdosis von L-Thyroxin wird i.d.R. morgens mindestens eine halbe Stunde vor der Mahlzeit nüchtern eingenommen werden. Es darf kein Kaffee dazu getrunken werden. Bei Antriebsschwäche morgens kann die L-Thyroxin-Einnahme aber auch über den Tag verteilt werden. Bitte machen Sie das nur nach Absprache mit einem erfahrenem Therapeuten.
  • Immunsuppressiva (Chemotherapeutika) und Steroide (Cortison) sind bei Hashimoto-Syndrom nutzlos – Ausnahme: die sehr seltene Hashimoto-Enzephalopathie.
  • Kontraindikationen für L-Thyroxinsubstitution sind funktionelle Autonomie (durch Szintigramm feststellbar) und Herzerkrankungen.

Behandlungsbeispiel

Homöopathie und Schulmedizin gehen ganz unterschiedlich an den erkrankten Menschen und seine Beschwerden heran: Während die Schulmedizin sich auf die Behandlung des kranken Organs beschränkt, wendet sich die Homöopathie dem ganzen Menschen und seinen Lebensumständen zu. Welche Auswirkungen das für Patienten hat, möchte ich am Beispiel der chronisch lymphozytären Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) veranschaulichen.

Schulmedizin (organotrop):

  • Der Patient wird bei typischer Symptomatik vom Hausarzt zum Endokrinologen (Facharzt für hormonelle Erkrankungen) überwiesen.
  • Der Arzt fokussiert meist nur auf die Hormondrüsen, nämlich Hypophyse und Schilddrüse. Das ursächliche Zentrum der Erkrankung, das Immunsystem, wird nicht behandelt.
  • Nach Laboruntersuchung, Ultraschall und kurzem Gespräch verordnet er Medikamente zur lebenslangen Einnahme.
  • Therapeutische Alternativen werden meist als unverantwortlich abgelehnt.
  • Der Schilddrüse wird es abgenommen, Hormone selbst zu produzieren, weil sie durch die Medikamente von außen zugeführt werden. In der Folge stellt das potenziell noch produktionsfähige Gewebe die Herstellung von Hormonen ein. Die frühe Verordnung von Schilddrüsenhormonen, auch wenn noch kein klinischer Mangel zu erkennen ist, wird von den Endokrinologen dadurch gerechtfertigt, dass die Schilddrüse dadurch entlastet und die Schilddrüsenentzündung nicht weiter fortschreiten würde. Die Schilddrüsenentzündung soll also durch die Einnahme von Hormonen für die Schilddrüse eingedämmt werden. Das erscheint jedoch sehr fragwürdig, weil die Entzündung vom Immunsystem und nicht von der Schilddrüse ausgeht.
  • Bei richtiger Dosierung normalisieren sich die Laborwerte und werden anfangs alle drei Monate, dann halbjährlich überprüft. Die richtige individuelle Dosierung ist manchmal sehr schwierig zu ermitteln, und es können sogenannte iatrogene, d. h. durch ärztliche Einwirkung entstandene, Krankheiten wie zum Beispiel Hyperthyreosis factitia entstehen.
  • Für die meisten Endokrinologen ist der Patient damit geheilt.
  • Sollte sich eine weitere Schwächung des Organismus an einem anderen Organ zeigen (polyglanduläres Autoimmunsyndrom), sucht der Patient den nächsten Facharzt auf, der ebenfalls wieder nur einen Teilbereich dieses Menschen berücksichtigt. Das Zentrum der Erkrankung, das Immunsystem, bleibt unbehandelt.

Homöopathie (personotrop):

  • Der Patient kommt vom Allgemeinarzt oder Endokrinologen auf der Suche nach Alternativen zu einer lebenslangen Medikamenteneinnahme.
  • Es wurden Laborwerte und Ultraschall bzw. Szintigramm für Diagnose, Prognose und Verlaufsbeurteilung bestimmt.
  • Wenn die erhobenen klinischen Daten es erlauben, wählt der Homöopath einen Behandlungsweg, auf dem der Organismus durch ein homöopathisches Arzneimittel zur Selbstregulation angeregt wird.
  • In der homöopathischen Anamnese versucht er zu verstehen, wodurch es zu einer solchen Entgleisung des Immunsystems gekommen ist.
  • Die Behandlung zielt darauf ab, den Menschen zu heilen. Das Immunsystem soll von einer weiteren Zerstörung körpereigenen Gewebes abgehalten werden.
  • Nach Rückgang der Symptome und Normalisierung der Laborwerte kann die homöopathische Therapie bewirken, dass die Krankheit nicht wiederholt auftritt oder sich in eine andere (Autoimmun-) Krankheit wandelt.
  • Eine Simultanbehandlung von Homöopathie und Schulmedizin wird dann durchgeführt, wenn schon so viel Schilddrüsengewebe durch die Entzündung zerstört ist, dass eine selbstständige Hormonversorgung nicht mehr möglich ist. Dabei wird nur die zur Deckung des Hormondefizits nötige Hormonmenge zugeführt. Durch homöopathische Behandlung wird die Fähigkeit zur Hormonproduktion aktiviert, und das noch funktionstüchtige Gewebe wird durch Selen geschützt.

Auch wenn der Patient sich subjektiv wieder wohler fühlt, werden weiterhin jährlich die nötigen Laborparameter bestimmt, die Schilddrüse mit Ultraschall untersucht und eine homöopathische Anamnese durchgeführt, um die Dauerhaftigkeit der Heilung zu gewährleisten.

Aus der Praxis

Hashimoto-Thyreoiditis kann schulmedizinisch nicht geheilt werden. Leider darf für viele Naturwissenschaftler nicht sein, was in ihrer Vorstellung nicht sein kann: Menschen, die von dieser Autoimmunerkrankung geheilt wurden. Dass das auch anders laufen könnte, zeigt eine überlieferte Aussage Einsteins an Heisenberg: „Die Theorie bestimmt, was wir beobachten können.“

Das heißt, dass viele Mediziner ihre Theorien verändern müssten, beginnend mit offenem Interesse statt einer häufig anzutreffenden Ignoranz gegenüber anderen Erfahrungswerten. Was bedeutet Heilung in diesem Zusammenhang? Wenn über einen Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr der TSH-Wert und die Hormonwerte im Normbereich sind, die Schilddrüse sich weder weiter verkleinert noch vergrößert und das subjektive Wohlbefinden in Ordnung ist, dann nenne ich das Heilung.

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