Bei einer Nebennierenschwäche produzieren die kleinen Drüsen über den Nieren nicht mehr genug Hormone, allen voran das Stresshormon Cortisol. Da Cortisol unter anderem auf den Energieumsatz des Körpers Einfluss nimmt, können Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme, aber auch niedriger Blutdruck und Stimmungsschwankungen die Folge sein. Die gute Nachricht: Sie selbst können viel dazu beitragen, dass sich erschöpfte Nebennieren wieder regenerieren oder – noch besser -, dass es gar nicht erst zu einer Nebennierenschwäche kommt. Im Fokus stehen dabei eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, bestimmte Heilpflanzen und andere Hausmittel.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ermüdete Nebennieren können mit einem ganzheitlichen Therapiekonzept wieder ins Lot gebracht werden.
- Mit einer nährstoffreichen Ernährung tragen Sie selbst bereits viel zur Stärkung Ihrer Nebennieren bei. Eine ausgewogene Ernährung ist zugleich eine wichtige Maßnahme zur Prävention einer Nebennierenschwäche.
- Heilpflanzen wie Adaptogene unterstützen den Regenerationsprozess.
Ernährung zur Prävention und Stärkung der Nebennieren
Die Ernährungsweise spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine drohende Unterfunktion der Nebennieren vorzubeugen oder eine bestehende ganzheitlich zu behandeln.
Folgende Maßnahmen haben sich besonders bewährt:
Beginnen Sie jeden Tag mit einem Frühstück
Beginnen Sie den Tag mit einem Frühstück – das kann gerade bei Patienten mit Nebennierenschwäche nicht genug betont werden. Fehlt das Frühstück, kommt es schon morgens zu einer völlig unnötigen Erhöhung des Cortisolspiegels, weil Fasten für den Organismus Stress bedeutet. Ihr Blutzuckerspiegel sollte während des Tages nicht zu großen Schwankungen ausgesetzt sein. Nehmen Sie daher qualitativ gute Eiweiße mit einer kleinen Menge von hochwertigen Kohlenhydraten zu sich.
Genießen Sie 3 bis 4 Mahlzeiten pro Tag
Verteilen Sie Ihre Nahrungsaufnahme während des Tages auf 3 bis 4 Mahlzeiten. Vermeiden Sie Zwischenmahlzeiten.
Auf diese Weise sorgen Sie für eine ausgewogene Energiezufuhr. Zudem werden Blutzuckerspitzen verringert, der Fettstoffwechsel wird gefördert und damit auch die Nebennieren nicht übermäßig beansprucht.
Beachten Sie eine niedrige Glykämische Last
Die Glykämische Last Ihrer Nahrung sollte grundsätzlich gering sein.
Lebensmittel mit einer niedrigen Glykämischen Last lassen den Blutzucker weniger schnell und stark ansteigen und sollten deshalb bevorzugt verzehrt werden. Lebensmittel mit niedriger glykämischer Last sind z.B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst wie Beeren und fast alle Gemüsesorten. Essen Sie dagegen weniger bis keinen Zucker (einschließlich natürlichem Zucker) und verzichten Sie auf gesüßte Getränke und Alkohol.
Omega-3-Fettsäuren
Achten Sie darauf, ausreichend Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.
Omega-3-Fettsäuren haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Dazu gehören auch positive Auswirkungen auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA), die die Reaktion Ihres Körpers auf Stress reguliert.
Omega-3 liquid vegan Superior
Täglich 5 ml zu einer Mahlzeit einnehmen.
Unterzuckerung vermeiden
Wenn Sie, wie viele Patienten mit einer Schwäche der Nebennierenrinde, ein verstärktes Verlangen nach Süßigkeiten und schnell verwertbaren Kohlehydraten verspüren, liegt dies daran, dass Ihr Körper Ihnen signalisiert, dass er Energie benötigt, weil der Blutzuckerspiegel zu stark abgefallen ist (Hypoglykämie).
Viele Patienten mit Nebennierenschwäche haben sich deshalb angewöhnt, zu oft Snacks, Süßgetränke, Junk Food und zuckerhaltige Getränke zu sich zu nehmen, weil dann der Blutzucker schnell wieder in Balance kommt – nur um dann reaktiv wieder rasch zu sinken.
Diesen Teufelskreis müssen Sie durchbrechen: Verzichten Sie konsequent auf Getränke, denen Zucker zugesetzt ist, sowie auf hochverarbeitete Lebensmittel und geben Sie dafür naturbelassenen saisonalen Lebensmitteln aus biologischem Anbau den Vorzug.
Sie möchten professionelle Begleitung beim Thema Nebennieren stärken? Dann vereinbaren Sie einen Termin hier:
Was trinken bei Nebennierenschwäche?
Leitungswasser mit Gurken-, Apfel- Zitronen- oder Limettenscheiben, stille Mineralwasser, selbst zubereitete, stark verdünnte Saftschorlen (1 Teil ungesüßter Saft mit einem Fruchtanteil von 100 %, 3 Teile Wasser) oder ungesüßte Kräutertees – diese Getränke eignen sich sehr gut als gesunde, nebennierenfreundliche Durstlöscher. Auf koffeinhaltige Getränke sollten Sie möglichst verzichten – das gilt auch und gerade für Alkohol.
Welche Lebensmittel unterstützen die Nebennieren?
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Nebennieren. Bestimmte Lebensmittel liefern wichtige Nährstoffe, die den Hormonhaushalt stabilisieren und den Körper bei Stress widerstandsfähiger machen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Nahrungsmittel die Nebennieren besonders gut unterstützen.
- Fisch: Enthält reichlich Omega-3-Fettsäuren (Fette – auf das richtige Mengenverhältnis kommt es an)
- Obst (mit niedrigem Zuckergehalt bzw. niedriger glykämischer Last)
- Gemüse
- Avocados
- Körner, Nüsse und Samen (gekeimt)
- Milchprodukte (in Bioqualität)
- Hafer
- Dunkle Schokolade mit mehr als 70 Prozent Kakao-Anteil, wenn Sie mal was Süßes wollen. Diese enthält nicht nur Antioxidantien, sondern senkt auch den Cortisol-Spiegel.
Dr. Alan Christianson beschreibt in diesem Buch ein Programm zur Regulierung der Nebennieren und zur Gewichtsreduktion: Schlank ohne Stress: Nebennieren in Balance – Die Diät
Das folgende Buch zeigt zwar keine spezielle Diät bei Nebennierenschwäche auf, die Ratschläge zur Ernährung können aber sehr viel zur Erholung der Nebennieren beitragen: Natürlich essen: Das ganzheitliche Ernährungskonzept.
Was man nicht essen sollte bei einer Nebennierenschwäche
Meiden Sie Junkfood bzw. Fastfood
Versuchen Sie Fastfood, stark verarbeitete sowie weißmehlhaltige Lebensmittel, Süßigkeiten und Kaffee in Ihrem täglichen Leben stark zu reduzieren. Setzen Sie stattdessen lieber auf Fisch, Gemüse, Nüsse, Körner und Samen sowie Hafer, hochwertige Milchprodukte und frische Früchte mit geringem Zuckergehalt, um die Nebennieren zu stärken.
Wenig Kalium
Obst sollten Sie nur frisch (nicht getrocknet) essen und kaliumreiches Obst (Bananen, Datteln, Feigen, Rosinen und Grapefruit) allenfalls in Maßen verzehren. Gemüsesorten mit hohem Natriumanteil (schwarze Oliven, rote Paprika, Spinat, Zucchini und Sellerie) können Sie dagegen bedenkenlos essen.
Hintergrund: Wenn die Nebennierentätigkeit eingeschränkt ist, werden auch weniger Nebennierenhormone gebildet, also nicht nur Cortisol, sondern auch Aldosteron. Ein Mangel an Aldosteron führt zu einem erniedrigten Natriumspiegel und einem erhöhten Kaliumspiegel im Blut. Deshalb rät man den Betroffenen, mehr Salz zu essen (was sonst ja als eher gesundheitsabträglich gilt) und weniger Kalium zu sich zu nehmen.
Weitere zu meidende Lebensmittel
- Zuckerhaltige Snacks
- Nahrungsmittel, die Weißmehl enthalten
- Verarbeitete Lebensmittel
- Obst (wenn getrocknet oder mit hohem Zuckergehalt oder sehr kaliumreich)
- Kaffee
Nebennieren stärken: Heilpflanzen und Hausmittel
Natürliche Heilpflanzen und Hausmittel können die Nebennieren auf sanfte Weise stärken und das Gleichgewicht im Körper unterstützen. Adaptogene, bestimmte Aminosäuren sowie einfache Anwendungen wie Wechselduschen oder Einreibungen helfen, Stress besser zu bewältigen und die Regeneration zu fördern. Im Folgenden finden Sie bewährte natürliche Methoden zur Unterstützung ermüdeter Nebennieren.
Adaptogene zur Unterstützung ermüdeter Nebennieren
Adaptogene Heilpflanzen helfen dem Körper, (besser) mit psychischem und physischem Stress umzugehen, indem sie die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit des Organismus erhöhen. So haben Adaptogene u.a. eine regulierende Wirkung auf die Nebennieren und sorgen so dafür, dass auch die Hormonproduktion von Cortisol wieder ins Gleichgewicht kommt. Wichtige Adaptogene sind z.B. Ashwagandha (Schlafbeere), Panax (Sibirischer) Ginseng, Reishi (ein Pilz), Indischer Basilikum oder auch Rhodiola (Rosenwurz) und Safran.
Einige Adaptogene wie Ashwagandha oder Rosenwurz sind als Teezubereitungen erhältlich. Geben Sie nur den Tees den Vorzug, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
Nahrungsergänzungsmittel mit Adaptogen-Extrakten, wie Safran oder Rhodiola Rosea, haben eine intensivere Wirkung. Ich empfehle, Adaptogene ausschließlich als standardisierte, nach dem Reinsubstanzprinzip hergestellte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen und die individuell passende Dosierung mit einem Experten für Stress-Erkrankungen abzuklären.
Safrodia Superior, 120 Kapseln
Täglich 3 Kapseln mit viel Flüssigkeit außerhalb der Mahlzeiten einnehmen. Safran (Crocus sativus) trägt zum emotionalen Gleichgewicht bei. Rhodiola rosea hilft dem Organismus, sich an emotionalen Stress und körperliche Anstrengung anzupassen. Die Vitamine B6, B12 und Magnesium tragen zur normalen psychischen Funktion bei. Pantothensäure unterstützt eine normale geistige Leistung. Die B-Vitamine Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, 12, Riboflavin und Folat sowie Magnesium tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
L-Theanin aus grünem Tee
Einen positiven Effekt auf die Funktion der Nebenniere hat auch die Aminosäure Theanin, die aus den Blättern des grünen Tees gewonnen wird. Studien legen nahe, dass Theanin u.a. die Stressantwort der Nebennieren hemmt. Doch letztlich profitiert der gesamte Organismus von der entspannenden und beruhigenden Wirkung, die Theanin auszeichnet.
Da Grüner Tee (vor allem Matcha-Tees) einen relativ hohen Koffeingehalt hat, und man mindestens 4 Tassen pro Tag trinken müsste, um auf die empfohlenen 100 bis 200 Milligramm Thianin pro Tag zu kommen, bietet es sich an, L-Thianin als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen:
SenoCetin active Gold, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 1 Kapsel morgens und 1 Kapsel abends mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Innovativer Spezial-Komplex zur Hemmung und Reduktion von seneszenten Zellen, welche sich im Alter anhäufen und den Alterungsprozess beschleunigen. Enthält die drei wertvollen Pflanzenstoffen Fisetin, Quercetin und L-Theanin.
Neben Theanin enthält grüner Tee auch viele andere wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe, die bei einer Nebennierenschwäche wirkungsvoll sind. Hervorzuheben ist hierbei insbesondere Epigallocatechingallat (EGCG), das etwa ein Drittel der Trockenmasse von grünem Tee ausmacht, aber auch Chlorophyll und Carotinoide sind zu nennen. In diesem Präparat sind die Heilsubstanzen des grünen Tees mit Vitamin C aus Amla Extrakt kombiniert:
Grüner Tee EpiVerde 222, 120 Kapseln (ausreichend für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 1 Kapsel zwischen den Mahlzeiten einnehmen.
Morgendliche Wechselduschen
Morgendliche Wechselduschen können bei einer Nebennierenschwäche unterstützend wirken, da sie den Kreislauf und Stoffwechsel anregen und das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen.
Malvenöl
Einreibung mit Malvenöl zur Linderung von Nervosität und Stress, z.B.
Malvenöl, Fa. Wala, 100 ml
Nach dem Duschen morgens oder einem entspannenden Bad am Abend den gesamten noch feuchten Körper liebevoll einreiben. Die anthroposophische Medizin verwendet einen Blütenauszug der Stockmalve zur äußeren Anwendung bei nervösen Erschöpfungszuständen.
Fazit
Wenn Sie das Gefühl haben, dass die genannten Anregungen und Maßnahmen nicht (mehr) ausreichen, dann vereinbaren Sie einen Termin, um eine Nebennierenschwäche angemessen behandeln zu können. Eine individuelle Diagnostik kann helfen, die genaue Ursache Ihrer Beschwerden zu erkennen und ein auf Sie abgestimmtes Therapiekonzept zu entwickeln.
Dabei lassen sich Ernährung, pflanzliche Unterstützung und Stressmanagement optimal kombinieren, um Ihre Energie und Lebensqualität nachhaltig zu stärken.
Häufige Fragen
Weitere Artikel zum Thema
Nebennierenschwäche: Erfahren Sie, woran Sie eine Nebennierenschwäche erkennen, welche Symptome und Ursachen dahinterstecken und wie eine sichere Diagnose gestellt wird – für ein besseres Verständnis Ihres Körpers und gezielte nächste Schritte.
Jetzt lesen >
Selbsttest: Haben Sie Beschwerden, die eine Nebennierenschwäche vermuten lassen? Dann machen Sie den Selbsttest (ersetzt keine medizinische Diagnose).
Jetzt Selbsttest machen >
Experten-Interview: Ständige Erschöpfung, Schlafprobleme und „Gehirnnebel“ – Heilpraktiker Markus Breitenberger spricht im Interview über die oft übersehene Nebennierenschwäche, ihren schleichenden Verlauf und was wirklich hilft, um Stressreserven sanft wieder aufzubauen.
Zum Interview >
Cortisolmangel: Cortisol – das zentrale Stresshormon unseres Körpers – hilft, Belastungen zu bewältigen. Wird Stress jedoch zum Dauerzustand, kann ein Cortisolmangel entstehen, der Körper und Psyche nachhaltig schwächt.
Mehr erfahren >
Autoren:
Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath in eigener Praxis seit über 25 Jahren. Autor von 2 Büchern zum Thema Autoimmunerkrankungen und zahlreichen medizinischen Fachartikeln.
Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Herausgeberin eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.
Quellen:
Alberto Vignutelli: Adaptogene – die Wissenschaft hinter dem Konzept. In: Ars Medici 1 (2010)
Valérie Herzog: Gestresste Frauen: Adaptogene Pflanzen mindern den Stress. 32. Schweizerische Jahrestagung für Phytotherapie. In: Ars Medici 13 (2018)
Shinsuke Hidese et al.: Effects of L-Theanine Administration on Stress-Related Symptoms and Cognitive Functions in Healthy Adults: A Randomized Controlled Trial, in : Nutrients (Okt. 3 2019)