Eine sekundäre Mitochondriopathie ist eine Funktionsstörung der Mitochondrien, die nicht erblich bedingt ist, sondern als Folge äußerer Einflüsse oder einer anderen Grunderkrankung entsteht. Beeinträchtigte Mitochondrien können chronische Erkrankungen begünstigen oder diese verschlimmern.
Kurz zusammengefasst:
- Typisch sind unspezifische, oft anhaltende Symptome, allen voran ausgeprägte Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit.
- Wird eine mitochondriale Dysfunktion frühzeitig erkannt und behandelt, können sich die beeinträchtigten Mitochondrien wieder vollständig erholen.
- Die ganzheitliche Therapie zielt darauf ab, die auslösenden Faktoren der mitochondrialen Dysfunktion aufzudecken und gezielt zu behandeln, etwa mithilfe einer Mikronährstofftherapie, Ernährungsumstellung oder Lebensstiländerung.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine mitochondriale Dysfunktion?
- Welche Erkrankungen stehen mit einer mitochondrialen Dysfunktion in Zusammenhang?
- Welche Therapieansätze sind sinnvoll?
- Die 7 wichtigsten Mikronährstoffe zur Behandlung von mitochondrialer Erschöpfung
- Was sind die Ursachen einer mitochondrialen Dysfunktion?
- Welche Symptome können auftreten?
- Wie wird eine mitochondriale Dysfunktion erkannt?
- Ernährung zur mitochondrialen Unterstützung
- Fazit: Kann sich eine mitochondriale Dysfunktion verbessern?
- FAQ
Was ist eine mitochondriale Dysfunktion?
Bei einer mitochondrialen Dysfunktion arbeiten die „Kraftwerke“ der Zellen nicht mehr richtig – mit spürbaren Folgen für Energie, Belastbarkeit und Wohlbefinden.

Man unterscheidet zwei Formen:
- primäre, angeborene, erblich bedingte Form (nicht heilbar)
- sekundäre, erworbene Mitochondriopathie (kann durch ganzheitlich abgestimmte Therapie behoben werden)
In diesem Artikel geht es ausschließlich um die erworbenen, ursächlich behandelbaren sekundären Mitochondriopathien.
Aufgabe der Mitochondrien
Mitochondrien erfüllen viele zentrale Aufgaben. Die wichtigsten sind:
- Energieproduktion: Als „Kraftwerke“ der Zellen sind Mitochondrien für die Energieproduktion (vor allem ATP) zuständig.
- antioxidative Abwehr: Mitochondrien verfügen über eigene antioxidative Schutzmechanismen, sodass sie die bei der Energieproduktion anfallenden freie Radikale nahezu alle selbst neutralisieren können.
- Synthese: Die Mitochondrien sind weit mehr als reine „Energiekraftwerke“. Sie übernehmen auch wichtige Aufgaben in der Herstellung bestimmter Moleküle, etwa spezieller Lipide wie Cardiolipin. Auch ein zentraler Bestandteil des Hämoglobins – der Häm-Anteil – wird hier erstmals gebildet.
- Immunfunktion: Auch für ein intaktes Immunsystem sind starke Mitochondrien unverzichtbar.
- Stoffwechselsteuerung: Mitochondrien sind direkt in verschiedene Stoffwechselprozesse eingebunden, etwa beim Aminosäure- und Harnstoffstoffwechsel oder beim Abbau von Fettsäuren.
- Wärmeregulation: Mitochondrien tragen zur Aufrechterhaltung der gesunden Funktion des braunen Fettgewebes bei, das durch Energieverbrennung Wärme erzeugt und so zur Regulierung von Körpertemperatur und Stoffwechsel beiträgt.
- Schutzfunktion: Mitochondrien können kontrolliert den Zelltod (Apoptose) einleiten, indem sie bestimmte Proteine freisetzen. Dadurch schützen sie den Organismus vor geschädigten oder entarteten Zellen.
Warum gestörte Zellkraftwerke Beschwerden auslösen
Geschädigte Mitochondrien beschleunigen den Zelltod (und damit auch Alterungsprozesse), beeinträchtigen die Immunabwehr und fördern Entzündungen. Auch die Stoffwechselprozesse, an denen die „Kraftwerke“ der Zellen mitwirken, werden durch geschwächte Mitochondrien in Mitleidenschaft gezogen, z.B. der Fettsäureabbau.
Können Mitochondrien nicht richtig arbeiten, kann die Zelle ihren Energiebedarf nicht decken. Das Energiedefizit macht sich vor allem in den besonders energieabhängigen Organen wie Muskeln, Gehirn oder Herz bemerkbar. Entsprechend vielfältig können die Beschwerden sein.
Durch die gestörte Energieproduktion werden vermehrt freie Radikale freigesetzt. Geschwächten Mitochondrien gelingt die Entgiftung der freien Radikale jedoch immer schlechter, sodass über kurz oder lang eine kritische Menge an oxidativem Stress entsteht. Auf oxidativen Stress reagieren die Mitochondrien sehr empfindlich. Die Folge: Sie büßen ihre Funktion immer mehr ein, die Zahl der freien Radikale steigt weiter an – ein Teufelskreis entsteht.
Können die Mitochondrien ihre vielfältigen Aufgaben nur noch eingeschränkt erfüllen, entsteht ein sich selbst verstärkender Prozess, der dem Organismus auf verschiedenen Ebenen schadet und so zahlreiche Gesundheitsstörungen zur Folge haben kann.
Welche Erkrankungen stehen mit einer mitochondrialen Dysfunktion in Zusammenhang?
Eine mitochondriale Dysfunktion kann die Entstehung und den Verlauf vieler Erkrankungen begünstigen oder verstärken. Wird diese Störung der zellulären Energieversorgung in der Behandlung nicht berücksichtigt, bleiben Therapien häufig unvollständig und Symptome können chronisch bestehen bleiben.
Die mitochondriale Dysfunktion ist daher kein Randthema, sondern ein zentraler Faktor vieler chronischer Erkrankungen und deren Behandlung.
Dass mitochondriale Funktionsstörungen Auslöser für zahlreiche chronische Erkrankungen sind, ist den meisten Ärzten vollkommen unbekannt. Sie haben es nicht gelernt. Dabei sind die Wartezimmer voll mit diesen Patienten! … Sekundäre Mitochondriopathien: In ihrer Entdeckung und Behandlung liegt die Chance eines Paradigmenwechsels in der Medizin – nicht mehr und nicht weniger!
Dr. sc. med. Bodo Kuklinski
Erkrankungen, bei denen eine mitochondriale Dysfunktion eine zentrale Rolle spielt
Hier wirken sie als Mitursache, Verstärker oder Folge, oft in Wechselwirkung mit Entzündung, Immunaktivierung und Stress.
- Stille Entzündungen
- Metabolisches Syndrom (Insulinresistenz, Übergewicht, Bluthochdruck)
- Chronisches Erschöpfungssyndrom (ME/CFS)
- Long-COVID
- Burnout
- Fibromyalgie
- Depressive Verstimmung
- Neurodegenerative Krankheiten (Alzheimer, Parkinson, Demenz)
Erkrankungen, bei denen Mitochondrien klar beteiligt, aber nicht allein ursächlich sind
Hier wirkt die mitochondriale Dysfunktion meist als Verstärker, Krankheitsbeschleuniger oder chronifizierender Faktor. Die Erkrankungen entstehen multifaktoriell (Genetik, Immunsystem, Umwelt, Psyche), jedoch trägt die mitochondriale Dysfunktion entscheidend zur Symptomlast und Chronifizierung bei.
- Autoimmunerkrankungen wie z.B. Hashimoto, Multiple Sklerose, Rheuma, Lupus, CED, Psoriasis
- Reizdarm
- Schlafstörungen & Konzentrationsmangel
- Allergien
- Infektanfälligkeit
- Multiple Chemical Sensitivity (MCS)
- Krebserkrankungen
- ADHS
Dass beeinträchtigte Mitochondrien wieder gesund und leistungsfähig werden, ist also eine Grundvoraussetzung für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden. Um dieses Ziel zu erreichen, setze ich in meiner Praxis auf eine ganzheitliche, ursachenorientierte Therapie. Nur so wird der Teufelskreis aus Energiemangel, oxidativem Stress und Entzündungen unterbrochen und der Körper dabei unterstützt, seine Selbstregulation wieder aufzunehmen.
Markus Breitenberger, Heilpraktiker
Welche Therapieansätze sind sinnvoll?
Die Therapie der mitochondrialen Dysfunktion zielt darauf ab, einerseits die Energieproduktion der Zellen zu unterstützen und oxidativen Stress zu reduzieren und andererseits die Faktoren zu behandeln, die ursächlich verantwortlich für die gestörten Mitochondrienfunktion sind.
Das ganzheitliche Behandlungskonzept in 5 Punkten – praxiserprobt und wirkungsvoll
- Umweltbelastungen verringern
Belastungen durch Umwelteinflüsse verringern bzw. eliminieren, z.B. durch Ausleitung von Schadstoffen oder dem Verzicht aufs Rauchen. - Mikronährstoffmangel beseitigen
Mithilfe der orthomolekularen Therapie gezielt einen diagnostizierten Mangel an Mikronährstoffen beseitigen. Eine Infusionstherapie kann im Verlauf der Behandlung unter bestimmten Umständen sinnvoll sein. - Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten anpassen
Strategien für eine mitochondrienfreundliche Änderung des Lebens- und Ernährungsstils entwickeln. - Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT-Behandlung) oder entsprechende Atemtechniken erlernen
Durch kontrollierten Sauerstoffmangel (Hypoxie) und Sauerstoffüberschuss (Hyperoxie) wird die Regeneration geschwächter Mitochondrien gefördert und ihre Energieproduktion wie auch die Sauerstoffverwertung verbessert. - Weitere Maßnahmen
Gegebenenfalls kommen weitere Therapiemaßnahmen wie Klassische Homöopathie hinzu, je nachdem, ob zusätzlich eine Grunderkrankung vorliegt bzw. sich bereits eine Erkrankung infolge der mitochondrialen Dysfunktion entwickelt hat.
Nährstoffdefizite als Ursache und Folge einer mitochondrialen Dysfunktion
Nährstoffmängel können eine mitochondriale Dysfunktion auslösen. Umgekehrt führt eine gestörte Energieproduktion dazu, dass Vitamine und Mineralstoffe schlechter verwertet und schneller verbraucht werden.
Anhand der Überprüfung von Mikronährstoffen wie Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren, Carnitin, B-Vitamine, Vitamin D oder auch bestimmte Spurenelemente (z.B. Eisen, Zink, Selen, Kupfer), lässt sich meist ein behandlungsbedürftiges Nährstoffdefizit erkennen.
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Omega-3-Index Bluttest
Bestimmung lebenswichtiger Fettsäuren für Herz, Kreislauf und Immunsystem
Vitamin D Test
Bestimmung des Vitamin D-Status durch die Analyse von 25-OH-Vitamin D
Coenzym Q10 Bluttest
Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Coenzym Q10 die Zellenergie unterstützt, oxidativen Stress reduziert und schützende Effekte auf Nerven, Herz und Immunsystem hat
Die 7 wichtigsten Mikronährstoffe zur Behandlung von mitochondrialer Erschöpfung
Damit Mitochondrien ihre Funktion optimal erfüllen, benötigen sie Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss.
Einige von ihnen werden auch mitotrope Nährstoffe genannt, weil sie einen direkten Einfluss auf zelluläre bzw. mitochondriale Funktionen nehmen. Dabei unterstützen sie nicht nur die Energieproduktion, sondern schützen die Mitochondrien auch vor oxidativem Stress.

Diese ausgewählten mitotropen Mikronährstoffe sind essenziell für die Energiegewinnung in den Zellen und die gesunde Funktion der Mitochondrien:
- B-Vitamine sind essenziell für die Funktion der Mitochondrien. Insbesondere die Vitamine B1, B2, B3, B6 und Folsäure (B9) wirken bei der Umwandlung von Nährstoffen in Energie mit, reduzieren oxidativen Stress bzw. schützen die Mitochondrien vor Schäden durch freien Radikale.
- Omega-3-Fettsäuren schützen die Mitochondrienmembranen vor oxidativem Stress. Auch ihre entzündungshemmende Wirkung kommt den Mitochondrien zugute, da ihre Funktion gerade durch (schwelende) Entzündungen stark beeinträchtigt werden kann.
- Coenzym Q10 ist ein wichtiger Bestandteil der Mitochondrien und wesentlich am Energiestoffwechsel beteiligt. Als stark wirksames Antioxidans kann Coenzym Q10 die Mitochondrien zudem sehr wirkungsvoll vor oxidativen Schäden durch freie Radikale schützen. Coenzym Q10 kommt in zwei Formen vor: Ubiquinon und Ubiquinol. Letztere ist die reduzierte aktive Form von Coenzym Q10, die sofort vom Körper genutzt werden kann.
- Magnesium unterstützt die mitochondriale Membranstabilität, ist für die Funktion mitochondrialer Enzyme essenziell und ist direkt am Energiestoffwechsel beteiligt. Außerdem reduziert der Mineralstoff oxidativen Stress. Letztlich ist Magnesium an fast allen zellulären Prozessen beteiligt, die Energie benötigen, z.B. an der Muskelkontraktion oder an der Informationsübermittlung von Nerven.
- Carnitin ist eine aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellte Aminosäure-Verbindung und sorgt zum einen dafür, dass die Mitochondrien Fette effizient zur Energiegewinnung nutzen können und zum anderen schützt sie die Zellfunktion, indem sie giftige Substanzen aus den Mitochondrien entfernt.
- Alpha-Liponsäure ist ein zentraler Cofaktor der mitochondrialen Energiegewinnung und unterstützt die Umwandlung von Nährstoffen in ATP. Gleichzeitig wirkt sie stark antioxidativ, schützt die Mitochondrien vor oxidativem Stress und hilft, gestörte Stoffwechselprozesse bei mitochondrialer Dysfunktion zu stabilisieren.
- Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für die Funktion der Mitochondrien, da es die Bildung neuer Mitochondrien (mitochondriale Biogenese) unterstützt und entzündliche Prozesse im Körper reguliert. Ein Vitamin-D-Mangel kann die Energieproduktion der Zellen zusätzlich beeinträchtigen und Erschöpfung, Muskelschwäche sowie eine verminderte Belastbarkeit verstärken.
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Omega-3 liquid vegan Superior
Täglich 5 ml zu einer Mahlzeit einnehmen
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Ubiquinol CoQ10 100 mg vegan Gold, 60 Kapseln
Täglich 1 Kapsel einnehmen
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Siebensalz Magnesium Komplex, 60 Kapseln
Täglich 2 mal 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit außerhalb der Mahlzeiten einnehmen
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L-Carnipur 500, 120 Kapseln
Täglich 3 x 1 Kapsel (1,5 mg) mit viel Flüssigkeit jeweils vor oder zu einer Mahlzeit einnehmen.
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Alpha Liponsäure 200, 60 Kapseln
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit 30–45 Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen
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Vitamin D3 Tropfen
Täglich zu einer Mahlzeit 2 Tropfen. 1 Tropfen enthält Vitamin D3 1.000 I.E.
Weitere bioaktive Substanzen zur Stabilisierung der mitochondrialen Funktion
- Eisen ist ein zentrales Spurenelement für die Energieversorgung und den Sauerstofftransport im Blut – ohne Eisen können Mitochondrien keine Energie erzeugen.
- Gluthadion wird als Tripeptid von den drei Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin gebildet und gehört zu den Hauptantioxidanzien, die die Mitochondrien vor oxidativem Stress schützen und die Entgiftung fördern. Zudem kann Gluthadion auch andere Radikalenfänger wie Vitamin E, Coenzym Q10 oder Provitamin A, die durch ihre Abwehrreaktion selbst zu Radikalen geworden sind, so umwandeln, dass diese vom Körper weiter genutzt werden können.
- Glutamin ist eine wichtige Aminosäure für die Mitochondrien, um Energie zu erzeugen. Außerdem wirkt Glutamin in den Mitochondrien als Antioxidans, wodurch diese vor freien Radikalen geschützt werden.
- Quercetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der zur Gruppe der Flavonoide gehört und für seine antioxidativen, entzündungshemmenden und zellschützenden Eigenschaften bekannt ist. Studien zeigen, dass Quercetin u.a. die Neubildung von Mitochondrien stimulieren und deren Energieproduktion verbessern kann.
- Urolithin A ist ein natürliches Stoffwechselprodukt des Darmmikrobioms, das entsteht wenn die Darmbakterien bestimmte Pflanzenstoffe (z.B. aus Granatäpfeln) abbauen. Zu den wichtigsten Aufgaben von Urolithin A gehört es, den Abbau alter, verbrauchter Mitochondrien (Mitophagie) zu fördern, sodass sich neue gesunde Mitochondrien bilden können. Urolithin A wird auch als „Anti-Aging-Molekül“ bezeichnet, weil es als ein wichtiger Faktor für gesundes Altern gilt.
- NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) ist ein Vitamin B3-Abkömmling, das im Körper in ein wichtiges Molekül namens NAD+ umgewandelt wird. NAD+ spielt u.a. im Energiestoffwechsel der Mitochondrien ein wichtige Rolle, ist an der DNA-Reparatur beteiligt und fördert so eine gesunde Zellfunktion.
- Kreatin dient den Mitochondrien als Energiepuffer.
- Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff (ein Polyphenol), der zu den stärksten Antioxidanzien gehört: Er kann freie Radikale wirkungsvoll neutralisieren und die Zellen so vor oxidative Schäden schützen. Außerdem hat Resveratrol eine ausgeprägte antientzündliche Wirkung.
- Vitamine C, E, B12 sowie die Spurenelemente Selen, Zink und Kupfer sind mitotrope Substanzen mit ausgeprägten antioxidativen Eigenschaften.
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Warum eine zu schnelle Aktivierung der Mitochondrien schaden kann
In der Behandlung mitochondrialer Dysfunktionen werden in manchen Praxen teilweise Infusionstherapien mit sehr hohen Nährstoffdosierungen eingesetzt. Die Annahme, dass höhere Mengen grundsätzlich wirksamer sind, ist jedoch nicht immer zutreffend. Gerade bei einer mitochondrialen Dysfunktion ist eine initial zu schnelle oder zu hoch dosierte Therapie nicht nur wenig sinnvoll, sondern kann die Beschwerden sogar verstärken.
Eine mitochondriale Dysfunktion sollte schrittweise in einem Stufenschema behandelt werden. Das hat gut nachvollziehbare biochemische Gründe:
- Gefahr von oxidativem und nitrosativem Stress
Wird die mitochondriale Aktivität zu schnell gesteigert, entstehen vermehrt reaktive Sauerstoff- und Stickstoffradikale. Sind die körpereigenen Schutzsysteme (z. B. Glutathion) noch nicht ausreichend aufgebaut, kommt es zu Zellstress statt zu Regeneration. - Anstieg toxischer Stoffwechselprodukte (z. B. Ammoniak)
Bei einer gestörten Energieverwertung weicht der Stoffwechsel auf Not- und Ausweichwege aus. Eine zu schnelle Aktivierung kann zu einem Anstieg von Ammoniak und anderen belastenden Metaboliten führen, die Müdigkeit, Kopfdruck, Übelkeit oder neurologische Symptome verstärken. - Überforderung des Nervensystems
Mitochondrien stehen in enger Verbindung mit dem autonomen Nervensystem. Eine zu schnelle Therapie kann das System in einen Stress- oder Alarmzustand versetzen – mit Schlafstörungen, innerer Unruhe oder „Crash“-Reaktionen. - Fehlende Cofaktoren und Nährstoffe
Die Energieproduktion der Mitochondrien ist auf zahlreiche Mikronährstoffe angewiesen. Werden Mitochondrien aktiviert, bevor diese ausreichend vorhanden sind, läuft der Stoffwechsel ineffizient und instabil.
Die optimale Stufentherapie bei mitochondrialer Dysfunktion
Bei einer mitochondrialen Dysfunktion darf die Energieproduktion nicht zu schnell aktiviert werden. Ein stufenweises Vorgehen schützt vor oxidativem Stress, Stoffwechselbelastungen und Rückschlägen und ermöglicht eine nachhaltige Erholung der Zellenergie. Das Prinzip dabei lautet: stabilisieren → schützen → regulieren → aktivieren. So vermeidet man Überforderung der Mitochondrien.

Das Therapieziel meiner Behandlung von geschwächten Mitochondrien ist: Stabilisierung vor Aktivierung für nachhaltige Energie statt kurzfristiger Überforderung!
Markus Breitenberger, Heilpraktiker
Wenn Sie eine individuelle Beratung und Behandlung wünschen – persönlich oder als Videosprechstunde – können Sie gerne einen Termin vereinbaren.
Was sind die Ursachen einer mitochondrialen Dysfunktion?
Zu den Hauptursachen für eine erworbene mitochondriale Dysfunktion gehören:
- Umweltgifte: Schwermetalle, Pestizide, Insektizide, Feinstaub oder UV-Strahlung
- Zellgifte: Nikotin, Alkohol, Drogen
- Stress: Psychisch oder physisch
- Schlaf: Schlafmangel und schlechte Schlafhygiene
- Bewegungsmangel
- Einseitige Ernährung: zu wenige wichtige Mikronährstoffe mit zu vielen „leeren“ Kohlenhydraten ( Weißmehlprodukte, Zucker!), ungesunde Fetten und Konservierungs- bzw. Zusatzstoffe aus (hoch-)verarbeiteten Lebensmitteln
- Medikamente: Statine, Protonenpumpenhemmer, Aspirin und andere Schmerzmittel, Methotrexat, Valproinsäure als Antiepileptikum, einige Antibiotika, Betablocker, Potenzmittel, Antihypertensiva und Herzmedikamente (Enapril), Chemotherapeutika.
- Mikronährstoffmangel: körpereigene Radikalfänger wie Coenzym Q10, Alpha-Liponsäure, Carnitin oder Vitamine der B-Familie
- Begleiterscheinung: Mitochondriale Dysfunktion als Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung
- Chronische Entzündungen: fördern die Bildung von freien Radikalen und nitrosativen Stress. Dieser entsteht, wenn sich das eigentlich für die verschiedenen Körperfunktionen unverzichtbare Stickstoffmonoxid (NO) in Stickstoffmonoxid-Radikale (NO-Radikale) umwandelt. Entzündungen fördern diesen Prozess und schädigen so die Mitochondrien von mehreren Seiten.
Machen Sie den Test, ob bei Ihnen eine stille Entzündung vorliegt!
Auslöser der mitochondrialen Fehlfunktionen
Viele Menschen leben jahrelang ohne erkennbare Beschwerden mit potentiell schädlichen Faktoren, die eine sekundäre Mitochondriopathie verursachen können – bis zu dem Zeitpunkt an dem der Organismus nicht mehr ausgleichen kann. Das geschieht meist durch:
- Infektionen oder Impfung (Viren, Bakterien und Parasiten)
- Unfallschäden, besonders im Kopf- und Hals Bereich mit HWS-Instabilität als Folge.
Der letzte Tropfen, der “das Faß zum Überlaufen bringt”, waren in den vergangenen Jahren v.a. COVID-19-Infektionen und/oder Impfung gegen SARS-CoV-2.
Was verschlimmert die Beschwerden einer sekundären Mitochondriopathie?
Verstärker der mitochondrialen Fehlfunktionen sind meist:
- Kohlenhydratreiche Ernährung (Reis, Mais, Kartoffel, Weißmehlprodukte)
- Nitratreiche Ernährung (z. B. Geräuchertes)
- Nahrungsmittel, die mit Kunstdünger belastet sind
Stress und Lebensstilfaktoren im Zusammenhang mit mitochondrialer Erschöpfung
Stress gehört zu den wichtigsten Ursachen einer mitochondrialen Dysfunktion. Denn bei Stress erhöht sich der Cortisolspiegel – und hohe Cortisolkonzentrationen erzeugen vermehrt freie Radikale und damit oxidativen Stress. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um chronischen Stress handelt.
- Gestörte Energieproduktion: Oxidativer Stress beeinträchtigt die Mitochondrien in ihrer Fähigkeit zur Energieproduktion – Symptome wie Müdigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit sind die Folgen. Außerdem wird die Zellreparatur gehemmt und das Risiko für Entzündungskrankheiten steigt.
- Ungünstiger Lebensstil: Beschleunigt wird dieser ungesunde Prozess durch einen Lebensstil, der von einer einseitigen Ernährung und zu wenig Bewegung geprägt ist. Leider ist diese Kombination gar nicht so selten: Wer unter Dauerstrom steht, achtet oft nicht darauf, was er isst und wie er isst – und genug Zeit für Sport nehmen sich gestresste Menschen häufig ebenfalls nicht.
- Schlafmangel & Stressspirale: Stressbelastete Personen schlafen schlecht und können sich am nächsten Tag dann meist nicht gut konzentrieren, sie sind nervös und reizbar – und dies wiederum verschärft den Stress.
Anregungen für ein gutes Stressmanagement sind deshalb ein ganz wichtiger Teil meines ganzheitlichen Behandlungskonzepts zur Regeneration von geschädigten Mitochondrien. Gezielte Maßnahmen zur Stressbewältigung helfen dabei, besser mit Stresssituationen zurecht zu kommen und allgemein stressresistenter zu werden. Doch fördern sie nicht nur die psychische Widerstandsfähigkeit, sondern sie stärken auch die Resilienz der Zellen.

Stressabbau und Regeneration
Keine Frage, Stress gehört zum Leben dazu. Aber wichtig ist, dass immer wieder auch der Entspannung und Erholung genug Zeit eingeräumt wird. Das ist oft leichter gesagt als getan. Ein gut strukturierter Tagesablauf und regelmäßige Pausen im Alltag ebenso wie genug Zeit für Hobbys, soziale Kontakte und Sport können bereits viel zu einer besseren Bewältigung von Stress beitragen. Meditation oder Yoga können beim Stressabbau zusätzlich helfen.
„Viele Menschen bemühen sich intensiv um Stressreduktion und fühlen sich dennoch erschöpft. In meiner Arbeit sehe ich immer wieder: Erst wenn die inneren Antreiber und Gewohnheiten verändert werden, kann der Körper wirklich zur Ruhe kommen.“
Markus Breitenberger, Heilpraktiker
Oft stecken unerkannte Bindungs- und Entwicklungstraumata hinter einer Stressspirale. Ich unterstützte Sie mit dem Wissen aus Medizin, Naturheilkunde und Traumatherapie wieder zu sich zu kommen und besser bei sich bleiben zu können!
Welche Symptome können auftreten?
Eine mitochondriale Dysfunktion kann vielfältige, unspezifische Symptome verursachen – je nachdem, in welchem Gewebe oder Organ ein Energiedefizit besteht. Besonders oft betroffen sind Gewebe mit einem hohen Energiebedarf, also z.B. die Muskulatur oder das Nervensystem, aber auch Herz und Gehirn.
Typische Symptome sind:
- Chronische Müdigkeit und Energiemangel
- Kognitive Beeinträchtigungen (“brain fog”, Konzentrationsstörungen)
- Schlafstörungen
- Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen, Migräne
- Sensibilitätsstörungen im Bereich des peripheren Nervensystems (periphere Neuropathien)
- Vegetative Dysregulation (z. B. erhöhter Puls, Temperaturinstabilität)
- Anfälligkeit für Infekte
- Belastungsintoleranz
- Verdauungsprobleme (z. B. durch Dysbiose, SIBO,Leaky Gut Syndrom)
- Unterzuckerung
Viele meiner Patientinnen und Patienten berichten vor allem von einer ausgeprägten Erschöpfung, Schwäche und verminderten Belastbarkeit. Das hat nach der Pandemie sprunghaft zugenommen!
Markus Breitenberger, Heilpraktiker in München
Erschöpfung und Energiemangel
Anhaltende Müdigkeit, mentale und körperliche Erschöpfung, aber auch das Gefühl, nicht mehr so leistungsfähig und belastbar wie gewohnt zu sein, sind typisch für eine mitochondriale Dysfunktion. Dies sind in der Regel zugleich die ersten Hinweise darauf, dass die Arbeit der Mitochondrien gestört ist. Deshalb sollten Sie unbedingt einen Therapeuten zu Rate ziehen, wenn Erschöpfung und Energiemangel über einige Wochen anhalten, ohne dass Sie eine Erklärung dafür haben (z.B. die Genesungszeit nach einem Virusinfekt).
Muskelsymptome
Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, eine verringerte körperliche Belastbarkeit – diese Muskelsymptome sind häufige Begleiterscheinungen einer mitochondrialen Dysfunktion. Ein Grund ist, dass gerade Muskeln eine sehr hohe Energieanforderung haben, deshalb sind sie oft die ersten Gewebe, an denen sich eine Störung der Mitochondrienfunktion bemerkbar macht.
Funktionsstörung anderer Organe
Ist die mitochondriale Funktion beeinträchtigt, kann dies nicht nur die Energieversorgung der Zellen, sondern auch die Funktion ganzer Organe beeinflussen. In diesem Zusammenhang werden mitochondriale Dysfunktionen auch bei Erkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis (Schilddrüse) oder der primär biliären Cholangitis (Leber) beobachtet.
Verdauung und Stoffwechsel
Für die Darmbewegung (Peristaltik), die Aufrechterhaltung der Darmbarriere, die Bildung von Verdauungsenzymen, die Aufspaltung von Nährstoffen oder auch für deren Transport durch die Darmwand – für diese und andere Aufgaben benötigen die Verdauungsorgane viel Energie, das gilt besonders für Dünndarm und Dickdarm.
Bei einer mitochondrialen Dysfunktion ist die Energieversorgung der Darmzellen jedoch gestört – und auch die Darmbarriere oder die Zusammensetzung des Darmmikrobioms können sich durch eine mitochondriale Dysfunktion ungünstig verändern.
- Verdauungsbeschwerden: All diese möglichen Beeinträchtigungen können Verdauungsbeschwerden und Reizdarmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall oder Sodbrennen, aber auch eine Mangelernährung zur Folge haben. Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden mit einer Mitochondriopathie in Verbindung gebracht.
- Eingeschränkter Stoffwechsel: Der Stoffwechsel kann ebenfalls nicht mehr reibungslos ablaufen, wenn defekte Mitochondrien nicht mehr ausreichend Energie bereitstellen können. Der durch die gestörte Energieversorgung hervorgerufene Laktatanstieg kann die Situation weiter verschärfen, insbesondere für den Fettstoffwechsel, der durch das überschüssige Laktat gehemmt wird.
- Langfristige Folgen: Ungünstig wirkt sich zudem der oxidative Stress aus, der entsteht, weil die beschädigten Mitochondrien nun vermehrt freie Radikale bilden. Langfristig können metabolische Erkrankungen die Folge sein, etwa Insulinresistenz, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen.
Wie hängt eine mitochondriale Dysfunktion mit Insulinresistenz zusammen?
Eine mitochondriale Dysfunktion und Insulinresistenz sind eng miteinander verknüpft und wirken über mehrere sich gegenseitig verstärkende Mechanismen zusammen. Eine verminderte Funktion der Mitochondrien ist eine Ursache für Insulinresistenz, während Insulinresistenz wiederum die Mitochondrienfunktion negativ beeinflusst. Es entsteht ein Teufelskreis, der häufig bei metabolischem Syndrom mit Typ-2-Diabetes und Fettleber (MASLD) beobachtet wird.
Zu den Aufgaben des Hormons Insulin gehört es, Glukose in die Zellen zu bringen, wo sie von den Mitochondrien in Energie umgewandelt wird. Besteht eine Insulinresistenz, reagieren die Zellen weniger empfindlich auf Insulin, nehmen nicht mehr ausreichend Glukose auf und den Mitochondrien fehlt der nötige „Brennstoff“ für die Energieproduktion. Die Folge sind Energiemangel in den Zellen, erhöhte Blutzuckerwerte und eine weitere Verschlechterung der mitochondrialen Funktion.
Geschädigte Mitochondrien fördern ihrerseits die Insulinresistenz, indem sie mehr freie Radikale und oxidativen Stress bilden und der Fettsäure-Abbau reduziert ist. Zudem reguliert Insulin die Qualität und Funktion der Mitochondrien und trägt dazu bei, defekte Mitochondrien auszusortieren und zu recyceln. Bei Insulinresistenz ist dieser Prozess gehemmt, die Energieproduktion wird beeinträchtigt, es bilden sich Fettansammlungen – und der Teufelskreis verstärkt sich weiter.
Wie wird eine mitochondriale Dysfunktion erkannt?
So vielfältig die Aufgaben der Mitochondrien sind, so anspruchsvoll sind auch die Anforderungen an eine entsprechende Diagnostik und die anschließende Therapie. Eine mitochondriale Dysfunktion zu erkennen, ist nicht ganz einfach und sollte nur Therapeuten vorbehalten bleiben, die über eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der mitochondrialen Medizin und orthomolekularen Therapie verfügen.
Zu Beginn steht das diagnostische Gesamtbild von Anamnese und den verschiedenen Ergebnissen der Labor- und Funktionstests an. Dieses Gesamtbild bildet dann die Grundlage für eine individuell abgestimmte Therapiestrategie.
Ganzheitliche Anamnese
Da eine sekundäre Mitochondriopathie durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden kann, gehört die diagnostische Suche nach den auslösenden Faktoren zu den zentralen Aufgaben des Therapeuten: Erst wenn die Auslöser identifiziert sind, ist eine gezielte Behandlung möglich.
Schon vor dem ersten persönlichen oder digitalen Termin setze ich mich intensiv mit den laborchemischen Grundlagen der Beschwerden auseinander. In der Anamnese nehme ich mir ausreichend Zeit, die Krankengeschichte, Symptome und Lebensumstände meiner Patientinnen und Patienten umfassend zu verstehen. Auf dieser Basis lege ich die individuell sinnvollen nächsten diagnostischen Schritte fest – einschließlich einer gezielt ausgewählten Labordiagnostik.
Markus Breitenberger, Heilpraktiker
Welche Laborwerte sind unbedingt notwendig bei einer Mitochondriopathie?
Der funktionelle Zustand der Mitochondrien lässt sich anhand einiger spezifischer Laborwerte ermitteln. Zur Basis-Diagnostik gehört die Bestimmung von ATP (intrazellulär). Er zeigt eine Momentaufnahme der vorhandenen Energie. Das ist hilfreich, sagt aber wenig darüber aus, warum die Energieproduktion gestört ist, oder wie gut sich die Zellen erholen können. ATP kann selbst dann normal erscheinen, wenn die Mitochondrien bereits unter Stress stehen oder nicht optimal arbeiten.
Der effektivste Laborparameter zur Beurteilung einer mitochondrialen Dysfunktion, der BHI Plus (Bioenergetischer Gesundheitsindex), geht einen Schritt weiter: Er bewertet mehrere zentrale Aspekte der mitochondrialen Energiegewinnung gleichzeitig – darunter die Leistungsfähigkeit der Atmungskette, die Reservekapazität der Mitochondrien und deren Anpassungsfähigkeit unter Belastung.
Er erkennt frühe oder funktionelle Störungen der Mitochondrien, noch bevor es zu einem deutlichen Abfall des ATP-Spiegels kommt. Dadurch lassen sich Ursachen von Erschöpfung, Leistungsminderung oder chronischer Müdigkeit oft früher und differenzierter erfassen. Er ist besonders hilfreich, wenn Beschwerden länger bestehen, sich nicht eindeutig erklären lassen oder trotz Therapie nur langsam bessern.

- ATP intrazellulär = Wie viel Energie ist gerade da?
- BHI Plus = Wie gut funktioniert das gesamte „Kraftwerk“ und wie belastbar ist es?
Ergänzende Biomarker zur Klärung ursächlicher Faktoren einer mitochondrialen Dysfunktion
PGC-1α, Nrf2 und Rhodanase zeigen wie gut Ihr Körper mit Stress umgehen, Mitochondrien erneuern und sich schützen kann. Man kann sie als Steuer- und Schutzsysteme der Zellkraftwerke verstehen.
mt/n DNA erfasst die Anzahl der Mitochondrien pro Zelle.
Die Messung einiger zentraler Stoffwechselmoleküle kann ebenfalls hilfreich sein
Laktat ist ein wichtiger Parameter, der als Einzelwert bei einer mitochondrialen Dysfunktion oft (leicht) erhöht ist. Aussagekräftiger ist sein Verhältnis zu Pyruvat (Laktat/Pyruvat-Quotient): Ist im Verhältnis zu Pyruvat mehrLaktat vorhanden (> 10:1), ist eine Funktionsstörung der Mitochondrien sehr wahrscheinlich.
Aminosäuren wie Alanin und Glutamin sind eng mit dem Energiestoffwechsel verknüpft. Erhöhte Werte können darauf hinweisen, dass die Energiegewinnung in den Zellen blockiert ist, dass der Körper sich in einem chronischen Stress- oder Notfallmodus befindet und dass in diesem Fall Erschöpfung nicht durch Willenskraft oder Erholung allein verschwindet.
Eine erhöhte Kreatinkinase (CK) bei mitochondrialer Dysfunktion ist ein Zeichen für energetischen Stress der Muskulatur. Sie erklärt Muskelschmerzen oder Muskelbrennen, schnelle Erschöpfung, verlängerte Erholungszeiten und Belastungsintoleranz (z. B. nach Sport oder Alltagsaktivitäten) – und zeigt, dass der Körper mehr Unterstützung in der Energieproduktion braucht, nicht mehr Druck. Gerade bei ME/CFS, Long COVID, Fibromyalgie oder postinfektiöser Erschöpfung sieht man dieses Muster häufig.
Weitere Labor-Untersuchungen
Je nach Beschwerdebild kommen weitere Untersuchungen infrage, etwa die Messung von Entzündungsparametern wie hsCRP und BSG (chronische Entzündung), der Schilddrüsenwerte (Schilddrüsenunterfunktion!), des HOMA-Index (Insulinresistenz!), des Blutzuckerspiegels durch HbA1c (Diabetes!) oder auch von Transaminasen (AST/ALT) als möglichen Hinweis auf eine Funktionsstörung der Leber.
Mitunter ergänzen eine Urinuntersuchung (zum Nachweis Schwermetallen) und Stuhluntersuchung (bei Verdacht auf eine Glutenempfindlichkeit) die Diagnostik.
„Ein einzelner Laborwert ist keine Diagnose. Wirkliche Heilung entsteht dort, wo Laborbefunde, Symptome und die persönliche Lebensgeschichte eines Menschen gemeinsam verstanden werden.“
Markus Breitenberger, Heilpraktiker in München
Bewertung von Lifestyle-Faktoren in der Diagnostik
Zur Diagnostik einer mitochondrialen Dysfunktion gehört schließlich auch die Bewertung von Lifestyle-Faktoren, da Mitochondrien sehr sensibel auf Umwelteinflüsse, Ernährungs- und Verhaltensweisen reagieren.
Diese “moderaten”, aber konsequenten Änderungen sind bereits ausreichend und können die Energieproduktion deutlich verbessern:
- Ernährungsumstellung
- bessere Schlafhygiene
- mehr moderate Bewegung
- Verzicht auf Rauchen
- mehr Zeit für Entspannung und Erholung
Ernährung zur mitochondrialen Unterstützung
Am besten arbeiten Mitochondrien, wenn sie mit allen wichtigen Nährstoffen bzw. Mikronährstoffen versorgt werden, die sie für ihre vielfältigen Aufgaben benötigen und gleichzeitig nicht durch Substanzen belastet werden, die sie in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Dies gelingt z.B. mit einer ausgewogenen pflanzenbasierten Ernährung mit einem hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen und hochwertigen (pflanzlichen) Eiweißen. Für die Zubereitung werden gesunde Fette verwendet.
Wichtig ist, dass die verwendeten Lebensmittel frisch, saisongerecht und möglichst unverarbeitet sind sowie aus biologischem Anbau (auf das Biosiegel achten!) stammen.
Ernährung nach der Logi-Methode
Einen besonders guten Mitochondrien-Schutz erreicht man mit einer kohlenhydratreduzierten Ernährung, wie Studien nahelegen. Hier hat sich insbesondere die Logi-Methode (Low Glycemic and Insulemic Diet) bewährt: eine wissenschaftlich basierte Ernährungsweise, die sich nicht als Diät, sondern als lebenslange Ernährungsform versteht. Ihr Prinzip wird anschaulich in einer Pyramide verdeutlicht.

Die LOGI-Methode gibt keine Verbote, sondern lediglich eine Gewichtung von Lebensmittelgruppen vor. Basis der Logi-Ernährung (Ebene 1) bilden Gemüse, Salate, Pilze und (zuckerarmes) Obst, wohingegen kohlenhydratreiche Vollkornprodukte bzw. stärkehaltige Lebensmittel, z.B. Kartoffeln, nur in Maßen zu verzehrt werden, die sich deshalb auf der vorletzten Stufe bzw. letzten Stufe der Logi-Pyramide wiederfinden. Eiweißreiche Lebensmittel und hochwertige Öle sind weitere wichtige Bausteine der Logi-Kost (Ebene 2).
Dies hat den Vorteil, dass kalorienarme und kalorienreiche Lebensmittel so miteinander kombiniert werden können, dass dem Körper nicht mehr Energie zugeführt wird, als er benötigt, aber auch nicht gehungert werden muss.
Ursprünglich wurde die Logi-Methode für Menschen mit einer Insulinresistenz entwickelt, um so zu verhindern, dass sie an Typ-2-Diabetes erkranken. Tatsächlich wirkt sich die reduzierte Kohlenhydratmenge günstig auf den Blutzuckerspiegel und damit auch auf die Ausschüttung von Insulin aus: Kann der Blutzucker stabil gehalten und können sowohl Blutzucker- als auch Insulinspitzen vermieden werden, verbessert sich auch die Insulinresistenz wieder.
Dieser Effekt kommt auch den Mitochondrien zugute: Indem sie keinen hohen Blutzuckeranstiegen (mehr) ausgesetzt sind, können sie sehr viel effizienter arbeiten. Unterstützt wird die positive Wirkung durch den hohen Anteil an Gemüse und gesunden Fetten, die den Mitochondrien wichtige (Mikro-)Nährstoffe und Energie liefern.
Eine ausgewogene Mahlzeit nach dem Logi-Prinzip beinhaltet entweder:
- 50 Prozent Gemüse, 30 Prozent eiweißreiche Lebensmittel, 10 Prozent Öle und 10 Prozent Kohlenhydrate oder
- 30 bis 40 Prozent Obst, 40 bis 50 Prozent eiweißreiche Lebensmittel, 10 bis 20 Prozent Nüsse (oder Öle) sowie10 Prozent Kohlenhydrate
- je nachdem, ob sie auf Obst oder Gemüse basiert.
Die LOGI-Pyramide
Ebene 1 (Basisebene): oft zuckerarmes Obst (wie Äpfel, Birnen, Kiwis, Beeren etc.), stärkefreies Gemüse (z.B. alle Kohlsorten, Zucchini, Paprika) und Salate, zubereitet mit hochwertigen Ölen wie Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl oder Butter.
Ebene 2: häufig eiweißhaltige Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte (z.B. Naturjoghurt, Quark, Käse, Buttermilch), Eier, Fleisch, Fisch, Nüsse und Hülsenfrüchte.
Ebene 3: wenig Vollkornprodukte, Grau- und Mischbrot, Nudeln (aus Vollkorn- oder Hartweizen), Reis, Kartoffeln, Mais und andere stärkereichen Gemüsesorten.
Ebene 4: selten verarbeitetes Getreide (Weißmehl), Kartoffeln, Kuchen, Süßigkeiten
5 Tipps für eine mitochondriengesunde Ernährung
- Kalorienreduzierte, aber nährstoffreiche Ernährung
Entlastet den Energiestoffwechsel, reduziert oxidativen Stress und Entzündungsprozesse und verhindert eine Überforderung der „Zellkraftwerke“. Gleichzeitig versorgt sie den Körper mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Cofaktoren, die für die Energiegewinnung und Regeneration der Mitochondrien notwendig sind. So kann sich der Stoffwechsel stabilisieren und die Energieproduktion Schritt für Schritt verbessern. - Nitratreiche Lebensmittel vermeiden
Speziell zum Schutz der Mitochondrien empfehle ich meinen Patientinnen und Patienten, nitratreiche Lebensmittel möglichst zu meiden. Dazu gehört vor allem gepökeltes Fleisch, das nitrosativen Stress verursachen und die Mitochondrien erheblich belasten kann. Aber auch mit einigen nitratreichen Gemüsesorten sollte man vorsichtig sein, etwa mit Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Rucola und Feldsalat oder auch mit Wurzelgemüse (wie Rote Bete, Rettich, Radieschen). - Vegetarisch ernähren
Vieles spricht dafür, Fleisch ganz vom Speiseplan zu streichen und sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Ein Grund ist, dass Fleisch tierische Eiweiße und Fettsäuren enthält, die im Körper Entzündungen fördert – und chronische Entzündungsprozesse sind immer Wegbereiter für Mitochondriopathien. - (Intervall-)Fasten
Eine Fastenkur kann helfen, den Körper zu entlasten, Stoffwechselprozesse zu verbessern, die Zellreinigung zu fördern und so auch die Mitochondrien zu stärken. Wer noch nie gefastet hat, sollte sich jedoch vorab therapeutischen Rat einholen, ob eventuell gesundheitliche Gründe dagegen sprechen könnten. Dies kann z.B. Untergewicht oder eine chronische Erkrankung wie Diabetes der Fall sein. Wenn Sie unsicher sind: Sprechen Sie mich an, wir klären dann gemeinsam, ob für Sie eine Heilfastenkur infrage kommt. Auch Intervallfasten kann bei einer mitochondrialen Dysfunktion die Energieversorgung verbessern. - ggf glutenfrei bevorzugen
Ergibt der Stuhltest eine Empfindlichkeit auf das Klebereinweiß Gluten (Glutensensitivität), ist eine glutenarme bzw. glutenfreie Ernährungsweise wichtig. Und das bedeutet, auf den Verzehr von Getreideprodukten aus Weizen, Khorasan-Weizen (Kamut), Dinkel, Roggen, Gerste oder Hafer möglichst zu verzichten.
Bewegung & Alltagsempfehlungen
Körperliche Aktivität stärkt die Mitochondrien auf verschiedenen Ebenen. Denn regelmäßige Bewegung steigert nicht nur generell die Leistungsfähigkeit von Mitochondrien, sodass sie z.B. mehr Energie produzieren, sondern sie fördert auch die Bildung neuer Mitochondrien.
Als Richtwert kann man die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen:
- Danach sollten Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten in moderater Intensität aktiv zu sein.
- Bei einem Training in hoher Intensität genügen 75 bis 150 Minuten pro Woche. Für gut arbeitende Mitochondrien ist aber auch ein ausreichender ungestörter Schlaf mit einer guten Schlafqualität wichtig.
- Da auch Stress die Mitochondrien beeinträchtigen kann, sollte man sich Strategien aneignen, wie man ihn gut bewältigen kann, dies kann z.B. das Erlernen einer Entspannungstechnik sein.
Fazit: Kann sich eine mitochondriale Dysfunktion verbessern?
Sind die Mitochondrien in ihrer Funktion beeinträchtigt, sind die Auswirkungen für den Betroffenen oft sehr belastend.
Die gute Nachricht: Mit einer gezielten Behandlung der Ursachen kann eine Mitochondriendysfunktion vollständig wieder ins Lot gebracht und die Zahl an gesunden Mitochondrien wieder deutlich gesteigert werden.
Ob bei Ihnen bereits eine Ernährungsumstellung oder die Einnahme spezieller Nährstoffe ausreicht, um beeinträchtigte Mitochondrien wieder zu ihrer vollen Leistungsfähigkeit zu verhelfen, oder ob (zusätzlich) eine gezielte ganzheitliche Therapie ratsam ist, lässt sich nur mithilfe einer eingehenden Untersuchung feststellen.
Vereinbaren Sie einen Termin, um eine mitochondriale Dysfunktion erkennen und behandeln zu können:
Gern erarbeite ich mit Ihnen einen individuellen Therapieplan, der genau auf Ihr Beschwerdebild und Ihre Lebensweise, aber auch auf Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt.
FAQ
Diese Fragen werden häufig zum Thema Mitochondriale Dysfunktion gestellt:
Autoren:
Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath. Seit über 25 Jahren behandelt er in eigener Praxis schwerpunktmäßig Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Er ist Autor von “Hashimoto ganzheitlich behandeln” und “Autoimmunerkrankungen in den Griff bekommen” sowie zahlreicher medizinischer Fachartikel.
Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Leiterin der Redaktion eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.
Quellen:
Lea D. Schlieben, Holger Prokisch: Genetik mitochondrialer Erkrankungen: Aktuelle Ansätze für die molekulare Diagnostik, in: Handbuch Klinische Neurologie (2023) DOI: 10.1016/B978-0-12-821751-1.00011-7
Harshita Kaul et al.: 2-hydroxyglutarate mediates whitening of brown adipocytes coupled to nuclear softening upon mitochondrial dysfunction, in: Nature metabolism 47 (2025) DOI: 10.1038/s42255-025-01332-8
Bhatti, Jasvinder Singh et al.: Mitochondrial dysfunction and oxidative stress in metabolic disorders A step towards mitochondria based therapeutic strategies, in: Biochimica et biophysica acta. Molecular basis of disease vol. 1863,5 (2017) DOI: 10.1016/j.bbadis.2016.11.010
Kowalczyk, Paweł et al.: Mitochondrial Oxidative StressA Causative Factor and Therapeutic Target in Many Diseases, in: International journal of molecular sciences vol. 22, 24 13384 (Dez. 202) DOI:10.3390/ijms222413384
J. Tabitha Hees, Simone Wanderoy et al.: Insulin signaling regulates Pink1 mRNA localization via modulation of AMPK activity to support PINK1 function in neurons, in: Nature Metabolism (online März 2024) DOI: 10.1038/s42255-024-01007-w
Hao Jiang, Yoko Yamashita Y et a.: Quercetin and its metabolite isorhamnetin promote glucose uptake through different signalling pathways in myotubes. Sci Rep. 2019 (Feb 25). DOI: 10.1038/s41598-019-38711-7
Emily M. Walker, Gemma L. Pearson et al.: Retrograde mitochondrial signaling governs the identity and maturity of metabolic tissues, in: Science (6. Febr. 2025) DOI: 10.1126/science.adf2034