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Silent Inflammation (Stille Entzündungen)

Von Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Dr. Nicole Schaenzler, Medizinredakteurin

Aktualisiert am 17. Januar 2026

Alle Inhalte werden von medizinischen Fachjournalistinnen überprüft.
Qualitätsrichtlinien des Redaktionssteams

Stille Entzündungen gelten in der aktuellen wissenschaftlichen Forschung als die Ursache aller bedeutenden chronischen Krankheiten, wie Autoimmunerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Krebserkrankungen. In der allgemein- und fachärztlichen Behandlung bleibt diese Erkenntnis meist unbeachtet – obwohl sie unerlässlich ist, wenn man ursächlich verstehen und behandeln möchte, woran die meisten Menschen in Europa erkranken und sterben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Stille Entzündung ist eine unterschwellige, chronische Entzündungsreaktion ohne klassische Symptome – oft unbemerkt, aber dauerhaft aktiv.
  • Sie gilt als Mit- bzw. Hauptursache zahlreicher chronischer Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Leiden, Typ-2-Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Alzheimer und Krebs.
  • Typische Warnzeichen sind diffuse Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafprobleme, Brain Fog, Verdauungsstörungen, Infektanfälligkeit oder Muskelschmerzen.
  • Ein wichtiger Diagnosehinweis ist ein erhöhter hs-CRP-Wert – klassische Entzündungsmarker reichen oft nicht aus.
  • Häufige Auslöser sind Stress, Darmdysbiosen, Umweltgifte, Parodontitis, unausgewogene Ernährung und oxidativer Stress.
  • Eine erfolgreiche Behandlung erfordert einen ganzheitlichen Ansatz – inkl. Ernährung, Stressreduktion, Mikronährstofftherapie und ggf. Sanierung von Entzündungsherden.

Inhaltsverzeichnis

  • Entzündungen verstehen: Mechanismen, Fehlsteuerungen und stille Gefahren
  • Was ist eine stille Entzündung & und warum bleibt sie oft unentdeckt?
  • Symptome
  • Diagnose
  • Selbsttest
  • Ursachen & Auslöser
  • Behandlung & Lebensstil
  • Mikronährstoffe: unverzichtbar bei einer stillen Entzündung
  • Folgeerkrankung & Risiken
  • FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Entzündungen verstehen: Mechanismen, Fehlsteuerungen und stille Gefahren

Damit sich Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren nicht ungehindert im Körper ausbreiten, springt das Immunsystem ein. Es besteht aus einem komplexen Zusammenspiel von Organen, Geweben und spezialisierten Abwehrzellen, die rund um die Uhr im Einsatz sind, um den Körper zu schützen.

Mensch mit Wehrschild, der Eindringlinge wie Viren, Bakterien und Parasiten fernhält.

Wenn dieses Abwehrsystem aktiviert wird, zeigt sich das oft in Form einer Entzündung – sie ist also ein sichtbares Zeichen der Immunreaktion.

Welche Rolle spielen Immunzellen und Entzündungsmediatoren bei Entzündungen?

Initiiert, gesteuert und wieder zum Abklingen gebracht wird eine Entzündungsreaktion durch die Immunzellen (z.B. Granulozyten, Neutrophile, Makrophagen, Mastzellen, T- und B-Lymphozyten) und die von ihnen freigesetzten Botenstoffe, die die Kommunikation der an der Immunantwort beteiligten Immunzellen steuern.

Das Ziel: Die Eindringlinge möglichst rasch zu eliminieren.

Wichtige Botenstoffe sind z.B. Entzündungsmediatoren wie Histamin, Prostaglandine, Leukotriene oder pro-inflammatorische (entzündungsfördernde) Zytokine, etwa Tumornekrosefaktor alpha (TNFα) und Interleukine (u.a. IL-1,IL-1ß, IL-6).

Demgegenüber sind anti-inflammatorische (entzündungshemmende) Zytokine wie IL-10 nicht nur an der Regulation, sondern auch wesentlich an der Beendigung der Entzündung beteiligt.

Die Entzündungsmediatoren sind es auch, die an der betroffenen Stelle die typischen Merkmale einer – lokal begrenzten – akuten Entzündung auslösen: Schwellung (Tumor), Rötung (Rubor), Wärme (Calor), Schmerz (Dolor) und eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit (Functio laesa). 

Sind die Krankheitserreger, die die Infektion hervorgerufen haben, beseitigt, klingt die Entzündung folgenlos nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ab.

Was ist eine stille Entzündung & und warum bleibt sie oft unentdeckt?

In den letzten Jahren sind zudem Entzündungsprozesse in den Fokus der Medizin gerückt, die „still“ im Körper ablaufen, ohne spürbare Symptome und typische Entzündungszeichen hervorzurufen. Eine solche niedriggradige (subklinische) „Silent Inflammation“ oder „stille Entzündung“ schwelt permanent im Hintergrund:

Die Immunzellen sind aktiv und setzen kontinuierlich Entzündungsmediatoren (vor allem pro-inflammatorische Zytokine), aggressive freie Radikale und andere entzündungsfördernde Substanzen frei.

Allerdings sind die Kontroll- und Regulationsmechanismen zur Beendigung der Immunantwort gestört und greifen nicht mehr richtig.

Dadurch gelingt es dem Immunsystem trotz andauernder entzündungshemmender Gegenreaktion nicht, die pro-entzündliche Aktivität der Immunzellen wieder abzuschalten – eine kräftezehrende Angelegenheit, die mit der Zeit die Schlagkraft des körpereigenen Abwehrsystems nachhaltig beeinträchtigt und zudem die Immuntoleranz abschwächen kann (Autoimmunerkrankungen!). 

Stille Entzündungen: An allen Zivilisationskrankheiten beteiligt

Die Forschung der letzten Jahre zeigt: Subklinische Entzündungsprozesse stellen die Weichen für viele chronische Zivilisationskrankheiten. Dazu zählen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis) und einige Krebsformen.

Hinzu kommt eine Anfälligkeit für Infekte – verursacht durch ein gestresstes, geschwächtes und erschöpftes Immunsystem im Dauerabwehrmodus, das seiner Aufgabe bei der Immunabwehr gegen Krankheitserreger zunehmend schlechter gerecht wird. Ebenso wird der Alterungsprozess durch eine nicht behandelte niederschwellige Entzündung beschleunigt.

Entzündliche Mechanismen sind nach heutiger Kenntnis an allen bedeutenden chronischen Krankheiten beteiligt, wenn nicht deren Ursache. Dies trifft nicht nur für die klassischen chronischen Entzündungskrankheiten wie rheumatoide Arthritis, Kollagenosen, M. Crohn oder multiple Sklerose zu, sondern ebenso für die atypischen inflammatorischen Erkrankungen wie Adipositas, metabolisches Syndrom, Arteriosklerose, Hypertonus, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankungen, Neurodegeneration, Alzheimer, endogene Depression.

PD Dr. med. Wilfried Bieger, Experte für Neurostress in München

Symptome

Obwohl es sich bei der Silent Inflammation um – wenn auch unterschwellig ablaufende – Entzündungsprozesse handelt, fehlen die charakteristischen Entzündungsanzeichen. Mögliche Beschwerden sind eher diffus und unspezifisch.

Diese Symptome können ein Alarmzeichen für eine stille Entzündung sein:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • rasche Ermüdbarkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung (ohne erkennbare eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit)
  • Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, „Watte im Kopf“ (Brain fog)
  • Einschlaf- oder Durchschlafprobleme
  • Lange Schlafdauer von mehr als neun Stunden  
  • Nachtschweiß
  • Verdauungsprobleme (z.B. Blähungen, Völlegefühl, Reizdarm, gesteigerter oder verringerter Appetit)
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • depressive Verstimmung oder Depression
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Diffuse Muskel-, Sehnen- und/oder Gelenkschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Unklare Hautirritationen, Juckreiz
  • Häufige Infekte
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Histamin, Gluten…)

Auch wenn sich vielleicht zunächst kein klares Krankheitsbild ableiten lässt, sollte man die Symptome – ob einzeln oder in Kombination – unbedingt ernst nehmen, insbesondere, wenn sie permanent bestehen oder immer wieder auftreten, ohne dass man einen konkreten Grund (z.B. einen akuten Infekt) erkennen könnte.

Denn auch wenn Sie sich kaum beeinträchtigt fühlen, handelt es sich dennoch um Warnsignale Ihres Körpers, die anzeigen, dass etwas nicht stimmt.

Lassen Sie die möglichen Ursachen deshalb therapeutisch abklären – auch, um möglichen Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Wichtig ist, sich an einen erfahrenen Therapeuten zu wenden, der mit der Diagnostik und Behandlung einer Silent Inflammation bestens vertraut ist.

Hier können Sie direkt einen Termin buchen, wenn Sie eine stille Entzündung vermuten:

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Diagnose

Weil die Entzündung subklinisch verläuft, sind die klassischen Entzündungsmarker im Blut –  Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) – im Allgemeinen unauffällig.

Und auch die Bestimmung von CRP (C-reaktives Protein), das ebenfalls vom Körper bei Entzündungen gebildet wird, gibt meist nicht sicher Auskunft darüber, ob im Körper eine stille Entzündung stattfindet.

Sehr viel aussagekräftiger wird der CRP-Wert jedoch, wenn besonders empfindliche (hochsensitive) Messmethoden zur Anwendung kommen: Dann kann CRP auch schon in sehr geringen Konzentrationen ermittelt werden. Dieser Laborparameter wird als “hochsensitiver (hs) CRP” bezeichnet.

Hs-CRP (Laborparameter) als erster Hinweis

Hs-CRP ist ein wichtiger Marker zur Risikobewertung kardiovaskulärer Erkrankungen, doch können (leicht) erhöhte hs-CRP-Konzentrationen auch ein Indikator für eine stille Entzündung sein.

Für die Beurteilung, ob eine stille Entzündung vorliegt, gelten folgende Referenzwerte:

  • hs-CRP < 0,56 mg/l / < 1,0 mg/l (je nach Labor)
    Keine Anzeichen für eine stille Entzündung 
  • hs-CRP 0,56 mg/l  / 1,0 (je nach Labor) – 10 mg/l
    Indikator für eine stille Entzündung
  • hs-CRP > 10 mg/l
    Deutlich erhöhter Wert, der meist auf eine akute Entzündung oder Infektion hindeutet. 

Bestellen Sie den hsCRP-Test. Bei einem auffälligen Befund ist eine weitere Abklärung durch einen erfahrenen Therapeuten ratsam, um die genaue Ursache zu ermitteln. Sie können mir einen auffälligen Test zur Beurteilung per Email zuschicken.

Im Rahmen meiner Behandlung stiller Entzündungen werde ich unterstützt durch zielgenaue Labor-Diagnostik, durchgeführt von spezialisierten Ärzten und Biologen in meinem therapeutischen Netzwerk.

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Weitere laborchemische Untersuchungen

  • Entzündungsmediatoren (z.B. IL-6, TNF-a, Gesamt-Histamin etc.).
  • Messung von LPS (Lipopolysaccharide, Endotoxine). Ursachen für einen erhöhten LPS-Wert können z.B. ein Leaky-Gut-Syndrom, eine Dysbiose oder auch eine Parodontitis und andere (schwelende) Entzündungen im Bereich Mundhöhle sein – also genau die Ursachen, die zu den wichtigsten Auslösern einer stillen Entzündung gehören.

Bei einer stillen Entzündung können alle genannten Werte leicht erhöht sein.

  • Gesundheitscheck Darm Plus
    Sie können auch bequem von zuhause herausfinden, ob bei Ihnen ein Leaky-Gut-Syndrom oder eine Dysbiose vorliegen, um damit die wichtigsten Auslöser einer stillen Entzündung erkennen und behandeln zu können. Ich empfehle Ihnen diesen Test zu bestellen. Eine einfach zu verstehende Anleitung liegt bei. Das Testergebnis leiten Sie an meine Praxis weiter und Sie erhalten von mir eine kostenpflichtige Analyse und Therapieempfehlung. Geben Sie im 1. Bestellschritt den Gutscheincode AP34961 ein, um 5 % Rabatt zu erhalten. 
  • Test auf oxidativen Stress / Ermittlung des Antioxidantien-Status, um ein mögliches Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien im Körper aufzudecken und damit das Ausmaß einer (entzündungsbedingten) Belastung durch oxidativen Stress abzuschätzen.
  • Weitere Maßnahmen der ergänzenden Diagnostik sind z.B. eine Analyse des Darmmikrobioms, eine Mikronährstoffanalyse im Blut, um einen möglichen Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen nachzuweisen, oder auch Tests auf eine Belastung durch Schwermetalle.

Beide Testergebnisse können Sie an meine Praxis weiterleiten und Sie erhalten von mir eine kostenpflichtige Analyse und Therapieempfehlung. Geben Sie im 1. Bestellschritt den Gutscheincode AP34961 ein, um 5 % Rabatt zu erhalten. 

Selbsttest

Stille Entzündungen bleiben oft lange unbemerkt – doch der Körper sendet feine Signale. Mit diesem Selbsttest finden Sie heraus, ob bestimmte Symptome, Lebensgewohnheiten oder Vorerkrankungen auf eine unterschwellige Entzündungsaktivität hinweisen könnten. Nutzen Sie den Test als Impuls, bewusster auf Ihre Gesundheit zu achten – und rechtzeitig gegenzusteuern.

zum Selbsttest

Ursachen & Auslöser

Es gibt eine Reihe von Auslösern, die mit einer stillen Entzündung in Verbindung gebracht werden. Die gute Nachricht: Viele lassen sich positiv beeinflussen bzw. im Idealfall sogar vollständig beseitigen, wenn man sie erst einmal identifiziert hat.

Skizze mit Frau in der Mitte und Aufzählungen darum, die Risikofaktoren für Silent Inflammation beschreiben.

Im Folgenden gebe ich Ihnen einen Überblick über die 10 wichtigsten Ursachen einer stillen Entzündung:

Nummer 1: Psychischer Stress

Psychischer Stress kann stille Entzündungen im Körper auslösen oder verstärken. Zwar sind die Zusammenhänge im Einzelnen noch nicht vollständig geklärt, doch als gesichert gilt, dass chronischer Stress mit einem Anstieg von Entzündungsmarkern (z.B. IL-6) im Blut verbunden ist. Ein Grund könnte sein, dass die Dauerausschüttung des Stresshormons Cortisol die Immunzellen resistent gegen Cortisol macht.

Dadurch wird die Immunantwort nicht mehr herunterreguliert und eine stille Entzündung entsteht. Eine Studie legt nahe, dass bei Menschen mit anhaltender Stressbelastung die Nervenaktivität der Amygdala – dem tief im Gehirn liegenden Mandelkern – erhöht ist.

Diese gesteigerte Aktivität scheint die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe zu fördern und dadurch Entzündungen auszulösen und aufrechtzuerhalten.   

Sie können Ihre Stressbelastung von zuhause mit diesem Speicheltest ermitteln und feststellen, ob als Stressreaktion dauerhaft zu viel oder zu wenig an Cortisol ausgeschüttet wird (Nebennierenschwäche).

Das Testergebnis leiten Sie an meine Praxis weiter und Sie erhalten von mir eine kostenpflichtige Analyse und Therapieempfehlung. Geben Sie im 1. Bestellschritt den Gutscheincode AP34961 ein, um 5 % Rabatt zu erhalten.

Stress & Erschöpfung plus Test
Laborchemische Analyse von Adrenalin, Cortisol im Tagesprofil, DHEA, Dopamin, Noradrenalin, Serotonin, Testosteron, Progesteron und Östradiol zur Bestimmung der aktuellen neuroendokrinen Situation

Nummer 2: Lebensstil

Zu viel Sitzen und Computerarbeit, Bewegungsmangel, aber auch Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum tragen zur Entzündungsentstehung bei.

Nummer 3: Entzündungsherde im Mund- und Kiefersystem

Eine nicht- oder nicht ausreichend behandelte Erkrankung des Zahnhalteapparats – eine Parodontitis -, die meist aus einer unbehandelten Zahnfleischentzündung hervorgeht, gehört hierzulande zu den häufigsten stillen Entzündungskrankheiten.

Dabei sind es nicht nur die Parodontitis-Bakterien, sondern auch die von ihnen produzierten Gifte und freigesetzten Entzündungsbotenstoffe (z.B. Interleukine, TNF-alpha, Prostaglandine), die über die Blutbahn in andere Körperregionen gelangen können und dort weitere Entzündungen auslösen.

Eine Parodontitis wird vor allem mit Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. Speziell die Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Diabetes sind mittlerweile gut erforscht. 

Zu chronisch-entzündlichen Herden können auch wurzelbehandelte Zähne, eine (unterschwellige) Entzündung im Bereich von Zahnimplantate (Periimplantitis) oder eine chronische Entzündung des Kieferknochens infolge einer Zahnentfernung werden.

Eine Erkrankung, die in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der (Zahn-)Medizin geraten ist, ist die sogenannte Fettig degenerative Osteonekrose des Kieferknochens, kurz FDOK (früher auch Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis, NICO):

Nach einer Wurzelbehandlung oder der Entfernung von Zähnen, insbesondere von Weisheitszähnen, kommt es zum Abbau von Knochensubstanz und der Entstehung von Hohlräumen (Kavitäten), in denen sich fettiges degeneriertes Gewebe oder fettige Flüssigkeit ansammelt.

Dieser Vorgang geschieht lange Zeit unbemerkt und in der Regel, ohne Beschwerden zu verursachen – und auch in konventionellen Röntgenbildern (2D) ist sie nicht erkennbar. Zuverlässig zu diagnostizieren ist sie nur mithilfe einer 3D-Röntgenaufnahme, ggf. in Verbindung mit dem typischen Beschwerdebild.

Die einzige effektive Therapie ist die minimalinvasive chirurgische Entfernung der FDOK. Dr. D. Klinghardt hat eine spezifische Testmethode entwickelt, mit der über den Autonomen Response Test (ART) überprüft werden kann, ob durch den Eingriff das erkrankte Gewebe vollständig entfernt wurde.

Die FDOK gehört, wie die Parodontitis, zur Gruppe der stillen Entzündungen und erhöht damit das Risiko für die Entstehung von systemischen Folgeerkrankungen.

Sprechen Sie mich an. Ich arbeite mit spezialisierten Zahnarztpraxen zusammen.

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Nummer 4: Dysbiose – Ungleichgewicht des Darmmikrobioms 

Eine Dysbiose ist ein häufiger Ausgangspunkt für eine stille Entzündung. Ist die Bakteriengemeinschaft im Darm (Darmmikrobiom, Darmflora) gestört, etwa weil potenziell krankmachende Bakterienstämme gegenüber den nützlichen Darmbakterien in der Überzahl sind, kann sich dies auf unterschiedliche Weise auf die Gesundheit auswirken.

Dazu gehören z.B. Verdauungsstörungen, Reizdarmsyndrom, Entzündungen im Darm oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, aber auch Stoffwechselstörungen (Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit) sowie die Entstehung von Allergien und Autoimmunerkrankungen. Über die Darm-Hirn-Achse kann eine Dysbiose sogar Einfluss auf die psychische Gesundheit nehmen, deshalb wird z.B. auch eine Depression mit einer Dysbiose in Verbindung gebracht.

Nummer 5: Leaky-Gut-Syndrom

Das Darmmikrobiom ist – wie auch die Darmschleimhaut und das darmassoziierte Immunsystem – eine der Schutzebenen der Darmbarriere, die die Aufgabe hat zu verhindern, dass schädliche Substanzen in den Darm/Körper eindringen.

Durch verschiedene Faktoren, wozu auch eine Dysbiose gehört, kann die Darmbarriere jedoch so geschwächt werden, dass sie ihre Schutzfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. 

In den letzten Jahren ist vor allem eine Schädigung der Darmschleimhautzellen und deren Zellverbindungen (Tight Junctions) als Leaky-Gut-Syndrom in den Fokus gerückt. Dadurch wird die Darmwand durchlässig: Krankheitserreger, Giftstoffe und andere unerwünschte Stoffe können ungehindert in den Körper gelangen. Das Immunsystem reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion – und entzündliche Prozesse werden in Gang gesetzt.

Sie können Ihr Darmmikrobiom von zuhause testen und feststellen, ob eine Dysbiose oder ein Leaky-Gut-Syndrom vorliegen. Das Testergebnis leiten Sie an meine Praxis weiter und Sie erhalten von mir eine kostenpflichtige Analyse und Therapieempfehlung. Geben Sie im 1. Bestellschritt den Gutscheincode AP34961 ein, um 5 % Rabatt zu erhalten.

Darm-Mikrobiom Plus Stuhltest 
Analyse des intestinalen Mikrobioms, sowie die mikrobiologische Analyse, der aeroben und anaeroben Leitkeime, Schimmelpilze und Hefen, Verdauungsrückstände, α-1-Antitrypsin, Calprotectin, Gallensauren, Pankreas-Elastase, sekretorisches IgA und Zonulin.

Nummer 6: Ernährungseinflüsse

Eine unausgewogene Ernährung, die arm an Ballaststoffen und Nährstoffen ist, spielt eine zentrale Rolle bei vielen Zivilisationskrankheiten – auch bei stillen Entzündungen. Sie kann diese indirekt fördern, etwa durch bauchbetontes Übergewicht, Darmprobleme oder Zahnkrankheiten, oder direkt, indem sie das Immunsystem schwächt und Entzündungen begünstigt. Deshalb ist eine Ernährungsumstellung ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Behandlung stiller Entzündungen.

Nummer 7: Bauchbetontes Übergewicht

Eine bauchbetonte Fettverteilung („Apfeltyp“) wird von den Medizinern inzwischen als eigenes Organ betrachtet, das u.a. zahlreiche Hormone und entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) produziert. Auf diese Weise nimmt es aktiv auf Stoffwechselprozesse Einfluss und setzt zahlreiche Entzündungsprozesse, etwa an den Gefäßen, in Gang – und entfacht so im gesamten Organismus einen Schwelbrand, der wiederum zahlreiche Krankheiten zur Folge haben kann.

So ist z.B. laut Studien das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes oder eine nicht-alkoholische Fettleber mehr als dreifach und das Risiko für die Entstehung von Bluthochdruck oder einer koronaren Herzkrankheit zwei- bis dreifach erhöht. Auch einige Krebserkrankungen werden durch bauchbetontes Übergewicht begünstigt.

Lesen Sie mehr dazu von der Co-Autorin dieses Artikels Fr. Dr. Schaenzler: Risiko Bauchfett – Was es so gefährlich macht und wie Sie es schnell loswerden (GU Ratgeber Gesundheit).

Nummer 8: Umweltbelastungen

Umweltbelastungen beeinflussen unsere Gesundheit in vielfältiger Weise – und sie können, wie man inzwischen weiß, auch die Entstehung von stillen Entzündungen begünstigen oder bereits bestehende verstärken.

Die Liste der schädlichen Stoffe und Toxine aus der Umwelt, die über die Atmung, den Hautkontakt oder auch durch Essen und Trinken in den Körper gelangen, ist lang: Feinstaub, Stickoxide und andere Schadstoffe aus Verkehr und Industrie, Chemikalien und Pestizide, Schwermetalle wie Blei, Kadmium, Quecksilber und Aluminium, aber auch Weichmacher wie Phthalaten, die praktisch in allen Plastikerzeugnissen enthalten sind, oder Elektrosmog von elektronischen Geräten oder Mobilfunkmasten.

Nummer 9: Schlafstörungen

Anhaltende oder wiederkehrende Ein- und Durchschlafprobleme können sowohl ein Symptom als auch eine Ursache für stille Entzündungen sein. 

Bei einigen Erkrankungen lässt sich die Trennlinie zwischen Ursache und Wirkung nicht klar ziehen. Ein gutes Beispiel ist Arteriosklerose (Arterienverkalkung): Als chronisch-entzündliche Erkrankung an den Innenwänden von Blutgefäßen, die für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist, verläuft sie lange Zeit still, ohne spürbare Symptome auszulösen, doch kann eine Arteriosklerose durch andere schwelende Entzündungsprozesse im Körper auch initiiert bzw. vorangetrieben werden. 

Nummer 10: Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht in Körperzellen, wenn zu viele freie Radikale (reaktive Sauerstoffverbindungen), aber zu wenige ihrer natürlichen Gegenspieler, die Antioxidantien, vorhanden sind, die die freien Radikale neutralisieren und die Zellen so vor Schäden schützen können.

Oxidativer Stress gilt als Mitverursacher vieler krankhafter Prozesse im Körper und wird auch mit stillen Entzündungen in Verbindung gebracht. Dabei befeuert oxidativer Stress zum einen die Entzündungsprozesse, zum anderen sind es die Entzündungen selbst, die oxidativen Stress erzeugen. 

Chronische Entzündungen und mitochondriale Dysfunktion

Oxidativer Stress kann nicht nur Entzündungen fördern, sondern auch die Funktion der Mitochondrien stören. Geschädigte Mitochondrien erzeugen mehr freie Radikale und können so den Entzündungsprozess weiter verstärken – ein Teufelskreis zwischen Entzündung und mitochondrialer Dysfunktion.

Mann, der sich mit zusammengekniffenen Augen gestresst die Hände an die Schläfen drückt.

Über die ganzheitliche Behandlung einer stillen Entzündung können Sie sich hier informieren.

Behandlung & Lebensstil

Eine Therapie, die sich direkt gegen Entzündungsprozesse im Körper richtet, muss an der Ursache ansetzen und deshalb grundsätzlich ganzheitlich ausgerichtet sein.

Erst dann kann die Behandlung ihre Wirkung auf verschiedenen Ebenen entfalten und so die körpereigene Regulation wieder in den anti-entzündlichen Bereich zu bringen. 

An erster Stelle steht die gezielte Behandlung bzw. die Vermeidung der Auslöser, die als ursächlich für die Entstehung einer stillen Erkrankung identifiziert wurden. Zum Beispiel:

  1. eine ganzheitliche zahnärztliche Behandlung zur Beseitigung von Entzündungsherden im Mund- bzw. Kiefersystem
  2. eine Darmtherapie
  3. die Ausleitung von Toxinen bzw. Schwermetallen aus dem Körper, wenn diese als (Mit)Ursache einer stillen Entzündung ermittelt wurden.   

Eine erfolgreiche Sanierung der Störfelder allein genügt jedoch in der Regel nicht! Dies gilt vor allem bei einem ausgeprägten Beschwerdebild oder wenn das Risiko für die Entstehung einer Folgeerkrankung, z. B. aus dem Kreis der Autoimmunerkrankungen sehr hoch ist.

Nach erfolgreicher Elimination eines schädlichen Auslösers muss das Entzündungsprogramm möglichst effektiv beendet werden, um weitere Schäden für den betroffenen Organismus zu vermeiden. In diesem Sinn haben sich folgende anti-entzündliche Strategien zur Behandlung einer Silent Inflammation bewährt.

In einer Mindmap sind verschiedene Optionen zur Linderung von Silent Inflammation aufgezeigt. Zum Beispiel Antioxidantien, Bewegung und Stressmanagement.

Ziel 1: Ausgewogene anti-entzündliche Ernährung

Eine ausgewogene, vollwertige, ballaststoffreiche Ernährung, die den Organismus mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, gilt als gesund – und sie ist zugleich eine wichtige Säule eines anti-entzündlichen Lebensstils.

Damit ist gemeint, grundsätzlich Lebensmitteln den Vorzug zu geben, die einen entzündungshemmenden Effekt haben, und andererseits möglichst konsequent auf Lebensmittel zu verzichten, die Entzündungen fördern.

Eine anti-inflammatorische Ernährung ist kalorienarm, pflanzenbetont und sieht den regelmäßigen Verzehr von Fisch, aber nur von wenig bis kein Fleisch vor. Aber: Weil mit einem hohen Fischkonsum oftmals toxikologische Belastungen verbunden sind, werden in der Regel zwei , maximal drei Fischportionen pro Woche empfohlen.  

Außerdem gehören gesunden Pflanzenöle dazu, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Darüber hinaus sollte grundsätzlich vollwertigen, komplexen Kohlenhydraten mit einem niedrigen glykämischen Index der Vorzug gegeben werden.

Demgegenüber werden Entzündungsprozesse durch eine Ernährungsweise gefördert, die einen hohen Anteil an Fleisch, Lebensmitteln mit „leeren“ Kohlenhydraten und ungesunde Fetten hat und zu der außerdem stark zuckerhaltige Getränke als „Durstlöscher“ gehören. 

Je mehr Energie zugeführt wird und je höher die Energiedichte, desto stärker die Entzündungswirkung. Neben der Energiemenge ist die Zusammensetzung der Nahrungsenergie wichtig. Kohlehydrate wirken indirekt stärker prooxidativ und proentzündlich als Eiweiße und Fette.

PD Dr. med. Wilfried Bieger, Experte für Neurostress in München

Entzündungshemmende Lebensmittel sind zum Beispiel: 

  • alle Gemüsesorten
  • Hülsenfrüchte
  • Salate
  • fruchtzuckerarmes Obst
  • verschiedene Gewürze  wie Ingwer, Kurkuma oder Kümmel
  • fermentierte Nahrungsmittel (Sauerkraut, Kimchi, Kefir oder Naturjoghurt)
  • Meeresfische (Lachs, Makrele und Hering)
  • hochwertige Pflanzenöle (kaltgepresstes Lein-, Raps-, Soja- und Walnussöl)
  • Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis)
  • Lebensmittel mit einem hohen Antioxidantiengehalt (Beeren, Nüsse, Samen, dunkles Blattgemüse, grüner Tee bzw. Matcha)
  • Omega-3-Fettsäuren.

Omega-3-Fettsäuren dienen unter anderem als Vorläufer von Botenstoffen im Körper, die für die Eindämmung von Entzündungen verantwortlich sind. Zugleich sind sie der natürliche Gegenspieler der Omega-6-Fettsäuren, die entzündungsfördernde Botenstoffe bilden. Eine verringerte Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren zugunsten von Omega-3-Fettsäuren ist gerade bei Multiple Sklerose besonders empfehlenswert.

Nehmen Sie genug gesunde Fette zu sich? Omega 3 – Fett ist nicht gleich Fett! Sie können Ihren Omega-3-Status bequem von zuhause testen:

Omega-3-Index Kapillarbluttest
Laborchemische Analyse des prozentualen Anteils der Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaen (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) aus dem Kapillarblut. 

Entzündungsfördernde Lebensmittel sind:

  • praktisch alle tierischen Nahrungsmittel
  • Industriell verarbeitete, „leere“ Kohlenhydrate (raffinierter Zucker, weißes Mehl, weißer Reis oder auch weiterverarbeitete Kartoffeln)
  • Fast Food, hochverarbeitete Lebensmittel bzw. alle Fertigprodukte
  • Gesättigte Fette, Transfette.

Muss man Gluten meiden?

Gegebenenfalls ist es außerdem einen Versuch wert, die Aufnahme von Gluten deutlich zu reduzieren bzw. ganz darauf zu verzichten. Gluten kommt in vielen Getreidesorten vor, insbesondere in Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel und Grünkern. Glutenfreie Alternativen sind z.B. Amarant, Buchweizen, Kichererbsen und Quinoa. 

Ziel 2: Abbau von (bauchbetonten) Übergewicht

Übergewicht und insbesondere bauchbetontes Übergewicht geht oft mit erhöhten Entzündungswerten einher. Eine Normalisierung des Körpergewichts durch eine ausgewogene kalorienbewusste Ernährung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung trägt wesentlich dazu bei, die Produktion von entzündungsfördernden Substanzen im Fettgewebe zu verringern, wenn nicht sogar zu stoppen. Wichtig ist, dass die Änderung der Ess- bzw. Lebensgewohnheiten für ein gutes Gewichtsmanagement von Dauer ist.

Ziel 3: Bewegung / Sport

An zentraler Stelle der natürlichen Präventionsmaßnahmen steht damit auch die regelmäßige, moderate, körperliche Aktivität, die zwar kurzfristig pro‐oxidativ und pro‐entzündlich wirkt, bei regelmäßiger Durchführung jedoch das anti‐entzündliche Potential stärkt.

So werden u.a. vermehrt anti-entzündliche Botenstoffe produziert und damit  anti-entzündliche Gegenregulationsmechanismen gestärkt. Der Effekt ist messbar: Erhöhte CRP-Werte normalisieren sich.

Ideal wäre für die meisten Menschen täglich ca. 30 Minuten Bewegung bis zu leichtem Schwitzen in ruhiger Atmosphäre, an frischer Luft mit einem sanften Lächeln.

Markus Breitenberger, Experte für Autoimmunerkrankungen in München

Ein zu intensives Training schadet dagegen dem Immunsystem: Die Immunzellen werden in ihrer Funktion beeinträchtigt und es werden massiv Entzündungsstoffe ausgeschüttet. Außerdem setzen die Nebennieren verstärkt das Stresshormon Cortisol frei, das die Aktivität des Immunsystems zusätzlich hemmt. Dadurch werden Sportler, die ihrem Körper immer wieder zu viel abverlangen, anfällig für Infekte (Open-Window-Phänomen). 

Ziel 4: Darmfloraanalyse & Darmsanierung

Der Darm spielt in der Behandlung von chronischen Entzündungen eine wichtige Rolle: Zum einen, weil er selbst Ausgangspunkt für (unterschwellige) Entzündungsprozesse sein kann (Dysbiose, Leaky-Gut-Syndrom!), zum anderen, weil er eng mit dem Immunsystem verbunden ist.

Eine Darmsanierung zielt auf die Wiederherstellung eines ausgeglichenen Darmmikrobioms und eine intakte Darmbarriere.

Ohne therapeutische Begleitung sollte eine Darmsanierung allerdings nicht durchgeführt werden. Denn es ist wichtig, die einzelnen Schritte der Darmsanierung individuell auf das Beschwerdebild, den Befund (Darmmikrobiom-Analyse) und die Bedürfnisse der Patientin/des Patienten abzustimmen. 

Der erste Schritt einer Darmsanierung ist eine Analyse des Status Quo (Darmfloraanalyse)

Sie können diesen Test (Darmmikrobiom-Analyse) über den Link bestellen. Eine einfach zu verstehende Anleitung liegt bei. Das Testergebnis leiten Sie an meine Praxis weiter und Sie erhalten von mir eine Analyse und ggf. eine Therapieempfehlung. Geben Sie im 1. Bestellschritt den Gutscheincode AP34961 ein, um 5 % Rabatt zu erhalten.

Darm-Mikrobiom Plus Stuhltest 
Analyse des intestinalen Mikrobioms, sowie die mikrobiologische Analyse, der aeroben und anaeroben Leitkeime, Schimmelpilze und Hefen, Verdauungsrückstände, α-1-Antitrypsin, Calprotectin, Gallensauren, Pankreas-Elastase, sekretorisches IgA und Zonulin

Der zweite Schritt einer Darmsanierung ist die mikrobiologische Therapie mit Probiotika

Wichtigste Aufgabe der Probiotika ist der Aufbau eines gesunden Darmmikrobioms. Auf diese Weise wird u.a. die Aufspaltung und Verwertung von Nährstoffen während des Verdauungsprozesses verbessert und die immunologische Abwehrfunktion des Darms – und damit letztlich des ganzen Organismus – gestärkt. Es kommen überwiegend lebende Mikroorganismen  zum Einsatz, die in natürlicher Form auch im Darm vorkommen.

Hauptvertreter sind Milchsäurebakterien wie Bifidobacterium- und Lactobacillus-Stämme. Wichtig ist, dass ein Präparat gewählt wird, das den Mangel exakt der Bifidobakterien und Laktobazillen ausgleicht, der in der Darmmikrobiom-Analyse festgestellt wurde. 

Zur Unterstützung der Darmschleimhaut bzw. zur Linderung eines Leaky-Gut-Syndroms kommen auch standardisierte Extrakte aus pflanzlichen Wirkstoffen und L-Glutamin infrage.

Sie können über den Link bestellen und eine 3-Monats-Kur damit beginnen:

Mucosa Formula, 180 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit einnehmen. Mucosa Formula enthält eine ideal aufeinander abgestimmte Zusammensetzung aus der Aminosäure L-Glutamin, speziellen Pflanzenextrakten und relevanten Mikronährstoffen und kann so die Bedürfnisse der Darmschleimhaut sinnvoll unterstützen.

Omega-3-Fettsäuren, etwa regelmäßig als Fischöl-Kapseln eingenommen, haben ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit.

Omega 3 forte 700, 90 Kapseln
Täglich 2 mal 2 Kapseln einnehmen. Jede Kapsel liefert 400 mg EPA (Eicosapentaensäure) und 300 mg DHA (Docosahexaensäure) aus qualitätsgeprüftem, hochkonzentriertem Fischöl-Konzentrat. Speziell ausgewählte Fischbestände aus unbelasteten Gewässern mit Gütezertifikat bilden die Grundlage für ein hochwertiges Fischöl. In einem speziellen Verfahren wird es zunächst gereinigt und von Fremdsubstanzen wie beispielsweise Schwermetallen befreit. 

Ziel 5: Entspannungsmethoden in den Tagesablauf integrieren

Entspannungsmethoden helfen beim Abbau von (chronischem) Stress. Das wichtigste körpereigene, anti-entzündliche Stress-Kontrollprogramm stellt der Parasympathikus (einer der drei Komponenten des Autonomen Nervensystems) dar, der durch Entspannungsübungen aktiviert wird.

Über den Vagusnerv (zehnter Hirnnerv und der wichtigste Nerv des Parasympathikus), wird die Synthese entzündungsfördernder Zytokine wie TNF‐alpha, IL‐1ß, IL‐6, IL‐8 oder IL‐18 z.B. in Makrophagen der Milz gehemmt und deren schädigende Wirkung auf Organe blockiert.

Ob unser autonomes Nervensystem als Autopilot unseres Organismus alle unsere Körperfunktionen auf Entspannung oder Stress (und ggf. Entzündung) einstellt – die Antwort basiert auf einer simplen Frage: Wie sicher fühlen wir uns?

Wichtig ist, dass so gut wie jedes Wirbeltier in der Lage ist, eine Situation als gefährlich zu erkennen…Aber Gefahren zu erkennen ist eine Sache, und den Zustand der Sicherheit zu erkennen, ist etwas völlig anderes…!

Stephen W. Porges, Ph.D., Begründer der Polyvagal-Theorie

In einer Welt, die für die allermeisten Menschen so sicher ist, wie noch nie zuvor, jedoch die Rede nur noch von (anstehenden) Katastrophen ist, kann diese Unterscheidung und der Fokus auf Gefahren und/oder gefühlte Sicherheit weitreichende therapeutische Konsequenzen haben.

Lesen Sie mehr dazu: Sicherheit und Heilung finden (Stephen W. und Seth Porges)

Als Entspannungsübungen kommen in Frage:

  • Yoga
  • Achtsamkeitsmeditation
  • Atemübungen, z. B. nach der Buteyko-Methode
  • Schüttelmeditation
  • TRE (Tension Releasing Exercices)

Dauerhaft ist es jedoch von Vorteil nicht nur Entspannungsübungen in ein gestresstes Leben zu integrieren, sondern ein entspanntes Leben gestalten zu lernen. Dafür reicht es erfahrungsgemäß nicht die Erschöpfung und Überreizung als Folgen eines “normalen” modernen Lebensstils abzumildern. Besser ist es, die meist frühkindlich angelegten Muster der Überforderung spür- und fühlbar wahrnehmen zu lernen und durch deren Integration mehr Wahlmöglichkeiten im Denken, Fühlen und Handeln zu gewinnen.

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Experte für Autoimmunerkrankungen in München

Ich begleite Sie gerne auf diesem Weg in meiner Münchener Gruppentherapie.

Vereinbaren Sie ein kostenloses Vorgespräch.

Ziel 6: ausreichend Schlaf

Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen. Erwachsenen wird empfohlen, sieben bis acht Stunden pro Nacht störungsfrei zu schlafen. Weniger, aber auch deutlich mehr Schlaf ist ungesund, wie Untersuchungen der Schlafmedizin belegen: In beiden Fällen steigt z.B. das Risiko für stille Entzündungen.

Damit man jede Nacht störungsfrei ein- und durchschlafen kann, ist eine gute Schlafhygiene wichtig. Dazu gehört z.B. auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu achten, für eine ruhige und angenehme Schlafumgebung zu sorgen und vor dem Zu-Bett-Gehen nur noch entspannende Aktivitäten wie Lesen durchzuführen. 

Ziel 7: Schwermetallbelastung erkennen und beseitigen

Sind auch Schwermetalle die Ursache einer stillen Entzündung, empfiehlt sich eine intravenöse Chelat-Therapie oder eine kontinuierliche Entgiftungstherapie mit Zeolithen.  

Werden die verschiedenen Therapieansätze individuell abgestimmt und dann konsequent umgesetzt, klingt in vielen Fällen eine stille Entzündung mit der Zeit in ihrer Intensität ab, die Regelkreise erholen sich – und die damit einhergehenden Beschwerden lassen nach. Im Idealfall werden die Entzündungsprozesse sogar vollständig gestoppt. Es ist jedoch wichtig, die Behandlung regelmäßig therapeutisch überprüfen zu lassen, um den Fortschritt zu kontrollieren und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Mikronährstoffe: unverzichtbar bei einer stillen Entzündung

Zur Vorbeugung von chronischen Entzündungen hat die Ernährung herausragende Bedeutung. Bei einer stillen Entzündung reicht die Versorgung mit Nährstoffen über die Ernährung jedoch oftmals nicht aus, um sie erfolgreich zum Abklingen zu bringen. Dann macht es Sinn, auf Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente als hochdosierte Mikronährstoffe in Reinextrakten zurückzugreifen. 

Im Folgenden nenne ich Ihnen eine kleine Auswahl, welche Substanzen bzw. Kombinationen von Substanzen sich für eine anti-entzündliche Behandlung in meiner Praxis besonders bewährt haben. Sie können diese Premium-Präparate in Reinsubstanzen direkt über den jeweiligen Link bestellen und eine 3-Monats-Kur damit starten.

Im Überblick:

  • Antioxidantien
  • Curcumin
  • Vitamin D
  • Omega-3-Fettsäuren

Antioxidantien sind unverzichtbar

Antioxidantien gehören zu den wichtigsten anti-entzündlichen Substanzen und sind für die Behandlung von chronischen Entzündungen deshalb unverzichtbar. Denn Antioxidantien  schützen die Körperzellen vor freien Radikalen, indem sie diese neutralisieren und so oxidative Schäden an Zellen verhindern, die Entzündungen auslösen oder verstärken können. Und: Antioxidantien können bereits bestehende Entzündungsreaktionen unterbrechen.

Bekannte Antioxidantien sind neben den Vitaminen A, C und E auch Zink, Selen, Eisen und Q10. Noch patenter sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Gerbstoffe, Flavonoide und in besonderem Maße Resveratrol, ein antioxidativer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole,  sowie die oliogomeren Proanthocyanidine (OPC).  

Antioxidans Formula, 60 Kapseln
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu den Mahlzeiten einnehmen. Enthält Vitamin E aus pflanzlicher Quelle zur Verbesserung des antioxidativen Status in Zellen, Geweben und Organen. Kombiniert mit polyphenol- und anthocyanreichen Pflanzenextrakten, Vitamin C und Carotinoiden. Da sich Antioxidantien in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen und nach Verbrauch recyceln, ist eine Kombination verschiedener antioxidativ wirksamer Vitalstoffe sinnvoller als eine einseitige hoch dosierte Zufuhr einzelner.
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OPC Resveratrol Formula, 60 Kapseln
 
Täglich 1 Kapsel zwischen den Mahlzeiten einnehmen. Lesen Sie mehr über OPC: https://www.bioprophyl.de/magazin/wie-wichtig-ist-opc-interview-mit-markus-breitenberger

Ähnliches antientzündliches und antiinflammatorisches Potential besitzt ein weitereres Flavonoid aus der Weintraube: Quercetin.

Quercetin Phytoactive, 60 Kapseln
Täglich 1 Kapsel morgens und 1 Kapsel abends mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Quercetin ist die „Königin der Flavonoide“, einer Gruppe der Polyphenole, welche als sehr wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe gelten. Quercetin wird neben dem antioxidativen Potenzial auch eine Rolle in Anti-Aging-Prozessen, in Stress- und Ermüdungssituationen und der Gesundheit der Atemwege und des Immunsystems zugesprochen, hilft bei den häufigsten allergischen Beschwerden und hemmt die Histaminproduktion- und freisetzung in Mastzellen.

Wichtig ist allerdings, dass die Zufuhr von Antioxidantien zeitlich begrenzt (3-Monats-Kur) erfolgt. Denn einige Antioxidantien können unter bestimmten Umständen auch gegenteilige – und damit schädliche – Wirkungen haben, indem sie plötzlich selbst oxidativen Stress auslösen anstatt diesen auszuschalten. Aus einem Antioxidans ist dann ein Prooxidans geworden, das nun selbst freie Radikale bildet. Zu diesen kritischen Antioxidantien gehören z.B. die Carotinoide Beta-Carotin, Lycopin und Zeaxanthin, aber auch Zink oder die Vitamine C und E.  

Oder Sie nehmen besser das hochwirksame Antioxidans “Astaxanthin” ein, das als „sanftes“ Antioxidans gilt, denn im Vergleich zu anderen Antioxidantien wird das Molekül nach der Aufnahme eines freien Radikals nicht selbst zu einer hochreaktiven Verbindung. 

Astaxanthin 4mg, 60 Kapseln 
Täglich 1 Kapsel zur Mahlzeit einnehmen. Natürliches Astaxanthin gilt als eines der stärksten Antioxidantien und gehört chemisch zur Gruppe der Carotinoide.  So wirkt Astaxanthin z.B. 6000-mal stärker als Vitamin C, 770-mal stärker als Coenzym Q10, 100-mal stärker als Vitamin E, 55-mal stärker als synthetisches Astaxanthin, 5-mal stärker als Beta-Carotin, 3-mal stärker als Lutein, 2-mal stärker als Lycopin.

Curcumin / Kurkuma kann Entzündungen stoppen

Curcumin ist ein Bestandteil der Kurkuma-Wurzel, dem eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Studien zeigen, dass Curcumin die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe im Körper hemmen kann und zudem antioxidativ wirkt, sodass es die Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale schützen kann, die bei Entzündungen entstehen. Als standardisierter Extrakt ist Curcumin z.B. als Pulver oder in Kapselform erhältlich.

Curcuma 500, 60 Kapseln (6 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 2 mal 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Biogena Curcuma 500 ist ein Kombinationspräparat mit 500 mg des standardisierten und klinisch geprüften Spezialextrakts Curcumin C3 Complex® und mit Schwarzer-Pfeffer-Extrakt (BioPerine®), das die antientzündliche Wirkung von Curcuma steigert.

Vitamin D wirkt entzündungshemmend

Vitamin D kann der Körper nur mithilfe einer ausreichenden Sonneneinwirkung selbst herstellen. Laut Studien spielt Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Modulation von Entzündungsreaktionen. So stimuliert Vitamin D  u.a. entzündungshemmende Botenstoffe und behindert pro-entzündliche Wege. Umgekehrt geht ein Vitamin-D-Mangel im Körper oft mit erhöhten Entzündungswerten wie CRP oder Interleukin-6 (IL-6)  einher. Wird der Mangel konsequent durch eine Substitutionstherapie ausgeglichen, verbessern sich auch Entzündungswerte wieder, wie verschiedene Untersuchungen festgestellt haben.

Omega-3-Fettsäuren: essentiell für Diagnose und Therapie des Entzündungsgeschehens

Das Verhältnis von Arachidonsäure (AA, Omega-6-Fettsäure) zu Eicosapentaensäure (EPA, Omega-3-Fettsäure), gilt heute als richtungsweisender Ausdruck der als „silent inflammation“ bezeichneten chronisch entzündlichen Aktivität, die für den oft atypischen chronischen Verlauf verantwortlich ist.

Der AA:EPA‐Quotient sollte nach Sears nicht > 3,0 liegen.

Menschen mit chronischen Entzündungskrankheiten haben einen besonders hohen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren. Mit dem regelmäßigen Verzehr von Seefisch  allein ist dieser Mehrbedarf nicht zu decken. Hinzu kommt, dass ein zu hoher Fischkonsum wegen der Schadstoffbelastung von vielen Therapeuten kritisch gesehen wird.

Eine empfehlenswerte Alternative ist die Einnahme von standardisiertem Fischöl:

Marines Omega 3 liquid
Täglich 10 ml zu einer Mahlzeit einnehmen.

Für Vegetarier und Veganer stehen Algenölpräparate zur Verfügung:

Omega-3 liquid vegan Superior
Täglich 10 ml zu einer Mahlzeit einnehmen.

Die tägliche Aufnahme von Omega 3 sollte in der Prävention bei 500 – 1000 mg liegen, bei erhöhtem Risiko bei 1 – 2 g, bei chronisch entzündlichen Erkrankungen bei 2 –8 g.

PD Dr. med. Wilfried Bieger, Experte für Neurostress in München

Mehr zu antientzündlichen Regulationsmechanismen und das ausgeprägte antientzündliche Potential vieler natürlicher Pflanzenstoffe.

Folgeerkrankung & Risiken

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die mit einer stillen Entzündung im Körper in Verbindung gebracht werden. Und wie man inzwischen weiß: Je länger eine stille Entzündung (unbemerkt) im Körper schwelt, desto höher ist das Risiko für die Entstehung einer Folgeerkrankung. Umso wichtiger ist es, sich an einen Therapeuten zu wenden, wenn man den Verdacht hat, dass man eine stille Entzündung im Körper haben könnte.

Folgende Erkrankungen werden mit einer stillen Entzündung in Verbindung gebracht:

  • Arteriosklerose und damit einhergehende Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, verengte Halsschlagadern, koronare Herzkrankheit etc. 
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Metabolisches Syndrom
  • Adipositas
  • Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL)
  • Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes
  • Infektanfälligkeit
  • Chronische bzw. wiederkehrende Kopfschmerzen
  • Chronische bzw. wiederkehrende Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, (Alzheimer)-Demenz
  • Depression
  • Krebserkrankungen
  • Beschleunigter Alterungsprozess
  • Long- und Post-Covid-Syndrom nach durchgemachter Covid-Infektion
  • (Bösartige) Prostataerkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis
  • Schlafstörungen /Überlange Schlafdauer 
Chronische Entzündungen verursachen zahlreiche Folgeerkrankungen wie Autoimmunkrankheiten, Knochen- und Gelenkserkrankungen oder Lungenerkrankungen wie Asthma.

Wie können Entzündungen zu Autoimmunerkrankungen führen?

So bedeutsam eine Entzündung als Schutzmaßnahme für den Organismus auch ist – es kommt vor, dass sich die Entzündung verselbständigt und in einen chronischen Verlauf übergeht, etwa weil es dem Immunsystem nicht gelungen ist, die Erreger vollständig zu beseitigen.

Es kann aber auch ein anhaltend entzündliches Geschehen vorliegen, das nicht aus einer akuten Entzündung hervorgegangen ist. Dies ist bei Autoimmunerkrankungen der Fall, deren zentrales Merkmal eine chronische Entzündung ist. Jedoch richtet sich die Entzündungsaktivität nicht gegen Eindringlinge von außen, sondern gegen körpereigene Gewebe und Organe.

Ausgangspunkt ist ein Verlust der Immuntoleranz: Das Immunsystem stuft körpereigene Strukturen irrtümlich als „fremd“ ein und greift sie an.

Diese Autoimmunreaktionen unterscheiden sich in ihrer Komplexität und Wirkung nicht von den Immunreaktionen gegen Krankheitserreger und können die attackierten Körperstrukturen schwer schädigen; dementsprechend vielfältig und schwerwiegend können die Symptome sein. Dies kann jedoch fatale Folgen haben.

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FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Diese Fragen werden häufig zum Thema “Stille Entzündung” gestellt:

Noch sind die Zusammenhänge nicht vollständig geklärt, doch gehen viele Experten inzwischen davon aus, dass stille Entzündungen ein ernstzunehmender Risikofaktor für die Entstehung (sowie für das Anheizen) von Autoimmunerkrankungen ist.

Einer Theorie zufolge könnte die unterschwellige, aber permanente Aktivierung des Immunsystems zu einer Überreaktion des Immunsystems führen, infolgedessen auch die Immuntoleranz gegenüber körpereigenen Strukturen verloren geht: Das Immunsystem definiert nun auch bestimmte Organe und Gewebe als „fremd“ und attackiert sie – und diese Autoimmunreaktionen können nicht mehr gestoppt werden. 

Anhaltende oder wiederkehrende Ein- und Durchschlafprobleme, aber auch eine sehr lange Schlafdauer von mehr als neun Stunden scheinen ebenfalls mit einer stillen Entzündung vergesellschaftet zu sein – dies legt zumindest eine aktuelle Studie nahe. Danach lassen sich in beiden Fällen erhöhte Entzündungsprofile, z.B. mit erhöhten CRP-, Tumor Nekrose Faktor alpha (TNFα)- und IL-6-Werten, nachweisen. Was genau die Entzündungsmechanismen im Schlaf bzw. bei Schlaflosigkeit verursacht oder verstärkt, ist derzeit Gegenstand der Forschung.

Untersuchungen legen nahe, dass Männer mit einer stillen Entzündung, etwa infolge einer Dysbiose oder eines bauchbetonten Übergewichts, anfälliger für eine gutartige Vergrößerung ihrer Prostata sind. Außerdem hat eine chinesische Meta-Analyse von Kohortenstudien ergeben, dass speziell die stille Entzündungskrankheit Parodontitis das Risiko für die Entstehung von Prostatakrebs im Vergleich zu Normalbedingungen um das 1,40-Fache erhöht.

Eine stille Entzündung äußert sich, wenn überhaupt durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und/oder häufige Infekte. Wer immer wieder oder anhaltend mit diesen Beschwerden zu kämpfen hat, sollte einen Therapeuten aufsuchen, der dann gezielt nach Hinweisen auf eine stille Entzündung sucht.

Der Selbsttest für Silent Inflammation kann Ihnen bereits erste Hinweise geben, ob Sie betroffen sind. Um ganz sicher zu sein, sollten Sie sich jedoch an einen Therapeuten wenden, der sich auf die Diagnose und Behandlung von stillen Entzündungen spezialisiert hat – für einen eindeutigen Befund wird er eine eingehende Untersuchung durchführen.

Bei einer stillen Entzündung sind die klassischen Entzündungsparameter wie die Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit oder die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in der Regel unauffällig.

Ein wichtiger Marker ist jedoch das hs-CRP, eine besonders sensitive Bestimmungsmethode für das C-reaktive Protein (CRP). Legt der hs-CRP-Wert eine stille Entzündung nahe (ab 0,56 bzw. 1 mg/l), kommen weitere Laboruntersuchungen infrage, etwa die Bestimmung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe wie die Zytokine TNF-α, Interleukin-1 (IL-1) oder Interleukin-6 (IL-6), die Messung von Lipopolysacchariden (LPS) sowie gegebenenfalls eine gezielte labormedizinische Diagnostik zum Nachweis von Entzündungsherden im Körper.

Vieles spricht dafür, dass dem Darm mit seiner vielfältigen Bakteriengemeinschaft (Darmmikrobiom), seiner Darmbarriere und – nicht zu vergessen – seinem komplexen Netzwerk von Immunzellen und -geweben eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Unterhaltung, aber auch bei der Eindämmung einer stillen Entzündung zukommt.

Umso wichtiger ist es, den Darm und sein Mikrobiom durch gezielte Maßnahmen wie eine Darmsanierung und Ernährungsumstellung mit in die ganzheitliche Behandlung einer stillen Entzündung miteinzubeziehen.

Ja, die Zähne sind sogar ein sehr häufiger chronischer und lange Zeit „stummer“ Entzündungsherd. Mit der Zeit können stille Entzündungen im Zahn- und Kieferbereich jedoch den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen und dann z.B. eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Typ-2-Diabetes und andere typische Folgeerkrankungen einer unterschwelligen Entzündung hervorrufen.

Häufige Ursachen sind z.B. eine unbehandelte Parodontitis oder Entzündungsherde im Kieferknochen (FDOK). Aber auch nach zahnärztlichen Behandlungen wie eine Zahnentfernung oder eine Wurzelbehandlung eines Zahns wie auch bei nicht-erkannten Entzündungen um Zahnwurzeln bzw. Wurzelspitzen oder Zahnimplantaten können Auslöser für eine stille Entzündung sein.

Die eine Therapie, die allen Betroffenen mit einer stillen Entzündung gleichermaßen hilft, gibt es nicht. Vielmehr steht eine ganzheitliche Behandlung im Vordergrund, die individuell auf das Krankheitsbild, die Bedürfnisse und die Lebensumstände der Betroffenen abgestimmt ist. Hierfür ist es wichtig, zunächst die Auslöser für die stille Entzündung zu ermitteln und diese dann gezielt zu behandeln.

Oft haben sich dabei auch die Zufuhr von bestimmten Nährstoffen im Rahmen der Orthomolekularen Medizin und/oder eine homöopathische Konstitutionstherapie bewährt. Viele profitieren außerdem von einer Änderung ihres Lebensstils und ihrer Essgewohnheiten.

Dazu gehören vor allem regelmäßige Bewegung, ein gutes Stressmanagement, ausreichend Schlaf, eine Reduktion von Umweltbelastungen und eine ausgewogene anti-entzündliche Ernährung mit viel frischem Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und hochwertigen Pflanzenölen, wohingegen auf entzündungsfördernde Lebensmittel wie Zucker, Weißmehlprodukte, Fleisch und Transfette verzichtet wird.

Auch der Verzicht auf Rauchen und regelmäßigen Alkoholkonsum sind wichtige Maßnahmen einer anti-entzündlichen Lebensweise.

Bei Verdacht auf eine Entzündung wird das C-reaktive Protein (ein Akute-Phase-Protein) im Blut bestimmt. Die Messung des CRP-Spiegels im Blut gibt besonders früh Auskunft über eine akute Entzündung. Zudem lässt sich anhand der Höhe des CRP-Werts erkennen, ob eine Entzündung akut oder chronisch bzw. niedriggradig chronisch ist.

Der empfohlene obere Grenzwert für Erwachsene liegt bei < 5,0 mg/l. Bei einer stillen Entzündung ist der gemessene CRP-Wert jedoch oft unauffällig. Deshalb wird empfohlen, einen hochsensitiven CRP-Test (hs-CRP-Test) durchzuführen: Er ist bis zu zwanzigmal empfindlicher und kann so bereits geringste CRP-Konzentrationen im Blut aufspüren. Ein hs-CRP Wert zwischen 0,56 bzw. 1 (je nach Labor) und 10 mg/l gilt als Indikator für eine stille Entzündung – in diesem Fall sollten die Ursachen zeitnah abgeklärt und gegebenenfalls eine Behandlung eingeleitet werden.

Stille Entzündungen können eine Reihe von Ursachen haben, wobei es oft ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren ist, die bei der Entstehung mitwirken. Als besonders entzündungsfördernd gilt eine ungesunde Lebensweise mit einer einseitigen Ernährung, Bewegungsmangel und/oder Schlafmangel, aber auch chronischem Stress und/oder Rauchen.

Ebenso werden (bauchbetontes) Übergewicht, ein gestörtes Darmmikrobiom und chronische Entzündungsherde im Mundraum (z.B. Parodontitis) als Auslöser für eine Silent Inflammation angesehen.

Autoren:

Markus Breitenberger, Heilpraktiker und Homöopath. Seit über 25 Jahren behandelt er in eigener Praxis schwerpunktmäßig Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Er ist Autor von “Hashimoto ganzheitlich behandeln” und “Autoimmunerkrankungen in den Griff bekommen” sowie zahlreicher medizinischer Fachartikel.

Dr. Nicole Schaenzler, Philologin und Medizinjournalistin. Leiterin der Redaktion eines Gesundheitsmagazins und Fachautorin zahlreicher Bücher zu medizinischen Themen.

Quellen:

Ahmed Tawakol et al.: Relation between resting amygdalar activity and cardiovascular events: a longitudinal and cohort study. Lancet (Februar 2017) doi: 10.1016/S0140-6736(16)31714-7

Ang Zhou, Elina Hyppönen: Vitamin D deficiency and C-reactive protein: a bidirectional Mendelian randomization study, in: International Journal of Epidemiology (Mai 2022) . doi: 10.1093/ije/dyac087.

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